[DREIZEHNTES KAPITEL]
Ricardos Renttheorie [Schluß]

[1. Ricardos Voraussetzung der Nichtexistenz
des Grundeigentums. Übergang zu neuen Böden
in Abhängigkeit von ihrer Lage und Fruchtbarkeit]

Zurück zu Ric[ardo], ch. II „On Rent“:

Bringt erst die schon von Smith bekannte „Kolonialtheorie1. Und es gilt hier nur, den logischen Zusammenhang kurz zusammenzufassen.

„Bei der ersten Besiedlung eines Landes, in dem es eine Fülle reichen und fruchtbaren Bodens gibt, von dem nur ein sehr geringer Teil für den Unterhalt der vorhandenen Bevölkerung bebaut werden braucht oder mit dem der Bevölkerung zur Verfügung stehenden Kapital tatsächlich bebaut werden kann, wird es keine Rente geben. Denn niemand wird für die Benutzung des Bodens etwas bezahlen, solange eine große Fläche noch nicht angeeignet worden ist und daher“ (weil not appropriated2, was Ric[ardo] später ganz vergißt) „jedem zur Verfügung steht, der sich entschließt, sie zu bebauen.“ (p.55.)

{Hier also Nicht-Grundeigentum vorausgesetzt. Obgleich diese Darstellung des Prozesses annähernd richtig für die settlers of modern peoples3, so erstens ungehörig für die entwickelte kapitalistische Produktion; ebenso falsch, wenn dies als der historische Gang im old Europe vorgestellt wird.}

„Nach den allgemeinen Regeln von Angebot und Nachfrage kann für solchen Boden keine Rente gezahlt werden, aus den schon dargelegten Gründen, aus denen nichts für den Gebrauch von Luft und Wasser oder irgendwelcher Naturgaben gegeben wird, die in unerschöpflicher Menge vorhanden sind… Für die Benutzung dieser ||601|| natürlichen Hilfsquellen wird keine Abgabe erhoben, da sie unerschöpflich sind und zu jedermanns Verfügung stehen… Wenn der gesamte Boden die gleichen Eigenschaften besäße, wenn er in der Menge nicht begrenzt und an Qualität gleich wäre, könnte für seine Benutzung nichts gefordert werden“ (weil er überhaupt nicht in Privateigentum verwandelt werden könnte), „sofern er nicht besondere Vorteile der Lage besäße“ (und at the disposal of a proprietor4 wäre, sollte er hinzufügen). „Nur weil die Menge des Bodens nicht unbegrenzt und an Qualität nicht gleich ist, und weil mit der Zunahme der Bevölkerung Boden geringerer Qualität oder in weniger günstiger Lage in Kultur genommen wird, wird also für seine Benutzung überhaupt eine Rente gezahlt. Wenn im Laufe der Entwicklung der Gesellschaft Boden der zweiten Fruchtbarkeitsklasse bebaut wird, entsteht auf dem erstklassigen sofort eine Rente, deren Höhe von der Differenz der Qualität dieser beiden Bodenklassen abhängt." (p.56, 57.)

Wir müssen grade hier verweilen. Der logische Zusammenhang ist der: Wenn Land – und dies unterstellt Ric[ardo] bei der „first settling of a country"5 (Kolonialtheorie Smiths) –, reiches und fruchtbares Land der actual population6 und Kapital gegenüber elementarisch existiert, praktisch illimited7, wenn ferner die „abundant quantity"8 dieses Landes „was not yet appropriated"9 und daher, weil „not yet appropriated", „at the disposal of whosoever might choose to cultivate it"10, in diesem Fall wird natürlich nichts gezahlt für den use of land, no rent11. Wäre das Land – nicht nur relativ zum Kapital und Population, sondern faktisch ein illimited element12 (illimited wie air und water13) – „unlimited in quantity"14, so könnte tatsächlich seine Appropriation durch die einen Appropriation desselben durch die andern nicht ausschließen. Es könnte kein private (auch kein „public"15 oder state16) property in the soil17 existieren. In diesem Fall – wenn alles Land of the same quality18 – könnte gar keine Rente dafür gezahlt werden. Höchstens dem possessor of land19, welches „possessed peculiar advantages of situation"20.

Wird also unter den von Ric[ardo] vorausgesetzten Umständen – nämlich, daß Land „not appropriated" ist und das uncultivated land daher ist „at the disposal of whosoever might choose to cultivate it" – Rente gezahlt, so dies nur möglich, because „land is not unlimited in quantity and uniform in quality"21, d.h. weil verschiedne Bodenarten existieren und dieselbe Bodenart „limited"22 ist. Wir sagen, unter Ric[ardo]s Voraussetzung kann dann nur eine Differentialrente gezahlt werden. Aber statt dies so zu limitieren, he jumps at once to the conclusion23, daß – abgesehen von seiner Voraussetzung der Nichtexistenz des Grundeigentums – absolute rent is never paid for the use of land24, sondern nur Differentialrente.

Der Witz also der: Existiert das Land elementarisch dem Kapital gegenüber, so bewegt sich dies in der Agrikultur in derselben Weise wie in jedem andren Industriezweig. Es existiert dann kein Grundeigentum, keine Rente. Höchstens können, wenn ein Teil des Bodens fruchtbarer als der andre, Surplusprofite existieren wie in der Industrie. Hier werden sie sich als Differentialrente fixieren wegen der Naturbasis, die sie in den different degrees of fertility of the soil25 haben.

Ist das Land dagegen 1. limited, 2. appropriiert, findet das Kapital Grundeigentum als Voraussetzung vor – und dies der Fall da, wo die kapitalistische Produktion sich entwickelt; wo es die Voraussetzung nicht wie im alten Europa vorfindet, schafft es sie selbst wie in den United States –, so ist der Grund und Boden von vornherein nicht ein elementarisches field of action für das Kapital. Hence26 Grundrente, abgesehn von der Differentialrente. Aber auch die Übergänge von einer Bodenart zur andren, sei es ascending27: I, II, III, IV oder descending28: IV, III, II, I, machen sich dann anders als der Fall unter der Ric[ardoschen] Voraussetzung. Denn wie auf I stößt die Anwendung des Kapitals auf den Widerstand des Grundeigentums in II, III, IV und ebenso, wenn umgekehrt von IV zu III etc. übergegangen wird. Es genügt nicht, bei dem Übergang von IV auf III etc., daß der Preis von IV hoch genug steige, damit das Kapital mit Durchschnittsprofit auf III angewandt werden könne. Er muß so hoch steigen, daß Rente auf III bezahlt werden kann. Wird der Übergang von I zu II etc. gemacht, so versteht es sich schon ganz von selbst, daß der Preis, der eine Rente für I zahlte, für II nicht nur diese Rente, sondern außerdem noch eine Differentialrente zahlt. Durch seine Voraussetzung der Nichtexistenz des Grundeigentums hat Ric[ardo] natürlich nicht die Tatsache der durch die Existenz des Grundeigentums und mit ihr gegebenen Gesetzes beseitigt.

Nachdem Ric[ardo] eben gezeigt, wie eine Differentialrente unter seiner Voraussetzung entstehen könnte, fährt er fort:

„Wird Boden dritter Qualität in Kultur genommen, so entsteht auf dem zweiten sofort Rente und sie wird wie vorher durch den Unterschied der jeweiligen produktiven Kräfte bestimmt. Gleichzeitig wird auch die Rente der ersten Qualität steigen, denn sie muß infolge des Unterschiedes im Produkt, das mit der gleichen Menge Kapital und Arbeit erzielt wird, immer höher als die Rente der zweiten Klasse sein. Mit jedem Schritt in der Entwicklung der Bevölkerung, der ein Land veranlaßt, auf Boden schlechterer Qualität zurückzugreifen, (womit aber durchaus nicht gesagt ist, that every step in the progress of population will oblige a country to have recourse to land of worse quality29), „um ihm die Deckung seines Nahrungsmittelbedarfs zu ermöglichen, wird die Rente auf dem gesamten fruchtbareren Boden steigen.“ (p.57.)

Dies all right30.

Ricardo geht nun zu Beispiel über. Aber dies Beispiel, von dem später zu Bemerkenden abgesehn, setzt die descending line31 voraus. Dies aber nur Voraussetzung. Er sagte, um dies zu erschleichen:

„Bei der ersten Besiedlung eines Landes, in dem es eine Fülle reichen und fruchtbaren Bodens gibt, ... [der] noch nicht angeeignet worden ist.“ (p.55.)

Aber der case32 würde derselbe, wenn there was33, relativ zu den Kolonisten, „an abundance of poor and sterile soil – not yet appropriated34. Es ist nicht die richness oder fertility of the soil35, die vorausgesetzt ist, damit keine Renten gezahlt werden, sondern daß er illimited36 ist, unappropriated37 ist und uniform in quality38 sei, whatever might be that quality in respect to the degree of its fertility39. Ric[ardo] formuliert daher selbst im Fortgang seine Voraussetzung so:

„Wenn der gesamte Boden die gleichen Eigenschaften besäße, wenn er in der Menge nicht begrenzt und an Qualität gleich wäre, könnte für seine Benutzung nichts gefordert werden.“ (p.56.)

Er sagt nicht und kann nicht sagen, if it „were rich and fertile40, weil diese Bedingung absolut nichts mit dem Gesetz zu tun hätte. Wäre das Land, instead of rich and fertile, poor and sterile41, so müßte jeder Kolonist a greater proportion of the whole land42 bebauen, und so würden sie sich rascher nähern, selbst bei unappropriated land43, mit dem Wachstum der Bevölkerung dem Punkt, wo der praktische Überfluß an Land, seine faktische Illimitiertheit, in proportion to population and capital44, aufhörte.

Nun ist es zwar ganz sicher, daß Kolonisten sicher nicht das unfruchtbarste, sondern das fruchtbarste Land aussuchen werden. Nämlich das fruchtbarste für die ihnen zu Gebot stehenden Kulturmittel. Aber dies ist nicht die einzige Schranke ihrer Auswahl. Was für sie zuerst entscheidet, ist die situation45, die situation an der See, großen Strömen etc. Das Land in Westamerika etc. könnte beliebig fruchtbar sein. Die settlers46 setzten sich natürlich fest in New England, Pennsylvania, North Carolina, Virginia etc., kurz an der Ostküste des Atlantik. Suchten sie sich das fruchtbarste Land aus, so suchten sie sich aber nur das fruchtbarste Land in diesem Rayon aus. Dies verhinderte sie nicht, später fruchtbareres Land im Westen zu bebauen, sobald Wachstum der Population, Kapitalbildung, Entwicklung von Kommunikationsmitteln, Städtebildung das fruchtbarere Land in diesem ferneren Rayon ihnen zugänglich machten. Sie suchen nicht den fruchtbarsten Rayon, sondern den bestgelegnen Rayon, und innerhalb dieses natürlich das – unter sonst gleichen Bedingungen der Lage – fruchtbarste Land. Dies beweist aber sicher nicht, daß vom fruchtbareren Rayon zum unfruchtbaren Rayon übergegangen wird, sondern nur, daß im selben Rayon – gleiche Lage vorausgesetzt – das fruchtbarere Land natürlich früher bebaut wird als das unfruchtbare.

Ricardo aber, nachdem er die „abundance of rich and fertile land“47 richtig in land of the „same properties, unlimited in quantity, uniform in quality“48 verbessert hat, kommt zum Beispiel und jumps49 von da in die erste falsche Voraussetzung zurück.

„Der fruchtbarste und bestgelegene Boden wird zuerst bebaut.“ (l.c. p.60.)

Er fühlt das Schwache und Falsche und setzt daher zu dem „most fertile land“50 die neue Bedingung hinzu: „and most favorably situated“51, die fehlte beim Ausgang. „The most fertile land within the most favourable situation“52 müßte es doch offenbar heißen, und der Blödsinn kann doch nicht so weit gehn, daß der Rayon des Landes, der zufällig most favourably situated ist für die newcomers53, um sie in contact mit dem Mutterland und the old folks at home54 und der Außenwelt zu halten, „the most fertile region“ in dem ganzen von den Kolonisten noch nicht explorierten und nicht explorierbaren Land ist.

Die Annahme der descending line55, der Übergang von dem mehr fruchtbaren zu dem minder fruchtbaren Rayon ist also ganz erschlichen. Was gesagt werden kann, ist bloß das: In dem erst kultivierten, weil most favorably situated rayon56, wird keine Rente gezahlt, bis innerhalb dieses Rayons von dem fruchtbareren zu minder fruchtbarem Boden übergegangen wird. Wird aber nun zu einem zweiten fruchtbareren Rayon als der erste war übergegangen, so ist dieser der Voraussetzung nach worse situated57. Es ist daher möglich, that the greater fertility of the soil is more than counterbalanced by the greater disadvantage of the situation58, und in diesem Falle wird das Land of59 Rayon I fortfahren, Rente zu zahlen. Da aber die „situation“ ein mit der ökonomischen Entwicklung historisch wechselnder Umstand ist und mit Anlage von Kommunikationsmitteln, Bildung neuer Städte etc., Wachstum der Bevölkerung sich fortwährend verbessern muß, so ist klar, daß das in Rayon II produzierte Produkt by60 zu einem Preis auf den Markt gebracht wird, der die Rente im Rayon I wieder senken muß (für dasselbe Produkt), und daß er nach und nach als the more fertile soil61 sich herausstellt, in demselben Maß wie das disadvantage of situation62 verschwindet.

||603| Es ist daher klar,

daß da, wo Ric[ardo] selbst die Bedingung für das Entstehen der Differentialrente richtig und allgemein ausspricht: „all land ... of the same properties ... unlimited in quantity ... uniform in quality63, der Umstand des Übergangs von fruchtbarerer zu unfruchtbarerem Land nicht eingeschlossen ist,

daß dies auch historisch für das settlement64 der United States, das er mit A.Smith im Aug hat, falsch ist, weswegen der in diesem Punkt berechtigte Gegensatz Careys,

daß er selbst wieder die Sache umwirft durch den Beisatz der „situation": „The most fertile, and most favorably situated, land will be first cultivated“65,

daß er seine willkürliche Voraussetzung beweist durch ein Beispiel, worin das zu Beweisende unterstellt ist, nämlich der Übergang von dem besten zu dem graduell schlechtern Boden,

daß er endlich {allerdings schon with an eye to the explanation of the tendency in the general rate of profit to fall66} dies voraussetzt, weil er sich sonst die Differentialrente nicht erklären kann, obgleich diese ganz unabhängig von dem Umstand, ob von I zu II, III, IV oder von IV zu III, II, I übergegangen wird.

[2. Ricardos Behauptung, daß die Differentialrente unmöglich den Getreidepreis beeinflussen kann.
Die absolute Rente als Ursache der Erhöhung der Preise für landwirtschaftliche Produkte]

In dem Beispiel sind 3 Sorten Land unterstellt, Nr. 1, 2, 3, die mit gleicher Kapitalanlage liefern [ein Nettoprodukt von] 100, 90, 80 qrs. of corn. Nr. 1 wird zuerst bebaut „in a new country, where there is an abundance of fertile land compared with the population, and where therefore it is only necessary to cultivate No.167“ (p.57.) In diesem Fall gehört das „whole net produce68“ dem „cultivator“ und „will be the profits of the stock which he advances69“ (p.57.) Dies auch hier (wir sprechen nicht von plantations70) üblich, daß dieses „net produce“ sofort als profit of stock71 betrachtet wird, obgleich hier keine kapitalistische Produktion vorausgesetzt. Doch mag der Kolonist als aus „the old country72“ kommend, es selbst so betrachten. Wächst Bevölkerung nun so weit, daß Nr. 2 bebaut werden muß, so trägt Nr. 1 eine Rente von 10 qrs. Es ist hier natürlich unterstellt, daß die quantity of73 Nr. 2 und Nr. 3 „unappropriated74“ und, in proportion to population and capital75, praktisch „unlimited76“ geblieben ist. Sonst könnte die Sache anders zugehn. Also unter dieser Voraussetzung wird Nr. 1 Rente von 10 qrs. tragen:

„Denn entweder muß es für landwirtschaftliches Kapital zwei Profitraten geben, oder es müssen zehn Quarter, oder der Wert von zehn Quartern, für irgendeinen anderen Zweck von dem auf Nr. 1 erzielten Produkt in Abzug gebracht werden. Gleichgültig, ob der Grundeigentümer oder irgendein anderer Nr. 1 bebaut, diese zehn Quarter stellen immer Rente dar; denn der Bebauer von Nr. 2 wird mit seinem Kapital dasselbe Resultat erzielen, ob er nun Nr. 1 bebaut und 10 Quarter Rente zahlt, oder ob er weiterhin Nr. 2 bebaut und keine Rente zahlt.“ (p.58.)

In fact, there would be two rates of profit in agricultural capital77, d. h. Nr. 1 lieferte einen Surplusprofit (der sich als Rente konsolidieren kann in diesem case) of 10 qrs. Daß aber innerhalb derselben Produktionssphäre on capital of the same description, hence on agricultural capital78 nicht zwei, sondern viele very different rates of profits79 nicht nur möglich, sondern unvermeidlich sind, sagt Ric[ardo] selbst gleich 2 Seiten später:

„Der fruchtbarste und bestgelegene Boden wird zuerst bebaut, und der Tauschwert seines Produktes wird in der gleichen Weise wie der Tauschwert aller anderen Waren bestimmt, nämlich durch das gesamte Quantum Arbeit, das in verschiedenen Formen von Anfang bis zu Ende notwendig ist, um es zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Sobald Boden von geringerer Qualität in Bebauung genommen wird, wird der Tauschwert der Rohprodukte steigen, da mehr Arbeit zu ihrer Erzeugung erforderlich ist. Der Tauschwert aller Waren, ob sie industriell erzeugt werden oder das Produkt des Bergbaus oder des Bodens sind, wird nicht durch die geringere Quantität Arbeit bestimmt, die zu ihrer Produktion unter sehr günstigen Bedingungen ausreicht und in deren Genuß ausschließlich diejenigen kommen, die besondere Produktionsleichtigkeiten haben, sondern durch die größere Menge Arbeit, die notwendigerweise von denen bei ihrer Produktion aufgewendet werden muß, die solche Erleichterungen nicht besitzen – von denjenigen, die sie dauernd unter den ungünstigsten Bedingungen produzieren; das bedeutet, unter den ungünstigsten Bedingungen, unter denen die Produktion im Hinblick auf die verlangte Produktenmenge“ [beim alten Preis] „notwendigerweise weitergeführt werden muß." (p. 60, 61.)

Also in jeder besondern Industrie nicht nur two80, sondern many rates of profit, that is to say, deviations of the general rate of profit81.

Auf die weitere Illustration des Beispiels (p. 58, 59), wo es sich um den Effekt verschiedner Dosen Kapital on the same land82 handelt, hier nicht einzugehn. Nur die 2 Sätze:

[1.] „Rente ist immer die Differenz zwischen dem Produkt, das man durch Anwendung von zwei ||604|| gleichen Mengen Kapital und Arbeit erhält." (p. 59.)

D. h., es existiert nur die Differentialrente (nach der Voraussetzung, daß kein Grundeigentum existiert). Denn:

[2.] „zwei Profitraten kann es nicht geben." (p. 59.)

„Es stimmt, daß das gleiche Produkt auf dem besten Boden mit derselben Arbeit wie früher erreicht wird, aber sein Wert wird sich infolge der verringerten Erträge erhöhen, die jene erzielen, welche neue Arbeit und neues Kapital auf dem weniger fruchtbaren Boden verwenden. Obwohl also die Vorteile von fruchtbarem über minderwertigen Boden auf keinen Fall verlorengehen, sondern nur vom Bebauer oder dem Konsumenten auf den Grundeigentümer übertragen werden, so wird doch – da auf den minderwertigeren Böden mehr Arbeit erforderlich ist, und wir nur von solchem Land unsere zusätzliche Belieferung mit Rohprodukten ermöglichen können – der relative Wert jenes Produktes stetig über seinem früheren Stand verharren und gegen mehr Hüte, Kleider, Schuhe usw. ausgetauscht werden, zu deren Produktion kein solches zusätzliches Arbeitsquantum nötig ist. (p. 62, 63.)

Der Grund für das Steigen des relativen Wertes von Rohprodukten ist also, daß mehr Arbeit bei der Produktion des zuletzt gewonnenen Teiles aufgewendet wird, und nicht, daß dem Grundeigentümer eine Rente gezahlt wird. Der Wert des Getreides wird durch die Quantität Arbeit bestimmt, die bei seiner Produktion auf Boden von jener Qualität oder mit dem Teil des Kapitals, der keine Rente bringt, aufgewendet wird. Der Preis des Getreides ist nicht hoch, weil eine Rente gezahlt wird, sondern eine Rente wird gezahlt, weil der Preis des Getreides hoch ist. Es ist mit Recht festgestellt worden, daß auch dann keine Verminderung des Getreidepreises eintreten würde, wenn die Grundeigentümer auf ihre gesamte Rente verzichten. Ein solcher Schritt würde es nur einigen Farmern ermöglichen, wie Herren zu leben, er würde aber nicht das Quantum Arbeit vermindern, das notwendig ist, um auf dem am wenigsten ergiebigen bebauten Boden Rohprodukte zu erzeugen." (p. 63.)

Nach meiner früheren Entwicklung nicht weiter nötig, auszuführen die Falschheit des Satzes, that „the value of corn is regulated by the quantity of labour bestowed on its production on that quality of land, ... which pays no rent"83. Ich habe gezeigt, daß, ob die letzte Bodenart Rente zahlt, keine zahlt, die ganze absolute Rente zahlt, Teil davon zahlt oder außer der absoluten Rente noch Differentialrente zahlt (bei der ascending line84), teils von der line of direction85 abhängt, whether it is ascendant or descending86, unter allen Umständen abhängt vom Verhältnis der composition of agricultural capital as compared with the composition of not agricultural capital87 und daß, die absolute Rente infolge der Differenz dieser composition einmal vorausgesetzt, die obigen cases88 vom Stande des Marktes abhängen, daß aber namentlich der Ric[ardosche] Fall nur unter zwei Umständen eintreten kann (obgleich auch dann noch fermage, although no rent can be paid89), entweder wenn landed property does not exist, either in law or in fact90, oder wenn das beste Land eine additional supply91 liefert, die nur bei Senkung des Marktwerts can find its place within the market92.

Aber außerdem noch mehrere falsch oder einseitig im obigen passage. Raw produce93 kann, außer der obigen Ursache, rise in comparative value94, was hier nichts als Marktwert bedeutet, wenn es bisher unter seinem Wert, vielleicht unter seinem Kostenpreis verkauft war, was in a certain state of society95, wo die Produktion des raw produce noch hauptsächlich auf Subsistenz des cultivator gerichtet, stets der Fall (auch, wie im Mittelalter, wenn das städtische Produkt sich Monopolpreis sichert); zweitens, wenn es noch nicht, im Unterschied zu den andren Waren, die zu ihrem Kostenpreis verkauft werden, zu seiner value verkauft wird.

Endlich richtig von der Differentialrente, daß es gleichgültig für den Preis des corn, ob der landlord foregoes it96 und der farmer pockets it97. Falsch für die absolute Rente. Falsch, daß hier die landed property98 nicht enhances the price of the raw produce99. Solches geschieht vielmehr, weil die Intervention der landed property causes that the raw produce is sold at its value which exceeds its cost-price100.

Gesetzt, wie oben, das durchschnittliche non agricultural capital = C⁸⁰ V²⁰, der Mehrwert = 50 p. c., so Profitrate = 10 und Wert des produce = 110. Dagegen das agricultural ||605| capital = C⁶⁰ V⁴⁰, Wert = 120. Zu diesem Wert wird das raw produce verkauft. Existiert das Grundeigentum gesetzlich nicht – oder faktisch nicht wegen der relative abundance of land101 wie in Kolonien, so würde es verkauft zu 115. Nämlich von dem ersten Kapital und dem zweiten der Gesamtprofit (für die 200) = 30, also Durchschnittsprofit = 15. Das not agricultural produce würde = 115 verkauft werden statt 110; das agricultural produce = 115 statt 120. Also würde das agricultural produce um ⁷/₁₂ fallen in seiner relative value102 zum nicht agricultural produce; für beide Kapitalien aber – oder das Gesamtkapital – agricultural as well as industrial103 – der Durchschnittsprofit steigen um 50 p. c., von 10 auf 15. ||605||

||636| Ricardo sagt von seiner eignen Auffassung der Rente:

„Ich betrachte sie immer als Ergebnis eines teilweisen Monopols, das niemals wirklich den Preis bestimmt“

(also nie wirkend als ein monopoly104, also auch nie result105 des monopoly. Result des monopoly könnte bei ihm nur sein, daß der owner106 der bessern Bodenarten die Rente einsteckt, statt des Pächters),

„sondern eher dessen Wirkung ist. Würden die Grundeigentümer auf alle Rente verzichten, so meine ich, daß die auf dem Boden produzierten Waren nicht wohlfeiler würden, weil es immer einen Teil der gleichen auf dem Boden produzierten Waren gibt, für den keine Rente gezahlt wird oder werden kann, weil das überschüssige Produkt nur für die Zahlung des Kapitalprofits ausreicht.“ (RicardoPrinc.“ l.c. p.332, 333.)

Hier surplus produce = dem excess107 über das vom Salair absorbierte Produkt. Ricardos Behauptung nur richtig, nämlich den Fall vorausgesetzt, daß certain land never pays rent108, wenn dies Land oder rather109 sein Produkt den Marktwert reguliert. Zahlt dagegen sein Produkt no rent, weil der Marktwert vom fruchtbareren Boden reguliert ist, so beweist dieses fact nichts.

In der Tat, würde die Differentialrente „relinquished by landlords110, so käme dies den Pächtern zugut. Dagegen das Aufgeben der absoluten Rente würde den Preis der Agrikulturprodukte senken und der Industrieprodukte so weit erhöhen, als der Durchschnittsprofit durch diesen Prozeß wüchse. |636||

||605|| „Das Steigen der Rente ist immer das Ergebnis des zunehmenden Reichtums des Landes und der Schwierigkeit der Beschaffung von Nahrungsmitteln für seine gewachsene Bevölkerung.“ (p. 65, 66.)

Falsch das letztre.

Der Reichtum wächst am schnellsten in jenen Ländern, in denen der verfügbare Boden am fruchtbarsten und die Einfuhr am wenigsten beschränkt ist, wo die Produktion ohne eine proportionale Zunahme des Arbeitsquantums durch Verbesserungen der Bewirtschaftung vervielfacht werden kann und wo daher die Zunahme der Rente nur eine langsame ist.“ (p. 66, 67.)

Der absolute amount of rent111 kann auch wachsen, wenn die Rentrate dieselbe bleibt und bloß das in der agriculture angelegte Kapital mit dem growth of population112 wächst; er kann wachsen, wenn auf I keine Rente, auf II nur Teil der absolute rent gezahlt wird, aber die Differentialrente infolge ihrer relativen Fruchtbarkeit sehr gestiegen ist etc. (sieh die Tabelle)113.

[3. Smiths und Ricardos Auffassung vom „natürlichen Preis"
des landwirtschaftlichen Produkts]

„Wäre ein hoher Preis des Getreides Ergebnis und nicht Ursache der Rente, so würde der Preis von einer hohen oder niedrigen Rente entsprechend beeinflußt, und die Rente wäre ein Bestandteil des Preises. Jedoch ist das mit dem größten Aufwand an Arbeit produzierte Getreide der Regulator des Getreidepreises und die Rente wird und kann nicht im geringsten als Bestandteil in ihn eingehen. ...Rohmaterial geht in die Zusammensetzung der meisten Waren ein, aber der Wert dieses Rohmaterials wird ebenso wie der des Getreides durch die Produktivität des Kapitalteiles bestimmt, der zuletzt auf dem Boden verwendet wurde und keine Rente abwirft. Deshalb ist die Rente kein Bestandteil des Preises der Waren." (p.67.)

Hier ist viel Konfusion infolge von Durcheinanderwerfen von „natural price" (denn von diesem Preis ist hier die Rede) und von value. Ric[ardo] hat diese Konfusion von Smith adoptiert. Bei dem letztern ist sie relativ richtig, weil und insoweit Smith seine eigne richtige Erklärung der value aufgibt. Weder die Rente, noch der Profit, noch der Arbeitslohn bilden a component part of the value of a commodity114. Umgekehrt. Die value of a commodity being given the different parts into which that value may be divided, belong either to the category of accumulated labour (constant capital) or wages or profit or rent.115 Dagegen mit Bezug auf den natural price oder Kostenpreis kann Smith sprechen von seinen component parts116 als gegebenen Voraussetzungen. Nur durch Verwechslung von natural price und value überträgt er dies auf die value of the commodity117.

Abgesehn von dem Preis des Rohmaterials und der Maschinerie (kurz des konstanten Kapitals), der dem Kapitalisten in jeder besondren Produktionssphäre als von außen gegeben erscheint, mit einem bestimmten Preis in seine Produktion eingeht, hat er bei Festsetzung des Preises seiner Ware zweierlei zu tun: den Preis des Arbeitslohns zuzuschlagen, und dieser erscheint ihm auch (within certain limits118) als gegeben. Bei dem natural price der Ware handelt es sich nicht um den Marktpreis, sondern um den Durchschnittsmarktpreis während einer längren Periode oder um das Zentrum, um welches der Marktpreis gravitiert. Also ist hier der Preis des Arbeitslohns im ganzen gegeben durch die value des Arbeitsvermögens. Die Profitrate aber – die natural tax of profit – ist gegeben durch den Wert der Totalität der Waren, die die Totalität der in der not agricultural industry angewandten Kapitalien schafft. Es ist nämlich der Überschuß dieses Werts über den Wert des konstanten Kapitals, der in der Ware enthalten ist + dem Wert des Arbeitslohns. Der Gesamtmehrwert, den jenes Gesamtkapital schafft, bildet den absolute amount of profit. Die Proportion dieses absolute amount to the whole capital advanced determines the general rate of profit119. Also erscheint auch diese general rate of profit nicht nur dem einzelnen Kapitalisten, sondern dem Kapital in jeder besondren Produktionssphäre, als äußerlich gegeben. Zu dem Preis der avances in raw material120 etc., ||606| die im Produkt enthalten, und dem natural price of wages121, hat er also hinzuzuaddieren den general profit, say of 10 p.c., to form thus – as it must appear to him – by way of addition of component parts, or by composition, the natural price of a commodity122. Ob der natural price bezahlt wird, mehr oder weniger, hängt vom jedesmaligen Stand des Marktpreises ab. In den Kostenpreis, als unterschieden von der value, geht nur Salair und Profit ein, die Rente nur, soweit sie in den price of avances von Rohmaterial, Maschinerie etc. schon eingegangen ist. Also nicht als Rent für den Kapitalisten, dem überhaupt der price of raw produce, machinery123, kurz, des konstanten Kapitals als ein Ganzes erscheint, das vorausgesetzt ist.

Die Rente geht nicht als component part in den Kostenpreis ein. Wird unter besondren circumstances124 das Agrikulturprodukt zu seinem Kostenpreis verkauft, so existiert keine Rente. Das Grundeigentum existiert ökonomisch dann nicht für das Kapital, nämlich nicht, wenn das Produkt der Bodenart, die zum Kostenpreis verkauft, den Marktwert des Produkts derselben Sphäre regelt. (Anders verhält es sich [bei] I, Tabelle D.)

Oder die (absolute) Rente existiert. In diesem Fall wird das Agrikulturprodukt über seinem Kostenpreis verkauft. Es wird zu seinem Wert verkauft, der über seinem Kostenpreis steht. In den Marktwert des Produkts geht aber die Rente ein oder bildet vielmehr einen Teil derselben. Dem Pächter erscheint sie aber ebensosehr als gegeben wie der Profit dem Industriellen. Sie ist gegeben durch den Überschuß des Werts des Agrikulturprodukts über seinen Kostenpreis. Der Pächter aber rechnet ganz wie der Kapitalist: First the advances125, zweitens der Arbeitslohn, drittens der Durchschnittsprofit, endlich die Rente, die ihm ebenfalls als gegeben erscheint. Dies ist für ihn der natural price of wheat f.i.126. Ob er ihm bezahlt wird, hängt wieder von dem jedesmaligen state of the market127 ab.

Wird der Unterschied von Kostenpreis und value sachgemäß festgehalten, so kann Rente niemals in den Kostenpreis eingehn als constituent part128, und von constituent parts kann nur beim Kostenpreis im Unterschied zur value der commodity die Rede sein. (Die Differentialrente wie der Surplusprofit geht nie in den cost-price ein, weil sie stets nur entweder excess of the market cost-price over individual cost-price, or excess of the market value over individual value129 ist.)

Ric[ardo] hat also der Sache nach recht, wenn er A.Smith gegenüber behauptet, die Rente gehe nie in den Kostpreis ein. Aber er hat wieder unrecht, weil er dies beweist nicht dadurch, daß er cost-price von value unterscheidet, sondern dadurch, daß er sie mit A.Smith identifiziert, denn weder Rente, noch Profit, noch Arbeitslohn bilden constituent parts of value, although value is dissolvable into wages and profits and rent130, und zwar in alle 3 Teile gleichberechtigt, wenn sie alle 3 existieren. Das Räsonnement von Ric[ardo] ist dies: Die Rente bildet no constituent part of the natural price of agricultural produce131, weil der Preis des Produkts des schlechtesten Bodens = dem Kostenpreis dieses Produkts, = dem Wert dieses Produkts, [der] den Marktwert des agricultural produce bestimmt. Also die Rente bildet keinen part of the value132, weil sie keinen part of the natural price bildet und dieser = value ist. Dies aber ist eben falsch. Der Preis des Produkts, das auf dem schlechtesten Boden gebaut ist, ist = seinem Kostenpreis, entweder weil dies Produkt unter seinem Wert verkauft wird, also nicht wie Ric[ardo] sagt, weil es zu seinem Wert verkauft wird, oder weil das Agrikulturprodukt zu der Sorte Waren gehört, zu der Klasse, bei denen ausnahmsweise value und Kostpreis identisch sind. Dies der Fall, wenn der Mehrwert, der in einer besondren Produktionssphäre mit gegebnem Kapital, z.B. 100, gemacht wird, zufällig der Mehrwert, der auf denselben aliquoten Teil des Gesamtkapitals (100 z. B.) fällt in der Durchschnittsrechnung. Dies also die Konfusion Ricardo[s].

As to133 A. Smith: Soweit er cost-price und value identifiziert, hat er, von dieser falschen Voraussetzung aus, recht zu sagen, daß rent sowohl als profit und wages „constituent parts of the natural price"134 bilden. Es ist vielmehr eine Inkonsequenz von ihm, daß er später bei der Durchführung wieder behauptet, rent gehe nicht in derselben Weise ein in den natural price wie wages und profits. Diese Inkonsequenz begeht er, weil die Beobachtung und richtige Analyse ihn doch wieder dazu bringt, anzuerkennen, daß in der Bestimmung des natural price of not agricultural produce und market value of agricultural produce135 ein Unterschied existiert. Doch darüber näher, wenn wir von Smiths Renttheorie sprechen.

[4. Ricardo über Verbesserungen in der Landwirtschaft und ihren Einfluß auf die Grundrente]

||607| „Wir haben gesehen, daß mit jeder zusätzlichen Kapitalmenge, deren Anlage auf Boden mit geringerem Ertrag notwendig wird, die Rente steigt."

(Aber nicht every portion of additional capital yields a less productive return136.)

„Aus der gleichen Regel ergibt sich, daß beliebige Umstände innerhalb der Gesellschaft, die es überflüssig machen, die gleiche Menge Kapital für den Boden aufzuwenden und die deshalb den zuletzt aufgewendeten Teil produktiver machen, die Rente sinken lassen." (p. 68.)

D. h. [Sinken der] absolute rent, nicht notwendig [der] differential rent. (Sieh Tabelle B.)

Solche Umstände können sein „reduction in the capital of a country"137, gefolgt durch reduction der Bevölkerung. Aber auch höhere Entwicklung der productive powers of agricultural labour138.

„Dieselben Folgen können jedoch hervorgerufen werden, wenn sich Reichtum und Bevölkerung eines Landes vergrößern, diese Vergrößerung aber von derart bemerkens werten Verbesserungen in der Landwirtschaft begleitet wird, daß sie gleicherweise die Notwendigkeit verringern, entweder schlechteren Boden zu bebauen oder den gleichen Betrag an Kapital für die Bebauung der fruchtbaren Bodenteile aufzuwenden." (p. 68, 69.)

(Sonderbarerweise vergißt hier Ric[ardo]: improvements as shall have the effect of improving the quality of poorer lands and converting these into richer ones139, ein Gesichtspunkt, der bei Anderson vorherrscht.)

Sehr falsch Ric[ardo]s Satz:

„Bei gleicher Bevölkerung kann es keine Nachfrage für eine zusätzliche Menge Getreide geben." (p. 69.)

Ganz abgesehn davon, daß with a fall in the price of corn an additional demand for other raw produce, green vegetables, meat etc. will spring up140 und daß Schnaps etc. aus dem Korn gemacht werden kann, unterstellt Ric[ardo] hier, daß die ganze population consumes as much corn it likes. This is false.141

{„Unser enormer Zuwachs des Konsums in den Jahren 1848, 1849, 1850 zeigt, daß wir früher unterernährt waren und daß die Preise durch die unzureichende Zufuhr hoch gehalten wurden." (p. 158, F.W. Newman, „Lectures on Pol. Ec.", Lond. 1851.)

Derselbe Newman sagt:

„Das Argument Ricardos", that rent cannot enhance price142, „beruht auf der Annahme, daß die Macht, Rente zu fordern, in keinem Fall des realen Lebens die Zufuhr vermindern kann. Aber warum nicht? Es gibt sehr weite Strecken, die man sofort in Anbau genommen hätte, wenn dafür nicht Rente hätte gefordert werden können, die aber künstlich unbebaut gelassen wurden, entweder weil die Grundeigentümer sie mit Vorteil als Jagdgrund verpachten konnten oder die romantische Wildnis einer kleinen nominellen Rente vorziehen, die sie allein dafür erhalten würden, daß sie es erlauben, sie zu bebauen." (p. 159.)}

Überhaupt ja falsch, daß, wenn er das land withdraws from the production of corn, he may not get a rent by converting it into pasture or building grounds or as in some countries of High Scotland, into artificial woods for hunting purposes143.

Ric[ardo] unterscheidet zweierlei improvements in agriculture144. Die eine Sorte,

„die die produktiven Fähigkeiten des Bodens erhöhen … wie ein zweckmäßigerer Fruchtwechsel oder eine bessere Düngerauswahl. Diese Verbesserungen ermöglichen uns, unmittelbar das gleiche Produkt von einer kleineren Bodenfläche zu erhalten." (p.70.)

In diesem case muß nach Ric[ardo] die Rente fallen.

„Wenn z.B. die sukzessiven Kapitalteile 100, 90, 80, 70 hervorbringen, so wird meine Rente, solange ich diese vier Kapitalteile aufwende, 60 sein, oder gleich der Differenz zwischen
70 und 100 = 30
70 und 90 = 20
70 und 80 = 10
60
} während das Produkt ist { 100
90
80
70
340

Die Rente wird die gleiche bleiben, solange diese Kapitalteile verwendet werden, obwohl das Produkt jedes einzelnen sich im gleichen Ausmaß vergrößert."

(Hätte sie an unequal augmentation145, so könnte die Rente trotz der gestiegnen Fruchtbarkeit steigen.)

„Falls das Produkt von 100, 90, 80, 70 auf 125, 115, 105, 95 steigt, so wird die Rente immer noch 60 betragen oder gleich sein der Differenz zwischen
||608|| 95 und 125 = 30
95 und 115 = 20
95 und 105 = 10
60
} während sich das Produkt auf 440 erhöht hat { 125
115
105
95
440

Aber bei einer derartigen Produktionssteigerung liegt ohne Erhöhung der Nachfrage kein Anlaß für die Verwendung von so viel Kapital auf dem Boden vor; ein Teil wird abgezogen, der letzte Kapitalteil wird daher 105 statt 95 einbringen und die Rente wird auf 30 fallen oder gleich der Differenz sein zwischen

105 und 125 = 20
105 und 115 = 10
30
} während das Produkt immer noch den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht, nämlich 345 Quarter ausmacht { 125
115
105
345."

(p. 71, 72.)

Abgesehn davon, daß die demand146 steigen kann ohne Wachstum der Bevölkerung bei fallendem Preis (Ricardo selbst nimmt an, daß sie um 5 qrs. gestiegen ist), so geht er ja beständig soils decreasing fertility147 über, weil die Bevölkerung jedes Jahr wächst, d. h. der Korn verzehrende, Brot essende Teil der Bevölkerung, und dieser Teil wächst rascher wie die Bevölkerung [im Durchschnitt], weil Brot für den größeren Teil ein Hauptnahrungsmittel bildet. Es ist also nicht nötig, daß die demand nicht gewachsen sei mit der productivity of capital148, also daß die Rente falle. Und sie kann steigen, wenn das improvement149 die difference in the degree of fertility150 ungleichmäßig affiziert hat.

Sonst sicher (Tabelle B und E), daß die Zunahme der fertility nicht nur – bei gleichbleibender demand – den schlechtesten Boden aus dem Markt werfen kann, sondern selbst einen Teil des Kapitals auf dem beßren Boden (Tabelle B) can force to withdraw from the production of corn151. In diesem Falle fällt die Kornrente, wenn die augmentation of produce equal152 auf den verschiednen Bodenarten.

Ric[ardo] kommt nun zu der 2ten Seite von agricultural improvements153.

„Es gibt aber Verbesserungen, die den relativen Wert des Produkts verringern, ohne die Getreiderente zu vermindern, obwohl sie die Geldrente vom Boden verkleinern. Solche Verbesserungen erhöhen nicht die produktiven Fähigkeiten des Bodens, sie ermöglichen uns aber, sein Produkt mit weniger Arbeit zu erhalten. Sie sind mehr auf die Bildung des für den Boden aufgewendeten Kapitals gerichtet als unmittelbar auf die Bebauung des Bodens. Darunter fallen Verbesserungen der landwirtschaftlichen Geräte, wie des Pfluges und der Dreschmaschine, wirtschaftlicher Einsatz der im Betrieb verwendeten Pferde sowie verbesserte Kenntnisse der Tierheilkunde. Weniger Kapital, was das gleiche wie weniger Arbeit ist, wird auf den Boden verwendet; jedoch kann nicht weniger Boden bebaut werden, um das gleiche Produkt zu erzielen. Ob jedoch Verbesserungen dieser Art die Getreiderente beeinflussen, hängt davon ab, ob die Differenz des durch die verschiednen Kapitalteile gewonnenen Produktes sich erhöht, gleichbleibt oder sich vermindert."

{Dies hätte Ric[ardo] auch bei der natural fertility of soils154 festhalten sollen. Ob der Übergang zu denselben die Differentialrente vermindert, gleichläßt oder vermehrt, hängt davon ab, ob die Differenz des Produkts des Kapitals auf diese different more fertile soils155 angewandt, be increased, stationary, or diminished156.

„Wenn vier Kapitalteile, 50, 60, 70, 80 auf den Boden verwendet werden, von denen jeder das gleiche Ergebnis liefert, und irgendeine Verbesserung bei der Bildung dieses Kapitals ermöglicht es mir, 5 von jedem abzuziehen, so daß sie 45, 55, 65 und 75 betragen, so wird keine Veränderung der Getreiderente eintreten. Sind aber die Verbesserungen derart, daß es mir ermöglichen, die gesamte Einsparung bei dem am wenigsten produktiv angelegten Kapitalteil vorzunehmen, so wird die Getreiderente sofort sinken, da die Differenz zwischen dem produktivsten und dem am wenigsten produktiven ||609|| Kapitalteil sich verringert; es ist aber diese Differenz, die die Rente bildet." (p. 73, 74.)

Dies richtig für die Differentialrente, die allein bei Ric[ardo] existiert.

Dagegen berührt Ric[ardo] die wirkliche Frage gar nicht. Um diese zu lösen, handelt es sich nicht drum, daß der Wert des einzelnen qr. sinkt; auch nicht drum, ob dasselbe Quantum Land, das Quantum derselben Bodenarten wie früher bebaut werden muß, sondern ob mit der Verwohlfeilerung des konstanten Kapitals – das nach der Voraussetzung less labour157 kostet – Verminderung, Vermehrung oder Gleichbleiben des in agriculture employed158 Quantums von immediate labour159 verbunden ist. Kurz, ob ein organischer change160 im Kapital vorgeht oder nicht.

Gesetzt, wir nehmen unser Beispiel der Tabelle A (S.574, Heft XI)161 und setzen statt Tonnen qr. of wheat.

Hier vorausgesetzt, daß die Komposition des not agricultural capital = C80 V20, die des agricultural capital = C60 V40, die Rate des Mehrwerts in beiden Fällen = 50 p.c. Hence the rent on the latter capital, or the excess of its value over its cost-price162 = 10 l. Also hätten wir:

Klasse Kapital qrs. of corn Gesamtwert Marktwert per qr. Individueller Wert per qr.
l. l. l.
I 100 60 120 2 2 l. = 40 sh.
II 100 65 130 2 111/13 l. = 1 l. 1612/13 sh.
III 100 75 150 2 13/5 l. = 1 l. 12 sh.
Total 300 200 400
Differentialwert
per qr.
Kostenpreis per qr. Absolute Rente
l.
Differentialrente
l.
Absolute Rente
qrs.
Differentialrente
qrs.
I 0 15/₆ l. = 1 l. 162/₃ sh. 10 0 5 0
II 2/₁₃ l. = 31/₁₃ sh. 13/₁₃ l. = 1 l. 1311/₁₃ sh. 10 10 5 5
III 2/₅ l. = 8 sh. 17/₁₅ l. = 1 l. 91/₃ sh. 10 30 5 15
30 40 15 20

Realtal
l.
Rental
qrs.
I 10 5
II 20 10
III 40 20
70 35

Um nun das Problem rein zu untersuchen, zu unterstellen, daß die Größe des in I, II, III angewandten Kapitals durch die Verwohlfeilerung des konstanten Kapitals (100) gleichmäßig in allen 3 Klassen affiziert werde, denn die ungleichmäßige Affektion betrifft bloß die Differentialrente, hat mit der Sache nichts zu tun. Nimm also an, durch improvements163 koste dieselbe Masse Kapital, die früher 100 l., nur mehr 90, würde also reduziert um 1/10 oder 10 p.c. So fragt es sich, wie ist durch die improvements die Komposition des agricultural capital berührt?

Bleibt das Verhältnis des in Arbeitslohn angewandten Kapitals [zum konstanten Kapital] dasselbe, so, wenn 100 = C60 V40, so dann 90 = C54 V36, und in diesem Falle der Wert der 60 qrs. auf dem Boden I = 108 l. Wäre aber die Verwohlfeilerung so, daß dasselbe capital constant, das früher 60 kostete, jetzt nur noch 54 kostete, das V (oder das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital) aber nur mehr 322/₅ statt 36 (sei ebenfalls um 1/10 gesunken). In diesem Fall statt 100 ausgelegt 862/₅. Die Komposition dieses Kapitals wäre C54 V32²/₅. Und auf die 100 gerechnet, wäre die Komposition C62½ V37½. Unter diesen Umständen wäre der Wert der 60 qrs. auf I = 1022/₅ l. Nehmen wir endlich an, obgleich der Wert des konstanten Kapitals abnehme, bleibe das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital absolut dasselbe, wachse also im Verhältnis zum konstanten Kapital, so das ausgelegte Kapital 90 = C50 V40, die Zusammensetzung auf 100 = C55⁵/₉ V44⁴/₉.

Sehn wir nun, wie es sich in diesen 3 Fällen mit Korn- und Geldrente verhält. Im Fall B bleibt Verhältnis von C und V dasselbe, obgleich der Wert von beiden abnimmt. In C nimmt der ||610|| Wert von C ab, aber verhältnismäßig noch mehr von V. In D nimmt nur der Wert von C ab, nicht der von V.

Stellen wir zuerst die auf der vorigen Seite enthaltne ursprüngliche Tabelle her [und vergleichen sie dann mit den neuen Tabellen B, C und D, die die oben dargebrachten Fälle der Veränderungen im Wert der organischen Bestandteile des landwirtschaftlichen Kapitals illustrieren].164

||611|| Man sieht aus der beistehenden Tabelle:

Ursprünglich in A das Verhältnis C⁶⁰ V⁴⁰; das angelegte Kapital in jeder Klasse 100. Die Rente in Geld = 70 l., in Korn 35 qrs.

In B verwohlfeilert das capital constant, so daß nur 90 l. in jeder Klasse angelegt, aber im selben Verhältnis verwwohlfeilert das variable Kapital, so daß das Verhältnis dasselbe bleibt. Hier sinkt die Geldrente, die Kornrente bleibt dieselbe; absolute Rente(61) dieselbe. Geldrente nimmt ab, weil das angelegte Kapital abnimmt. Kornrente bleibt dieselbe, weil für weniger Geld mehr Korn im alten Verhältnis [entfällt].

In C Verwohlfeilerung des capital constant; noch mehr nimmt ab das V, so daß das capital constant relativ verteuert. Die absolute Rente fällt. Kornrente fällt und Geldrente fällt. Die Geldrente, weil überhaupt das Kapital bedeutend abgenommen, und die Kornrente, weil die absolute Rente gefallen, während die Differenzen dieselben geblieben, also alle gleichmäßig fallen

In D tritt aber ein ganz umgekehrter Fall ein. Nur das capital constant fällt, das variable Kapital bleibt dasselbe. Dies war Ric[ardo]s Voraussetzung. In diesem Fall fällt wegen des Fallens des Kapitals die Geldrente ganz unbedeutend, absolut nur um 1/3, steigt aber bedeutend gegen das ausgelegte Kapital. Die Kornrente wächst dagegen absolut. Warum? Weil die absolute Rente gestiegen von 10 auf 12²/₉ p. c., weil V gewachsen gegen C.

Also:

Kapital Abso-
lute
Rente
p. c.
Abso-
lute
Rente
l.
Diffe-
rential-
rente
l.
Abso-
lute
Rente
qrs.
Diffe-
rential-
rente
qrs.
Rental
l.
Rental
qrs.
A) C⁶⁰ V⁴⁰ 10 30 40 15 20 70 35
B) C⁵⁴ V³⁶ (C⁶⁰V⁴⁰) 10 27 36 15 20 63 35
C) C⁵⁴ V³²²/₅ (C⁶²¹/₂ V³⁷¹/₂) 8³/₄ 22¹⁷/₂₅ 34¹/₅ 13⁵/₁₉ 20 56²²/₂₅ 33⁵/₁₉
D) C⁵⁰ V⁴⁰ (C⁵⁵/₉ V⁴⁴¹/₉) 12²/₉ 33 36²/₃ 18 20 69³/₃ 38

Ric[ardo] fährt fort:

„Was die Ungleichheit des Produktes von aufeinanderfolgenden Kapitalteilen vermindert, die auf demselben oder neuen Boden angelegt werden, hat die Tendenz, die Rente zu senken; und was immer diese Ungleichheit vermehrt, erzeugt notwendigerweise eine entgegengesetzte Wirkung, hat die Tendenz, sie zu erhöhen." (p.74.)

Die inequality can be increased, while capital is withdrawn and while sterility decreases, or even while the less fertile land is thrown out of the market165.

{Landlord und Kapitalist. „Morning Star" vom 15. Juli 1862 in einem leader166, wessen Pflicht es sei (freiwillig oder gezwungen) die distressed (infolge des cotton famine and civil war in America) workmen in the cotton manufacture districts of Lancashire etc. zu support167, sagt:

„Diese Leute haben ein gesetzliches Recht auf Unterhaltung aus dem Vermögen, das sie zumeist mit ihrem Fleiß geschaffen haben… Man sagt, daß die Leute, die durch das Baumwollgewerbe Reichtum erworben haben, besonders verpflichtet seien, mit einer großmütigen Hilfe einzugreifen. Kein Zweifel, daß dem so ist… Die Handeltreibenden und Manufakturisten haben dementsprechend gehandelt… Aber sind das die einzigen Klassen, die aus der Baumwollmanufaktur Geld gezogen haben? Sicherlich nicht. Die Grundeigentümer von Lancashire und North Cheshire haben an dem so geschaffenen Reichtum einen enormen Anteil gehabt. Und diese Eigentümer erfreuten sich des besonderen Vorteils, daß sie an dem Reichtum teilnahmen, ohne einen Handschlag zu tun oder einen Gedanken zu dem Gewerbe beizusteuern, das ihn schuf … Der Spinnereibesitzer hat durch sein Kapital, seine Erfahrung und seine unermüdliche Umsicht zur ||612|| Schaffung dieses großen Gewerbes beigetragen, das jetzt unter so gewaltigen Schlägen wankt. Der Spinnereiarbeiter gab seine Geschicklichkeit, seine Zeit und seine körperliche Arbeit; aber was haben die Grundeigentümer von Lancashire gegeben? Gar nichts, buchstäblich gar nichts, und doch haben sie ausgiebigere Gewinne daraus gezogen als eine der beiden anderen Klassen… Sicher ist die Vermehrung des Jahreseinkommens dieser großen Landlords, die aus dieser einen Ursache stammt, eine ungeheure, wahrscheinlich macht sie nicht weniger als das Dreifache aus."

Der Kapitalist ist der direkte Exploiteur der Arbeiter, der direkte, not only appropriator, but creator of surplus labour168. Da dies aber nur (für den industriellen Kapitalisten) durch und im Produktionsprozeß geschehn kann, ist er selbst Funktionär dieser Produktion, ihr director. Der landlord dagegen besitzt im Grundeigentum (für die absolute Rente) und in der natürlichen Verschiedenheit der Bodenarten (Differentialrente) einen Titel, der ihn befähigt, einen Teil dieser surplus labour169 oder der surplus value170, zu deren Direktion und Kreation er nichts beiträgt, in die Tasche zu stecken. In Kollisionsfällen betrachtet ihn der Kapitalist daher als bloße superfetation171, ein Sybaritengewächs, Schmarotzerpflanze der kapitalistischen Produktion, die Blattlaus, die ihm im Pelz sitzt.}

Ch. III „On the Rent of Mines“.

Hier wieder:

„diese Rente“ (of mines) „ist ebenso wie die Bodenrente Ergebnis, niemals aber Ursache des hohen Wertes ihrer Produkte.“ (p. 76.)

Mit Bezug auf die absolute Rente ist sie weder effect172 noch cause of the „high value173, sondern effect of the excess of value over cost-price. That this excess is paid for the produce of the mine, or the land, and thus absolute rent becomes formed, is the effect, not of that excess, because it exists for a whole class of trades, where it is not entered into the price of the produce of those particular trades, but is the effect of landed property.

In regard to differential rent it may be said, that it is the effect of „high value“; so far as by „high value“ is understood the excess of the market value of the produce over its real or individual value, for the relatively more fertile classes of land or mine.

That Ric[ardo] understands by the „exchangeable value“ regulating the produce of the poorest land or mine, nothing but cost-price, by cost-price nothing but the advances + the ordinary profit, and that he falsely identifies this cost-price with real value, will be also seen from the following passage174:

„Das aus dem unergibigsten, noch betriebenen Bergwerk gewonnene Metall muß mindestens einen Tauschwert besitzen, der nicht nur ausreicht, um allen denen, die darin arbeiten und das Produkt auf den Markt bringen, die von ihnen verbrauchte Klei dung, Nahrungsmittel und anderen lebensnotwendigen Güter zu verschaffen, sondern auch, um demjenigen, der das für den Betrieb erforderliche Kapital vorschoß, den allgemein üblichen Profit abzuwerfen. Der Kapitalertrag des unergiebigsten Bergwerkes, das keine Rente abwirft, wird die Rente aller anderen, ergiebigeren Minen bestimmen. Es wird angenommen, daß dieses Bergwerk den gewöhnlichen Kapitalprofit abwirft. Alles, was die anderen Bergwerke darüber hinaus einbringen, muß notwendigerweise den Eigentümern als Rente bezahlt werden. (p.76, 77.)

Hier also mit dürrem Wort: Rent = excess of the price (exchangeable value hier dasselbe) of the agricultural produce over its cost-price, that is over the value of capital advanced + the usual (average) profits of stock175. Ist also der Wert des agricultural produce höher als its cost-price176, so kann es Rente zahlen ohne alle Rücksicht auf Bodenverschiedenheit, so kann the poorest land and the poorest mine pay the same absolute rent as the richest177. Wäre sein Wert nicht höher als sein Kostpreis, so könnte Rente nur erfolgen aus excess of the market value over the real value of the produce derived from relatively more fertile soils178 etc.

„Wenn gleiche Arbeitsquanten und gleiche Mengen fixen Kapitals immer gleiche Mengen Gold aus jener Mine, die keine Rente abwirft, gewinnen könnten, so würde … diese Menge" (Gold) „zwar mit der Nachfrage steigen, aber sein Wert wäre unveränderlich." (p. 79.)

Was von Gold und Minen, gilt von Korn und Land. Also wenn dieselben Bodenarten stets fortführen, exploitiert zu werden und für gleiche Auslage von Arbeit das gleiche Produkt ||613|| zu geben, so würde der Wert eines Pfunds Gold oder eines qr. Weizen derselbe bleiben, obgleich ihre Quantität mit der Nachfrage sich vermehren würde. Also auch ihre Rente [würde] wachsen (der amount179, nicht die rate of rent) ohne irgendeinen change im price of produce180. Es würde mehr Kapital angewandt, although with constantly uniform productivity181. Dies eine der großen Ursachen des Steigens in dem absolute amount der rent, quite apart from any rise in the price of produce, and, therefore, without any proportional change in the rents paid by produce of different soils and mines182.

[5. Ricardos Kritik an Smiths Rententheorie
und an einigen Thesen von Malthus]

Ch. XXIV „Doctrine of A. Smith concerning the rent of land."

Dies Kapitel sehr wichtig für die Differenz zwischen Ric[ardo] und A. Smith. Die tiefere Erörterung derselben schieben wir auf (für A. Smith), sobald wir S[mith]s Lehre nach der R[icardo]schen ex professo betrachten.

Ric[ardo] beginnt damit, eine Stelle aus A. Smith zu zitieren, wonach er richtig bestimme, wann der price des agricultural produce Rente abwerfe, wann nicht. Aber dann glaubte er wieder, some parts of the produce of land183, wie food184, müssen immer Rente abwerfen.

Bei der Gelegenheit sagt Ricardo, und dies ist wichtig für ihn:

„Ich glaube, daß bis jetzt in jedem Lande, vom zurückgebliebensten bis zum zivilisiertesten, Boden solcher Qualität vorhanden ist, der kein Produkt liefern kann, dessen Wert mehr als ausreichend ist, um das dafür aufgewendete Kapital zu ersetzen und den für dieses Land gewöhnlichen und üblichen Profit abzuwerfen. Wir wissen alle, daß dies in Amerika der Fall ist, und doch behauptet keiner, daß die Prinzipien, welche die Rente bestimmen, dort verschieden von denen in Europa sind." (p. 389, 390.)

Allerdings sind diese principles sehr bedeutend „different". Wo kein Grundeigentum existiert – faktisch oder legal – kann keine absolute Grundrente existieren. Diese, nicht die Differentialrente, ist der adäquate Ausdruck des Grundeigentums. Zu sagen, daß dieselben Prinzipien die Grundrente regulieren, wo Grundeigentum existiert und wo keines existiert, heißt, daß die ökonomische Gestalt des Grundeigentums unabhängig davon ist, ob Grundeigentum existiert, oder ob es nicht existiert.

Was soll das ferner heißen, that „there is land of such a quality that it cannot yield a produce more than sufficiently valuable to replace the stock ... with the ordinary profits"185. Wenn dieselbe Quantität Arbeit 4 qrs. produziert, ist das Produkt nicht mehr valuable186, als wenn es zwei produziert, obgleich die value des einzelnen qr. in einem Fall doppelt so groß als im andern. Ob es Rente abwirft oder nicht, hinge also absolut nicht von der Größe dieser „value" des produce als solche ab. Es kann nur Rente abwerfen, wenn sein Wert höher als sein Kostpreis, der durch den Kostpreis aller andren Produkte reguliert ist, oder in andren Worten, durch das Quotum unbezahlter Arbeit, das ein Kapital von 100 in jedem trade, on an average187 sich aneignet. Ob aber sein Wert höher als sein Kostpreis, hängt durchaus nicht ab von seiner absoluten Größe, sondern von der Komposition des auf es angewandten Kapitals, verglichen mit der average composition of the capital employed in not-agricultural industry188.

„Wenn es aber stimmen würde, daß England in der Bodenkultur so weit fortgeschrittenen ist, daß gegenwärtig kein Boden übriggeblieben ist, der keine Rente abwirft, so würde es ebenso stimmen, daß früher solcher Boden vorhanden gewesen sein muß. Es ist für diese Frage ohne Bedeutung, ob es ihn gibt oder nicht, denn es ist gleichgültig, falls es in Großbritannien irgendwelches Kapital gibt, das auf Boden angelegt ist, der nur den Kapitalersatz und den gewöhnlichen Profit abwirft, ob dieses Kapital auf altem oder neuem Boden angelegt ist. Wenn ein Farmer einen Vertrag über eine Bodenpacht auf 7 oder 14 Jahre abschließt, so mag er beabsichtigen, dabei ein Kapital von 10 000 l. aufzuwenden, da er weiß, daß er bei dem gegenwärtigen Preis von Getreide und Rohprodukten denjenigen Teil seines Kapitals, zu dessen Ausgabe er gezwungen ist, ersetzen, seine Rente bezahlen und die allgemeine Profitrate erzielen kann. Er wird nicht 11 000 l. aufwenden, es sei denn, die letzten 1000 l. können so produktiv verwendet werden, daß sie ihm den üblichen Kapitalprofit einbringen. Bei seiner Überlegung, ob er sie verwenden soll oder nicht, zieht er nur in Betracht, ob der Preis der Rohprodukte ausreicht, um seine Ausgaben und den Profit zu ersetzen, da er weiß, daß er keine zusätzliche Rente zu zahlen haben wird. Sogar bei Ablauf seiner Pachtfrist wird seine Rente nicht erhöht werden, weil er, falls sein Grundeigentümer wegen der Verwendung der zusätzlichen 1000 l. Kapital Rente fordert, dieses Kapital abziehen wird, da er durch ihre Verwendung entsprechend der Annahme nur den gewöhnlichen und üblichen Profit erzielt, den er auch bei einer anderen Verwendung des Kapitals erhalten kann. Er kann sich daher nicht darauf einlassen, Rente dafür zu zahlen, es sei denn der Preis der Rohprodukte steigt weiter, oder, was dasselbe ist, die übliche und allgemeine Profitrate fällt."
(p.390, 391.)

Hier gibt Ric[ardo] zu, daß auch der schlechteste Boden Rente tragen kann. Wie erklärt er das? Eine zweite Dose Kapital – angewandt auf dem schlechtesten Boden – für additional supply, become necessary in consequence of an ||614|| additional demand189, wirft nur bei steigendem Getreidepreis den cost-price ab. Also würde die erste Dose nun ein Surplus über diesen cost-price = rent, abwerfen. Also das fact da, daß, bevor die zweite Dose angewandt wird, die erste Dose auf dem schlechtesten Boden Rente abwirft, weil der Marktwert über dem Kostpreis steht. Fragt sich also nur, ob der Marktwert dazu über dem Wert des schlechtesten Produkts stehen muß oder ob nicht vielmehr sein Wert über seinem Kostpreis steht und das rise of price190 es nur befähigt hat, zu seinem Wert verkauft zu werden.

Ferner: Warum muß der Preis so hoch stehn, daß er = dem Kostpreis, advances + average profit191? Infolge der Konkurrenz der Kapitalien in den different trades192, des transfer des Kapitals von einem trade zum andren. Also durch Aktion von Kapital auf Kapital. Durch welche Aktion aber soll das Kapital das Grundeigentum zwingen, den Wert des Produkts zum Kostenpreis sinken zu lassen? Withdrawal of capital from agriculture193 kann diesen effect nicht haben, wenn nicht begleitet von fall of the demand for agricultural produce194. Es würde den umgekehrten effect haben, den Marktpreis des agricultural produce über seinen Wert zu schrauben. Transfer of new capital195 zum Grund und Boden kann ihn ebensowenig haben. Denn die Konkurrenz der Kapitalien unter sich befähigt grade den landlord, vom einzelnen Kapitalisten zu verlangen, daß er sich begnügt mit „an average profit"196 und ihm das overplus of the value over the price affording this profit197, zahlt.

Aber es könnte gefragt werden: Wenn das Grundeigentum diese Macht gibt, daß das Produkt über seinem Kostenpreis zu seinem Wert verkauft wird, warum gibt es nicht ebensogut die Macht, daß es über seinem Wert, also zu einem beliebigen Monopolpreis verkauft wird? In einer kleinen Insel, wo kein auswärtiger Kornhandel existierte, könnte unbedingt das Korn, food, wie jedes andre Produkt zum Monopolpreis verkauft werden, d. h. zu einem Preise, nur limitiert durch den Stand der Nachfrage, i. e. der zahlungsfähigen Nachfrage, und diese zahlungsfähige Nachfrage ist von sehr verschiedner Größe und Extension, je nach der Höhe des Preises des zugeführten Produkts.

Solche Ausnahme abgerechnet – von der keine Rede in den europäischen Ländern; selbst in England ein großer Teil fruchtbaren Bodens künstlich der Agrikultur entzogen, überhaupt dem Markt, um den Wert des andren Teils zu erhöh'n – kann das Grundeigentum nur so weit die Aktion der Kapitalien, ihre Konkurrenz, affizieren und paralysieren, als die Konkurrenz der Kapitalien die Bestimmung der Werte der Waren modifiziert. Die Verwandlung der Werte in Kostenpreise nur Folge und Resultat der Entwicklung der kapitalistischen Produktion. Das Ursprüngliche ist (für den Durchschnitt), daß die Waren zu ihren Werten verkauft werden. Die Abweichung hiervon in der Agrikultur durch das Grundeigentum verhindert.

Wenn ein farmer Land pachtet für 7 oder 14 Jahre, sagt Ric[ardo], berechnet er, daß bei einer Kapitalanlage von 10000 l. z. B. der Getreidewert (durchschnittliche Marktwert) ihm erlaubt, die avances zu ersetzen + Durchschnittsprofit + der kontrahierten Rente. Soweit also Land, „pachtet", ist für ihn das Prius der durchschnittliche Marktwert = dem Wert des Produkts des Prius, Profit und Rente bloß Teile, worin sich dieser Wert auflöst, die ihn aber nicht bilden. Der gegebne Marktpreis ist das für den Kapitalisten, was der vorausgesetzte Wert des Produkts für die Theorie und den innren Zusammenhang der Produktion ist. Nun die Schlußfolgerung, die Ric[ardo] daraus zieht. Setzt der farmer 1000 l. zu, so sieht er bloß zu, ob sie ihm bei dem gegebnen Marktpreis den usual198 Profit abwerfen. Also, scheint Ric[ardo] zu denken, ist der Kostenpreis das Bestimmende, und geht in diesen Kostenpreis als regulierendes Element zwar der Profit, aber nicht die Rente ein.

Erstens geht auch der Profit nicht als constitutive element ein. Der farmer, nach der Voraussetzung, setzt ja den market price als Prius und überlegt, ob ihm, bei diesem gegebnen Marktpreis, die 1000 l. den gewöhnlichen Profit abwerfen. Dieser Profit ist also nicht die cause199, sondern effect of that price200. Aber, denkt Ric[ardo] weiter, die Anlage der 1000 l. selbst wird doch bestimmt durch die Berechnung, ob oder ob nicht der Preis den Profit abwirft. Also ist der Profit bestimmend für die Anlage der 1000 l., für den Produktionspreis.

Ferner: Fände der Kapitalist, daß die 1000 l. nicht den usual profit201 abwerfen, so würde er sie nicht anlegen. Die Produktion der additional food202 fände nicht statt. Wäre sie nötig für additional demand203, so müßte die Nachfrage so weit den Preis, i. e. den Marktpreis steigern, bis er den Profit abwürfe. Also geht der Profit – im Unterschied von der Rente – als constitutive element ein, nicht dadurch, daß er den Wert des Produkts schafft, sondern daß das Produkt ||615|| selbst nicht geschaffen wird, wenn sein Preis204 nicht so hoch steigt, um außer den avances noch die usual rate of profit205 zu zahlen. Dagegen ist es nicht nötig in diesem Fall, daß er so weit steigt, um Rente zu zahlen. Hence, there exists an essential difference between rent and profit206, und in gewissem Sinn kann gesagt werden, daß der Profit a constitutive element of price207 ist, während die Rente dies nicht ist. (Dies ist offenbar auch ein Hintergedanke A.Smiths.)

Für diesen Fall die Sache richtig.

But why?208

Weil in diesem Fall das Grundeigentum nicht als Grundeigentum dem Kapital gegenübertreten kann, also grade die Kombination, unter der Rente, absolute Rente gebildet wird, der Voraussetzung nach nicht stattfindet. Das mit der zweiten Dose von 1000 l. produzierte additional corn209, produziert bei gleichbleibendem Marktwert, also bei einer additional Nachfrage, die nur stattfindet unter der Voraussetzung, daß der Preis derselbe bleibt, muß unter seinem Wert zum Kostenpreis verkauft werden. Dies additional produce der 1000 l. befindet sich also unter denselben circumstances210, als wenn neuer schlechtrer Boden bebaut würde, der nicht den Marktwert bestimmt, sondern seine additional supply211 nur liefern kann unter der Bedingung, daß er sie zum vorhandenen alten Marktwert liefert, also zu einem Preis, der bestimmt ist unabhängig von dieser Neuproduktion. Unter diesen Umständen hängt es ganz von der relativen Fruchtbarkeit dieses additional soil212 ab, ob er Rente liefert oder nicht liefert, eben weil er nicht den Marktwert bestimmt. Ganz ebenso mit den additional 1000 l. auf dem alten Boden. Und eben daher schließt Ricardo umgekehrt, daß der additional Boden oder die additional Dosis of capital den Marktwert bestimmt, weil der Preis ihres Produkts bei gegebenem, von ihnen unabhängig bestimmtem Marktwert keine Rente, sondern nur Profit abwirft, nicht ihren Wert, sondern nur den Kostenpreis deckt! Quelle contradictio in adjecto!213

Aber das Produkt wird doch produziert hier, ohne daß es Rente abwirft! Certainly!214 Auf dem Boden, den der farmer gemietet hat, existiert für ihn, für den Kapitalisten, das Grundeigentum nicht als selbständiges, Widerstand leistendes Element während der Zeit, wo er, vermittelst des Pachtkontrakts, faktisch selbst der Grundeigentümer ist! Das Kapital bewegt sich jetzt also widerstandslos in diesem Element, und dem Kapital genügt der Kostpreis des Produkts. Auch nach Ablauf der Pacht wird der Pächter natürlich die Rente danach regulieren, wieweit Kapitalanlage auf dem Boden Produkt liefert, das zu seinem Wert verkauft werden kann, also Rente abwirft. Kapitalanlage, die bei dem gegebenen Marktwert keinen Überschuß über den Kostpreis abwirft, geht in die Rechnung so wenig ein, als bei Boden, dessen relative Unfruchtbarkeit verursacht, daß der Marktpreis nur seinen Kostenpreis zahlt, Rente vom Kapital gezahlt oder kontrahiert würde.

In der Praxis trägt sich die Sache nicht ganz ricardisch zu. Besitzt der Pächter spare capital215 oder erwirbt er dasselbe im Laufe einer lease216 von 14 Jahren während der ersten Jahre, so verlangt er hier nicht den usual profit217. Dies nur, wenn er additional capital pumpte. Denn was soll er mit dem spare capital machen? Neues Land zupachten? Die agricultural production erlaubt in viel höherem Grad intensivere Kapitalanlage als extensivere Bodenbebauung mit größrem Kapital. Oder auch, wenn kein pachtbares Land in der immediate vicinity218 des alten liegt, würde der Pächter durch 2 farms viel mehr seine superintendence spalten, als dies in der Fabrikation durch 6 Fabriken unter demselben Kapitalisten geschieht. Oder soll er das Geld auf Zinsen beim Bankier in Staatspapieren, Eisenbahnaktien etc. anlegen? Dann verzichtet er von vornherein auf at least219 die Hälfte oder 1/3 des usual profit. Kann er es also als additional capital auf der alten Farm anlegen, selbst unter der Rate des average profit220, also etwa zu 10 p.c., wenn sein Profit = 12, so gewinnt er immer noch 100 p.c., wenn der Zinsfuß auf 5 p.c. steht. Es ist also immer noch vorteilhafte Spekulation für ihn, die additional 1000 l. auf ||616|| der alten Farm anzulegen.

Es ist daher ganz falsch, wenn Ric[ardo] diese Anlage von additional capital identifiziert mit der application of additional capital to new soils221. Im ersten Fall braucht das Produkt auch nicht den usual profit abzuwerfen, selbst in der kapitalistischen Produktion. Es muß nur soviel mehr abwerfen, über den usual rate of interest222 hinaus, daß it is worth while the trouble and the risk of the farmer to prefer the industrial employment of his spare capital to the „monied" employment of that capital223.

Ganz abgeschmackt aber, wie gezeigt, wenn Ric[ardo] aus dieser Betrachtung schließt:

„Wenn der umfassende Verstand A. Smith' auf diese Tatsache gelenkt worden wäre, so hätte er nicht behauptet, daß die Rente einen der Bestandteile des Preises der Rohprodukte bildet, denn der Preis wird überall von dem mit diesem letzten Teil des Kapitals gewonnenen Ertrag bestimmt, wofür keinerlei Rente bezahlt wird." (p.391.)

Seine Illustration beweist grade umgekehrt, that the application to land of this last portion of capital has been regulated by a market price, independent of that application, existing before it took place, and, therefore allowing no rent, but only profit224. Daß der Profit der einzige Regulator für die kapitalistische Produktion, ist ganz richtig. Und daher richtig, daß keine absolute Rente existieren würde, wenn die Produktion einzig durch das Kapital reguliert würde. Sie entsteht grade da, wo die Bedingungen der Produktion dem Grundeigentümer die Macht geben, der exclusive regulation of production by capital225 Schranken zu setzen.

Zweitens wirft Ric[ardo] (p.391 sqq.) dem A.Smith vor, daß er bei coal-mines das richtige Prinzip der Rente entwickelt; sagt sogar:

„Das gesamte Prinzip der Rente ist hier bewundernswert und scharfsinnig erklärt, jedoch ist jedes Wort ebenso für den Boden wie für Bergwerke anwendbar. Dennoch behauptet er, daß ‚es bei Liegenschaften auf der Erdoberfläche anders ist etc.‘" (p.392.)

A.Smith fühlt, daß unter certain circumstances226 der landlord die Macht hat, dem Kapital effektiven Widerstand zu leisten, das Grundeigentum geltend zu machen und daher absolute Rente zu verlangen, und daß er unter andren Umständen diese Macht nicht hat; daß aber namentlich die Produktion von food das Gesetz der Rente erteilt, während die Rente in other applications of capital to land227 durch die Ackerbaurente bestimmt ist.

„Das Verhältnis sowohl ihres Produktes als auch ihrer Rente5" (sagt A. Smith) „entspricht ihrer absoluten und nicht ihrer relativen Ergiebigkeit." (p.392.)

In seiner Entgegnung nähert sich Ric[ardo] möglichst dem wirklichen Prinzip der Rente. Er sagt:

„Angenommen aber, es gibt keinen Boden, der keine Rente abwirft, dann wird die Höhe der Rente auf dem schlechtesten Boden sich nach dem Überschuß des Produktenwertes über den Aufwand an Kapital und den üblichen Kapitalprofit richten. Das gleiche Prinzip würde die Rente des Bodens von etwas besserer Qualität oder günstigerer Lage bestimmen, und die Rente dieses Bodens wird daher infolge der größeren Vorteile, die er besitzt, höher sein als die Rente des ihm gegenüber minderwertigen. Das gleiche kann man von der dritten Qualität sagen, und so weiter, bis zur allerbesten. Ist es also nicht ebenso sicher, daß es die relative Ergiebigkeit des Bodens ist, die den Teil des Produktes bestimmt, der als Grundrente abgeführt wird, wie es sicher ist, daß die relative Ergiebigkeit der Bergwerke den Teil ihres Produkts bestimmt, der als Bergwerksrente entrichtet wird?" (p.392, 393.)

Hier spricht Ric[ardo] das richtige Prinzip der Rente aus. Wenn das schlechteste Land Rente zahlt, wenn also Rente gezahlt wird, unabhängig von der different natural fertility of the soils – absolute rent228 – dann muß diese Rente sein = „the excess of the value of the produce above the expenditure of capital and the ordinary profits of stock“, that is to say = the excess of the value of the produce above its cost-price229. Daß solcher excess nicht existieren kann, supponiert Ric[ardo], weil er falsch, im Gegensatz zu seinem eignen Prinzip, das Smithsche Dogma ||617|| akzeptiert, daß value = cost-price of the produce230.

Im übrigen fällt er wieder in Irrtum.

Die Differentialrente wäre natürlich bestimmt durch die „relative fertility“231. Die absolute Rente hätte gar nichts zu tun mit der „natural fertility“.

Wohl aber hätte Smith recht, daß die aktuelle Rente, die das schlechteste Land zahlt, von der absolute fertility der andren soils232 und der relative fertility des schlechtesten Bodens oder von der absolute233 fertility des schlechtesten Bodens und der relative234 fertility der andren Bodenklassen abhängen könnte.

Der actual amount of rent235, die der schlechteste Boden zahlt, hängt nämlich ab, nicht wie Ric[ardo] meint, von dem excess of value of its own produce over its cost-price236, sondern von dem excess of the market value over its cost-price237. Dies sind aber sehr verschiedne Dinge. Bestimmt es selbst den market price, so ist die market value = its real value, hence, the excess of its market value over its cost-price = the excess of its own individual, its real value over its cost-price238. Ist aber der Marktpreis unabhängig von ihm durch die andren Bodenarten bestimmt, so ist dies nicht der Fall. Ric[ardo] nimmt an die descending line239. Er nimmt an, daß der schlechteste Boden zuletzt bebaut wird und nur bebaut wird (im vorausgesetzten Falle), wenn die additional demand has necessitated an additional supply at the value of the produce derived from the worst and last cultivated soil240. In diesem Fall reguliert der Wert des schlechtesten Bodens den Marktwert. In der ascending line241 dies nur der Fall (selbst nach ihm), wenn die additional supply242 der beßren Sorten nur = der additional demand243 zum alten Marktwert. Ist die additional supply größer, so nimmt Ric[ardo] immer an, daß der alte Boden außer Bebauung geworfen werden muß, während nur folgt, daß er eine niedrige Rente als vorher (oder gar keine) abwerfen wird. Bei der descending line dasselbe. Ist die additional supply so, daß sie nur zu dem alten Marktwert geliefert werden kann, so hängt es davon ab, wie hoch oder niedrig dieser Marktwert über dem cost-price244 des Produkts des neuen schlechteren Bodens steht – ob, bis zu welchem Grade, oder ob nicht der schlechte Boden Rente abwirft. In beiden Fällen seine Rente bestimmt durch die absolute Fruchtbarkeit, nicht die relative. Von der absoluten Fruchtbarkeit des neuen Bodens hängt es ab, wieweit die market value des produce245 der beßren Ländereien über seiner eignen real, individual value246 steht.

A.Smith macht hier richtigen Unterschied zwischen land and mines, weil er bei letztrn voraussetzt, daß nie zu schlechteren Arten, stets zu beßren fortgegangen wird, und [sie] stets mehr als die nötige additional supply liefern. Die Rente des schlechtesten Bodens hängt dann von seiner absolute fertility ab.

„Nachdem A.Smith erklärt hat, daß es einige Bergwerke gibt, die nur von ihren Eigentümern betrieben werden können, da sie nur so viel abwerfen, daß die Betriebskosten einschließlich des üblichen Profits für das angelegte Kapital gedeckt werden, erwartet man, daß er einräumt, daß es diese besonderen Bergwerke sind, die den Preis der Produkte aller Bergwerke bestimmen. Wenn die alten Bergwerke nicht ausreichen, um die erforderlichen Kohlenmengen zu liefern, wird der Kohlenpreis steigen und wird so lange fortfahren zu steigen, bis der Eigentümer eines neuen und minderwertigen Bergwerks entdeckt, daß er durch den Betrieb seines Bergwerks den üblichen Kapitalprofit beziehen kann. ... Es ergibt sich also, daß es immer die am wenigsten ergiebige Grube ist, die den Kohlenpreis bestimmt. A.Smith ist jedoch anderer Meinung. Er erklärt, ‚das ergiebigste Bergwerk auch den Kohlenpreis aller anderen Gruben seiner Nachbarschaft bestimmt. Sowohl der Eigentümer als auch der Werksunternehmer finden, daß durch einiges Unterbieten ihrer Nachbarn der eine eine höhere Rente und der andere einen höheren Profit erhalten kann. Ihre Nachbarn sehen sich bald gezwungen, zum selben Preis zu verkaufen, obwohl sie sich das nicht so recht leisten können und obwohl das immer ihre Rente und ihren Profit vermindert und manchmal aufzehrt. Einige Werke werden gänzlich aufgegeben, andere können keine Rente aufbringen und daher nur vom Eigentümer betrieben werden‘. Falls die Nachfrage nach Kohle zurückgehen |617a| oder durch neue Methoden die Menge vergrößert werden sollte, wird der Preis sinken und einige Gruben werden aufgegeben. Auf alle Fälle aber muß der Preis ausreichen, um die Ausgaben und den Profit jener Grube zu decken, die unbelastet von einer Rente betrieben wird. Daher ist es die amwenigsten ergiebige Grube, die den Preis bestimmt. Tatsächlich erklärt dies an anderer Stelle A.Smith selbst, denn er sagt: „Der niedrigste Preis, für den Kohle auf längere Zeit verkauft werden kann, ist, wie bei allen anderen Waren, der Preis, der gerade ausreicht, das Kapital einschließlich des gewöhnlichen Profits zu ersetzen, das aufgewendet werden muß, um sie auf den Markt zu bringen. Bei einer Kohlengrube, für die der Eigentümer keine Rente erhalten kann und die er entweder selbst betreiben oder überhaupt stilliegen lassen muß, muß der Kohlenpreis im allgemeinen ungefähr diesem Preis entsprechen." (p.393–395.)

A.Smith irrt darin, daß er die besondre Kombination des Markts, unter der die fruchtbarste Mine (oder Boden) den Markt beherrscht, zur allgemeinen Kombination stempelt. Den Fall aber vorausgesetzt, räsoniert er richtig (im ganzen) und Ricardo falsch. Er unterstellt, daß infolge des state of demand247 und der relative superior fertility248 die beste Mine ihr ganzes Produkt nur in den Markt drängen kann, wenn sie die Konkurrenten unterkauft, ihr Produkt unter dem alten Marktwert steht. Dadurch fällt der Preis auch für die schlechteren Minen. Der Marktpreis fällt. Dies Fallen erniedrigt die Rente in allen Fällen auf den schlechteren Minen und kann sie ganz verschwinden machen. Denn die Rente = excess of market value over cost-price of the produce, whether that market value be = the individual value of the produce of a certain class, or mines, or not249. Der Profit, was Smith nicht bemerkt, kann dadurch nur geschmälert werden, falls withdrawal of capital and diminution of the amount of production becomes necessary250. Sinkt der Marktpreis, reguliert wie er ist under the given circumstances, by the produce of the best mines, so low, as to afford no excess above cost-price for the produce of the worst mines251, dann kann sie nur ihr Eigentümer selbst bebauen. Kein Kapitalist wird ihm bei diesem Marktpreis Rente zahlen. Sein Grundeigentum gibt ihm in diesem Falle keine Macht über Kapital, aber es hebt für ihn den Widerstand auf, den die application of capital upon land252 den andren Kapitalisten bietet. Für ihn existiert das Grundeigentum nicht, weil er selbst der Grundeigentümer ist. Er kann also sein Land auf die Mine anwenden, wie auf every other trade1, d. h. anwenden, wenn der Marktpreis des Produkts, den er [schon] bestimmt vorfindet, nicht [erst] bestimmt, ihm den average profit2 abwirft, seinen Kostpreis yields3.

Und daraus schließt Ricardo, daß Smith sich widerspräche! Daraus, daß der alte Marktpreis bestimmt, wieweit neue Minen von ihren Eigentümern selbst eröffnet werden können, d. h. unter Umständen, wo das Grundeigentum verschwindet, bebaut werden können, weil sie zum alten Marktpreis ihrem Bebauer den Kostpreis abwerfen, schließt er, daß dieser Kostpreis den Marktpreis bestimme! Aber wieder nimmt er seine Zuflucht zur descending line255 und läßt die minder fruchtbare Mine nur bebaut werden, wenn der Marktpreis des Produkts über den Wert des Produkts der beßren Minen steigt, während nur nötig ist, daß er über dem Kostpreis steht oder selbst ihn zahlt für die schlechten Minen, die von ihren proprietors256 selbst exploitiert werden.

Übrigens, wenn er annimmt, daß „if by new processes the quantity" (of coal) „should be increased, the price would fall, and some mines would be abandoned"257, so hängt das doch nur von dem degree of the fall of price258 ab und dem state of demand259.

Kann bei diesem Fall of prices260 der Markt das ganze Produkt absorbieren, so werden die schlechten Minen immer noch Rente abwerfen, wenn der fall of market price261 stets läßt an excess of market value over the cost-price of the more sterile mines262, und von ihren Eigentümern bebaut werden, wenn die market value only covers, is adequate to, this cost-price263.

In beiden Fällen aber abgeschmackt zu sagen, daß der cost-price der schlechtesten Mine regulates the market price264.

Allerdings regulates the cost-price of the worst mine the proportion of the price of its produce to the regulating market price, and decides therefore the question whether or not |[618] it can be worked265.

Der Umstand, ob Land oder Mine von bestimmtem degree of fertility266 bei gegebnen Marktpreis exploitiert werden kann, hat aber offenbar nichts damit zu tun, ist nicht identisch damit, daß der cost-price of the produce dieser Minen den Marktpreis reguliert. Wäre ein additional supply267 nötig oder zulässig bei gesteigertem Marktwert, so würde das schlechteste Land den Marktwert regulieren, dann aber auch die absolute Rente abwerfen. Dies ist grade der Fall, von dem Smith das Gegenteil unterstellt.

Drittens wirft Ric[ardo] dem Smith vor, daß er glaubt (p. 395 sq.), daß cheapness of raw produce268, z. B. Substitution von Kartoffeln für Getreide, wodurch der Arbeitslohn fiele, und cost of production diminished269 würde, dem landlord a larger share as well as a larger quantity270 zufallen würde. Ric[ardo] dagegen:

„von diesem zusätzlichen Anteil wird nichts der Rente, sondern alles unweigerlich dem Profit zugeschlagen, … Solange daher Böden gleicher Qualität bebaut werden und keine Veränderung ihrer relativen Fruchtbarkeit und Vorzüge eintritt, wird die Rente immer im selben Verhältnis zum Bruttoertrag stehen." (p. 396.)

Dies positively false. Rent would fall in share, and, therefore, relatively, in quantity271. Kartoffel als Hauptlebensmittel eingeführt, würde den Wert des Arbeitsvermögens depreziieren, die notwendige Arbeitszeit verkürzen272, die Surplus-Arbeitszeit und daher die Rate des Mehrwerts vergrößern, hence273 bei sonst gleichbleibenden Umständen die Komposition des Kapitals ändern, den variablen Teil verkleinern gegen den konstanten, dem Wert nach, obgleich die Masse der angewandten lebendigen Arbeit dieselbe bliebe. Die Profitrate würde daher steigen. In diesem Fall Fall der absoluten Rente und verhältnismäßig der Differentialrente. (Siehe Seite 610, Tabelle C.)274

Diese Ursache würde gleichmäßig auf das agricultural and not agricultural capital wirken. Die allgemeine Profitrate würde steigen und daher die Rente fallen.

Ch. XXVIII. „On the comparative value of gold, corn, and labour, in rich and poor countries."

„Der sich durch sein ganzes Werk ziehende Irrtum Dr. Smith' liegt in der Annahme, daß der Wert des Getreides konstant ist, daß, obwohl der Wert aller anderen Dinge steigen kann, der des Getreides niemals dazu imstande ist. Nach ihm hat Getreide stets den gleichen Wert, da es immer die gleiche Anzahl von Menschen ernähren wird. Gleicherweise könnte man sagen, daß Tuch stets den gleichen Wert hat, weil man immer dieselbe Zahl von Röcken daraus machen kann. Was kann Wert mit der Fähigkeit, zu ernähren und zu kleiden, zu schaffen haben?" (p. 449, 450.)

„...Dr. Smith hat ... die Lehre, daß der natürliche Preis der Waren in letzter Instanz ihren Marktpreis bestimmt, so ausgezeichnet vertreten". (p.451.)

„...Gold, ausgedrückt in Getreide, kann von sehr verschiedenem Wert in zwei Ländern sein. Ich habe mich zu zeigen bemüht, daß er in reichen Ländern niedrig und hoch in armen Ländern sein wird. A. Smith ist anderer Meinung, er glaubt, daß der Wert von Gold, ausgedrückt in Getreide, in reichen Ländern am größten ist." (p.454.)

Ch. XXXII. „Mr. Malthus's Opinions on Rent."

„Die Rente ist eine Schöpfung von Wert ..., nicht aber eine Schöpfung von Reichtum." (p.485.)

„Malthus meint offensichtlich dort, wo er vom hohen Preis des Getreides spricht, nicht den Preis pro Quarter oder Bushel, sondern vielmehr den Überschuß des Preises, zu dem das Gesamtprodukt über seine Produktionskosten hinaus verkauft wird, wobei immer in den Begriff ,Produktionskosten' Profite ebenso wie Löhne eingeschlossen sind. Einhundertfünfzig Quarter Getreide zu 3 l. 10 sh. pro Quarter werden dem Grundeigentümer eine höhere Rente abwerfen als 100 Quarter zu 4 l., vorausgesetzt, daß in beiden Fällen die Produktionskosten gleich sind." (p.487.)

„Um welche Art Boden es immer sich handelt, eine hohe Rente muß von einem hohen Preis der Produkte abhängen. Den hohen Preis aber vorausgesetzt, muß sich die Höhe der Rente entsprechend der Fülle und nicht der Knappheit verhalten." (p. 492.)

„Da die Rente ein Ergebnis des hohen Getreidepreises ist, ist der Verlust der Rente das Ergebnis eines niedrigen Preises. Ausländisches Getreide nimmt niemals die Konkurrenz mit jenem inländischen Getreide auf, das eine Rente abwirft. Das Sinken des Preises trifft unausweichlich den Grundeigentümer so lange, bis seine Rente vollständig aufgesogen ist. Fällt der Preis noch darüber hinaus, so wird er nicht einmal mehr den gewöhnlichen Kapitalprofit abwerfen. Kapital wird dann den Boden zugunsten einer anderen Anlage verlassen, und das Getreide, das früher darauf geerntet wurde, wird dann, und nicht früher, eingeführt. Durch den Verlust von Rente entsteht ein Verlust an Wert, an in Geld geschätztem Wert, aber es tritt ein Zuwachs an Reichtum ein. Der Umfang der Rohprodukte und der anderen Produkte zusammengenommen, wird größer sein. Infolge der größeren Leichtigkeit ihrer Produktion werden sie zwar mengenmäßig zugenommen, aber an Wert verloren haben." (p.519.)