Produktivität des Kapitals.
Produktive und unproduktive Arbeit

[a] Alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit erscheinen als Produktivkräfte des Kapitals]

||XXI-1317| Wir haben gesehn, nicht nur wie das Kapital produziert, sondern wie es selbst produziert wird und wie es als ein wesentlich verändertes Verhältnis aus dem Produktionsprozeß hervorgeht, in demselben sich entwickelt. Einerseits gestaltet es die Produktionsweise um, andrerseits ist diese veränderte Gestalt der Produktionsweise und eine besondre Stufe der Entwicklung der materiellen Produktivkräfte die Grundlage und Bedingung – die Voraussetzung seiner eignen Gestaltung.

Da die lebendige Arbeit – durch den Austausch zwischen Kapital und Arbeiter – dem Kapital einverleibt ist, als ihm gehörige Tätigkeit erscheint, sobald der Arbeitsprozeß beginnt, stellen sich alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit als Produktivkräfte des Kapitals dar, ganz wie die allgemeine gesellschaftliche Form der Arbeit im Geld als Eigenschaft eines Dings erscheint. So stellen sich jetzt die Produktivkraft der gesellschaftlichen Arbeit und die besondren Formen derselben als Produktivkräfte und Formen des Kapitals dar, der vergegenständlichten Arbeit, der sachlichen Arbeitsbedingungen – die als solche verselbständigte Gestalt der lebendigen Arbeit gegenüber im Kapitalist personifiziert sind. Es ist hier wieder die Verkehrung des Verhältnisses, als deren Ausdruck wir schon bei Betrachtung des Geldwesens den Fetischismus bezeichnet haben.

Der Kapitalist selbst ist nur Gewalthaber als Personifizierung des Kapitals. (In der italienischen Buchhaltung ist diese seine Rolle als Kapitalist, als personifiziertes Kapital, ihm auch beständig gegenübergestellt als bloße Person, als die er nur als Privatkonsument und Schuldner seines eignen Kapitals erscheint.)

Die Produktivität des Kapitals besteht zunächst, selbst bloß die formelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital betrachtet, in dem Zwang zur Surplusarbeit, zum Arbeiten über die unmittelbare Bedürftigkeit hinaus, einem Zwang, den die kapitalistische Produktionsweise mit früherer Produktionsweise teilt, aber in einer der Produktion günstigeren Weise ausübt, vollbringt.

Selbst dieses bloß formelle Verhältnis betrachtet – die allgemeine Form der kapitalistischen Produktion, die ihre minder entwickelte Weise mit der mehr entwickelten gemein hat –, erscheinen die Produktionsmittel, die sachlichen Arbeitsbedingungen – Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel (und Lebensmittel) – nicht als dem Arbeiter subsumiert, sondern er ihnen subsumiert. Er wendet sie nicht an, sondern sie wenden ihn an. Und dadurch sind sie Kapital. Kapital employs labour1. Sie sind nicht Mittel für ihn, um Produkte zu produzieren, sei es in der Form unmittelbarer Subsistenzmittel, sei es als Austauschmittel, als Waren. Sondern er ist ein Mittel für sie, teils um ihren Wert zu erhalten, teils um ihn zu verwerten, i. e. zu vergrößern, um surplus labour einzusaugen.

Schon dies Verhältnis in seiner Einfachheit ist eine Verkehrung, Personifizierung der Sache und Versachlichung der Person; denn das unterscheidet diese Form von allen frühren, daß der Kapitalist nicht in irgendeiner persönlichen Eigenschaft den Arbeiter beherrscht, sondern daß dies nur, soweit er „Kapital“ ist; seine Herrschaft ist nur die der vergegenständlichten Arbeit über die lebendige, des Produkts des Arbeiters über den Arbeiter selbst.

Komplizierter aber wird das Verhältnis noch und scheinbar mysteriöser, indem mit der Entwicklung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise nicht nur diese unmittelbar materiellen Dinge – alle Produkte der Arbeit; dem Gebrauchswert nach betrachtet sachliche Arbeitsbedingungen wie Arbeitsprodukte, dem Tauschwert nach vergegenständlichte allgemeine Arbeitszeit oder Geld – sich dem Arbeiter gegenüber auf die Hinterfüße stellen und ihm als „Kapital“ gegenübertreten, sondern [auch] die Formen der gesellschaftlich entwickelten Arbeit, Kooperation, Manufaktur (als Form der Teilung der Arbeit), Fabrik (als Form der auf Maschinerie als materieller Basis organisierten gesellschaftlichen Arbeit), als Entwicklungsformen des Kapitals sich darstellen und daher die aus diesen Formen der gesellschaftlichen Arbeit entwickelten Produktivkräfte der Arbeit, daher auch Wissenschaft und Naturkräfte, als Produktivkräfte des Kapitals sich

darstellen. In der Tat, die Einheit in der Kooperation, die Kombination in der Teilung der Arbeit, die Anwendung der Naturkräfte und Wissenschaft wie der Produkte der Arbeit in der Maschinerie zur Produktion – alles dies tritt den einzelnen Arbeitern selbst so fremd und sachlich gegenüber, als bloße Daseinsform der von ihnen unabhängigen und sie beherrschenden Arbeitsmittel, wie diese selbst [ihnen] in ihrer einfachen sichtbaren Gestalt als Material, Instrument etc., als Funktionen des Kapitals und daher des Kapitalisten.

Die gesellschaftlichen Formen ihrer eignen Arbeit oder die Formen ihrer eignen ||1318| gesellschaftlichen Arbeit sind von den einzelnen Arbeitern ganz unabhängig gebildete Verhältnisse; die Arbeiter, als unter das Kapital subsumiert, werden Elemente dieser gesellschaftlichen Bildungen, aber diese gesellschaftlichen Bildungen gehören nicht ihnen. Sie treten ihnen daher gegenüber als Gestalten des Kapitals selbst, als im Unterschied von ihrem vereinzelten Arbeitsvermögen dem Kapital gehörige, aus ihm entspringende und ihm einverleibte Kombinationen. Und dies nimmt um so realere Form an, je mehr einerseits ihr Arbeitsvermögen selbst durch diese Formen so modifiziert wird, daß es in seiner Selbständigkeit, also außer diesem kapitalistischen Zusammenhang, ohnmächtig wird, seine selbständige Produktionsfähigkeit gebrochen wird, andrerseits mit der Entwicklung der Maschinerie auch technologisch die Bedingungen der Arbeit als die Arbeit beherrschend erscheinen und zugleich sie ersetzen, unterdrücken, überflüssig machen in ihren selbständigen Formen.

In diesem Prozeß, worin die gesellschaftlichen Charaktere ihrer Arbeit ihnen gewissermaßen kapitalisiert gegenübertreten – wie z. B. in der Maschinerie die sichtbaren Produkte der Arbeit als Beherrscher der Arbeit erscheinen –, findet natürlich dasselbe statt für die Naturkräfte und die Wissenschaft, das Produkt der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung in ihrer abstrakten Quintessenz – sie treten ihnen als Mächte des Kapitals gegenüber. Sie trennen sich in der Tat von dem Geschick und der Kenntnis des einzelnen Arbeiters – und obgleich sie, an ihrer Quelle betrachtet, wieder das Produkt der Arbeit sind – erscheinen sie überall, wo sie in den Arbeitsprozeß eintreten, als dem Kapital einverleibt. Der Kapitalist, der eine Maschine anwendet, braucht sie nicht zu verstehn. (Sieh Ure.) Aber in der Maschine erscheint die realisierte Wissenschaft als Kapital den Arbeitern gegenüber. Und in der Tat erscheinen alle diese auf gesellschaftliche Arbeit begründete Anwendung von Wissenschaft, Naturkraft und Produkten der Arbeit in großen Massen ja selbst nur als Exploitationsmittel der Arbeit, als Mittel, Surplusarbeit anzueignen, daher als dem Kapital

angehörige Kräfte gegenüber der Arbeit. Das Kapital wendet natürlich alle diese Mittel nur an, um die Arbeit zu exploitieren, aber um sie zu exploitieren, muß es sie auf die Produktion anwenden. Und so erscheint die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit und die Bedingungen dieser Entwicklungen als Tat des Kapitals, zu der sich der einzelne Arbeiter nicht nur passiv verhält, sondern die im Gegensatz zu ihm vorgehn.

Das Kapital selbst ist doppelt, da es aus Waren besteht:

[1.] Tauschwert (Geld); aber sich verwertender Wert, Wert, der dadurch Wert schafft, als Wert wächst, ein Inkrement erhält, daß es Wert ist. Dies reduziert sich auf Austausch eines gegebnen Quantums vergegenständlichter Arbeit gegen ein größres Quantum lebendiger Arbeit.

[2.] Gebrauchswert; und hier erscheint es seinen bestimmten Verhältnissen im Arbeitsprozeß nach. Aber grade hier bleibt es nicht bloß Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel, denen die Arbeit gehört, die sich die Arbeit einverleibt haben, sondern mit der Arbeit auch ihre gesellschaftlichen Kombinationen und die diesen gesellschaftlichen Kombinationen entsprechende Entwicklung der Arbeitsmittel. Die kapitalistische Produktion entwickelt zuerst im großen – reißt los von dem einzelnen selbständigen Arbeiter – die Bedingungen des Arbeitsprozesses, sowohl seine gegenständlichen als subjektiven, aber entwickelt sie als den einzelnen Arbeiter beherrschende und ihm fremde Mächte.

So wird das Kapital ein sehr mysteriöses Wesen. ||1318||

||1320| Das Kapital ist also produktiv:

1. als Zwang zur Surplusarbeit;

2. In-sich-Absorbierer und Aneigner (Personifizierung) der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit und der allgemeinen gesellschaftlichen Produktivkräfte, wie der Wissenschaft.

Es fragt sich, wie oder wodurch erscheint die Arbeit dem Kapital gegenüber produktiv oder als produktive Arbeit, da die Produktivkräfte der Arbeit in das Kapital transponiert sind? Und dieselbe Produktivkraft nicht zweimal zählen kann, einmal als Produktivkraft der Arbeit und das andre Mal als Produktivkraft des Kapitals? (Produktivkraft der Arbeit – Produktivkraft des Kapitals. Aber das Arbeitsvermögen ist produktiv durch den Unterschied zwischen seinem Wert und seiner Verwertung.)

[b] Produktive Arbeit im System der kapitalistischen Produktion]

Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistischen Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige angehörige Kräfte gegenüber der Arbeit. Das Kapital wendet natürlich alle diese Mittel nur an, um die Arbeit zu exploitieren, aber um sie zu exploitieren, muß es sie auf die Produktion anwenden. Und so erscheint die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit und die Bedingungen dieser Entwicklungen als Tat des Kapitals, zu der sich der einzelne Arbeiter nicht nur passiv verhält, sondern die im Gegensatz zu ihm vorgehn.

Das Kapital selbst ist doppelt, da es aus Waren besteht:
[1.] Tauschwert (Geld); aber sich verwertender Wert, Wert, der dadurch Wert schafft, als Wert wächst, ein Inkrement erhält, daß es Wert ist. Dies reduziert sich auf Austausch eines gegebnen Quantums vergegenständlichter Arbeit gegen ein größres Quantum lebendiger Arbeit.
[2.] Gebrauchswert; und hier erscheint es seinen bestimmten Verhältnissen im Arbeitsprozeß nach. Aber grade hier bleibt es nicht bloß 〈Rohmaterial〉 Arbeitsmaterial, Arbeitsmittel, denen die Arbeit gehört, die sich die Arbeit einverleibt haben, sondern mit der Arbeit auch ihre gesellschaftlichen Kombinationen und die diesen gesellschaftlichen Kombinationen entsprechende Entwicklung der Arbeitsmittel. Die kapitalistische Produktion entwickelt zuerst im großen – reißt los von dem einzelnen selbständigen Arbeiter – die Bedingungen des Arbeitsprozesses, sowohl seine gegenständlichen als subjektiven, aber entwickelt sie als den einzelnen Arbeiter beherrschende und ihm fremde Mächte.

So wird das Kapital ein sehr mysteriöses Wesen. ||1318||
||1320|| Das Kapital ist also produktiv:
1. als Zwang zur Surplusarbeit;
2. In-sich-Absorbierer und Aneigner (Personifizierung) der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit und der allgemeinen gesellschaftlichen Produktivkräfte, wie der Wissenschaft.

Es fragt sich, wie oder wodurch erscheint die Arbeit dem Kapital gegenüber produktiv oder als produktive Arbeit, da die Produktivkräfte der Arbeit in das Kapital transponiert sind? Und dieselbe Produktivkraft nicht zweimal zählen kann, einmal als Produktivkraft der Arbeit und das andre Mal als Produktivkraft des Kapitals? (Produktivkraft der Arbeit – Produktivkraft des Kapitals. Aber das Arbeitsvermögen ist produktiv durch den Unterschied zwischen seinem Wert und seiner Verwertung.)

[b) Produktive Arbeit im System der kapitalistischen Produktion]

Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistischen Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgend etwas resultiert, eo ipso2 produktive Arbeit ist.

[Erstens:] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; also nur die Arbeit, die das variable Kapital als variables setzt und daher = C + Δ. Ist das variable Kapital vor seinem Austausch mit der Arbeit = x, so daß wir die Gleichung haben y = x, so ist die Arbeit, die x in x + h verwandelt und daher aus y = x macht, y' = x + h, produktive Arbeit. Dies ist der eine Punkt, der zu erörtern ist. Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als agency3 dient, Mehrwert zu setzen4 und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.

Zweitens: Die gesellschaftlichen und allgemeinen Produktivkräfte der Arbeit sind Produktivkräfte des Kapitals; aber diese Produktivkräfte betreffen nur den Arbeitsprozeß oder berühren nur den Gebrauchswert. Sie stellen sich dar als Eigenschaften, die dem Kapital als Ding zukommen, als sein Gebrauchswert. Sie berühren nicht den Tauschwert unmittelbar. Ob 100 zusammen oder jeder von den 100 einzeln arbeitet, der Wert ihres Produkts ist = 100 Arbeitstagen, ob sie sich in viel oder wenig Produkten darstellen, d.h., gleichgültig gegen die Produktivität der Arbeit.

||1321|| Nur in einer Weise betrifft die verschiedne Produktivität der Arbeit den Tauschwert.

Entwickelt sich die Produktivität der Arbeit z.B. in einem einzelnen Arbeitszweig – wird z.B. nicht mehr ausnahmsweise mit power-looms5 gewebt statt mit Handwebstühlen und erheischt das Weben einer Elle mit dem power-loom nur halb die Arbeitszeit als mit dem hand-looms6, so stellen 12 Std. eines hand-loom-weaver's7 sich nicht mehr in einem Wert von 12 Std. dar, sondern in einem von 6, da die notwendige Arbeitszeit jetzt 6 Std. geworden ist. Die 12 Std. des hand-loom-weaver's nur mehr = 6 Std. gesellschaftlicher Arbeitszeit, obgleich er nach wie vor 12 Std. arbeitet.

Aber davon hier nicht die Rede. Nimm dagegen einen andren Produktionszweig, z.B. Schriftsetzen, worin noch keine Maschinerie angewandt wird, so 12 Std. in diesem Zweig ganz soviel Wert produzierend, wie 12 Std. in Produktionszweigen, worin die Maschinerie etc. aufs äußerste entwickelt.

Als Wert produzierend bleibt die Arbeit daher stets Arbeit des einzelnen, nur allgemein ausgedrückt. Die produktive Arbeit – als Wert produzierende Arbeit – steht dem Kapital daher stets als Arbeit des einzelnen Arbeitsvermögens, des vereinzelter Arbeiter gegenüber, welche gesellschaftlichen Kombinationen diese Arbeiter immer im Produktionsprozeß eingehn mögen. Während so das Kapital dem Arbeiter gegenüber die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit, stellt die produktive Arbeit des Arbeiters dem Kapital gegenüber immer nur die Arbeit des vereinzelter Arbeiters dar.

Drittens: Wenn es als Natureigenschaft8 des Kapitals erscheint – daher als eine aus seinem Gebrauchswert hervorquellende Eigenschaft –, Surplusarbeit zu erzwingen und die gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit sich zu vindizieren, so umgekehrt als Natureigenschaft der Arbeit, ihre eignen gesellschaftlichen Produktivkräfte als Produktivkräfte des Kapitals zu setzen und ihr eigenes Surplus[produkt] als Surpluswert, als Selbstverwertung des Kapitals.

Diese 3 Punkte nun zu entwickeln und daraus den Unterschied von produktiver und unproduktiver Arbeit abzuleiten.
ad 1. Die Produktivität des Kapitals besteht darin, die Arbeit als Lohnarbeit, und die Produktivität der Arbeit, die Arbeitsmittel als Kapital sich gegenüberzusetzen.

Man hat gesehn, daß Geld in Kapital verwandelt wird, d.h. ein bestimmter Tauschwert in sich verwertenden Tauschwert, in Wert plus Mehrwert verwandelt wird dadurch, daß ein Teil desselben in solche Waren verwandelt wird, die der Arbeit als Arbeitsmittel dienen (Rohstoff, Instrument, kurz, die sachlichen Arbeitsbedingungen), ein andrer Teil zum Ankauf von Arbeitsvermögen verwandelt wird. Es ist jedoch nicht dieser erste Austausch zwischen dem Geld und dem Arbeitsvermögen oder der bloße Kauf des letztern, der das Geld in Kapital verwandelt. Dieser Kauf einverleibt den use9 des Arbeitsvermögens für eine bestimmte Zeit dem Kapital oder macht bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit zu einer der Daseinsweisen, sozusagen zur Entelechie des Kapitals selbst.

In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die lebendige Arbeit in Kapital, indem sie einerseits den Arbeitslohn reproduziert – also den Wert des variablen Kapitals –, andrerseits einen Surpluswert setzt; und durch diesen Verwandlungsprozeß wird die ganze Geldsumme in Kapital verwandelt, obgleich der Teil derselben, der unmittelbar variiert, nur der in Arbeitslohn ausgelegte ist. War der Wert = c + v, so ist er jetzt = c + (v + x), was dasselbe ist als = (c + v) + x, oder, die ursprüngliche Geldsumme, Wertgröße, hat sich verwertet, ist zugleich als sich erhaltender und vermehrender Wert gesetzt.

(Dies wohl zu bemerken: Der Umstand, daß nur der variable Teil des Kapitals sein Inkrement hervorbringt, ändert absolut nichts daran, daß vermittelst dieses Prozesses der gesamte ursprüngliche Wert als verwertet [erscheint], um einen Mehrwert vergrößert ist, daß also die gesamte Originalgeldsumme in Kapital verwandelt ist. Denn der ursprüngliche Wert = c + v (konstantes und variables Kapital). Im Prozeß wird er c + (v + x); letzres der reproduzierte Teil, der durch die Verwandlung der lebendigen Arbeit in vergegenständlichte entstanden, eine Verwandlung, die bedingt und eingeleitet ist durch den Austausch von v gegen Arbeitsvermögen oder seine Verwandlung in Salair. Aber c + (v + x) = c + v (dem ursprünglichen Kapital) + x. Außerdem konnte die Verwandlung von v in v + x, also von (c + v) in (c + v) + x nur vorgehn, indem ein Teil des Gelds in c verwandelt wird. Der eine Teil kann sich nur in variables Kapital verwandeln, indem der andre sich in konstantes Kapital verwandelt.)

In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die Arbeit realiter in Kapital, aber diese Verwandlung bedingt durch den ursprünglichen Austausch zwischen Geld und Arbeitsvermögen. Durch diese unmittelbare Verwandlung von Arbeit in nicht dem Arbeiter, sondern dem Kapitalisten gehörige vergegenständlichte Arbeit wird erst das Geld in Kapital verwandelt, auch der Teil desselben, der die Form von Produktionsmitteln, Arbeitsbedingungen erhalten hat. Vorher ist das Geld, existiere es nun in seiner eignen Form oder in der Form von Waren (Produkten), die eine Gestalt haben, worin sie als Produktionsmittel neuer Waren dienen können, nur an sich Kapital.

||1322|| Dieses bestimmte Verhältnis zur Arbeit verwandelt Geld oder Ware erst in Kapital, und die Arbeit, die durch dies ihr Verhältnis zu den Produktionsbedingungen, dem ein bestimmtes Verhalten im wirklichen Produktionsprozeß entspricht, Geld oder Ware in Kapital verwandelt, d.h., die dem Arbeitsvermögen gegenüber verselbständigte gegenständliche Arbeit in ihrem Wert erhält und vermehrt, ist produktive Arbeit. Produktive Arbeit ist nur ein abkürzender Ausdruck für das ganze Verhältnis und Art und Weise, worin das Arbeitsvermögen im kapitalistischen Produktionsprozeß10 figuriert. Die Unterscheidung von andren Arten der Arbeit ist aber von der höchsten Wichtigkeit, da sie grade die Formbestimmtheit der Arbeit ausdrückt, worauf die gesamte kapitalistische Produktionsweise und das Kapital selbst beruht.

Produktive Arbeit ist also solche – im System der kapitalistischen Produktion –, die Mehrwert für ihren employer11 produziert oder die die objektiven Arbeitsbedingungen in Kapital und ihren Besitzer in Kapitalisten verwandelt, also Arbeit, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert.

Sprechen wir also von produktiver Arbeit, so sprechen wir von gesellschaftlich bestimmter Arbeit, Arbeit, die ein ganz bestimmtes Verhältnis zwischen dem Käufer und Verkäufer der Arbeit einschließt.

Obgleich nun das im Besitz des Käufers von Arbeitsvermögen befindliche Geld – oder als Ware: [in Gestalt] von Produktionsmitteln und Lebensmitteln für den Arbeiter – erst Kapital wird durch den Prozeß – erst in ihm in Kapital verwandelt wird – und daher diese Dinge vor ihrem Eingehn in den Prozeß nicht Kapital sind, sondern erst Kapital werden sollen, so sind sie doch an sich Kapital: Sie sind es durch die selbständige Gestalt, worin sie dem Arbeitsvermögen und das Arbeitsvermögen ihnen gegenübersteht, ein Verhältnis, das den Austausch mit dem Arbeitsvermögen und den darauf erfolgenden Prozeß der wirklichen Verwandlung der Arbeit in Kapital bedingt und sichert. Sie haben von vornherein die gesellschaftliche Bestimmtheit den Arbeitern gegenüber, die sie zu Kapital macht und ihnen das Kommando über die Arbeit gibt. Sie sind daher der Arbeit gegenüber als Kapital vorausgesetzt.

Produktive Arbeit kann daher als solche bezeichnet werden, die sich direkt mit dem Geld als Kapital austauscht oder, was nur ein verkürzter Ausdruck dafür ist, die sich unmittelbar mit Kapital austauscht, d.h. mit Geld, das an sich Kapital ist, die Bestimmung hat, als Kapital zu funktionieren, oder dem Arbeitsvermögen als Kapital gegenübertritt. In dem Ausdruck Arbeit, die sich unmittelbar mit Kapital austauscht, liegt eingeschlossen, daß die Arbeit sich mit dem Geld als Kapital austauscht, und es actu12 in Kapital verwandelt. Was die Bestimmung der Unmittelbarkeit angeht, so wird sich das gleich näher ergeben.

Produktive Arbeit ist also solche, die für den Arbeiter nur den vorher bestimmten Wert seines Arbeitsvermögens reproduziert, dagegen als wertschaffende Tätigkeit das Kapital verwertet oder die von ihr geschaffenen Werte dem Arbeiter selbst als Kapital gegenübergesetzt.