Es ist schon ausführlich nachgewiesen worden, daß die Gesetze des Mehrwerts – oder vielmehr der Rate des Mehrwerts – (der Arbeitstag als gegeben vorausgesetzt) nicht so unmittelbar und einfach zusammenfallen mit den, oder anwendbar sind auf die Gesetze des Profits, wie Ricardo dies tut, daß er fälschlich Mehrwert und Profit identifiziert, daß diese nur identisch, soweit das gesamte Kapital aus variablem Kapital besteht oder unmittelbar in Arbeitslohn ausgelegt wird, daß daher, was Ricardo unter dem Namen „Profit“ behandelt, überhaupt nur der Mehrwert ist. Nur in diesem Fall löst sich auch das Gesamtprodukt einfach auf in Arbeitslohn und Mehrwert. Ricardo teilt offenbar Smiths Ansicht, daß der Gesamtwert des jährlichen Produkts sich in Revenuen auflöst. Daher auch seine Verwechslung von Wert und Kostenpreis.
Es braucht hier nicht wiederholt zu werden, daß die Profitrate nicht von denselben Gesetzen unmittelbar beherrscht wie die Rate des Mehrwerts.
Erstens haben wir gesehn, daß die Profitrate steigen oder fallen kann infolge des Fallens oder Steigens der Rente, unabhängig von any change in the value of labour1.
Zweitens: Die absolute amount of profit2 = der absolute amount of surplus value3. Die letztre aber nicht nur bestimmt durch die Rate des Mehrwerts, sondern ebensosehr durch die Anzahl der angewandten Arbeiter. Derselbe amount of profit daher möglich bei fallender Rate des Mehrwerts und steigender Arbeiteranzahl und umgekehrt etc.
Drittens: Die Profitrate hängt ab bei gegebner Rate des Mehrwerts von der organic composition of capital.
Viertens: Die Profitrate hängt ab bei gegebnem Mehrwert (womit pro 100 auch die organic composition of capital als gegeben vorausgesetzt ist) von dem Wertverhältnis der differenten Teile des Kapitals, die verschieden affiziert werden können, teils durch economy of power4 etc. in der Anwendung der Produktionsbedingungen, teils durch variations of value5, die einen Teil des Kapitals berühren können, während sie die andern unberührt lassen.
Endlich wären noch in Rechnung zu bringen die aus dem Zirkulationsprozeß entspringenden Unterschiede in der composition des Kapitals.
|[667] Einige bei Ric[ardo] selbst unterlaufenden Reflexionen hätten ihn auf den Unterschied von Mehrwert und Profit bringen müssen. Dadurch, daß er ihn nicht macht, scheint er, wie schon bei der Analyse des ch. I. „On Value“ angedeutet, stellenweise in die Vulgäransicht zu fallen, daß der Profit bloßer Zuschlag über den Wert der Ware hinaus, so wenn er von Bestimmung des Profits von Kapital spricht, worin das fixe Kapital vorherrscht etc.6 Daher großer Blödsinn bei seinen Nachfolgern. Die Vulgäransicht muß hereinkommen, wenn der Satz – der praktisch richtig ist, daß im Durchschnitt Kapitalien von gleicher Größe gleiche Profite liefern oder daß der Profit von der Größe des angewandten Kapitals abhängt – nicht durch eine Reihe Zwischenglieder vermittelt ist mit den allgemeinen Gesetzen über Werte etc., kurz, wenn Profit und Mehrwert identifiziert werden, was nur richtig für das Gesamtkapital. Es fehlt daher auch bei Ric[ardo] aller Weg und Steg für die Bestimmung einer allgemeinen Profitrate.
Ric[ardo] sieht ein, daß die Profitrate nicht affiziert wird durch solche variations of the value of commodities7, die auf alle Teile des Kapitals gleichmäßig wirken, wie z. B. variation in the value of money8. Er hätte also daher schließen müssen, daß sie affiziert wird durch solche variations in the value of commodities, die nicht gleichmäßig auf alle Teile des Kapitals wirken; daß also variations der Profitrate möglich sind bei gleichbleibender value of labour und selbst in entgegengesetzter Richtung mit den variations in the value of labour. Vor allem aber hätte er festhalten müssen, daß er hier das surplus produce oder, was bei ihm dasselbe, surplus value oder, was wieder dasselbe, surplus labour, sobald er es sub specie9 des Profits betrachtet, nicht in Proportion zum variablen Kapital allein, sondern in Proportion zum ganzen vorgeschossnen Kapital berechnet.
Er sagt mit Bezug auf einen change10 in the value of money:
„Die Veränderung im Geldwert, wie groß sie auch immer sein mag, ergibt noch keinen Unterschied in der Profitrate; denn angenommen, die Waren des Fabrikanten steigen von 1000 l. auf 2000 l. oder um 100 Prozent, so wird seine Profitrate die gleiche sein, wenn sein Kapital, auf das die Veränderungen des Geldes die gleiche Wirkung wie auf den Produktenwert haben, wenn seine Maschinerie, die Gebäude und sein Warenvorrat ebenfalls um 100 Prozent steigen… Wenn er mit einem Kapital von bestimmtem Wert durch Arbeitsersparnis die Produktenmenge verdoppeln kann, und sie auf die Hälfte ihres früheren Preises sinkt, so wird sie im gleichen Verhältnis wie früher zu dem Kapital stehen, das sie hervorbrachte, und die Profitrate daher immer noch die gleiche sein. Wenn der Geldwert zur gleichen Zeit, da der Fabrikant unter Verwendung desselben Kapitals die Produktenmenge verdoppelt, durch irgendeinen Zufall um die Hälfte sinkt, so wird das Produkt für den doppelten Geldwert als vorher verkauft werden. Das für seine Erzeugung aufgewendete Kapital wird aber ebenfalls das Doppelte seines früheren Geldwertes besitzen, darum wird auch in diesem Fall der Wert des Produkts zum Wert des Kapitals im gleichen Verhältnis wie vordem stehen.“ (l. c p.51, 52.)
Versteht Ric[ardo] hier unter produce das surplus produce, so die Sache richtig. Denn die Profitrate = surplus produce (value) / Kapital. So wenn das surplus produce = 10 und das Kapital = 100, die Profitrate = 10/100 = 1/10 = 10 p. c. Versteht er aber das Gesamtprodukt, so ist die Sache nicht exakt ausgedrückt. Er meint dann offenbar unter der Proportion of the value of the produce to the value of capital11 nichts andres als den Überschuß des Werts der Ware über den Wert des vorgeschossnen Kapitals. Unter allen Umständen sieht man, daß er hier den Profit nicht mit dem Mehrwert identifiziert und die Profitrate nicht mit der Rate des Mehrwerts, = surplus value / value of labour oder surplus value / variables Kapital.
Ric[ardo] sagt (ch. XXXII):
„Aber es wurde unterstellt, daß die Rohprodukte, aus denen die Waren hergestellt werden, im Preis gesunken sind, und aus diesem Grund werden die Waren sinken. Zugegeben, sie werden sinken, aber ihr Sinken wird nicht von einem Rückgang des Geldeinkommens des Produzenten begleitet sein. Wenn er seine Ware für weniger Geld verkauft, so nur deswegen, weil eines der Materialien, aus denen sie hergestellt wurde, im Wert gesunken ist. Wenn der Tuchmacher sein Tuch für 900 l. anstatt für 1000 l. a id="S431"verkauft, so wird sein Einkommen nicht geringer sein, falls die Wolle, aus der es produziert wurde, 100 l. an Wert verloren hat." (l. c. p.518.)
(Der Punkt, den R[icardo] hier eigentlich behandelt, die Wirkung in einem praktischen case12, geht uns hier nichts an. Plötzliche Depreziazion der Wolle würde allerdings das money income of the clothiers13 affizieren (schädlich), die einen großen stock in trade14 fertigen Zeugs auf Lager hätten, gemacht zu einer Zeit, wo die Wolle teurer, und zu verkaufen, nachdem sie ||668| depreziert.)
Wenn, wie Ric[ardo] hier voraussetzt, die clothiers dieselbe Masse Arbeit nach wie vor in Bewegung setzen {sie könnten viel mehr in Bewegung setzen, weil ein Teil des freigesetzten Kapitals, der früher bloß in Rohmaterial expended15, jetzt in Rohmaterial + labour expended werden kann}, ist es klar, daß ihr „money income", absolut betrachtet, „will not be less"16, aber ihre Profitrate wird größer sein als früher; denn dieselben, sage 10 p.c. wie früher, also 100 l., wären jetzt statt auf 1000 auf 900 l. zu berechnen. Im ersten Fall die Profitrate = 10 p.c. Im zweiten = 1/9 = 11 1/9 p.c. Da nun gar R[icardo] unterstellt, daß das raw produce of which commodities are made17, überhaupt fiele, so stiege die general rate of profit18 und nicht nur die rate of profit in einem trade19. Es ist um so sonderbarer, daß Ric[ardo] dies nicht einsieht, da er den umgekehrten case einsieht.
Nämlich in dem Abschnitt, ch. VI „On Profits", behandelt Ric[ardo] den case, daß infolge einer Verteuerung der necessaries20, infolge von Bebauung von schlechtem Land und folglich Steigen der Differentialrente, erstens der Arbeitslohn steigt, zweitens alles raw produce21 von der surface of the earth22. (Eine keineswegs nötige Unterstellung. Baumwolle kann sehr gut fallen, Seide, sogar Wolle und Leinen, obgleich Korn im Preis steigt.)
Er sagt erstens, daß der Mehrwert (er sagt Profit) des Pächters fallen wird, weil der Wert des Produkts der 10 Mann, die er anwendet, nach wie vor = 720 l., und er von diesem funds23 von 720 mehr in wages24 abgeben muß. Und er fährt fort:
„Allein die Profitrate wird noch mehr sinken, da das Kapital des Farmers ... zum großen Teil aus Agrarprodukten besteht, wie Getreide, Heu, ungedroschenem Weizen und Gerste, seinen Pferden und Kühen, die alle im Preise als Folge der allgemeinen Preiserhöhung der Produkte gestiegen sind. Sein absoluter Profit wird von 480 l. auf
445 l. 15 sh. fallen. Wenn sich jedoch aus der eben erwähnten Ursache sein Kapital von 3000 l. auf 3200 l. erhöht, so wird seine Profitrate bei einem Getreidepreis von 5 l. 2 sh. 10 d. unter 14 Prozent liegen. Wenn ein Fabrikant gleichfalls 3000 l. in seinem Unternehmen angelegt hat, so muß er infolge des Steigens der Löhne sein Kapital erhöhen, um imstande zu sein, sein Unternehmen weiter zu führen. Falls seine Waren vorher für 720 l. verkauft wurden, so werden sie weiterhin zum gleichen Preis abgesetzt, aber die Arbeitslöhne, die vorher 240 l. ausmachten, werden bei einem Getreidepreis von 5 l. 2 sh. 10 d. auf 274 l. 5 sh. steigen. Im ersteren Fall erhält er die Differenz von 480 l. als Profit auf sein Kapital von 3000 l., im zweiten erzielt er einen Profit von nur 445 l. 15 sh. auf ein erhöhtes Kapital, der dadurch mit der veränderten Profitrate des Farmers übereinstimmt." (l. c. p. 116, 117.)
Hier also unterscheidet Ric[ardo] zwischen absolute profits (gleich surplus value) und rate of profits und zeigt auch, daß infolge des Wertwechsels im vorgeschoßnen Kapital die Profitrate mehr fällt, als die absolute profits (surplus value) fällt infolge des rise in the value of labour25. Die rate of profits wäre hier ebenso gefallen, wenn die value of labour dieselbe geblieben, weil derselbe absolute Profit auf ein größres Kapital zu berechnen wäre. Der umgekehrte Fall von einem Steigen der Profitrate (verschieden vom Steigen des surplus value oder des absolute profit) fände also in dem erst aus ihm zitierten Fall statt, wo der Wert des raw produce fällt. Es zeigt sich also, daß Steigen und Fallen der Profitrate noch durch andre Umstände bestimmt wird als Steigen und Fallen des absolute profits und Steigen und Fallen von dessen Rate, berechnet nach dem in Arbeitslohn ausgelegten Kapital.
Ric[ardo] fährt an der letztzitierten Stelle fort:
„Schmuckstücke, Eisen-, Silber- und Kupferwaren werden nicht steigen, weil keines der von der Erdoberfläche gewonnenen Rohprodukte in sie eingeht." (l. c. p. 117.)
Die Preise dieser Waren werden nicht steigen, aber die Profitrate in diesen trades würde über die der andern steigen. Denn in den letzten kommt ein kleinerer Mehrwert (wegen Steigen des Arbeitslohns) auf ein vorgeschoßnes Kapital, das aus doppelten Gründen gewachsen ist im Wert; einmal, weil die Auslage für Arbeitslohn gestiegen, zweitens, weil die Auslage für Rohmaterial gestiegen. Im zweiten Fall kommt ein |669| kleinerer Mehrwert auf ein vorgeschoßnes Kapital, das nur gewachsen in seinem variablen Teil wegen des Steigens des Arbeitslohns.
In diesen Stellen wirft Ric[ardo] seine ganze Profittheorie, die auf der falschen Identifikation zwischen Rate des Mehrwerts und Profitrate beruht, selbst über den Haufen.
„So werden also in jedem Falle die agrikolen wie die industriellen Profite durch eine Preisteigerung der Rohprodukte herabgesetzt, falls diese von einer Erhöhung der Löhne begleitet wird.“ (l. c. p. 113, 114.)
Aus dem von R[icardo] selbst Gesagten geht hervor, daß, selbst wenn nicht accompanied by a rise of wages, the rate of profits would be lowered by an enhancement of that part of the advanced capital, consisting of raw produce26.
„Angenommen aber, der Preis von Seide, Samt, Möbeln und einer Reihe anderer Waren, die nicht vom Arbeiter benötigt werden, steigt infolge des für sie verausgabten größeren Arbeitsquantums, wird das nicht den Profit berühren? Sicherlich nicht; denn nichts als eine Erhöhung des Lohnes kann den Profit beeinträchtigen. Seide und Samt werden nicht vom Arbeiter konsumiert, und sie können daher den Lohn nicht in die Höhe treiben.“ (l. c. p. 118.)
Certainly; the rate of profits in those peculiar trades would fall, although the value of labour – wages – remained the same27. Das Rohmaterial für die Seidenfabrikanten, Klavierfabrikanten, Möbelfabrikanten etc. würde verteuert, also würde die Proportion desselben Mehrwerts zum ausgelegten Kapital and hence the rate of profit28 fallen. Und die allgemeine Profitrate besteht aus dem average29 der besondren Profitraten in allen branches of business30. Oder jene Fabrikanten würden, um den Durchschnittsprofit nach wie vor zu machen, den Preis ihrer Waren erhöhen. Solche nominelle Steigerung der Preise affiziert nicht direkt die Profitrate, aber die expenditure of profit31.
Ric[ardo] kommt noch einmal zurück auf den oben behandelten Fall, wo der Mehrwert (absolute profit) fällt, weil der Preis der necessaries (und damit die Grundrente) steigt.
„Ich muß nochmals betonen, daß die Profitrate viel rascher sinken würde, als ich bei meiner Berechnung unterstellt habe: denn bei einem Wert des Produktes, wie ich ihn unter den angenommenen Bedingungen angegeben habe, wird sich der Wert des Kapitals der Farmers erheblich erhöhen, da es notwendigerweise aus vielen in ihrem Preise gestiegenen Waren besteht. Ehe Getreide von 4 l. auf 12 l. steigen kann, wird sich der Tauschwert seines Kapitals wahrscheinlich verdoppeln, und es wird anstatt 3000 l. 6000 l. wert sein. Wenn also sein Profit 180 l. oder 6 Prozent auf sein ursprüngliches Kapital beträgt, ist die Rate des Profits in Wirklichkeit zu dieser Zeit nicht höher als a id="S434"3 Prozent, da 6000 l. zu 3 Prozent 180 l. einbringen, und unter diesen Bedingungen ein neuer Farmer sich nur mit 6000 l. in seiner Tasche in der Landwirtschaft betätigen könnte. Viele Gewerbezweige werden aus derselben Quelle mehr oder weniger Vorteile schöpfen. Der Brauer, der Destillateur, der Tuch- oder Leinenfabrikant werden zum Teil durch die Wertsteigerung ihrer Vorräte an Rohmaterial und Fertigwaren für die Verminderung ihres Profits entschädigt werden; jedoch der Fabrikant von Eisenwaren, von Schmuck und von vielen anderen Waren würde gleich denen, deren Kapital vollständig aus Geld besteht, dem gesamten Fall der Profitrate ausgesetzt sein, ohne irgendeinen Ausgleich zu erhalten. (l.c. p. 123, 124.)
Das Wichtigste ist hier nur das, was Ric[ardo] übersieht, nämlich, daß er seine Identifikation von Profit und Mehrwert über den Haufen wirft, und daß, unabhängig von der value of labour32, die Profitrate affiziert werden kann durch eine variation in the value of the constant capital33. Im übrigen seine Illustration nur teilweis richtig. Der Gewinn, den farmer, clothier34 etc. vom Steigen des Preises ihres vorhandnen und auf dem Markt befindlichen stock of commodities35 machen würden, hörte natürlich auf, sobald sie diese Waren losgeschlagen. Die Werterhöhung ihres Kapitals wäre ebenfalls kein Gewinn mehr für sie, sobald dies Kapital konsumiert ist und reproduziert werden müßte. Sie befinden sich dann alle in der Lage des von Ric[ardo] selbst zitierten neuen Pächters, der ein Kapital von 6000 l. avancieren müßte, um einen Profit von 3 p. c. zu machen. Dagegen ||XIII–670|| würden jeweller, manufacturer of hardware, money dealer36 etc., obgleich sie im Anfang keine Kompensation für den Verlust, eine höhere Profitrate als 3 p. c. realisieren, da nur ihr in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital, nicht ihr konstantes Kapital an Wert gewachsen.
Wichtig hier noch bei dieser von Ric[ardo] erwähnten Kompensation des fallenden Profits durch Steigen des Werts des Kapitals, daß es sich für den Kapitalisten – und überhaupt bei Teilung des Produkts der jährlichen Arbeit – nicht nur um die Verteilung des Produkts zwischen den verschiedenen shareholders37 der Revenue handelt, sondern auch um Teilung dieses Produkts in Kapital und Revenue.
Ric[ardo] ist hier keineswegs theoretisch klar.
„Ich habe bereits bemerkt, daß der Marktpreis einer Ware ihren natürlichen oder notwendigen Preis übersteigen kann, da sie vielleicht in geringerem Umfang produziert wird, als die neue Nachfrage nach ihr erheischt. Das ist jedoch nur eine zeitweilige Erscheinung. Der hohe Profit auf das in der Produktion dieser Ware angelegte Kapital wird selbstverständlich Kapital in diesen Zweig ziehen, und sobald der erforderliche Fonds vorhanden und die Warenmenge entsprechend erhöht ist, wird der Preis fallen und der Profit dieses Zweiges wird sich dem allgemeinen Niveau angleichen. Ein Sinken der allgemeinen Profitrate ist keineswegs unvereinbar mit einem auf bestimmte Zweige beschränkten Steigen des Profits. Durch die Ungleichheit der Profite wird das Kapital von einer Anlage zur anderen übergeleitet. Während also der Profit im allgemeinen fallen und sich allmählich auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren kann infolge der Erhöhung des Lohnes und der wachsenden Schwierigkeiten, eine sich vergrößernde Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen, kann der Profit des Farmers für einen Zeitraum von kurzer Dauer über dem früheren Stand liegen. Einer außerordentlichen Belebung kann sich eine Zeitlang auch ein bestimmter Zweig des auswärtigen oder kolonialen Handels erfreuen." (l.c. p. 118, 119.)
„Man muß sich erinnern, daß Preise auf dem Markt andauernd schwanken, und zwar in erster Linie wegen des relativen Verhältnisses zwischen Nachfrage und Angebot. Obwohl Tuch zu 40 sh. pro Yard angeboten wird und den normalen Kapitalprofit abwerfen könnte, kann es doch durch einen allgemeinen Modewechsel auf 60 oder 80 sh. ansteigen... Die Tuchfabrikanten werden zeitweise ungewöhnliche Profite machen, aber Kapital wird natürlich in diesen Zweig einströmen, bis Angebot und Nachfrage wieder auf ihrem richtigen Stand sind, worauf der Preis des Tuches wieder auf 40 sh., seinen natürlichen und notwendigen Preis, sinken wird. In gleicher Weise kann Getreide bei jeder erhöhten Nachfrage so hoch steigen, daß es dem Farmer mehr als den allgemeinen Profit einbringt. Falls reichlich fruchtbarer Boden vorhanden ist, wird der Preis des Getreides wieder auf seinen früheren Stand sinken, nachdem die zu seiner Produktion erforderliche Menge Kapital angelegt wurde, und der Profit wird derselbe wie früher sein. Ist jedoch nicht genügend fruchtbarer Boden vorhanden und wird zur Erzeugung dieser zusätzlichen Quantität mehr als die übliche Menge Kapital und Arbeit benötigt, so wird das Getreide nicht auf seinen früheren Stand sinken. Sein natürlicher Preis wird in die Höhe getrieben und, anstatt erhöhte Profite einzustreichen, wird sich der Farmer gezwungen sehen, mit der reduzierten Rate zufrieden zu sein, welche die unausbleibliche Folge der durch das Steigen der lebenswichtigen Güter verursachten Erhöhung der Löhne ist." (l.c. p. 119, 120.)
Ist der Arbeitstag gegeben (oder finden nur solche differences in the working days in different trades38 statt as are compensated by the peculiarities of different labour39) so, da der Arbeitslohn on an average40 derselbe, ist die allgemeine Rate des Mehrwerts gegeben, i. e. of surplus labour41. Dies liegt Ric[ardo] im Kopf. Und er verwechselt diese general rate of surplus value42 mit der general rate of profits. Ich habe gezeigt, daß bei derselben general rate of surplus value die Profitraten in different trades durchaus verschieden sein müssen, würden die Waren zu ihren resp. Werten verkauft. Die allgemeine Profitrate entsteht dadurch, daß der gesamte produzierte Mehrwert auf das Gesamtkapital der Gesellschaft (Klasse der Kapitalisten) berechnet wird; jedes Kapital in jedem besondren trade daher dargestellt wird wird als aliquoter Teil eines Gesamtkapitals von derselben |[671]| organischen Komposition, sowohl was die Zusammensetzung in konstantes und variables Kapital als in zirkulierendes und fixes angeht. Als solcher aliquoter Teil zieht es im Verhältnis seiner Größe seine Dividende aus dem von der Summe des Kapitals erzeugten surplus value. Der so verteilte Mehrwert, Portion Mehrwert, die auf ein Kapitalstück von gegebner Größe, z. B. 100, fällt, während eines gegebnen Zeitraums, z. B. 1 Jahr, bildet den average profit oder general rate of profit, wie sie in die Produktionskosten of every trade43 eingeht. Ist die Portion [pro 100] = 15, so ist der usual profit = 15 p. c. und der Kostenpreis = 115. Er kann geringer sein, wenn z. B. nur ein Teil des vorgeschossnen Kapitals in den Verwertungsprozeß als déchet eingeht. Aber er ist immer = dem konsumierten Kapital + 15, dem average profit auf das vorgeschossne Kapital. Ginge in einem Fall 100 ein in das Produkt, in dem andren nur 50, so wäre in dem einen Fall der Kostenpreis = 100 + 15 = 115 und in dem andren = 50 + 15 = 65; beide Kapitalien hätten in diesem Fall ihre Waren zu demselben Kostenpreis verkauft, d. h. zu einem Preis, der beiden dieselbe rate of profit abwürfe. Es ist klar, daß die Darstellung, Verwirklichung, Herstellung der allgemeinen Profitrate die Verwandlung der Werte in von ihnen verschiedene Kostenpreise ernötigt. Ric[ardo] unterstellt umgekehrt die Identität von Werten und Kostenpreisen, weil er Profitrate und Rate des Mehrwerts verwechselt. Er hat daher nicht die leiseste Ahnung von dem general change44, der in den prices der Waren vorgeht, infolge der Herstellung einer general rate of profit, bevor von einer general rate of profit die Rede sein kann. Er nimmt diese rate of profits als ein Prius an, das daher sogar in die Bestimmung des Wertes bei ihm eingeht. (Sieh ch. I, „On Value“.) Die general rate of profit vorausgesetzt, betrachtet er bloß die ausnahmsweisen Modifikationen in den Preisen, die die Erhaltung dieser general rate ernötigt, den Fortbestand dieser general rate of profit. Er hat keine Ahnung davon, daß vorher eine Verwandlung der values in cost-prices vorgehn muß, um die general rate of profits zu schaffen, daß er also auf der Basis einer general rate of profits nicht mehr unmittelbar mit den values of commodities operiert.
Auch in dem vorstehenden Passus nur die A.Smithsche Vorstellung, aber selbst diese einseitig, weil R[icardo] am Hintergedanken seiner general rate of surplus value festhält. Die Profitrate steigt bei ihm nur in besondren trades über das level45, weil der market price über den natural price steigt, infolge der Verhältnisse von supply and demand46, der Unterproduktion oder Überproduktion in besondren trades. Die Konkurrenz, Zufuhr von neuem Kapital zu einem trade, oder Entziehung von altem Kapital aus einem andern trade, gleicht dann market price und natural price miteinander aus und reduziert den Profit des besondren trade auf das general level47. Hier ist das real level of profits48 als konstant und gegeben vorausgesetzt, und es handelt sich nur darum, [ihn] in besondren trades, die sich infolge von supply and demand über das level erheben oder unter es sinken, darauf zu reduzieren. Es ist sogar bei R[icardo] dabei immer unterstellt, daß die Waren, deren Preise mehr als den average profit liefern, über, und die weniger liefern, unter ihrem Wert stehn. Wird durch die Konkurrenz ihr Marktwert ihrem Wert adäquiert, so ist das level hergestellt.
Das level selbst kann nach R[icardo] nur steigen oder fallen, wenn der Arbeitslohn fällt oder steigt (relativ permanent), d. h. die Rate des relativen Mehrwerts, was ohne Alteration der Preise geschieht. (Obgleich R[icardo] selbst eine sehr bedeutende Alteration der Preise in different trades, je nach ihrer Zusammensetzung aus zirkulierendem und fixem Kapital, hier zugibt.)
Aber selbst wenn eine general rate of profits hergestellt ist und daher Kostenpreise, kann die rate of profits in bes. trades steigen, weil hier längre Zeit gearbeitet wird, die rate of absolute surplus value steigt. Daß die Konkurrenz der Arbeiter dies nicht ausgleichen kann, beweist das Einmischen des Staats. Ohne daß hier der market price über den natural price steigt, wird hier die Rate des Profits in diesen bes. trades steigen. Die Konkurrenz der Kapitalien kann und wird auf die Dauer allerdings bewirken, daß dieser Surplusprofit nicht ganz den Kapitalisten in diesen besondren trades zufällt. Sie werden ihre Waren unter ihre „natural prices“ senken müssen, oder die andren trades werden ihre Preise etwas erhöhön (jedenfalls, wenn nicht faktisch erhöhön, was durch Sinken des Werts dieser Waren paralysiert sein kann, doch ||672|| nicht so tief senken, als es die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit in ihren eignen trades erheischte). Das general level wird steigen, und die Kostenpreise werden sich ändern.
Ferner: kommt ein neuer trade auf, worin unverhältnismäßig viel lebendige Arbeit im Verhältnis zur akkumulierten angewandt wird, wo also die Komposition des Kapitals tief unter der average composition49 steht, die den average profit bestimmt, so können die Verhältnisse von supply und demand bei einem neuen trade erlauben, ihn über seinem Kostenpreis, mehr seinem wirklichen Wert annähernd zu verkaufen. Gleicht die Konkurrenz dies aus, so nur möglich durch Hebung des general level, weil das Kapital überhaupt mehr größres Quantum unbezahlter Surplusarbeit realisiert, in Bewegung setzt. Die Verhältnisse von supply und demand bewirken in dem ersten Fall nicht, wie Ricardo meint, daß die Ware über ihrem Wert verkauft wird, sondern nur, daß sie annähernd zu ihrem Wert über ihrem Kostenpreis verkauft wird. Die Ausgleichung kann also nicht bewirken, daß sie zu dem alten level reduziert wird, sondern daß ein neues level hergestellt wird.
Ebenso colonial trade50 z.B., wo infolge von Sklaverei und Fruchtbarkeit der Natur value of labour51 niedriger steht als in dem alten country52 (oder auch wegen faktischer oder legaler Nichtentwicklung des Grundeigentums). Sind die Kapitalien des Mutterlandes beliebig transferable to this new trade53, so werden sie zwar den spezifischen surplus profit in diesem trade senken, aber das general level of profit heben (wie A.Smith ganz richtig bemerkt).
Ric[ardo] hilft sich hier immer mit der Phrase: Aber in den alten trades ist doch das Quantum der angewandten Arbeit dasselbe geblieben, ditto der Arbeitslohn. Aber die general rate of profit ist bestimmt durch das Verhältnis der unbezahlten Arbeit zur bezahlten und zum vorgeschossnen Kapital nicht in diesem oder jenem trade, sondern in allen trades, wozu das Kapital freely may be transferred54. Das Verhältnis mag in 9/10 dasselbe bleiben; ändert es sich in 1/10, so muß die general rate of profit in den 10/10 changieren. So oft die Masse der unbezahlten Arbeit, die vom Kapital von gegebner Größe in Bewegung gesetzt wird, wächst, kann die Konkurrenz doch nur das herstellen, daß Kapitalien von gleicher Größe gleiche Dividenden beziehn, gleiche Anteile an dieser vermehrten Surplusarbeit, aber nicht, daß trotz der gewachsnen Surplusarbeit, im Verhältnis zum vorgeschoßnen Gesamtkapital, die Dividende jedes einzelnen Kapitals dieselbe bleibt, auf den alten Anteil an Surplusarbeit reduziert wird. Nimmt Ric[ardo] dies an, so hat er durchaus keinen Grund, A. Smiths Ansicht zu bestreiten, daß bloß die wachsende Konkurrenz der Kapitalien infolge ihrer Akkumulation die Profitrate erniedrigt. Denn er nimmt hier selbst an, daß die Profitrate erniedrigt wird durch die bloße Konkurrenz, obgleich die rate of surplus value wächst. Allerdings hängt dies zusammen mit seiner zweiten falschen Voraussetzung, daß die rate of profits (Erniedrigung oder Erhöhung des Arbeitslohns abgerechnet) nie steigen oder fallen kann, außer durch temporäre Abweichungen des market price vom natural price. Und was ist der natural price? Der Preis = advances55 + average profit. Dies kommt also wieder auf die Voraussetzung heraus, daß der average profit nie anders fallen oder steigen kann als der relative surplus value.
Es ist daher falsch, wenn R[icardo] im Gegensatz zu Smith sagt:
„Nach meiner Meinung kann irgendein Wechsel von einem auswärtigen Handel zu einem anderen oder vom Binnen- zum Außenhandel die Profitrate nicht ändern.“ (l.c. p.413.)
Es ist ebenso falsch, wenn er meint, die rate of profits affiziere die Kostenpreise nicht, weil sie die values nicht affiziert.
Es ist falsch, wenn Ric[ardo] glaubt, daß in consequence of a favoured foreign trade das general level56 muß stets herbeigeführt werden durch Reduktion auf den alten level und nicht durch seine Erhöhung.
„Sie behaupten, daß die Gleichheit der Profite durch das allgemeine Steigen der Profite zustande gebracht werden wird, und ich bin der Meinung, daß die Profite des bevorzugten Gewerbes schnell auf den allgemeinen Stand sinken werden.“ (l.c. p. 132, 133.)
Durch seine ganz falsche Auffassung der Profitrate mißversteht Ricardo völlig den Einfluß des foreign trade57, wenn er nicht direkt die food der 440
labourers58 erniedrigt. Er sieht nicht, von welcher enormen Wichtigkeit für England z.B. das Beschaffen ||673| wohlfeileren Rohmaterials für die Industrie, und daß in diesem Fall, wie ich früher gezeigt59, obgleich die Preise sinken, die Profitrate steigt, während im umgekehrten Fall bei steigenden Preisen die Profitrate fallen kann, selbst wenn in beiden Fällen der Arbeitslohn derselbe bleibt.
„Nicht infolge der Ausdehnung des Marktes erhöht sich daher die Profitrate.“
(l. c, p. 136.)
Die rate of profit hängt nicht vom Preis der einzelnen Ware ab, sondern von der Masse Surplusarbeit, die mit einem gegebnen Kapital realisiert werden kann. Ric[ardo] verkennt auch sonst die Wichtigkeit des market, weil er das Wesen des Geldes nicht versteht.
(Zu dem obigen noch zu merken: Ricardo begeht alle diese blunders60, weil er seine Identität von Rate des Mehrwerts und Profitrate durch gewaltsame Abstraktionen durchsetzen will. Der Vulgus daher geschlossen, daß die theoretischen Wahrheiten Abstraktionen sind, die den wirklichen Verhältnissen widersprechen. Statt umgekehrt zu sehn, daß Ric[ardo] nicht weit genug in der richtigen Abstraktion geht und daher zu der falschen getrieben wird.)
Dies ist einer der wichtigsten Punkte im R[icardo]schen System. Profitrate hat Tendenz zu fallen. Woher? A.Smith sagt: infolge der wachsenden Akkumulation und der sie begleitenden wachsenden Konkurrenz der Kapitalien. R[icardo] erwidert: Die Konkurrenz kann die Profite ausgleichen (wir haben oben gesehn, daß er hier nicht konsequent) in den different trades61; sie kann aber die allgemeine Rate des Profits nicht senken. Dies wäre nur möglich, wenn infolge der Akkumulation des Kapitals die Kapitalien sich soviel schneller vermehrten als die Population, daß die Nachfrage nach Arbeit beständig größer als ihr supply, daher der Arbeitslohn beständig nominell, reell und dem Gebrauchswert nach – im Wert und Gebrauchswert – beständig stiege. Dies nicht der Fall. Ric[ardo] ist kein Optimist, der dergleichen Fabeleien glaubt.
Da ihm nun Proftrate und Rate des Mehrwerts identisch – des relativen Mehrwerts, indem er den Arbeitstag als gleichbleibend voraussetzt –, so kann ein permanenter Fall des Profits oder die Tendenz des Profits zum Fallen nur erklärt werden aus denselben Gründen, die einen permanenten Fall oder Tendenz zum Fall in der Rate des Mehrwerts, i.e. des Teils des Tages, den der Arbeiter nicht für sich, sondern für den Kapitalisten arbeitet, bedingen werden. Welches aber sind diese Bedingungen? Den Arbeitstag als gegeben vorausgesetzt, kann der Teil desselben, den der Arbeiter gratis für den Kapitalisten arbeitet, nur fallen, abnehmen, wenn der Teil, den er für sich arbeitet, wächst. Und dies nur möglich (vorausgesetzt, daß der value of labour gezahlt wird), wenn der Wert der necessaries, der Lebensmittel, worin sein Arbeitslohn sich auslegt, zunimmt. Nun nimmt aber der Wert der Manufakturwaren, infolge der Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit, beständig ab. Die Sache also nur dadurch zu erklären, daß der Hauptbestandteil der Lebensmittel – food – beständig im Wert steigt. Dies daher, daß die Agrikultur beständig unfruchtbarer wird. Dieselbe Voraussetzung, die nach R[icardo]s Erklärung der Grundrente ihre Existenz und ihr Wachstum erklärt. Das fortwährende Fallen des Profits ist daher mit fortwährendem Steigen in der Rate der Grundrente verknüpft. Ich habe bereits gezeigt, daß R[icardo]s Auffassung der Grundrente falsch ist. Damit fällt also die eine Grundlage seiner Erklärung für den fall in the rate of profits. Aber zweitens beruht sie auf der falschen Voraussetzung, daß rate of surplus value und rate of profit identisch. Daß also ein Fall in the rate of profit identisch ist mit einem Fall in the rate of surplus value, der in der Tat nur in der R[icardo]schen Weise erklärlich wäre. Damit ist seine Theorie beseitigt. Die Profitrate fällt – obgleich die rate of surplus value identisch bleibt oder steigt –, weil das variable Kapital abnimmt mit der Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital. Sie fällt also, nicht weil die Arbeit unproduktiver, sondern weil sie produktiver wird. Nicht weil der Arbeiter weniger, sondern mehr exploitirt wird, sei es nun, daß die absolute surplus time62 wächst oder sobald der Staat dies hemmt, die kapitalistische Produktion damit identisch ist, daß der relative value of labour fällt und daher die relative surplus time wächst.
R[icardo]s Theorie beruht also auf zwei falschen Voraussetzungen:
1. der falschen Voraussetzung, daß Existenz und Wachsen der Grundrente abnehmende Fruchtbarkeit der Agrikultur bedingen;
2. der falschen Voraussetzung, daß Rate des Profits = der Rate des relativen Mehrwerts nur steigen oder fallen kann im umgekehrten Verhältnis, wie der Arbeitslohn fällt oder steigt.
||674|| Ich werde nun zunächst die Sätze zusammenstellen, worin R[icardo] die eben entwickelte Ansicht auseinandersetzt.
Vorher noch einige Bemerkungen über die Art, wie, die R[icardo]sche Vorstellung der Grundrente vorausgesetzt, er sich denkt, daß die Rente die Profitrate nach und nach verschlingt.
Wir wollen die Tabelle S.57463 benutzen, aber mit der nötigen Modifikation.
In jenen Tabellen unterstellt, daß das angewandte Kapital = C60V40, der Mehrwert = 50 p.c., der Wert des Produkts also, welches immer die Produktivität der Arbeit, = 120 l. Davon waren 10 l. = Profit, 10 l. = absolute Rent. Nimm an, die 40 l. seien für 20 Mann (Wochenarbeit z.B.) (oder nimm des Profitsatzes wegen lieber Jahresarbeit; doch ist das hier ganz gleichgültig). Nach Tabelle A, wo Boden I den Marktwert bestimmt, die Anzahl der Tonnen = 60, also 60 Tonnen = 120 l., 1 t = 120/60 l. = 2 l. Der Arbeitslohn 40 l., also = 20 t oder qrs. Getreide. Dies also der notwendige Arbeitslohn für die von dem Kapital 100 beschäftigte Arbeiteranzahl. Wäre es nun nötig, zu einer schlechteren Bodenart herabzusteigen, wo das Kapital von 110 (60 konstantes Kapital und die davon in Bewegung gesetzten 20 Arbeiter) nötig wäre, um 48 t zu produzieren. (Nämlich 60 konstantes Kapital und 50 variables Kapital.) In diesem Falle Mehrwert = 10 l. Und der Preis der Tonne = 21/2 l. Gingen wir zu einer noch schlechtern Bodenart, wo 120 l. = 40 t, so der Preis der Tonne = 120/40 = 3 l. Hier fiele aller Mehrwert auf der schlechtesten Bodenart weg. Was die 20 Mann produzieren, immer = dem Wert von 60 l. (3 l. = 1 Arbeitstag von beliebiger Größe). Wächst also der Arbeitslohn von 40 auf 60, so verschwindet aller Mehrwert. Es ist stets unterstellt, daß 1 qr. das notwendige Salair for one man64.
Gesetzt, in diesen beiden Fällen solle nur das Kapital von 100 ausgelegt werden. Oder, was dasselbe ist, welches Kapital auch immer ausgelegt werde, welches ist das Verhältnis für 100? Statt nämlich zu rechnen, das ausgelegte Kapital ist 110, 120, wenn nach wie vor dieselbe Arbeiteranzahl und dasselbe konstante Kapital angewandt werden, berechnen wir, wieviel bei demselben organischen Verhältnis (nicht dem Wert nach, sondern der Masse angewandter Arbeit und der Masse konstanten Kapitals) auf 100 konstantes Kapital und Arbeitermasse angewandt werden können. (Damit die Vergleichung der 100 mit den andren Klassen bleibt.) Es verhält sich 110 zu 60 = 100 : 546/11 und 110 zu 50 = 100 : 455/11. 20 Mann setzten in Bewegung 60 capital constant; also wieviel [Mann] 546/11?
Die Sache ist die. 60 l. ist der auf die beschäftigte Arbeiteranzahl (meinetwegen 20) erhaltne Wert. Es kommt dabei auf die beschäftigte Zahl 20 qrs. oder Tonnen = 40 l., wenn die Tonne oder qr. = 2 l. Steigt der Wert der Tonne auf 3 l., so verschwindet der Mehrwert. Steigt er auf 21/2, so verschwindet 1/3 des Mehrwerts, das die absolute Rente bildete.
Im ersten Fall ist bei ausgelegtem Kapital von 120 l. (60c und 60v) das Produkt = 120 l. = 40 t (40 × 3). Im zweiten Fall ist bei ausgelegtem Kapital von 110 (60c und 50v) das Produkt = 120 = 48 t (48 × 21/2).
Im ersten Fall ist bei ausgelegtem Kapital von 100 l. (50c und 50v) das Produkt = 100 l. = 331/3 t (3 × 331/3 = 100). Und zwar, da nur der Boden sich verschlechtert hat, keine Änderung im Kapital vorgeht, wird das konstante Kapital von 50 verhältnismäßig von ebensoviel [Arbeit] in Bewegung gesetzt wie früher das von 60. Wenn das letzte also von 20 Mann (die 40 l. erhalten, solange der Wert 1 t = 2 l.), so jetzt von 162/3 Mann, die 50 l. erhalten, seit der Wert der Tonne gestiegen auf 3 l. Es erhält nach wie vor 1 Mann 1 t oder 1 qr. = 3 l., denn 162/3 × 3 = 50. Wenn der von 162/3 Mann geschaffne Wert = 50, so der von 20 Mann = 60 l. Es bleibt also nach wie vor die Voraussetzung, daß die Tagesarbeit der 20 Mann = 60 l.
Nehmen wir nun den zweiten Fall. Bei ausgelegtem Kapital von 100 das Produkt = 1091/11 l. = 437/11 t (21/2 × 437/11 = 1091/11). Das konstante Kapital = 546/11 und das variable = 455/11. Wieviel Mann repräsentierten die 455/11 l.? 182/11 Mann. |[675]| Und zwar, wenn der Wert der Tagesarbeit von 20 Mann = 60 l., so der von 182/11 Mann = 546/11 und daher der Wert des Produkts = 1091/11 l.
Man sieht, in beiden Fällen setzt dasselbe Kapital weniger Menschen in Bewegung, die aber mehr kosten. Sie arbeiten dieselbe Zeit, aber geringere oder gar keine Surpluszeit, da sie mit derselben Arbeit weniger Produkt produzieren (und dieses Produkt aus ihren necessaries besteht), sie also [gewachsen ist], obgleich sie nach wie vor dieselbe Zeit arbeiten, [da] die von ihnen zur Herstellung von 1 Tonne oder 1 qr. verwandte Arbeitszeit gewachsen ist.
Ric[ardo] in seinen Berechnungen unterstellt immer, daß mehr Arbeit vom Kapital in Bewegung gesetzt und daher größres Kapital, also 120, 110 statt früher 100 ausgelegt werden muß. Dieses nur richtig, sofern dasselbe Quantum produziert werden soll, also 60 t in den oben angegebnen Fällen, statt daß in case65 I 40 t produziert werden mit einer Auslage von 120 l. und 48 im zweiten Fall mit Auslage von 110. Mit Auslage von 100 werden daher im ersten Fall produziert 331/3 Tonnen und im zweiten Fall 437/11 t. Ric[ardo] bringt dadurch den richtigen Gesichtspunkt weg, der nicht darin besteht, daß mehr Arbeiter angewandt werden müssen, um dasselbe Produkt zu erzeugen, sondern daß von einem gegebnen Arbeiterquantum ein geringres Produkt erzeugt, wovon wieder ein größrer Teil den Arbeitslohn bildet.
Wir wollen nun die beiden Tabellen zusammenstellen, erst die Tabelle A von Seite 574 und die aus den bisher gemachten Angaben folgende neue Tabelle.
| [Klasse] | Kapital | Tonnen | GW [Gesamt-wert] |
MW [Markt-wert pro Tonne] |
IW [indivi-dueller Wert] pro Tonne |
DW [Diffe-rential-wert] pro Tonne |
KP [Kosten-preis] pro Tonne |
AR [Absolu-te Rente] |
DR [Diffe-rential-rente] |
AR [Absolu-te Rente] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| l. | l. | l. | l. | l. | l. | l. | l. | l. | Tonnen | |
| I | 100 | 60 | 120 | 2 | 2 | 0 | 15/6 | 10 | 0 | 5 |
| II | 100 | 65 | 130 | 2 | 111/13 | 2/13 | 19/13 | 10 | 10 | 5 |
| III | 100 | 75 | 150 | 2 | 13/5 | 9/5 | 17/15 | 10 | 30 | 5 |
| 300 | 200 | 400 | 30 | 40 | 15 |
| [Klasse] | DR [Diffe-rential-rente] |
Rental | Rental | Komposition des Kapitals | Mehr-werts-rate | Anzahl der Arbeiter | Arbeits-lohn | Arbeits-lohn | Profit-rate |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tonnen | l. | Tonnen | p. c. | l. | Tonnen | p. c. | |||
| I | 0 | 10 | 5 | C60 V40 | 50 | 20 | 40 | 20 | 10 |
| II | 5 | 20 | 10 | C60 V40 | 50 | 20 | 40 | 20 | 10 |
| III | 15 | 40 | 20 | C60 V40 | 50 | 20 | 40 | 20 | 10 |
| 20 | 70 | 35 |
Würde diese Tabelle nun umgekehrt dargestellt nach Ric[ardos] descending line66, also von III begonnen und zugleich angenommen, daß der zuerst bebaute fruchtbarere Boden keine Rente zahlt, so hätten wir zuerst das Kapital von 100 in III, produziert Wert von 120, nämlich 60 capital constant und 60 neuzugesetzte Arbeit. Es wäre ferner nach Ric[ardo] anzunehmen, daß die Profitrate höher stand, als sie in A angegeben ist, indem mit dem Fall der Tonne Kohle (qr. Weizen) die 20 Mann bekommen 20 Tonnen = 40 l., solange die Tonne = 2 l. Da sie aber jetzt = 19/15 l. oder 1 l. 12 sh., so bekommen die 20 Mann nur noch 32 l. (= 20 Tonnen). Das vorgelegte Kapital für dieselbe Masse Arbeiter betrüge 60c und 32v = 92 l., deren Wert = 120, da nach wie vor der Wert der von den 20 Mann verrichteten Arbeit = 60 l. Nach diesem Verhältnis müßte ein Kapital von 100 Wert schaffen von 13010/23, denn 92:120 = 100:13010/23 (oder 23:30 = 100: 13010/23). Und zwar wäre dies Kapital von 100 zusammengesetzt wie folgt: 655/23c und 3418/23v. Also das Kapital wäre C655/23 V3418/23; Wert des Produkts = 13010/23. Die Anzahl der Arbeiter wäre 2117/23. Die Rate des Mehrwerts wäre 871/2 p.c.
| [Klasse] | Kapital | Tonnen-zahl | GW [Gesamt-wert] l. | MW [Marktwert pro Tonne] l. | IW [Individueller Wert pro Tonne] l. | DW [Differential-wert pro Tonne] l. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| III | 100 | 8112/23 | 13010/23 | 13/5 | 13/5 | 0 |
| Rente l. | Profit l. | Profitrate p.c. | Komposition des Kapitals | Mehrwertsrate p.c. | Anzahl der Arbeiter | |
| 0 | 3010/23 | 3010/23 | C655/23 V3418/23 | 871/2 | 2117/23 |
In Tonnen ausgedrückt der Arbeitslohn = 2117/23 t und der Profit = 191/48 t.
||676|| Nehmen wir nun an, immer in der Ric[ardoschen] Voraussetzung, daß infolge der steigenden Bevölkerung der Marktpreis so hoch steigt, daß Klasse II, wo der Wert der Tonne = 111/13 l., bebaut werden muß.
Es geht hier durchaus nicht, wie Ric[ardo] will, daß die 2117/23 Arbeiter stets denselben Wert produzieren werden, nämlich 655/23 l. (Arbeitslohn und Mehrwert zusammengerechnet.) Denn die Anzahl Arbeiter, die III beschäftigen, also exploitieren kann, vermindert sich nach seiner eignen Voraussetzung, also auch die Gesamtsumme des Mehrwerts.
Dabei bleibt die Komposition des agricultural capital stets dieselbe. Um C60 in Bewegung zu setzen, sind stets 20 Arbeiter nötig (bei gegebnem Arbeitstag), wie sie immer bezahlt werden mögen.
Da diese 20 Arbeiter 20 Tonnen erhalten und die Tonne = 111/13 l., kosten 20 Arbeiter 20 (1 + 11/13) l. = 20 l. + 1612/13 l. = 3612/13 l.
Also der Wert, den diese 20 Arbeiter produzieren, welches immer die Produktivität ihrer Arbeit, = 60, also das vorgeschossne Kapital = 9612/13 und der Wert = 120, also Profit = 231/13 l. Der Profit des Kapitals 100 wird daher sein 2317/21 und die Kapitalkomposition: C61 19/21 V38 2/21. Beschäftigt [sind] 2040/63 Arbeiter.
Der Gesamtwert = 12317/21, und da der individuelle Wert der Tonne in Klasse III = 13/5 l., so beträgt das Produkt wieviel Tonnen? 778/21 t. Die Rate des Mehrwerts ist 621/2 p. c.
Nun verkauft aber III die Tonne zu 111/13 l. Dies macht einen Differentialwert pro Tonne von 412/13 sh. oder 16/65 l. und macht auf 778/21 Tonnen = 778/21 × 16/65 = 191/21 l.
Statt das Produkt zu 12317/21 zu verkaufen, verkauft III zu 12317/21 + 191/21 = zu 1426/7 l. Die 191/21 l. konstituieren die Rente.
Wir hätten also für III:
| [Klasse] | Kapital | Tonnen | [WGW] Wirklicher Gesamtwert l. |
[GMW] Gesamt- marktwert l. |
MW [Marktwert pro Tonne] l. |
IW [Individueller Wert pro Tonne] l. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| III | 100 | 778/21 | 12317/21 | 1426/7 | 111/13 | 13/5 |
| DW [Differentialwert pro Tonne] |
Rente l. |
Rente in Tonnen |
Profitrate p. c. |
Komposition des Kapitals |
Mehrwerts- rate p. c. |
Anzahl der Arbeiter |
|---|---|---|---|---|---|---|
| [+ 16/65 l. = ] + 412/13 sh. |
191/21 | 1020/63 | 2317/21 | C61 19/21 V38 2/21 | 621/2 | 2040/63 |
Der Arbeitslohn in Tonnen = 2040/63 t. Und der Profit = 12113/126 t.
Gehn wir nun zu Klasse II über, so existiert hier keine Rente. Markt-wert und individueller Wert sind sich gleich. Die Tonnenzahl, die II produziert, ist = 674/63 Tonnen.
Für II haben wir also:
| [Klasse] | Kapital l. |
Tonnen | GW [Gesamt- wert] l. |
MW [Marktwert pro Tonne] l. |
IW [Individueller Wert pro Tonne] l. |
|---|---|---|---|---|---|
| II | 100 | 674/63 | 12317/21 | 111/13 | 111/13 |
| DW [Differentialwert] pro Tonne l. |
Rente l. |
Profitrate p. c. |
Komposition des Kapitals | Mehrwertsrate p. c. |
Anzahl der Arbeiter |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 2317/21 | C6119/21V382/21 | 621/2 | 2040/63 |
Arbeitslohn in Tonnen = 2040/63 und Profit = 12113/126 t.
||677|| 2. Wir haben also für den zweiten case, wo Klasse II eintritt und Rente entsteht:
| [Klasse] | Kapital l. |
Tonnen l. |
WGW [Wirklicher Gesamtwert] l. |
GMW [Gesamtmarktwert] l. |
MW [Marktwert pro Tonne] l. |
IW [Individueller Wert pro Tonne] l. |
DW [Differentialwert pro Tonne] l. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| III | 100 | 778/21 | 12317/21 | 1426/7 | 111/13 | 19/5 | [+116/65 l. =] + 412/13 sh. |
| II | 100 | 674/63 | 12317/21 | 12317/21 | 111/13 | 111/13 | 0 |
| Komposition des Kapitals | Anzahl der Arbeiter | Mehrwertsrate p. c. |
Profitrate p. c. |
Arbeitslohn Tonnen |
Profit Tonnen |
Rente l. |
Rente Tonnen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| C6119/21V382/21 | 2040/63 | 621/2 | 2317/21 | 2040/63 | 12113/126 | 191/21 | 1020/63 |
| C6119/21V382/21 | 2040/63 | 621/2 | 2317/21 | 2040/63 | 12113/126 | 0 | 0 |
Gehn wir nun über zu dem 3. case und unterstellen mit Ricardo, daß schlechtere Mine I bebaut werden muß und kann, weil Marktwert gestiegen zu 2 l. Da auf capital constant von 60 erheischt sind 20 Arbeiter und diese jetzt 40 l. kosten, so haben wir eine Komposition des Kapitals wie in der Tabelle A, S.574, = C60V40, und der Wert, den die 20 Arbeiter produzieren, immer = 60, also Gesamtwert = 120 des von dem Kapital 100 produzierten Produkts, welches immer seine Produktivität. Profitrate hier = 20, Mehrwert = 50 p.c. In Tonnen der Profit = 10 t. Wir müssen nun sehn, wie III und II changieren infolge dieses Wechsels des Marktwerts und des Hereinkommens von I, das die Profitrate bestimmt.
III, obgleich er den fruchtbarsten Boden bearbeitet, kann mit 100 l. nur 20 Arbeiter anwenden, die ihm 40 l. kosten, da auf ein capital constant von 60 l. 20 Arbeiter erheischt sind. Die Anzahl der mit Kapital von 100 angewandten Arbeiter sinkt daher auf 20. Und der wirkliche Gesamtwert seines Produkts ist jetzt = 120. Da aber der individuelle Wert der von III produzierten Tonne = 19/15 l., so produziert er wieviel Tonnen? 75 Tonnen, da 120 dividiert durch 24/15 (19/15 l.) = 75. Die von ihm produzierte Tonnenzahl nimmt ab, weil er mit demselben Kapital weniger Arbeit anwenden kann, nicht mehr (wie Ricardo] immer falsch darstellt, da er stets bloß im Augen hat, wieviel Arbeit nötig, um dasselbe Produkt zu erzeugen; nicht, was das einzige Wichtige, wieviel lebendige Arbeit bei der neuen Komposition des Kapitals angewandt werden kann). Diese 75 Tonnen verkauft er aber zu 150 (statt zu 120, was ihr Wert), und so steigt die Rente auf 30 l. in III.
Was II angeht, so ist hier der Wert des Produkts ditto = 120 etc. Da aber der individuelle Wert der Tonne = 111/₁₃, produziert er 65 t (da 120 dividiert durch ²⁴/₁₃ (1¹¹/₁₃) = 65). Kurz, wir erhalten hier die Tabelle A von S. 574. Da wir aber hier neue Rubriken zu unsrem Zwecke brauchen, setzen wir die Tabelle neu her, jetzt, wo I eintritt und der Mehrwert zu 2 l. gestiegen ist:
3. [Dritter Fall:]
| [Klasse] | Kapital | Tonnen | WGW [Wirklicher Gesamtwert] |
GMW [Gesamt- marktwert] |
MW [Marktwert pro Tonne] |
IW [Individu- eller Wert pro Tonne] |
DW [Differential- wert pro Tonne] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| l. | l. | l. | l. | l. | l. | l. | |
| III | 100 | 75 | 120 | 150 | 2 | 1³/₅ | [³/₅ l. =] 8 sh. |
| II | 100 | 65 | 120 | 130 | 2 | 1¹¹/₁₃ | [²/₁₃ l. =] 3¹/₁₃ sh. |
| I | 100 | 60 | 120 | 120 | 2 | 2 | 0 |
| Komposition des Kapitals |
Anzahl der Arbeiter |
Mehr- werts- rate p.c. |
Profit- rate p.c. |
Arbeits- lohn in Tonnen |
Profit in Tonnen |
Rente l. |
Rente in Tonnen |
| C⁶⁰ V⁴⁰ | 20 | 50 | 20 | 20 | 10 | 30 | 15 |
| C⁶⁰ V⁴⁰ | 20 | 50 | 20 | 20 | 10 | 10 | 5 |
| C⁶⁰ V⁴⁰ | 20 | 50 | 20 | 20 | 10 | 0 | 0 |
| 40 | 20 |
||678|| Kurz, dieser case III stimmt mit Tabelle A S. 574 (abgesehn von der absoluten Rente, die hier als Teil des Profits erscheint) und ist nur umgekehrt.
Gehn wir nun über zu den neu supponierten cases67.
Zunächst die Klasse, die noch einen Profit liefert, sie heiße Ib. Sie liefert mit Kapital von 100 nur noch 43⁷/₁₁ Tonnen.
Der Wert der Tonne gestiegen zu 2¹/₂ l. Die Komposition des Kapitals = C⁵⁴⁵/₁₁ V⁴⁵⁵/₁₁. Wert des Produkts = 109⁵/₁₁ l. 45⁵/₁₁ l. bezahlen 18⁹/₁₁ Mann. Und da der Wert der Tagesarbeit von 20 Mann = 60 l., so der von 18⁹/₁₁ Mann = 54⁶/₁₁. Daher der Wert des Produkts = 109⁵/₁₁. Die Profitrate = 9¹/₁₁ l. = 3⁷/₁₁ t. Die Rate des Mehrwerts = 20 p. c.
Da die organische Komposition des Kapitals in III, II, I dieselbe wie in Ib und sie denselben Arbeitslohn zahlen müssen, können sie ebenfalls nur 183/11 Mann mit 100 l. anwenden, die einen Gesamtwert von 546/11 produzieren, also wie in Ib Mehrwert von 20 p. c. und Profitrate von 91/11 p. c. Der Gesamtwert des Produkts hier wie in Ib = 1091/11 l.
Da aber der individuelle Wert der Tonne in III = 13/5 l., so produziert es (oder ist 1091/11 l. =) 1091/11 l. dividiert durch 13/5 oder 24/15 = 682/11 t. Nun beträgt ferner die Differenz zwischen dem individuellen Wert der Tonne und dem Marktwert 21/2 l. – 13/5 l. Also 2 l. 10 sh. – 1 l. 12 sh. = 18 sh. Und dieses macht auf 682/11 t = 18 (68 + 2/11) sh. = 12273/11 sh. = 61 l. 73/11 sh. Statt zu 1091/11 l. verkauft III zu 170 l. 95/11 sh. Und dieser Überschuß = der Rente von III. Diese Rente in Tonnen ausgedrückt ist = 246/11 Tonnen.
Da der individuelle Wert der Tonne in II = 111/13 l., so produziert es 1091/11 dividiert durch 111/13, und dies ist = 591/11 t. Nun beträgt in II Differenz des Marktwerts der Tonne und ihres individuellen Werts 21/2 l. – 111/13 l. Dies ist = 17/26 l. Und dies macht auf 591/11 t 387/11 l. Und dies die Rente. Der Gesamtmarktwert = 1478/11 l. Die Rente in Tonnen ausgedrückt = 156/11 Tonnen.
Endlich, da der individuelle Wert der Tonne in I = 2 l., so 1091/11 l. = 546/11 t. Die Differenz zwischen individuellem Wert und Marktwert = 21/2 l. – 2 l. = 10 sh. Und dies macht auf 546/11 t = (59 + 6/11) 10 sh. = 590 sh. + 60/11 sh. = 27 l. + 55/11 sh. Also Gesamtmarktwert = 136 l. 73/11 sh. Und der Wert der Rente in Tonnen ausgedrückt ist = 1010/11 Tonnen.
Stellen wir nun die Sache zusammen, wie sie sich für case 4 ergibt, so haben wir:
||679|| 4. [Vierter Fall:]
| [Klasse] | Kapital | Tonnen | WGW [Wirklicher Gesamtwert] l. |
GMW [Gesamtmarktwert] l. |
MW [Marktwert pro Tonne] l. |
IW [Individueller Wert pro Tonne] l. |
DW [Differentialwert pro Tonne] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| III | 100 | 682/11 | 1091/11 | [1705/11 l. =] 170 l. 91/11 sh. |
21/2 | 13/5 | [9/10 l. =] 18 sh. |
| II | 100 | 591/11 | 1091/11 | 1478/11 l. [= 147 l. 146/11 sh.] | 21/2 | 111/13 | [17/26 l. =] 131/13 sh. |
| I | 100 | 546/11 | 1091/11 | [1368/11 l. =] 136 l. 73/11 sh. |
21/2 | 2 | [1/2 l. =] 10 sh. |
| Ib | 100 | 437/11 | 1091/11 | 1091/11 l. [= 109 l. 19/11 sh.] | 21/2 | 21/2 | 0 |
| Komposition des Kapitals | Arbeiterzahl | Mehrwert[srate] p.c. | Profitrate p.c. | Arbeitslohn [in] Tonnen | Profit [in] Tonnen | Rente l. | Rente [in] Tonnen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| C54 5/11 V45 6/11 | 18 2/11 | 20 | 9 1/11 | 18 2/11 | 3 7/11 | [61 4/11 l. =] 61 l. 7 3/11 sh. | 24 6/11 |
| C54 5/11 V45 6/11 | 18 2/11 | 20 | 9 1/11 | 18 2/11 | 3 7/11 | [38 7/11 l. =] 38 l. 12 8/11 sh. | 15 5/11 |
| C54 5/11 V45 6/11 | 18 2/11 | 20 | 9 1/11 | 18 2/11 | 3 7/11 | [27 3/11 l. =] 27 l. 5 5/11 sh. | 10 10/11 |
| C54 5/11 V45 6/11 | 18 2/11 | 20 | 9 1/11 | 18 2/11 | 3 7/11 | 0 | 0 |
Setzen wir endlich den letzten case, worin nach Ricardo der ganze Profit wegfällt, kein Mehrwert bleibt.
Hier steigt der Wert des Produkts auf 3 l., so daß bei Anwendung von 20 Mann ihr Lohn = 60 l., gleich dem von ihnen produzierten Wert. Komposition des Kapitals = C50 V50. Es sind dann angewandt 16 2/3 Mann. Wenn der von 20 Mann produzierte Wert = 60, so der von 16 2/3 Mann produzierte Wert = 50 l. Der Arbeitslohn verschlingt also den ganzen Wert. Der Mann erhält nach wie vor 1 Tonne. Wert des Produkts = 100 und damit produzierte Tonnenzahl = 33 1/3 t, wovon 1/2 nur den Wert des konstanten Kapitals und die andre Hälfte nur den Wert des variablen Kapitals produziert.
Da in III der individuelle Wert der Tonne = 1 3/5 l. oder 24/15 l., so produziert es wieviel Tonnen? 100 dividiert durch 24/15, also 62 1/2 t, deren Wert = 100. Es ist aber Differenz zwischen individuellem Wert und Marktwert = 3 l. - 1 3/5 l. = 1 2/5 l. oder 1 2/5 l. Dies macht auf 62 1/2 t = 87 1/2 l. Also Gesamtmarktwert des Produkts = 187 1/2 l. Und die Rente ist in Tonnen = 29 1/6 t.
In II ist der individuelle Wert der Tonne = 1 11/13 l. Also der Differentialwert = 3 l. - 1 11/13 l. = 1 2/13 l. Da der individuelle Wert der Tonne hier = 1 11/13 l. oder 24/13 l., so produziert das Kapital von 100 = (100 dividiert durch 24/13 t.) 54 1/6 t. Auf diese Tonnenzahl macht jene Differenz = 62 l. 10 sh. Und der Marktwert des Produkts = 162 l. 10 sh. In Tonnen ausgedrückt die Rente = 20 5/6 t.
In I der individuelle Wert der Tonne = 2 l. Also Differentialwert = 3 - 2 = 1 l. Da der individuelle Wert der Tonne hier = 2 l., so mit Kapital von 100 l. 50 Tonnen [produziert]. Dies macht 50 l. Differenz. Marktwert des Produkts = 150 l. und Rente in Tonnen = 16 2/3 t.
Wir kommen jetzt zu Ib, das bisher keine Rente trug. Hier der individuelle Wert = 2 1/2 l. Also Differentialwert = 3 - 2 1/2 l. = 1/2 l. oder 10 sh. Und da der individuelle Wert der Tonne hier = 21/₂ oder ⁵/₂ l., produziert 100 l. 40 t. Auf diese der differentielle Wert = 20 l., so daß der Gesamtmarktwert = 120 l. Und in Tonnen die Rente = 62/₃ t.
Jetzt also wollen wir case 5 zusammenstellen, wo der Profit nach Ric[ardo] verschwindet.
| [Klasse] | Kapital | Tonnen | WGW [Wirklicher Gesamtwert] |
GMW [Gesamtmarktwert] |
MW [Marktwert pro Tonne] |
IW [Individueller Wert pro Tonne] |
DW [Differentialrental pro Tonne] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| l. | l. | l. | l. | l. | l. | l. | |
| III | 100 | 621/₂ | 100 | 1871/₂ | 3 | 13/₅ | 13/₅ |
| II | 100 | 541/₆ | 100 | 1621/₂ | 3 | 111/₁₃ | 12/₁₃ |
| I | 100 | 50 | 100 | 150 | 3 | 2 | 1 |
| Ib | 100 | 40 | 100 | 120 | 3 | 21/₂ | 1/₂ |
| Ia | 100 | 331/₃ | 100 | 100 | 3 | 3 | 0 |
| Komposition des Kapitals | Arbeiterzahl | Mehr-wertsrate p.c. | Profit-rate p.c. | Arbeits-lohn in Tonnen | Rente l. | Rente in Tonnen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| C50 V50 | 162/₃ | 0 | 0 | 162/₃ | 871/₂ | 291/₆ |
| C50 V50 | 162/₃ | 0 | 0 | 162/₃ | 621/₂ | 205/₆ |
| C50 V50 | 162/₃ | 0 | 0 | 162/₃ | 50 | 162/₃ |
| C50 V50 | 162/₃ | 0 | 0 | 162/₃ | 20 | 62/₃ |
| C50 V50 | 162/₃ | 0 | 0 | 162/₃ | 0 | 0 |
Ich werde nun auf der andern Seite die 5 cases tabellarisch zusammenstellen.
||683|| Betrachten wir zunächst auf vorstehender Seite Tabelle E, so ist hier in der letzten Klasse Ia die Sache sehr klar. Der Arbeitslohn verschlingt hier das ganze Produkt und den ganzen Wert der Arbeit. Es existiert kein Mehrwert und daher weder Profit noch Rente. Der Wert des Produkts ist = dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, so daß die Arbeiter, die hier im Besitz ihres eignen Kapitals sind, beständig ihren Arbeitslohn und die Bedingungen ihrer Arbeit reproduzieren können, aber nicht mehr. In dieser letzten Klasse kann nicht gesagt werden, daß die Rente den Profit verschlingt. Es existiert keine Rente und kein Profit, weil kein Mehrwert. Der Arbeitslohn verschlingt den Mehrwert, daher den Profit.
In den 4 andren Klassen ist die Sache prima facie68 keineswegs klar. Wenn kein Mehrwert existiert, wie soll Rente existieren? Zudem hat sich die Produktivität der Arbeit in den Bodenarten Ib, I, II und III keineswegs geändert. Die Nichtexistenz des Mehrwerts muß also bloßer Schein sein.
Ferner zeigt sich ein andres, nicht minder prima facie unerklärliches Phänomen. Die Tonnen- oder Kornrente beträgt für III 291/₆ Tonnen oder qrs., während in Tabelle A, wo nur noch der Boden III bebaut, keine Rente existierte, außerdem 2117/₂₃ Mann employed69 waren, während jetzt nur 162/₃ Mann, der Profit (der den ganzen Mehrwert absorbierte) nur 191/₄₆ Tonnen betrug.
Derselbe Widerspruch zeigt sich in II, wo die Rente in Tabelle E = 205/₆ Tonnen oder qrs., während in Tabelle B der Profit, der den ganzen Mehrwert absorbierte (während 2040/₆₃ statt jetzt 162/₃ Mann angewandt wurden), nur 12113/₁₂₆ t oder qrs. betrug.
Ebenso in I, wo die Rente in Tabelle E = 162/₃ t oder qrs., während in Tabelle C der Profit von I, der den ganzen Mehrwert absorbierte, nur = 10 Tonnen (während 20 Mann employed, statt 162/₃ jetzt).
Endlich in Ib, wo die Rente in Tabelle E = 62/₃ t oder qrs., während der Profit von Ib in Tabelle D, wo der Profit den ganzen Mehrwert absorbierte, nur = 37/₁₁ t oder qrs. (während 182/₁₁ men employed70, statt 162/₃ jetzt).
Nun ist aber klar, daß das Steigen des Marktwerts über den individuellen Wert der Produkte von III, II, I, Ib zwar die Verteilung des Produkts alterieren und statt einer Klasse von shareholders71 der andren zuschieben, keineswegs aber das Produkt, worin sich der Mehrwert über den Arbeitslohn darstellt, selbst vermehren kann. Da die Produktivität der Bodenarten dieselbe geblieben, ferner die des Kapitals, wie sollen III–Ib fruchtbarer in Tonnen oder qrs. werden dadurch, daß die unfruchtbarere Bodenart oder Mine Ia auf den Markt tritt?
Das Rätsel löst sich wie folgt.
Wenn 20 Mann Tagesarbeit = 60 l., so produzieren 162/₃ Mann 50 l. Und da in der Bodenklasse III, die in 13/₅ oder 8/₅ l. enthalne Arbeitszeit sich in 1 t oder 1 qr. darstellt, stellen sich 50 l. dar in 311/₄ Tonnen oder qrs. Es gehn davon ab 162/₃ Tonnen oder qrs. für Arbeitslohn, bleiben also als Mehrwert 147/₁₂ Tonnen.
Ferner, weil der Marktwert der Tonne von 13/₅ oder 8/₅ l. gestiegen ist auf 3 l., genügen vom Produkt, den 621/2 Tonnen oder qrs., 162/3 Tonnen oder qrs., um den Wert des konstanten Kapitals zu ersetzen. Solange dagegen die Tonne oder qr., die auf III produziert ist, selbst den Marktwert bestimmte, dieser daher gleich ihrem individuellen Wert war, waren erheischt 311/4 t oder qrs., um ein konstantes Kapital von 50 l. zu ersetzen. Von den 311/4 t oder qrs., diesem aliquoten Teil des Produkts, der nötig war, bei dem Wert der Tonne von 13/5 l. das Kapital zu ersetzen, sind jetzt nur noch 162/3 nötig. Es bleiben also disponibel und fallen der Rente ||684| anheim 311/4 – 162/3 t oder qrs. Also 147/12 t oder qrs.
Rechnen wir nun zusammen, den von 162/3 Arbeitern mit konstantem Kapital von 50 l. auf III erzeugten Mehrwert in Tonnen oder qrs. von 147/12 t oder qrs. und den Teil des Produkts von 147/12 t oder qrs., der jetzt, statt das capital constant zu ersetzen, in der Form eines surplus produce erscheint, so beträgt das gesamte surplus produce 2814/12 t oder qrs. = 292/12 = 291/6 qrs. oder Tonnen. Und dies ist exactly72 die Tonnen- oder Kornrente von III in Tabelle E. Ganz ebenso löst sich der scheinbare Widerspruch in der Größe der Tonnen- oder Kornrente der Klassen II, I, Ib in Tabelle E.
Es zeigt sich also, daß die Differentialrente, die auf den beßren Bodenarten entsteht, infolge der Differenz zwischen Marktwert und dem individuellen Wert der auf ihnen erzeugten Produkte, in ihrer realen Gestalt als Produktenrente, Surplusprodukt, Tonnen- oder Kornrente im obigen Beispiel, aus zwei Elementen zusammengesetzt und zwei Verwandlungen geschuldet ist. [Erstens:] Das Surplusprodukt, worin sich die Surplusarbeit der Arbeiter, der Surpluswert darstellt, wird aus der Form des Profits in die Form der Rente verwandelt und fällt daher dem landlord statt dem Kapitalisten anheim. Zweitens, ein Teil des Produkts, der früher, solange das Produkt der beßren Bodenart oder Mine zu seinem eignen Wert verkauft wird, nötig war, um den Wert des konstanten Kapitals zu ersetzen, wird jetzt, wo jeder aliquote Teil des Produkts einen höhern Marktwert besitzt, frei und erscheint ebenfalls in der Form von surplus produce, fällt daher dem landlord statt dem Kapitalisten anheim.
Verwandlung des surplus produce in Rente statt in Profit und Verwandlung eines früher zum Ersatz des konstanten Kapitalwerts bestimmten aliquoten Teils des Produkts in surplus produce, daher in Rente –, diese beiden Prozesse konstituieren die Produktenrente, soweit sie Differentialrente. Der letzte Umstand, daß ein Teil des Produkts statt in Kapital in Rente verwandelt wird, ist von Ric[ardo] und allen seinen Nachfolgern übersehn worden. Sie sehn nur die Verwandlung des surplus produce in Rente, aber nicht die Verwandlung eines früher dem Kapital (nicht dem Profit) anheimfallenden Teiles des Produkts in surplus produce.
Der Nominalwert des so konstituierten surplus produce oder der Differentialrente ist bestimmt (unter der Voraussetzung) durch den Wert des auf dem schlechtesten Boden oder Mine produzierten Produkts. Aber dieser Marktwert veranlaßt nur die andre Verteilung dieses Produkts, macht es nicht.
Dieselben zwei Elemente sind bei allem Surplusprofit [vorhanden], also wenn z. B. infolge neuer Maschinerie etc. wohlfeiler produziertes Produkt zu höherm Marktwert als seinem eignen Wert verkauft wird. Ein Teil der Surplusarbeit der Arbeiter erscheint als Surplusprodukt (Surplusprofit), statt als Profit. Und ein Teil der Produktenmasse, die, würde das Fabrikat zu seinem eignen niedrigern Wert verkauft, nötig wäre, um dem Kapitalisten den Wert seines konstanten Kapitals zu ersetzen, wird jetzt frei, hat nichts zu ersetzen, wird Surplusprodukt und schwillt daher den Profit. |684||
||688| {Wenn wir übrigens vom Gesetz des Falls der Profitrate im Lauf der Entwicklung der kapitalistischen Produktion sprechen, so ist hier unter Profit verstanden die Gesamtsumme des Mehrwerts, dessen sich zunächst das industrielle Kapital bemächtigt, wie es sie später noch zu teilen habe mit dem geldverleihenden Kapitalisten (Zins) und dem Landlord (Rente). Also hier ist Profitrate = Mehrwertvorgeschossnes Kapital. Die Profitrate in diesem Sinn kann fallen, obgleich z. B. der industrielle Profit steigt im Verhältnis zum Zins oder umgekehrt, oder obgleich die Rente steigt im Verhältnis zum industriellen Profit oder umgekehrt. Wenn der Profit = P, der industrielle Profit = P', der Zins = Z und die Rente = R, so ist P = P' + Z + R. Und es ist klar, daß, welches immer die absolute Größe von P sei, P', Z und R gegeneinander wachsen oder fallen können, unabhängig von der Größe von P oder vom Steigen oder Fallen von P. Das wechselseitige Steigen von P', Z, R ist bloß verschiedne Verteilung von P unter verschiednen Personen. Die weitre Betrachtung dieser Umstände, die diese Verteilung von P ergeben, die aber mit dem Steigen oder Fallen von P selbst nicht identisch ist, gehört nicht hierher, sondern in die Betrachtung der Konkurrenz der Kapitalien. Wenn aber R steigen kann zu einer Höhe, die P selbst nicht hätte, würde es nur in P' und Z geteilt, so ist das, wie auseinandergesetzt, Schein und kommt daher, daß ein Teil des Produkts, bei steigendem Wert desselben, statt in konstantes Kapital rückverwandelt zu werden, frei wird und in Rente verwandelt wird.} |688||
||684| Es ist bei dieser ganzen Darstellung unterstellt, daß das verteuerte (dem Marktwert nach) Produkt nicht naturaliter in die Komposition des konstanten Kapitals, sondern nur in den Arbeitslohn eingeht, nur in das variable Kapital. Wenn das erste der Fall wäre, so sagt Ric[ardo], daß dadurch die Profitrate noch mehr fallen und die Rente steigen würde. Dies ist zu untersuchen.
Wir haben bisher angenommen, daß der Wert des Produkts den Wert des konstanten Kapitals ersetzen muß, also die 50 l. im oben angegebnen Fall. Also wenn 1 t oder qr. 3 l. kostet, natürlich nicht soviel t oder qrs. erfordert sind zu diesem Wertersatz, als wenn die t oder qrs. nur 11/15 l. etc. kostet. Nehmen wir aber jetzt an, die Kohle oder das Korn oder welches sonst das Produkt der Erde, das vom agricultural capital erzeugte Produkt, gehe selbst naturaliter in die Bildung des konstanten Kapitals ein. Z. B. zur Hälfte. In diesem Fall ist es klar, daß, welches immer der Preis der Kohle oder des Korns sei |685| ein konstantes Kapital von bestimmter Größe, d. h., das von einer bestimmten Masse Arbeiter in Bewegung gesetzt wird – da die Zusammensetzung des agricultural capital in den Massenverhältnissen von akkumulierter und lebendiger Arbeit der Voraussetzung nach unverändert geblieben ist –, zu seinem Ersatz stets einen in natura bestimmten aliquoten Teil des Gesamtprodukts braucht.
Wenn z. B. das konstante Kapital zu einer Hälfte aus andrer Ware, zu andrer Hälfte aus Kohlen oder Korn besteht, so besteht das konstante Kapital 50 aus 25 l. andrer Ware und 25 l. (oder 155/8 qrs. oder Tonnen) [Kohle oder Korn], solange der Wert der Tonne = 8/5 l. oder 13/5 l. war. Und wie sich immer der Marktwert der t oder des qr. ändre, 162/3 Mann bedürfen eines konstanten Kapitals von 25 l. + 155/8 grs. oder Tonnen, da die Natur des konstanten Kapitals dieselbe bleibt, ditto das Verhältnis der zu seiner Inwerksetzung erheischten Arbeiteranzahl.
Steigt nun wie in Tabelle E der Wert der t oder qr. zu 3 l., so wären für die 162/3 Mann erheischt konstantes Kapital = 25 l. + 3 (15 + 5/8) l. = 25 l. + 45 l. + 15/8 l. = 717/8 l. Und da die 162/3 Mann kosten 50 l., so wäre erheischt für sie Auslage in Gesamtkapital von 717/8 l. + 50 l. = 1217/8 l.
Den Wertverhältnissen nach, bei gleicher organischen Zusammensetzung, hätte sich das agricultural capital geändert.
Es wäre C717/8 V50 (für 162/3 Arbeiter). Für 100 wäre die Komposition C688/39 V411/39. Etwas über 132/3 Arbeiter. (Nämlich ohne die Bruchzahl 1/117). Da 162/3 Arbeiter in Bewegung setzen 155/8 qrs. oder Tonnen konstantes Kapital, so 1379/117 Arbeiter 1232/39 t oder qrs., = 386/13 l. Und der Rest des konstanten Kapitals, = 2020/39 l., bestünde aus andren Waren. Unter allen Umständen wären immer 1232/39 t oder qrs. von dem Produkt abzuziehen, um den Teil des konstanten Kapitals, in den sie in natura eingehn, zu ersetzen. Da der Wert, den 20 Arbeiter produzieren, = 60 l., so der, den 1379/117 produzieren, = 4117/39. Der Arbeitslohn aber betrüge ditto in Tabelle E 4117/39. So kein Mehrwert.
Die Gesamttonnenzahl wäre [5111/13(77), davon sind] 1232/39 t, die wieder reproduziert werden; ferner 1379/117 für die Arbeiter. Für den andren Rest des konstanten Kapitals zu 3 l. die Tonne 698/117. Also zusammen 331/3. Bliebe für die Rente 1737/39.
Um die Sache abzukürzen, nehmen wir den Ricardo günstigsten, extremsten Fall an, d.h., daß das konstante Kapital ganz wie das variable bloß aus dem agricultural produce besteht, dessen Wert steigt zu 3 l. per qr. oder Tonne, infolge davon, daß Klasse Ia den Markt beherrscht.
Die technologische Komposition des Kapitals bleibt dieselbe, d.h. das Verhältnis zwischen der durch das variable Kapital repräsentierten lebendigen Arbeit oder Arbeiterzahl (da der Normaltag als konstant vorausgesetzt, und der Masse von Arbeitsmitteln, die erheischt werden und die jetzt, nach unsrer Voraussetzung, aus Tonnen Kohle oder qrs. Korn bestehn für eine gegebne Arbeiteranzahl, bleibt konstant.
Da bei der ursprünglichen Zusammensetzung des Kapitals C60V40 bei dem Preis der Tonne von 2 l. V40 20 Arbeiter repräsentierte oder 20 qrs. oder Tonnen, repräsentierte C60 30 Tonnen; und da diese 20 Arbeiter auf III 75 Tonnen produzierten, produzierten 131/3 Arbeiter (und V40 = 131/3 t oder Arbeiter, wenn die Tonne = 3 l.) 50 Tonnen und setzen ein capital constant in |686| Bewegung von 60/3, = 20 Tonnen oder qrs.
Ferner, da 20 Arbeiter einen Wert von 60 l. produzieren, produzieren 131/3 40 l.
Da der Kapitalist für die 20 t 60 l. zahlen muß und für die 131/3 Arbeiter 40, letzte aber bloß 40 l. Wert produzieren, ist der Wert des Produkts = 100 l.; Auslage = 100 l. Mehrwert und Profit = 0.
Da aber die Produktivität von III dieselbe geblieben, produzieren wie gesagt 131/3 Mann 50 Tonnen oder qrs. Die Naturalauslage in Tonnen oder qrs. beträgt aber nur 20 für das konstante Kapital und 131/3 für den Arbeitslohn, also 331/3 Tonnen. Die 50 Tonnen lassen also ein surplus produce von 162/3, und dies bildet die Rente.
Aber was stellen die 162/3 dar?
Da der Wert des Produkts = 100 und das Produkt selbst = 50 Tonnen, so wäre der Wert der hier erzeugten Tonne in fact73 = 2 l. = 100/50. Und solange das Produkt in natura größer ist, als was zur Naturalersetzung des Kapitals nötig, muß der individuelle Wert der Tonne selbst auf diesem Maßstab kleiner bleiben als ihr Marktwert.
Der farmer muß 60 l. zahlen, um die 20 t zu ersetzen, und berechnet sich die 20 t zu 3 l., da dies der Marktwert der Tonne und die Tonne zu diesem Preis verkauft. Ebenso muß er 40 l. zahlen für die 131/3 Arbeiter oder Tonnen oder qrs., die er den Arbeitern zahlt. Diese erhalten damit aber nur 131/3 t.
In der Tat aber, die Klasse III betrachtet, kosten die 20 Tonnen nur 40 l. und die 131/3 nur 262/3. Die 131/3 Arbeiter produzieren aber Wert von 40 l., also Mehrwert von 131/3 l. Dies macht, die Tonne zu 2 l., = 64/6 oder 62/3 t.
Und da die 20 Tonnen nur 40 l. kosten auf III, so bleibt Überschuß von 20 l. = 10 t.
Die 162/3 Tonnen Rente also = 62/3 t für Mehrwert, der in Rente verwandelt, und 10 t Kapital, das in Rente verwandelt ist. Dadurch aber, daß der Marktwert der Tonne zu 3 l. gestiegen, kosten dem Pächter die 20 t 60 l. und die 131/3 40 l., während die 162/3 Tonnen als Überschuß des Marktwerts über den Wert seines Produkts, als Rente erscheinen = 50 l.
In der Klasse II liefern 131/3 Mann wieviel Tonnen? 20 Mann liefern hier 65, also 131/3 431/3 Tonnen. Der Wert des Produkts wie oben = 100. Von den 431/3 Tonnen sind aber zum Ersatz des Kapitals nötig 331/3. Bleibt als Surplusprodukt oder Rente 431/3 – 331/3 = 10 t.
Diese Rente von 10 t erklärt sich aber wie folgt: Der Wert des Produkts auf II = 100, das Produkt 431/3 [Tonnen], also der Wert der Tonne = 100 / 431/3 = 24/13 l. Also kosten die 131/3 Arbeiter 3010/13, und es bleiben für Mehrwert 93/13. Ferner kosten die 20 t konstantes Kapital 462/13, und es bleibt von den 60, die dafür gezahlt werden, 1311/13. Mit dem Mehrwert zusammen 231/13 l., was bis auf den letzten Farthing stimmt.
Erst in der Klasse Ia, wo in der Tat in natura 331/3 t oder qrs., also das Gesamtprodukt, nötig, um konstantes Kapital und Arbeitslohn zu ersetzen, ist in fact weder Mehrwert, noch surplus produce, noch Profit, noch Rente enthalten. Solange das nicht der Fall ist, solange das Produkt größer als [nötig], um in natura das Kapital zu ersetzen, findet Verwandlung von Profit (surplus value) und Kapital in Rente statt. Letztres, soweit ein Teil des Produkts, der entweder das Kapital ersetzen müßte bei niedrigem Wert, frei wird oder ein Teil des Produkts, der in Kapital und Mehrwert verwandelt worden wäre, der Rente zufällt.
Zugleich aber sieht man, daß Verteuerung des capital constant, wenn Folge der Verteuerung des agricultural produce, die Rente außerordentlich herabsetzt, z.B. die Rente von III und II [in Tabelle E] von 50 Tonnen = 150 l., bei dem Marktwert von 3 l., auf 262/₃ t, also fast die Hälfte. Dies Fallen notwendig, ||687| da hier die mit demselben Kapital 100 angewandte Arbeiterzahl doppelt verringert wird, einmal, weil der Arbeitslohn steigt, also der Wert des variablen Kapitals, zweitens, weil die Produktionsmittel, das konstante Kapital im Wert steigt. An und für sich erheischt das Steigen des Arbeitslohns, daß von 100 weniger in Arbeit, also verhältnismäßig (bei gleichbleibendem Wert der Waren, die in das konstante Kapital eingehn) weniger in konstantem Kapital ausgelegt werden kann, 100 l. also together74 weniger akkumulierte und weniger lebendige Arbeit repräsentieren. Die Wertsteigerung der Waren, die in das konstante Kapital eingehn, verursacht aber außerdem, da das technologische Verhältnis zwischen akkumulierter und lebendiger Arbeit dasselbe bleibt, daß für dasselbe Geld weniger akkumulierte, also aus diesem Grund weniger lebendige Arbeit angewandt werden kann. Da aber, bei gleicher Produktivität des Bodens und gegebner technologischer Zusammensetzung des Kapitals, das Gesamtprodukt von dem Quantum der angewandten Arbeit abhängt, diese abnimmt, muß auch die Rente abnehmen.
Dies zeigt sich erst, sobald der Profit fortgefallen. Solange dieser noch existiert, kann die Rente zunehmen, trotz der absoluten Abnahme des Produkts auf allen Klassen, wie dies die Tabelle S.68175 zeigt. Es ist überhaupt klar, daß, sobald allein Rente existiert, die Abnahme des Produkts, hence76 des surplus produce, auf die Rente selbst fallen muß. Rascher würde dies von vornherein eintreten, wenn sich der Wert des capital constant mit dem des variablen Kapitals verteuerte.
Aber abgesehen hiervon zeigt die Tabelle S.681, daß das Wachsen der Differentialrente bei abnehmender Fruchtbarkeit der Agrikultur auch auf den beßren Bodenklassen fortwährend begleitet ist von abnehmender Masse des Gesamtprodukts im Verhältnis zum vorgeschossnen Kapital von bestimmter Größe, von 100 z.B. Davon hat R[icardo] keine Ahnung. Die Profitrate nimmt ab, weil dasselbe Kapital, z.B. 100, beständig weniger Arbeit in Bewegung setzt und diese Arbeit teuer zahlt, also immer weniger Surplus akkumuliert. Das wirkliche Produkt aber, bei gegebner Produktivität, hängt, wie der Mehrwert, von der Anzahl der von dem Kapital beschäftigten Arbeiter ab. Dies übersieht Ric[ardo]. Ditto die Art und Weise, wie die Rente gebildet wird, nicht nur durch Verwandlung von surplus value in Rente, sondern von Kapital in surplus value. Natürlich ist diese Verwandlung von Kapital in surplus value nur scheinbar. Wäre der Mehrwert bestimmt durch den Wert des Produkts auf III etc., so stellte jeder Partikel surplus produce, surplus value oder Surplusarbeit dar. Ric[ardo] hat ferner immer nur im Auge, daß, um dieselbe Masse Produkt zu erzeugen, mehr Arbeit angewandt werden muß, aber nicht, was für die Bestimmung sowohl der Profitrate als der Masse des erzeugten Produkts das Entscheidende, daß mit demselben Kapital ein beständig fallendes Quantum lebendiger Arbeit angewandt wird, wovon ein stets größrer Teil necessary labour77 und ein stets kleinerer surplus labour.
All this considered78, muß gesagt werden, daß, selbst die Rente als bloße Differentialrente gefaßt, Ric[ardo] nicht den geringsten Fortschritt gegen seine Vorgänger gemacht hat. Sein bedeutendes Verdienst in dieser Sache das von Quincey angegebne, also die wissenschaftliche Formulierung der Frage. In der Lösung akzeptiert R[icardo] das Überlieferte.
Nämlich:
„Ric[ardo] hat das Neue in der Doktrin der Grundrente, daß er sie in die Frage auflöst, ob sie das law of value actually79 beiseite setzt.“ (p. 158 Th. de Q[uincey], „The Logic of Polit. Ec.“, [Edinburgh and] Lond. 1844.)
Quincey sagt ferner in derselben Schrift p.163:
„Rente ist jener Teil des Produkts des Bodens (oder eines anderen Faktors der Produktion), der dem Landlord für die Benutzung seiner verschiedenen Kräfte gezahlt wird, die gemessen werden durch den Vergleich mit den ähnlichen Faktoren, die auf demselben Markt operieren.“
Ferner: p.176:
Die Einwürfe gegen Ric[ardo], Eigentümer von Nr. I werden es nicht umsonst weggeben. Aber in der Periode {dieser mythologischen Periode}, wo nur Nr. I in Kultur gesetzt, „kann keine besondere von der Klasse der Grundeigentümer unterschiedene Klasse von Besitzern und Pächtern |688| gebildet worden sein“.
Also nach Quincey dieses Gesetz des „Grundeigentums“, solange kein Grundeigentum im modernen Sinn existiert.
Jetzt zu den Belegstellen aus Ric[ardo].
(Vorher über die Differentialrente noch diese Bemerkung: In der Wirklichkeit wechseln die ascending und descending line80 miteinander ab, durchkreuzen und verschlingen sich.
Es ist aber keineswegs gesagt, daß, wenn in einzelnen kurzen Perioden (wie von 1797–1813) die descending line stark vorherrscht, deswegen die Profitrate fallen muß (soweit letztre nämlich bestimmt ist durch die Rate des Mehrwerts). Ich glaube vielmehr, daß in jener Periode die Profitrate in England ausnahmsweise gestiegen ist, trotz der stark gestiegnen Weizenpreise und generally81 des agricultural produce. Es ist mir kein englischer Statistiker bekannt, der die Ansicht von dem Steigen der Profitrate während jener Periode nicht teilte. Einzelne Ökonomen, wie Chalmers, Blake usw. haben eigne Theorien auf jene Tatsache gestützt. Vorher muß ich noch bemerken, daß es ein törichter Versuch ist, das Steigen der Weizenpreise während jener Periode aus der Entwertung des Geldes erklären zu wollen. Niemand, der die Geschichte der Warenpreise während jener Zeit studiert hat, kann diese Ansicht teilen. Außerdem beginnt das Steigen der Preise lange vorher und erreicht hohes Maß, bevor irgendeine Depreziation des Geldes eintritt. Sobald letztre eintritt, ist sie einfach in Abzug zu bringen. Fragt man nun, warum die Profitrate stieg, trotz des Steigens der Kornpreise, so ist dies aus folgenden Umständen zu erklären: Verlängerung des Arbeitstags, die unmittelbare Folge der neu eingeführten Maschinerie; Verwohlfeilerung der in die Konsumtion der Arbeiter eingehenden Fabrik- und Kolonialwaren; Herabsetzung des Arbeitslohns (obgleich der nominelle Arbeitslohn stieg) unter seine traditionelle Durchschnittshöhe {dies fact ist für jene Periode anerkannt; J.P.Stirling in „The Philosophy of Trade etc.“, Edinburgh 1846, der im ganzen Ricardos Grundrenttheorie annimmt, sucht jedoch nachzuweisen, daß die unmittelbare Folge einer permanenten (d.h. nicht von den Jahreszeiten zufällig bestimmten) Kornverteuerung stets Herabsetzung des average82 Arbeitslohns ist} endlich, da infolge der Anleihn und Staatsverwendungen die Nachfrage nach Kapitalien noch rascher wuchs als ihre Zufuhr, Steigerung des nominellen Preises der Waren. wodurch den Grundrenten und other fixed income men83 von den Fabrikanten ein Teil des in der Form der Rente etc. gezahlten Teils des Produkts wieder abgenommen wird. Eine solche Operation kommt hier, wo wir die Grundverhältnisse betrachten, also nur 3 Klassen vor uns haben, landlords, capitalists und workmen, nicht in Betracht. Dagegen spielt sie bedeutende Rolle – unter entsprechenden Umständen – in der Praxis, wie Blake nachgewiesen.) |688||
||689| [Mr. Hallett von Brighton hat bei der Exhibition (1862) ausgestellt „pedigree nursery wheat“84. „Mr. Hallett hebt hervor, daß Getreideähren ebenso wie Rassepferde sorgfältig gezüchtet werden müssen, anstatt daß man sie, wie es gewöhnlich getan wird, ohne Rücksicht auf die Theorie der natürlichen Auswahl, wie Kraut und Rüben anbaut. Als Illustration dafür, was gute Aufzucht selbst beim Weizen vermag, werden einige bemerkenswerte Beispiele gebracht. 1857 pflanzte Mr. Hallett eine Ähre der ersten Qualität von rotem Weizen an, die genau 45/8 Zoll lang war und 47 Körner enthielt. Von dem Produkt dieser kleinen Auswahl wählte er 1858 wieder die schönste Ähre, 61/2 Zoll und mit 79 Körnern, aus. Und dieses wurde 1859 mit der besten Nachkommenschaft wiederholt, diesmal war sie 73/4 Zoll lang und enthielt 91 Körner. Das nächste Jahr, 1860, war eine schlechte Zeit für landwirtschaftliche Aufzucht, und der Weizen weigerte sich, größer und besser zu werden; aber das Jahr danach, 1861, wurde die beste Ähre 83/4 Zoll lang mit nicht weniger als 123 Körnern an einem einzigen Halm. So war der Weizen in fünf Jahren fast zu seiner doppelten Größe und zu einer dreifachen Ergiebigkeit an Körnern gewachsen. Diese Resultate wurden erreicht durch ein System, das Herr Hallett als das ‚natürliche System‘ des Weizenanbaus bezeichnet; das heißt durch die Pflanzung einzelner Körner in einem solchen Abstand – etwa 9 Zoll voneinander in jeder Richtung –, daß jedes genügend Platz zur vollen Entfaltung erhält… Er behauptet, daß der Kornertrag Englands durch den Anbau von ‚Stammbaumweizen‘ nach dem ‚natürlichen System‘ verdoppelt werden könnte. Er stellt fest, daß er von einzelnen Körnern, die er zur gehörigen Zeit jedes auf einen Quadratfuß Boden gepflanzt hatte, im Durchschnitt Pflanzen mit 23 Ähren und etwa 36 Körnern in jeder Ähre erzielt habe. Das Produkt eines Acres betrug danach, genau gerechnet, 1 001 880 Weizenähren, während nach der gewöhnlichen Weise mit einem Aufwand von zwanzigmal mehr Samen die Ernte nur 934 120 Ähren lieferte, also 67 700 Ähren weniger…“}
„Mit der Entwicklung der Gesellschaft hat der natürliche Preis der Arbeit immer eine steigende Tendenz, da eine der hauptsächlichsten Waren, durch die der natürliche Preis der Arbeit bestimmt wird, wegen der größeren Schwierigkeit ihrer Produktion die Tendenz hat, teurer zu werden. Da jedoch die Verbesserungen der Landwirtschaft und das Auffinden neuer Märkte, von denen Nahrungsmittel eingeführt werden können, imstande sind, der Tendenz zur Steigerung der Preise der lebenswichtigen Güter zeitweilig entgegenzuwirken und sogar ein Sinken ihrer natürlichen Preise hervorzurufen, werden dieselben Ursachen die entsprechenden Wirkungen auf den natürlichen Preis der Arbeit ausüben.
Der natürliche Preis aller Waren, ausgenommen Rohprodukte und Arbeit hat mit der fortschreitenden Entwicklung des Reichtums und der Bevölkerung eine fallende Tendenz; denn obwohl sie einerseits durch das Steigen des natürlichen Preises des Rohmaterials, aus dem sie hergestellt werden, an wirklichem Wert zunehmen, so wird dies doch mehr als ausgeglichen durch die Verbesserungen der Maschinerie, durch die verbesserte Teilung und Verteilung der Arbeit und durch die bessere technische und wissenschaftliche Ausbildung der Produzenten. ([Ricardo, „On the principles of political economy, and taxation“] p. 86, 87.)
„Mit der Vermehrung der Bevölkerung werden diese lebensnotwendigen Güter dauernd im Preise steigen, da zu ihrer Produktion mehr Arbeit erforderlich wird. ... Der Geldlohn der Arbeit wird, anstatt zu fallen, steigen, jedoch nicht genügend, um dem Arbeiter den Einkauf ebenso vieler Annehmlichkeiten und notwendiger Güter zu ermöglichen, wie er vor dem Preisanstieg jener Waren kaufen konnte. ... Obwohl der Arbeiter also tatsächlich schlechter bezahlt wird, wird diese Erhöhung seines Lohnes doch notwendigerweise den Profit des Fabrikanten verringern, da dessen Waren zu keinem höheren Preis verkauft werden, die Kosten ihrer Produktion aber gestiegen sind. ...
Die gleiche Ursache, welche die Rente erhöht – die zunehmende Schwierigkeit, eine zusätzliche Menge Nahrungsmittel mit der relativ gleichen Menge Arbeit herzustellen – scheint demnach auch den Lohn steigen zu lassen; wenn daher der Wert des Geldes unverändert bleibt, werden sowohl die Rente als auch der Lohn mit dem Fortschritt des Reichtums und der Bevölkerung eine steigende Tendenz haben (l. c. p. 96, 97.)
Zwischen dem Steigen der Rente und dem des Lohnes besteht jedoch folgender wesentlicher Unterschied. Die Erhöhung des Geldwertes der Rente wird von einem ||690|| größeren Anteil am Produkt begleitet; nicht nur die Geldrente des Grundeigentümers ist größer. ... Das Los des Arbeiters wird weniger glücklich sein. Es stimmt zwar, daß er einen höheren Geldlohn erhält, aber sein Lohn in Getreide ist geringer und nicht nur sein Besitz an Getreide, sondern auch seine allgemeine Lage wird dadurch verschlechtert, da es für ihn schwieriger wird, die Marktrate des Lohnes über seiner natürlichen Rate zu halten.“ (l. c. p. 97, 98.)
„Vorausgesetzt, daß Getreide und Manufakturwaren stets zu unveränderten Preisen verkauft werden, so sind die Profite hoch oder niedrig, je nachdem die Löhne niedrig oder hoch sind. Angenommen aber, Getreide steigt im Preis, weil mehr Arbeit zu seiner Produktion erforderlich ist, so wird diese Ursache nicht den Preis jener Manufakturwaren erhöhen, zu deren Produktion keine zusätzliche Menge Arbeit benötigt wird. ... Wenn jedoch, wie es vollkommen sicher ist, die Löhne mit dem Getreidepreise steigen, so werden ihre Profite notwendigerweise sinken.“ (l. c. p. 108.)
Aber es könnte gefragt werden, „ob nicht wenigstens der Farmer dieselbe Profitrate erhält, obwohl er einen zusätzlichen Betrag an Löhnen auszahlt? Sicherlich nicht; denn er wird nicht nur ebenso wie der Fabrikant jedem von ihm beschäftigten Arbeiter eine Lohnerhöhung zu zahlen haben, sondern er wird auch gezwungen sein, entweder eine Rente zu zahlen oder zusätzliche Arbeiter zu beschäftigen, um das gleiche Produkt zu erzielen. Die Erhöhung des Preises der Rohprodukte wird aber nur dieser Rente, bzw. dieser zusätzlichen Zahl von Arbeitern entsprechen, ihn aber nicht für die Lohnerhöhung schadlos halten." (l. c. p. 108.)
„Wir haben gezeigt, daß in früheren Gesellschaftsstufen der Anteil des Grundeigentümers wie auch der des Arbeiters am Werte des Produktes der Erde nur sehr gering ist und daß er entsprechend der Vermehrung des Reichtums und der Schwierigkeit der Nahrungsmittelbeschaffung steigt." (l. c. p. 109.)
Dies ist sonderbare bürgerliche Phantasie von den „early stages of society"85. In diesen early stages ist der labourer entweder Sklave oder self sustaining peasant86 etc. Im ersten Falle gehört er mit dem Land dem landlord, im zweiten ist er sein eigner landlord. In beiden Fällen steht kein Kapitalist zwischen landlord und labourer. Was nur das letzte Resultat der kapitalistischen Produktion – die Unterwerfung der Agrikultur unter dieselbe, und daher die Verwandlung der slaves oder peasants in wages-labourers und das Zwischentreten des Kapitalisten zwischen landlord und labourer –, erscheint Ricardo als ein den „early stages of society" angehöriges Phänomen.
„Die natürliche Tendenz des Profits ist also zu fallen, denn mit der fortschreitenden Entwicklung der Gesellschaft und des Reichtums kann die zusätzlich benötigte Menge Lebensmittel nur durch das Opfer von immer mehr Arbeit gewonnen werden. Diese Tendenz oder sozusagen Gravitation des Profits wird zum Glück häufig durch Verbesserungen der mit der Produktion von lebenswichtigen Gütern verbundenen Maschinen sowie durch Entdeckungen der Agrarwissenschaft gehemmt, die uns ermöglichen, einen Teil der früher erforderlichen Menge Arbeit freizusetzen und daher den Preis der wichtigsten lebensnotwendigen Güter zu senken." (l. c. p. 120, 121.)
Ric[ardo] sagt im folgenden Satz mit dürren Worten, daß er unter rate of profit die rate of surplus value versteht:
„Obwohl ein größerer Wert produziert wird, so wird ein höherer Anteil von dem, was nach Zahlung der Rente von diesem Werte übrigbleibt, von den Produzenten konsumiert, und das – und nur das – bestimmt den Profit." (l. c. p. 127.)
D. h., abgesehn von der Rente ist die Profitrate gleich dem Überschuß des Wertes der Ware über den Wert der während ihrer Produktion bezahlten Arbeit oder des Teils ihres Werts, den die producers aufessen. Ric[ardo] nennt die Arbeiter allein producers. Er nimmt an, daß der produced value von ihnen produziert ist. Er erklärt hier also den Mehrwert als den Teil des von ihnen selbst produzierten Wertes, den sie für den Kapitalisten produzieren.(1)
Identifiziert er aber rate of surplus value mit rate of profit – und nimmt er, wie er tut, zugleich an, daß der Arbeitstag von gegebner Größe –, so kann die tendency zum Fall in der rate of profit nur aus den Ursachen erklärt werden, die die rate of surplus value fallen machen. Letztres aber – bei gegebner Größe des Arbeitstags – nur möglich, wenn die rate of wages permanently87 steigt. Dies nur möglich, wenn die value of necessaries permanently88 steigt. Dies aber nur, wenn sich die Agrikultur fortwährend deterioriert, d.h., wenn R[icardo]s Theorie der Grundrente angenommen wird. Da R[icardo] rate of surplus value und rate of profit |[691| identifiziert, da die rate of surplus value aber nur in bezug auf das variable, in Arbeitslohn ausgelegte Kapital zu berechnen ist, nimmt R[icardo], wie A.Smith, an, daß sich der Wert des ganzen Produkts – nach Abzug der Rente – zwischen workmen und capitalists in wages und profit teilt. D.h., er macht die falsche Unterstellung, daß das ganze vorgeschossne Kapital nur aus variablem Kapital besteht. So fährt er z.B. nach der oben zitierten Stelle fort:
„Sobald aber schlechte Böden in Bebauung genommen werden oder mehr Kapital und Arbeit mit einem geringeren Ertrage auf dem alten Boden aufgewendet wird, muß die Wirkung eine dauernde sein. Ein größerer Anteil von dem verbleibenden Produkt, der nach Zahlung der Rente zwischem dem Eigentümer des Kapitals und dem Arbeiter aufzuteilen ist, wird dem letzteren zufallen." (l.c. p. 127, 128.)
Die Stelle fährt fort:
„Jeder Arbeiter kann, und wird wahrscheinlich auch, eine absolut geringere Menge haben; da aber mehr Arbeiter im Verhältnis zu dem gesamten Produkt, das dem Farmer verbleibt, beschäftigt werden, wird der Wert eines größeren Teiles des Gesamtprodukts durch den Lohn in Anspruch genommen und daher der Wert eines kleineren Teiles auf den Profit entfallen." (l.c. p.128.)
Und kurz vorher:
„Die vom Produkt des Bodens nach Bezahlung des Arbeiters und des Grundeigentümers übrigbleibende Menge gehört notwendigerweise dem Farmer und stellt den Profit seines Kapitals dar." (l.c. p.110.)
Am Schluß des Abschnitts (ch.VI) „On Profits“ sagt R[icardo], daß seine Entwicklung über den fall of profits wahr bleibt, selbst wenn – was falsch – vorausgesetzt würde, daß die Preise der Waren steigen mit einem Steigen89 in den money wages des laboureurs90.
„Wir haben uns in dem Kapitel über den Lohn zu zeigen bemüht, daß der Geldpreis der Waren nicht durch ein Steigen des Lohnes nach oben getrieben wird… Wäre dem aber anders, würden die Warenpreise dauernd durch hohe Löhne nach oben getrieben, so wäre die Behauptung nicht weniger richtig, daß hohe Löhne unausweichlich den Unternehmer durch den Entzug eines Teiles seines wirklichen Profits treffen. Angenommen, der Hutmacher, der Strumpfwirker und der Schuhmacher zahlen jeder für die Herstellung einer bestimmten Quantität ihrer Waren 10 l. mehr Lohn und der Preis der Hüte, Strümpfe und Schuhe steigt um einen für die Rückzahlung der 10 l. an den Fabrikanten ausreichenden Betrag, dann ist ihre Lage nicht besser, als wenn keine solche Erhöhung eingetreten wäre. Falls der Strumpfwirker seine Strümpfe statt für 100 l. für 110 l. verkauft, beläuft sich sein Profit auf genau den gleichen Geldbetrag wie früher. Da er jedoch im Austausch für die gleiche Summe ein Zehntel weniger Hüte, Schuhe sowie alle anderen Waren bekommt und mit seiner früheren Summe an Rücklagen" (d.h. mit demselben Kapital) „zu den erhöhten Löhnen weniger Arbeiter beschäftigen und weniger Rohmaterial zu erhöhten Preisen kaufen kann, wird er sich in keiner günstigeren Situation befinden, als wenn der Betrag seines Profits in Geld tatsächlich zurückgegangen und alles auf seinem früheren Preise geblieben wäre." (l.c. p.129.)
Ric[ardo], der sonst bei der Ausführung immer nur hervorhob, daß bei schlechterem Boden mehr Arbeiter bezahlt werden müssen, um dasselbe Quantum Produkt zu produzieren, hebt endlich hier das für die Profitrate Entscheidende hervor, daß mit demselben amount of capital fewer labourers are employed at increased wages91. Sonst seine Sache nicht ganz richtig. Steigt der Preis von hats92 etc. um 10 p.c., so dasselbe für den Kapitalisten; aber der landlord hätte mehr wieder abzugeben von seiner Rente. Seine Rente stieg z.B. von 10 zu 20 l. Aber mit den 20 l. erhält er weniger hats etc. proportionell als mit den 10.
Ricardo sagt ganz richtig:
„Mit fortschreitender Entwicklung der Gesellschaft geht das Nettoprodukt des Bodens im Verhältnis zu seinem Bruttoprodukt immer zurück.“ (l.c. p. 198.)
Dies meint er so, daß die Rente steigt in an improving state of society93. Der wirkliche Grund ist, weil in an improving state of society das variable Kapital proportionell zum konstanten Kapital fällt. |691||
||692| Daß mit dem Progreß der Produktion das konstante Kapital wächst im Verhältnis zum variablen, gibt Ric[ardo] selbst zu, aber nur in der Form, daß das fixed capital wächst im Verhältnis zum circulating.
„Eine größere Not wird durch einen Umschwung im Handel in reichen und mächtigen Ländern fühlbar werden, in denen viel Kapital in Maschinen investiert ist, als in armen Ländern, wo eine verhältnismäßig viel kleinere Summe von fixem Kapital und eine viel größere Summe zirkulierendes Kapital vorhanden ist und wo daher mehr Arbeit durch Menschenhände geleistet wird. Es ist weniger schwierig, zirkulierendes als fixes Kapital aus einer Anlage, an der es beteiligt war, herauszuziehen. Oft ist es unmöglich, die Maschinerie, die vielleicht für eine bestimmte Fabrikation aufgestellt wurde, für eine andere zu verwenden. Die Kleidung, die Nahrungsmittel und die Wohnung des Arbeiters in einer Beschäftigung können jedoch zum Unterhalt des Arbeiters in einer anderen verwendet werden“
(hier also unter zirkulierendem Kapital nur variables, in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital),
„oder aber derselbe Arbeiter kann die gleiche Nahrung, Kleidung und Wohnung erhalten, während seine Beschäftigung wechselt. Das ist aber ein Übel, das eine reiche Nation in Kauf nehmen muß, und sich darüber zu beklagen, wäre nicht vernünftiger als das Jammern eines reichen Kaufmanns, daß sein Schiff den Gefahren des Meeres ausgesetzt ist, während die Hütte seines armen Nachbarn vor allen derartigen Gefahren bewahrt bleibt.“ (l.c. p.311.)
Eine Ursache des Steigens der Rente, ganz unabhängig von dem rise in the price of agricultural produce94, führt Ric[ardo] selbst an:
„Wieviel Kapital sich auch immer mit dem Boden untrennbar verbindet, es muß bei Erlöschen der Pacht notwendigerweise dem Grundeigentümer und nicht dem Pächter gehören. Welche Entschädigung der Grundeigentümer auch bei der Wiederverpachtung des Landes für dieses Kapital erhalten mag, sie wird als Rente erscheinen. Jedoch wird keine Rente bezahlt werden, wenn mit einem bestimmten Kapital mehr Getreide aus dem Ausland bezogen werden kann als von diesem Boden bei uns zu ernten möglich ist.“ (l.c. p.315, Note.)
Über denselben Gegenstand sagt Ric[ardo]:
„In einem früheren Teil dieses Werkes habe ich auf den Unterschied hingewiesen, der zwischen der eigentlichen Rente und der Vergütung besteht, die dem Grundeigentümer unter dieser Bezeichnung für die Vorteile bezahlt wird, welche die Verausgabung seines Kapitals dem Pächter verschafft hat. Ich habe aber vielleicht nicht genügend den Unterschied betont, der sich aus der verschiedenen Art und Weise, in der dieses Kapital verwendet werden kann, ergibt. Da ein Teil dieses Kapitals, sobald es einmal für die Verbesserung einer Farm verauslagt wurde, unlöslich mit dem Boden verbunden ist und die Tendenz hat, dessen produktive Fähigkeit zu erhöhen, entspricht die dem Grundeigentümer für seine Benutzung gezahlte Vergütung genau dem Charakter der Rente und ist allen Gesetzen der Rente unterworfen. Gleichgültig, ob die Verbesserung auf Kosten des Eigentümers oder des Pächters vorgenommen wurde, sie wird zunächst nicht erfolgen, wenn nicht eine große Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden ist, daß der Gewinn daraus mindestens gleich dem Profit sein wird, der durch die Anlage eines anderen, gleich großen Kapitals erzielt werden kann. Sobald sie aber einmal vorgenommen ist, wird der erzielte Gewinn danach stets völlig den Charakter der Rente besitzen und allen Veränderungen der Rente ausgesetzt sein. Einige dieser Ausgaben gereichen dem Boden nur für begrenzte Zeit zum Vorteil und vermehren seine produktiven Fähigkeiten nicht auf die Dauer. Sofern sie auf Gebäude und sonstige vergängliche Verbesserungen verwendet wurden, so erfordern sie ständige Erneuerung und bringen dem Eigentümer daher keine dauernde Erhöhung seiner tatsächlichen Rente ein.“ (l.c. p.306, Note.)
Ric[ardo] sagt:
„In allen Ländern und zu allen Zeiten hängt der Profit von dem Quantum Arbeit ab, das zur Beschaffung der für die Arbeiter notwendigen Güter auf dem Boden oder mit dem Kapital erforderlich ist, das keine Rente abwirft.“ (l.c. p. 128.)
Danach regulierte der Profit des Pächters auf dem Land – dem schlechtesten Land, das nach Ricardo keine Rente zahlt – the general rate of profit. Das Räsonnement ist dies: Das Produkt des schlechtesten Bodens wird zu seinem Wert verkauft und zahlt keine Rente. Wir sehn also hier genau, wieviel Surpluswert, nach Abzug des Wertteils des Produkts, der bloß Äquivalent für den Arbeiter, dem Kapitalisten übrigbleibt. Und dieser Surpluswert ist der Profit. Es beruht dies auf der Voraussetzung, daß Kostenpreis und Wert identisch sind, daß dies Produkt, weil zum Kostenpreis, zum Wert verkauft wird.
Historisch und theoretisch die Sache falsch. Ich habe gezeigt95, daß, wo kapitalistische Produktion und Grundeigentum existiert, das Land oder die Mine schlechtester Klasse keine Rente zahlen kann, weil es unter seinem Wert verkauft wird, wenn es zum Marktwert (der nicht von ihm reguliert ist) des Korns verkauft wird. Weil der Marktwert eben nur seinen Kostenpreis deckt. Aber wodurch ist dieser Kostenpreis reguliert? Durch die Profitrate des not agricultural capital, in deren Bestimmung natürlich auch der Kornpreis eingeht, so weit letztrer auch entfernt ist, sie allein zu bestimmen. R[icardo]s Behauptung nur richtig, wenn values und cost-prices identisch wären. Auch historisch – wo die kapitalistische Produktion später in der Agrikultur als in der Manufaktur erscheint – wird der agricultural profit durch den industrial bestimmt, und nicht umgekehrt. Richtig nur, daß auf diesem Land, das Profit, aber keine Rente zahlt, das sein Produkt zum Kostenpreis verkauft, die average rate of profits96 erscheint, sich handgreiflich darstellt, keineswegs aber, daß die average profits hierdurch reguliert werden, was etwas sehr Verschiedenes wäre.
Die Profitrate kann fallen, ohne daß Zinsrate und Rentrate steigt.
„Aus den über den Kapitalprofit gegebenen Erläuterungen geht hervor, daß keine Kapitalakkumulation den Profit(2) auf die Dauer senken wird, sofern nicht eine dauernde Ursache für eine Erhöhung des Lohnes vorhanden ist. … Wenn sich die notwendigen Konsumartikel des Arbeiters dauernd mit gleicher Leichtigkeit vermehren ließen, so könnte eine dauernde Veränderung der Profit- oder Lohnrate" (sollte heißen in the rate of surplus value and the value of labour97) „nicht eintreten, gleichgültig, in welchem Ausmaß Kapital akkumuliert wird. Aber Adam Smith schreibt das Sinken des Profits ausschließlich der Kapitalakkumulation und der sich daraus ergebenden Konkurrenz zu, ohne jemals die steigende Schwierigkeit der Beschaffung von Nahrungsmitteln für die zusätzliche Zahl von Arbeitern zu berücksichtigen, die das Zusatzkapital beschäftigen wird." (l. c. p.338, 339.)
Das Ganze wäre nur richtig, wenn Profit = surplus value.
Also A. Smith sagt, daß mit der Akkumulation des Kapitals rate of profit falle wegen der wachsenden Konkurrenz der Kapitalisten; Ric[ardo] sagt, wegen der wachsenden deterioration of agriculture98 (Verteuerung der necessaries). Wir haben seine Ansicht widerlegt, die nur richtig wäre, wenn rate of surplus value und rate of profit identisch, also rate of profit nicht fallen könnte, außer wenn rate of wages steigt (gleichbleibenden Arbeitstag vorausgesetzt). Smiths Ansicht beruht darauf, daß er die value (in seiner falschen und von ihm selbst widerlegten Ansicht) zusammensetzt aus wages, profits und rents. Die Akkumulation der Kapitalien zwingt ihn, die arbitrary profits99, für die gar kein immanentes Maß existiert, herabzusetzen durch Herabsetzung der Preise der Waren, auf die [sie] nach dieser Fassung bloß nomineller Aufschlag sind.
Ric[ardo] hat natürlich theoretisch recht gegen S[mith], daß die Akkumulation der Kapitalien die Wertbestimmung der Waren nicht ändert; aber Ric[ardo] hat sehr unrecht, indem er den A.Smith dadurch zu widerlegen sucht, daß keine Überproduktion in einem Lande möglich sei. Ric[ardo] leugnet die plethora of capital100, die nach ihm stehendes Axiom in der englischen Ökonomie geworden.
Erstens übersieht er, daß in der Wirklichkeit, wo nicht nur Kapitalist und workman, sondern capitalist, workman, landlord, moneyed interest, fixed incomes101 vom Staat etc. sich gegenüberstehn, der Fall der Warenpreise, der beide, industriellen Kapitalisten und workmen, trifft, den andren Klassen zugut kommt.
Zweitens, daß die kapitalistische Produktion keineswegs auf einer willkürlichen Stufe produziert, sondern je mehr sie sich entwickelt, um so mehr gezwungen ist, auf einer Stufenleiter zu produzieren, die mit der immediate demand102 nichts zu tun hat, sondern von einer beständigen Erweiterung des Weltmarkts abhängt. Er flüchtet zu der abgeschmackten Sayschen Voraussetzung, als ob der Kapitalist nicht für den Profit, den Mehrwert, sondern für den Konsum, den Gebrauchswert – seinen eignen Konsum – direkt produziere. Er übersieht, daß die Ware in Geld verwandelt werden muß. Die demand der Arbeiter genügt nicht, da der Profit ja grade dadurch herkommt, daß die demand der Arbeiter kleiner als der Wert ihres Produkts, und um so größer ist, je relativ kleiner diese demand. Die demand der capitalists untereinander genügt ebensowenig. Die Überproduktion bringt keinen permanenten Fall des Profits hervor, aber sie ist permanent periodisch. Es folgt ihr Unterproduktion usw. Die Überproduktion geht grade daraus hervor, daß die Masse des Volks nie mehr als die average quantity of necessaries103 konsumieren kann, ihre Konsumtion also nicht entsprechend wächst mit der Produktivität der Arbeit. Doch dieser ganze Abschnitt gehört in die Konkurrenz der Kapitalien. Alles, was Ric[ardo] darüber sagt, ist keinen Schuß Pulver wert. (Es ist dies ch. XXI „Effects of Accumulation on Profits and Interest“.)
„Es gibt nur einen Fall, und auch dieser wird nur zeitweilig auftreten, in dem die Akkumulation von Kapital bei niedrigem Nahrungsmittelpreis von einem Fall des Profits begleitet sein kann, und zwar dann, wenn die zum Unterhalt der Arbeit bestimmten Fonds sich sehr viel rascher als die Bevölkerung vermehren; dann werden die Löhne hoch und die Profite niedrig sein.“ (l.c. p.343.)
Gegen Say bemerkt Ric[ardo] ironisch mit Bezug auf das Verhältnis von profits und interests104:
„Say räumt ein, daß der Zinsfuß von der Profitrate abhängt. Es folgt daraus jedoch nicht, daß die Profitrate vom Zinsfuß abhängt. Das eine ist Ursache, das andere Wirkung, und es ist ausgeschlossen, daß irgendwelche Umstände sie die Plätze wechseln lassen.“ (l. c. p.353.)
Indes, dieselben Ursachen, die den Profit fallen, können interest steigen machen und umgekehrt.
„Say erkennt an, daß die Produktionskosten die Grundlage des Preises sind, und dennoch behauptet er in verschiedenen Teilen seines Buches, daß der Preis durch das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot bestimmt wird.“ (l. c. p.411.)
Daraus hätte eben Ric[ardo] sehn sollen, daß |694| die cost of production sehr verschieden ist von quantity of labour employed for the production of a commodity105. Statt dessen fährt er fort:
„Der wirkliche und letzte Regulator des relativen Wertes zweier beliebiger Waren sind ihre Produktionskosten.“ (l.c.)
„Und stimmt A.Smith dieser Auffassung nicht zu“ {daß die Preise weder durch Löhne noch durch Profite bestimmt werden}, „wenn er sagt, daß‚ die Warenpreise oder der Wert von Gold und Silber, verglichen mit anderen Waren, von dem Verhältnis zwischen dem Quantum Arbeit abhängt, das notwendig ist, eine bestimmte Menge Gold und Silber auf den Markt zu bringen, und jenem, das erforderlich ist, um eine bestimmte Menge irgendeiner anderen Art Ware dorthin zu schaffen‘? Diese Menge wird nicht verändert, ob der Profit hoch oder niedrig oder der Lohn niedrig oder hoch ist. Wie können dann die Preise durch hohe Profite erhöht werden?“ (l. c. p.413, 414.)
A.Smith versteht in der angeführten Stelle unter prices nichts als the monetary expression of the values of commodities106. Daß diese und das Gold und Silber, wogegen sie sich austauschen, durch die relative quantities of labour bestimmt sind required for producing those two sorts of commodities107 [commodities on the one side, gold and silver on the other108], widerspricht dem durchaus nicht, daß die wirklichen Preise der Waren, i.e. ihre cost-prices, „can be raised by high profits“109. Allerdings nicht, wie Smith meint, alle auf einmal. Aber durch high profits wird ein Teil der Warenmasse über seinen Wert mehr erhöht, als wenn die average profits low110, während ein andrer minder unter seinen Wert gesenkt wird.