||782| R.Torrens, „An Essay on the Production of Wealth etc.“, London 1821.
Beobachtung der Konkurrenz – der Phänomene der Produktion – zeigt, daß Kapitalien von gleicher Größe, on an average1 gleich viel Profit liefern, oder daß, den average rate of profit2 gegeben (und weiter heißt average rate of profit nichts), die Masse des Profits von der Größe des vorgeschoßnen Kapitals abhängt.
A.Smith registrierte dies fact. Es machte ihm weiter keine Gewissensskrupel über seinen Zusammenhang mit der von ihm aufgestellten Werttheorie, um so weniger, als er neben seiner sozusagen esoterischen Theorie noch verschiedne andre aufgestellt hatte und nach Belieben sich an die eine oder andre erinnern konnte. Die einzige Reflexion, zu der die Sache ihn veranlaßt, ist eine Polemik gegen die Ansicht, die den Profit in wages of superintendence3 auflösen will, since, apart from any other circumstance4, die Arbeit der superintendence nicht im selben Maß wächst wie die Stufenleiter der Produktion, und zudem der Wert des vorgeschoßnen Kapitals (infolge z. B. der Teuerkeit des Rohmaterials) wachsen kann, ohne daß die Stufenleiter der Produktion wächst.5 Ein immanentes Gesetz für die Bestimmung des average profit6 und seiner Größe selbst hat er nicht. Er sagt bloß, daß die Konkurrenz dies x verkleinert.
Ricardo identifiziert (einige wenige und nur zufällige Bemerkungen abgerechnet) überall den Profit unmittelbar mit dersurplus value7. Die Waren verkaufen sich daher bei ihm mitProfit, nicht weil sieüber ihrem Wert, sondern weil sie zuihrem Wertverkauft werden. Bei der Betrachtung dervalue8jedoch (ch. I der „Principles“) ist er der erste, der überhaupt nachdenkt über das Verhältnis derWertbestimmungder Waren zu der Erscheinung, daß gleich große Kapitalien gleiche Profite liefern. Sie können dies nur, soweit die Waren, die sie produzieren, zwar nicht zugleichen Preisen verkauft(es kann jedoch gesagt werden, daß ihr Resultat gleichen Preis hat, insofern der Wert des nicht konsumierten Teils des capital fixe mit zum Produkt gerechnet wird), wohl abergleiche surplus value, gleichen Überschuß des Preises über den Preis der Avancen liefern. Nun aber machte Ric[ardo] zuerst darauf aufmerksam, daß gleich große Kapitalien durchaus nicht von gleicher organischer Komposition sind. Den Unterschied dieser Komposition nahm er so, wie er ihn von A. Smith überliefert fand – circulating and fixed capital9–, also nur die Unterschiede, die aus dem Zirkulationsprozeß entspringen.
Er spricht es durchaus nicht direkt aus, daß es dem Gesetz der Werteprima facie10widerspricht, daß Kapitalien von ungleicher organischer Komposition, die also ungleiche Massen ofimmediate labour11in Bewegung setzen, Waren vom selben Wert produzieren und dieselbesurplus value(was er identifiziert mit Profit) abwerfen. Vielmehr geht er an die Untersuchung des Werts unter Voraussetzung des Kapitals und einer allgemeinen Profitrate. Er identifiziert von vorn[herein]Kostenpreise und Werteund sieht nicht, daß diese Unterstellung von vornhereinprima faciedem Gesetz des Werts widerspricht. Erst auf Basis dieser Unterstellung, die den Hauptwiderspruch und die eigentliche Schwierigkeit einschließt, kommt er zu einem partikularen Fall – derVariation des Arbeitslohns, Steigen oder Fallen desselben. Damit die Profitrate nun gleichbleibt, muß das Steigen oder Fallen des Arbeitslohns, dem Fallen oder Steigen des Profits entspricht, ungleich wirken auf Kapitalien von verschiedner organischer Komposition. Steigt der Arbeitslohn, fällt also der Profit, so fallen die Preise der Waren, die in größrem Verhältnis mit fixem Kapital produziert werden. Wenn umgekehrt, umgekehrt. Die „exchangeable values“12der Waren sind daher nicht in diesem Fall bestimmt durch die zu ihrer wechselseitigen Produktion erheischte Arbeitszeit. Mit andren Worten: Diese Bestimmung gleicher Profitrate (aber nur im einzelnen Fall und auf diesem Umweg kommt Ric[ardo] hierzu) bei Kapitalien von verschiedner organischer Zusammensetzung widerspricht dem Gesetz des Werts oder, wie Ric[ardo] sagt, bildet Ausnahme davon, worauf M[althus] richtig bemerkt, daß die Regel die Ausnahme und die Ausnahme die Regel im progress of ||783|| industry13 wird.14 Der Widerspruch selbst wird bei R[icardo] nicht klar ausgesprochen, nämlich nicht in der Form: Obleich die eine Ware mehr unbezahlte Arbeit enthält wie die andre – denn das Quantum unbezahlter Arbeit hängt [ab] von dem Quantum bezahlter, also dem Quantum der angewandten immediate labour bei gleicher Rate der Exploitation der Arbeiter –, liefern sie dennoch dieselben Werte oder denselben Überschuß der unbezahlten über die bezahlte Arbeit. Vielmehr kommt der Widerspruch bei ihm nur in der singulären Form vor: In gewissen Fällen affiziert der Arbeitslohn – Variation im Arbeitslohn – die Kostpreise (exchangeable values, sagt er) der Waren.
Ebenso verschiedne Umlaufszeiten des Kapitals – ob es länger im Produktionsprozeß (wenn auch nicht im Arbeitsprozeß) oder im Zirkulationsprozeß verharrt, nicht mehr Arbeit, sondern mehr Zeit zu seinem return15 braucht – affizieren ebensowenig die Gleichheit der Profite; und dies widerspricht wieder – ist nach Ricardo wieder Ausnahme – dem Gesetz der Werte.
Er hat also die Sache sehr einseitig dargestellt. Stellte er sie im allgemeinen Ausdruck dar, so hatte er auch die allgemeine Lösung.
Aber das große Verdienst bleibt ihm: Ric[ardo] ahnt den Unterschied zwischen Werten und Kostpreisen, und er spricht für bestimmte Fälle den Widerspruch aus, wenn auch nur als Ausnahmen vom Gesetz, daß Kapitalien von ungleicher organischer Komposition (also in letzter Instanz immer Kapitalien, die nicht gleich viel lebendige Arbeit exploitieren) gleiche surplus values (Profite) liefern und – abgezogen, daß beim fixen Kapital ein Teil in den Arbeitsprozeß eingeht, ohne in den Verwertungsprozeß einzugehn – gleiche Werte, Waren von gleichen Werten (vielmehr Kostpreisen, aber er verwechselt das).
Malthus nun, wie wir sahn16, benutzt das, um das R[icardo]sche Gesetz des Werts zu leugnen.
Torrens geht gleich im Beginn seiner Schrift von diesem Fund Ricardos aus; keineswegs, um das Problem zu lösen, sondern um das „Phänomen“ als das Gesetz des Phänomens auszusprechen.
„Gesetzt, Kapital von verschiedenen Graden der Dauerhaftigkeit werde angewandt. Wenn ein Tuch- und ein Seidenmanufakturist jeder ein Kapital von 2000 l. anwenden und der erste 1500 l. in dauernden Maschinen und 500 l. in Arbeitslohn und Materialien anwendet, während der letztre nur 500 l. in dauernden Maschinen anwendet und 1500 in Arbeitslohn und Materialien ... Gesetzt, 1/10 dieses fixen Kapitals sei jährlich konsumiert und die Rate des Profits 10%, dann – da das Kapital des Tuchmanufakturisten von 2000 l. £ 2200 einbringen muß, um ihm diesen Profit zu geben, und da der Wert des fixen Kapitals durch den Prozeß der Produktion reduziert ist, von 1500 auf 1350 – müssen die produzierten Waren verkauft werden für 850 l. Und in gleicher Weise, da das fixe Kapital des Seidenmanufakturisten durch den Produktionsprozeß um 1/10 reduziert ist, oder von 500 auf 450, so muß die produzierte Seide, um ihm die herkömmliche Profitrate auf sein Gesamtkapital von 2000 l. abzuwerfen, für 1750 l. verkauft werden ... Wenn Kapitalien von gleicher Größe, aber von verschiedenen Graden der Dauerhaftigkeit angewendet werden, werden die produzierten Artikel zusammen mit dem Rest des Kapitals in dem einen Produktionszweig im Tauschwert gleich sein den produzierten Dingen und dem Rest des Kapitals in einem anderen Produktionszweig." (p.28, 29.)
Hier ist nur die Erscheinung, die sich in der Konkurrenz zeigt, ausgesprochen, registriert. Ditto a „customary rate of profit"17 unterstellt, ohne zu zeigen, woher sie kommt, oder auch nur zu ahnen, daß dies gezeigt werden müsse.
„Gleiche Kapitalien oder in andren Worten, gleiche Mengen aufgehäufter Arbeit werden oft verschiedene Mengen unmittelbarer Arbeit in Bewegung setzen; dies ändert aber nichts an der Sache" (p.29, 30),
nämlich an der Sache, daß der Wert des Produkts plus dem residue of the capital not consumed18 gleiche Werte liefern – oder, was dasselbe, gleiche Profite.
Das Verdienst in diesem Satz besteht nicht darin, daß T[orrens] auch hier wieder bloß die Erscheinung registriert, ohne sie zu erklären, sondern darin, daß er – was er jedoch dadurch wieder spoils19, daß er dies als „besondren“ Fall hinstellt – den Unterschied dahin bestimmt, daß gleiche Kapitalien ungleiche Massen lebendiger Arbeit in Bewegung setzen. Wenn der Wert = der Arbeit, die in einer Ware aufgearbeitet, realisiert ist, so klar, daß – wenn die Waren zu ihrem Wert verkauft werden – die in ihnen enthaltne surplus value nur = sein kann der in ihnen enthaltenen unbezahlten Arbeit oder surplus labour. Aber diese surplus labour – bei derselben Rate der Exploitation des Arbeiters – kann nicht gleich sein bei Kapitalien, which put in motion different quantities of immediate labour20, sei es, daß der unmittelbare Produktionsprozeß, sei es, daß die Zirkulationszeit diesen Unterschied verursacht. Dies also das Verdienst T[orrens]’, daß er diesen Ausdruck hat. Was schließt er daraus? Daß hier ||784|| in der kapitalistischen Produktion ein Umschlag im Gesetz des Werts stattfindet. D.h., daß das Gesetz des Werts, das aus der kapitalistischen Produktion abstrahiert ist, ihren Erscheinungen widerspricht. Und was setzt er an die Stelle? Absolut nichts als den rohen gedankenlosen sprachlichen Ausdruck des Phänomens, das zu erklären ist.
„In der frühen Periode der Gesellschaft“
(also grade, wenn der Tauschwert überhaupt – das Produkt als Ware – kaum entwickelt ist, also auch das Gesetz des Werts nicht)
„ist es die Gesamtmenge der in der Produktion verausgabten Arbeit, aufgehäufter und unmittelbarer, die den relativen Wert der Waren bestimmt. Sobald aber Kapital angehäuft und eine Klasse von Kapitalisten sich unterscheidet von einer Klasse von Arbeitern, sobald derjenige, der in irgendeinem Gewerbszweig als Unternehmer auftritt, seine eigene Arbeit nicht selbst verrichtet, sondern dazu Subsistenzmittel und Materialien an andere vorschießt, dann ist es die in der Produktion aufgewendete Summe Kapital oder die Menge aufgehäufter Arbeit, die die Tauschkraft der Waren bestimmt.“ (l.c. p.33, 34.) „Solange zwei Kapitalien gleich, [sind] ihre Produkte von gleichem Wert, wie auch immer wir die Menge unmittelbarer Arbeit verändern mögen, die sie in Bewegung setzen oder die ihre Produkte erheischen. Sind sie ungleich, [werden] ihre Produkte von ungleichem Wert [sein], auch wenn die Gesamtmasse der auf sie aufgewandten Arbeit genau gleich sein sollte.“ (p.39.) „Also nach dieser Trennung von Kapitalisten und Arbeitern ist es die Summe Kapital, die Menge aufgehäufter Arbeit und nicht, wie vor dieser Trennung, die Summe aufgehäufter und unmittelbarer in der Produktion aufgewandter Arbeit, die den Tauschwert bestimmt.“ (l.c. p.39, 40.)
Hier haben wir wieder nichts als die Erscheinung ausgesprochen, daß gleich große Kapitalien gleich große Profite abwerfen, oder daß der Kostenpreis der Ware gleich dem Preis des avancierten Kapitals plus dem average21 Profit; zugleich mit dem hint22, daß diese Erscheinung, since equal capitals put in motion different quantities of immediate labour23, prima facie24 nicht vereinbar ist mit der Wertbestimmung der Ware durch die in ihr enthaltne Arbeitszeit. Die Bemerkung, daß diese Erscheinung der kapitalistischen Produktion sich erst zeigt, sobald Kapital existiert – Klassen von Kapitalisten und Arbeitern, Verselbständigung der objektiven Arbeitsbedingungen als Kapital –, ist Tautologie.
Wie aber die Trennung der zur Produktion der Ware [notwendigen Faktoren] – als Kapitalisten und Arbeiter, Kapital und Lohnarbeit – das Wertgesetz der Ware umwirft, ist bloß „geschlossen“ aus der unbegriffenen Erscheinung.
Ricardo) hatte nachzuweisen gesucht, daß die Trennung zwischen Kapital und Lohnarbeit nichts ändert – mit gewissen Ausnahmen – an der Wertbestimmung der Waren. Auf die R[icardo]schen Ausnahmen gestützt, leugnet T[orrens] das Gesetz. Er kehrt zurück zu A. Smith (gegen den sich die R[icardo]sche Demonstration kehrt) und nach dem zwar „in the early period“25, wo die Menschen sich nur noch als Warenbesitzer und Warenaustauscher gegenübertraten, der Wert der Ware durch die in ihr enthaltne Arbeitszeit bestimmt wird, nicht aber, sobald Kapital und Grundeigentum sich gebildet haben. Es heißt dies (wie ich schon im ersten Teil bemerkt), daß das Gesetz, was für die Waren als Waren gilt, nicht für sie gilt, sobald sie als Kapital oder als Produkte des Kapitals betrachtet werden, sobald überhaupt von der Ware zum Kapital fortgegangen wird. Andrerseits nimmt das Produkt erst allseitig die Gestalt der Ware an – sowohl dadurch, daß das ganze Produkt in Tauschwert verwandelt werden muß, als daß die Ingredienzien seiner Produktion selbst als Waren in es eingehn –, es wird erst allseitig Ware mit der Entwicklung und auf Grundlage der kapitalistischen Produktion. Also das Gesetz der Ware soll da sein in einer Produktion, die keine Waren (oder nur teilweise) erzeugt, und soll nicht da sein auf Grundlage der Produktion, deren Basis das Dasein des Produkts als Ware. Das Gesetz selbst wie die Ware als allgemeine Form des Produkts ist abstrahiert aus der kapitalistischen Produktion, und grade für sie soll es nicht gelten.
Der Einfluß der Trennung zwischen „capital und labour“ auf die Wertbestimmung ist übrigens – abgesehn von der Tautologie, daß, solang kein Kapital existiert, Kapital nicht die Preise bestimmen kann – wieder eine ganz flache Übersetzung einer an der Oberfläche der kapitalistischen Produktion sich zeigenden Tatsache. Solang jeder selbst mit seinen Instrumenten arbeitet, das Produkt, das er produziert, selbst verkauft [nur daß in der Wirklichkeit die Notwendigkeit des Verkaufs des Produkts auf ||785| gesellschaftlicher Stufenleiter nie zusammenfällt mit dem mit seinen eignen Arbeitsbedingungen Produzieren}, gehören zu seinen Kosten sowohl die Kost des Instruments als der Arbeit, die er selbst verrichtet. Die Kost des Kapitalisten besteht in dem avancierten Kapital26, in der Wertsumme, die er auf die Produktion expends27, nicht in der Arbeit, die er nicht verrichtet28, und die ihm nur das kostet, was er für sie gezahlt hat. Dies ist ein sehr guter Grund für die Kapitalisten, die surplus value (gesellschaftliche) untereinander zu berechnen und zu verteilen, nicht nach dem Quantum of immediate labour which a given capital puts in motion, sondern nach der Größe des von ihnen avancierten Kapitals. Es ist aber durchaus kein Erklärungsgrund, woher diese so zu verteilende und verteilte surplus value herkommt.
T[orrens] hält noch soweit an R[icardo] fest, daß der Wert der Ware bestimmt sein soll durch Arbeitsquantität, aber [es ist] nur „the quantity of accumulated labour“ expended upon the production of commodities29, die ihren Wert bestimmen soll. Hier gerät T[orrens] aber in schönen Wirrwar.
Also z.B. der Wert des Wollenzeugs ist bestimmt durch die in der Webmaschine und der Wolle etc. und den wages, die die Ingredienzien seiner Produktion30 bilden, accumulated labour, was hier nichts heißt als realized labour, vergegenständlichte Arbeitszeit. Wenn aber nun das Wollzeug fertig, die Produktion am Ende ist, so hat sich die in dem Wollenzeug expended immediate labour31 ebenfalls in accumulated oder realized labour verwandelt. Warum soll also der Wert des Webstuhls und der Wolle durch die in ihnen enthaltene realized labour (die nichts als immediate labour realized in an object, in a result, in a useful thing32) bestimmt sein und der Wert des Wollzeugs nicht? Geht das Wollzeug wieder ein als Ingrediens of production, z.B. in Färberei oder Schneiderei, so ist es „accumulated labour“, und der Wert des Rocks ist bestimmt durch den Wert der wages der Arbeiter, ihrer Instrumente und des Wollzeugs, dessen Wert selbst durch in ihm „accumulated labour“ bestimmt ist. Betrachte ich die Ware als Kapital, d.h. hier zugleich als Produktionsbedingung, so löst sich ihr Wert in immediate labour auf, die „accumulated labour“ heißt, weil sie in [ver]gegenständlichter Form existiert. Betrachte ich dieselbe Ware dagegen als Ware, als Produkt und Resultat des Prozesses, so ist sie bestimmt nicht durch die labour, die in ihr selbst akkumuliert ist, sondern durch die in ihren Produktionsbedingungen akkumulierte labour.
In der Tat schöner cercle vicieux33, den Wert der Ware durch den Wert des Kapitals bestimmen zu wollen, da der Wert des Kapitals gleich dem Wert der Waren, woraus es besteht. Diesem Burschen gegenüber [hat] James Mill recht, wenn er sagt:
„Capital is commodities34, und zu sagen, daß der Wert der Waren durch den Wert des Kapitals bestimmt sei, heißt sagen, daß der Wert der Ware durch den Wert der Ware bestimmt ist.“ [James Mill, „Elements of Political Economy“, London 1821, p.74.]
Es ist hier noch eins zu merken. Da [nach Torrens] der Wert der Ware bestimmt ist durch den Wert des Kapitals, das sie produziert, oder, in andren Worten, durch die Masse labour, die labour, accumulated und realized35 in diesem Kapital, so ist nur zweierlei möglich:
Erstens, die Ware enthält den Wert des aufgenutzten capital fixe; zweitens, den Wert des Rohmaterials oder die in capital fixe und Rohmaterial enthaltne Arbeitsquantität. Drittens, die Arbeitsquantität, die in dem Geld oder den Waren vergegenständlicht ist, die als wages funktionieren.
Nun zweierlei [möglich].
Die in dem capital fixe und Rohmaterial enthaltne „akkumulierte“ Arbeit bleibt dieselbe nach dem Produktionsprozeß, die sie vor demselben war. Was aber den dritten Teil der advanced „accumulated labour“36 betrifft, so ersetzt der Arbeiter ihn durch seine immediate labour –, d. h. die dem Rohmaterial etc. zugesetzte „immediate Arbeit“ stellt in der Ware, dem Produkt, ganz so viel accumulated labour vor, wie in den wages enthalten war. Oder sie stellt mehr vor. Stellt sie mehr vor, so enthält die Ware mehr accumulated labour wie das vorgeschoßne Kapital. Dann entspringt der Profit grade aus dem Überschuß der accumulated labour, die in der Ware enthalten, über die accumulated [labour], die in dem capital advanced37 enthalten. Und dann ist der Wert der ||786|| Ware nach wie vor durch die in ihr enthaltne Quantität Arbeit (accumulated plus immediate) bestimmt (welche letztre in der Ware auch als accumulated, nicht mehr immediate existiert. Immediate ist sie im Produktionsprozeß, accumulated ist sie im Produkt).
Oder sie stellt nur das in den wages vorgeschoßne Quantum [Arbeit] vor, ist nur ein Äquivalent desselben. (Wäre sie weniger als das, so wäre nicht zu erklären, warum der Kapitalist gewinnt, sondern wie es kömmt, daß er nicht verliert.) Woher kommt im letztern Fall der Profit? Woher entspringt die surplus value, der Überschuß des Werts der Ware über den Wert der Produktionsingredienzien, oder der Wert des vorgeschoßnen Kapitals? Nicht aus dem Produktionsprozeß selbst, so daß er sich im exchange38 oder Zirkulationsprozeß nur realisierte, sondern aus dem exchange, aus dem Zirkulationsprozeß. Dann kommen wir zu Malthus und der merkantilistischen rohen Vorstellung von „profit upon expropriation“39 zurück. Und damit kömmt denn auch Herr Torrens konsequent, obgleich er wieder so inkonsequent ist, diesen Zahlwert nicht aus einem unerklärlichen vom Himmel gefallenen funds zu erklären, nämlich dem funds, das nicht nur ein Äquivalent für die Ware, sondern ein Surplus über diesem Äquivalent bildet, aus means40 des Käufers, der stets fähig ist, die Ware über ihrem Wert zu zahlen, ohne daß er sie über ihrem Wert verkauft, wodurch sich die Sache in nichts auflöst. Er41 ist nicht so konsequent wie Malthus, zu einer solchen Fiktion zu greifen, sondern behauptet umgekehrt, die „effectual demand“42 – also die Wertsumme, die das Produkt zahlt – entspringe nur aus der supply43, sei also ebenfalls Ware; wobei absolut nicht abzusehen, da beide Seiten Verkäufer und Käufer, wie sie sich wechselseitig at the same rate44 prellen können.
„Die effektive Nachfrage nach einer Ware wird immer bestimmt und entspricht bei einer gegebenen Profitrate stets der Menge der Bestandteile des Kapitals oder der zu ihrer Produktion erheischten Dinge, die die Konsumenten in Austausch für sie zu bieten imstande und geneigt sind.“ (l. c. p. 344.)
„Wachsende Zufuhr ist die einzige Ursache des Anwachsens der effektiven Nachfrage“ (p. 348),
wogegen Malthus, den Satz aus Torrens zitierend, denn auch ihm gegenüber mit Recht Protest einlegt. („Def. in P. Ec.“, Lond. 1827, p. 59.)45
Daß Torrens aber zu jener abgeschmackten Konsequenz kommt, zeigen folgende Sätze über die Produktionskosten etc.:
„Der Marktpreis“ (bei Malthus der Kaufwert, purchasing value) „schließt stets ein die herkömmliche Profitrate für die gegebene Zeit. Der natürliche Preis, der aus den Produktionskosten besteht oder, in anderen Worten, aus der Kapitalauslage in der Produktion oder Fabrikation von Ware, kann nicht die Profitrate einschließen.“ (l. c. p. 51.)
„Es wäre dasselbe, als wenn ein Pächter für 100 qrs. Korn 120 qrs. zurückhielte, dann wären 20 qrs. der Profit; es wäre absurd, diesen Exzeß oder Profit einen Teil seiner Auslagen zu nennen … Ebenso erhielte der Manufakturist eine Menge fertiger Produkte von einem höheren Tauschwert zurück als die [vorgeschossenen] Materialien etc.“ (p. 51–53.)
„Die effektive Nachfrage besteht in dem Vermögen und der Neigung der Konsumenten, sei es durch unmittelbaren oder vermittelten Austausch für Waren, eine gewisse größere Portion aller Ingredienzien des Kapitals zu geben, als deren Produktion kostet.“
(l.c. p. 349.)
120 qrs. Korn sind unbedingt mehr als 100 qrs. Aber es wäre falsch zu sagen – wenn man, wie hier der Fall, bloß den Gebrauchswert betrachtet und den Prozeß, den er durchläuft, also eigentlich den vegetativen oder physiologischen ||787| Prozeß –, daß zwar nicht die 20 qrs., wohl aber die sie bildenden Elemente nicht in den Produktionsprozeß eingehn. Andererseits könnten sie nicht aus ihm herauskommen. Außer den 100 qrs. Korn – dem Samen – gehn von dem Dünger zugeführte chemische Bestandteile, in der Erde enthaltne Salze, Wasser, Luft, Licht alle ein in den Prozeß, der 100 qrs. Korn in 120 verwandelt. Die Verwandlung und das Eingehn der Elemente, der Ingredienzien, der Bedingungen – der expenditure of nature46, die 100 qrs. in 120 verwandelt – geht im Produktionsprozeß selbst vor, und die Elemente dieser 20 qrs. gehn als „expenditure“47, physiologische, in diesen Prozeß selbst ein, als dessen Resultat die Verwandlung von 100 qrs. in 120 qrs. erscheint.
Diese 20 qrs. sind kein bloßer Profit, vom bloßen Standpunkt des Gebrauchswerts behandelt. Es ist nur von dem organischen Teil Unorganisches assimiliert und in Organisches verwandelt worden. Ohne das Hinzukommen von Stoff – und dieser ist die physiologische expenditure – würden nie und nimmer 120 qrs. aus 100. Es kann also in der Tat gesagt werden, selbst von dem bloßen Standpunkt des Gebrauchswerts aus, des Korns als Korn, daß in unorganischer Form als expenditure in es einging, was in organischer Form als vorhandnes Resultat erscheint in den 20 qrs., als Überschuß des geernteten Korns über das gesäte.
Diese Betrachtungsweise an und für sich hat aber mit der Frage über den Profit so wenig zu tun, als wollten wir sagen, daß Drahtfäden, die tausendmal länger gezogen sind durch den Arbeitsprozeß als das Metall, aus dem sie gezogen wurden – da ihre Länge sich vertausendfacht –, einen tausendfachen Profit darstellen. Im case48 der Fäden die Länge vermehrt; im case des Korns die Anzahl. Aber weder der Überschuß der Länge noch der Überschuß der Anzahl bildet Profit, der sich nur auf den Tauschwert bezieht, obgleich sich dieser Tauschwert in einem surplus produce darstellt.
Was aber den Tauschwert betrifft, braucht wohl nicht weiter erläutert zu werden, daß 90 qrs. Korn so viel (und mehr) wert sein können als 100, 100 mehr als 120 und 120 mehr als 500.
Aus einem Beispiel also, was nichts mit dem Profit zu tun, mit dem Überschuß des Werts des Produkts über den Wert der avances49, schließt T[orrens] auf den Profit. Und selbst physiologisch – dem Gebrauchswert nach – betrachtet, sein Beispiel falsch, da in der Tat die 20 qrs. Korn, die als surplus produce eingehn, d'une manière ou d'une autre50, wenn auch in andrer Form, im Produktionsprozeß selbst schon vorhanden sind.
Übrigens platzt T[orrens] schließlich denn auch mit der alten genialen Vorstellung heraus, daß der Profit profit upon expropriation.
Ein Verdienst bei T[orrens], daß er überhaupt die Streitfrage über das, was Produktionskosten sind, anregt. R[icardo] verwechselt fortwährend den Wert der Ware mit den Produktionskosten (soweit sie gleich dem Kostenpreis) und daher seine Verwunderung, daß Say, obgleich er den Preis durch die Produktionskosten bestimmt, andre Konsequenzen zieht.51 Malthus behauptet wie R[icardo], daß der Preis der Ware durch die Produktionskosten bestimmt ist, und er rechnet den Profit wie R[icardo] in die Produktionskosten ein. Dennoch bestimmt er den Wert ganz verschieden, nicht durch das Quantum Arbeit, das in der Ware enthalten, sondern durch das Quantum Arbeit, das sie kommandieren kann.
Die Zweideutigkeiten des Begriffes Produktionskosten gehn aus der Natur der kapitalistischen Produktion selbst hervor.
Erstens: Die Kosten der (von ihm produzierten) Ware für den Kapitalisten sind natürlich das, was sie ihm kostet. Ihm kostet sie nichts – d.h., er expends no value upon it52 –, außer dem Wert des capital advanced. Wenn er 100 l. in Rohmaterial, Instrumenten, wages etc. auslegt, um die Ware zu produzieren, so kostet sie ihm 100 l., ni plus ni moins53. Außer der Arbeit, die in diesen advances enthalten – außer der akkumulierten Arbeit, die, im vorgeschossnen Kapital enthalten, den Wert der vorgeschossnen Waren bestimmt –, kostet sie ihm keine Arbeit. Was ihm die immediate labour kostet, sind die wages, die er für sie zahlt. Außer den wages kostet ihm die, immediate labour nichts, und außer der immediate labour hat er überhaupt nichts vorgeschossen, except the value of the constant capital54.
||788| In diesem Sinn nimmt T[orrens] die Produktionskosten, und in diesem Sinn nimmt sie jeder Kapitalist, wenn er den Profit, whatever its rate may be55, berechnet.
Produktionskosten hier = advances of the capitalist, = the value of the capital advanced, = the quantity of labour contained in the advanced commodities56. Und als advances, expenses57 etc. braucht jeder Ökonom, auch Ricardo, diese Bestimmung der Produktionskosten. Es ist das, was Malthus the producing price58 im Gegensatz zum Preis des purchasers59 nennt. Dieser Bestimmung der advances entspricht die Verwandlung der surplus value in die Form des Profits.
Zweitens: Die Produktionskosten in der ersten Bestimmung sind der Preis, den der Kapitalist zahlt für die Herstellung der Ware during the process of production60; was ihm daher die Ware kostet. Was aber die Produktion der Ware dem Kapitalisten kostet und was die Produktion der Ware selbst kostet, sind zwei ganz verschiedne Dinge. Die Arbeit (realized und immediate), die er für die Produktion der Ware zahlt, und die Arbeit, die nötig ist, um die Ware zu produzieren, sind durchaus verschieden. Ihre Differenz bildet die Differenz zwischen value advanced61 und der value earned62; zwischen dem Kaufpreis der Ware für ihn und ihrem Verkaufspreis (wenn sie nämlich zu ihrem Wert verkauft wird). Existierte dieser Unterschied nicht, so würden sich Geld oder Ware nie in Kapital verwandeln. Mit der surplus value hörte die Quelle des Profits auf. Die Produktionskosten der Ware selbst bestehn aus dem Wert des in ihrem Produktionsprozeß konsumierten Kapitals, d.h. der Quantität vergegenständlichter Arbeit, die in sie eingeht + der Quantität of immediate labour which is expended upon it63. Die Totalsumme der in ihr konsumierten „realized“ + „immediate labour“64 bildet die Produktionskost der Ware selbst. Sie kann nur hergestellt werden durch die industrielle Konsumtion dieses Quantum of realized und immediate labour. Es ist dies die Bedingung, damit sie als Produkt, als Ware und selbst als Gebrauchswert aus dem Produktionsprozeß hervorgeht. Und wie immer Profit oder Arbeitslohn variieren mögen, diese immanente Produktionskost der Ware bleibt dieselbe, solange die technologischen Bedingungen des realen Arbeitsprozesses dieselben bleiben oder, was dasselbe, solange keine Variation stattfindet in der gegebnen Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit. In diesem Sinn ist Produktionskost der Ware gleich ihrem Wert. Die lebendige Arbeit, expended upon the commodity65, und die lebendige Arbeit, paid by the capitalist66, sind verschiedene Dinge. Hence de prime abord67 verschieden die Produktionskost der Ware für den capitalist (his advances) und die Produktionskost der Ware selbst, ihr Wert. The excess of its value68 (also dessen,was die Ware selbst kostet) over and beyond the value of the advances69 (also dessen, was sie dem Kapitalisten kostet), bildet den Profit, which, therefore, results, not from selling the commodity beyond its value, but beyond the value of the advances paid by the capitalist70.
Diese Bestimmung der Produktionskosten, der immanenten Produktionskosten der Ware, gleich ihrem Wert, i.e. der zu ihrer Produktion erheischten Totalsumme von Arbeitszeit (realized and immediate), bleibt Fundamentalbedingung ihrer Produktion und bleibt unveränderlich, solange die Produktivkraft der Arbeit unverändert bleibt.
Drittens: Ich habe aber früher nachgewiesen71, daß der Kapitalist in jedem besondren trade or particular occupation72 – also auch die Ware, die das Produkt des besondren trade oder der besondren occupation or sphere of production73 – keineswegs die Ware zu dem Wert verkauft, der in ihr selbst enthalten ist, also daß der amount of its profit is not identical with the amount of surplus value, of surplus labour or unpaid labour realized in the commodities he sells74. Er kann vielmehr – on the average75 – nur so viel surplus value in der Ware realisieren, als ihr zufällt als Produkt eines aliquoten Teils des gesellschaftlichen Kapitals. Wenn das gesellschaftliche Kapital = 1000 und das Kapital in einer besondren ||789| occupation = 100, und wenn der total amount of surplus value (hence of the surplus produce, in which that surplus value is realized)76 = 200, also 20 p.c., so würde das Kapital 100 in der besondren occupation seine Ware zum Preis von 120 verkaufen, whatever might be the value of that commodity, whether 120, less or more; whether, therefore, the unpaid labour contained in his commodity, form 1/5th of the labour advanced upon it, or whether it do not77.
Dies ist der Kostpreis, und wenn von Produktionskosten im eigentlichen Sinn (ökonomischen, kapitalistischen) gesprochen wird, so ist es the value of the advances plus the value of the average profits78.
Es ist klar, daß, wie immer dieser Kostpreis der besondren Ware divergiere von ihrem Wert, er bestimmt ist durch den Wert der Gesamtprodukte des gesellschaftlichen Kapitals. Es ist durch die Ausgleichung der Profite der besondren Kapitalien, daß sie sich als aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals zueinander verhalten, und als solche aliquote Teile dividends aus dem common funds of surplus value (surplus produce) or surplus labour or unpaid labour79 ziehn. Es ändert dies nichts am Wert der Ware; es ändert dies nichts daran, that whether its cost-price be equal to, greater or smaller than its value, it can never be produced without its value being produced, that is to say, without the total amount of realized and immediate labour, required for its production, being expended upon it80. Diese Masse von Arbeit muß darauf verwandt werden, not only of paid, but of unpaid labour81, und es ändert an dem allgemeinen Verhältnis von capital und labour nichts, that in some occupations part of the unpaid labour is appropriated by „brother capitalists“ instead of by the capitalist who puts the labour in motion in that peculiar department of industry82. Es ist ferner klar, that whatever be the relation between the value and the cost-price of a commodity, the latter will always change, rise or fall, according with the changes of value, that is to say the quantity of labour required for the production of the commodity83. Es ist ferner klar: part of the profit must always represent surplus value, unpaid labour, realized in the commodity itself, because on the basis of capitalistic production, in all commodities there is more labour worked up than has been paid by the capitalist putting that labour in motion. Some part of the profit may consist of labour not worked up in the commodity yielded by a definite trade, or resulting from a given sphere of production; but, then, there is some other commodity, resulting from some other sphere of production, whose cost-price falls below its value, or in whose cost-price less unpaid labour is accounted for, paid for, than is contained in it.84
Es ist daher klar, daß, obgleich cost-prices of most commodities must differ from their values, and hence their „costs of production“ from the total quantity of labour contained in them, nevertheless those costs of production and those cost-prices are not only determined by the values of commodities, confirm the law of value instead of contradicting it, but, moreover, that only on the foundation of value and its law, the very existence of costs of production, and cost-prices can be conceived, and becomes a meaningless absurdity without that premise85.
Man sieht zugleich, wie die Ökonomen, die einerseits die tatsächliche Erscheinung in der Konkurrenz sehn, andererseits die Vermittlung between the law of value and the law of cost-price86 nicht begreifen, zu der Fiktion flüchten, das Kapital, nicht die Arbeit bestimme den Wert der Waren oder rather87, es gebe keinen Wert.
||790| Der Profit geht in die Produktionskost der Ware ein; wird mit Recht von A.Smith in den „naturel prix“88 der Ware eingerechnet als Element, weil auf Grundlage der kapitalistischen Produktion die Ware – in the long run, on the average – is not brought to market, if it does not yield the cost-price = the value of the advances + the average profit89. Oder wie Malthus, obgleich er den Ursprung des Profits, its real causation90 nicht versteht, weil der Profit, also der Kostpreis, which involves it, is a condition of the supply of the commodity91 (auf Basis der kapitalistischen Produktion). To be produced, to be brought to the market, the commodity must fetch that market-price at least, that cost-price to the seller92, whether its own value be great or smaller than that cost-price.93 Dem Kapitalisten ist es gleichgültig, ob seine Ware mehr unpaid labour94 enthält oder weniger als andere Waren, if into its price enters so much of the general stock of unpaid labour, or the surplus produce in which it is fixed, as every other equal quantity of capital will draw from that common stock95. In der Art sind die Kapitalisten „Kommunisten“96. In der Konkurrenz bestrebt sich jeder natürlich, mehr als den average profit zu ziehn, was nur möglich, indem der andre weniger zieht. Es ist grade durch diesen Kampf, daß der average profit hergestellt wird.
In der Form des Zinses auf das vorgeschoßne Kapital (sei es geliehn oder nicht) erscheint auch dem Kapitalisten ein Teil der im Profit realisierten surplus value als avance, als Produktionskost, die er als Kapitalist hat, wie ja überhaupt der Profit der unmittelbare Zweck der kapitalistischen Produktion. Aber im Zins (namentlich bei geborgtem Kapital) erscheint dies auch als faktische Voraussetzung seiner Produktion.
Es zeigt dies zugleich, was die Unterscheidung zwischen Produktions- und Distributionsformen auf sich [hat]. Profit, Distributionsform, ist hier zugleich Produktionsform, eine Bedingung der Produktion, a necessary ingrediency of the process of production97. Wie albern daher – später darauf zurückzukommen – J.St.Mill etc., die die bürgerlichen Produktionsformen als absolut, die bürgerlichen Distributionsformen aber als relativ historisch, hence transitory98 auffassen. Die Distributionsform ist nur die Produktionsform sub alia specie99. Die differentia specifica100 – also auch spezifische Borniertheit –, die die Schranke der bürgerlichen Distribution ausmacht, geht in die Produktion selbst als über sie übergreifende und beherrschende Bestimmtheit ein. Daß sie aber durch ihre eignen immanenten Gesetze gezwungen ist, einerseits die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob sie nicht Produktion auf einer bornierten gesellschaftlichen Grundlage sei, anderseits sie doch wieder nur in den Schranken dieser Borniertheit entwickeln kann, ist der innerste und geheimste Grund der Krisen, der in ihr eklatierenden Widersprüche, innerhalb deren sie sich bewegt und die sie selbst dem groben Blick als bloß historische Übergangsform kennzeichnen.
Es wird dies dann roh aufgefaßt und doch anderseits gewissermaßen richtig, von Sismondi z. B., als Widerspruch der Produktion um der Produktion willen und einer auf eine absolute Entwicklung der Produktivität eo ipso101 ausschließenden Distribution.
||791| James Mill, „Elements of Polit. Econ.", Lond. 1821 (2. Aufl., Lond. 1824).
Mill war der erste, der R[icardo]s Theorie in systematischer Form darstellte, wenn auch nur in ziemlich abstrakten Umrissen. Was er anstrebt, ist formell logische Konsequenz. Mit ihm beginnt „daher" auch die Auflösung der Ric[ardo]schen Schule. Bei dem Meister entwickelt sich das Neue und Bedeutende mitten im „Dünger" der Widersprüche, gewaltsam aus den widersprechenden Erscheinungen. Die Widersprüche selbst, die zugrunde liegen, zeugen von dem Reichtum der lebendigen Unterlage, aus der die Theorie sich herauswindet. Anders mit dem Schüler. Sein Rohstoff ist nicht mehr die Wirklichkeit, sondern die neue theoretische Form, wozu der Meister sie sublimiert hat. Teils der theoretische Widerspruch der Gegner der neuen Theorie, teils das paradoxe Verhältnis dieser Theorie zu der Realität spornen ihn zum Versuch, die ersten zu widerlegen, das letztre wegzuerklären. Bei diesem Versuch verwickelt er sich selbst in Widersprüche und stellt mit seinem Versuch, sie zu lösen, zugleich die beginnende Auflösung der Theorie dar, die er dogmatisch vertritt. Mill will einerseits die bürgerliche Produktion als absolute Form der Produktion darstellen und sucht daher zu beweisen, daß ihre wirklichen Widersprüche nur scheinbare sind. Andrerseits die R[icardo]sche Theorie als die absolute theoretische Form dieser Produktionsweise darzustellen und die teils von andren geltend gemachten, teils ihm selbst sich aufdrängenden theoretischen Widersprüche ditto wegubeweisen. Indes ist Mill in gewisser Weise auch noch Fortschritt der R[icardo]schen Ansicht über die Schranken hinaus, worin R[icardo] sie dargestellt. Er hat noch dasselbe geschichtliche Interesse, das Ricardo hat – das des industriellen Kapitals gegen das Grundeigentum –, und er zieht rücksichtsloser die praktischen Konsequenzen der Theorie, der Grundrente z. B. gegen die Existenz des Grundeigentums, das er mehr oder minder direkt in Staatseigentum verwandelt wissen will. Hier haben wir es mit der letztren Konsequenz und dieser Seite Mills nicht zu tun.102
Der Unterschied von Mehrwert und Profit findet sich bei den Schülern R[icardo]s so wenig als bei ihm selbst. Er selbst wird dessen nur gewahr durch den verschiednen Einfluß, den die Variation des Arbeitslohns auf Kapitalien von verschiedner organischer Komposition (und diese selbst nur mit Rücksicht auf den Zirkulationsprozeß) haben kann. Daß – selbst wenn wir nicht Kapitalien in different occupations103 betrachten, sondern jedes Kapital für sich, soweit es nicht ausschließlich aus variablem Kapital besteht, nur in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital ist – Profitrate und Rate des Mehrwerts verschieden, also auch der Profit eine weiter entwickelte, spezifisch modifizierte Form des Mehrwerts sein muß, fällt ihnen nicht ein. Sie werden des Unterschieds nur gewahr, soweit es sich von gleichem Profit – average rate of profit104 – für Kapitalien in different spheres of production and differently composed of fixed and circulating ingredients105 handelt. Mill wiederholt in dieser Beziehung, vulgarisiert nur das von Ric[ardo] in ch. I „On Value"106 Beigebrachte. Das einzige neue Bedenken, das ihm aufstößt, mit Bezug auf diese Frage, ist dieses:
Mill bemerkt, daß „time as such"107 (also nicht Arbeitszeit, sondern Zeit) nichts produziert, also auch nicht „value"108. Wie stimmt es also mit dem Gesetz des Werts, daß Kapital deswegen, wie Ricardo sagt, weil es längere Zeit zu seinen returns109 braucht, denselben Profit abwirft wie Kapital, auf das mehr unmittelbare Arbeit verwandt, aber rascher retourniert? Man sieht, daß Mill hier nur einen ganz einzelnen Fall auffaßt, der, allgemein ausgedrückt, dahin lauten würde: Wie stimmt der Kostenpreis und die von ihm vorausgesetzte ||792| average rate of profit (hence110 Gleichwert von Waren, die sehr unequale Quanta Arbeit enthalten) damit, daß der Profit nicht ist als ein Teil der in der Ware enthaltenen Arbeitszeit, aber der Teil, der vom Kapitalist ohne Äquivalent angeeignet wird? Bei dem average rate of profit und Kostenpreis werden dagegen der Wertbestimmung ganz fremde und äußerliche Gesichtspunkte geltend gemacht, z.B., daß der Kapitalist, dessen Kapital längre returns durchzumachen, weil es wie wine111 z.B. länger im Produktionsprozeß verharren muß (oder länger im Zirkulationsprozeß in andren Fällen), entschädigt werden muß für die Zeit, worin er sein Kapital nicht verwerten kann. Aber wie kann die Zeit der Nichtverwertung Wert schaffen?
Mills Stelle über die „Zeit“ lautet:112
„Die Zeit kann nichts tun, ... wie kann sie also Wert vermehren? Die Zeit ist bloß ein abstrakter Ausdruck, ein Wort, ein Laut. Und es ist die gleiche logische Absurdität, von einer abstrakten Einheit als Wertmaß und von der Zeit als Schöpferin von Wert zu reden.“ („Elements etc.“, 2nd ed., p. 99.)
In der Tat handelt es sich bei den Kompensationsgründen113 zwischen den capitals in different spheres of production114 nicht um Produktion des Mehrwerts, sondern um Verteilung desselben unter die verschiednen Kategorien von Kapitalisten. Es machen sich hier also Gesichtspunkte geltend, die mit der Wertbestimmung als solcher115 absolut nichts zu schaffen haben. Es ist hier alles Kompensationsgrund, was ein Kapital in a peculiar sphere of production116 zwingt, auf die Bedingungen zu verzichten, worunter es in andren Sphären größren Mehrwert produzieren könnte. Also z.B., wenn es mehr fixes, weniger zirkulierendes Kapital anwendet, wenn es mehr konstantes als variables Kapital anwendet, wenn es länger im Zirkulationsprozeß verharren muß, wenn es endlich länger im Produktionsprozeß verharren muß, ohne einem Arbeitsprozeß unterworfen zu sein, was jedesmal eintritt, wo der Produktionsprozeß seiner technologischen Natur gemäß Unterbrechungen erleidet, um das werdende Produkt den Wirkungen natürlicher Kräfte auszusetzen, z.B. der Wein im Keller. In allen diesen Fällen – der letztre ist der, den Mill herausgreift, also ganz borniert und vereinzelt die Schwierigkeit greifend – tritt Kompensation ein. Es wird von dem in andren Sphären produzierten Mehrwert (die Konkurrenz bewirkt diese Ausgleichung, worin jedes besondre Kapital nur als aliqouter Teil des gesellschaftlichen Kapitals erscheint) ein Teil auf diese der direkten Exploitation der Arbeit ungünstiger situierten Kapitalien, im Verhältnis zu ihrer bloßen Größe, übertragen. Das Phänomen ist sehr einfach, sobald das Verhältnis von Mehrwert und Profit und ferner die Ausgleichung der Profite zur allgemeinen Profitrate begriffen ist. Soll es aber ohne alle Vermittlung aus dem Gesetz des Werts begriffen werden, also der Profit, den ein besondres Kapital in einem besondren trade117 macht, aus dem in den von ihm produzierten Waren enthaltnen Mehrwert, [der] unbezahlten Arbeit (also auch aus der direkt in ihnen selbst worked up labour118) erklärt werden, so ist dies ein Problem, viel unmöglicher als die Quadratur des Zirkels, die algebraisch gefunden werden kann. Es ist einfach der Versuch, das, was nicht ist, als seiend darzustellen. In dieser unmittelbaren Form aber ist es, daß Mill das Problem zu lösen sucht. Es ist hier also keine Lösung in der Sache, sondern nur ein sophistisches Wegräsonieren der Schwierigkeit möglich, also nur Scholastik119. Mill beginnt das. Bei einem gewissenlosen Flachkopf120 wie McCulloch nimmt diese Manier breitmacherische Unverschämtheit an.
Mills Lösung kann nicht besser charakterisiert werden als in den Worten Baileys:
„Herr Mill hat einen sonderbaren Versuch gemacht, die Wirkungen der Zeit in Verausgabung von Arbeit aufzulösen. ‚Wenn‘, sagt er (p. 97, 2nd ed. der „Elements", 1824), ‚der Wein, der im Keller gehalten wird, im Werte dadurch im Jahre um 1/10 steigt, so darf man mit Fug annehmen, es sei 1/10 mehr Arbeit auf ihn verwandt worden.' ... Eine Tatsache kann nur dann mit Fug als eingetreten betrachtet ||793| werden, wenn sie in Wirklichkeit eingetreten ist. In dem angeführten Beispiel hat sich nach der Voraussetzung kein menschliches Wesen dem Weine genähert oder auch nur einen Augenblick oder eine einzige Muskelbewegung auf ihn verwandt." („A critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value etc.", London 1825, p.219, 220.)
Der Widerspruch zwischen dem allgemeinen Gesetz und weiter entwickelten konkreten Verhältnissen soll hier nicht gelöst werden durch Aufindung der Mittelglieder, sondern durch direkte Subsumtion und unmittelbare Anpassung des Konkreten an das Abstrakte. Und zwar soll dies durch eine sprachliche Fiktion120 bewirkt werden, by changing vera rerum vocabula121. (Hier in der Tat „verbal disputes“, aber „verbal“, weil reelle Widersprüche, die nicht reell gelöst worden sind, durch Phrasen gelöst werden sollen.) Daß diese Manier, die bei Mill nur noch im Keim auftritt, die ganze Grundlage der Ricardoschen Theorie viel mehr aufgelöst hat als alle Angriffe der Gegner, wird sich bei McCulloch zeigen.
Mill flüchtet zu diesem Verfahren nur, wo er sich absolut nicht anders zu helfen weiß. Seine durchgehende Methode jedoch ist verschieden. Wo das ökonomische Verhältnis – also auch die Kategorien, die es ausdrücken – Gegensätze einschließt, Widerspruch und eben die Einheit von Widersprüchen ist, hebt er das Moment der Einheit der Gegensätze hervor und leugnet die Gegensätze. Er macht die Einheit von Gegensätzen zur unmittelbaren Identität dieser Gegensätze.
Z.B. die Ware hüllt den Gegensatz von Gebrauchswert und Tauschwert ein. Dieser Gegensatz entwickelt sich weiter, stellt sich dar, realisiert sich als die Verdopplung der Ware in Ware und Geld. Diese ihre Verdopplung erscheint als Prozeß in der Metamorphose der Ware, worin Verkauf und Kauf verschiedne Momente eines Prozesses sind, jeder Akt dieses Prozesses aber zugleich sein Gegenteil einschließt. Ich habe im ersten Teil dieser Schrift erwähnt, wie Mill mit dem Gegensatz dadurch fertig wird, daß er nur die Einheit von Kauf und Verkauf festhält, die Zirkulation daher in Tauschhandel verwandelt, in den Tauschhandel aber wieder der Zirkulation entlehnte Kategorien einschmuggelt. Sieh noch, was ich daselbst über seine Geldtheorie entwickelt, wo er ähnlich zu Werk geht.
Es findet sich bei J. Mill die schlechte Einteilung „De la Production“, „De la Distribution“, „Des Exchanges“, „De la Consommation“122.
Salaire:
„Statt zu warten, bis die Produkte erhalten sind und ihr Wert realisiert ist, hat man es für die Arbeiter bequemer gefunden, ihren Teil im Vorschuß auszuzahlen“ (à l’avance). „Die Form, worunter man passend gefunden, daß sie ihn erhielten, ist die der Salaire. Wenn der Anteil der Produkte, welcher dem Arbeiter unter der Form des Salairs zukömmt, ganz von ihm erhalten ist, gehören diese Produkte ausschließlich dem Kapitalisten, weil er faktisch den Anteil des Arbeiters gekauft und denselben ihm als Vorschuß gezahlt.“ (Französische Übersetzung der „Elements“ von Parisot. Paris 1823, p. 33, 34.)
Es ist höchst charakteristisch für Mill, daß, wie ihm das Geld bloß ein für die Bequemlichkeit erfundnes Auskunftsmittel, so das Kapitalverhältnis selbst für die Bequemlichkeit erfunden ist. Diese spezifischen gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse sind der „Bequemlichkeit“ halber erfunden. Ware und Geld verwandeln sich dadurch in Kapital, daß der Arbeiter aufgehört hat, als Warenproduzent und Warenbesitzer auszutauschen, vielmehr gezwungen ist, statt Ware zu verkaufen, seine Arbeit selbst (unmittelbar sein Arbeitsvermögen) als Ware zu verkaufen an den Besitzer der objektiven Arbeitsbedingungen. Diese Scheidung ist die Voraussetzung des Verhältnisses von Kapital und Lohnarbeit, wie sie die Voraussetzung für die Verwandlung des Gelds (oder der Ware, die es repräsentiert) in Kapital ist. Mill unterstellt die Trennung, die Scheidung, unterstellt das Verhältnis von Kapitalist und Lohnarbeiter, um es dann als eine Sache der Bequemlichkeit hinzustellen, daß der Arbeiter kein Produkt verkauft, keine Ware, sondern seinen Anteil am Produkt (dessen Produktion er gar nicht bestimmt und die unabhängig von ihm vorgeht) verkauft, bevor er produziert ||794|| hat. Oder auch, nur noch näher: daß der Anteil des Arbeiters am Produkt vom Kapitalist ausgezahlt – in Geld verwandelt wird –, bevor der Kapitalist das Produkt, an dem der Arbeiter Anteil hat, versilbert hat, has disposed of123.
Durch diese Auffassung soll die spezifische Schwierigkeit – mit der spezifischen Form des Verhältnisses – umgangen werden. Nämlich die Schwierigkeit des Ric[ardo]schen Systems, das den Arbeiter seine Arbeit verkaufen läßt direkt (nicht sein Arbeitsvermögen). Die [Schwierigkeit]: der Wert der Ware durch die Arbeitszeit bestimmt, die ihre Produktion kostet. Woher kömmt es, daß dies Gesetz der Werte sich nicht in dem größten aller Austausche, der Grundlage der kapitalistischen Produktion bewährt, dem Austausch zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter? Warum ist das Quantum of realized labour, das der Arbeiter empfängt als wages, nicht gleich dem Quantum immediate labour, das er in Austausch für die wages gibt? To shift this difficulty124, verwandelt Mill den Lohnarbeiter in einen Warenbesitzer, der sein Produkt, seine Ware – denn sein Anteil an dem Produkt, der Ware, ist sein Produkt, seine Ware, ein in der Form von besondrer Ware von ihm produzierter Wert – dem Kapitalisten verkauft. Er löst die Schwierigkeit dadurch, daß er die Transaktion zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter, die den Gegensatz von realized und immediate labour einschließt, als die common125 Transaktion von Besitzern von realized labour, von Warenbesitzern umdichtet.
Durch diese Finte hat Mill zwar sich unmöglich gemacht, die spezifische Natur, die differenta specifica126 des Prozesses, der zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter vorgeht, zu begreifen, aber er hat sich keineswegs die Schwierigkeit vermindert, sondern sie vermehrt, weil die Eigentümlichkeit des Resultats jetzt nicht mehr zu begreifen aus der Eigentümlichkeit der Ware, die der Arbeiter verkauft (und die das Spezifische besitzt, daß ihr Gebrauchswert selbst das Element des Tauschwerts ist, weshalb ihr Gebrauch einen größern Tauschwert schafft, als in ihr selbst enthalten war).
Der Arbeiter bei Mill ist Warenverkäufer wie jeder andre. Z. B., er produziert 6 Ellen Leinwand. Von diesen 6 Ellen sollen 2 einen Wert darstellen = der von ihm zugesetzten Arbeit. Er ist also der Verkäufer von 2 Ellen Leinwand an den Kapitalisten. Warum soll er nun von dem Kapitalisten nicht den Wert der 2 Ellen Leinwand ganz erhalten wie jeder andre Verkäufer von 2 Ellen Leinwand, da er jetzt Leinwandverkäufer wie jeder andre ist? Vielmehr tritt jetzt der Widerspruch gegen das Gesetz der Werte viel krasser hervor. Er verkauft keine spezifische, von allen andren verschiedene Ware. Er verkauft Arbeit, realisiert in einem Produkt, also Ware, die sich als Ware von keiner andren spezifisch unterscheidet. Wenn nun der Preis der Elle – d. h. das Quantum Geld, das die in der Elle enthaltne Arbeitszeit enthält – = 2 sh., warum erhält der Arbeiter 1 sh. statt 2? Erhält er aber 2 sh., so realisiert der Kapitalist keine surplus value, und das ganze Ricardosche System fiele über den Haufen. Wir wären zu dem profit upon expropriation127 zurückgeschleudert. Die 6 Ellen kosteten dem Kapitalisten ihren Wert = 12 sh. Er verkaufte sie aber zu 13 sh.
Oder Leinwand oder jede andre Ware verkauft sich zu ihrem Wert, wenn der Kapitalist sie verkauft; aber sie verkauft sich unter ihrem Wert, wenn der Arbeiter sie verkauft. Das Gesetz der Werte wäre also aufgelöst durch die Transaktion zwischen Arbeiter und Kapitalist. Und grade um das zu vermeiden, flüchtet Mill zu seiner Fiktion. Er will das Verhältnis von Arbeiter und Kapitalist verwandeln in das gewöhnliche Verhältnis von Warenverkäufern und Käufern. Aber warum soll dann hier nicht das gewöhnliche Gesetz der Warenwerte die Transaktion bestimmen? Aber der Arbeiter ist „en avance“128 bezahlt. Also doch nicht das gewöhnliche Verhältnis von Warenkauf und Verkauf. Was soll dies „Avancieren“ hier heißen? Der Arbeiter, der z. B. wöchentlich bezahlt wird, hat seine Arbeit „avanciert“ und den Anteil an dem wöchentlichen Produkt, der ihm gehört, geschaffen – seine Wochenarbeit realisiert in einem Produkt – (nach der Unterstellung Mills und nach der Praxis), bevor er diesen Anteil vom Kapitalisten „gezahlt“ erhält. Der Kapitalist hat Rohmaterial und Instrumente „avanciert“, der Arbeiter „die Arbeit“, und sobald der Lohn am Ende der Woche gezahlt wird, verkauft er Ware, seine Ware – seinen Anteil an der Gesamtvare – an den Kapitalisten. Aber der Kapitalist, wird Mill sagen, zahlt, i.e. versilbert, verwandelt in Geld dem Arbeiter die 2 ||795| Ellen Leinwand, bevor er selbst die 6 Ellen Leinwand in Geld verwandelt, verkauft hat! Und wenn der Kapitalist auf Bestellung gearbeitet, wenn er die Ware verkauft hat, bevor er sie produziert hat? Und allgemeiner: Was geht es den Arbeiter – hier Verkäufer von 2 Ellen Leinwand – an, daß der Kapitalist ihm diese 2 Ellen abkauft, um sie wieder zu verkaufen, nicht um sie zu konsumieren? Was gehn den Verkäufer die Motive des Käufers an? Und wie sollen letztre nun gar das Gesetz des Werts modifizieren? Konsequent müßte dann jeder Verkäufer seine Ware unter ihrem Wert verkaufen, denn er gibt dem Käufer das Produkt in der Form eines Gebrauchswerts, während der Käufer ihm den Wert in Form des Gelds gibt, die versilberte Form des Produkts. In diesem Falle hätte der Leinwandfabrikant auch den Leinen-garnhändler und den Maschinenfabrikant und den Kohlenproduzenten etc. unterzahlen müssen. Denn sie verkaufen ihm Waren, die er erst in Geld verwandeln will, während er ihnen „en avance“, nicht nur bevor die Ware verkauft, sondern bevor sie produziert, den Wert der Ingredienzen seiner Ware zahlt. Der Arbeiter liefert ihm Leinwand, die Ware in ihrer verkaufbaren Form; dagegen jene Warenverkäufer Maschinerie, Rohstoff etc., die erst einen Prozeß durchmachen müssen, um ihre verkaufbare Form zu erhalten. Am schönsten ist es für einen absoluten Ricardianer] wie Mill, bei dem Kauf und Verkauf, offre und demande129 einfach identisch und das Geld bloße Formalität ist, wenn die Verwandlung von Ware in Geld – und weiter geht doch nichts vor im Verkauf der 2 Ellen Leinwand an den Kapitalisten – einschlösse, daß der Verkäufer die Ware unter dem Wert verkaufen und der Käufer mit seinem Geld über dem Wert kaufen muß.
Kommt also auf die Absurdität hinaus, daß in dieser Transaktion der Käufer kauft, um mit Profit wieder zu verkaufen, daher der Verkäufer die Ware unter ihrem Wert verkaufen muß, womit die ganze Werttheorie über den Haufen geworfen. Dieser zweite Versuch Mills, einen R[icardo]schen Widerspruch zu lösen, hebt in der Tat die ganze Basis des Systems auf und speziell seinen Vorzug, das Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit als direkten Austausch zwischen hoarded and immediate labour130 zu fixieren, d. h., es in seiner spezifischen Bestimmtheit aufzufassen.
Um sich zu helfen, müßte Mill weitergehen und sagen, es handle sich nicht um eine einfache Transaktion von Kauf und Verkauf von Waren. Das Verhältnis zwischen Arbeiter und Kapitalist sei vielmehr das des lending capitalist or discounting capitalist (monied capitalist) zum industrial capitalist131, soweit es sich hier um Zahlung, Versilberung des Produkts des Arbeiters = seinem Anteil am Gesamtprodukt, handle. Es wäre dies schöne Entwicklung, das zinstragende Kapital vorauszusetzen – eine besondre Form des Kapitals –, um das Profit produzierende Kapital (die allgemeine Form des Kapitals) zu entwickeln; eine abgeleitete Form des Mehrwerts (die schon das Kapital voraussetzt) als Grund der Entstehung des Mehrwerts darzustellen. Außerdem müßte Mill dann auch konsequent sein und statt aller bestimmten Gesetze über den Arbeitslohn und den rate of wages132, die R[icardo] entwickelt hat, sie vielmehr aus dem rate of interest133 herleiten, wobei in der Tat wieder nicht zu sagen wäre, wodurch der rate of interest zu bestimmen, da er nach den Ricardians and all other economists, worth naming, is determined by the rate of profit134.
Die Phrase mit dem „Anteil“ des Arbeiters an seinem eignen Produkt beruht in der Tat darauf: Betrachtet man nicht die vereinzelte Transaktion zwischen Kapitalist und Arbeiter, sondern den exchange135 zwischen beiden in dem course of reproduction136; sieht man auf den wirklichen Inhalt dieses Prozesses, statt auf die Form seiner Erscheinung, so zeigt sich in der Tat, daß das, womit der Kapitalist den Arbeiter zahlt (und auch der Teil des Kapitals, der als capital constant dem Arbeiter gegenübertritt), nichts ist als ein Teil vom Produkt des Arbeiters selbst und zwar ein Teil des Produkts, das nicht erst in Geld verwandelt werden soll, sondern bereits verkauft, bereits in Geld verwandelt ward, da die wages in Geld und nicht in naturalibus137 ausgezahlt werden. Bei der Sklaverei etc., wo nicht der falsche Schein durch die vorherige Verwandlung des Produkts – soweit es in wages ausgelegt wird – in Geld bewirkt wird, ist es auch handgreiflich, daß das, was der Sklave als Lohn erhält, in der Tat nichts ist, was der slave owner138 ihm „advances“139, sondern nur der Teil der realisierten Arbeit des slave140, der ihm in der Form von Lebensmitteln wieder zuströmt. Ebenso beim capitalist. Er „avanciert“ nur dem Schein nach. Was er dem Arbeiter als wages avanciert oder vielmehr ||796|| zahlt, da er die Arbeit erst zahlt, nachdem sie verrichtet, ist ein Teil des von dem Arbeiter produzierten und bereits in Geld verwandelten Produkts. Ein Teil des Produkts des Arbeiters, das sich der Kapitalist angeeignet, das vorweggenommen ist, fließt ihm in der Form der wages – als avance141 auf das neue Produkt, wenn man will – zu.
Es ist Mills durchaus unwürdig (so etwas paßt für McCulloch, Say oder Bastiat), an diesem Schein der Transaktion festzuhalten, um die Transaktion selbst zu erklären. Der Kapitalist hat nothing to advance to the labourer except what he before has taken from the labourer, has been advanced to him by the other people’s labour142. Sagt doch Malthus selbst, daß das, was der Kapitalist avanciert, nicht consists „of cloth“ und „other commodities“, but „of labour“143, also grade aus dem, was er nicht verrichtet. Er schießt dem Arbeiter des Arbeiters eigne Arbeit vor.
Indessen nützt diese ganze Periphrase dem Mill nichts, nämlich nichts, um die Lösung der Frage zu umgehn: Wie der Austausch zwischen hoarded und immediate labour (und so faßt Ric[ardo] und nach ihm M[ill] etc. den Austauschprozeß zwischen Kapital und Arbeit) dem Gesetz der Werte, dem er direkt widerspricht, entspricht? Daß es dem Mill nichts nützt, sieht man aus folgenden Sätzen:
„Nach welchem Verhältnis teilen sich die Produkte zwischen ouvrier144 und Kapitalist, oder welche Proportion regelt die Taxe des Salaire?“ (p. 34 Parisot ed.) „Die Fixation der Teile zwischen ouvrier und capitalist ist der Gegenstand eines Handels, Marktens zwischen ihnen. Jeder freie Handel ist geregelt durch die Konkurrenz, und die Bedingungen wechseln nach dem wechselnden Verhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr.“ (l. c. p. 34, 35.)
Der Arbeiter erhält seinen „Anteil“ am Produkt gezahlt. Dies wurde gesagt, um ihn in einen gewöhnlichen Verkäufer von Ware (Produkt) dem Kapital gegenüber zu verwandeln und das Spezifische des Verhältnisses auszulöschen. Sein Anteil am Produkt ist sein Produkt, also der Teil des Produkts, worin seine neuzugesetzte Arbeit realisiert ist. Quod non.145 Wir fragen vielmehr jetzt, welches ist sein „Anteil“ am Produkt, also welches ist sein Produkt? Denn das Teilprodukt, das ihm gehört, ist ja sein Produkt, das er verkauft. Jetzt hören wir, daß sein Produkt und sein Produkt zwei ganz verschiedne Dinge sind. Wir müssen erst festsetzen, was sein Produkt (i. e. sein Anteil am Produkt, also das Teilprodukt, das ihm gehört) ist. Sein Produkt war also eine bloße Phrase, da die Bestimmung des Werts, den er vom Kapitalisten erhält, nicht durch seine eigne Produktion bestimmt ist. Mill hat also die Schwierigkeit nur einen Schritt weitergeschoben. Er ist jetzt so weit, wie er am Anfang war.
Es ist hier ein Quidproquo. Den Austausch zwischen Kapital und Lohnarbeit als kontinuierlichen Akt gesetzt – wie er es ist, wenn man nicht einen einzelnen Akt, Moment der kapitalistischen Produktion fixiert, isoliert –, erhält der Arbeiter einen Teil vom Wert seines Produkts, den er ersetzt hat, + den Teil des Werts, den er umsonst dem Kapitalisten gab. Dies wiederholt sich beständig. Er erhält also in der Tat beständig einen Wertteil seines eignen Produkts, einen Teil des oder Anteil an dem von ihm geschaffnen Wert. Wie groß oder klein seine wages, ist nicht bestimmt durch seinen Anteil am Produkt, sondern umgekehrt, sein Anteil am Produkt ist durch die Größe seiner wages bestimmt. Er erhält faktisch einen Anteil vom Wert des Produkts. Aber der Anteil, den er erhält, ist bestimmt durch die value of labour146; nicht umgekehrt die value of labour durch den Anteil am Produkt. Die value of labour ist fixiert, d. h. die Arbeitszeit, die er zur Reproduktion seiner selbst braucht; sie ist fixiert durch den Verkauf seines Arbeitsvermögens an den Kapitalisten. Damit ist denn auch faktisch sein Anteil am Produkt fixiert. Aber nicht umgekehrt wird erst sein Anteil am Produkt fixiert und dadurch die Höhe oder die value seiner wages. Es ist dies ja einer der wichtigsten und meist betonten Sätze Ric[ardos], da sonst der Preis der Arbeit durch den Preis von ihr produzierten Ware bestimmt wäre, während der Preis der Arbeit nach R[icardo] nichts bestimmt als die Rate des Profits.
Und wie setzt Mill nun den „Anteil“ fest, den der Arbeiter vom Produkt erhält? Durch Nachfrage und Zufuhr, Konkurrenz zwischen Arbeitern und Kapitalisten. Die Phrase Mills ist auf alle Waren anwendbar:
„Die Fixation der Teile“ (lies des Warenwerts) „zwischen ouvrier und Kapitalist“ (Verkäufer und Käufer) „ist der Gegenstand eines Handels, Marktens zwischen [797] ihnen. Jeder freie Handel ist geregelt durch die Konkurrenz, und die Bedingungen wechseln nach dem wechselnden Verhältnis zwischen Nachfrage und Zufuhr.“ [l.c. p.34, 35.]
Also das des Pudels Kern! Mill, der als eifriger Ric[ardianer] nachweist, daß Nachfrage und Zufuhr wohl die Schwankungen des Marktpreises über oder unter den Wert der Ware, aber nicht diesen Wert selbst bestimmen können, daß es sinnlose Worte sind, wenn angewandt zur Bestimmung des Werts, da ihre eigne Bestimmung die Wertbestimmung voraussetzt! Und jetzt – was Say dem Ric[ardo] schon vorhält – flüchtet er, um die value of labour, um den Wert einer Ware zu bestimmen, zu der Fixation durch Nachfrage und Zufuhr!
Aber noch mehr.
Mill sagt es nicht – was der Sache nach hier auch gleichgültig –, welche der beiden Parteien die offre147, welche die demand148 repräsentiert. Doch da der Kapitalist das Geld, der Arbeiter dagegen etwas für das Geld anbietet, wollen wir die demand auf seiten des Kapitalisten und die offre auf seiten der Arbeiter voraussetzen. Aber was „verkauft" der Arbeiter dann? Wovon bringt er eine Zufuhr? In seinem „Anteil" am Produkt, das nicht existiert? Aber sein Anteil an dem zukünftigen Produkt soll ja eben erst bestimmt werden durch die Konkurrenz zwischen ihm und [dem] Kapitalisten, durch das „Nachfrage-und-Zufuhr"-Verhältnis! Die eine Seite des Verhältnisses, die Zufuhr, kann nicht in etwas bestehn, was selbst erst das Resultat des Kampfes zwischen Nachfrage und Zufuhr ist. Also was bietet der Arbeiter zum Verkauf an? Seine Arbeit? Aber dann ist Mill wieder bei der ursprünglichen Schwierigkeit, die er umgehn wollte, angekommen, bei dem exchange between hoarded and immediate labour149. Und wenn er sagt, daß sich hier nicht Äquivalente austauschen oder daß der Wert der verkauften Ware, der labour, nicht durch „die Arbeitszeit" selbst gemessen ist, sondern durch die Konkurrenz, durch Nachfrage und Zufuhr bestimmt wird, so gibt er zu, daß die Theorie R[icardo]s zusammenbricht, daß seine Gegner recht haben, daß die Bestimmung des Werts der Ware durch die Arbeitszeit falsch ist, weil der Wert der wichtigsten Ware, der Arbeit selbst, diesem Gesetz des Warenwerts widerspricht. Wir werden später sehn, daß Wakefield dies direkt sagt.
Mill kann sich drehn und wenden wie er will. Er kommt nicht aus dem Dilemma heraus. Im besten Fall, um seine eigne Ausdrucksweise zu brauchen, verursacht die Konkurrenz der Arbeiter, daß sie bestimmte Masse Arbeit für einen Preis anbieten, der, je nach dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr, gleich einem größren oder geringren Teil des Produkts ist, das sie produzieren werden mit dieser Masse Arbeit. Daß dieser Preis, diese Geldsumme, die sie so erhalten, gleich einem größren oder kleinren Teil des Werts des zu schaffenden Produkts ist, hindert aber in keiner Weise de prime abord150, daß eine bestimmte Masse lebendiger Arbeit (immediate labour) für eine größre oder geringre Masse Geld (accumulated labour151 und in der Form des Tauschwerts existierender labour) ausgetauscht wird. Es hindert also nicht, daß ungleiche Quanta Arbeit gegeneinander ausgetauscht werden, weniger hoarded labour gegen mehr immediate labour. Dies war eben das Phänomen, das Mill zu erklären hatte und, ohne das Wertgesetz zu verletzen, wegerklären wollte. Das Phänomen wird dadurch in keiner Weise verändert, und noch weniger erklärt, daß am Schluß des Produktionsprozesses das Verhältnis, worin der Arbeiter seine immediate labour gegen Geld ausgetauscht, sich nun darstellt in der Proportion, die der ihm bezahlte Wert zum Wert des von ihm geschaffnen Produkts hat. Der ursprüngliche ungleiche Austausch zwischen Kapital und labour erscheint damit nur in einer andren Form.
Wie sehr Mill sich sträubt vor dem direkten exchange zwischen labour und capital, von dem Ricardo] noch ungeniert ausgeht, zeigt auch sein Fortgehn zum Folgenden. Er sagt nämlich:
||798| „Man unterstelle eine bestimmte Zahl von Kapitalisten und eine bestimmte Zahl von Arbeitern. Die Proportion, in welcher sie das Produkt teilen, sei auf irgendeine Weise fixiert. Wächst die Zahl der ouvriers, ohne daß die Masse der Kapitalien wächst, so muß der hinzugekommene Teil der ouvriers den ursprünglich beschäftigten Teil zu verdrängen suchen. Er kann es nur durch das Anerbieten, für eine geringere Retribution zu arbeiten. Die Taxe der Salaire sinkt notwendig…“ (wenn umgekehrt, umgekehrt) … „Bleibt das Verhältnis zwischen der Masse der Kapitalien und der Bevölkerung gleich, so bleibt auch die Taxe der Salaire dieselbe.“ (l.c. p.35 sqq. passim.)
Was bestimmt werden sollte, war „die Proportion, in welcher sie“ (Kapitalisten und Arbeiter) „das Produkt teilen“. Um dies durch die Konkurrenz zu fixieren, unterstellt Mill, daß diese Proportion „auf irgendeine Weise fixiert sei“. Um den „Anteil“ des Arbeiters durch die Konkurrenz zu bestimmen, unterstellt er, daß er vor der Konkurrenz „auf irgendeine Weise“ bestimmte Teilung des Produkts alteriert, unterstellt er, daß Arbeiter sich „anerbieten, für eine geringere Retribution zu arbeiten“, wenn ihre Zahl rascher wächst als die Masse der Kapitalien. Hier sagt er also gradheraus, daß das Angebot der Arbeiter in „Arbeit“ besteht und daß sie diese Arbeit anbieten gegen „Retribution“, i.e. Geld, eine bestimmte Summe von „hoarded labour“152. Um den direkten Austausch zwischen Arbeit und Kapital zu umgehn, den direkten Verkauf der Arbeit, flüchtet er zur Theorie der „Teilung des Produkts“. Und um die Proportion der Teilung des Produkts zu erklären, setzt er den direkten Verkauf der Arbeit gegen Geld voraus, so daß dieser ursprünglich exchange zwischen capital und labour später sich ausdrückt im Verhältnis des [Anteils des] Arbeiters an seinem Produkt, nicht aber sein Anteil am Produkt jenen ursprünglichen exchange bestimmt. Und schließlich, wenn Anzahl der Arbeiter und Masse der Kapitalien sich gleichbleiben, bleibt die „Taxe der Salaire“ dieselbe. Aber welches ist die Taxe der Salaire, wenn Nachfrage und Zufuhr sich entsprechen? Das soll ja eben erklärt werden. Es wird nicht dadurch erklärt, daß diese Taxe sich ändert, wenn jenes Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Zufuhr sich aufhebt. Die tautologischen Windungen Mills beweisen nur, daß er hier einen Haken in der R[icardo]schen Theorie fühlt, dessen er nur Herr wird, indem er überhaupt aus der Theorie herausfällt.
Gegen Malthus, Torrens etc. Gegen die Bestimmung des Werts der Waren durch den Wert des Kapitals bemerkt M[ill] richtig:
„Kapital ist gleich Waren. Wenn der Wert der Waren also durch den Wert des Kapitals bestimmt wird, wird er vom Werte der Waren bestimmt; der Wert der Waren wird durch sich selbst bestimmt.“ („Elements etc.“, Lond. 1821, p.74.)
{Mill vertuscht den Gegensatz von Kapital und Arbeit nicht. Es ist nötig, daß die Profitrate groß sei, damit die von unmittelbarer Arbeit unabhängige Gesellschaftsklasse bedeutend sei; dazu muß also das Salair relativ klein sein. Es ist nötig, daß die Arbeitermasse nicht Herr ihrer Zeit und Sklave ihrer Bedürfnisse sei, damit sich die menschlichen (gesellschaftlichen) Fähigkeiten frei in Klassen entwickeln können, denen diese Arbeiterklasse nur als Unterlage dient. Die letztern repräsentieren die Entwicklungslosigkeit, damit andre Klassen die menschliche Entwicklung repräsentieren. Dies in fact der Gegensatz, in dem sich die bürgerliche ||799| Gesellschaft entwickelt und alle bisherige Gesellschaft entwickelt hat, als notwendiges Gesetz, i.e. das Bestehende als das absolute Vernünftige ausgesprochen.
„Die menschliche perfectibilité153 oder das Vermögen, beständig von einer Stufe der Wissenschaft und des Glücks zu einer andren, größern fortzuschreiten, scheint großenteils von einer Klasse von Menschen abzuhängen, die Herren ihrer Zeit sind, i.e., die reich genug sind, um aller Sorge für die Mittel, in einem gewissen Zustand von Genuß zu leben, überhoben zu sein. Durch diese Menschenklasse wird die Domäne der Wissenschaft kultiviert und vergrößert; sie verbreiten Licht; ihre Kinder empfangen beßre Erziehung und bereiten sich vor, die wichtigsten und delikatesten Funktionen der Gesellschaft auszuüben; sie werden Gesetzgeber, Richter, Verwalter, Lehrer, Erfinder in den Künsten, Leiter aller großen und nützlichen Arbeiten, worauf sich die Herrschaft der Menschengattung über die Naturkräfte erstreckt." (Jed. Parisot, Paris 1823] p.65.) „Das Interesse der Kapitalien muß sehr stark sein, damit ein beträchtlicher Teil der Gesellschaft à même154 ist, die Vorteile zu genießen, die die Muße verschafft." (l.c. p.67.)}
Noch zum obigen.
Mill als Ricardian unterscheidet labour und capital als bloß verschiedne Formen der Arbeit:
„Arbeit und Kapital – das eine unmittelbare Arbeit, … das andere aufgespeicherte Arbeit." (1st Engl. edit., Lond. 1821, p.75.)
Nun sagt er an einer andern Stelle:
„In bezug auf diese beiden Arten Arbeit zu bemerken. Sie sind nicht immer zu derselben Taxe bezahlt." (ed. Parisot, p. 100.)
Hier kommt er also zur Sache. Da das, was die immediate labour zahlt, immer hoarded labour, capital ist, so heißt das, daß sie nicht zu gleicher Taxe bezahlt sind, weiter nichts als, daß sich mehr immediate labour gegen weniger hoarded labour austauscht und zwar „immer", da sonst die hoarded labour sich nicht als „Kapital" gegen die immediate labour austauschte, und nicht nur nicht das von Mill gewünschte sehr starke Interesse, sondern gar keins abwürfe. Hier also zugegeben, da Mill mit Ric[ardo] den Austausch von capital und labour als direkten Austausch von hoarded und immediate labour faßt, daß sie sich in ungleichen Proportionen austauschen und bei ihnen das Gesetz des Werts – daß gleiche Quanta Arbeit sich gegeneinander austauschen – in die Brüche geht.
Mill hebt als ein Hauptgesetz hervor, was Ric[ardo] in der Tat zur Entwicklung seiner Renttheorie unterstellt.155
„Die Profittaxe in der Agrikultur regelt die Taxe der andren Profite" (2nd edit., Lond. 1824, p. 78).
Was grundfalsch ist, indem die kapitalistische Produktion in der Industrie, nicht in der Agrikultur beginnt und die letztre erst nach und nach ergreift, so daß auch erst im Fortschritt der kapitalistischen Produktion the agricultural profits become equalized to the industrial156 und nur erst infolge dieser Equalisation die ersten die letztern [beeinflussen]. Erstens also historisch falsch. Zweitens aber, einmal diese Equalisation vorhanden – also den Zustand der Entwicklung der Agrikultur vorausgesetzt, daß das Kapital [sich] je nach der Rate des Profits von der Industrie auf die Agrikultur und vice versa157 wirft –, so ist ebenso falsch, daß von da an die agricultural profits regelnd würden, statt daß Wechselwirkung stattfände. Um übrigens die Rente zu entwickeln, nimmt Ricardo selbst das Umgekehrte an. Der Getreidepreis steigt; dadurch fallen die Profite nicht in der Agrikultur (solange nicht neue Zufuhr von schlechteren Ländereien oder zweiten, minder produktiven Kapitaldosen stattfindet) – denn das Steigen des Getreidepreises entschädigt den Pächter für mehr als ihm das Steigen der Salaire infolge des Steigens des Getreidepreises kostet –, sondern in der Industrie, wo keine solche Kompensation oder Überkompensation statt[findet]. Damit fällt die industrielle Profitrate und hence158 kann Kapital, das diese niedre Profitrate abwirft, be employed159 auf schlechteren Ländereien. Bei der alten Profitrate wäre das nicht der Fall. Und erst infolge dieser Rückwirkung des Sinkens des industriellen Profits auf den agrikolen on the worse lands160 fällt der agricultural profit generally161 ||800| und löst sich ein Teil desselben on the better soils162 vom Profit in der Form der Rente ab163. Dies ist R[icardo]s Darstellung des Prozesses, wonach also der industrial profit den agricultural regelt.
Stiege nun der agricultural profit wieder infolge von Verbeßrungen der Agrikultur, so würde dann auch der industrielle steigen. Aber das schließt keineswegs aus, daß, wie die Abnahme des industriellen Profits ursprünglich die des agricultural bedingt, so auch ein Steigen desselben ein Steigen des agricultural profit nach sich zieht. Dies jedesmal, wenn der industrial profit steigt unabhängig von dem Preis von Korn und andren agricultural necessaries164, die in das Salair der Arbeiter eingehn, also infolge des Fallens des Werts der Waren, die das konstante Kapital bilden etc. Die Rente ist vielmehr absolut nicht zu erklären, wenn der industrielle Profit nicht den agricultural regulierte. The average rate of profit165 ist in der Industrie gegeben durch Ausgleichung der Profite der Kapitalien und daherige Verwandlung der Werte in Kostpreise. Diese Kostpreise – der Wert des avancierten Kapitals + average profit – bilden die Voraussetzung, die die Agrikultur von der Industrie erhält, da in der Agrikultur wegen des Grundeigentums nicht jene Ausgleichung stattfinden kann. Ist dann der Wert des agricultural produce166 höher als der Kostpreis sein würde, bestimmt durch den industrial average profit167, so bildet der Überschuß dieses Werts über den Kostpreis die absolute Rente. Aber damit dieser Überschuß des Werts über den Kostpreis gemessen werden könne, muß der Kostpreis das Prius sein, also der Agrikultur von der Industrie als Gesetz aufgezwängt werden.
Zu notierender Satz von Mill:
„Was man produktiv konsumiert, ist immer Kapital. Das ist eine besonders merkwürdige Eigenschaft der produktiven Konsumtion. Was produktiv konsumiert wird, ist Kapital, und es wird Kapital durch die Konsumtion.“ (edit. Par[isot], l.c.p.[241], 242.)
„Eine demande168 bezeichnet die Begierde und die Mittel zu kaufen ... Das äquivalente Objekt“ (Mittel zu kaufen), „welches ein Mensch hinzubringt, ist das Instrument der Nachfrage. Die Ausdehnung seiner Nachfrage mißt sich am Wert dieses Gegenstandes. Die Nachfrage und der äquivalente Gegenstand sind Termini, welche man einen dem andren substituieren kann...Sein“ (eines Menschen) „Wille zu kaufen und seine Mittel, es zu tun, sind also gleich, oder seine Nachfrage ist exakt = seinem Totalprodukt, sofern er es nicht selbst verzehren will.“ (ed. Par[isot], l.c. p.252, 253.)
Wir sehn hier, wie die unmittelbare Identität von Nachfrage und Zufuhr (hence the Unmöglichkeit eines general glut169) bewiesen wird. Die Nachfrage besteht in dem Produkt, und zwar ist der Umfang dieser Nachfrage gemessen durch den Wert dieses Produkts. Dieselbe abstrakte „Beweisführung“, wodurch Mill nachzeigt, daß Kauf und Verkauf nur identisch und nicht unterschieden sind; dieselben tautologischen Phrasen, wodurch er zeigt, daß die Preise von der Masse des zirkulierenden Gelds abhängen; dieselbe Manier, um zu beweisen, daß offre und demande sich decken müssen (was nur weiterentwickelte Form von Käufer und Verkäufer). Es ist immer dieselbe Logik. Wenn ein Verhältnis Gegensätze einschließt, so ist es also nicht nur Gegensatz, sondern Einheit von Gegensätzen. Es ist daher Einheit ohne Gegensatz. Dies ist Mills Logik, wodurch er die „Widersprüche“ aufhebt.
Gehn wir zunächst von der Zufuhr aus. Was ich zuführe, ist Ware, Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert, z. B. bestimmtes Quantum Eisen = 3 l. (was = bestimmtem Quantum Arbeitszeit). Ich bin Eisenfabrikant nach der Voraussetzung. Ich führe einen Gebrauchswert zu, Eisen, und ich führe einen Wert zu, nämlich den im Preis des Eisens, in den 3 l. ausgedrückten Wert. Nur findet dieser kleine Unterschied statt. Bestimmtes Quantum Eisen ist wirklich von mir auf den Markt geworfen. Dagegen existiert der Wert des Eisens nur als sein Preis, der erst realisiert werden soll von dem Käufer des Eisens, der für mich die Nachfrage nach Eisen darstellt. Die Nachfrage des Eisenverkäufers besteht in der Nachfrage nach dem Tauschwert des Eisens, der zwar im Eisen steckt, aber nicht realisiert ist. Es ist möglich, daß derselbe Tauschwert sich in sehr verschiedenen Quantitäten Eisen darstellt. Die Zufuhr von Gebrauchswert und die Zufuhr von zu realisierendem Wert sind also keineswegs identisch, da ganz verschiedne Quantitäten von Gebrauchswert dieselbe Quantität Tauschwert ||801| darstellen können.
Derselbe Wert von 3 l. mag sich in 1, 3 oder 10 Tonnen darstellen. Die Quantität Eisen (Gebrauchswert), die ich zuführe, und die Quantität Wert, die ich zuführe, stehn also in gar keinem Verhältnis zueinander, da die letztre Quantität unverändert bleiben mag, so sehr die erstre wechselt. Wie groß oder klein das Quantum von mir zugeführten Eisens sei, ich will, in der Unterstellung, stets den von dieser seiner eignen Quantität – seinem Dasein als Gebrauchswert überhaupt – unabhängigen Wert des Eisens verwirklichen. Der zugeführte (aber noch nicht realisierte) Wert und die zugeführte Quantität Eisen, die realisiert ist, stehn also in keinem Verhältnis zueinander. Es ist also durchaus kein Grund vorhanden, daß die Verkaufsfähigkeit einer Ware zu ihrem Wert in irgendeinem Verhältnis stehe zu der von mir zugeführten Masse Ware. Für den Käufer existiert meine Ware zunächst als Gebrauchswert. Er kauft sie als solchen. Aber was er braucht, ist ein bestimmtes Quantum Eisen. Sein Bedürfnis nach Eisen ist ebensowenig durch die von mir produzierte Quantität bestimmt, als der Wert meines Eisens selbst ein Verhältnis zu dieser Quantität hat.
Allerdings der, der kauft, hat in seiner Hand bloß die verwandelte Gestalt einer Ware, Geld – die Ware in der Gestalt des Tauschwerts –, und er kann nur als Käufer auftreten, weil er oder andre vorher als Verkäufer aufgetreten sind der Ware, die jetzt in der Gestalt des Gelds existiert. Dies ist aber durchaus kein Grund, daß er sein Geld in meine Ware rückverwandelt oder daß sein Bedürfnis nach meiner Ware durch die Quantität bestimmt ist, in der ich sie produziert habe. Soweit er demandeur170 für meine Ware ist, mag er entweder geringre Quantität verlangen, als ich zuführe, oder die ganze Quantität, aber unter ihrem Wert. Seine demand braucht sowenig meiner Zufuhr zu entsprechen als die Quantität, die ich zuführe, und der Wert, zu dem ich sie zuführe, identisch sind.
Jedoch die ganze Untersuchung über Nachfrage und Zufuhr gehört nicht hierher.
Soweit ich Eisen zuführe, frage ich nicht nach Eisen nach, sondern nach Geld. Ich führe einen besondren Gebrauchswert zu und frage nach dem Wert desselben. Meine Zufuhr und Nachfrage sind also so verschieden als Gebrauchswert und Tauschwert. Soweit ich in dem Eisen selbst einen Wert zuführe, frage ich nach nach der Realisation dieses Werts. Meine Zufuhr und Nachfrage sind also ebenso verschieden wie Ideelles und Reelles. Ferner die Quantität, die ich zuführe, und ihr Wert stehn in keinem Verhältnis zueinander. Die Nachfrage nach der von mir zugeführten Quantität Gebrauchswert richtet sich aber nicht nach dem Wert, den ich realisieren will, sondern nach der Quantität, die der Käufer171 zu einem bestimmten Preis braucht.
Folgende Sätze Mills noch:
„Es ist klar, daß jeder Mensch zu der allgemeinen Masse [der Produkte], welche die Zufuhr konstituieren, die Totalität dessen, was er produziert hat und nicht verzehren will, hinzuträgt. Unter welcher Form nun auch ein Teil des jährlichen Produkts in die Hände eines Menschen gefallen sei, wenn er sich vornimmt, nichts davon selbst zu verzehren, so will er sich alles dessen entledigen, und dies Ganze kommt daher dazu, die Zufuhr zu vermehren. Wenn er einen Teil davon verzehrt, will er sich des ganzen Restes entledigen, und der ganze Rest wird zur Zufuhr geschlagen.“ (l.c. p.253.)
Dies heißt in andren Worten nichts, als alle auf den Markt geworfnen Waren bilden die Zufuhr.
„Weil also die Nachfrage jedes Menschen = der Portion des jährlichen Produkts ist oder, anders ausgedrückt, = der Portion von Reichtum, dessen er sich entledigen will“
{Halte-là!172 Seine Nachfrage ist gleich dem Wert (sobald er realisiert ist) der Portion von Produkten, deren er sich entledigen will; wessen er sich entledigen will, ist ein bestimmtes Quantum Gebrauchswert; was er haben will, ist der Wert dieses Gebrauchswerts. Beide Sachen sind anything but identical173},
„und weil die Zufuhr jedes Menschen exakt dieselbe Sache ist"
{keineswegs; seine Nachfrage besteht nicht in dem, dessen er sich entledigen will, nämlich dem Produkt, sondern in der Nachfrage nach dem Wert dieses Produkts, und seine Zufuhr besteht dagegen realiter in diesem Produkt, während der Wert desselben nur idealiter zugeführt wird},
„so sind offre and demande eines Individuums notwendig gleich." [l.c. p.253, 254.]
(D. h., der Wert der von ihm zugeführten Ware und der Wert, den er für sie verlangt, aber nicht hat, sind gleich; wenn er die Ware zu ihrem Wert verkauft, sind zugeführter Wert (in der Form der Ware) und erhaltner Wert (in der Form des Gelds) gleich. Aber daraus, daß er die Ware zu ihrem Wert verkaufen will, folgt nicht, daß dies geschieht. Das Quantum Ware ist von ihm zugeführt, befindet sich auf dem Markt. Den Wert dafür sucht er.)
„Offre und demande haben eine ||802|| eigentümliche Beziehung zueinander. Jede dargebotne, zugeführte, ausgebotne Ware ist immer zu gleicher Zeit das Objekt einer Nachfrage, und eine Ware, welche das Objekt einer Nachfrage ist, macht immer zu derselben Zeit einen Teil der allgemeinen Produktenmasse aus, welche das offre, die Zufuhr konstituieren. Jede Ware ist immer zugleich Gegenstand der Nachfrage und der Zufuhr. Wenn zwei Menschen einen Austausch machen, so kommt der eine nicht, um nur eine Zufuhr, und der andre nicht, um nur eine Nachfrage zu tun; das Objekt, der Gegenstand seiner Zufuhr muß ihm das seiner Nachfrage verschaffen, und folglich sind seine demande und offre, seine Nachfrage und Zufuhr vollständig gleich. Sind aber offre und demande eines jeden Individuums immer gleich, so ist es auch die aller Individuen einer Nation in Masse genommen. Wie hoch daher der Betrag des jährlichen Produkts sei, er kann niemals die Höhe der jährlichen Nachfrage überschreiten. Die Totalität des jährlichen Produkts ist geteilt in eine Anzahl von Portionen = der Anzahl von Individuen, worunter das Produkt verteilt ist. Die Totalität der Nachfrage = der Summe dessen, was auf alle Teile die Besitzer nicht für ihre eigne Konsumtion behalten; aber die Totalität der Teile ist = dem ganzen jährlichen Produkt." (l.c. p.254, 255.)
Hat Mill einmal unterstellt, daß offre und demande jedes Individuums gleich sind, so der ganze weitläufige Scharfsinn, daß dann auch offre und demande aller Individuen gleich, sehr überflüssig.
Wie die contemporaneous Ricardians174 den Mill auffaßten, z. B. aus folgendem zu ersehn:
„Da haben wir also mindestens einen Fall" {heißt es mit Bezug auf M[ill]s Bestimmung der valeur du travail175}, „wo der Preis (der Preis der Arbeit) durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf eine dauerhafte Weise geregelt ist.“ („Discours sur l’écon. polit.“ Par McCulloch, traduit par Gme Prévost. Genève 1825; in Prévosts angehängten „Réflexions sur le système de Ricardo“, p. 187.)
McCulloch in dem zitierten „Discours“ sagt, daß M[ill]s Zweck, „eine logische Deduktion der Prinzipien der politischen Ökonomie zu geben“. (p. 88.) Mill „untersucht fast alle Fragen, die zur Diskussion stehen. Er versteht es, die verwickeltsten und schwierigsten Fragen klarzumachen und zu vereinfachen und die verschiedenen Prinzipien der Wissenschaft in ihre natürliche Ordnung zu bringen.“ (l.c.)
Man kann das aus seiner Logik schließen, daß er die ganz unlogische Struktur Ricardos, früher von uns auseinandergesetzt176, naiv im ganzen als „ordre naturel“177 beibehält.
[e)] Prévost. [Ablehnung einiger Schlußfolgerungen Ricardos und James Mills. Versuche, zu beweisen, daß eine ständige Verringerung des Profits nicht unvermeidlich ist]
Was den zitierten Prévost betrifft, der bei seinen „Réflexions etc.“ Mills Exposition des R[icardo]schen Systems zugrunde legt, so beruhen einige seiner Einwendungen auf bloßem schülerhaften Mißverständnis R[icardo]s. Folgendes über die Rente aber zu bemerken:
„Man kann einen Zweifel hegen über den Einfluß der schlechteren Böden auf die Bestimmung der Preise, wenn man, wie es sich gehört, ihre relative Ausdehnung in Betracht zieht.“ (Prévost, l.c. p. 177.)
Prévost führt folgendes von Mill an, was auch für meine Entwicklung wichtig, indem Mill hier selbst ein Beispiel sich denkt, wo die Differentialrente dadurch entsteht, daß die new demand – the additional demand is supplied by a better, not by a worse soil, also the ascending line178.
„Herr Mill gebraucht diesen Vergleich: ‚Nehmen wir an, daß alle bebauten Ländereien in einem bestimmten Land von derselben Qualität seien und dieselben Profite auf die darauf angewandten Kapitalien abwerfen, mit Ausnahme eines einzigen Acre, der das sechsfache Produkt von dem der anderen produziert.‘“ (Mill, „Elements etc.“, 2nd ed., p. 71.) „Es ist sicher, wie Herr Mill es beweist, daß der Pächter dieses letzten Acre sein Pachteinkommen nicht erhöhen könnte“ (d. h. nicht höhern Profit machen könnte als die autres fermiers179; die Sache ist sehr schlecht ausgedrückt), „und daß die fünf Sechstel des Produkts dem Grundeigentümer zufließen würden.“
(Hier also Differentialrente, ohne Erniedrigung der Profitrate und ohne Steigen des Preises des produit agricole180.) (Dies muß um so öfter passieren, als die Situation ||803|| mit der industriellen Entwicklung eines Landes, mit den Kommunikationsmitteln und der wachsenden Bevölkerung sich beständig verbessern muß, wie es immer mit der naturelle fertilité181 stehe und [die] Situation (relativ beßre) wirkt wie [größere] naturelle fertilité.)
„Aber hätte der scharfsinnige Autor daran gedacht, sich eine derartige Annahme für den umgekehrten Fall vorzustellen, so hätte er erkannt, daß das Ergebnis ein anderes wäre. Nehmen wir an, alle Ländereien wären von gleicher Güte, ausgenommen ein Acre schlechteren Bodens. Auf diesem einzigen Acre betrage der Profit des Kapitals den sechsten Teil des Profits von jedem anderen Acre. Glaubt man, daß der Profit mehrerer Millionen Acres auf den sechsten Teil seines herkömmlichen Profits gesenkt würde? Es ist wahrscheinlich, daß dieser einzige Acre gar keine Wirkung hätte, weil die verschiedenen Produkte (namentlich das Getreide), wenn sie auf den Markt kommen, von der Konkurrenz einer so minimalen Menge nicht merklich betroffen würden. Darum sagen wir, daß die Behauptung der Ricardo-Anhänger über die Wirkung der schlechteren Böden durch die Berücksichtigung der relativen Ausdehnung der Böden von verschiedener Fruchtbarkeit zu modifizieren ist.“ (Prévost, l.c. p.177, 178.)
{Say in seinen Anmerkungen zu R[icardo]s traduction de Constancio182 hat nur eine richtige Bemerkung über den commerce étranger183. Profit kann auch durch Prellerei gemacht werden, daß der eine gewinnt, was der andre verliert. Verlust und Gewinn innerhalb eines Landes gleichen sich aus. Nicht so zwischen verschiedenen Ländern. Und selbst die Theorie R[icardo]s betrachtet – was Say nicht bemerkt –, können sich 3 Arbeitstage eines Landes gegen einen eines andren austauschen. Das Gesetz des Werts erhält hier wesentliche Modifikation. Oder wie sich innerhalb eines Landes skilled, composed labour zur unskilled, simple184 verhält, so können sich die Arbeitstage verschiedner Länder verhalten. In diesem Fall exploitiert das reichere Land das ärmre, selbst wenn letztres durch den Austausch gewinnt, wie auch J.St.Mill in seinen „Some Unsettled Questions etc.“ entwickelt hat.}
„Wir geben zu, daß im allgemeinen die Rate des landwirtschaftlichen Profits die des industriellen bestimmt. Aber wir müssen zu gleicher Zeit bemerken, daß der letztere notwendigerweise auch auf den ersten reagiert. Wenn der Getreidepreis auf einen gewissen Punkt gestiegen ist, wenden sich die industriellen Kapitalien der Landwirtschaft zu und drücken notwendigerweise die landwirtschaftlichen Profite herab.“ (Prévost, l. c. p. 179.)
Der Einwand richtig, aber ganz borniert gefaßt. Sieh oben.185
Die Ricardians wollen, daß der Profit nur fallen kann durch Wachsen des Arbeitslohns, indem die necessaries186 mit [dem Wachstum] der Bevölkerung im Preis steigen, was aber Folge der Akkumulation des capital, indem mit dieser Akkumulation schlechtere Ländereien bebaut werden. Aber Ric[ardo] gibt selbst zu, daß auch die Profite sinken können, wenn die Kapitalien rascher wachsen als die Bevölkerung, die Konkurrenz der Kapitalien unter sich also den Arbeitslohn steigen macht. Dies das A. Smithsche.
Prévost sagt:
„Wenn die wachsende Nachfrage der Kapitalien den Preis der Arbeiter, das heißt den Lohn, erhöht, scheint es dann nicht, daß man keinen Grund hat, zu behaupten, die wachsende Zufuhr dieser selben Kapitalien vermöge niemals den Preis der Kapitalien, mit andren Worten, den Profit zu senken?“ (l. c. p. 188.)
Prévost sucht auf der falschen Ric[ardo]schen Grundlage, die sich baisse des profits187 nur erklären kann aus abnehmender surplus value, also surplus labour, also größerm Wert, [aus der] Verteuerung der vom Arbeiter verzehrten necessaries, also [dem] Steigen der value of labour, although real retribution of the labourer, instead of being ascending, declines188; auf dieser Grundlage sucht er zu beweisen, daß keine continual189 Abnahme des Profits nötig.
Erstens sagt er:
„Der Zustand des Gedeihens erhöht zuerst den Profit“ (nämlich die profits agricoles190; mit dem état prospère191 wächst die Bevölkerung, hence192 die Nachfrage nach agricultural produce, hence surplus profits des farmer193),
„und zwar lange bevor man dazu übergeht, neue Ländereien in Anbau zu nehmen. Wohl übt diese Ausdehnung des Bodenanbaus eine Wirkung auf die Rente aus, die den Profit verringert. Aber wenn auch dadurch unmittelbar verringert, bleibt der Profit doch ebenso hoch, wie er vor dem Fortschritt war … Warum geht man zu irgendeiner Zeit zum Anbau von Böden schlechterer Qualität über? Das geschieht nur in Erwartung eines Profits, der den üblichen Profit mindestens erreicht. Und welcher Umstand vermag diese Profitrate auf solchem Boden herbeizuführen? Die Zunahme ||804| der Bevölkerung. Sie drückt ... auf die Schranken der Subsistenzmittel, bewirkt dadurch ein Steigen der Lebensmittelpreise (besonders des Getreides) und wirft auf diese Weise den landwirtschaftlichen Kapitalien hohe Profite ab. Die anderen Kapitalien strömen auf die Ländereien; aber da der Boden in seiner Ausdehnung beschränkt ist, findet diese Konkurrenz ihre Grenzen; und es kommt zu einem Punkt, daß man durch den Anbau schlechteren Bodens immer noch höheren Profit erreicht als im Handel oder in der Manufaktur. Sind die schlechteren Böden in genügender Ausdehnung vorhanden, dann müssen sich von da an die landwirtschaftlichen Profite nach den zuletzt auf die Ländereien angewandten Kapitalien richten. Geht man von der Profitrate aus, die zu Beginn des zunehmenden Wohlstandes bestand (der Teilung des Profits in Profit und Rente), so wird man finden, daß der Profit keinerlei Tendenz hat, zu sinken. Er steigt mit zunehmender Bevölkerung, bis der landwirtschaftliche Profit so gewachsen ist, daß er durch neue Kulturen eine erhebliche Verminderung erfahren kann, ohne daß er jemals unter seine ursprüngliche Rate herabsinkt oder, um genauer zu sprechen, unter die mittlere Rate, die durch verschiedene Umstände bestimmt wird.“ (p. 190–192.)
Prévost faßt offenbar falsch die R[icardo]sche Ansicht. Infolge der prospérité194 steigt die Bevölkerung, hence the price of agricultural products, hence agricultural profits195. (Obgleich nicht einzusehn, wenn dies Steigen konstant, warum nach Ablauf der Pacht die Renten nicht erhöht werden sollten und diese agricultural surplus profits in der Form der Rente einkassiert werden sollten, selbst ehe die terres inférieures196 bebaut.) Aber dasselbe Steigen des agricultural produce, das die agricultural profits steigen macht, erhöht den Arbeitslohn in all industries, und macht daher die industrial profits fallen. Es bildet sich so a new rate of profit197 in der Industrie. Wenn nun die schlechteren Ländereien bei dem existierenden Marktpreis auch nur diese lower rate of profit198 zahlen, können sich Kapitalien auf die schlechten Ländereien werfen. Sie werden dahin attrahiert durch die hohen agricultural profits und den hohen Marktpreis des blé199. Sie mögen, eh hinreichende Anzahl von Kapitalien so übergewandert, auch noch, wie Prévost sagt, höhre Profite als den gesunkenen industrial profit abwerfen. Sobald aber die additional supply200 hinreichend, fällt der Marktpreis, so daß er auf den schlechtern Ländereien nur the ordinary industrial profit201 abwirft. Was das Produkt mehr abwirft auf den beßren, verwandelt sich in Rente. Dies die R[icardo]sche Vorstellung, deren Grundlage P[révost] akzeptiert, auf der er räsoniert. Das Getreide nun teurer als vor dem Steigen des agricultural profit. Aber der surplus profit, den es dem Pächter abwarf, in Rente verwandelt. Auf diesem Wege also sinkt der Profit auch der beßren Ländereien zu der infolge des rise202 des agricultural produce eingetretenen lower rate of industrial profit203. Nicht abzusehn, wie hierdurch, wenn keine andren Umstände modifizierend eintreten, die Profite nicht unter ihren „taux primitif“204 fallen müssen. Es können natürlich andre Umstände eintreten. Unter allen Umständen steht nach der Voraussetzung der agricultural profit höher nach dem rise der necessaries205 als der industrial. Sollte hier aber der Teil der necessaries der Arbeiter, der von der Industrie herstammt, durch Entwicklung der Produktivkraft so gefallen sein, daß der Arbeitslohn (selbst wenn zu seiner average value206 gezahlt) nicht so hoch stiege, als er, ohne diese paralysierenden Umstände, verhältnismäßig mit dem rise des agricultural produce steigen müßte; sollte ferner dieselbe Entwicklung der Produktivkraft den Preis der von der extraktiven Industrie gelieferten Produkte so gesenkt haben, ditto der agricultural raw materials207, die nicht in die Nahrung eingehn, so brauchte der industrial profit nicht zu fallen (obgleich die Voraussetzung nicht wahrscheinlich), obgleich er tiefer wie der agricultural profit stünde. Ein Herabsenken des letztern durch transfer of capital to agriculture208 und Bildung von Rente würde dann ||805|| nur den alten taux of profit209 wiederherstellen.
[Zweitens] Prévost versucht es noch in andrer Weise:
„Die Böden von schlechterer Qualität... werden nur dann in Anbau genommen werden, wenn sie ebenso hohen oder höheren Profit abwerfen wie die industriellen Kapitalien. Oft bleibt unter solchen Umständen der Preis des Getreides oder der sonstigen landwirtschaftlichen Produkte noch sehr hoch, trotz der neuen Kulturen. Diese hohen Preise bedrücken die arbeitende Bevölkerung, da das Steigen des Arbeitslohns nicht genau dem Preis jener Gegenstände folgt, die von den Lohnarbeitern gebraucht werden. Sie bilden mehr oder weniger eine Last für die ganze Bevölkerung, da fast alle Waren vom Steigen der Löhne und des Preises der zum Leben notwendigen Dinge betroffen werden. Dieser allgemeine Druck, verbunden mit dem durch eine zu zahlreiche Bevölkerung herbeigeführtes Steigen der Sterblichkeit, verursacht eine Abnahme der Zahl der Lohnarbeiter und infolgedessen ein Steigen der Löhne und ein Sinken des landwirtschaftlichen Profits. Von da an vollzieht sich die weitere Entwicklung in umgekehrter Weise als bis dahin. Die Kapitalien ziehen sich von den schlechteren Ländereien zurück und wenden sich wieder der Industrie zu. Aber das Prinzip der Bevölkerung wirkt bald wieder von neuem. Sobald das Elend aufgehört hat, wächst die Zahl der Arbeiter, ihr Lohn sinkt, und daher steigt der Profit. Solche Schwankungen müssen mehrfach aufeinander folgen, ohne daß der Durchschnittsprofit eine Änderung erfährt. Der Profit kann aus anderen Ursachen sinken oder steigen oder aus dieser Ursache selbst; er kann abwechselnd sich in entgegengesetztem Sinne ändern, ohne daß der Durchschnitt seines Sinkens oder Steigens der Notwendigkeit zuzuschreiben wäre, neue Ländereien in Anbau zu nehmen. Die Bevölkerung ist der Regulator, der die natürliche Ordnung herstellt und den Profit innerhalb bestimmter Schranken hält.“ (l.c. p.194–196.)
Obgleich konfus, richtig nach dem „Populationsprinzip“. Nur nicht übereinstimmend mit der Voraussetzung, daß die profits agricoles solang steigen, bis die der Population entsprechende additional supply210 geschaffen. Ist dadurch konstantes Erhöhns des Preises des agricultural produce gegeben, so folgt daher nicht Abnahme der Bevölkerung, sondern general lowering of the rate of profit, hence of accumulation211 und deswegen of population. Die Population würde nach der R[icardo]-Malthusschen Ansicht langsamer wachsen. Aber was bei P[révost] zugrunde liegt: Der Prozeß würde den Arbeitslohn unter sein average niveau212 herabdrücken; mit diesem Fallen des Arbeitslohns und der misère der Arbeiter Fallen der Getreidepreise und hence wieder Steigen des Profits.
Dies letztre aber Untersuchung, die nicht hierher gehört, wo unterstellt, [daß] die value of labour213 stets bezahlt, d.h. die zur Reproduktion der Arbeiter nötigen Lebensmittel.
Dies Prévostsche wichtig, weil es zeigt, daß die R[icardo]sche Ansicht – zusammen mit der von ihm adoptierten Malthusschen – zwar Schwankungen in der Profitrate, aber kein Fallen (konstantes) derselben ohne Reperkussion erklären kann, indem auf gewisser Höhe der Getreidepreise und gewisser Tiefe der Profite der Arbeitslohn unter sein Niveau gedrückt und gewaltsame Verminderung der Bevölkerung, daher auch der Getreidepreise und necessaries214, daher wieder Steigen des Profits herbeigeführt würde.
||806| Die Zeit zwischen 1820 und 1830 ist die metaphysisch bedeutendste Periode in der Geschichte der englischen Nationalökonomie. Theoretisches Lanzenbrechen für und wider die Ric[ardo]sche Theorie, Reihe anonymer Streitschriften; die wichtigsten hier angeführt und namentlich nur über die Punkte, die in unser Thema gehören. Es ist aber zugleich das Charakteristische jener Streitschriften, daß sie sich alle in der Tat bloß um die Bestimmung des Wertbegriffs und sein Verhältnis zum Kapital drehen.
„Observations on certain verbal disputes in Political Economy, particularly relating to value and to demand and supply“, London 1821.
Nicht ohne gewisse Schärfe. Der Titel charakteristisch – „Verbal Disputes“215.
Zum Teil gegen Smith, Malthus, aber auch Ricardo.
Der eigentliche sense216 dieser Schrift, daß die
„Diskussionen… ausschließlich davon herrühren, daß Worte von verschiedenen Personen in verschiedenem Sinn gebraucht werden, daß die Disputierenden wie die Ritter in der Erzählung den Schild von verschiedenen Seiten betrachten“ (p. 59, 60).
Ein derartiger Skeptizismus ist immer der Ankündiger der Auflösung einer Theorie, der Vorläufer eines gedanken- und gewissenlosen, auf den Hausbedarf eingerichteten Eklektizismus.
Mit Bezug auf R[icardo]s Werttheorie zunächst:
„Es besteht eine offenbare Schwierigkeit, sich vorzustellen, daß Arbeit das ist, was wir im Sinne haben, wenn wir vom Wert oder vom wirklichen Preis im Gegensatz zum nominellen Preis sprechen; denn oft wünschen wir vom Wert oder Preis der Arbeit selbst zu sprechen. Wo wir unter Arbeit als dem wirklichen Preis eines Dinges die Arbeit verstehen, die das Ding produziert, kommt eine andere Schwierigkeit hinzu; denn oft wünschen wir von dem Wert oder Preis des Bodens zu sprechen, aber der Boden ist nicht durch Arbeit produziert. Diese Definition kann also nur auf Waren Anwendung finden.“ (l. c. p. 8.)
Mit Bezug auf die Arbeit der Einwand gegen R[icardo] soweit richtig, als er Kapital unmittelbar Arbeit kaufen läßt, also unmittelbar von value of labour spricht, während es das Arbeitsvermögen, selbst ein Produkt, ist, dessen temporärer Gebrauch gekauft und verkauft wird. Statt das Problem zu lösen, hier nur betont, daß ein Problem ungelöst ist.
Ganz so richtig, daß „the value or price of land“217, welcher nicht das Produkt der Arbeit, unmittelbar dem Wertbegriff zu widersprechen scheint und sich nicht unmittelbar aus ihm ableiten läßt. Diese Phrase [ist um] so unbedeutender gegen R[icardo], als der Verfasser dessen Renttheorie nicht angreift, worin dieser eben entwickelt, wie sich der Nominalwert des Bodens auf Grundlage der kapitalistischen Produktion bildet und der Wertbestimmung nicht widerspricht. Der Wert des Bodens ist nichts als der Preis, der gezahlt wird für die kapitalisierte Grundrente. Es sind hier also viel weitergehende Entwicklungen [zu] unterstellen, als sich aus der einfachen Betrachtung der Ware und ihres Werts prima facie218 ergeben können; ganz wie das fiktive Kapital, worin das Börsenspiel handelt, [das] in der Tat nichts [ist] als das Verkaufen und Kaufen gewisser Titel auf Teile der jährlichen Steuern, nicht aus dem einfachen Begriff des produktiven Kapitals zu entwickeln ist.
Der zweite Einwurf, daß Ricardo den Wert, der etwas Relatives ist, in etwas Absolutes verwandelt, ist in einer andren, später erschienenen Streitschrift (von Bailey) zum Punkt des Angriffs gegen das ganze Ricardosche System gemacht worden. Wir werden bei Erwähnung der letztern Schrift auch das in den „Observations“ darauf Bezügliche beibringen.
In einer beiläufigen Bemerkung findet sich, aber ohne Bewußtsein auf Seite des Verfassers (er will vielmehr dadurch nachweisen, was in dem nicht unterstrichnen Nachsatz steht, daß die supply of labour219 selbst check220 gegen die Tendenz of labour to sink to its natural price221), ein treffendes Wort über die Quelle, woraus das Kapital, das die Arbeit zahlt, entspringt.
„Eine gewachsene Zufuhr der Arbeit ist eine gewachsene Zufuhr dessen, was bestimmt ist, Arbeit zu kaufen.› Wenn wir also mit Herrn Ricardo sagen, daß Arbeit stets die Tendenz hat, sich dem anzugleichen, was er als ihren natürlichen Preis bezeichnet, müssen wir uns nur erinnern, daß die Zunahme, die in ihrer Zufuhr erfolgte, um diese Tendenz zu bewirken, selbst eine Ursache der entgegenwirkenden Kraft ist, die die Tendenz hindert, wirksam zu werden.“ (l.c. p.72, 73.)
Wird nicht vom average price of labour222, i. e. der value of labour223 ausgegangen, so keine Entwicklung möglich; ebensowenig, wenn nicht von der value of commodities224 überhaupt ausgegangen wird. Erst dann [sind] die wirklichen Phänomene der Preisschwankungen zu begreifen.
||807| „Es bedeutet nicht, er“ (Ricardo) „habe behauptet, daß sich zwei einzelne Posten von zwei verschiedenen Artikeln, wie ein Hut und ein Paar Schuhe, gegeneinander austauschen, wenn jene zwei einzelnen Posten mit gleichen Arbeitsmengen hergestellt wurden. Unter ‚Ware‘ müssen wir hier die ‚Warengattung‘ verstehen, nicht einen einzelnen Hut für sich, ein einzelnes Paar Schuhe usw. Die gesamte Arbeit, die alle Hüte in England herstellt, muß zu diesem Zweck als auf alle Hüte verteilt betrachtet werden. Das, scheint mir, ist zuerst und in den allgemeinen Darlegungen dieser Lehre nicht ausgedrückt worden.“ (l.c. p.53, 54.) „Z.B. Ricardo spricht von ‚einem Teil der Arbeit des Maschinen bauenden Arbeiters’, enthalten z.B. in einem Paar Strümpfe. Jedoch die ‚ganze Arbeit’, die jedes einzelne Paar Strümpfe hergestellt hat, wenn es ein einzelnes Paar ist, von dem wir sprechen, schließt die ganze Arbeit des Maschinenbauers ein, und nicht nur ‚einen Teil’; denn eine Maschine macht zwar viele Paare, aber keines dieser Paare hätte unter Verzicht auf irgendeinen Teil der Maschine angefertigt werden können.“ (l.c. p.54.)
Der letzte Passus beruht auf Mißverständnis. Die ganze Maschine geht in den Arbeitsprozeß, nur ein Teil derselben geht in den Verwertungsprozeß ein.
Sonst etwas Richtiges in der Bemerkung.
Wir gehn von der Ware – von dieser spezifischen gesellschaftlichen Form des Produkts – als Grundlage und Voraussetzung der kapitalistischen Produktion aus. Wir nehmen einzelne Produkte in die Hand und analysieren die Formbestimmtheiten, die sie als Ware enthalten, die sie zur Ware stempeln. Vor der kapitalistischen Produktion – in früheren Produktionsweisen – tritt ein großer Teil des Produkts in Zirkulation, wird nicht auf den Markt geworfen, nicht als Ware produziert, nicht zur Ware. Anderseits ist dann ein großer Teil der Produkte, die in die Produktion eingehn, nicht Ware und geht nicht als Ware in den Prozeß ein. Die Verwandlung der Produkte in Waren findet nur an einzelnen Punkten statt, erstreckt sich nur auf den Überschuß der Produktion etc. oder nur auf einzelne Sphären derselben (Manufakturprodukte) etc. Die Produkte gehn weder dem ganzen Umfang nach als Handelsartikel in den Prozeß ein, noch kommen sie ihrer ganzen Breite nach als solche aus ihm heraus. Dennoch ist die Entwicklung des Produkts zur Ware, Warenzirkulation und daher Geldzirkulation in bestimmten Grenzen, daher ein bis zu gewissem Grad entwickelter Handel Voraussetzung, Ausgangspunkt der Kapitalbildung und der kapitalistischen Produktion. Als solche Voraussetzung behandeln wir die Ware, indem wir von ihr als dem einfachsten Element der kapitalistischen Produktion ausgehn. Anderseits aber ist das Produkt, das Resultat der kapitalistischen Produktion, Ware. Was als ihr Element erscheint, stellt sich später als ihr eignes Produkt dar. Erst auf ihrer Basis wird es allgemeine Form des Produkts, Ware zu sein, und je mehr sie sich entwickelt, desto mehr gehn auch die Produkte in der Gestalt der Ware als Ingredienzien in ihren Prozeß ein. Die Ware, wie sie aus der kapitalistischen Produktion herauskömmt, ist verschieden von der Ware, wie von ihr als Element der kapitalistischen Produktion ausgegangen wird. Wir haben nicht mehr die einzelne Ware, das einzelne Produkt vor uns. Die einzelne Ware, das einzelne Produkt erscheint nicht nur reell als Produkt, sondern auch als Ware, als nicht nur reeller, sondern auch ideeller Teil der Gesamtproduktion. Jede einzelne Ware [erscheint] als Träger eines bestimmten Teils des Kapitals und des von ihm geschaffnen Mehrwerts.
Der Wert des vorgeschoßnen Kapitals + der angeeigneten Surplusarbeit, also z. B. der Wert von 120 l. (wenn 100 für das Kapital und die Surplusarbeit = 20 l.) ist dem Wert nach in dem Gesamtprodukt, z. B. 1200 Ellen Kattun enthalten. Jede Elle = 1201200 l. = 110 l. = 2 sh. Nicht die einzelne Ware erscheint als Resultat des Prozesses, sondern die Masse Waren, in denen der Wert des Gesamtkapitals + einem Mehrwert sich reproduziert hat. Der produzierte Gesamtwert, dividiert durch die Anzahl der Produkte, bestimmt den Wert des einzelnen Produkts, und nur als solcher aliquoter Teil wird es Ware. Es ist nicht mehr die auf die einzelne peculiar225 Ware verwandte Arbeit, die in den meisten Fällen gar nicht mehr zu berechnen wäre, und die bei einer Ware mehr als bei der andren sein mag, sondern die Gesamtarbeit, von der ein aliquoter Teil, der Durchschnitt des Gesamtwerts durch die Anzahl der Produkte [dividiert], den Wert des einzelnen Produkts bestimmt und es als Ware konstituiert. Es muß daher auch die Gesamtmasse der Waren, jede zu ihrem so bestimmten Wert verkauft werden, damit sich das Gesamtkapital mit Surpluswert ersetze. Würden von den 1200 Ellen nur 800 verkauft, so wäre das Kapital nicht ersetzt, noch weniger Profit [gemacht]. Aber die Elle wäre auch unter ihrem Wert verkauft, denn ihr Wert ist bestimmt, nicht isoliert, sondern als aliquoter Teil des Gesamtprodukts.
||808|
„Wenn ihr Arbeit eine Ware nennt, so ist sie doch nicht einer Ware gleich, die zuerst zum Zweck des Tausches produziert und dann auf den Markt gebracht wird, wo sie mit anderen Waren, die grade auf dem Markte sind, in entsprechendem Verhältnis ausgetauscht wird; Arbeit wird in dem Augenblick geschaffen, in dem sie auf den Markt gebracht wird, ja sie wird auf den Markt gebracht, bevor sie geschaffen ist.“ (l. c. p. 75, 76.)
Was auf den Markt gebracht wird, ist in der Tat nicht labour226, sondern der labourer227. Was er dem Kapitalisten verkauft, ist nicht seine Arbeit, sondern der temporary use of himself as a working power228. In dem Kontrakt, den Kapitalist und Arbeiter schließen, dem Kauf und Verkauf, den sie kontrahieren, dies der unmittelbare Gegenstand.
Wo nach Stückwerk bezahlt wird, task-work, statt nach der Zeit, worin das Arbeitsvermögen zur Disposition gestellt wird, ist dies bloß eine andre Manier, diese Zeit zu bestimmen. Sie wird gemessen am Produkt, indem ein bestimmtes Quantum Produkt als Darstellung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit gilt. In vielen Londoner Industriezweigen, wo task-work herrscht, wird so nach Stunden bezahlt, aber es entstehen oft Streitigkeiten, ob dies oder jenes Stück Arbeit „Stunde“ darstellt oder nicht.
Abgesehen von den einzelnen Formen, so wird nicht nur in task-work, sondern generally229, obgleich das Arbeitsvermögen verkauft wird zu bestimmten terms230 vor seinem use231, bezahlt nach vollbrachter Arbeit, ob täglich, wöchentlich etc. Das Geld wird hier zum Zahlungsmittel, nachdem es vorher ideell als Kaufmittel gedient hat, weil das nominelle Übergang der Ware an den Käufer232 von dem reellen verschieden ist. Der Verkauf der Ware – des Arbeitsvermögens –, das juristische Überlassen des Gebrauchswerts und seine wirkliche Entäußerung fallen hier der Zeit nach auseinander. Die Realisierung des Preises findet daher später statt als der Verkauf der Ware (sieh p. 122, [den] ersten Teil meiner Schrift(30)). Es zeigt sich hier auch, daß nicht der Kapitalist vorschießt, sondern der Arbeiter; so wie beim Vermieten eines Hauses nicht der Mieter, sondern der Vermieter den Gebrauchswert vorschießt. Der Arbeiter wird zwar (oder kann wenigstens, wenn die Ware nicht vorher bestellt ist usw.) bezahlt werden, bevor die von ihm kreierte Ware verkauft ist. Aber seine Ware, sein Arbeitsvermögen, ist, industriell konsumiert, in die Hände des Käufers, des Kapitalisten übergegangen, bevor er, der Arbeiter, bezahlt ist. Und es handelt sich nicht darum, was der Käufer einer Ware mit ihr anfangen will, ob er sie kauft, um sie als Gebrauchswert zu halten oder wieder zu verkaufen. Es handelt sich um die direkte Transaktion zwischen dem ersten Käufer und Verkäufer.
„In verschiedenen Stadien der Gesellschaft ist die Akkumulation des Kapitals oder der Mittel, Arbeit an zuwenden233, mehr oder weniger rasch und muß in allen Fällen von den Produktivkräften der Arbeit abhängen. Die Produktivkräfte der Arbeit sind im allgemeinen am größten, wo Überfluß von fruchtbarem Boden existiert.“ (Ric[ardo], „Principles of political economy...“], 3rd edit., 1821, p.92.)
Zu diesem Satz R[icardo]s wird bemerkt:
„Bedeuten in diesem ersten Satz die Produktivkräfte der Arbeit die Kleinheit des aliquoten Teils jedes Produkts, der denen zufällt, deren Handarbeit es produziert, so ist der Satz tautologisch, weil der übrigbleibende aliquote Teil der Fonds ist, woraus, wenn es seinem Eigner beliebt, Kapital akkumuliert werden kann.
(Dies wird also als selbstverständlich zugegeben, daß vom Standpunkt des Kapitalisten „productive powers of labour mean the smallness of that aliquot part of any produce that goes to those whose manual labour produced it“234. Dieser Satz ist sehr schön.)
„Aber dies ist meistens nicht der Fall, wo das Land am fruchtbarsten ist.“ [„Observations on certain verbal disputes in political economy...“, p.74.]
(Dies silly235. Ric[ardo] unterstellt die kapitalistische Produktion. Er untersucht nicht, ob sie sich leichter mit fertile or relatively unfertile land236 entwickelt. Wo sie ist, ist sie am produktivsten, wo der Boden am fruchtbarsten.) Wie die gesellschaftlichen, so erscheinen die natürlichen Produktivkräfte der Arbeit, d. h., die sie in der unorganischen Natur vorfindet, als productive power des Kapitals. (Ricardo) selbst in dem obigen Satz identifiziert, was richtig, productive power of labour with labour productive of capital, productive of the wealth that commands labour, not of the wealth that belongs to labour237. Sein Ausdruck „Capital, or the means of employing labour“238 ist in der Tat der einzige, worin er die wirkliche Natur des Kapitals auffaßt. Er selbst befindet sich so sehr befangen vom ||809| kapitalistischen Standpunkt, daß sich ihm diese Verkehrung, dies Quidproquo von selbst versteht. Die objektiven Bedingungen der Arbeit – zudem von ihr selbst geschaffen –, raw materials and working instruments are not means employed by labour as its means, but, on the contrary, they are the means of employing labour239. Sie werden nicht angewandt von der Arbeit; sie wenden die Arbeit an. Die Arbeit ist ein means für diese Dinge, sich als Kapital zu akkumulieren, nicht Mittel, dem Arbeiter Produkte, wealth240 zu verschaffen.)
„Es ist der Fall in Nordamerika, aber das ist ein künstlicher Zustand der Dinge“ (d. h. a capitalistic state of things241).
„Es ist nicht der Fall in Mexiko. Es ist nicht der Fall in Neuholland. Die Produktivkräfte der Arbeit sind in einem anderen Sinne tatsächlich größer dort, wo viel fruchtbares Land ist, nämlich [verstanden als] das Vermögen des Menschen, wenn er es wünscht, viel Rohprodukt im Verhältnis zur gesamten Arbeit, die er verrichtet, zu gewinnen. Es ist in der Tat eine Gabe der Natur, daß die Menschen mehr Nahrungsmittel gewinnen können als jene kleinste Menge, mit der sie die existierende Bevölkerung ernähren und erhalten könnten.“
(Dies die Grundlage der physiokratischen Doktrin. Die physische Grundlage der surplus value ist diese „gift of nature“242, die in der Agrikulturarbeit, die ursprünglich fast alle Bedürfnisse befriedigt, am handgreiflichsten erscheint. In der Manufakturarbeit nicht, weil das Produkt erst als Ware verkauft werden muß. Die Physiokraten, die zuerst die surplus value entwickeln, fassen sie in ihrer Naturalform);
„aber das ‚Mehrprodukt‘ (der Terminus wird von Herrn Ricardo benutzt, p. 93) bedeutet im allgemeinen den Überschuß des gesamten Preises eines Dinges über den Teil hinaus, der den Arbeitern zufällt, die es herstellen“
(der Esel sieht nicht, daß, wo das Land fertile, also der part that goes to the labourer of the price of the produce buys a sufficient quantity of necessaries, although that part be small, that part that goes to the capitalist is greatest243);
„eine Eigentümlichkeit, die bestimmt wird durch Übereinkommen der Menschen und die nicht [durch die Natur] festgesetzt ist“. (l.c. p. 74, 75.)
Wenn der letzte Schlußpassus irgendeinen Sinn haben soll, so ist es der, daß „surplus produce“ im kapitalistischen Sinn sehr zu unterscheiden ist von der Produktivität der Industrie als solcher. Letztre interessiert den Kapitalisten bloß, soweit sie sich als Profit für ihn realisiert. Darin liegt die Borniertheit, die Schranke der kapitalistischen Produktion.
„Wenn die Nachfrage nach einem Artikel das überschreitet, was mit Beziehung auf den gegebenen Stand der Zufuhr die wirksame Nachfrage ist; und wenn daher der Preis gestiegen ist, so kann die Höhe der Zufuhr entweder vergrößert werden unter Aufwendung derselben Rate der Produktionskosten wie bis dahin; in diesem Falle wird das so lange geschehen, bis der Artikel mit anderen Artikeln in demselben Verhältnis ausgetauscht wird wie vorher; oder, zweitens, es ist nicht möglich, die frühere Höhe der Zufuhr zu steigern, und dann wird der Preis, der gestiegen ist, nicht wieder sinken, sondern fortfahren, wie Smith sagt, eine größere Rente oder Profit, oder Arbeitslohn (oder alle drei) dem besonderen Boden, Kapital oder Arbeit abzuwerfen, die bei der Produktion des Artikels angewandt wurden; oder drittens, die Steigerung, die erfolgen kann, wird verhältnismäßig mehr Land oder Kapital oder Arbeit oder alle drei erheischen als für die periodische Produktion“ (dieses Wort ist zu merken!) „der vorher zugeführten Masse. Dann wird die Steigerung nicht erfolgen, bis die Nachfrage stark genug ist, 1), den erhöhten Preis für die Steigerung zu zahlen, 2), den erhöhten Preis für die alte Menge der Zufuhr zu zahlen. Denn die Person, die die zusätzliche Menge produziert, wird nicht in höherem Grade fähig sein, einen hohen Preis dafür zu erhalten, als jene, die die frühere Menge produzierten … In diesem Gewerbe wird es dann einen Mehrprofit geben … Der Mehrprofit wird entweder in die Hände bloß von einigen besonderen Produzenten fallen … oder, wenn das zusätzliche Produkt vom Rest nicht unterschieden werden kann, werden am Surplus alle Anteil haben … Die Leute werden einiges ausgeben, um einem Gewerbe anzugehören, in dem ein solcher Mehrprofit gemacht werden kann … Was sie so ausgeben, ist Rente.“ (p.79sqq.)
Hier nur das zu bemerken, daß in dieser Schrift zuerst Rent als die allgemeine Form von konsolidierten surplus profits aufgefaßt.
|810| „Verwandlung von Revenue in Kapital‘ ist eine andere dieser aus Worten entspringenden Quellen der Polemik. Der eine meint damit, daß der Kapitalist einen Teil des mit seinem Kapital erzielten Profits dazu anlegt, einen Zuwachs zu seinem Kapital zu erlangen, statt es für seinen privaten Gebrauch zu benutzen, wie er es ebenfalls hätte tun können. Ein anderer meint damit, daß jemand etwas als Kapital anlegt, was er niemals als Profit aus seinem eigenen Kapital erhielt, sondern als Rente, Arbeitslohn, Besoldung bekam.“ (l.c. p.83, 84.)
Diese letzte Phrase – „another of these verbal sources of controversy. One man means by it … another man means by it”244 – zeigt die Manier dieses Klugscheißers.
„An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.“, London 1821.
Ricardian. Gut gegen Malthus. Zeigt die unendliche Borniertheit der Kerls, worin sich ihre clairvoyance245 auflöst, wenn sie statt des landed property246 das Kapital betrachten. Eine der besten Streitschriften, nevertheless247, im erwähnten Dezennium.
„Wenn das in der Messerfabrikation angewandte Kapital von 100 auf 101 vermehrt wird und nur in demselben Verhältnis mehr Messer produzieren kann, so wird für deren Produzenten ihre Verfügung über andere Dinge im allgemeinen in einem geringeren Verhältnis steigen, wenn wir annehmen, daß deren Produktion nicht vermehrt wurde. Diese Verfügung aber, und nicht die Vermehrung der Menge von Messern, bildet den Profit des Unternehmers oder die Vermehrung seines Reichtums. Aber wenn die gleiche Vermehrung von 1% gleichzeitig in den Kapitalien aller anderen Gewerbe auch stattfand und mit dem gleichen Ergebnis hinsichtlich des Produktes, so wäre das Ergebnis ein anderes, denn das Verhältnis, in dem sich jeder Artikel mit den anderen austauschte, bliebe unverändert, und ein bestimmter Teil von jeder Warenart würde die Verfügung über ebensoviel von allen anderen Waren gewähren wie vorher.“ (l.c. p.9.)
D'abord248, wenn keine Vermehrung der Produktion (und des der Produktion gewidmeten Kapitals) außer in cutlery trade249 stattgefunden, wie unterstellt, so wird das return250 nicht „in a less proportion“251 sein, sondern an absolute loss. There are then only three courses open to the cutlery-monger. Either he must exchange his increased produce as he would have done his less produce, and so his increased production would result in a positive loss. Or he must try to get new consumers; if amongst the old circle, this could be only done by withdrawing customers from another trade and shift his loss upon other shoulders; or he must enlarge his market beyond his former limits, but neither the one nor the other operation depends on his good will, nor on the mere existence of an increased quantity of knives. Or, in the last instance, he must carry over his production to another year and diminish his new supply for that year, which, if his addition of capital did exist not only in additional wages, but in additional fixed capital, will equally result in a loss.
Furthermore: If all other capitals have accumulated at the same rate, it does not follow at all that their production has increased at the same rate. But if it has, it does not follow that they want one percent more of cutlery, as their demand for cutlery is not at all connected, neither with the increase of their own produce, not with their increased power of buying cutlery.252 Es folgt bloß die Tautologie: Ist das increased capital adaptive to every peculiar trade proportionate to the rate in which the wants of society will increase the demand for every peculiar commodity, then the increase of one commodity secures a market for the increased supply of other commodities.253
Hier also unterstellt 1. Kapitalistische Produktion, worin die Produktion of every peculiar trade and its increase is not regulated immediately, by the wants of society, and ||811|| controlled by it, but by the powers of production disposed of by every peculiar capitalist, independent of the wants of society254. 2. Ist unterstellt, daß dennoch so proportionately255 produziert wird, als ob das Kapital direkt von der Gesellschaft, ihren Bedürfnissen entsprechend, in the different trades employed256 wäre.
Unter dieser Unterstellung – contradictio in adjecto257 –, wenn die kapitalistische Produktion absolut sozialistische Produktion wäre, könnte in der Tat keine Überproduktion stattfinden.
Übrigens ist in den verschiedenen trades, worin dieselbe Akkumulation von Kapital stattfindet (auch dies wieder eine schlechte Voraussetzung, daß das capital accumulated at an equal rate in different trades258), die Masse des Produkts, die dieser Vermehrung des angewandten Kapitals entspricht, sehr verschieden, indem die Produktivkraft in den different trades sehr verschieden oder die Masse der produzierten Gebrauchswerte im Verhältnis zur angewandten Arbeit. Derselbe Wert wird auf beiden Seiten produziert, aber die Quantität Waren, worin er sich darstellt, sehr verschieden. Warum also, weil im trade A der Wert gewachsen ist wie 1 p. c., während die Masse der Waren wie 20 p. c. wuchs, [diese] einen Markt finden muß im trade B, worin der Wert ebenfalls um 1 p. c. gewachsen, die Masse der Waren aber nur wie 5 p. c., ist absolut nicht einzusehen. Die Differenz von Gebrauchswert und Tauschwert hier übersehn.
Says gewaltige Entdeckung, „daß sich Waren nur mit Waren kaufen“259, heißt nur, daß Geld selbst die verwandelte Form der Ware. Es beweist durchaus nicht, daß, weil ich nur mit Ware kaufen kann, ich mit meiner Ware kaufen kann, oder daß mein Kaufvermögen im Verhältnis zu der Quantität der von mir produzierten Waren steht. Derselbe Wert kann sich in sehr verschiednem Quantum darstellen. Aber der Gebrauchswert – die Konsumtion – hat nicht mit dem Wert, sondern mit dem Quantum zu tun. Warum ich 6 Messer kaufen soll, weil ich sie so wohlfeil haben kann wie früher 1, ist absolut nicht abzusehen. Abgesehen, daß die Arbeiter nicht Waren verkaufen, sondern Arbeit, so kaufen eine Masse mit Geld, die keine Waren produzieren. Käufer und Verkäufer von Ware sind nicht identisch. Der landlord, moneyed capitalist260 etc. bekommen die Ware andrer Produzenten als Geld in die Hand. Sie sind Käufer, ohne Verkäufer von „Ware“ zu sein. Es findet nicht nur Kauf und Verkauf unter industriellen Kapitalisten statt, sondern ihr Verkauf an Arbeiter, zweitens ihr Verkauf an Revenuebesitzer, die keine Warenfabrikanten sind. Endlich sind ihre Käufe und Verkäufe als Kapitalisten sehr verschieden von ihren Käufen als Revenuespenders261.
„Herr Ricardo (p. 359, 2. Auflage) fügt, nachdem er die Lehre von Smith über die Ursache des Sinkens des Profits angeführt, hinzu: ‚Herr Say hat indessen in durchaus zufriedenstellender Weise gezeigt, daß es keine Kapitalsumme gibt, die nicht in einem Lande verwendet werden kann, da die Nachfrage nur durch die Produktion beschränkt wird.‘“
(Dies sehr weis. Limited262 allerdings. Nothing can be demanded which cannot be produced upon demand, or which the demand finds not ready made in the market. Hence, because demand is limited by production, it does by no means follow that production is, or was, limited by demand, and can never overstep the demand, peculiarly the demand at the market price.263 Dies Sayscher Scharfsinn.)
„Es kann in einem Land keine Menge von Kapital akkumuliert werden (p. 360), das nicht produktiv angewandt werden könnte‘ (das bedeutet, wie ich annehme", sagt der Mann incluse264 „mit einem Profit für den Eigentümer') ,solange die Löhne infolge des Steigens der Preise für die zum Leben notwendigen Dinge nicht so hoch steigen und infolgedessen für den Kapitalprofit so wenig übrigbleibt, daß der Antrieb zur Akkumulation aufhört." [p. 18, 19.]
(Ricardo assimiliert hier „productively" und „profitably", während grade darin, daß in der kapitalistischen Produktion „profitably" allein „productively" ist, ihr Unterschied von der absoluten Produktion liegt und ihre Schranke. Um „produktiv" zu produzieren, muß so produziert werden, daß die Masse der producers von einem Teil der demand für das produce ausgeschlossen wird; es muß im Gegensatz zu einer Klasse produziert werden, ||812|| deren Konsumtion in keinem Verhältnis zu ihrer Produktion steht – da grade in dem Überschuß ihrer Produktion über ihre Konsumtion der Profit des Kapitals besteht. Andererseits muß für Klassen produziert [werden], die konsumieren, ohne zu produzieren. Es gilt nicht nur dem surplus produce eine Form zu geben, worin es Gegenstand der Nachfrage für diese Klasse wird. Der Kapitalist selbst, wenn er akkumulieren will, muß andererseits nicht demander265 für seine Produkte [sein], soweit sie in die Revenue eingehn, in dem Verhältnis wie er ihr producer ist. Sonst kann er nicht akkumulieren. Daher Malthus ihm gegenüber Klassen setzt, deren Aufgabe nicht accumulation, sondern expenditure266. Und während auf der einen Seite alle diese Widersprüche vorausgesetzt werden, wird auf der anderen vorausgesetzt, daß die Produktion ganz so ohne Friktion voranginge, als wenn diese Widersprüche nicht existierten. Kauf und Verkauf sind getrennt, Ware von Geld, Gebrauchswert von Tauschwert. Es wird vorausgesetzt dagegen, daß die Trennung nicht stattfindet, sondern Tauschhandel. Konsumtion und Produktion sind getrennt; Produzenten, die nicht konsumieren, und Konsumenten, die nicht produzieren. Vorausgesetzt, daß Konsumtion und Produktion identisch sind. Der Kapitalist produziert direkt, um seinen Profit zu vermehren, den Tauschwert, nicht des Genusses wegen. Vorausgesetzt, daß er unmittelbar und nur des Genusses wegen produziert. Vorausgesetzt, daß die in der bürgerlichen Produktion existierenden Widersprüche – die sich allerdings ausgleichen, ein Prozeß der Ausgleichung, der aber zugleich als Krise erscheint, gewaltsame Zusammenfügung der zerrißnen, gleichgültig gegeneinander existierenden und doch zusammengehörigen Momente – nicht existieren, so können diese Widersprüche natürlich auch nicht sich geltend machen. In jedem trade produziert jeder einzelne Kapitalist in proportion to his capital267, gleichgültig gegen die wants of society268 und namentlich gleichgültig gegen die competitive supply269 der Kapitalien in demselben trade. Vorausgesetzt, er produziert so, als ob er nach ordre der Gesellschaft produziere. Wenn kein auswärtiger Handel wäre, so könnten ja die luxuries, at whatever cost, at home270 produziert werden. Dann würde in der Tat mit Ausnahme der necessaries271 die Arbeit sehr unproduktiv sein. Hence272 die Akkumulation des Kapitals. So kann jedes Land alles in ihm akkumulierte Kapital verwenden, da nach der Voraussetzung nur wenig Kapital in ihm akkumuliert würde.)
„Der letztere Satz schränkt den ersteren ein (um nicht zu sagen, stößt ihn um), wenn im ersteren ‚das nicht angewandt werden könnte‘ bedeutet ‚produktiv angewandt‘ oder vielmehr ‚profitabel‘. Und wenn es einfach ‚angewandt‘ bedeutet, ist die Behauptung zwecklos, denn weder A.Smith noch irgend jemand hat, glaube ich, bestritten, daß es ‚angewandt werden‘ kann, wenn man sich nicht darum kümmert, welchen Profit es bringen mag.“ (l.c. p.19.)
In der Tat sagt R[icardo], daß alles Kapital in einem Land, at what rate accumulated, may be employed profitably; andererseits, that the very fact of the accumulation of capital checks its „profitable“ employment, because it must result in lessening profits, that is the rate of accumulation273.
„Eine vermehrte Nachfrage ihrerseits“ (der Arbeiter) „bedeutet die Neigung, selbst weniger zu nehmen und einen größeren Anteil ihren Anwendern zu lassen; und wenn man sagt, daß dies durch Verminderung der Konsumtion die Überfüllung des Marktes vermehrt, so kann ich nur antworten, daß Überfüllung des Marktes gleichbedeutend ist mit hohem Profit.“ (l.c. p.59.)
Dies ist in der Tat die geheime Basis des glut274.
„Die Arbeiter haben als Konsumenten während der Prosperität (wie Herr Say sagt, ‚Traité d'économie politique‘, ed.4, vol.I, p.60275) keinerlei Vorteil von den Maschinen, wenn nicht der Artikel, den die Maschine billiger herstellt, einer ist, der durch Billigerwerden ihrem Gebrauch zugänglich werden kann. Dreschmaschinen, Windmühlen mögen von diesem Standpunkt aus für sie eine große Sache sein; aber die Erfindung einer Furniermaschine, einer Blockmaschine oder eines Spitzenwebstuhls, verbessert ihre Lage nicht sehr erheblich.“ (l.c. p.74, 75.)
„Bei entwickelter Teilung der Arbeit ist das Geschick der Arbeiter nur in dem besonderen Zweig anwendbar, worin sie angelernt wurden; sie selbst sind eine Art von Maschinen. Außerdem gibt es eine lange Periode der Untätigkeit, das heißt von verlorener Arbeit, von Reichtum, der an seinen Wurzeln abgeschlagen ist. Es hilft daher absolut nichts, papageimäßig zu plappern, daß die Dinge eine Tendenz haben, ihr Niveau zu finden. Wir müssen um uns schauen und sehen, daß sie für lange Zeit ihr Niveau nicht finden können; daß, wenn sie es finden, das Niveau niedriger steht als beim Anfang des Prozesses." (l. c. p. 72.)
Dieser Ricardian, nach R[icardo]s Vorgang, erkennt richtig die Krisen from a sudden change in the channels of trade. Dies in England der Fall nach dem Krieg von 1815. Und so haben alle späteren Ökonomen jedesmal als einzig möglichen Grund der Krisen das zugegeben, was der handgreiflichste Anlaß der jedesmaligen Krise war.
Kreditsystem gibt er auch als Grund der Krise zu. (p. 81 sqq.) (Als ob das Kreditsystem selbst nicht aus der difficulty276 hervorginge, to employ capital „productively", i. e. „profitably"277.) Die Engländer müssen z. B. ihr eignes Kapital without278 verpumpen, um sich einen Markt zu schaffen. In der Überproduktion, Kreditsystem etc. sucht die kapitalistische Produktion ihre eigne Schranke zu durchbrechen und über ihr Maß hinaus zu produzieren. Sie hat einerseits diesen Trieb. Andererseits erträgt sie nur eine der profitablen Anwendung des existierenden Kapitals entsprechende Produktion. Hence die Krisen, die zugleich sie immer hinaustreiben und in Siebenmeilenstiefeln erreichen lassen – mit Bezug auf die Entwicklung der Produktivkräfte –, was sie innerhalb ihrer borne279 nur sehr langsam realisieren würde.
Den Say beurteilt er sehr richtig. Dies bei Say beizubringen (sieh p. 134, Heft VII).
„Er" (der Arbeiter) „ist bereit, einen Teil seiner Zeit für den Kapitalisten zu arbeiten oder, was auf das gleiche hinausläuft, einen Teil des Gesamtprodukts, wenn es hergestellt und ausgetauscht ist, als dem Kapitalisten gehörend zu betrachten. Er muß das tun, oder der Kapitalist würde ihm nicht seine Hilfsmittel dargeboten haben."
(Nämlich das Kapital. Sehr schön, daß es comes to the same thing whether the capitalist owns the whole produce and pays part of it as wages to the labourer, or whether the labourer leaves, makes over to the capitalist part of his (the labourer's) produce280.)
„Aber da der Beweggrund des Kapitalisten der Gewinn ist und diese Vorteile in einem gewissen Grade immer ebenso von dem Willen zu sparen als von dem Vermögen dazu abhängen, wird der Kapitalist geneigt sein, eine zusätzliche Menge dieser Hilfsmittel darzubieten; und da er weniger Leute finden wird, die diese zusätzliche Menge benötigen, als jene, die der ursprünglichen Menge bedurften, muß er einen kleineren Anteil des Gewinns für sich erwarten; er muß bereit sein, dem Arbeiter (gleichsam) ein Geschenk“ (!!!) „zu machen, ihm einen Teil des Gewinns zu überlassen, den seine Hilfsmittel veranlaßten, sonst würde er nicht den anderen Teil erhalten; der Profit wird so durch die Konkurrenz beschnitten.“ (l.c. p. 102, 103.)
Dies sehr schön. Akkumuliert das Kapital infolge der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit so schnell, daß die Nachfrage nach Arbeit die wages281 erhöht und der Arbeiter less time282 für den capitalist gratis arbeitet und shares to some degree in the benefits of his more productive labour – the capitalist makes him a „present“283!
Derselbe Mann zeigt ausführlich, daß starke Salaire schlechtes encouragement284 für Arbeiter, obgleich er den landlords gegenüber low profit a discouragement of capitalists considers285 (sieh p. 13, Heft XII).
„A.Smith glaubte, daß Akkumulation oder Zunahme des Kapitals im allgemeinen die Rate des Profits im allgemeinen herabdrückt, nach demselben Prinzip, das bewirkt, daß das Wachstum des Kapitals in jedem besonderen Gewerbszweig den Profit in diesem Gewerbszweig herabdrückt. Aber eine derartige Zunahme von Kapital in einem besonderen Gewerbszweig bedeutet mehr als eine Zunahme im Verhältnis zur gleichzeitigen Zunahme des Kapitals in anderen Gewerbszweigen.“ (l.c. p. 9.)
„Man kann sagen, der unmittelbare Markt für das Kapital oder das Feld für das Kapital ist die Arbeit. Die Masse Kapital, die zu einer gegebenen Zeit, in einem gegebenen Land oder in der Welt so investiert werden kann, daß es nicht weniger als eine gegebene Profitrate ergibt, scheint hauptsächlich von der Menge Arbeit abzuhängen, zu deren Verrichtung die zu jener Zeit vorhandene Menge Menschen durch Verausgabung jenes Kapitals bewogen werden kann.“ (l.c. p. 20.)
||814| „Profite hängen nicht vom Preis ab, sie hängen ab vom Preis, verglichen mit den Ausgaben.“ (l.c. p. 28.)
„Die Behauptung des Herrn Say beweist durchaus nicht, daß sich das Kapital selbst einen Markt öffnet, sondern nur, daß Kapital und Arbeit sich gegenseitig einen Markt öffnen.“ (l.c. p. 111.)
„Dialogues of Three Templars on Political Economy, chiefly in relation to the Principles of Mr. Ricardo“ („London Magazine“, vol. IX, 1824) (Verfasser: Thomas De Quincey).
Versuch einer Widerlegung aller gegen Ric[ardo] vorgebrachten Angriffe. Daß er weiß, worum sich's handelt, sieht man aus dem einen Satz:
„Alle Schwierigkeiten der politischen Ökonomie darauf reduzierbar: Was ist der Grund des Tauschwerts?“ (l.c. p.347.)
Es ist hier oft scharf das Unzulängliche der Ric[ardo]schen Ansicht auseinandergesetzt, obgleich mit mehr Affektation als Realität von dialektischer Tiefe. Die wirklichen Schwierigkeiten, die nicht aus der Bestimmung der value286 hervorgehn, sondern aus Ric[ardo]s unzulänglicher Entwicklung auf dieser Grundlage, und seinem Versuch, gewaltsam und unmittelbar konkretere Verhältnisse dem einfachen Wertverhältnis anzupassen, sind in keiner Weise gelöst oder auch nur herausgefühlt. Die Schrift aber charakteristisch für die Periode ihres Erscheinens. Man sieht, daß es damals noch ernst [war] mit der Konsequenz und dem Denken in der politischen Ökonomie.
(Die spätere Schrift von demselben Verfasser: „The Logic of Political Economy“, Edinburgh 1844, schwächer.)
Quincey stellt den Unterschied der R[icardo]schen Ansichten von den frühern scharf hin und sucht nicht durch Umdeutung abzuschwächen oder das Spezifische in der Sache aufzugeben, es in der Phrase beibehaltend, wie das später geschah und einem bequemen haltlosen Eklektizismus Tür und Tor öffnete.
Ein Punkt der R[icardo]schen Doktrin, den Q[uincey] besonders urgiert, und der hier zu erwähnen, weil er in der gleich zu erwähnenden Polemik gegen R[icardo] Rolle spielt, ist, daß das Kommando einer Ware über andre Waren (ihre Kaufkraft; in der Tat, ihr Wert als realisiert in einer andren Ware ausgesprochen) durchaus verschieden ist von ihrem realen Wert.
„Es ist durchaus falsch zu schließen, daß der reale Wert groß ist, weil die Menge, die er kauft, groß ist, oder klein, weil die Menge, die er kauft, klein ist… Wenn A seinen Wert verdoppelt, wird er deshalb nicht das Doppelte der früheren Menge von B kommandieren. Es kann so sein, und er kann auch fünfhundertmal mehr oder fünfhundertmal weniger kommandieren… Niemand wird leugnen, daß A durch Verdopplung seines eigenen Wertes eine doppelte Menge aller Dinge kommandieren wird, die im Wert konstant blieben. Aber die Frage ist die, ob A ausnahmslos bei Verdopplung seines Wertes eine doppelte Menge kommandieren wird.“ (l.c. p.552 sqq. passim.)
„A Critical Dissertation on the Nature, Measures and Causes of Value; chiefly in Reference to the Writings of Mr. Ricardo and his Followers. By the Author of Essays on the Formation and Publication of Opinions“ (Samuel Bailey), London 1825.
Dies die Hauptschrift gegen Ric[ardo]. (Auch gegen Malthus gerichtet.) Sucht die Grundlage der Doktrin – value – umzuwerfen. Positiv ohne allen Wert, mit Ausnahme der Bestimmung der „measure of value“287 oder rather288 des Geldes in dieser Funktion. Vgl. auch vom selben Verfasser: „A Letter to a Political Economist; occasioned by an Article in the Westminster Review on the Subject of Value etc.“, London 1826.
Da diese Schrift, wie schon früher bemerkt289, der Grundlage nach an die „Observations on certain Verbal Disputes in Pol. Ec.“ sich anschließt, so das Betreffende dieser „Observations“ hier nachzuholen.
Der Verfasser der „Observations“ wirft R[icardo] vor, daß er value aus einer relativen Eigenschaft der Waren in ihrem Verhältnis zueinander in etwas Absolutes verwandelt.
Das, was Ric[ardo] in dieser Hinsicht vorzuwerfen ist, ist bloß, daß er nicht die verschiednen Momente in der Entwicklung des Wertbegriffs streng sondert; der Tauschwert der Ware, wie er sich darstellt, erscheint im Austauschprozeß der Waren, von dem Dasein der Ware als Wert in ihrem Unterschied von ihrem Dasein als Ding, Produkt, Gebrauchswert.
||815| Es heißt in den „Observations“:
„Wenn die absolute Menge Arbeit wächst, durch die der größere Teil der Waren oder alle, eine ausgenommen, produziert wird, würde man dann sagen, daß der Wert der einen unverändert bleibe? [In welchem Sinne?] da sie sich überdies für weniger von jeder anderen Ware austauschen wird. Wenn behauptet werden soll, daß unter dem Wachstum oder der Verminderung des Werts das Wachstum oder die Verminderung der Menge Arbeit zu verstehen sei, die die in Rede stehende Ware produziert, könnte der Schluß, gegen den ich mich eben wendete, einigermaßen richtig sein. Aber zu sagen, wie es Herr Ricardo tut, daß die relativen Mengen Arbeit, durch die zwei Waren produziert werden, die Ursache des Verhältnisses sind, in dem sich die beiden Waren austauschen, d. h. die Ursache des Tauschwerts einer jeden, ist sehr verschieden davon, zu sagen, daß der Tauschwert einer jeden die Menge Arbeit bedeutet, die sie produzierte, wohlgemerkt, ohne irgendwelche Beziehung auf die andere oder auf die Existenz der anderen.“ (Observations etc., p. 13.)
„Herr R[icardo] erzählt uns tatsächlich, daß ‚die Untersuchung, auf die er des Lesers Aufmerksamkeit hinzulenken wünsche, sich auf die Wirkung der Variationen im relativen Wert der Waren bezieht und nicht in ihrem absoluten Wert‘, als ob er hier meint, daß es da ein solches Ding wie den Tauschwert gäbe, der nicht relativ ist.“ (l. c. p. 9, 10.)
„Daß Herr Ricardo von seinem ursprünglichen Gebrauch des Terminus Wert abgewichen ist und daraus etwas Absolutes statt Relatives gemacht hat, tritt noch augenscheinlicher in seinem ‚Die unterschiedlichen Eigenschaften von Wert und Reichtum‘ betitelten Kapitel hervor. Die dort diskutierte Frage wurde auch von anderen diskutiert und ist eine pure Wortklauberei und nutzlos.“ (l. c. p. 15 sq.)
Bevor wir auf den Mann eingehn, noch dies über Ricardo. In seinem chapter on „Value and Riches“290 setzt er auseinander, daß der gesellschaftliche Reichtum nicht vom Wert der produzierten Waren abhängt, obgleich der letzte Punkt entscheidend für every individual producer291. Um so mehr hätte er einsehn müssen, daß eine Produktionsform, die bloß auf surplus value gerichtet ist, d. h. auf der relativen Armut der Masse der producers basiert, unmöglich die absolute Form der Produktion des Reichtums sein kann, wie er sie beständig darstellt.
Nun zu den „Observations“ des „verbal“292 Klugscheißers.
Wenn alle Waren mit Ausnahme einer im Wert wachsen, weil sie mehr Arbeitszeit als früher kosten, tauscht sich die eine, deren Arbeitszeit keine Variation untergangen, mit weniger von allen andren Waren aus. Ihr Tauschwert, soweit er sich in andren Waren realisiert, hat sich vermindert; d. h. ihr Tauschwert, ausgedrückt in den Gebrauchswerten aller andren Waren. „Soll man dennoch sagen, daß ihr Tauschwert unverändert geblieben?“ Dies ist nur eine Stellung der Frage, um die es sich handelt, und spricht weder für bejahende noch verneinende Antwort. Dasselbe Resultat fände statt, wenn sich die zur Produktion der einen Ware erheischte Arbeitszeit vermindert und die aller andren unverändert geblieben wäre. Ein bestimmtes Quantum dieser einen Ware würde sich gegen geringere Quantität aller andren Waren austauschen. Wir haben hier beidemal dasselbe Phänomenen, obgleich aus direkt entgegengesetzten Ursachen. Wäre umgekehrt die zur Produktion der einen Ware A erheischte Arbeitszeit unverändert geblieben, während die aller andren Waren sich verringert hätte, so würde sie sich gegen mehr von allen andren Waren austauschen. Dasselbe fände statt aus dem umgekehrten Grund, wenn die zur Produktion von A erheischte Arbeitszeit sich vermehrt und die aller andren Waren unverändert geblieben wäre. Die Ware A tauscht [sich] also das eine Mal gegen weniger von allen Waren aus, und zwar aus doppelten und entgegengesetzten Gründen. Sie tauscht sich das andre Mal gegen mehr von allen andren Waren aus und wieder aus doppelten und entgegengesetzten Gründen. Aber, notabene, sie tauscht sich jedesmal, nach der Voraussetzung, zu ihrem Wert aus, daher gegen ein Äquivalent. Sie realisiert jedesmal ihren Wert in dem Quantum der andren Gebrauchswerte, wogegen sie sich austauscht, wie auch das Quantum dieser Gebrauchswerte wechsle.
Daraus folgt offenbar: Daß das quantitative Verhältnis, worin sich Waren als Gebrauchswerte gegeneinander austauschen, zwar der Ausdruck ihres Werts, ihr realisierter Wert, aber nicht ihr Wert selbst ist, indem sich dasselbe Wertverhältnis in ganz verschiednen Quantis von Gebrauchswerten darstellt. Ihr Dasein als Wert ist nicht in ihrem eignen Gebrauchswert – ihrem Dasein als Gebrauchswert ausgedrückt. Er erscheint in ihrem Ausdruck in andren Gebrauchswerten, d.h. in dem Verhältnis, worin sich diese andren Gebrauchswerte gegen sie austauschen. Wenn 1 Unze Gold = 1 Tonne Eisen, also kleine Quantität von Gold gegen große Quantität von Eisen sich austauscht, ist darum der Wert der Unze Gold in Eisen ausgedrückt größer als der Wert des Eisens in Gold ausgedrückt? Daß sich Waren austauschen im Verhältnis der in ihnen enthaltenen Arbeit, heißt, daß sie gleich sind, dasselbe sind, soweit sie dasselbe Quantum Arbeit darstellen. Es heißt also zugleich, daß jede Ware, für sich betrachtet, ein von ihrem ||816| eignen Gebrauchswert, ihrem eignen Dasein als Gebrauchswert Unterschiednes ist.
Der Wert derselben Ware, ohne sich zu ändern, kann in unendlich verschiednen Quantis von Gebrauchswerten dargestellt werden, je nachdem ich ihn in dem Gebrauchswert dieser oder jener Ware darstelle. Dies ändert den Wert nicht, obgleich es seine Darstellung ändert. Ebenso sind alle die verschiednen Quanta verschiedner Gebrauchswerte, in denen sich der Wert der Ware A darstellen läßt, Äquivalente und verhalten sich zueinander nicht nur als Werte, sondern als gleich große Werte, so daß, wenn sich diese sehr verschiednen Quanta Gebrauchswerte ersetzen, der Wert ebenso unverändert bleibt, als hätte er nicht Darstellung in ganz verschiednen Gebrauchswerten gewonnen.
Wenn die Waren sich austauschen in dem Verhältnis, worin sie gleich viel Arbeitszeit darstellen, so ist ihr Dasein als vergegenständlichte Arbeitszeit, ihr Dasein als verkörperte Arbeitszeit ihre Einheit, ihr identisches Element. Als solche sind sie qualitativ dasselbe und unterscheiden sie sich nur noch quantitativ, je nachdem sie mehr oder weniger von demselben, der Arbeitszeit, darstellen. Werte sind sie als Darstellung dieses Identischen und gleich große Werte, Äquivalente, soweit sie gleich viel Arbeitszeit darstellen. Um sie als Größen zu vergleichen, müssen sie vorher gleichnamige Größen sein, qualitativ identische.
Es ist als Darstellungen dieser Einheit, daß diese verschiednen Dinge Werte sind und sich als Werte zueinander verhalten, womit auch der Unterschied ihrer Wertgrößen, ihr immanentes Wertmaß gegeben ist. Und nur darum kann der Wert einer Ware in Gebrauchswerten andrer Waren als seinen Äquivalenten dargestellt, ausgedrückt werden. Also ist auch die einzelne Ware selbst als Wert, als Dasein dieser Einheit, von sich selbst als Gebrauchswert, als Ding verschieden – ganz abgesehen von dem Ausdruck ihres Werts in andren Waren. Als Dasein der Arbeitszeit ist sie Wert überhaupt, als Dasein einer quantitativ bestimmten Arbeitszeit bestimmte Wertgröße.
Es ist also charakteristisch für unsren Klugscheißer, wenn er sagt: If we mean that, we do not mean that and vice versa. Our „meaning" has nothing at all to do with the essential characters of the thing we consider. If we speak of the value in exchange of a thing, we mean in the first instance of course the relative quantities of every other commodities that can be exchanged with the first commodity. But, on further consideration, we shall find that for the proportion, in which one thing exchanges with an infinite mass of other things, which have nothing at all in common with it – and even if there are natural or other similarities between those things, they are not considered in the exchange – to be a fixed proportion all those heterogeneous various things must be considered as proportionate representations, expressions of the same common unity, an element quite different from their natural existence or appearances. We shall then furthermore find, that if our meaning has any sense, the value of a commodity is something by which it not only differs from or is related to other commodities, but is a quality by which it differs from its own existence as a thing, a value in use.293
„Das Steigen des Wertes des Artikels A bedeutet nur Wert, gemessen in den Artikeln B, C usw., das heißt Tauschwert für die Artikel B, C usw.“ (l. c. p. 16.)
To estimate the value of A, a book for instance, in B, coals, and C, wine, A, B, C must be as value something different from their existences as books, coals or wine. To estimate a value of A in B, A must have a value independent of the estimation of that value in B, and both must be equal to a third thing, expressed in both of them.294
Es ist durchaus falsch zu sagen, daß dadurch der Wert der Ware aus etwas Relativem in etwas Absolutes verwandelt werde. Umgekehrt. Als Gebrauchswert erscheint die Ware als etwas Selbständiges. Als Wert dagegen als bloß Gesetztes, bloß bestimmt durch ihr Verhältnis zur gesellschaftlich notwendigen, gleichen, einfachen Arbeitszeit. So sehr relativ, daß, wenn die zur Reproduktion erheischte Arbeitszeit [sich] ändert, ihr Wert [sich] ändert, obgleich die in ihr wirklich enthaltne Arbeitszeit unverändert geblieben ist.
||817|| In welchem tiefen Fetischismus unser Klugscheißer steckt und wie er das Relative in etwas Positives verwandelt, zeigt am schlagendsten der folgende Satz:
„Wert ist Eigenschaft der Dinge, Reichtum der Menschen. Wert in diesem Sinn schließt notwendig Austausch ein, Reichtum nicht.“ (l. c. p. 16.)
Riches295 sind hier Gebrauchswerte. Diese sind allerdings in bezug für die Menschen riches, aber es ist durch seine eigne property, seine eignen Eigenschaften, daß ein Ding Gebrauchswert und daher ein Element des Reichtums für die Menschen ist. Nimm der Traube die Eigenschaften, die sie zur Traube machen, so hört der Gebrauchswert, den sie als Traube für die Menschen hat, auf; und sie hat aufgehört als Traube ein Element des Reichtums zu sein. Riches als identisch mit Gebrauchswerten sind properties of things that are made use of by men and which express a relation to their wants296. Dagegen soll „value“ die „property of things“ sein!
Als Werte sind die Waren gesellschaftliche Größen, also etwas von ihren „properties“297 as „things“297 absolut Verschiednes. Sie stellen als values nur Verhältnisse der Menschen in ihrer productive activity298 dar. Value „implies299“ in der Tat „exchanges“, aber exchanges sind exchanges of things between men300; exchanges, die die Dinge als solche absolut nichts angehn. Das Ding behält dieselben „properties“, ob in der Hand von A oder B. In der Tat unterstellt der Begriff der „value“ „exchanges“ der Produkte. Wo die Arbeit gemeinschaftlich ist, stellen sich die Verhältnisse der Menschen in ihrer gesellschaftlichen Produktion nicht als „values“ of „things“ dar. Exchanges of products as commodities is a certain method of exchanging labour, and of the dependence of the labour of each upon the labour of the others a certain mode of social labour or social production.301
Ich habe in dem 1. Teil meiner Schrift erwähnt, wie es die auf dem Privataustausch beruhende Arbeit charakterisiert, daß sich der gesellschaftliche Charakter der Arbeit als „property“ der Dinge „darstellt“ – verkehrt; daß ein gesellschaftliches Verhältnis als Verhältnis der Dinge unter sich erscheint (der products, values in use, commodities302). Diesen Schein nimmt unser Fetischdiener als etwas Wirkliches und glaubt in der Tat, daß der Tauschwert der Dinge durch ihre properties as things bestimmt ist, überhaupt a natural property303 derselben ist. Bisher hat noch kein Naturforscher entdeckt, durch welche natürlichen Eigenschaften Schnupftabak und Gemälde in bestimmter Proportion „Äquivalente“ füreinander sind.
Er, der wiseacre304, verwandelt also den Wert in etwas Absolutes, „a property of things“, statt darin nur etwas Relatives, die Relation der Dinge zur gesellschaftlichen Arbeit zu sehn, der auf Privataustausch beruhenden gesellschaftlichen Arbeit, in welcher die Dinge als nichts Selbständiges, sondern als bloße Ausdrücke der gesellschaftlichen Produktion bestimmt sind.
Daß aber die „value“ nichts Absolutes ist, nicht als an entity305 aufgefaßt wird, ist ganz verschieden davon, daß die Waren ihrer value of exchange306 einen selbständigen, von ihrer value of use307 oder ihrem Dasein als reales Produkt verschiedenen und unabhängigen von ihm existierenden Ausdruck geben müssen, d.h. die Warenzirkulation zur Geldbildung fortgehn muß. Sie geben ihrem Tauschwert diesen Ausdruck im Geld, zunächst im Preis, worin sie sich alle als Materiatur derselben Arbeit, nur quantitativ verschiedene Ausdrücke derselben Substanz darstellen. Die Verselbständigung des Tauschwerts der Ware in Geld ist selbst das Produkt des Austauschprozesses, der Entwicklung der in der Ware enthaltenen Widersprüche von Gebrauchswert und Tauschwert und des nicht minder in ihr enthaltenen Widerspruchs, daß die bestimmte, besondre Arbeit des Privatindividuums sich als ihr Gegenteil, gleiche, notwendige, allgemeine und in dieser Form gesellschaftliche Arbeit darstellen muß. In der Darstellung der Ware als Geld ist nicht nur das enthalten, daß die verschiednen Wertgrößen der Waren durch Darstellung ihrer Werte in dem Gebrauchswert einer ausschließlichen Ware gemessen sind; sondern zugleich, daß sie sich alle in einer Form darstellen, worin sie als Verkörperung der gesellschaftlichen Arbeit existieren und daher gegen jede andre Ware austauschbar, beliebig in jeden beliebigen Gebrauchswert übersetzbar sind. Es erscheint ihre Darstellung als Geld – im Preise – daher zuerst nur ideell; eine Darstellung, die sie erst durch den wirklichen Verkauf realisieren. Was bei Ricardo der Fehler ist, ist, daß er bloß mit der Wertgröße beschäftigt ist. Daher nur sein Augenmerk richtet auf ||818|| das relative Quantum Arbeit, das die verschiednen Waren darstellen, als Werte verkörpert in sich enthalten. Aber die in ihnen enthaltne Arbeit muß als gesellschaftliche Arbeit dargestellt werden, als entäußerte individuelle Arbeit. Im Preis ist diese Darstellung ideell. Erst im Verkauf wird sie realisiert. Diese Verwandlung der in den Waren enthaltenen Arbeiten der Privatindividuen in gleiche gesellschaftliche Arbeit, daher als in allen Gebrauchswerten darstellbare, mit allen austauschbare Arbeit, diese qualitative Seite der Sache, die in der Darstellung des Tauschwerts als Geld enthalten ist, ist bei R[icardo] nicht entwickelt. Diesen Umstand – die Notwendigkeit, die in ihnen enthaltne Arbeit als gleiche gesellschaftliche Arbeit darzustellen, i.e. als Geld – übersieht R[icardo].
Die Entwicklung des Kapitals ihrerseits unterstellt schon die volle Entwicklung des Tauschwerts der Ware und daher seine Verselbständigung in Geld. Im Produktions- und Zirkulationsprozeß des Kapitals wird von dem Wert als selbständiger Gestalt ausgegangen, der sich erhält, vermehrt, seine Vermehrung an seiner ursprünglichen Größe mißt in allen changes308, die die Waren, in denen er sich darstellt, durchlaufen, und abgesehn davon, ob er sich selbst in den verschiedensten Gebrauchswerten darstellt, die Waren wechselt, die ihm als Leiber dienen. Das Verhältnis der Produktion vorausgesetzten zu dem aus ihr resultierenden Werts – als vorausgesetzter Wert ist das Kapital Kapital im Gegensatz zum Profit – bildet das Übergreifende und Bestimmende des ganzen kapitalistischen Produktionsprozesses. Es ist nicht nur selbständige Darstellung des Werts wie im Geld, sondern prozessierender Wert, Wert, der sich erhält in einem Prozeß, worin die Gebrauchswerte die verschiedensten Formen durchlaufen. Im Kapital tritt die Verselbständigung des Werts also in viel höh’rer Potenz auf als im Geld.
Danach kann man die Weisheit unsres „verbal“ wiseacre beurteilen, der die Verselbständigung des Tauschwerts als eine Redensart, manner of talking, scholastic invention309 behandelt.
„Wert oder valeur im Französischen wird nicht bloß absolut gebraucht, statt relativ, als eine Eigenschaft von Dingen, sondern wird sogar von manchen im Sinne einer meßbaren Ware benutzt. ‚Einen Wert besitzen‘, ‚einen Teil des Werts übertragen‘“ (ein so wichtiges Moment beim fixen Kapital), „‚die Summe oder Gesamtheit der Werte‘ usw. – ich weiß nicht, was das alles sagen will.“ (l.c. p.57.)
Daß der verselbständigte Wert im Geld selbst wieder nur einen relativen Ausdruck besitzt, weil das Geld selbst Ware, hence of a changeable value310, ändert nichts an der Sache, sondern ist eine Unvollkommenheit, die aus der Natur der Ware und der notwendigen Darstellung ihres Tauschwerts, im Unterschied von ihrem Gebrauchswert, entspringt. Daß our man does „not know“311, hat er vollständig gezeigt. Es zeigt uns dies die Art der Kritik, die die in den widersprechenden Bestimmungen der Dinge selbst liegenden Schwierigkeiten gern als Reflexionsprodukte oder Widerstreit der definitions wegschwatzen will.
„Der relative Wert zweier Dinge‘ kann zweierlei bedeuten: das Verhältnis, in dem zwei Dinge sich untereinander austauschen oder austauschen würden, oder die verhältnismäßigen Mengen eines Dritten, für die jede von ihnen sich austauscht oder austauschen würde.“ (l.c. p.53.)
D’abord312 wäre dies eine sehr schöne Definition. Wenn 3 Pfd. Kaffee für 1 Pfd. Tee exchange to-day or would exchange to-morrow313, so ist durchaus nicht gesagt, daß Äquivalente have been exchanged for each other314. Hiernach könnte eine Ware immer nur zu ihrem Wert exchanged werden, denn ihr Wert wäre irgendein beliebiges Quantum andrer Ware, wogegen sie zufällig ausgetauscht worden. This, however, is not what people generally mean, when they say that 3 lbs. of coffee have been exchanged for their equivalent in tea. They suppose that after, as before, the exchange a commodity of the same value is in the hand of either of the exchangers. The rate at which two commodities exchange does not determine their value, but their value determines the rate at which they exchange.315
Wenn Wert nichts als das Quantum Ware, wogegen Ware A zufällig ausgetauscht wird, wie to express the value of A in the commodity B, C etc.? Because ||819| then, as there is no immanent measure between the two, the value of A could not be expressed in B before it had been exchanged against B.316
Relativer Wert heißt erstens, Wertgröße im Unterschied von der Qualität Wert überhaupt zu sein. Deswegen ist der letzte auch nichts Absolutes. Es heißt zweitens: Der Wert einer Ware ausgedrückt im Gebrauchswert einer andren Ware. Dies ist ein nur relativer Ausdruck ihres Werts, nämlich in relation to the commodity in which it is expressed. The value of a pound of coffee is only relatively expressed in tea; to express it absolutely – even in a relative way, that is to say, not in regard to the time of labour, but to other commodities – it ought to be expressed in an infinite series of equations with all other commodities. This would be an absolute expression of its relative value; its absolute expression would be its expression in time of labour and by this absolute expression it would be expressed as something relative, but in the absolute relation, by which it is value.317
Kommen wir jetzt zu Bailey.
Positives Verdienst hat seine Schrift nur eins – daß er die measure of values318, also in der Tat eine der Funktionen des Gelds, oder das Geld in einer besondren Formbestimmtheit, zuerst richtiger bestimmt. Um die Werte der Waren zu messen – für ein äußres Maß der Werte –, ist es nicht nötig, daß der Wert der Ware, worin sich die andren Waren messen, unveränderlich sei. (Er muß vielmehr, wie ich nachgewiesen habe im 1. Teil, veränderlich sein, weil das Maß der Werte selbst Ware ist und Ware sein muß, indem es sonst kein gemeinsames immanentes Maß mit den andren Waren hätte.) Verändert sich der Wert des Geldes z. B., so verändert er sich allen andren Waren gegenüber gleichmäßig. Ihre relativen Werte drücken sich daher ebenso richtig in ihm aus, als wäre es unveränderlich geblieben.
Damit war das Problem, ein „unveränderliches Maß der Werte" zu finden, beseitigt. Allein dieses Problem (das Interesse, Werte von Waren zu verschiednen Geschichtsperioden zu vergleichen, ist in der Tat kein ökonomisches Interesse an und für sich, [sondern] ein gelehrtes Interesse) ging selbst aus einem Mißverständnis hervor und hüllte eine viel tiefere und wichtigere Frage ein. „Unveränderliches Maß der Werte" meint de prime abord319 ein Maß der Werte, das selbst von unveränderlichem Wert sei, also, da der Wert selbst eine Bestimmung der Ware, eine Ware von unveränderlichem Wert. Wären z. B. Gold und Silber oder Korn solche Waren oder auch Arbeit, so könnte man durch Vergleichung mit denselben das Verhältnis, worin sich die andren Waren zu ihnen austauschen, die Variationen im Wert dieser andren Waren exakt messen durch ihren Goldpreis, Silberpreis, Kornpreis oder ihr Verhältnis zum Arbeitslohn. In dem Problem, wie es so gestellt ist, ist also von vornherein unterstellt, daß im „Maß der Werte" es sich bloß von einer Ware handelt, worin alle andren Waren ihren Wert darstellen, sei es in der Ware, worin sie ihn wirklich darstellen – dem Geld, der Ware, die als Geld funktioniert –, oder eine Ware, die ihres unveränderlichen Werts wegen das Geld wäre, womit der Theoretiker rechnete. Es zeigt sich aber, daß es sich unter allen Umständen hier nur handelt von einem Geld, das als Maß der Werte – theoretisch oder praktisch – selbst nicht Wertveränderungen unterworfen wäre.
Aber damit die Waren ihren Tauschwert selbständig im Geld darstellen, in einer dritten Ware, der ausschließlichen Ware – sind schon die Warenwerte unterstellt. Es handelt sich nur noch darum, sie quantitativ zu vergleichen. Eine Einheit, die sie zu denselben – zu Werten macht – als Wert qualitativ gleichmacht, ist schon unterstellt, damit ihre Werte und Wertunterschiede sich in dieser Weise darstellen. Drücken alle Waren ihre Werte in Gold z. B. aus, so ist dieser ihr Goldausdruck, ihr Goldpreis, ihre Gleichung mit dem Gold, eine Gleichung, aus der ihr Wertverhältnis zueinander erhellt, berechnet werden kann, denn sie sind nun ausgedrückt als verschiedne Quanta Gold, und in dieser Art sind die Waren in ihren Preisen als [§20] gleichnamige und vergleichbare Größen dargestellt.
Aber um sie so darzustellen, müssen sie als Werte schon identisch sein. Sonst wäre das Problem, den Wert jeder Ware in Gold auszudrücken, unmöglich zu lösen, wenn nicht Ware und Gold oder jede zwei beliebige Waren als Werte, Darstellungen derselben Einheit, ineinander ausdrückbar wären. Oder im Problem selbst liegt schon diese Voraussetzung. Die Waren sind schon als Werte, als von ihren Gebrauchswerten verschiedne Werte unterstellt, eh es sich von einer Darstellung dieses Werts in einer besondren Ware handeln kann. Damit zwei Quanta verschiedner Gebrauchswerte als Äquivalente sich gleichgesetzt werden, ist schon unterstellt, daß sie in einem Dritten gleich, qualitativ gleich sind und nur verschiedne quantitative Ausdrücke dieses qualitativ Gleichen.
Das Problem nach einem „unveränderlichen Maßstab des Werts“ war in der Tat also nur ein falscher Ausdruck für das Aufsuchen des Begriffs, der Natur des Werts selbst, dessen Bestimmung selbst nicht wieder ein Wert sein könnte, also auch nicht den Veränderungen als Wert unterworfen. Dies war die Arbeitszeit – die gesellschaftliche Arbeit, wie sie sich in der Warenproduktion spezifisch darstellt. Arbeitsquantum hat keinen Wert, ist keine Ware, sondern ist das, was die Waren in Werte verwandelt, ihre Einheit, als deren Darstellung sie qualitativ gleich und nur quantitativ verschieden sind. Sie [erscheinen] als Ausdruck bestimmter Quanta gesellschaftlicher Arbeitszeit.
Gesetzt, Gold habe einen unveränderlichen Wert. Wären dann die Werte aller Waren in Gold ausgedrückt, so könnte ich die Wertvariationen der Waren an ihren Goldpreisen messen. Aber um die Werte der Waren in Gold auszudrücken, müssen Waren und Gold als Werte identisch sein. Nur als bestimmte quantitative Ausdrücke dieses Werts, als bestimmte Wertgrößen könnten Gold und Ware identisch gesetzt werden. Der unveränderliche Wert des Golds und der veränderliche Wert der übrigen Waren würde nicht hindern, daß sie als Wert dasselbe wären, derselben Substanz. Erst müßte der Wert der Waren in Gold ausgedrückt, geschätzt sein – also Gold und Waren als Ausdrücke derselben Einheit dargestellt sein, als Äquivalente –, bevor uns der unveränderliche Wert des Golds einen Schritt weiter brächte.
{Damit die Waren an dem in ihnen enthaltnen Quantum Arbeit gemessen werden – und das Maß für das Quantum Arbeit ist die Zeit –, müssen die verschiedenartigen in den Waren enthaltenen Arbeiten auf gleiche einfache Arbeit reduziert sein, Durchschnittsarbeit, gewöhnliche, unskilled labour320. Erst dann kann das Quantum der in ihnen enthaltenen Arbeitszeit an der Zeit, einem gleichen Maß gemessen werden. Sie muß qualitativ gleich sein, damit ihre Unterschiede zu bloß quantitativen, bloßen Größenunterschieden werden. Diese Reduktion auf einfache Durchschnittsarbeit ist jedoch nicht die einzige Bestimmtheit der Qualität dieser Arbeit, worin als Einheit sich die Werte der Waren auflösen. Daß das Quantum der in einer Ware enthaltenen Arbeit das zu ihrer Produktion gesellschaftlich notwendige Quantum ist – die Arbeitszeit also notwendige Arbeitszeit –, ist eine Bestimmung, die nur die Wertgröße betrifft. Aber die Arbeit, die die Einheit der Werte bildet, ist nicht nur gleiche, einfache Durchschnittsarbeit. Die Arbeit ist Arbeit des Privatindividuums, dargestellt in einem bestimmten Produkt. Als Wert soll jedoch das Produkt Verkörperung der gesellschaftlichen Arbeit sein und als solches unmittelbar verwandelbar aus einem Gebrauchswert in jeden andren. (Der bestimmte Gebrauchswert, worin sie sich unmittelbar darstellt, soll gleichgültig sein, so daß es aus einer Form von Gebrauchswert in die andre übersetzbar.) Die Privatarbeit soll sich also unmittelbar darstellen als ihr Gegenteil, gesellschaftliche Arbeit; diese verwandelte Arbeit ist als ihr unmittelbares Gegenteil abstrakt allgemeine Arbeit, die sich daher auch in einem allgemeinen Äquivalent darstelle. Nur durch ihre Veräußerung stellt sich die individuelle Arbeit wirklich als ihr Gegenteil dar. Aber die Ware muß diesen allgemeinen Ausdruck besitzen, bevor sie veräußert ist. Diese Notwendigkeit der Darstellung der individuellen Arbeit als allgemeiner ist die Notwendigkeit der Darstellung einer Ware als Geld. Soweit dies Geld als Maß dient und als Ausdruck des Werts der Ware im Preis, erhält die Ware diese Darstellung. Erst durch ihre wirkliche Verwandlung in Geld, den Verkauf, gewinnt sie diesen ihren adäquaten Ausdruck als Tauschwert. Die erste Verwandlung ist bloß theoretischer, die zweite wirklicher Prozeß.
||821| Es ist also beim Dasein der Ware als Geld nicht nur hervorzuheben, daß die Waren im Geld sich ein bestimmtes Maß ihrer Wertgrößen geben – indem alle ihren Wert im Gebrauchswert derselben Ware ausdrücken –, sondern daß sie sich alle darstellen als Dasein der gesellschaftlichen, abstrakt allgemeinen Arbeit; eine Form, in der sie alle dieselbe Gestalt besitzen; alle als unmittelbare Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit erscheinen; und als solche alle die Wirkung des Daseins der gesellschaftlichen Arbeit haben, unmittelbar – im Verhältnis ihrer Wertgröße – austauschbar sind gegen alle andren Waren; während sie in der Hand dessen, dessen Ware in Geld verwandelt ist, nicht das Dasein des Tauschwerts in einem besondren Gebrauchswert, sondern das Dasein des Gebrauchswerts (wie des Goldes z.B.) als bloßes Trägers des Tauschwerts. Eine Ware mag unter oder über ihrem Wert verkauft werden. Dies betrifft nur ihre Wertgröße. Aber jedesmal, sobald sie verkauft, in Geld verwandelt ist, besitzt ihr Tauschwert ein selbständiges, von ihrem Gebrauchswert gesondertes Dasein. Sie existiert nur noch als ein bestimmtes Quantum gesellschaftlicher Arbeitszeit, und als solches bewährt sie sich, indem sie unmittelbar gegen jede beliebige Ware austauschbar, in jeden beliebigen Gebrauchswert (im Maß ihres Quantums) verwandelbar ist. Dieser Punkt ist ebensowenig beim Geld zu übersehn, wie die formelle Verwandlung, die die in einer Ware enthaltne Arbeit untergeht als ihr Wertelement. Es zeigt sich aber im Geld – in dieser absoluten échangeabilité321, die die Ware als Geld besitzt, ihrer absoluten Wirksamkeit als valeur d'échange322, was mit der Wertgröße nichts zu tun hat – keine quantitative, sondern qualitative Bestimmung323, daß durch den Prozeß der Ware selbst ihr Tauschwert verselbständigt und in freier Gestalt neben ihrem Gebrauchswert real dargestellt wird, wie er es in ihrem Preise schon ideell ist.
Es zeigt also, daß der „verbal observer"324 so wenig wie Bailey irgend etwas vom Wert und Wesen des Gelds verstehn, wenn sie die Verselbständigung des Werts als eine scholastische Erfindung von Ökonomen behandeln. Noch mehr tritt diese Verselbständigung im Kapital hervor, was nach einer Seite hin prozessierender Wert – also, da der Wert selbständig nur im Geld existiert –, prozessierendes Geld genannt werden kann, das eine Reihe Prozesse durchläuft, in denen es sich erhält, von sich ausgeht, zu sich zurückkehrt in vergrößertem Umfang. Daß das Paradoxon der Wirklichkeit sich auch in Sprachparadoxen ausdrückt, die dem common sense325 widersprechen, dem what vulgarians mean and believe to talk of326, versteht sich von selbst. Die Widersprüche, die daraus hervorgehn, daß auf Grundlage der Warenproduktion Privatarbeit sich als allgemeine gesellschaftliche darstellt, daß die Verhältnisse der Personen als Verhältnisse von Dingen und Dinge sich darstellen – diese Widersprüche liegen in der Sache, nicht in dem sprachlichen Ausdruck der Sache.}
Ric[ardo] hat oft das Ansehn und spricht in der Tat manchmal so, als sollte die quantity of labour327 eine Lösung des falschen oder falschgefaßten Problems von einem „unvariable measure of value“328 sein, in derselben Art wie Korn, Geld, Arbeitslohn etc. als dergleichen Nostra früher betrachtet und aufgestellt wurden. Dieser falsche Schein kommt bei R[icardo] dadurch hervor, daß ihm die Bestimmung der Wertgröße die entscheidende Aufgabe. Weswegen er die spezifische Form, worin die Arbeit Element des Werts ist, nicht gefaßt hat, namentlich nicht, daß die einzelne Arbeit sich als abstrakt allgemeine und in dieser Form als gesellschaftliche darstellen muß. Den Zusammenhang der Geldbildung mit dem Wesen des Werts und mit der Bestimmung dieses Werts durch Arbeitszeit hat er deshalb nicht begriffen.
Baileys Schrift hat insofern ein Verdienst, als er die Verwechslung der „measure of value“329, wie sie sich im Geld darstellt, als eine Ware neben andren Waren, mit dem immanenten Maß und Substanz des Werts durch seine Einwendungen aufhellt. Hätte er aber selbst das Geld als „measure of value“ analysiert, nicht nur als quantitatives Maß, sondern als qualitative Verwandlung der Waren, so wäre er selbst auf die richtige Analyse des Werts gekommen. Statt dessen bleibt er bloß bei der oberflächlichen Betrachtung der äußren „measure of value“ – die schon die value unterstellt – stehn und bei dem rein Gedankenlosen.
||822| Indes finden sich doch einzelne Stellen bei R[icardo], worin er direkt hervorhebt, daß die Quantität der in einer Ware enthaltenen Arbeit nur darum das immanente Maß ihrer Wertgrößen, der Größenunterschiede ihrer Werte [ist], weil die Arbeit das ist, worin die verschiednen Waren gleich sind, ihre Einheit, ihre Substanz, der innre Grund ihres Werts. Was er vernachlässigt hat zu untersuchen, ist nur, in welcher bestimmten Form die Arbeit dies ist.
„Wenn wir die Arbeit als Grundlage des Wertes der Waren und die zu ihrer Produktion erforderlichen verhältnismäßigen Quantitäten Arbeit als Regel betrachten, nach der sich die entsprechenden Quantitäten von Waren bemessen, die beim Tausch füreinander hingegeben werden, so darf man uns doch nicht unterstellen, daß wir die zufälligen und zeitweiligen Abweichungen des tatsächlichen oder Marktpreises der Waren von diesem ihren ursprünglichen und natürlichen Preis in Abrede stellen.“ (3rd ed., 1821, p. 80.)
„Zu messen ... heißt herauszufinden, wievielmal sie“ (die gemessenen Dinge) „... Einheiten derselben Gattung. Ein Franken ist kein Wertmaß für irgend etwas, außer für eine Quantität des Metalls, aus dem Franken hergestellt werden, sofern nicht Franken und die zu messende Sache auf ein anderes Maß, das beiden gemeinsam ist, bezogen werden können. Ich glaube, daß sie das können, da sie beide Resultat von Arbeit sind, und daß daher“ (weil labour ihre causa efficiens330) „Arbeit ein gemeinsames Maß ist, durch das ihr wirklicher, als auch ihr relativer Wert bestimmt werden kann.“ (l.c. p.333, 334.)
Die Waren können alle aufgelöst werden in labour als ihre Einheit. Was Ric[ardo] nicht untersucht, ist die spezifische Form, worin labour als Einheit der Waren sich darstellt. Daher begreift er das Geld nicht. Daher erscheint bei ihm die Verwandlung der Waren in Geld als etwas bloß Formelles, nicht tief in das Innerste der kapitalistischen Produktion Eingehendes. Aber das sagt er nur: Nur weil labour die Einheit von Waren, nur weil sie alle bloße Darstellungen derselben Einheit, der labour, ist labour ihre measure331. Es ist nur ihre measure, weil ihre Substanz als Werte. Es ist nicht gehörig unterschieden die labour, soweit sie sich in Gebrauchswerten und soweit sie sich im Tauschwert darstellt. Die labour als Grund des Werts ist nicht die besondre labour, von besondrer Beschaffenheit. Es geht bei Ric[ardo] Verwechslung durch zwischen labour, soweit sie sich im Gebrauchswert und soweit sie sich im Tauschwert darstellt. Allerdings ist die letzte Form der labour nur die erste in einer abstrakten Form gefaßt.
Unter real value332 versteht R[icardo] im obigen Passus die Ware als Darstellung einer bestimmten Arbeitszeit. Unter relative value den Ausdruck der in ihr enthaltenen Arbeitszeit in den Gebrauchswerten andrer Waren.
Nun zu Bailey.
B[ailey] hält fest an der Form, worin der Tauschwert der Ware als Ware sich darstellt, erscheint. Allgemein stellt er sich dar, wenn in dem Gebrauchswert einer dritten Ware ausgedrückt, worin alle andre Ware ebenfalls ihren Wert ausdrückt – die als Geld dient, also im Geldpreis der Ware. Besonders stellt er sich dar, wenn ich den Tauschwert irgendeiner Ware im Gebrauchswert irgendeiner andren Ware darstelle, also als Kornpreis, Leinwandpreis etc. In der Tat erscheint der Tauschwert der Ware, stellt er sich für andre Waren dar, immer nur in dem quantitativen Verhältnis, worin sie sich austauschen. Die allgemeine Arbeitszeit kann die einzelne Ware als solche nicht darstellen, oder sie kann sie nur darstellen in ihrer Gleichung mit der Ware, die Geld ist, in ihrem Geldpreis. Aber dann ist der Wert der Ware A stets dargestellt in bestimmtem Quantum Gebrauchswert G, der Ware, die als Geld funktioniert.
Dies ist die unmittelbare Erscheinung. Und daran hält B[ailey] fest. Die oberflächlichste Form, worin der Tauschwert sich zeigt, als quantitatives Verhältnis, worin Waren sich austauschen, ist nach B[ailey] ihr Wert. Von der Oberfläche in die Tiefe fortzugehn, ist nicht erlaubt. Er vergißt sogar die einfache Reflexion, daß, wenn y Ellen Leinwand = x lbs. Stroh, diese Gleichheit zwischen den ungleichen Dingen Leinwand und Stroh sie zu gleichen Größen macht. Dies ihr Dasein als Gleiches muß doch verschieden ||823|| sein von ihrem Dasein als Stroh und Leinwand. Es ist nicht als Stroh und Leinwand, daß sie sich gleichgesetzt sind, sondern als Äquivalente. Die eine Seite der Gleichung muß daher denselben Wert ausdrücken wie die andre. Der Wert von Stroh und Leinwand muß also weder Stroh noch Leinwand sein, sondern etwas beiden Gemeinsames und von beiden als Stroh und Leinwand Unterschiednes. Was ist das? Darauf antwortet er nicht. Statt dessen geht er alle Kategorien der Ökonomie durch, um stets die einförmige Litanei zu wiederholen, daß der Wert das Austauschverhältnis von Waren ist und daher nichts von diesem Verhältnis Unterschiednes.
„Wenn der Wert eines Gegenstandes seine Kaufkraft ist, dann muß etwas zu kaufen da sein. Der Wert bezeichnet also nichts Positives oder der Ware Eigenes, sondern bloß die Relation, in der zwei Gegenstände zueinander als austauschbare Waren stehen.“
(B[ailey], „A Critical Dissertation on the Nature, Measures, and Causes of Value“, London 1825), p. 4, 5.)
In dieser Phrase ist in der Tat seine ganze Weisheit enthalten. „If value is nothing but power of purchasing“ (a very fine definition, since „purchasing“ supposes not only value, but the representation of value as „money“), „it denotes“333 etc. Doch klären wir die Phrase B[ailey]s erst von ihrem abgeschmackten Hereinschmuggeln. „Purchasing“ heißt „kaufen“, heißt Verwandlung von Geld in Ware. Geld unterstellt schon die value und die Entwicklung of value. Also erst fort mit dem Ausdruck „purchasing“. Sonst erklären wir value durch value. Für purchasing müssen wir sagen „exchanging against other objects“. Daß „there must be something to purchase“334, ist eine ganz überflüssige Bemerkung. Würde das „object“ als Gebrauchswert konsumiert von seinen Produzenten335, wäre es nicht bloß Mittel, andre Objekte anzueignen, nicht „Ware“, so wäre von value natürlich nicht die Rede.
Erst ist von object die Rede. Dann aber wird die Relation, „in which two objects stand to each other“ verwandelt in „the relation … they stand to each other … as exchangeable commodities336. Die objects standen ja nur in der Relation of exchange337 oder exchangeable objects to each other. Dadurch sind sie „commodities“, was something else than „objects“338 ist. Dagegen die „Relation of exchangeable commodities“ ist entweder ein Unsinn, da „not exchangeable objects“ keine commodities sind. Oder Herr B[failey] schlägt sich selbst. The objects shall not be exchanged in any proportion whatever339, sondern sie sollen als commodities exchanged werden, d.h. sich als exchangeable commodities zueinander verhalten, d.h. als Objekte, deren jedes einen valeur340 hat und die im Maß ihrer Äquivalenz zueinander ausgetauscht werden sollen. Damit hätte B[ailey] zugegeben, daß die rate341, worin sie ausgetauscht werden, also die power342 jeder der Waren, die andre zu kaufen, bestimmt ist durch ihren Wert, dieser Wert aber nicht durch diese power, die eine bloße Konsequenz.
Streifen wir der Phrase also alles Falsche, Hereingeschmuggelte oder Sinnlose ab, so lautet sie folgendermaßen:
Doch halt. Wir müssen noch einen andren Hinterhalt und Unsinn wegtun. Wir haben zweierlei Ausdrücke. „Power“ of exchanging of an object343 etc. (da das „purchasing“ unberechtigt und sinnlos ohne den Begriff des Gelds) und „relation in which“ an object exchanges with others344. Soll „power“ was andres sein als „Relation“, so dürfte nicht gesagt werden, daß „power of exchanging“ is „merely the relation etc.“345 Soll es dasselbe sein, so ist es sinnstörend, dasselbe mit zwei verschiedenen Ausdrücken, die nichts miteinander gemein haben, zu bezeichnen. Relation of a thing to another is a relation of the two things and cannot be said to belong to either. Power of a thing, on the contrary, is something intrinsic to the thing, although this its intrinsic quality may only ||824|| manifest itself in its relation to other things. F.i. power of attraction is a power of the thing itself, although that power is „latent“ as long as there are there no things to attract.346 Es ist hier der Versuch gemacht, den Wert des „object“ als etwas ihm Gehöriges und doch bloß als „relation" Existierendes darzustellen. Daher erst das Wort power und dann das Wort relation.
Der exakte Ausdruck also dieser:
If the value of an object is the relation in which it exchanges with other objects, value denotes, consequently" (viz. in consequence of the „If") „nothing, but merely the relation in which two objects stand to each other as exchangeable objects.347
Diese Tautologie wird niemand leugnen. Es folgt übrigens daraus, daß „value" of an object „denotes nothing"348. Z. B.: 1 lb. coffee = 4 lbs. cotton. Was ist nun der Wert von 1 lb. coffee? 4 lbs. cotton. Und der Wert von 4 lbs. cotton? 1 lb. coffee. Da nun der Wert von 1 lb. Kaffee 4 lbs. cotton sind, andererseits der Wert von 4 lbs. cotton = 1 lb. coffee, so klar, daß der Wert von 1 lb. coffee = 1 lb. coffee ist (denn 4 lbs. cotton sind = 1 lb. coffee). a = b, b = a. Hence349 a = a. Aus dieser Erklärung ergibt sich also, daß der Wert eines Gebrauchswerts = dem Quantum desselben Gebrauchswerts ist. Also ist der Wert von 1 lb. coffee nichts außer 1 lb. coffee. Wenn 1 lb. coffee = 4 lbs. Baumwolle, so klar, daß 1 lb. coffee > 3 lbs. cotton und 1 lb. coffee < 5 lbs. cotton. Daß 1 lb. coffee > 3 lbs. cotton und < 5 lbs. cotton, drückt ebenfalls eine relation zwischen coffee und cotton aus, ganz so gut, als daß 1 lb. coffee = 4 lbs. cotton. Das = drückt nicht mehr Relation aus als das > oder das <, sondern nur eine andre Relation. Warum drückt nun grade die Relation mit dem Gleichheitszeichen, mit dem =, den Wert des coffee in cotton und den Wert des cotton in coffee aus? Oder wird dies Gleichheitszeichen dadurch hervorgebracht, daß sich überhaupt diese Quanta gegeneinander austauschen? Drückt das = bloß das Faktum des Austauschs aus? Es kann nicht geleugnet werden, daß, wenn coffee in irgendwelcher ratio350 sich gegen cotton austauscht, sie gegeneinander ausgetauscht sind, und wenn das bloße fact des Austauschs die relation zwischen den Waren konstatiert, so ist der Wert von coffee ebensowohl in Baumwolle dargestellt, ob er gegen 2, 3, 4, 5 lbs. Baumwolle sich austauscht. Aber was soll dann das Wort relation? Der coffee hat durchaus nichts „intrinsic, positive"351 in sich, wodurch bestimmt wird, in welchem Verhältnis er sich mit dem cotton austauscht. Es ist keine Relation, die bestimmt wird durch irgendeine dem Kaffee intrinsic und von dem wirklichen Austausch verschiedne Bestimmung. Wozu also das Wort Relation? Was ist die Relation? The quantity of cotton against which a quantity of coffee is exchanged.352 Es könnte nicht von einer Relation gesprochen werden, in which it exchanges, sondern bloß von einer relation, in which it is or has been exchanged353. Denn ginge die Bestimmung der relation dem Austausch voraus, so wäre der Austausch durch die „relation“ bestimmt und nicht die relation durch den Austausch. Wir müssen also auch die Relation drop354, die etwas über den Kaffee und Cotton Übergreifendes, von ihnen Getrenntes ist.
[So nimmt also der oben angeführte Satz von Bailey folgende Form an:]
„If the value of an object is the quantity of another object exchanged with it, value denotes, consequently, nothing, but merely the quantity of the other object exchanged with it.“355
Als Ware kann eine Ware nur ihren Wert in einer andren Ware ausdrücken, denn für sie als Ware existiert die allgemeine Arbeitszeit nicht. Wenn sich der Wert einer Ware in einer andren Ware ausdrückt, ist der Wert der einen Ware nichts außer dieser ihrer Äquation mit einer andren Ware. Auf dieser Weisheit (wie er es auffaßt, ist es Tautologie; denn er sagt: Wenn der Wert einer Ware nichts ist als ihr Austauschverhältnis mit einer andren Ware, ist er nichts außer diesem Verhältnis) reitet B[ailey] unermüdlich, um so mehr ermüdend, herum.
Seine philosophische Tiefe zeigt er in folgendem Satze:
„Wie wir nicht von der Entfernung eines Gegenstandes reden können, ohne dabei auch einen anderen Gegenstand im Auge zu haben, zwischen dem und dem ersteren dieses Verhältnis besteht, so können wir vom Werte einer Ware nur sprechen im Hinblick auf eine andere Ware, ||825|| mit der sie verglichen wird. Ein Ding kann ebensowenig an sich wertvoll sein ohne Bezug auf ein anderes Ding“ (Ist die social labour, to which the value of a commodity is related, not another thing?356), „wie ein Ding an sich ohne Bezug auf ein anderes Ding entfernt sein kann.“ (l.c. p.5.)
Wenn a thing is distant from another, the distance is in fact a relation between the one thing and the other; but at the same time the distance is something different from this relation between the two things. It is a dimension of the space, it is some length which may as well express the distance of two other things besides those compared. But this is not all. If we speak of the distance as a relation between two things, we suppose something „intrinsic", some „property" of the things themselves, which enables them to be distant from each other. What is the distance between the syllable A and a table? The question would be nonsensical. In speaking of the distance of two things, we speak of their difference in space. Thus we suppose both of them to be contained in the space, to be points of the space. Thus we equalize them as being both existences of the space, and only after having them equalized sub specie spatii we distinguish them as different points of space. To belong to space is their unity.357(1)
Was aber ist diese unity der objects exchanged against each other?359 Dieser exchange ist kein Verhältnis, das sie als natürliche Dinge zueinander haben. Es ist auch kein Verhältnis, das sie als natürliche Dinge zu menschlichen Bedürfnissen haben, denn es ist nicht the degree of their utility that determines the quantities in which they exchange360. Also was ist ihre Identität, die sie befähigt, in a certain measure to be exchanged against each other? Als was do they become exchangeable361?
In der Tat ist B[ailey] in alledem nur pedissequus des man of the „verbal observations“362.
„Er“ (der Wert) „kann sich für den einen der verglichenen Gegenstände nicht ändern, ohne daß er sich für den anderen ändert.“ (l.c. p.5.)
Dies heißt wieder nur: Der Ausdruck des Werts einer Ware in einer andren Ware kann [sich] nur als solcher Ausdruck ändern. Und der Ausdruck als solcher unterstellt nicht eine, sondern zwei Waren.
Herr Bailey meint, wenn man nur von zwei Waren spräche – im Austausch zueinander –, würde man die bloße Relativität des Werts in seinem Sinn von selbst gefunden haben. Der Real. Als ob es bei Waren, die miteinander ausgetauscht werden – zwei Produkten, die sich als Waren zueinander verhalten –, nicht ebenso nötig sei, zu sagen, worin sie identisch sind, als bei 1000. Übrigens würde sich, wo nur zwei Produkte existieren, das Produkt nie zur Ware, daher auch nie der Tauschwert der Ware entwickeln. Die Notwendigkeit der Arbeit in Produkt I sich als gesellschaftliche Arbeit darzustellen, wäre nicht vorhanden. Weil das Produkt nicht als unmittelbarer Gegenstand der Konsumtion für die Produzenten produziert wird, sondern nur als Träger des Werts, sozusagen als Anweisung auf bestimmtes Quantum aller Darstellungen der gesellschaftlichen Arbeit, sind alle Produkte gezwungen, als Werte sich eine von ihrem Dasein als Gebrauchswerte unterschiedne Daseinsform zu geben. Und es ist diese Entwicklung der in ihnen enthaltenen Arbeit als gesellschaftlicher, es ist die Entwicklung ihres Werts, das die Geldbildung bedingt, die Notwendigkeit der Waren, sich als Geld füreinander darzustellen – was bloß heißt: [als] selbständige Daseinsformen des Tauschwerts –, und sie können dies nur, indem sie eine Ware aus dem lot363 ausschließen, alle ihre Werte in dem Gebrauchswert dieser ausgeschloßnen Ware messen, die in dieser ausschließlichen Ware enthaltne Arbeit daher unmittelbar in allgemeine, gesellschaftliche Arbeit verwandeln.
Herr B[ailey] mit seinem queer364 Denkvermögen, das nur an der Oberfläche der Erscheinungen haftet, schließt umgekehrt: Der Wertbegriff wird nur gebildet – daher der Wert aus bloß quantitativem Verhältnis, worin Waren gegeneinander ausgetauscht werden, in etwas von diesem Verhältnis Unabhängiges verwandelt (was, [wie] er meint, verwandle den Wert der Waren in etwas Absolutes, in eine von den Waren getrennt existierende scholastische entity365) –, weil außer den Waren Geld existiert, und wir so gewohnt sind, die Werte von Waren nicht in ihrem Verhältnis zueinander, sondern als Verhältnis zu einem Dritten, als ein ||826|| von dem unmittelbaren Verhältnis unterschiedenes drittes Verhältnis [zu betrachten]. Bei B[ailey] ist es nicht die Bestimmung des Produkts als Wert, das zur Geldbildung treibt und im Geld sich ausdrückt, sondern es ist das Dasein des Gelds, das zur Fiktion des Wertbegriffs treibt. Historisch ist es ganz richtig, daß das Suchen nach dem Wert sich zunächst an den erscheinenden Ausdruck der Waren als Wert, an das Geld sich anlehnt, und daher das Suchen nach der Wertbestimmung sich darstellt (fälschlich) als Suchen nach einer Ware von „unveränderlichem Wert“ oder nach einer Ware als „unveränderliches Maß der Werte“. Indem Herr B[ailey] nun nachweist, daß Geld als äußres Maß der Werte – und Darstellung des Werts – seinen Zweck erfüllt, obgleich es einen veränderlichen Wert hat, glaubt er die Frage nach dem Begriff des Werts – der von der Veränderlichkeit der Wertgröße der Waren nicht affiziert wird – beseitigt zu haben, und in der Tat nicht mehr nötig zu haben, [sich] überhaupt etwas unter Wert zu denken. Weil die Darstellung des Werts einer Ware in Geld – in einer dritten ausschließlichen Ware – die Wertveränderung dieser dritten Ware nicht ausschließt, weil das Problem nach dem „unveränderlichen Maß der Werte“ wegfällt, fällt das Problem der Wertbestimmung selbst weg. Dies seichte Geschwätz führt B[ailey] mit großer Selbstgefälligkeit über Hunderte von Seiten durch.
Die folgenden Sätze, worin er stets dasselbe wiederholt, sind zum Teil verbotenus abgeschrieben von dem „Verbal“ one366.
„[Nehmen wir an] es gäbe nur zwei Waren, beide austauschbar verhältnismäßig zur Menge der Arbeit. Wenn … A in einem späteren Zeitraum die doppelte Menge Arbeit für ihre Produktion erforderte, während B fortfährt, dieselbe Menge zu erheischen, wäre A doppelt soviel wert wie B… Aber obwohl B durch dieselbe Menge Arbeit wie früher produziert würde, bliebe sein Wert doch nicht derselbe, denn es würde sich bloß gegen die halbe Menge von A austauschen, die einzige Ware, nach der Voraussetzung, mit der es zu vergleichen wäre.“ (l.c. p. 6.)
„Dieser beständige Hinblick auf andere Waren (statt Wert nur als Relation zwischen zwei Waren zu betrachten) „oder auf Geld, wenn wir von der Relation zwischen zwei Waren sprechen, bewirkt, daß die Auffassung des Wertes als etwas Immanentes und Absolutes entsteht.“ (l.c. p. 8.)
„Was ich behaupte, ist, daß – wenn alle Waren unter genau denselben Umständen produziert würden, z. B. durch Arbeit allein – eine Ware, die stets die gleiche Menge Arbeit erforderte, nicht unveränderlich im Werte bliebe367 {d. h. invariable in the expression of its value in other commodities367. Tautologie.}, „wenn jede andere Ware einer Änderung unterläge.“ (l.c. p. 20, 21.)
„Der Wert ist nichts Immanentes und Absolutes.“ (l.c. p. 23.)
„Es ist unmöglich, den Wert einer Ware zu bestimmen oder auszudrücken, es sei denn durch eine Menge irgendeiner anderen Ware.“ (l.c. p. 26.)
(As impossible as it is to „designate“ or „express“ a thought except by a quantity of syllables. Hence B[ailey] concludes that a thought is – syllables.368)
„Anstatt den Wert als ein Verhältnis zwischen zwei Dingen anzusehen, betrachten sie“ (Ric[ardo] und seine Nachfolger) „ihn als ein positives Resultat, das durch eine bestimmte Menge Arbeit produziert wird.“ (l.c. p. 30.)
„Da sich die Werte von A und B nach ihrer Lehre zueinander verhalten wie die Mengen Arbeit, die sie produzierten, oder ... bestimmt werden durch die Mengen Arbeit, die sie produzierten, scheinen sie zu schließen, daß der Wert von A allein, ohne Beziehung auf etwas anderes, so groß ist wie die Menge der ihn produzierenden Arbeit. In dieser letzten Behauptung steckt sicher kein Sinn.“ (l.c. p. 31, 32.)
Sie sprechen vom „Wert als eine Art allgemeiner und unabhängiger Eigenschaft“. (p. 35.)
„Der Wert einer Ware muß ihr Wert in etwas sein.“ (l.c. [p. 35].)
Wir sehn, warum es für B[ailey] so wichtig ist, den Wert auf zwei Waren zu beschränken, als das Verhältnis zweier Waren aufzufassen. Aber nun kommt eine Schwierigkeit:
„Da der Wert einer Ware ihre Relation im Austausch zu irgendeiner anderen Ware anzeigt"
(was soll hier die „relation ||827|| in exchange“? Why not its „exchange“?369 Aber zugleich soll in dem exchange ein bestimmtes Verhältnis ausgedrückt sein, nicht das bloße fact des exchange. Hence value = relation in exchange370),
„können wir ihn bezeichnen als ihren Geldwert, Kornwert, Tuchwert, je nach der Ware, mit der sie verglichen wird; und dann gibt es tausend verschiedene Arten von Wert, so viele, wie Waren vorhanden sind, und alle sind gleich real und gleich nominell."
(l.c. p.39.)
Hier haben wir's. Value = price. There is no difference between them. Und there is no „intrinsic" difference between money price and any other expression of price, although it is the money price, and not the cloth price etc. which expresses the nominal value, the general value of the commodity.371
Aber obgleich die Ware thousand different kinds of value hat oder thousand different prices, as many kinds of value as there are commodities in existence – all these thousand expressions always express the same value372. Bester Beweis, daß alle diese different expressions are equivalents373, die sich nicht nur im Ausdruck ersetzen können, sondern im exchange selbst ersetzen. Dieselbe Relation der Ware, um deren Preis es sich handelt, drückt sich in 1000 different „relations in exchange"374 zu all den different Waren aus und drückt doch immer dieselbe Relation aus. Also ist die relation, die sich gleichbleibt, verschieden von ihren 1000 different expressions375, oder value is different von price376, und die prices are only expressions of value: money price its general expression, other prices a particular expression377. Es ist nicht einmal dieser einfache Schluß, zu dem B[ailey] kommt. Nicht Ricardo ist hier Fiktionist, sondern B[ailey] Fetischist, indem er den Wert, wenn auch nicht als Eigenschaft des einzelnen Dings (isoliert betrachtet), wohl aber als Verhältnis der Dinge unter sich auffaßt, während er nur Darstellung in den Dingen, dinglicher Ausdruck eines Verhältnisses zwischen Menschen, eines gesellschaftlichen Verhältnisses ist, das Verhältnis der Menschen zu ihrer wechselseitigen produktiven Tätigkeit.