[Über den Wert der Arbeit sagt Bailey:]
„Ricardo, geistreich genug, vermeidet eine Schwierigkeit, die auf den ersten Blick seiner Theorie entgegenzustehen scheint, daß der Wert von der in der Produktion verwandten Arbeitsmenge abhängig ist. Hält man an diesem Prinzip streng fest, so folgt daraus, daß der Wert der Arbeit abhängt von der zu ihrer Produktion aufgewandten Arbeitsmenge – was offenbar Unsinn ist. Durch eine geschickte Wendung macht deshalb Ricardo den Wert der Arbeit abhängig von der Menge der Arbeit, die zur Produktion des Lohnes erforderlich ist; oder, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, er behauptet, daß der Wert der Arbeit nach der Arbeitsmenge zu schätzen sei, die zur Erzeugung des Lohnes benötigt wird, worunter er die Arbeitsmenge versteht, die zur Produktion des Geldes oder der Ware notwendig ist, die dem Arbeiter gegeben werden. Gerade so gut könnte man sagen, daß der Wert von Tuch nicht nach der zu seiner Produktion verwandten Arbeitsmenge geschätzt werde, sondern nach der Arbeitsmenge, die zur Produktion des Silbers verwandt wurde, gegen welches das Tuch eingetauscht wird.“
(l.c. p. 50, 51.)
Dies richtig gegen den Fehler R[icardo]s, Kapital direkt mit Arbeit statt mit dem Arbeitsvermögen austauschen zu lassen. Es ist derselbe Einwand, den wir schon früher in andrer Form gehört.1 Sonst nichts. Mit Bezug auf das Arbeitsvermögen taugt B[ailey]s simile2 nicht. Er muß nicht cloth3, sondern ein organisches Produkt, wie mutton4 z. B., vergleichen mit dem lebendigen Arbeitsvermögen. Außer der Arbeit, die die Wartung des Viehs kostet, und der Arbeit, die die Produktion seiner Lebensmittel kostet, versteht man unter der zu seiner Produktion nötigen Arbeit nicht die Arbeit, die ihm selbst der Akt der Konsumtion kostet, der Akt des Essens, Drinks5, kurz der Aneignung jener Produkte oder Lebensmittel. Ganz so mit dem Arbeitsvermögen. Die Arbeit, die seine Produktion kostet, besteht [worin]? Außer etwa der Arbeit, die die Bildung seines Arbeitsvermögens kostet, der Erziehung, der apprenticeship6 – ein Punkt, der bei der unskilled labour7 kaum in Betracht kommt –, kostet seine Reproduktion keine Arbeit außer der Arbeit, die die Reproduktion von ihm konsumierten Lebensmittel kostet. Die Aneignung dieser Lebensmittel ist keine „Arbeit“. ||828| So wenig wie die Arbeit, die im cloth enthalten ist, besteht außer der Arbeit des Webers, der Arbeit, die in der Wolle, den Farbstoffen etc. steckt, auch noch in der chemischen oder physischen Aktion der Wolle selbst, wodurch sie den Farbstoff absorbiert etc., wie der Arbeiter oder das Vieh die Lebensmittel.
B[ailey] sucht nun das Gesetz R[icardo]s umzustoßen, daß der Wert der Arbeit und der Profit in umgekehrtem Verhältnis stehn. Und zwar sucht er es umzustoßen, soweit es richtig ist. Er identifiziert nämlich, wie R[icardo], surplus value und Profit. Er erwähnt nicht die einzig mögliche Ausnahme des Gesetzes, nämlich, wenn der Arbeitstag verlängert wird und Arbeiter und Kapitalisten equally share in that prolongation, but even then, since the value of the working power will be more quickly – in fewer years – consumed, the surplus value rises at the expense of the workingman's life, and his working power is depreciated as compared with the surplus value it yields to the capitalist8.
B[ailey]s reasoning is of the most superficial description.9 Er geht aus von seinem Begriff des Werts. Der Wert der Ware ist der Ausdruck ihres Werts in a certain quantity of other values in use10 (dem Gebrauchswert anderer Waren). Also der Wert der Arbeit ist = dem Quantum anderer Waren (Gebrauchswerte), wogegen sie sich austauscht. {The real problem, how it is possible to express the value of exchange of A in the value in use of B11 – kommt ihm gar nicht in den Sinn.} Solange also der Arbeiter dieselbe Quantität Waren erhält, ist die value of labour12 unverändert, because, after as before, it is expressed in the same quantity of other useful things13. Der Profit dagegen drückt ein Verhältnis zum Kapital oder auch ein Verhältnis zum Gesamtprodukt aus. Die Portion der Arbeiter kann aber dieselbe bleiben, obgleich jene Proportion der Kapitalisten steigt, wenn nämlich die Produktivität der Arbeit wächst. Wie wir auf einmal beim Kapital zur Proportion kommen und was dem Kapitalisten diese Proportion nutzen soll, da der Wert dessen, was er bekommt, nicht durch Proportion bestimmt ist, sondern durch its „expression in other commodities"14, ist nicht abzusehn.
Der Witz also in der Tat der bei Malthus schon erwähnte.15 Arbeits-lohn = a quantity of16 Gebrauchswerten. Proft dagegen (was B[ailey] aber vermeiden muß zu sagen) a relation of value17. Messe ich den Arbeitslohn nach dem Gebrauchswert und den Profit nach dem Tauschwert, so ist sehr evident, daß zwischen beiden weder ein umgekehrtes noch irgendein Verhältnis existiert, because I should then compare incommensurable magnitudes, things which have no common unity18.
Was B[ailey] hier von der value of labour sagt, gilt aber nach seinem Prinzip von der value of every other commodity. It is nothing else but a certain quantity of other things exchanged against it.19 Wenn ich für 1 l. St. 20 lbs. Twist erhalte, so bleibt der Wert des 1 l. stets derselbe, ist also stets gezahlt, obgleich das eine Mal die Arbeit, um 1 lb. Twist zu produzieren, doppelt so groß als das andre Mal. Der ordinärste Kaufmann glaubt nicht, daß er denselben Wert für sein 1 l. St. erhält, wenn er 1 qr. Getreide bekommt in der Zeit der Teurung und in [der] Zeit des Überflusses. Aber Begriff des Werts hört hier auf. Und es bleibt bloß das unerklärte und unerklärliche factum, daß Quantum von A gegen Quantum von B ausgetauscht ist in any proportion whatever. And whatever that proportion may be it is an equivalent.20 Selbst B[ailey]s Ausdruck, the value of A expressed in B loses thus every sense. If the value of A is expressed in B, it is supposed that the same value is expressed once in A, and the other time in B, so that, if in B expressed, the value of A remains the same as it was before. But with Bailey there is no value of A to be expressed in B, because neither A nor B have a value besides that expression. The value of A in B must be something quite different from the value of A in C, as different as B and C are. And it is not the same value, identical in both expressions, but it is two relations of A which have nothing in common with each other, and of which it would be nonsense to say that they are equivalent expressions.21
||329| „Ein Steigen oder Fallen im Werte der Arbeit schließt eine Zunahme oder Abnahme der Menge von Ware ein, die im Austausch dafür gegeben wird.“ (l.c. p.62.)
Nonsense!22 [Vom Standpunkt Baileys] there can be no rise or fall in the value of labour, nor of any other thing. I get to-day 3 Bs for one A, to-morrow 6 Bs and to aftermorrow 2 Bs. But in all these cases the value of A is nothing but the quantity of B, for which it has exchanged. It was 3 Bs, it is now 6 Bs. How can its value be said to have risen or fallen? The A expressed in 3 Bs had another value as that expressed in 6 or 2 Bs. But then it is not the identical A which at the identical time has been exchanged for 3 or 2 or 6 Bs. The identical A at the identical time has always been expressed in the same quantity of B. It is only with regard to different times that it could be said the value of A had changed. But it is only with „contemporaneous“ commodities that A can be exchanged, and it is only the fact (not even the mere possibility of exchange) of exchange with other commodities which constitutes A to be a value. It is only the actual „relation in exchange“ which constitutes its value; and the actual „relation in exchange“ can of course only take place for the same A at the identical time.23 Die Vergleichung des Warenwerts in verschiednen Perioden erklärt Bailey daher für Unsinn. Damit hätte er aber auch das rise or fall of value – impossible, if there is no comparison between its value at one time and its value at another time24 – für Unsinn erklären sollen, und daher auch das „rise or fall in the value of labour“.
„Die Arbeit ist ein austauschbares Ding, oder eines, das andere Dinge im Austausch kommandiert. Dagegen bezeichnet der Ausdruck Profit nur einen Anteil oder ein Verhältnis von Waren, nicht einen Artikel, der gegen andere Artikel ausgetauscht werden kann. Wenn wir fragen, ob der Arbeitslohn gestiegen ist, fragen wir, ob eine bestimmte Menge Arbeit sich gegen eine größere Menge anderer Dinge austauscht als früher.“
(Also wenn Korn teurer wird, ist der Wert der Arbeit gefallen, weil weniger Korn dafür exchanged25; andererseits, wenn gleichzeitig cloth wohlfeiler geworden, ist der Wert der Arbeit gleichzeitig gestiegen, weil mehr cloth dagegen exchanged. Der Wert der Arbeit ist also zugleich gestiegen und gefallen, und die beiden expressions of its value26 – in corn and cloth – are not identical, not equivalent28, weil sein gestiegner Wert can not be equal27 seinem gefallnen Wert.)
„Aber wenn wir fragen, ob der Profit gestiegen ist, meinen ... wir..., ob der Gewinn des Kapitalisten in einem höheren Verhältnis zu dem angewandten Kapital steht." (p.62, 63.)
„Der Wert der Arbeit hängt nicht ausschließlich von dem Anteil am Gesamtprodukt ab, der den Arbeitern im Austausch für ihre Arbeit gegeben wird, sondern auch von der Produktivität der Arbeit." (p.63, 64.)
„Der Satz, daß der Profit fallen muß, wenn der Arbeitslohn steigt, ist nur wahr, wenn sein Steigen nicht einem Wachstum der Produktivkräfte geschuldet ist." (p.64.)
„Wenn diese Produktivkraft wächst, das heißt, wenn dieselbe Arbeit mehr Waren in gleicher Zeit erzeugt, kann der Wert der Arbeit steigen, ohne daß der Profit sinkt, ja, dieser kann ebenfalls steigen." (p.66.)
(Danach kann auch von jeder andren Ware gesagt werden, daß a rise in its value does not imply a fall in the value of the other commodity with which it exchanges, nay, may even imply a rise in value on the other side28. F.i.29, dieselbe Arbeit, die 1 qr. Korn produzierte, soll 3 qrs. produzieren. Die 3 qrs. have cost 1 l. as the one qr. did before. If 2 qrs. be now exchanged against one lb., the value of money has risen, because it is expressed in 2 qrs. instead of one. Thus the purchaser of corn gets a greater value for his money. But the seller who sells for one lb., what has cost him only 2/3 gains 1/3. And thus the value of his corn has risen at the same time that the money price of corn has fallen.30)
||830|| „Welches immer das Produkt der Arbeit von 6 Mann sein mag, ob 100 oder 200 oder 300 qrs. Korn, solange der Anteil des Kapitalisten am Produkt ein Viertel ist, wird dieser vierte Teil, in Arbeit gemessen, stets der gleiche bleiben."
(And so would the 3/4 of the produce, accruing to the labourer, if estimated in labour.31)
„Betrüge das Produkt 100 qrs., so würden, da 75 qrs. den 6 Mann gegeben werden, die 25, die dem Kapitalisten zufallen, die Arbeit von zwei Mann kommandieren."
(And that given to the labourers would command the labour of 632 men.33)
„Betrüge das Produkt 300 qrs., würden die 6 Mann 225 qrs. erhalten, und die 75, die auf den Kapitalisten entfallen, würden immer noch nur 2 Mann kommandieren und nicht mehr."
(So would the 225 qrs. falling to the 6 men still command 632 men and no more.) (Why does the allmighty B[ailey] then forbid R[icardo] to estimate the portion of the men, as well as that of the capitalist, in labour, and compare their mutual value as expressed in labour?)34
„Eine solche Zunahme des verhältnismäßigen Anteils, der dem Kapitalisten zufällt, würde das gleiche sein wie ein Wachsen des in Arbeit gemessenen Werts des Profits",
(How can he speak of the value of profits, and an increase in their value, if „profits denotes ... not an article which can be exchanged against other articles" (see before) and, consequently, denote no „value"? And on the other hand, is a rise in the proportion which went to the capitalist possible without a fall in the proportion that goes to the labourer?)35
„oder, in anderen Worten, eine Zunahme des Vermögens, Arbeit zu kommandieren." (p. 69.)
(And is this increase in the power of the capitalist to appropriate foreign labour not exactly identical with the decrease in the power of the labourer to appropriate his own labour?)36
„Gegen die Lehre vom gleichzeitigen Wachsen des Profits und des Wertes der Arbeit wird man vielleicht einwenden, daß die produzierte Ware die einzige Quelle ist, aus der Kapitalist und Arbeiter ihre Vergütung bekommen, und daß daher notwendigerweise der eine verlieren muß, was der andere gewinnt. Die Antwort darauf liegt nahe.
Solange das Produkt dasselbe bleibt, ist dies unleugbar richtig; aber ebenso ist es unleugbar, daß, wenn das Produkt verdoppelt wird, die jedem zufallende Menge wachsen kann, wenn auch der verhältnismäßige Anteil des einen abnimmt und der des anderen ansteigt.37 (l. c. p.70.)
(Das ist ja, was R[icardo] sagt. Die proportion of both cannot increase, and if the portion of both increases, it cannot increase in the same proportion, as otherwise portion and proportion would be identical. The proportion of the one cannot increase but by that of the other decreasing.37 Daß Herr B[ailey] nun die portion of the labour „value" of „wages"38 nennt und die proportion value of „profits", that the same commodity has 2 values for him, one in the hand of the labourer, and the other in the hand of the capitalist, is a nonsense of his own39.)
„Solange das Produkt dasselbe bleibt, ist dies unleugbar richtig; aber ebenso ist es unleugbar, daß, wenn das Produkt verdoppelt wird, die jedem zufallende Menge wachsen kann, auch wenn der verhältnismäßige Anteil des einen abnimmt und der des anderen ansteigt. Nun ist es ein Wachsen der Portion des Produkts, die dem Arbeiter zufällt, was eine Zunahme im Werte seiner Arbeit bildet"
(because we here understand by value a certain quantity of articles40);
„aber es ist ein Wachstum der dem Kapitalisten zufallenden Proportion, was ein Wachsen des Profits bedeutet"
(because we here understand by value the same articles not estimated by their quantity, but by the labour worked up in them41);
„daher"
(nämlich aus dem abgeschmackten doppelten Maß, das eine Mal articles, das andre Mal the value of those same articles42)
„folgt es klar, daß die Annahme eines gleichzeitigen Anwachsens beider in keiner Weise ungereimt ist." (p.70.)
Diese abgeschmackte Ausführung dem Ric[ardo] gegenüber ganz ||331|| nutzlos, da dieser nur behauptet43, daß die value beider shares44 in umgekehrtem Verhältnis muß rise and fall. Es kömmt bloß darauf hinaus, daß B[ailey] wiederholt: value is the quantity of articles exchanged for an article45. Bei dem Profit hätte er nun notwendig müssen in Verlegenheit kommen. Denn hier wird der Wert des Kapitals mit dem Wert des Produkts verglichen. Hier flüchtet er denn auch dazu, unter Wert zu verstehn die value of an article estimated in labour (in Malthusscher Manier).
„Der Wert ist ein Verhältnis zwischen gleichzeitigen Waren49, da nur solche gegeneinander ausgetauscht werden können; und wenn wir den Wert einer Ware in der einen Zeit mit ihrem Werte zu einer anderen Zeit vergleichen, so ist dies bloß eine Vergleichung des Verhältnisses, in dem sie in diesen verschiedenen Zeiten zu irgendeiner anderen Ware stand.“ (l.c. p.72.)
Es gibt daher, wie gesagt, neither rise nor fall [of] value46, denn dies ist always comparing the value of a commodity at one time with its value at another47. Eine Ware kann ebensowenig unter wie [über] ihrem Wert verkauft werden, denn ihr Wert ist das, wozu sie verkauft wird. Value und prix courant48 sind identisch. Es kann in der Tat auch nicht von „contemporary commodities“ gesprochen werden, nicht von present values, sondern only von past ones50. Was ist der Wert von 1 qr. of wheat51? Das 1 l., wozu er gestern verkauft worden ist. Denn its value is only what is got in exchange for it, and as long as it is not exchanged, its „relation to money“ is only imaginary52. Sobald aber der exchange is past53, haben wir statt 1 qr. 1 l., und man kann nicht mehr von dem Wert des 1 qr. sprechen. B[ailey] denkt bei der Vergleichung der Werte in verschiednen Perioden bloß an die gelehrten Untersuchungen über den verschiednen Wert der Waren z. B. im 18. und 16. Jahrhundert. Wo die Schwierigkeit daher kömmt, that the same monetary expression of value – owing to the vicissitudes in the value of money itself – denotes [in different times] different values54. Die Schwierigkeit besteht hier darin, money prices in value55 zu reduzieren. Aber der Esel! In dem Zirkulationsprozeß oder Reproduktionsprozeß des Kapitals ist da nicht beständig das comparing the value of one period to that of another an operation upon which production itself is based56?
Herr B[ailley] versteht absolut nicht, was es heißen soll: Den Wert der Waren durch Arbeitszeit oder durch value of labour57 bestimmen. Er versteht die Differenz absolut nicht.
„Ich bitte, mich nicht so zu verstehen, als bestritte ich, daß die Werte der Waren sich zueinander verhalten wie die Mengen Arbeit, die zu ihrer Produktion erheischt sind; oder daß die Werte der Waren sich zueinander verhalten wie die Werte der Arbeit. Ich behaupte bloß, daß, wenn das erste richtig ist, das letzte nicht falsch sein kann." (l. c. p. 92.)
Den Wert der Waren durch den Wert einer Ware bestimmen (und sofern sie durch die „value of labour“ bestimmt werden, werden sie durch eine andre Ware bestimmt; value of labour unterstellt Arbeit als Ware) oder ihn bestimmen durch ein Drittes, was weder Wert hat, noch selbst Ware ist, sondern die Substanz des Werts ist und die Produkte erst zu Waren macht – ist für B[ailley] identisch. Im ersten Sinn handelt es sich um ein Maß der Werte der Waren; d. h. in fact58 um Geld, um eine Ware, in der die andren Waren ihren Wert ausdrücken. Damit dies geschehe, müssen die Werte der Waren schon vorausgesetzt sein. Die messende Ware wie die gemessene müssen schon in einem Dritten identisch sein. Im andren Fall wird dagegen erst diese Identität selbst gesetzt, die später im price, money price or other price, an expression59 findet.
B[ailley] identifiziert das „unveränderliche Maß der Werte“ mit der Aufsuchung eines immanenten Maßes der Werte, d. h. dem Begriff des Werts selbst. Solange die beiden Sachen zusammengeworfen werden, ist es sogar Instinkt der Vernunft, nach einem „unveränderlichen Maß der Werte“ zu suchen. Veränderlichkeit ist grade das Charakteristische des Werts. Das „Unveränderliche“ drückt aus, daß das immanente Maß der Werte nicht selbst wieder Ware, Wert sein darf, sondern vielmehr etwas, was den Wert konstituiert und daher auch das immanente Maß seines Werts ist. B[ailley] zeigt nach, |852| daß die Warenwerte a monetary expression60 finden können, daß, wenn das Wertverhältnis der Waren gegeben ist, alle Waren ihren Wert in einer Ware ausdrücken können, obgleich diese ihren Wert wechselt. Er bleibt damit doch immer derselbe für die andren Waren zur selben Zeit, denn er wechselt simultaneously61 im Verhältnis zu allen. Daraus schließt er, daß kein Wertverhältnis der Waren nötig ist und auch nicht gesucht zu werden braucht. Weil er es in der monetary expression ausgedrückt findet, braucht er nicht zu „begreifen“, wodurch dieser Ausdruck möglich wird, wie er bestimmt wird, und was er in der Tat ausdrückt.
Dies gilt im allgemeinen gegen ihn wie gegen Malthus, wenn er glaubt, man bewege sich in derselben Frage, auf demselben Feld, ob man quantity of labour or value of labour62 zum Maß der Werte macht. Im letztern Fall unterstellt man die Werte, deren Maß gesucht wird, [deren] äußres Maß, [deren] Darstellung als Wert. Im erstren Fall untersucht man die Genesis und immanente Natur des Werts selbst. Im zweiten die Entwicklung der Ware zum Geld oder die Form, die der Tauschwert gewinnt im Austauschprozeß der Waren. Im ersten63 den Wert, unabhängig von dieser Darstellung, der vielmehr dieser Darstellung vorausgesetzt ist. B[ailey] hat das mit den andren Eseln gemein: Wert der Ware bestimmen heißt ihren Geldausdruck finden, an external measure of their values64. Nur sagen sie, von Vernunftinstinkt geleitet, daß dieses Maß dann unveränderlichen Wert haben, also in fact selbst außer der Kategorie des Werts stehn muß. Während er sagt, daß man nichts weiter sich zu denken braucht, da man in der Praxis den Wertaustdruck vorfindet, und daß dieser Ausdruck selbst variablen Werts ist und sein kann, ohne seiner Funktion zu schaden.
Im besondren hat er uns selbst gesagt, daß 100 qrs. or 200 qrs. oder 300 qrs. das Produkt der Arbeit von 6 Mann sein können, also derselben Quantität Arbeit; während „value of labour“ only means65 bei ihm selbst den aliquot part66, den die 6 Mann von den 100, 200 oder 300 qrs. bekommen. Dies mag 50 qrs. sein oder 60 oder 70 pro Mann. Die quantity of labour und die value of that same quantity of labour67 sind also nach ihm selbst sehr verschiedene expressions68. Und wie soll es dasselbe sein, ob der Wert in dem einen oder in dem von ihm wesentlich verschiednen ausgedrückt wird? Wenn dieselbe Arbeit 1 qr. Korn gibt, die früher 3 qrs. [gab], während dieselbe Arbeit, die früher 20 Ellen cloth gab (oder 3 qrs.69 Korn) nach wie vor 20 Ellen cloth gibt, so wäre nach der Arbeitszeit geschätzt [jetzt] 1 qr. Korn = 20 Ellen cloth, oder 20 Ellen cloth = 1 qr. Korn, und 3 qrs. corn = 60 Ellen statt = 20. Die Werte des qr. Korn und der Elle Leinwand wären also verändert relatively. Sie wären aber keineswegs verändert nach der „value of labour“, denn das 1 qr. Korn und die 20 Ellen cloth sind nach wie vor dieselben Gebrauchswerte. Und es ist möglich, daß der 1 qr. Korn nicht mehr Arbeit kommandiert als früher.
Nehmen wir die einzelne Ware, so hat B[ailey]s Behauptung gar keinen Sinn. Nimmt die zur Produktion eines Stiefels nötige Arbeitszeit ums Zehnfache ab, so vermindert sich der Wert des Stiefels um [das] 10fache, auch verglichen, expressed in all other commodities, when the labour required for their production has remained the same or has not decreased at the same rate70. Nichtsdestoweniger kann der Wert der Arbeit – z.B., der Tageslohn in der Stiefelmacherei so gut wie in allen andren industries – derselbe geblieben sein; er kann sogar gestiegen sein. In dem einzelnen Stiefel ist weniger Arbeit enthalten, also auch weniger bezahlte Arbeit. Wenn man aber vom Wert der Arbeit spricht, so meint man nicht, daß [für] eine Stunde Arbeit, ein geringres Quantum Arbeit, weniger bezahlt ist als [für] ein größres. Einen Sinn könnte der B[ailey]sche Satz nur haben bezogen auf das Gesamtprodukt des Kapitals. Die 200 Stiefel seien das Produkt desselben Kapitals (und derselben Arbeit), wie früher 100 Stiefel. In diesem Fall ist der Wert der 200 Stiefel derselbe wie der der 100. Und es könnte gesagt werden, daß die 200 Stiefel sich zu 1000 Ellen Leinwand (sage das Produkt von 200 l. Kapital) verhalten, wie der Wert der von beiden Kapitalien in Bewegung gesetzten Arbeit. In welchem Sinn? In einem Sinn, worin es auch vom ||833| Verhältnis des einzelnen Stiefels zur Elle Leinwand gesagt werden könnte?
Der Wert der Arbeit ist der Teil der in einer Ware enthaltenen Arbeitszeit, den der Arbeiter sich selbst aneignet; er ist der Teil des Produkts, worin die ihm selbst angehörige Arbeitszeit verkörpert ist. Löst sich also der ganze Wert einer Ware in bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit auf – und ist das Verhältnis der unbezahlten zur bezahlten Arbeitszeit dasselbe, d.h., bildet in allen Waren der Mehrwert dieselbe Proportion des Gesamtwerts –, so ist klar, daß, wenn die Waren sich zueinander verhalten wie die Gesamtarbeitsquanta, die in ihnen enthalten sind, sie sich auch verhalten müssen wie gleiche aliquote Teile dieser Gesamtarbeitsquanta, also auch wie die bezahlte Arbeitszeit in der einen Ware zur bezahlten Arbeitszeit in der andren.
W:W' = GA (Gesamtarbeitszeit [verkörpert in W]) zu G'A' (Gesamtarbeitszeit [verkörpert in W']).
GA/x = der bezahlten Arbeitszeit in W, und G'A'/x = der bezahlten Arbeitszeit in W', da unterstellt, daß in beiden Waren die bezahlte Arbeitszeit derselbe aliquote Teil der Gesamtarbeitszeit.
W:W' = GA:G'A'.
GA:G'A' = GA/x : G'A'/x.
und W:W' = GA/x : G'A'/x,
oder die Waren verhalten sich wie die in ihnen enthaltnen bezahlten Arbeitszeiten, d. h. wie the values of labour contained in them71.
Die value of labour ist aber dann nicht bestimmt wie B[ailey] will, sondern selbst durch die Arbeitszeit.
Ferner, abgesehn von der Verwandlung der Werte in Produktionspreise – bloß die Werte betrachtet –, bestehn die Kapitalien aus verschiednen aliquot parts of variable and constant capitals. Hence, as far as values are considered, the surplus values are not equal, or the paid labour is not an equal aliquot part of the total labour advanced.72
Überhaupt wären wages73 – oder values of labour – hier indices der values of commodities74, nicht als values, nicht insofern wages steigen oder fallen, sondern sofern das in einer Ware enthaltne Quantum bezahlter Arbeit, das sich in wages darstellt, ein Index wäre von dem Gesamtquantum der in den relativen Waren enthaltnen Arbeit.
Mit einem Wort, der Witz kömmt darauf hinaus, wenn sich die Werte der Waren zueinander verhalten = A:A' (die in ihnen enthaltnen Quanta Arbeitszeit), so verhalten sie sich auch = A/x : A'/x, die in ihnen enthaltnen Quanta bezahlter Arbeitszeit, wenn die Proportion der bezahlten zur unbezahlten Arbeitszeit in allen Waren dieselbe, die bezahlte Arbeitszeit also immer = der ganzen Arbeitszeit, welche diese immer sei, dividiert durch x. Aber das „Wenn“ entspricht dem wirklichen Sachverhältnis nicht. Gesetz, daß die Arbeiter gleiche Surplusarbeitszeit in den verschiednen Industrien arbeiten, so ist dennoch das Verhältnis der bezahlten zur angewandten Arbeitszeit verschieden in den verschiednen Industrien, weil das Verhältnis der immediate labour employed75 verschieden ist zur accumulated labour employed76. V50 + C50 und V10 + C90 z. B. In beiden sei die unbezahlte Arbeitszeit = 1/10. So wären in der ersten Ware enthalten 105; in der zweiten 101. Die bezahlte Arbeitszeit in der ersten = 1/2 der vorgeschußnen Arbeit, in der zweiten bloß = 1/10.
[834] B[ailey] sagt:
„Wenn die Waren sich zueinander verhalten wie die Mengen, müssen sie sich auch verhalten wie die Werte der sie produzierenden Arbeit; denn das Gegenteil würde bedeuten, daß zwei Waren A und B im Werte gleich sein könnten, obwohl der Wert der angewandten Arbeit in der einen größer oder kleiner wäre als in der anderen; oder daß A und B ungleich im Werte sein könnten, obwohl die für jede angewandte Arbeit gleich im Wert wäre. Aber dieser Unterschied im Werte zweier Waren, die durch Arbeit gleichen Wertes produziert wurden, wäre unvereinbar mit der anerkannten Gleichheit der Profite, die Herr Ricardo in Übereinstimmung mit anderen Schriftstellern anerkennt.“ (l.c. p.79, 80.)
In der letzten Phrase tappt er bewußtlos auf einen richtigen Einwand gegen Ric[ardo], der Profit mit surplus value unmittelbar identifiziert und values mit cost-prices. Der Einwurf richtig formuliert, der: Wenn die Waren zu ihren Werten verkauft werden, werfen sie ungleiche Profite ab, da dann der Profit = dem Mehrwert, der in ihnen selbst steckt. Und dies richtig. Spricht nicht gegen die Theorie des Werts, sondern a blunder of77 Ricardos in der Anwendung dieser Theorie.
Wie wenig B[ailey] aber selbst im obigen das Richtige gedacht haben kann, geht aus der folgenden Phrase hervor:
„Meint Ric[ardo] dagegen, daß Arbeit im Werte steigen oder fallen kann, ohne den Wert der Ware zu beeinflussen. Diese Behauptung ist offenbar sehr verschieden von der anderen, und ihre Richtigkeit hängt tatsächlich von der Falschheit der anderen oder der entgegengesetzten Behauptung ab.“ (l.c. p.81.)
Der Esel hat selbst vorhin gesagt, daß das Resultat derselben Arbeit 100, 200, 300 qrs. sein kann. Diese bestimmt das Verhältnis des qr. zu andren Waren, wie der Wert der Arbeit wechseln mag, d. h., wieviel von den 100, 200 oder 300 qrs. dem Arbeiter selbst zukommen mag. Einige Konsequenz wäre noch in dem Esel gewesen, wenn er gesagt: die values of labour mögen steigen oder fallen, dennoch verhalten sich die values of commodities wie die values of labour, weil – nach falscher Voraussetzung – das Steigen oder Fallen of wages being general, and the value of wages being always the same proportionate part of the whole quantity of labour employed78.
„Das Vermögen, den Wert der Waren auszudrücken, hat nichts zu tun mit der Beständigkeit ihrer Werte“
{Indeed, not! but it has much to do with first finding the value, before expressing it; finding in what way the values in use, so different from each other, fall under the common category and denomination of values, so that the value of the one may be expressed in the other79},
„weder im Vergleich untereinander, noch mit dem angewandten Tauschmittel. Auch hat das Vermögen, diese Wertausdrücke miteinander zu vergleichen, nichts damit zu tun.“
{If the values of different commodities are expressed in the same third commodity, however variable its value may be, it is of course very easy to compare these expressions, already possessed of a common denomination.80}
„Ob A 4B oder 6B wert ist“
(the difficulty consists in equalising A with any portion of B; and this is only possible if there exists a common unity for A and B, or if A and B are different representations of the same unity. If all commodities are to be expressed in gold, money, the difficulty remains the same. There must be a common unity between the gold and each of the other commodities81),„und ob C 8 B oder 12 B wert ist, das sind Umstände, die keinen Unterschied in dem Vermögen machen, den Wert von A und C in B auszudrücken, und sicher keinen Unterschied in dem Vermögen, den Wert von A und C zu vergleichen, wenn er ausgedrückt ist.“ (p. 104, 105.)
But how to express A in B or C? A, B, C must all be considered as something different from what they are as things, products, values in use, to express „them“ in each other, or, what comes to the same thing, to treat them as equivalent expressions of the same unity. A = 4 B. Then the value of A is expressed in 4 B, and the value of 4 B in A, so that both sides express the same. They are equivalents. They are both equal expressions of value. It would be the same if they were unequal ones or A > 4 B, A < 4 B. In all these cases they are as far ||335|| as they are values, only different or equal in quantity, but always quantities of the same quality. The difficulty is to find this quality.82
„Die notwendige Bedingung bei dem Vorgehen ist die, die zu messenden Waren auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen“
{z. B., um △ und alle andern Vielecke zu vergleichen, ist es nur nötig, die letztern in △ zu verwandeln, to express them in triangles. But to do this the △ and the polygon are in fact supposed as identities, different figurations of the same - space83},
„was jederzeit mit gleicher Leichtigkeit getan werden kann; oder vielmehr, was fertig vorliegt, da es die Preise der Waren sind, die verzeichnet werden, oder ihr Verhältnis in Geld.“ (l.c. p. 112.)
„Den Wert messen ist dasselbe wie ihn ausdrücken.“ (l.c. p. 152.)
Hier haben wir den Burschen. Wir finden die values gemessen, ausgedrückt in den prices vor. Wir können uns also damit begnügen, [behauptet Bailey] – nicht zu wissen, was der Wert ist. Die Entwicklung des Maßes der Werte zum Geld und weiter die Entwicklung des Geldes als Maßstab der Preise verwechselt er mit dem Auffinden des Begriffes des Werts selbst in seiner Entwicklung als immanentes Maß der Waren im exchange. Er hat darin recht, daß dies Geld keine Ware von unveränderlichem Wert zu sein braucht; er schließt daraus, daß keine von der Ware selbst unabhängige, verschiedene Bestimmung des Werts notwendig.
Sobald der Wert der Waren als ihre gemeinschaftliche Einheit gegeben ist, fällt das Messen ihres relativen Werts und das Ausdrücken desselben zusammen. Aber wir kommen nicht zum Ausdruck, solange wir nicht zu einer Einheit kommen, die von dem unmittelbaren Dasein der Waren verschieden ist.
Selbst bei seinem Beispiel84: Distance between A und B. To speak of their distance they are already supposed as being both points (or lines) of space. Being commuted in points, and points of the same line, their distance may be expressed in inches, or feet etc. The unity of the two commodities A and B is, at the first view, their exchangeability. They are „exchangeable" objects. As „exchangeable" objects they are magnitudes of the same denomination. But this „their" existence as an „exchangeable" object must be different from their existence as values in use. What is it?85
Geld ist selbst schon Darstellung des Werts, supponiert ihn. Geld als Maßstab der Preise unterstellt seinerseits schon die Verwandlung (theoretische) der Ware in Geld. Sind die Werte aller Waren als Geldpreise dargestellt, so kann ich sie vergleichen; sie sind in fact schon verglichen. Um aber die Werte als Preise darzustellen, muß vorher der Wert der Waren als Geld sich dargestellt haben. Geld ist bloß die Form, wie der Wert der Waren im Zirkulationsprozeß erscheint. Wie kann ich aber x cotton in y Geld darstellen? Diese Frage löst sich darin auf, wie kann ich überhaupt eine Ware in einer andren oder Waren als Äquivalente darstellen? Es ist nur die Entwicklung des Werts, unabhängig von der Darstellung der einen Ware in der andren, die die Antwort gibt.
„Irrtum ..., daß das Wertverhältnis möglich sei zwischen Waren verschiedener Perioden, was der Natur der Sache nach unmöglich ist; und wenn kein Verhältnis möglich ist, kann es auch nicht gemessen werden." (p. 113.)
Derselbe Blödsinn schon oben.86 Schon bei dem Geld als Zahlungsmittel exists „the relation of value between commodities at different periods“87. Der ganze Zirkulationsprozeß ist beständig Vergleichung der values between commodities at different periods.
„Wenn es“ (Geld) „nicht ein gutes Mittel der Vergleichung zwischen Waren in verschiedenen Perioden ist …, ist es unfähig, eine Funktion zu verrichten in einem Falle, in dem es keine Funktion zu erfüllen hat.“ (p. 118.)
Als Zahlungsmittel und Schatz hat das Geld diese function to perform88.
Rein abgeschrieben von dem „verbal observer“ und in der Tat das Geheimnis des ganzen Unsinns oozes out in the following phrase89, die mich auch überzeugt, daß B[ailey] die sorgfältig von ihm verheimlichten „verbal observations“90 als Plagiarius vernutzt hat:
||836| „Reichtum ist ein Attribut des Menschen, Wert ein Attribut der Waren. Ein Mensch oder ein Gemeinwesen ist reich; eine Perle oder ein Diamant ist wertvoll.“ (p. 165.)
A pearl or a diamond is valuable as a pearl or a diamond, that is by their qualities, as values in use for men, that is as – riches. But there is nothing in a pearl or a diamond by which a relation of exchange between them is given91 etc.
B[ailey] wird nun tiefer Philosoph:
„Unterschied zwischen Arbeit als Ursache und Maß, überhaupt zwischen Ursache und Maß des Wertes.“ (p. 170 sqq.)
Es ist in der Tat ein sehr bedeutender Unterschied (und von B[ailey] übersehn) zwischen „measure“92 (im Sinn des Gelds) und „cause of value“93. Die „cause“ of value verwandelt Gebrauchswerte in value. Das äußre measure of value unterstellt schon die Existenz der value. Gold z. B. kann die value of cotton nur measure94, wenn Gold und cotton als value eine von beiden verschiedene Einheit besitzen. Die „cause“ of value ist die Substanz der value und daher auch ihr immanentes Maß.
„Alle Umstände…, die mit einem nachweisbaren Einfluß, mittelbar oder unmittelbar, auf das Bewußtsein beim Austausch der Waren einwirken, können als Ursachen des Wertes betrachtet werden.“ (p. 182, 183.)
Dies heißt in der Tat weiter nichts als: Die Ursache des Werts einer Ware oder der Äquivalenz zwischen zwei Waren sind die Umstände, die den Verkäufer oder auch Käufer und Verkäufer bestimmen, irgend etwas für den Wert oder das Äquivalent einer Ware zu halten. Die „Umstände“, die den Wert einer Ware bestimmen, sind dadurch keinen Schritt weiter erkannt, daß sie als Umstände qualifiziert werden, die auf den „mind“95 der Austauschenden wirken, die als solche Umstände auch im Bewußtsein (vielleicht auch nicht, vielleicht auch verkehrt vorgestellt) der Austauschenden liegen.
Dieselben (von dem mind unabhängigen, obgleich auf ihn wirkenden) Umstände, die die Produzenten zwingen, ihre Produkte als Waren zu verkaufen – Umstände, die eine Form der gesellschaftlichen Produktion von der andren unterscheiden –, geben ihren Produkten (auch für ihren mind) einen vom Gebrauchswert unabhängigen Tauschwert. Ihr „mind“, ihr Bewußtsein, mag durchaus nicht wissen, für es mag nicht existieren, wodurch in fact der Wert ihrer Waren oder ihre Produkte als Werte bestimmt sind. Sie sind in Verhältnisse gesetzt, die ihren mind bestimmen, ohne daß sie es zu wissen brauchen. Jeder kann Geld als Geld brauchen, ohne zu wissen, was Geld ist. Die ökonomischen Kategorien spiegeln sich im Bewußtsein sehr verkehrt ab. Er schiebt es ins Gewissen, da er mit der Theorie nicht weiter kann.
Statt zu sagen, was er selbst sich unter „Wert“ vorstellt (oder „cause of value“), sagt uns B[ailey]: es sei das, was Käufer und Verkäufer sich im Akt des Austausches vorstellen.
In der Tat aber liegt der philosophisch sein sollenden Phrase folgendes zugrunde:
1. Der prix courant96 ist durch verschiedne Umstände bestimmt, die sich im Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr ausdrücken, und als solche influence „the mind“ of the operators on the market97. Dies eine sehr wichtige Entdeckung!
2. Bei der Verwandlung der Warenwerte in Kostpreise kommen „verschiedne circumstances“98 in Betracht, die als „Kompensationsgründe“ on the mind wirken, oder sich ihm so darstellen. Alle diese Kompensationsgründe wirken jedoch nur auf den mind des capitalist als capitalist und gehn aus der Natur der kapitalistischen Produktion selbst hervor, nicht aus der subjektiven Auffassung von Käufer und Verkäufer. In deren Köpfen existieren sie vielmehr als sich von selbst verstehende „ewige Wahrheiten“.
B[ailey], wie seine Vorgänger, catches at99 Ric[ardo]s Verwechslung von values und cost-prices, in order to prove that value is not determined by labour, because cost-prices are deviations from values100. Dies ganz richtig gegen R[icardo]s Identifikation, nicht gegen die Sache selbst.
B[ailey] zitiert dazu erstens das von R[icardo] selbst Angeführte über den change in the relative values of ||837|| commodities, in consequence of a rise in the value of labour101. Er zitiert ferner die „Wirkung der Zeit“ (Unterschied in der Produktionszeit, ohne Verlängerung der Arbeitszeit), derselbe case, der schon dem Mill Skrupel gemacht102. Den wahren allgemeinen Widerspruch – the very existence of an average rate of profit, despite the different composition of capital, its different times of circulation103 etc. – findet er nicht. Er wiederholt nur die einzelnen Formen, in denen der Widerspruch erscheint, auf die Ric[ardo] selbst und seine Nachfolger schon aufmerksam geworden. Hier also bloßer Nachbeter: führt die Kritik keinen Schritt weiter.
Er hebt ferner hervor: Die Produktionskosten seien die Hauptcause of „value“, also das Hauptelement des Werts. Er hebt jedoch richtig hervor, wie schon frühere nach Ric[ardo] [aufgetretene Autoren], daß der Begriff der Produktionskosten selbst verschieden. Er selbst erklärt sich in letzter Instanz mit Torrens dahin, daß die Werte durch das vorgeschußne Kapital bestimmt, was richtig für die cost-prices, aber sinnlos ist, wenn dies nicht aus dem Wert selbst entwickelt, also der Wert der Ware aus einem weiterentwickelten Verhältnis, dem Wert des Kapitals, statt umgekehrt, abgeleitet werden soll.
Sein letzter Einwurf der: Die Warenwerte können nicht durch Arbeitszeit gemessen werden, wenn die Arbeitszeit in einem trade nicht gleich der Arbeitszeit in den andren, so daß dieselbe Ware, in der sich z. B. 12 Stunden eines Ingenieurs verkörpern, doppelten Wert als die Ware, worin sich 12 Stunden eines field labourers104 verkörpern. Dies kommt darauf hinaus: Ein einfacher Arbeitstag z. B. nicht Maß des Werts, wenn es andre Arbeitstage gibt, die sich als composite days to the days of simple labour105 verhalten. R[icardo] hat nachgewiesen, daß dies fact nicht verhindert, die Waren an der Arbeitszeit zu messen, wenn das Verhältnis zwischen simple und composite labour106 gegeben. Er hat allerdings unterlassen, darzustellen, wie dies Verhältnis sich entwickelt und bestimmt wird. Dies gehört in die Darstellung vom Arbeitslohn und, in letzter Instanz, reduziert sich auf den verschiednen Wert der Arbeitsvermögen selbst, d. h. ihre verschiednen Produktionskosten (durch Arbeitszeit bestimmt).
Die Sätze, worin B[ailey] das oben Zusammengestellte ausspricht, sind folgende:
„Es wird in der Tat nicht bestritten, daß die Produktionskosten der wichtigste Umstand sind, der die Mengen bestimmt, in denen Artikel dieser Klasse“ (wo kein monopoly und möglicher increase bei increase of industry107) „ausgetauscht werden; aber unsere besten Ökonomen stimmen nicht genau darin überein, was unter Produktionskosten zu verstehen sei; einige meinen, die Arbeitsmenge, die in der Produktion eines Artikels verausgabt werde, bilde seine Kosten; andere, daß das darauf verwandte Kapital diese Bezeichnung verdiene.“ (l.c. p.200.)
„Was der Arbeiter ohne Kapital produziert, kostet ihn seine Arbeit; was der Kapitalist produziert, kostet ihn sein Kapital.“ (p.201.)
(Dies der Grund, der den Torrens bestimmt. Dem capitalist kostet die Arbeit nichts, die er anwendet, sondern nur das Kapital, das er in Arbeitslohn auslegt.)
„Der Wert der Masse der Waren wird bestimmt durch das auf sie verwendete Kapital.“ (p.206.)
Gegen die Bestimmung des Werts der Waren bloß durch die quantity of labour contained in them108:
„Dies kann nun nicht richtig sein, wenn wir einige Beispiele folgender Natur finden: 1. Fälle, in denen zwei Waren durch eine gleiche Menge Arbeit produziert und doch für verschiedene Mengen Geld verkauft wurden. 2. Fälle, in denen zwei Waren, die früher gleich im Werte waren, ungleich im Werte wurden, ohne daß sich die für jede aufgewandte Menge Arbeit irgendwie veränderte.“ (p.209.)
„Es ist keine ausreichende Antwort“ (gegen 1. case), „wenn man mit Herrn Ricardo sagt, daß ‚die Schätzung, in der die verschiedenen Qualitäten von Arbeit stehen, auf dem Markte sehr bald mit einer für alle praktischen Zwecke genügenden Genauigkeit bestimmt wird‘; oder mit Herrn Mill, daß bei ‚der Schätzung gleicher Mengen Arbeit natürlich die verschiedenen Grade von Beschwerlichkeit und Geschicklichkeit berücksichtigt werden‘. Beispiele dieser Art zerstören vollständig die Allgemeingültigkeit der Regel.“ (p.210.)
„Es gibt nur zwei mögliche Methoden, eine Menge Arbeit mit einer anderen zu vergleichen; die eine besteht darin, sie nach der verausgabten Zeit zu vergleichen, die andere nach dem produzierten Resultat“ (letzteres bei task-work109). „Die erstere ist auf alle Arten Arbeit anwendbar; die letztere kann nur in Anwendung kommen, wenn man Arbeit vergleicht, die auf gleichartige Artikel angewandt wird. Wenn daher bei der Schätzung zweier verschiedener Arten Arbeit die Zeit nicht das Verhältnis zwischen den ||839|| Arbeitsmengen bestimmt, muß es unbestimmt und unbestimmbar bleiben.“ (p.215.)
In bezug auf 2: „Nehmen wir zwei Waren irgendwelcher Art von gleichem Werte, A und B; die eine wurde mit fixem Kapital produziert, die andere durch Arbeit ohne Anwendung von Maschinen, und setzen wir voraus, daß ohne irgendeine Veränderung im fixen Kapital oder der Menge Arbeit ein Steigen im Werte der Arbeit eintrete. Nach Herrn R[icardo]s eigener Auseinandersetzung würde sofort das Verhältnis zwischen A und B geändert, das heißt, sie würden ungleich im Werte werden.“ (p.215, 216.)
„Zu diesen Fällen können wir die Wirkung der Zeit auf den Wert hinzufügen. Wenn eine Ware mehr Zeit für ihre Produktion erfordert als eine andere, so wird ihr Wert ein größerer sein, auch wenn sie nicht mehr Kapital und Arbeit erheischt. Herr Ricardo gibt den Einfluß dieser Ursache zu. Herr Mill dagegen bestreitet ihn usw.“ (l.c. [p.217.])
Schließlich bemerkt B[ailey] noch, und dies ist das einzig Neue, was er in dieser line110 beibringt:
„Die 3 Sorten Waren“ {dies wieder von dem Mann der „verbal observations“, ich meine die 3 Sorten} (nämlich wo absolutes Monopol oder beschränktes wie bei Korn, oder völlige Konkurrenz) „nicht absolut zu trennen. Sie werden nicht bloß unterschiedslos gegeneinander ausgetauscht, sondern auch in der Produktion miteinander vermischt. Eine Ware kann daher einen Teil ihres Wertes dem Monopol schulden und einen Teil jenen Ursachen, die den Wert nicht monopolisierter Produkte bestimmen. Ein Artikel kann z.B. unter freister Konkurrenz produziert sein aus Rohmaterial, das sein Besitzer dank einem völligen Monopol um das 6fache seiner wirklichen Kosten zu verkaufen vermag.“ (p.223.) „In diesem Falle ist es klar, daß man wohl mit Recht sagen kann, der Wert des Artikels werde bestimmt durch die für ihn vom Fabrikanten verausgabte Menge Kapital, daß aber keine Untersuchung es ermöglichte, den Wert des Kapitals in Arbeitsmenge aufzulösen.“ (p.223, 224.)
Diese Bemerkung richtig. Monopol geht uns jedoch hier nichts an, wo wir nur mit zweierlei zu tun haben, Wert oder Kostpreis. Es ist klar, daß die Verwandlung der Werte in Kostpreise doppelt wirkt. Erstens: der Profit, der auf das vorgeschußne Kapital geschlagen wird, mag über oder unter dem Mehrwert stehn, der in der Ware selbst enthalten ist, d.h. mehr oder weniger unbezahlte Arbeit darstellen, als in ihr selbst enthalten ist. Dies gilt vom variablen Teil des Kapitals und seiner Reproduktion in der Ware. Aber hiervon abgesehen, kann ebenso der Kostpreis des konstanten Kapitals- oder der Waren, die als Rohmaterial, matiè res instrumentales111 und Arbeitsinstrumente, Arbeitsbedingungen in den Wert der neuproduzierten Ware eingehn – über oder unter ihrem Wert stehn. Es geht so ein vom Wert variierender Preisteil in sie ein, der unabhängig ist von dem Quantum neuzugesetzter Arbeit oder der Arbeit, wodurch diese Produktionsbedingungen von gegebnen Kostpreisen in ein neues Produkt verwandelt werden. Es ist überhaupt klar, daß, was von der Differenz zwischen Kostpreis und Wert der Ware als solcher gilt – als Resultat des Produktionsprozesses, ebenso von der Ware gilt, soweit sie als Ingrediens, in der Form von konstantem Kapital, als Voraussetzung in den Produktionsprozeß eingeht. Das variable Kapital, welches immer seine Differenz von Wert und Kostpreis, wird ersetzt durch bestimmtes Quantum Arbeit, das einen Wertbestandteil der neuen Ware bildet, ob in ihrem Preis dieser Wert gleich, über oder unter ausgedrückt wurde. Dagegen die Differenz des Kostpreises vom Wert wird als schon vorausgesetztes Element in den Wert der neuen Ware übertragen, insofern es, unabhängig von ihrem eignen Produktionsprozeß, in ihren Preis eingeht.
Die Differenz zwischen Kostpreis und Wert der Ware wird so zweifach herbeigeführt; durch die Differenz zwischen Kostpreis und Wert der Waren, die Voraussetzungen des Produktionsprozesses der neuen Ware bilden; durch die Differenz des Mehrwerts, der wirklich zugesetzt ist den Produktionsbedingungen, und des Profits, der berechnet wird [auf das vorgeschossene Kapital]. Jede Ware jedoch, die als capital constant in eine Ware eingeht, kommt selbst als Resultat, Produkt, aus einem andren Produktionsprozeß heraus. Und so erscheint die Ware wechselseitig als Voraussetzung für die Produktion andrer Waren und als Resultat eines Prozesses, worin das Dasein andrer Waren als Voraussetzung für ihre eigne Produktion da ist. In der Agrikultur (Viehzucht) erscheint dieselbe Ware das eine Mal als Produkt und das andere Mal als Produktionsbedingung.
Diese bedeutende Variation der Kostpreise von den Werten – die die kapitalistische Produktion bedingt – ändert nichts, daß die Kostpreise nach wie vor durch die Werte bestimmt werden.
||840|| [McCulloch] der Vulgarisateur der Ric[ardo]schen Ökonomie und zugleich das kläglichste Bild ihrer Auflösung.
Vulgarisateur nicht nur von Ricardo, sondern auch von James Mill.
Sonst in allem Vulgarökonom; Apologet des Bestehenden. Seine einzige Angst, ins Komische getrieben, die Tendenz des Profits zum Fall; mit der Lage der Arbeiter ist er völlig zufrieden, überhaupt mit allen Widersprüchen der bürgerlichen Ökonomie, die auf der Arbeiterklasse lasten. Hier ist alles grün. Hier weiß er sogar, daß
„die Einführung von Maschinen in einen Produktionszweig notwendigerweise eine gleiche oder größere Nachfrage nach den freigesetzten Arbeitern in irgendeinem anderen Produktionszweig schafft."
Hier he deviates from112 Ric[ardo], wie in seinen späten Schriften auch er sehr mealy-mouthed113 in bezug auf die Grundeigentümer wird. Aber his whole tender anxiety for the poor capitalists, considering the tendency of the rate of profit to fall114!
„Herr McCulloch scheint nicht, wie andre Darsteller einer Wissenschaft, nach charakteristischen Unterschieden auszuschauen, sondern nur nach Ähnlichkeiten; und indem er nach diesem Prinzip vorgeht, wird er veranlaßt, materielle mit immateriellen Dingen, produktive mit unproduktiver Arbeit, Kapital mit Revenue, die Nahrungsmittel der Arbeiter mit den Arbeitern selbst, die Produktion mit Konsumtion und Arbeit mit Profit zu verwechseln." (Malthus, „Defin. in Pol. Ec. etc.", London 1827, p. 69, 70.)
„Herr McCulloch unterscheidet in seinen ‚Princ. of Pol. Econ.‘, Edinburgh 1825, zwischen realem und relativem Wert oder Tauschwert. Der erstere, sagt er auf Seite 211, hängt ab von der Menge Arbeit, die zu seiner Aneignung oder Produktion verausgabt wurde, und letzterer von der Menge Arbeit oder irgendeiner anderen Ware, gegen die er sich austauscht; und diese beiden Werte, sagt er weiter (p.215), sind in dem gewöhnlichen Zustand der Dinge identisch, das heißt dann, wenn die Zufuhr der Waren auf dem Markte genau der wirksamen Nachfrage nach ihnen entspricht. Nun, wenn sie identisch sind, müssen die beiden Mengen Arbeit, von denen er spricht, auch iden tisch sein. Aber auf der Seite 221 erzählt er uns, daß sie nicht identisch sind, weil die eine den Profit einschließt, indes ihn die andere ausschließt." ([Cazenove,] „Outlines of Polit. Econ. etc.", London 1832, p.25.)
McCulloch sagt nämlich l.c. („P[rinciples] of P[olitical] E[conomy]"), p.221:
„In Wirklichkeit wird sie" (eine Ware) „immer gegen mehr" (Arbeit als jene, durch die sie produziert wurde) „ausgetauscht werden; und es ist dieser Überschuß, der den Profit bildet."
Hier hat man ein glänzendes Beispiel der Verfahrensart dieses schottischen Erzhumbags.
Die Streitigkeiten von Malthus, Bailey etc. zwingen ihn, zwischen real value und exchangeable oder relative value115 zu unterscheiden. Aber er tut das – in principle116 – wie er den Unterschied bei R[icard]o findet. Real value, die Ware betrachtet in bezug auf die Arbeit, die zu ihrer Produktion nötig ist; relative value, die Proportion verschiedener Waren betrachtet, die in derselben Zeit produziert werden können, die daher Äquivalente sind, und von denen117 der Wert der einen daher in dem Quantum Gebrauchswert der andern Ware ausgedrückt werden kann, die dieselbe Arbeitszeit kostet. Die relative value der Ware, in diesem R[icardo]schen Sinne, ist nur ein andrer Ausdruck ihrer real value und heißt weiter nichts, als daß die Waren im Verhältnis zu der in ihnen enthaltnen Arbeitszeit sich austauschen, also die in beiden enthaltnen Arbeitszeit gleich ist. Ist der Marktpreis einer Ware daher gleich ihrer exchangeable value (wie der Fall, wenn demand and supply118 sich decken), so enthält die gekaufte Ware so viel Arbeit wie die verkaufte. Sie realisiert bloß ihre exchangeable value, oder sie ist nur zu ihrem exchangeable value verkauft, wenn im Austausch dafür dasselbe Quantum Arbeit zurückerhalten wird, das in ihr fortgegeben ist.
Dies alles konstatiert Culloch denn auch richtig nachplaudernd. Bloß geht er hier zu weit, indem ihm die Malthussche Definition of exchangeable value – das Quantum Lohnarbeit, das eine Ware kommandiert – schon im Magen steckt. Er erklärt also die relative value für die „quantity of labour or of any other commodity, for which a commodity will exchange"119. R[icardo], bei der relative value, spricht immer bloß von commodities exclusive of labour, because in the exchange of commodities a profit is only realized, because in the exchange between commodity and labour equal quantities of labour are not exchanged120. Ric[ardo], indem er gleich im Beginn seiner Schrift den Hauptnachdruck darauf legt, daß die Bestimmung des Werts ||841|| der Ware durch die in ihr enthaltne Arbeitszeit toto coelo121 verschieden ist von der Bestimmung dieses Werts durch das Quantum Arbeit, das sie kaufen kann, setzt einerseits den Unterschied zwischen der Quantität Arbeit, die eine Ware enthält, und der Quantität Arbeit, die sie kommandiert. Andererseits schließt er den Austausch von Ware und Arbeit aus von der relative value of a commodity. Because, if a commodity exchanges with a commodity, equal quantities of labour are exchanged. If it exchanges with labour itself, unequal quantities of labour are exchanged, and capitalistic production rests on the inequality of this exchange.122 R[icardo] erklärt nicht, wie diese Ausnahme mit dem Begriff des Werts klappt. Daher die Streitigkeiten bei seinen Nachfolgern. Aber mit richtigem Instinkt macht er die Ausnahme. (In der Tat keine Ausnahme; wohl aber in seiner Fassung eine.) Culloch geht also weiter als R[icardo], ist scheinbar konsequenter als er.
Bei ihm gibt es keinen Riß. Alles aus einem Stück. Ob eine Ware gegen eine Ware sich austauscht oder gegen Arbeit, dies Austauschverhältnis ist gleichmäßig die relative value of a commodity. Und wenn die ausgetauschten Waren zu ihrem Wert verkauft werden (also Nachfrage und Zufuhr sich decken), ist diese relative value stets der Ausdruck der real value. D.h., es sind gleiche Quanta Arbeit auf beiden Polen des Austauschs vorhanden. Also „in the ordinary state of things“123 tauscht sich auch eine Ware nur gegen ein Quantum Lohnarbeit aus, = dem Quantum Arbeit, das in ihr enthalten ist. Der Arbeiter erhält in den wages soviel materialised labour124, als er dem Kapital im Austausch in immediate labour125 zurückgibt. Damit fällt die Quelle der surplus value fort und die ganze R[icardo]sche Theorie über den Haufen. Zuerst stürzt sie also Herr Culloch unter dem Schein, sie zur Konsequenz zuzuspitzen.
Und wie dann weiter? Dann flüchtet er schamlos von R[icardo] zu Malthus, wonach der Wert der Ware bestimmt ist durch das Quantum Arbeit, das sie kauft, und das immer größer sein muß als das in ihr enthaltne. Nur daß bei M[althus] dies als das, was es ist, als Gegensatz zu R[icardo] ausgesprochen ist und Herr Culloch diesen Gegensatz adoptiert, nachdem er den R[icardo]schen Ausdruck mit einer scheinbaren Konsequenz adoptiert hat (d.h. mit der Konsequenz der Gedankenlosigkeit), die den Sinn der R[icardo]schen Theorie auflöst. Den innersten Kern der R[icardo]schen Lehre – wie Profit realisiert wird, weil die Waren sich zu ihrem Wert austauschen – versteht Culloch daher nicht und läßt ihn fahren. Da die exchangeable value – die in „the ordinary state of the market“ nach Culloch = der real value, „in point of fact“126 aber stets größer ist, indem auf diesem Überschuß der Profit beruht (schöner Gegensatz und schöne Entwicklung, die auf einem „in point of fact“ beruht) – ist „the quantity of labour or of any other commodity“, wogegen die Ware sich austauscht, so gilt „of any other commodity“, was von der „labour“ gilt. Das heißt, die Ware tauscht sich nicht nur gegen mehr immediate labour aus, als in ihr enthalten ist, sondern gegen mehr materialised labour in the other commodities, als in ihr selbst enthalten ist; d.h. der Profit ist „profit upon expropriation“127, und damit sind wir wieder bei den Merkantilisten angelangt. Malthus zieht diesen Schluß. Bei Culloch versteht er sich von selbst, nur mit der Prätention, daß dies die Entwicklung des R[icardo]schen Systems ist.
Und diese völlige Auflösung des R[icardo]schen Systems in Wischwasch – eine Auflösung, die sich dabei spreizt, die konsequente Ausführung zu sein – hat der Mob, namentlich der continental mob (darunter fehlt Herr Roscher natürlich nicht), als zu weit getriebne, bis zur Spitze getriebne Konsequenz des R[icardo]schen Systems adoptiert, dem Herrn Culloch so glaubend, daß die R[icardo]sche Art „zu räuspern und spucken“, worunter er seinen hilfs-, gedanken- und gewissenlosen Eklektizismus versteckt, in der Tat ein wissenschaftlicher Versuch sei, dies System konsequent durchzuführen!
McCulloch ist ganz einfach ein Mann, der mit der R[icardo]schen Ökonomie Geschäfte machen wollte128, was ihm auch in bewunderungswürdiger Art gelungen ist. Ganz wie Say Geschäfte mit Smith machte, bloß daß er wenigstens das Verdienst hatte, es129 in eine gewisse formelle Ordnung zu bringen, und hin und wieder sich, außer seinen Mißverständnissen, auch theoretische Skrupel erlaubt. Da Culloch durch die R[icardo]sche Ökonomie zuerst einen Professorstuhl in London bekam, war es sein Geschäft, ursprünglich als Ricardian aufzutreten, und namentlich auch sich an dem Kampf gegen die Grundeigentümer zu beteiligen. Sobald er Fuß gefaßt und auf R[icardo]s ||842| Schultern eine Position gewonnen hatte, war sein Hauptbestreben, die politische Ökonomie, speziell die R[icardo]sche, innerhalb der Grenzen von Whiggism vorzutragen und alle den Whigs unangenehmen Schlußfolgerungen zu entfernen. Seine letzten Schriften über Geld, Steuern etc. sind bloße plaidoyers für das jedesmalige Whig-Kabinett. Dadurch brachte es der Mann zu einträglichem Posten. Seine statistischen Schriften sind bloße catchpennies130. Die gedankenlose Auflösung und Vulgarisation der Theorie zeigt sich hier auch in dem Kerl selbst als „a vulgarian", worüber später noch einiges, before we have done with that speculating Scotchman131.
1828 gab McCulloch Smiths „Wealth of Nations" heraus, und der vierte Band dieser Ausgabe enthält seine eignen notes und dissertations, in denen er zum Teil früher von ihm publizierte schlechte Abhandlungen, die absolut nichts mit der Sache zu tun haben, wie über „entail"132 etc., wieder abdruckt, um den Band zu füllen; teils seine Vorlesungen über die Geschichte der politischen Ökonomie beinahe verbotenus wiederholt, wie er selbst sagt, „largely draws upon them"133, zum Teil aber das in der Zwischenzeit von Mill wie von den Gegnern Ricardos vorgebrachte Neue sich in seiner Art zu assimilieren sucht.
In seinen „Principles of Pol. Econ." tut Herr McCulloch nichts als abschreiben seine „notes" und „dissertations", die er selbst schon aus seinen frühen „zerstreuten Schriften" abgeschrieben hatte. Nur verschlechtert sich in den „Principles" die Sache noch etwas, weil es leichter ist, in „notes" inconsequences zu begehn als in einer angeblich methodischen Darstellung. So nehmen sich die obigen Sätze (seine „Principles" enthalten außerdem Abschreibereien aus Mill, durch die abgeschmacktesten Illustrations erweitert, und reprints134 von Aufsätzen über corntrade135 etc., die er schon vielleicht verbotenus unter 20 verschiednen Titeln in verschiednen periodischen Zeitschriften, oft auch at different periods136 in derselben Zeitschrift hatte abdrucken und wieder abdrucken lassen), die zwar zum Teil wörtlich aus den „notes" etc. entlehnt sind, noch etwas weniger inkonsequent in diesen „notes" als in den „Principles" aus.
In dem angeführten vol. IV seiner Edition von A. Smith (London 1828) sagt Mac (er wiederholt dasselbe wörtlich in seinen „Principles of Pol. „Econ.", aber ohne die Distinctions137, die er noch in den „notes" für nötig hielt):
„Es ist notwendig, zwischen dem Tauschwert und dem realen oder Kostenwert der Ware oder Produkte zu unterscheiden. Unter dem ersten oder dem Tauschwert einer Ware oder eines Produkts ist das Vermögen oder die Fähigkeit zu verstehen, sich entweder gegen andere Ware oder gegen Arbeit auszutauschen; und unter dem zweiten oder unter seinem realen oder Kostenwert ist die Menge Arbeit zu verstehen, die für ihre Produktion oder Aneignung erforderlich ist, oder vielmehr die Menge, die für die Produktion oder Aneignung einer gleichartigen Ware zu der Zeit der Untersuchung erforderlich wäre." (l.c. p. 85, 86.) „Eine durch eine bestimmte Menge Arbeit produzierte Ware wird" {wenn die Zufuhr der Waren gleich der effektiven Nachfrage ist} „regelmäßig eine andere Ware eintauschen oder kaufen, die durch die gleiche Menge Arbeit produziert wurde. Sie wird jedoch niemals genau die gleiche Menge Arbeit eintauschen oder kaufen, die sie produzierte; aber obwohl sie dies nicht tun wird, wird sie doch stets die gleiche Menge Arbeit eintauschen oder kaufen, wie irgendeine andere Ware, die unter denselben Umständen oder durch die gleiche Menge Arbeit, wie sie selbst, produziert wurde." (l.c. p. 96, 97.) „In point of fact" (diese Phrase wiederholt er wörtlich in den „Principles", da das „in point of fact" in point of fact seine ganze Deduktion ausmacht) „wird sie" (die Ware) „sich stets gegen mehr" {nämlich mehr Arbeit als jene, durch die sie produziert wurde} „austauschen; und es ist dieser Überschuß, der den Profit bildet. Kein Kapital hätte irgendein Motiv" (als ob es sich beim Austausch von Waren und der Untersuchung über ihren Wert um die „motives" des Käufers handelte), „das Produkt einer gegebenen Menge Arbeit, die schon verrichtet ||843|| wurde, gegen das Produkt der gleichen Menge Arbeit auszutauschen, die zu verrichten ist. Dies hieße verleihen" {„austauschen" hieße „verleihen"} „ohne einen Zins für das Verliehene zu erhalten." (l.c. p. 96.)
Fangen wir von hinten an.
Wenn der Kapitalist nicht mehr Arbeit zurückerhielte, als er in den wages vorgeschossen hat, he would „lend" without „profit"139. Was erklärt werden soll, ist, wie Profit möglich, wenn Waren (labour or other commodities140) sich zu ihrem Wert austauschen. Und die Erklärung ist, daß kein Profit möglich wäre, wenn Äquivalente ausgetauscht würden. Es wird erst unterstellt, daß Kapitalist und Arbeiter „austauschen". Um dann den Profit zu erklären, wird unterstellt, daß sie „nicht" austauschen, sondern daß der eine verleiht (also Ware gibt) und der andre leiht, also erst zahlt, nachdem er die Ware erhalten. Oder um den Profit zu erklären, wird gesagt, daß der Kapitalist „keinen Zins" machte, wenn er keinen Profit machte. Dabei die Sache falsch. Die Ware, worin der Kapitalist die wages zahlt, und die Ware, die er zurückerhält als Resultat der Arbeit, sind verschiedne Gebrauchswerte. Er erhält also nicht zurück, was er vorgeschossen hat, sowenig, als wenn er eine Ware gegen eine andre austauscht. Ob er eine andre Ware kauft, oder ob er die spezifische Arbeit kauft, die ihm die andre Ware schafft, ist dasselbe. Er erhält an der Stelle des Gebrauchswerts, den er gibt, einen andren Gebrauchswert, wie bei jedem Warenaustausch. Sieht man dagegen bloß auf den Wert der Ware, so ist es nicht mehr ein Widerspruch, to exchange „a given quantity of labour already performed“141 against „the same quantity to be performed“141 (obgleich der Kapitalist in fact erst zahlt, nachdem die labour is performed142), nor to exchange a quantity of labour performed against the same quantity of labour performed143. Das letzte ist eine abgeschmackte Tautologie. Das erste schließt ein, daß „the labour to be performed“ is materialised in another value of use as the labour performed144. Im letzten ist also ein Unterschied, daher ein aus dem Verhältnis selbst hervorgehendes Motiv des Austauschs, im ersten nicht, da nur a gegen a ausgetauscht wird, soweit es sich in dem exchange um die quantity of labour handelt. Herr Mac flüchtet daher zum Motive. Es ist das Motiv des Kapitalisten, mehr „quantity of labour“ zurückzuerhalten als er gibt. Der Profit wird daraus erklärt, daß der Kapitalist das Motiv hat, einen „Profit“ zu machen. Ebenso könnte aber beim Warenverkauf des Kaufmanns gesagt werden, bei jedem Warenverkauf, der nicht Konsum bezweckt, sondern Gewinn: He has no motive to exchange the same quantity of performed labour against the same quantity of performed labour. His motive is to get more performed labour in return than he gives away. Hence he must get more performed labour in the form of money or commodities than he gives away in the form of a commodity or of money. He must, therefore, buy cheaper than he sells, and sell dearer than he has bought.145 Der Profit upon alienation146 so dadurch erklärt, nicht, daß er dem Gesetz des Werts adäquiert ist, sondern daß Käufer und Verkäufer kein „Motiv“ haben, dem Gesetz des Werts gemäß zu kaufen oder zu verkaufen. Dies die erste „erhabne“ Erfindung Macs, sehr schöne im R[icardo]schen System, das nachzuweisen sucht, wie sich the law of value despite the „motives“ of seller and buyer147 durchsetzt.
||844| Im übrigen unterscheidet sich die Darstellung Macs in den „notes“ von seiner Darstellung in den „Principles“ nur durch folgendes:
In den „Principles“ unterscheidet er zwischen „real value“ und „relative value“ und sagt, daß beide „under ordinary circumstances“148 sich gleich sind, „in point of fact“ sich aber nicht gleich sein dürfen, wenn ein Profit herauskommen soll. Er sagt also nur, daß das „fact“ dem „Prinzip“ widerspricht.
In den „notes“ unterscheidet er dreierlei Art von values: „Real value“, „relative value“ of a commodity in its exchange in other commodities, and relative value of a commodity exchanged with labour. Die „relative value“ of a commodity in its exchange with another commodity is its real value expressed in another commodity. Or in an „equivalent“.149 Dagegen its relative value in exchange with labour is its real value expressed in another real value, that is greater than itself150. D. h. sein Wert ist der Austausch mit einem größren Wert, einem Nichtäquivalent. Würde sie mit einem Äquivalent in labour ausgetauscht, so kein Profit. Der Wert einer Ware in its exchange with labour ist ein größrer Wert.
Problem: Die Ricardosche Bestimmung des Werts widerspricht dem exchange of a commodity with labour.
Maccushe Lösung: In the exchange of a commodity with labour the law of value does not exist, but its contrary.151 Sonst wäre der Profit nicht zu erklären. Der Profit soll für ihn, Ricardian, aus dem Gesetz des Werts erklärt werden.
Lösung: Das Gesetz des Werts (in this case152) ist der Profit. „In point of fact“ spricht Mac nur aus, was die Gegner der R[icardo]schen Theorie sagen, daß, wenn das Gesetz des Werts im Austausch zwischen capital und labour herrschte, kein Profit existierte. Sie sagen, daß deswegen das R[icardo]sche Gesetz des Werts falsch ist. Er sagt, daß es für diesen Fall, den er aus ihm erklären soll, nicht existiert; daß man in diesem Fall „means“ something else by „value“153.
Wie wenig er auch nur irgend die Laws von dem R[icardo]schen Gesetz versteht, geht daraus hervor. Er müßte sonst sagen: Der Profit im Austausch von Waren, die im Verhältnis zur Arbeitszeit ausgetauscht werden, erklärt sich daraus, daß in den Waren „unbezahlte“ Arbeit enthalten ist. Also der ungleiche Austausch von Kapital und Arbeit erklärt den Austausch der Waren zu ihrem Wert und den Profit, der in diesem Warenaustausch realisiert wird. Er sagt statt dessen: Waren, die gleich viel Arbeitszeit enthalten, kommandieren gleich viel surplus of Arbeit, das nicht in ihnen enthalten ist. In dieser Art meint er die Ric[ardo]schen Sätze mit dem Malthusschen auszusöhnen, indem eine Identität zwischen Bestimmung des Werts der Waren durch die Arbeitszeit und der Bestimmung des Werts der Waren durch command of labour hereingebracht wurde. Aber was heißt das: Waren, die gleich viel Arbeitszeit enthalten, kommandieren gleich viel mehr Arbeit, als Arbeit in ihnen enthalten ist? Es heißt weiter nichts als: Ware, in der eine bestimmte Arbeitszeit enthalten ist, kommandiert bestimmtes Quantum von Mehrarbeit, als in ihr enthalten ist. Daß dies nicht nur für die Ware A gilt, in der x Arbeitszeit enthalten ist, sondern für die Ware B, in der ditto x Arbeitszeit enthalten ist, liegt schon im Ausdruck der Malthusschen Formel.
Die Lösung des Widerspruchs bei Mac also die: Gälte das R[icardo]sche Gesetz der Werte, so wäre der Profit, hence154 das Kapital und die kapitalistische Produktion unmöglich. Dies ist grade, was die Gegner R[icardo]s behaupteten. Und das ist das, womit Mac ihnen antwortet, sie widerlegt. Dabei fällt ihm gar nicht die Schönheit einer Erklärung von exchangeable value in [exchange with] labour155 ein, die darin besteht: Wert ist der Austausch gegen einen Nichtwert.
||845| Nachdem Herr Mac so die Basis der R[icardo]schen Ökonomie hat fallenlassen, geht er indes noch weiter und löst die Basis dieser Basis auf.
Die erste Schwierigkeit im R[icardo]schen System war der exchange of capital and labour – so as to be corresponding to the „law of value“156.
Die zweite Schwierigkeit war, daß gleich große Kapitalien, wie immer ihre organische Zusammensetzung, gleiche Profite abwerfen – oder den general rate of profit157. In der Tat unbewußt das Problem, wie sich die values in cost-prices verwandeln?
Die Schwierigkeit kam daher, daß gleich große Kapitalien von ungleicher Komposition – whether unequal proportions of constant and variable capital, whether of fixed and circulated capital, whether of unequal times of circulation158 – nicht gleiche Massen unmittelbarer Arbeit in Bewegung setzen, also auch nicht gleiche Massen unbezahlter Arbeit, also auch nicht gleiche surplus value oder surplus produce sich im Produktionsprozeß appropriieren können. Also nicht gleiche Profite, wenn der Profit nichts ist als die surplus value calculated in regard to the value of the whole capital advanced159. War die surplus value aber etwas andres als Arbeit (unbezahlte), so war die Arbeit überhaupt nicht die „foundation and measure“ of the value of commodities160.
Die Schwierigkeiten, die sich hier bieten, hatte R[icardo] selbst (wenn auch nicht in ihrer allgemeinen Form) aufgefunden und als Ausnahmen von der rule of value161 konstatiert. Malthus warf mit diesen Ausnahmen die Regel über den Haufen, da die Ausnahmen die Regel bildeten. Torrens, ebenfalls polemisch gegen R[icardo], sprach das Problem wenigstens soweit aus, als er sagte, daß gleich große Kapitalien ungleiche Massen Arbeit in Bewegung setzen, dennoch Waren von gleichen „Werten“ produzieren, hence der Wert nicht durch die Arbeit bestimmt ist. Ditto Bailey162 etc. Mill seinerseits nahm die von R[icardo] konstatierten Ausnahmen als Ausnahmen an, ohne daß sie ihm Skrupel machten, außer in einer einzigen Form. Es war ein einziger Ausgleichungsgrund der Profite der Kapitalisten, den er im Widerspruch mit der rule fand. Und der case war dieser: Gewisse Waren verharren im Produktionsprozeß (z.B. Wein im Keller), ohne daß Arbeit auf sie verwandt wird; eine Periode, während deren sie dem Spiel gewisser Naturprozesse ausgesetzt werden. (So z.B. lange Unterbrechung der Arbeit, nicht von Mill notiert, im Ackerbau, in der Gerberei, bevor gewisse neue chemische Agentien angewandt.) Dennoch wird diese Zeit berechnet als profitbringend. Die Zeit, in der die Ware nicht der Arbeit ausgesetzt ist, als Arbeitszeit. (Dasselbe überhaupt, wo die längere Zirkulationszeit in Rechnung kommt.) Mill „log“ sich sozusagen aus der Verlegenheit heraus, indem er sagte, man könne die Zeit, während deren der Wein163 z.B. im Keller liegt, als eine Zeit betrachten, worin er Arbeit einsaugt, obgleich dies, nach der Voraussetzung, in point of fact, nicht der Fall.164 Sonst müsse man sagen, die „Zeit“ schaffe Profit, und Zeit als solche sei „Schall und Rauch“. An diesen Galimathias Mills knüpft Culloch an oder reproduziert ihn vielmehr in seiner gewöhnlichen gespreizten Plagiatormanier in einer allgemeinen Form, worin der latente Unsinn frei wird und der letzte Rest des Ric[ardo]schen Systems, wie überhaupt alles ökonomischen Denkens, glücklich beseitigt wird.
Die obenerwähnten Schwierigkeiten lösen sich bei näherer Betrachtung alle wieder in die folgende Schwierigkeit auf:
Der Teil des Kapitals, der in der Form von Waren in den Produktionsprozeß eingeht, als Material oder Instrument, setzt dem Produkt nie mehr Wert zu, als er vor der Produktion besaß. Weil er nur Wert hat, soweit er verkörperte Arbeit, und die in ihm enthaltne Arbeit durch sein Eingehn in den Produktionsprozeß in no way is altered165. So sehr ist er von dem Produktionsprozeß, worin er eingeht, unabhängig und von der gesellschaftlich bestimmten Arbeit, required for its own production166, abhängig, daß sein eigner Wert changiert, wenn zu seiner Reproduktion mehr oder weniger Arbeitszeit erfordert ist, als in ihm enthalten ist. Als Wert daher geht dieser Teil des Kapitals unverändert in den Produktionsprozeß ein und unverändert aus ihm hinaus. Soweit er überhaupt reell in ihn eingeht und sich ändert, ist dies eine Änderung, die sein Gebrauchswert, die er selbst als Gebrauchswert untergeht. Und alle Operationen, die entweder das Rohmaterial untergeht oder das Arbeitsinstrument vollführt, sind bloß Prozesse, die sie als bestimmtes Rohmaterial etc. und bestimmte Instrumente (Spindel etc.) untergehn, Prozesse ihres Gebrauchswerts, die als solche nichts mit ihrem Tauschwert zu tun haben. Der Tauschwert erhält sich in diesem ||846|| change167. Voilà tout168.
Anders mit dem Teil des Kapitals, der sich gegen Arbeitsvermögen austauscht. Der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens ist – Arbeit, das Tauschwert setzende Element. Indem die Arbeit, die das Arbeitsvermögen in der industriellen Konsumtion liefert, größer ist als die Arbeit, die zu seiner eignen Reproduktion erheischt, die ein Äquivalent für sein Salair liefert, ist der Wert, den der Kapitalist vom Arbeiter austauscht, größer als der Preis, den er für diese Arbeit gezahlt hat. Es folgt daher, gleiche Rate der Exploitation der Arbeit vorausgesetzt, daß von zwei gleich großen Kapitalien das, welches weniger lebendige Arbeit in Bewegung setzt, sei es, daß von vornherein der variable Teil desselben in kleinrem Verhältnis zum konstanten steht, sei es, daß die Zirkulationszeit oder die Produktionszeit [länger ist], worin es sich nicht gegen Arbeit austauscht, nicht in Kontakt mir ihr kommt, sie nicht absorbiert – daß dieses Kapital weniger Mehrwert und überhaupt Ware von geringerem Wert schafft. Wie können dann doch die geschaffnen Werte gleich und die Mehrwerte im Verhältnis zum vorgeschognen Kapital stehn? Ric[ardo] konnte das nicht beantworten, weil die Frage so gestellt absurd ist, indem in der Tat weder gleiche Werte noch Mehrwerte produziert werden. Ricardo) aber erkannte nicht die Genesis der allgemeinen Profitrate, daher auch nicht die Verwandlung der values in von ihnen spezifisch verschiedne cost-prices.
Aber Mac beseitigt die Schwierigkeit, gestützt auf die abgeschmackte „Ausflucht“ Mills. Man hilft dem Übelstand ab, indem man den charakteristischen Unterschied, aus dem der Übelstand entspringt, durch eine Phrase, wegplaudert. Der charakteristische Unterschied ist der: Der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens ist Arbeit, daher Tauschwert schaffend. Der Gebrauchswert der andren Waren ist – Gebrauchswert im Unterschied von Tauschwert, weshalb kein change, den dieser Gebrauchswert durchläuft, ihren prädestinierten Tauschwert ändert. Man hilft dem Übelstand ab, indem man die Gebrauchswerte der Waren – Tauschwert nennt, und die Operationen, die sie als Gebrauchswert durchlaufen, die Dienste, die sie als Gebrauchswerte in der Produktion leisten – Arbeit nennt. So spricht man ja im gemeinen Leben von Arbeitstieren, Arbeitsmaschinen und sagt wohl auch poetisch, daß das Eisen unter der Glut arbeitet, oder arbeitet, wenn es unter der Wucht des Hammers stöhnt. Es schreit es sogar. Und nichts leichter zu beweisen, als daß jede „Operation“ Arbeit ist, denn die Arbeit ist eine – Operation. Ebenso kann man beweisen, daß alles Körperliche Empfindung hat, denn alles Empfindende ist – körperlich.169
„Als Arbeit kann mit Recht jede Art Aktion oder Operation definiert werden, ob sie nun von Menschen verrichtet wird, von niederen Tieren, Maschinerie oder Naturkräften, die dahin strebt, ein gewünschtes Resultat herbeizuführen.“ (l.c. p.75.)
Und dies bezieht sich keineswegs [nur] auf Arbeitsinstrumente. Es gilt der Sache nach ebensosehr von dem Rohmaterial. Die Wolle untergeht a physical action or operation170, wenn sie Farbstoff aufnimmt. Überhaupt kann auf kein Ding physisch, mechanisch, chemisch etc. agiert werden, „to bring about a desirable result“171, ohne daß das Ding selbst reagiert. Es kann also nicht bearbeitet werden, ohne selbst zu arbeiten. Und so vermehren alle Waren, die in den Produktionsprozeß eingehn, den Wert, nicht nur, indem ihr eigner Wert erhalten bleibt, sondern indem sie dadurch neuen Wert schaffen, daß sie „arbeiten“, nicht bloß vergegenständlichte Arbeit sind. Damit ist natürlich alle Schwierigkeit beseitigt. In der Tat ist das bloß eine Periphrase, Umtaufung der Sayschen „services productifs du capital“, „services productifs de la terre“172 etc., wogen R[icardo] beständig polemisiert; und wogen Mac, mirabile dictu173, in derselben „Dissertation“ oder „Note“ polemisiert, worin er seine Mill entlehnte und verschönerte Erfindung wichtig auspatscht. Dem Say gegenüber wirft er mit R[icardo]schen Reminiszenzen um [sich] und erinnert sich, daß jene „services productifs“ in der Tat nur die Eigenschaften sind, die Dinge als Gebrauchswerte im Produktionsprozeß äußern. Aber natürlich, wenn er diese „services productifs“ mit dem sakramentalen Namen „Arbeit“ belegt, ändert sich das alles.
||847| Nachdem Mac glücklich Waren in Arbeiter verwandelt hat174, versteht es sich ganz von selbst, daß diese Arbeiter auch Salair beziehn, und daß ihnen außer ihrem Wert, den sie als „accumulated labour“175 besitzen, auch noch Arbeitslohn für ihre „Operationen“ oder „Aktion“ gezahlt werden muß. Diese wages der Waren werden procura von den Kapitalisten eingesteckt, sind „wages of accumulated labour“, alias Profit176. Und damit ist [nach Meinung McCullochs] nachgewiesen, daß der gleiche Profit gleicher Kapitalien, mögen sie viel oder wenig Arbeit in Bewegung setzen, unmittelbar folgt aus der Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit.
Das Sonderbarste ist, wie schon bemerkt, daß in demselben Moment, wo Mac, von Mill ausgehend, den Say sich aneignet, er gegen den Say die Ricardojsehen Phrasen schleudert. Wie wörtlich er den Say abschreibt, bloß da, wo Say von action spricht, er diese action – labour nennt, kann man am besten aus den folgenden Stellen aus R[icardo] sehn, wo letztrer gegen Say polemisiert:
„Herr Say... beschuldigt ihn" (A.Smith) „des Irrtums, daß er allein der menschlichen Arbeit die Fähigkeit, Werte zu schaffen, zuschreibt. Eine genauere Untersuchung zeigt uns, daß Wert aus der Arbeit entsteht, oder besser, aus dem menschlichen Fleiß im Zusammenwirken mit jenen Faktoren, welche die Natur liefert, und dem Kapital. Seine Unkenntnis dieses Grundsatzes hinderte ihn daran, die wahre Theorie vom Einfluß der Maschinerie bei der Produktion von Reichtum aufzustellen. Say spricht im Gegensatz zur Auffassung von Adam Smith ... von dem Wert, der den Waren durch natürliche Faktoren usw. verliehen wird. Aber diese natürlichen Faktoren, obwohl sie beträchtlich zum Gebrauchswert beitragen, fügen niemals einer Ware Tauschwert zu, wovon Say spricht." („Principles, 3 ed., p.334–336.) „Maschinen und natürliche Faktoren können sehr beträchtlich zum Reichtum eines Landes beitragen..., aber nicht... dem Wert dieses Reichtums etwas hinzufügen." (p. 335, Note.)
Ricardo, wie alle Ökonomen worth naming177, [also auch] A.Smith (obgleich er einmal in einem Anfall von Humor den Ochsen a productive labourer nennt178), hebt Arbeit als menschliche, noch mehr als sozial bestimmte menschliche Tätigkeit, als die einzige Quelle des Werts hervor. Ric[ardo] unterscheidet sich grade durch die Konsequenz, womit er den Wert der Waren als bloße „representations"179 der gesellschaftlich bestimmten Arbeit faßt, von den andren Ökonomen. Alle diese Ökonomen sind soweit, mehr oder minder, klar, Ricardo mehr als die andren, den Tauschwert der Dinge als bloßen Ausdruck, eine spezifisch gesellschaftliche Form der produktiven Tätigkeit der Menschen zu fassen, als etwas von den Dingen und ihren uses180 als Dinge, sei es in der industriellen, sei es in der nicht-industriellen Konsumtion toto genere181 Verschiednes. Wert ist ihnen in der Tat bloß dinglich ausgedrücktes Verhältnis der produktiven Tätigkeiten der Menschen, der Arbeiten, zueinander. Ricardo führt gegen Say ausdrücklich als seine Meinung ausdrückend die Worte von Destutt de Tracy an:
„Da es sicher ist, daß unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten allein unser ursprünglicher Reichtum sind, ist der Gebrauch dieser Fähigkeiten" (der menschlichen Fähigkeiten), „eine gewisse Art Arbeit" (also labour als Realisation menschlicher Vermögen), „unser einziger ursprünglicher Schatz. Es ist immer dieser Gebrauch, welcher alle jene Dinge schafft, die wir Reichtum nennen ... Zudem ist es gewiß, daß alle jene Dinge nur die Arbeit darstellen, die sie geschaffen hat, und wenn sie einen Wert haben oder sogar zwei unterschiedliche Werte, so können sie dies doch nur haben aus dem der Arbeit, der sie entspringen." (Ric[ardo], l. c. p. 334.)
Also Werte haben die Waren nur, die Dinge überhaupt nur als Darstellungen menschlicher ||848| Arbeit; nicht soweit sie etwas für sich als Dinge sind, sondern soweit sie Inkarnationen gesellschaftlicher Arbeit sind.
Und man hat gewagt zu sagen, daß der elende Mac den Ric[ardo] auf die Spitze getrieben, er, der in seinem gedankenlosen Streben die Ric[ardo]-sche Theorie eklektisch mit ihren Gegensätzen zu „vernützen", ihr Prinzip und das aller Ökonomie, die Arbeit selbst, als menschliche Tätigkeit und gesellschaftlich bestimmte menschliche Tätigkeit mit der physischen etc. Aktion identifiziert, die die Waren als Gebrauchswerte, als Dinge haben! Er, der den Begriff der Arbeit selbst verliert!
Durch Mills „Ausflucht" frech gemacht, schreibt er den Say ab, während er gegen ihn mit R[icardo]schen Phrasen polemisiert, und [schreibt] grade die Phrasen Says ab, die Ricardo im zwanzigsten Kapitel „Value and Riches"182 als grundentgegengesetzt seinen und Smiths [Ansichten] bekämpft. (Roscher natürlich wiederholt, daß Mac der zum Extrem getriebne Ricardo.) Nur ist er alberner als Say, der die „Aktion" von Feuer, Maschinerie etc. nicht Arbeit nennt. Und inkonsequenter. Indem Say Wind, Feuer etc. „Wert" schaffen läßt, Mac nur die Gebrauchswerte, Dinge, die monopolisiert werden können, als könnten der Wind oder der Dampf oder das Wasser angewandt werden als treibende Kräfte ohne den Besitz von Windmühle, Dampfmaschine, Wasserrad! Als ob die, die die Dinge besitzen, monopolisieren, mit deren Besitz allein die natürlichen agents183 angewandt werden könnten, nicht auch diese natural agents monopolisierten! Ich kann Luft, Wasser etc. haben, soviel ich will. Aber als produktive Agenten habe ich sie nur, wenn ich die Waren, Dinge habe, mit deren Gebrauch sie als solche Agenten wirken! So also Mac noch unter Say.
In dieser Vulgarisation Ricardo[s] sehn wir also die vollständigste, gedankenloseste Auflösung seiner Theorie.
„Insofern jedoch jenes Resultat" (das durch Aktion oder Operation eines Dings bewerkstelligte Resultat) „durch die Arbeit oder Operation von Naturkräften bewirkt wird, die von einer größeren oder kleineren Zahl von Individuen unter Ausschluß der anderen weder monopolisiert noch angeeignet werden können, besitzt es keinen Wert. Was von diesen Kräften getan wird, tun sie umsonst." (McCulloch], l.c. p.75.)
Als ob das, what is done by cotton, wool, iron or machinery, were not also done „gratuitously"184. Die Maschine kostet, die Operation der Maschine wird nicht bezahlt. Kein Gebrauchswert irgendeiner Ware kostet etwas, nachdem ihr Tauschwert bezahlt ist.
„Der Mann, der Öl verkauft, fordert nichts für dessen natürliche Eigenschaften. Bei der Einschätzung seiner Kosten setzt er den Wert der in seinem Geschäft angewandten Arbeit in Rechnung, und das ist sein Wert." (Carey, „P. of Pol. Ec.", Part I, Philadelphia 1837, p.47.)
Ric[ardo] hatte dem Say gegenüber grade hervorgehoben, daß die Aktion der Maschine z. B. gradesowenig kostet wie die von Wind und Wasser185.
„Die Dienste..., die Naturkräfte und Maschinerie uns leisten..., sind uns dienstbar ... dadurch, daß sie den Gebrauchswert vermehren; aber da sie ihre Arbeit kostenlos tun..., setzt ihr uns geleisteter Beistand dem Tauschwert nichts zu." (Ric[ardo], p.336, 337.)
Mac hat also nicht die einfachsten Sätze Ric[ardo]s verstanden. Aber der Schlaukopf denkt: Wenn der Gebrauchswert von Baumwolle, Maschinerie etc. nichts kostet, nichts bezahlt wird außer ihrem Tauschwert, so wird dieser Gebrauchswert dagegen verkauft von denen, die Baumwolle, Maschinerie etc. anwenden. Sie verkaufen, was ihnen nichts kostet.
||849| Man kann die brutale Gedankenlosigkeit dieses Burschen sehn, daß, nachdem er Says „Prinzip" angenommen, er danach die Grundrente, sehr weitläufig von Ricardo abschreibend, mit vieler Emphase entwickelt.
Da Land ist a186
„Naturkraft..., die von einer größeren oder kleineren Zahl von Individuen unter Ausschluß der anderen monopolisiert oder angeeignet werden kann" [McCulloch, p.75, Note I],
so hat seine natural vegetative action or „labour"187, seine Produktivkraft, Wert, und so erklärt sich die Rente aus der productive power188 des Bodens, wie bei den Physiokraten. Dies Beispiel ist schlagend für die Manier Macs, den R[icardo] zu vulgarisieren. Einerseits schreibt er die Entwicklungen R[icardos] ab, die nur Sinn haben auf Grundlage der R[icardo]schen Voraussetzungen, und anderseits akzeptiert er von andren (sich nur die „Nomenklatur" oder leise Veränderung darin vorbehaltend) die direkte Negation dieser Voraussetzungen. Er hätte sagen müssen: „Rent is the wages of land" pocketed by the landowner.189
„Wenn ein Kapitalist die gleichen Summen für die Löhne der Arbeiter, für die Unterhaltung von Pferden oder für das Mieten einer Maschine ausgibt, und wenn die Männer, die Pferde und die Maschine alle das gleiche Stück Arbeit herstellen können, wird, von wem immer von ihnen es hergestellt wird, dessen Wert offenbar der gleiche sein." (l.c. p.77.)
Dies in andrer Phrase: Der Wert des Produkts richtet sich nach dem Wert des ausgelegten Kapitals. Dies das Problem, [das] zu lösen. Das Aussprechen des Problems nach Mac „obviously"190 die Lösung desselben. Da aber die Maschine z.B. a greater piece of work191 verrichtet als the men displaced by it192, so ist es noch mehr „obviously", daß die Produkte der Maschine, statt im Wert zu fallen, steigen müßten, verglichen mit men who „perform the same work"193. Da die Maschine vielleicht 10000 pieces of work194 verrichtet, wo der man eins, und jedes piece denselben Wert hat, so das Produkt der Maschine 10000mal teurer als das „of man".
In seinem Streben übrigens, sich von Say zu unterscheiden, indem nicht die Aktion der natural agents, sondern nur die Aktion der monopolised195 oder durch Arbeit produzierten agents Wert schaffe, ist es dem Mac unmöglich, sein Wasser zu halten, und fällt er in die Ric[ardo]sche Phrase zurück. Z.B. die labour of wind produces the desired effect on ship196. (Produces a change in it.197)
„Aber der Wert dieser Veränderung wird durch die Operation oder Arbeit der beteiligten Naturkräfte nicht vergrößert und ist in keinem Grad davon abhängig, sondern ist abhängig von der Masse des Kapitals oder dem Produkt früherer Arbeit, die zu der Produktion dieses Ergebnisses beigetragen hat, geradeso wie die Kosten des Mahlens von Korn nicht von der Aktion des Windes oder Wassers abhängen, die die Mühle bewegen, sondern von der Masse des Kapitals, das bei dieser Operation aufgebraucht wird." (p.79.)
Hier auf einmal setzt das Mahlen nur soweit dem Korn Wert zu als Kapital, „the produce of previous labour", is „wasted" in the act of grinding198. Also nicht dadurch, daß der Mühlstein „arbeitet", sondern dadurch, daß mit dem „waste"199 des Mühlsteins auch der in ihm enthaltne Wert, die in ihm verkörperte Arbeit, is „wasted"200.
Nach diesen schönen Auseinandersetzungen faßt Mac die Weisheit, von Mill und Say angeeignet, wodurch er den Begriff des Werts in Einklang mit allen widersprechenden Erscheinungen bringt, so zusammen:
„Das Wort Arbeit bedeutet ... bei allen Diskussionen über den Wert ... entweder die unmittelbare Arbeit des Menschen oder die Arbeit des von Menschen produzierten Kapitals201 oder beides." (l.c. p.84.)
Unter labour ||850| also zu verstehen die Arbeit des Menschen, dann seine accumulated labour und endlich die Nutzanwendungen – d. h. die in der Konsumtion (industriellen) entwickelten physischen etc. Eigenschaften der Gebrauchswerte. Von diesen Eigenschaften getrennt, ist der Gebrauchswert nichts. Der Gebrauchswert betätigt sich nur in der Konsumtion. Also: unter Tauschwert der Produkte der Arbeit verstehn wir den Gebrauchswert dieser Produkte, denn dieser Gebrauchswert besteht bloß in seiner Betätigung oder, wie Mac es nennt, „Arbeit“ in der Konsumtion, sei diese Konsumtion nun industriell oder nicht. Die Arten „Operationen“, „Aktionen“ oder „Arbeiten“ der Gebrauchswerte, ganz wie die natürlichen Maße derselben, sind aber ebenso verschieden wie diese Gebrauchswerte selbst. Was also die Einheit, das Maß derselben, wodurch wir sie vergleichen? Dies wird durch das gemeinschaftliche Wort „Arbeit“, was diesen ganz verschiednen Betätigungen der Gebrauchswerte untergeschoben wird, hergestellt, nachdem Arbeit selbst auf das Wort „Operationen“ oder „Aktion“ reduziert ist. Mit der Identität von Gebrauchswert und Tauschwert endet also diese Vulgarisation Ricard[o]s, die wir daher als den letzten und schmierigsten Ausdruck der Auflösung der Schule als Schule betrachten müssen.
„Der Profit des Kapitals ist nur ein anderer Name für den Lohn für aufgehäufte Arbeit“ (M[cCulloch], „Principles“ etc., 1825, p.291),
d. h. für den Arbeitslohn, der den Waren für die Dienste gezahlt202 wird, die sie als Gebrauchswerte in der Produktion leisten.
Mit diesen wages of accumulated labour hat es übrigens bei Herrn McCulloch noch eine eigne mysteriöse Bewandtnis. Wir haben schon erwähnt, daß – seine Abschreibereien von Ricardo, Mill, Malthus und Say abgerechnet, die den eigentlichen Fonds seiner Schriften bilden – er selbst seine „accumulated labour“ unter verschiednen Titeln beständig wieder reprints203 und verkauft, immer „largely drawing“ upon what he had got paid before204. Diese Manier, „wages of accumulated labour“ zu ziehn, ist bereits 1826 in einer eignen Schrift weitläufig auseinandergesetzt worden, und was hat McCulloch von 1826–1862 nicht weiter geleistet in diesem drawing of wages for a accumulated labour205! (Auch diese elende Phrase eignet sich Roscher als Thukydides206 an.)
Die Schrift heißt: Mordecai Mullion, „Some Illustrations of Mr. McCulloch’s Principles of Politic. Economy“, Edinburgh 1826. Hier wird nachgewiesen, wie unser chevalier d’industrie207 sich einen Namen gemacht. 9/10 schreibt er ab von A. Smith und Ricardo etc., das übrige 1/10 beständig von seiner eignen accumulated labour, „most shamelessly and damnably reiterated“208. Mullion zeigt z. B. nach, wie McCulloch dieselben Artikel nicht nur abwechselnd in der „Edinburgh Review“, „Scotsman“, „Encyclopaedia Britannica“ verkauft, als eigne „Dissertations“, als neue Arbeiten, sondern wie er z. B. in verschiednen Jahrgängen der „Edinburgh Review“ dieselben Artikel wörtlich, nur mit einigen Transpositionen und unter neuem Aushängeschild wieder abdruckt. Mit Bezug hierauf sagt Mullion von „this most incredible cobbler“, „this most Economical of all the Economists“209:
„Die Artikel des Herrn McCulloch sind den Himmelskörpern so unähnlich als nur möglich, aber in einer Beziehung ähneln sie diesen erhabenen Leuchten – sie haben bestimmte Zeiten der Wiederkehr.“ (p. 21.)
Kein Wunder, daß er an die „wages of accumulated labour“ glaubt!
Der Ruf des Herrn Mac zeigt die Macht industrierritterlicher Gemeinheit.
||850a| Wie McC[ulloch] einige Sätze R[icardo]s exploitiert, um sich wichtig zu machen, sieh unter anderem „Edinburgh Review“, March 1824, wo dieser Freund der wages of accumulated labour („Considerations on the accumulation of Capital“ heißt der Wisch) eine wahre Jeremiade losläßt über den Fall der Profitrate.
„Der Verfasser … gibt den Befürchtungen, die ihm der Fall des Profits einflößt, folgenden Ausdruck: ‚Der Anschein des Gedeihens, den England bietet, ist trügerisch; die Seuche der Armut hat heimlich die Menge der Bürger ergriffen, und die Grundmauern der Macht und Größe der Nation sind erschüttert… Wo der Zinsfuß niedrig ist, wie in England, ist die Profitrate ebenfalls niedrig, und das Gedeihen der Nation hat ihren Höhepunkt überschritten.‘ Diese Behauptungen müssen jeden überraschen, der den glänzenden Zustand Englands kennt.“ (McCulloch, „Discours sur l’économie“, traduit par Prévost, l. c. p. 197.)
Herr Mac hatte sich nicht darüber zu beunruhigen, daß „land“ gets better „wages“ than „iron, bricks, etc.“ The cause must have been, that it „labours“ harder.210 [XIV–850a||
|XV-925| {Eine blinde Sau findet auch manchmal eine Eichel, und so McCulloch in dem folgenden; doch selbst dies, wie er es faßt, nur eine Inkonsequenz, da er surplus value nicht scheidet vom Profit211. Zweitens wieder eins seiner gedankenlos eklektischen Plagiate. Nach den Kerls wie Torrens etc., wo die value durch das Kapital bestimmt, ebenso Bailey, [steht] der Profit im Verhältnis zum Kapital (vorgeschossenen). Sie identifizieren nicht wie Ric[ardo] Profit mit Mehrwert, aber nur, weil sie überhaupt kein Bedürfnis haben, den Profit auf der Basis des Werts zu erklären, weil sie die Form, worin der Mehrwert erscheint – Profit, als Verhältnis der surplus value zum vorgeschußnen Kapital –, für die ursprüngliche Form nehmen, in der Tat die erscheinende Form nur in Worte übersetzen. Die Stellen bei Mac, der 1. Ricardianer ist und 2. die Gegner R[icardo]s abschreibt – ohne Vermittlung –, lauten:
Ricardos Regel [„ein Steigen des Profits könne niemals auf eine andere Weise herbeigeführt werden als durch ein Fallen der Arbeitslöhne und ein Fallen des Profits nur durch ein Steigen des Lohnes"] nur wahr „in jenen Fällen, in denen die Produktivität der Industrie konstant bleibt". (McCall[och], „Princ. of P.E.", Edinburgh 1825, p.373.) D.h. der Industrie, die das capital constant liefert. „Die Profite hängen von dem Verhältnis ab, die sie zum Kapital haben, wovon sie produziert sind und nicht von dem Verhältnis zu den Löhnen. Ist die Produktivität der Industrie allgemein verdoppelt, und wird dieser so erhaltne Überfluß zwischen Kapitalist und Arbeiter geteilt, so bleibt die Proportion zwischen Kapitalist und Arbeiter dieselbe, obgleich die Rate des Profits in bezug auf das ausgelegte Kapital gestiegen ist." (l.c. p.373, 374.)
Selbst in diesem Fall, wie auch Mac bemerkt, könnte man sagen, die wages seien relativ gefallen im Verhältnis zum Produkt, weil die Profite gestiegen. (In diesem Falle aber das Steigen der profits Ursache des Fallens der wages.) Diese Rechnung aber beruht auf der falschen Manier, wages als Anteil am Produkt zu berechnen212, und Herr J. St. Mill, wie früher gesehn, sucht auf diesem sophistischen Weg das R[icardo]sche Gesetz zu verallgemeinern.} |XV-925|
|XIV-850a| Die eigentlichen Verdienste W[akefields] in der Auffassung des Kapitals beleuchtet in frührem Abschnitt über die „Verwandlung des Mehrwerts in Kapital". Hier nur direkt auf das „Topik"213 Bezügliches.
„Wenn man Arbeit als eine Ware und Kapital, das Produkt der Arbeit, als eine andere behandelt, dann würde sich, wenn die Werte jener beiden Waren durch gleiche Arbeitsmengen geregelt würden, eine gegebene Menge Arbeit unter allen Umständen gegen eine solche Menge Kapital austauschen, die durch die gleiche Arbeitsmenge erzeugt worden war; vergangene Arbeit würde sich stets gegen den gleichen Betrag gegenwärtiger Arbeit austauschen. Aber der Wert der Arbeit, im Verhältnis zu anderen Waren, wird, wenigstens insofern, als der Arbeitslohn vom Anteil abhängt, nicht durch gleiche Arbeitsmengen bestimmt, sondern durch das Verhältnis zwischen Zufuhr und Nachfrage.“ (Wakefield. Edit. of Smiths „Wealth of Nations“, London 1835, vol. I, p. 230, 231, Note.)
Nach W[akefield] also Profit unerklärlich, wenn der Wert der Arbeit bezahlt würde.
In vol. II seiner zitierten Ausgabe von A. Smith bemerkt W[akefield]:
„Mehrprodukt bildet immer Rente: dennoch kann Rente bezahlt werden, die nicht aus Mehrprodukt besteht214.“ (l. c. p.216.)
„Wenn, wie in Ireland, die Masse eines Volkes dahin gebracht wird, von Kartoffeln und in elenden Hütten und in Lumpen zu leben und, für die Erlaubnis so zu leben, alles hinzugeben, was sie außer Hütten, Lumpen und Kartoffeln produzieren können, dann erhält der Eigentümer des Bodens, auf dem sie leben, im selben Verhältnis, in dem sie sich mit weniger begnügen, auch wenn der Ertrag von Kapital oder Arbeit unverändert bleiben sollte. Was die armseligen Pächter abgeben, ergattert der Landlord. So ist ein Sinken des Lebensstandards unter den Bebauern des Bodens eine andere Ursache von Mehrprodukt214… Wenn die Löhne fallen, so ist die Wirkung auf das Mehrprodukt die gleiche, als sänke der Lebensstandard; das Gesamtprodukt bleibt das gleiche, der überschüssige Teil ist größer; die Produzenten erhalten weniger, der Landlord mehr.“ (p. 220, 221.)
In diesem Fall heißt der Profit Rent, ganz wie er Zins heißt, wenn der Arbeiter, wie z. B. in Indien, mit den Vorschüssen des Kapitalisten (wenn auch selbst nominell unabhängig) arbeitet und ihm alles surplus produce zu liefern.
Stirling (Patrick James). „The Philosophy of Trade etc.“, Edinburgh 1846.
„Die quantity jeder Ware muß so reguliert sein, daß die Zufuhr solch einer Ware in einer geringern Proportion steht zu der Nachfrage für sie als die Zufuhr von Arbeit zu der Nachfrage nach Arbeit. Die Differenz zwischen dem Preis oder dem Wert der Ware und dem Preis oder Wert der labour worked up in it215 konstituiert den Profit oder Surplus, den Ricardo nach seiner Theorie nicht erklären kann.“ (l.c. p.72, 73.)
||851|| Derselbe Mann sagt uns:
„Wenn die Werte von Waren sich entsprechend ihren Produktionskosten verhalten, so kann man dies das par of value216 nennen.“ (p. 18.)
Entsprechen sich also Nachfrage und Zufuhr der Arbeit, so würde die Arbeit zu ihrem Wert verkauft (was Stirling sich immer unter diesem Wert denken mag). Und entsprechen sich Nachfrage und Zufuhr der Ware, in which the labour is worked up217, so würde die Ware zu ihren Produktionskosten verkauft, worunter Stirling the value of labour versteht. Der Preis der Ware dann = der value of labour worked up in it. Und der Preis der Arbeit an a par mit ihrer eignen value. Hence the price of the commodity = the price of the labour worked up in it. Hence, there would be no profit or surplus.218
Stirling erklärt also den Profit oder das surplus daraus: Die Zufuhr der Arbeit im Verhältnis zur Nachfrage nach Arbeit muß größer sein als die Zufuhr der Ware, worin the labour is worked up im Verhältnis zur Nachfrage nach der Ware. Die Sache muß so eingerichtet werden, daß die Ware teurer verkauft wird, als die in ihr enthaltne Arbeit bezahlt wird.
Dies nennt Herr Stirling das Phänomen des surplus erklären, während es nur eine Paraphrase des zu Erklärenden ist. Weiter zugesehn, sind nur drei Fälle möglich: Der Preis der Arbeit steht on „the par of value“, d. h., die Nachfrage und Zufuhr der Arbeit entsprechen dem Preis der Arbeit, = ihrem Wert. Dann muß die Ware über ihrem Wert verkauft werden oder es so eingerichtet werden, daß ihre Zufuhr unter ihrer Nachfrage steht. „Profit upon alienation“ tout pur219, nur die Bedingung hinzugesetzt, unter der es möglich ist. Oder die Nachfrage nach Arbeit über ihrer Zufuhr und der Preis über ihrem Wert. Dann hat der Kapitalist dem Arbeiter mehr gezahlt, als die Ware wert ist, und der Käufer muß dem Kapitalist ein doppeltes surplus zahlen, erstens das von ihm d’abord220 an den Arbeiter gezahlte und dann seinen Profit. Oder der Preis der Arbeit unter ihrem Wert, die Zufuhr von Arbeit über der Nachfrage nach Arbeit. Dann kommt das surplus daher, daß die Arbeit unter ihrem Wert bezahlt ist und [in der Ware] zu ihrem Wert oder wenigstens über ihrem Preis verkauft wird.
Schält man allen nonsense ab, so entspringt das surplus bei Stirling daher, daß die Arbeit unter ihrem Wert vom Kapitalisten gekauft und über ihrem Preis in der Form der Ware wieder verkauft wird.
Die andern Fälle, der lächerlichen Form entkleidet, wonach der Produzent es so „einrichten“ soll, daß er seine Ware über ihrem Wert verkauft oder über „the par of value“ heißt nichts als: Ist die Nachfrage nach einer Ware größer als ihre Zufuhr, so steigt der Marktpreis über den Wert. Was sicher keine neue Entdeckung ist und eine Sorte von „surplus“ erklärt, die weder Ricardo noch sonst jemand stets die geringste Schwierigkeit bereitet hat. |XIV-851|
||VII-319| In dem oben221 zitierten Schriftlein, das in der Tat alle originellen Ideen des Herrn J[ohn] St[uart] Mill über political economy enthält (im Unterschied von seinem starkleibigen Kompendium, heißt es in Essay IV „On Profits and Interests“222:
„Werkzeuge und Rohstoffe haben ursprünglich, gleich andern Dingen, nichts als Arbeit gekostet… Die in der Fabrikation der Werkzeuge und Rohstoffe verwandte Arbeit, hinzugefügt zu der Arbeit, die später verwandt wurde, um die Rohstoffe vermittelst der Maschinen zu verarbeiten, gibt die Gesamtsumme der in der Produktion der fertigen Ware verwandten Arbeit … Kapital ersetzen, heißt daher nichts als die wages of the labour employed223 ersetzen.“ (l. c. p. 94.)
Dies an und für sich falsch, weil die employed labour und die bezahlten Salaire durchaus nicht identisch. Vielmehr die employed labour gleich der Summe von Salair und Profit. Kapital ersetzen heißt die bezahlte Arbeit (wages) und die vom Kapitalist unbezahlte, wohl aber verkaufte Arbeit (profit) ersetzen. Herr Mill verwechselt hier „employed labour“ and that portion of the employed labour which is paid for by the capitalist that employs it224. Diese Verwechslung spricht an und für sich nicht sehr vorteilhaft für sein Verständnis der Ricardoschen Theorie, die er zu lehren vorgibt.
Mit Bezug auf das capital constant noch nebenbei zu merken, daß, wenn sich jeder Teil desselben in previous labour225 auflöst, also eingebildet werden kann, daß es zu irgendeiner Zeit profit oder salair oder beide vorstellte, sobald es einmal gebildet ist, ein Teil desselben sich nicht mehr weder in Profit noch in Salair auflösen kann, wie z. B. der Samen etc.
Mill unterscheidet den Mehrwert nicht vom Profit. Er erklärt also Profitrate (was für den in Profit bereits verwandelten Mehrwert richtig) gleich dem Verhältnis des Preises des Produkts zu dem Preise seiner Produktionsmittel (Arbeit eingerechnet.) (Sieh p. 92, 93.) Und zugleich will er die Gesetze der Profitrate unmittelbar aus dem Ricardoschen Gesetz ableiten, wo Ricardo Mehrwert und Profit konfundiert, daß
„profits depend upon wages; rising as wages fall, and falling as wages rise“226.
Herr Mill ist sich selbst nicht recht klar über die Frage selbst, die er zu lösen sucht. Wir wollen daher kurz seine Frage formulieren, bevor wir seine Antwort hören. Die Profitrate ist das Verhältnis des Mehrwerts zur Gesamtsumme des vorgeschoßnen Kapitals (capital constant und capital variable zusammengerechnet), während der Mehrwert selbst der Überschuß des Arbeitsquantums, das der Arbeiter works227, ist über das Arbeitsquantum, das ihm in Salair vorgeschossen; also der Mehrwert nur betrachtet in bezug auf das variable oder in Salair ausgelegte Kapital, nicht das ganze Kapital. Die Rate des Mehrwerts und die Rate des Profits sind daher zwei verschiedene Raten, obgleich der Profit selbst nur ein sub certa specie228 betrachteter Mehrwert ist. Von der Rate des Mehrwerts ist es richtig zu sagen, daß sie229 ausschließlich „depends upon wages; rising as wages fall, and falling as wages rise“. (Von gross Mehrwert230 wäre es falsch, da dieser zugleich abhängt nicht nur von der Rate, worin Surplusarbeit des einzelnen Arbeiters angeeignet wird, sondern zugleich von der Masse (Anzahl) der gleichzeitig exploitierten Arbeiter.) Die Rate des Profits – da sie das Verhältnis vom Mehrwert zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals – wird natürlich affiziert und bestimmt durch Fallen oder Steigen des Mehrwerts, also durch das rise or fall of wages231; aber außer dieser Bestimmung schließt die Rate des Profits noch ||320| davon unabhängige und nicht unmittelbar darauf reduzierbare ein.
Herr J. St. Mill, der einerseits mit Ricardo Profit und Mehrwert unmittelbar identifiziert, andererseits die Profitrate (durch polemische Rücksicht auf Anti-Ricardians bestimmt) nicht im Ricardoschen Sinn faßt, sondern in ihrem wirklichen Sinn, als Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschossnen Kapitals (capital variable + capital constant) faßt, müht sich ab zu beweisen, daß die Profitrate unmittelbar bestimmt ist durch das Gesetz, das den Mehrwert bestimmt und sich einfach darin auflöst, daß je geringer der Teil seines Arbeitstags ist, den der Arbeiter sich selbst aneignet, desto größer der Teil, der dem Kapitalisten zufällt und vice versa. Nun wollen wir seine Abquälerei sehn, wobei das Schlimmste, daß er nicht klar, welches Problem er eigentlich lösen will. Hätte er das Problem selbst richtig formuliert, so konnte er es nicht in dieser Weise falsch lösen.
Er sagt also:
„Obgleich Werkzeuge, Rohstoffe und Gebäude selbst das Produkt der Arbeit sind, ist dennoch das Ganze ihres Werts nicht auflösbar in die Löhne der Arbeiter, von denen sie produziert sind."
{Oben sagte er: Ersetzen von Kapital ist Ersetzen von wages.}
„Die Profite, die die Kapitalisten auf diese Löhne machten, sind einzurechnen. Der letzte produzierende Kapitalist hat nicht allein von dem Produkt zu ersetzen die Löhne, gezahlt von ihm selbst und dem Werkzeugmacher, sondern auch den Profit des Werkzeugmachers, vorgeschossen von ihm selbst von seinem eignen Kapital." (l. c. p.98.)
„Profits" also „komponieren nicht rein das surplus nach Ersetzung der Auslage; sie gehn in die Auslage selbst ein. Kapital ist expendiert teils in Zahlen oder remboursieren von wages und teils im Zahlen der profits andrer Kapitalisten, deren Konkurrenz232 nötig war, um die Produktionsmittel zusammenzubringen." (l. c. p. 98, 99.)
„Ein Artikel kann daher das Produkt derselben Quantität Arbeit als zuvor sein, und dennoch, wenn eine Portion des Profits, welche der letzte Produzent gutzumachen hat dem früheren Produzenten, gespart" (ökonomisiert) „werden kann, ist die Produktionskost des Artikels vermindert... Dennoch bleibt es wahr, daß die Profitrate im umgekehrten Verhältnis zu den Produktionskosten des Arbeitslohns wechselt." (p. 102, 103.)
Wir gehn hier natürlich immer von der Voraussetzung aus, daß der Preis einer Ware gleich ihrem Werte. Auf dieser Basis führt Herr Mill selbst die Untersuchung.
D'abord233 haben in eben zitierter Darstellungsweise die Profite sehr stark das Aussehen von profits upon alienation; but passons outre234. Nichts ist falscher, als daß ein Artikel (wenn er zu seinem Wert verkauft wird) „das Produkt derselben Quantität Arbeit als zuvor ist" und daß zugleich durch irgendeinen Umstand „die Produktionskost des Artikels vermindert" sein kann. {Es sei denn in dem von mir zuerst aufgestellten Sinn, wo ich die Produktionskost des Artikels unterscheide von der Produktionskost des Kapitalisten, da dieser einen Teil dieser Produktionskosten nicht zahlt. In diesem Falle ist es in der Tat auch richtig, daß er seinen Profit ebensogut macht aus der unbezahlten Surplusarbeit seiner eignen Arbeiter, als er ihn auch machen kann dadurch, daß er den Kapitalisten, der ihm sein capital constant liefert, unterzahlt, d. h. diesem Kapitalisten einen Teil der in seiner Ware enthaltenen und von diesem Kapitalisten nicht bezahlten Surplusarbeit (die eben dadurch seinen Profit bildet) nicht zahlt. Dies läuft immer darauf hinaus, daß er die Ware unter ihrem Wert zahlt. Die Rate des Profits (also das Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals) kann ebensogut steigen dadurch, daß dasselbe Quantum des vorgeschoßnen Kapitals objektiv wohlfeiler wird (infolge der vergrößerten Produktivität der Arbeit in den Produktionssphären, die das capital constant produzieren235), als dadurch, daß es subjektiv wohlfeiler wird für den Käufer, indem er es unter seinem Wert zahlt. Für ihn ist es dann immer das Resultat eines geringeren Quantums von Arbeit.
||321|| Was Mill zunächst sagt, ist, daß das capital constant des Kapitalisten, der die letzte Ware macht, sich nicht nur in wages auflöst, sondern auch in profits. Der Gedankengang ist dabei der:
Löste es sich nur in wages auf, so wäre also der Profit das Surplus des letzten Kapitalisten nach Ersetzung aller wages {und die ganze Auslage (bezahlte) des Produkts löste sich in wages auf}, woraus die Gesamtheit des vorgeschoßnen Kapitals bestünde. Der Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals wäre = dem Gesamtwert der wages, die im Produkt enthalten sind. Der Profit wäre der Überschuß daddrüber. Und da die Profitrate = dem Verhältnis dieses Überschusses zu dem Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals, so stiege oder fiele diese Rate offenbar im Verhältnis des Gesamtwertes des vorgeschoßne Kapitals, d. h. des Werts der Salaire, deren Gesamtheit das vorgeschoßne Kapital bildet236. {Dieser Einwurf selbst ist in der Tat albern, wenn das allgemeine Verhältnis von Profit und Salair betrachtet wird. Von dem ganzen Produkt hätte Herr Mill ja nur den Teil, der sich in Profite auflöst (gleichgültig, ob dem letzten oder den früheren Kapitalisten bezahlt, den Kofunktionären in der Produktion der Ware), auf die eine Seite zu stellen, und den, der sich in Salair auflöst, auf die andre, und so bliebe die Summe des Profits nach wie vor gleich dem Surplus über den Wert der Summe der Salaire, und das Ricardosche „umgekehrte Verhältnis" könnte direkt von der Profitrate behauptet werden. Allein es ist unwahr, daß sich die Gesamtheit des vorgeschoßnen Kapitals in Profit und Salair auflöst.) Aber das vorgeschoßne Kapital löst sich nicht nur in salaires auf, sondern auch in vorgeschoßne Profite. Der Profit bleibt also nicht nur als ein Surplus über vorgeschoßne Salaires, sondern auch über vorgeschoßne Profite. Also ist die Profitrate bestimmt nicht nur durch das Surplus über Salair, sondern durch Surplus des letzten Kapitalisten über die Summe von Salaires plus Profiten, deren Summe nach der Voraussetzung das ganze vorgeschoßne Kapital bildet. Diese Rate kann sich also offenbar ändern nicht nur durch Steigen oder Fallen von Salaires, sondern auch durch Steigen oder Fallen von Profit. Und ließen wir beiseite den Wechsel der Rate, soweit er vom Steigen oder Fallen der Salaires herrührt; unterstellten wir, was ja x-mal in der Praxis eintritt, daß der Wert der Salaires, d.h. ihre Produktionskosten, die in ihnen enthaltne Arbeitszeit sich gleichbliebe, konstant wäre – so kommen wir auf dem von Herrn Mill geleiteten Weg zu dem schönen Gesetz, daß das Steigen und Fallen der Profitrate vom Steigen und Fallen des Profits abhängt.
„Wenn eine Portion des Profits, welche der letzte Produzent gutzumachen hat den früheren Produzenten, ökonomisiert werden kann, ist die Produktionskost des Artikels vermindert."
Dies ist in der Tat sehr richtig. Nehmen wir an, daß keine Portion des Profits der früheren Produzenten bloße surcharge237 war – profit upon alienation, wie James Steuart sagt –, so ist jede Ökonomisierung einer „Portion des Profits" {soweit sie nicht dadurch erreicht wird, daß der spätere Produzent den früheren bescheißt, d.h., ihm nicht ganz den in seiner Ware enthaltenen Wert zahlt} eine Ökonomisierung in der Quantität der Arbeit, die zur Produktion der Ware erheischt ist. {Wir sehn hier ab von dem Profit, der gezahlt wird, z.B. für die Zeit, wo das Kapital brach während der Produktionszeit liegt etc.} Waren z.B. 2 Tage nötig, um das Rohmaterial, die Kohle z.B., von der Grube bis zur Fabrik zu bringen, und ist jetzt nur noch ein Tag nötig, so wird 1 Arbeitstag „ökonomisiert"; aber dies gilt sowohl von dem Teil desselben, der sich in Salair auflöst, als von dem Teil, der sich in Profit auflöst.
Nachdem Herr Mill sich selbst klargemacht, daß die Rate [des] Surplus des letzten Kapitalisten oder überhaupt die Profitrate nicht nur von dem direkten Verhältnis von wages und profits abhängt, sondern von dem Verhältnis des letzten Profits oder des Profits jeden bestimmten Kapitals zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals, = der Summe des (in salaires ausgelegten) capital variable plus dem konstanten Kapital, daß, in andren Worten, ||322|| die Profitrate bestimmt ist nicht allein durch das Verhältnis des Profits zu dem im Salair ausgelegten Teil des Kapitals, also nicht allein durch die Produktionskosten oder den Wert des Salairs, fährt er fort:
„Dennoch bleibt es wahr, daß die Profitrate im umgekehrten Verhältnis zu den Produktionskosten des Arbeitslohns wechselt.“
Obgleich es falsch ist, ist es doch wahr.
Die Illustration, die er nun gibt, kann als klassisches Beispiel der Illustrationsmanier der Ökonomen gelten, um so frappanter, als ihr Verfasser zugleich eine Wissenschaft der Logik geschrieben hat.
„Vorausgesetzt, daß z.B. 60 Ackerbauarbeiter empfangen 60 qrs. Korn als ihren Lohn, ferner fixes Kapital und Samen zum Wert von 60 qrs. verbrauchen und daß das Produkt ihrer Operationen = 180 qrs. ist. Den Profit zu 50 p.c. vorausgesetzt, müssen der Samen und die Werkzeuge sich auflösen in das Produkt der Arbeit von 40 Menschen; denn die Löhne dieser 40 zusammen mit dem Profit machen 60 qrs. Besteht nun das Produkt daher aus 180 qrs., so ist es das Resultat von 100 Menschen.
Gesetzt nun, die Arbeiten blieben dieselben, aber durch irgendeine Erfindung fiele die Assistenz von fixem Kapital und Samen weg. Ein Ertrag von 180 qrs. konnte früher nicht erhalten werden ohne Auslage von 120, jetzt durch eine Auslage von nicht mehr als 100.
Die 180 qrs. noch das Resultat derselben Quantität von Arbeit wie früher, der Arbeit von 100 Mann. Ein Quarter Korn daher ist noch das Produkt von 10/18 von eines Mannes Arbeit. Denn ein Quarter Korn, welches die Remuneration eines einzelnen Arbeiters ist, ist in der Tat das Produkt derselben Arbeit als früher; aber seine Produktionskost hat sich nichtsdestoweniger vermindert; es ist nun das Produkt von 10/18 eines Mannes Arbeit und sonst nichts; während früher erfordert war für seine Produktion diese Quantität Arbeit plus einer Ausgabe in der Form von Wiedererstattung von Profit, was 1/5 mehr ausmachte. Wenn die Produktionskost des Arbeitslohnes dieselbe wie früher geblieben wäre, hätten Profite nicht steigen238 können. Jeder Arbeiter hätte 1 qr. Korn empfangen; aber 1 qr. Korn zu der Zeit war das Resultat derselben Produktionskost wie 1 1/5 Quarter jetzt. Zu dem Zweck daher, daß jeder Arbeiter dieselbe Produktionskost empfangen könne, muß jeder 1 qr. Korn empfangen + 1/5.“ (p. 99–103.)
„Annehmend daher, daß der Arbeiter in demselben Artikel gezahlt wird, in dem er produziert, ist es evident, daß, wenn irgendeine Ersparnis an Kosten Platz greift in der Produktion dieses Artikels, wenn der Arbeiter ferner dieselbe Produktionskost empfängt wie zuvor, er eine vermehrte Quantität empfangen muß, in demselben Verhältnis, worin die produktive Macht des Kapitals gewachsen ist. Aber wenn so, wird die Auslage des Kapitalisten exakt dieselbe Proportion zu seinem Ertrag haben wie früher und Profite nicht steigen. Die Variationen daher in der Profitrate und in der Produktionskost der Löhne gehn Hand in Hand und sind unzertrennlich. Die Meinung Ricardos ist daher genau richtig, wenn er unter niederen Löhnen nicht nur Löhne versteht, die das Produkt einer kleinern Quantität von Arbeit sind, sondern Löhne, die zu minderer Kost produziert sind, eingerechnet Arbeit und frühere Profite zusammen." (l.c. p.104.)
Merken wir bei dieser schönen Illustration d'abord, daß unterstellt wird, daß Korn, durch eine Erfindung, ohne Samen (Rohstoff) und ohne capital fixe produziert wird; ohne Rohmaterial und ohne Arbeitsinstrument, also aus Luft, Wasser und Erde durch bloße Handarbeit fabriziert wird. Diese ||323|| abgeschmackte Voraussetzung birgt weiter nichts als die Voraussetzung, daß ein Produkt ohne capital constant produziert wird, also bloß durch neuhinzugesetzte Arbeit. In diesem Fall ist natürlich bewiesen, was zu beweisen war, nämlich, daß Profit und Mehrwert identisch, also auch die Profitrate nur abhängt von dem Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit. Die Schwierigkeit kam eben daher, daß durch das Verhältnis des Mehrwerts zum konstanten Teil des Kapitals – und dies Verhältnis nennen wir Profitrate – Rate des Mehrwerts und Rate des Profits sich unterscheiden. Setzen wir also das konstante Kapital = 0, so haben wir die Schwierigkeit, die durch die Existenz des capital constant hereinkam, dadurch gelöst, daß wir von der Existenz dieses capital constant abstrahieren. Oder wir haben die Schwierigkeit dadurch gelöst, daß wir unterstellen, daß sie nicht existiert. Probatum est.239
Arrangieren wir nun das Problem oder die Millsche Illustration des Problems richtig.
In der ersten Voraussetzung haben wir:
| Capital constant (fixed capital und seed240) |
Capital variable (In Salair ausgelegtes Kapital) |
Gesamtprodukt | Profit |
| 60 qrs. | 60 qrs. (60 Arbeiter) | 180 qrs. | 60 qrs. |
In diesem Beispiel vorausgesetzt, daß die dem konstanten Kápital zugesetzte Arbeit = 120 qrs., und da jedes qr. der Arbeitslohn eines Arbeitstages (oder der Jahresarbeit, was nur 1 Arbeitstag aus 365 Arbeitstagen), so enthalten die 180 qrs. nur 60 Arbeitstage, von denen 30 den Salaïr der Arbeiter ersetzen und 30 den Profit bilden. Wir nehmen also in der Tat an, daß 1 Arbeitstag sich realisiert in 2 qrs., weshalb die 60 Arbeiter ihre 60 Arbeitstage in 120 qrs. realisieren, wovon 60 ihr Salair, 60 den Profit bilden. In andren Worten: daß der Arbeiter 1/2 des Arbeitstags für sich arbeitet, zum Ersatz des Salairs, und 1/2 für den Kapitalisten, dadurch die surplus value des Kapitalisten schaffend. Die Rate des Mehrwerts ist daher = 100 p. c. und nicht = 50 p. c. Dagegen beträgt die Rate des Profits, da das variable Kapital nur die Hälfte des ganzen vorgeschoßnen Kapitals bildet, nicht 60 qrs. zu 60, also nicht 100 p. c., sondern 60 qrs. zu 120, also nur 50 p. c. Wäre der konstante Teil des Kapitals = 0, so bestünde das ganze vorgeschoßne Kapital nur aus 60 qrs., nur aus dem in Arbeitslohn vorgeschoßnen Kapital = 30 Arbeitstage; Profit und Mehrwert, also auch ihre Raten wären identisch. Der Profit betrüge dann 100 und nicht 50 p. c.; 2 qrs. Korn wären das Produkt von einem, 120 qrs. Korn das Produkt von 60 Arbeitstagen, obgleich 1 qr. Korn nur das Salair von einem Arbeitstag und 60 qrs. Korn nur das Salair von 60 Arbeitstagen wären. In andren Worten: der Arbeiter erhielte nur die Hälfte, 50 p. c. von seinem Produkt, während der Kapitalist das Doppelte, 100 p. c. von seiner Auslage erhielte.
Wie verhielte es sich nun mit dem capital constant von 60 qrs.? Sie wären ebenfalls das Produkt von 30 Arbeitstagen und vorausgesetzt, daß sich in diesem capital constant die Elemente seiner Produktion ebenfalls so verhielten, daß 1/3 davon aus capital constant besteht, 2/3 aus neuzugesetzter Arbeit, daß ebenfalls der Mehrwert und die Rate des Profits dieselbe, hätten wir folgende Rechnung:
| Capital constant | Capital variable | Gesamtprodukt | Profit |
| 20 qrs. | 20 qrs. (Lohn für 20 Arbeiter) | 60 qrs. | 20 qrs. |
Die Profitrate betrüge wieder 50 p. c., die Rate des Mehrwerts 100 p. c. Das Gesamtprodukt wäre das ||324| Produkt von 30 Arbeitstagen, wovon aber 10 Arbeitstage (= 20 qrs.) die präexistierende Arbeit (capital constant) und 20 Arbeitstage neuzugesetzte Arbeit von 20 Arbeitern, von denen jeder aber nur die Hälfte seines Produkts als Salair erhalten hätte. 2 qrs. wären nach wie vor das Produkt von eines Mannes Arbeit, obgleich nach wie vor 1 qr. das Salair von eines Mannes Arbeit und 1 qr. der Profit des Kapitalisten wäre, der die Hälfte von des Mannes Arbeit sich angeeignet hat.
Die 60 qrs., die der letztproduzierende Kapitalist Mehrwert machte, bildeten eine Profitrate von 50 p. c., weil diese 60 qrs. Mehrwert berechnet wurden nicht nur auf die 60 in Arbeitslohn, sondern auch auf die 60 in seed und fixed capital vorgeschößnen qrs., also zusammen 120 qrs.
Wenn also Mill ebenfalls 50 p. c. Profit rechnet bei dem Kapitalisten, der die seeds und capital fixe, zusammen = 60 qrs., produziert hat, wenn er ferner annimmt, daß das konstante und variable Kapital hier in derselben Proportion eingehn, wie bei dem Produzenten der 180 qrs., so wird er mit Recht sagen können, daß der Profit = 20 qrs., das Salair = 20 qrs. und das capital constant = 20 qrs. Da das Salair = 1 qr., so enthalten 60 qrs. 30 Arbeitstage, ganz wie 120 ihrer 60 enthalten.
Was aber sagt Mill?
„Den Profit zu 50 p.c. vorausgesetzt, müssen der Samen und die Werkzeuge sich auflösen in das Produkt der Arbeit von 40 Menschen; denn die Löhne dieser 40, zusammen mit dem Profit, machen 60 qrs.“ [p. 99.]
Bei dem ersten Kapitalisten, der 60 Arbeiter anwandte, von denen er jedem 1 qr. per Tag Lohn zahlte (also 60 qrs. in Arbeitslohn ausgab), ferner 60 qrs. in capital constant, verwirklichten sich die 60 Arbeitstage in 120 qrs., wovon die Arbeiter aber nur 60 als Lohn erhalten. Oder der Arbeitslohn nur = der Hälfte des Produkts der Arbeit von 60 Menschen. Die 60 qrs. konstantes Kapital also nur noch = dem Produkt der Arbeit von 30 Menschen; lösten sie sich ganz in Profit und Salair, so betrüge das Salair 30 qrs. und der Profit 30 qrs., also das Salair = der Arbeit von 15 Menschen und der Profit ditto. Beträgt der Profit aber nur 50 p.c., so, weil angenommen, daß von den 30 Tagen, die in den 60 qrs. enthalten, 10 = präexistierender Arbeit (capital constant) und nur 10 in Salair aufgelöst. Also 10 Tage in capital constant enthalten, 20 in neuzugefügten Arbeitstagen, von denen indessen die Arbeiter nur 10 für sich, 10 für den Kapitalisten arbeiten. Herr Mill aber behauptet, daß diese 60 qrs. das Produkt von 40 Menschen, während vorhin 120 das Produkt von 60 waren. Im letztern Fall enthält 1 qr. 1/2 Arbeitstag (obgleich das Salair für einen ganzen Arbeitstag); im erstern würde 3/4 qr. = 1/2 Arbeitstag sein; während doch das 1/3 des Produkts (die 60 qrs.), die im capital constant ausgelegt, gradesoviel Wert haben, also soviel Arbeitszeit enthalten wie jedes andre 1/3 des Produkts. Wollte Herr Mill das capital constant von 60 qrs. ganz in Arbeitslohn und Profit auflösen, so änderte dies nichts an dem Quantum Arbeitszeit, das drin enthalten war. Es blieben nach wie vor 30 Arbeitstage; nur, da hier kein capital constant zu ersetzen war, fielen Profit und Mehrwert zusammen. Der Profit betrug also 100 p.c., nicht wie vorhin 50 p.c. Vorhin betrug der Mehrwert auch 100 p.c., aber der Profit nur 50 p.c.; eben wegen des Eingehens des capital constant in die Berechnung.
Hier also doppeltes falsches Manöver des Herrn Mill.
Bei den ersten 180 qrs. bestand die Schwierigkeit darin, daß Mehrwert und Profit nicht zusammenfielen, weil die 60 qrs. Mehrwert nicht nur auf 60 qrs. zu berechnen waren (den Teil des Gesamtprodukts, der = dem Salair), sondern ||325|| auf 120 qrs., i.e. das capital constant von 60 qrs. + dem Arbeitslohn von 60 qrs. Der Mehrwert betrug daher 100 p.c., der Profit nur 50. Herr Mill beseitigt diese Schwierigkeit bei den 60 qrs., woraus das capital constant besteht, indem er annimmt, daß hier das ganze Produkt sich zwischen Kapitalist und Arbeiter verteilt, i.e. daß kein capital constant in die Bildung des capital constant eingeht, der 60 qrs. seed und Instrumente. Der Umstand, der bei Kapital I zu erklären war, ist bei Kapital II als weggefallen unterstellt, womit das Problem am Ende ist.
Zweitens aber, nachdem er unterstellt hat, daß in den Wert der 60 qrs., die das capital constant von I bilden, bloße Arbeit eingeht, keine präexistierende Arbeit, kein capital constant, daß also Profit und Mehrwert zusammenfallen, also auch die Rate des Profits und Mehrwerts, daß kein Unterschied zwischen ihnen stattfindet, unterstellt er wieder umgekehrt, daß wie sub I ein Unterschied zwischen ihnen stattfindet und daher der Profit, wie sub I, nur gleich 50 p.c. Hätte sub I das 1/3 des Produkts nicht aus capital constant bestanden, so war der Profit gleich Mehrwert; das gesamte Produkt bestand nur aus 120 qrs. = 60 Arbeitstagen, wovon 30 die Arbeiter (= 60 qrs.) und 30 der Kapitalist (= 60 qrs.) sich aneigneten. Die Profitrate war so groß wie die Mehrwertsrate, = 100 p. c. Sie war = 50 p. c., weil die 60 qrs. Mehrwert nicht auf 60 qrs. (Arbeitslohn), sondern auf 120 qrs. (Arbeitslohn, seed und capital fixe) berechnet wurden. Sub II nimmt er an, daß kein capital constant eingeht. Er nimmt auch an, daß der Arbeitslohn derselbe = 1 qr. Und dennoch nimmt er an, daß Profit und Mehrwert verschieden, i.e. daß der Profit nur 50 p.c. beträgt, obgleich der Mehrwert 100 p. c. beträgt. In der Tat nimmt er an, daß die 60 qrs., 1/3 des Gesamtprodukts, mehr Arbeitszeit enthalten als ein andres 1/3 Gesamtprodukts, diese 60 qrs. das Produkt von 40 Arbeitstagen sind, während die andren 120 qrs. das Produkt von nur 60 waren.
In der Tat aber peeps out the old delusion of profit upon alienation241, der mit der im Produkt enthaltenen Arbeitszeit gar nichts zu tun hat, ebenso nichts mit der Ricardoschen Wertbestimmung. Er nimmt nämlich an, daß der Lohn, den ein Mann für einen Arbeitstag erhält, = dem Produkt seines Arbeitstags ist, oder so viel Arbeitszeit enthält, als er arbeitet. Werden 40 qrs. für Lohn gezahlt und ist der Profit = 20 qrs., so enthalten die 40 qrs. 40 Arbeitstage. Die Zahlung der 40 Arbeitstage ist = dem Produkt der 40 Arbeitstage. Wenn auf 60 qrs. 50 p.c. oder 20 qrs. Profit kommen, so folgt dann, daß 40 qrs. = dem Produkt der Arbeit von 40 Menschen, da nach der Voraussetzung 40 qrs. das Salair bilden und 1 Mann 1 qr. per Tag erhält. Woher kommen dann die andren 20 qrs.? Die 40 Menschen arbeiten 40 Arbeitstage, weil sie 40 qrs. erhalten. Also ist 1 qr. das Produkt von 1 Arbeitstag. 40 Arbeitstage produzieren daher nur 40 qrs. und keinen Bushel mehr. Woher stammen dann die 20 qrs., die den Profit bilden? Die alte Delusion von dem profit upon alienation, einer bloß nominellen Preiserhöhung des Produkts über seinen Wert hinaus, liegt hier zugrunde. Erscheint hier aber ganz und gar abgeschmackt und unmöglich, weil der Wert nicht in Geld, sondern in einem aliquoten Teil des Produkts selbst vorgestellt ist. Nichts ist leichter, als sich vorzustellen, daß, wenn 40 qrs. Getreide das Produkt von 40 Arbeitern, die jeder 1 qr. Arbeitslohn per Tag oder Jahr erhalten, also ihr ganzes Produkt zum Arbeitslohn erhalten, und daß, wenn 1 qr. Getreide, in Geld ausgedrückt = 3 £, also 40 qrs. = 120 l., der Kapitalist diese 40 qrs. verkauft zu 180 l., und so 60 l., 50 p. c., = 20 qrs. Profit macht. Aber ad absurdum führt sich diese Vorstellung selbst, wenn er von den 40 qrs., die 40 Arbeitstage produzieren und wofür er 40 qrs. zahlt, 60 qrs. verkauft. Es befinden sich in seiner Hand nur 40 qrs., und er verkauft 60, 20 mehr als er zu verkaufen hat.
||326|| In erster Instanz beweist also Mill das Ricardosche Gesetz, nämlich das falsche Ricardosche Gesetz, das Mehrwert und Profit verwechselt, durch folgende angenehme Unterstellungen:
1. daß er bei dem Kapitalisten, der das capital constant produziert, unterstellt, daß er selbst, in his turn, no capital constant242 braucht, also damit auch die ganze Schwierigkeit, die durch das capital constant hereingebracht ist, wegunterstellt;
2. daß, obgleich er kein capital constant [braucht], der Unterschied zwischen Mehrwert und Profit, den das capital constant hereinbringt, dennoch fortexistiert, obgleich kein capital constant existiert;
3. daß jemand, der 40 qrs. Weizen produziert, 60 verkaufen kann, weil sein Gesamtprodukt als capital constant an einen andern Kapitalist verkauft wird, dessen capital constant = 60 qrs., und weil Kapitalist Nr. II auf diese 60 qrs. einen Profit von 50 p. c. macht.
Die letzte Abgeschmacktheit löst sich in die Vorstellung des profit upon alienation auf, der hier nur so absurd erscheint, weil nicht der in Geld ausgedrückte Nominalwert, sondern ein Teil des verkauften Produkts selbst den Profit bilden soll. Damit hat Herr Mill also, um den Ricardo zu rechtfertigen, seine Grundanschauung aufgegeben und ist tief hinter Ricardo, A. Smith und die Physiokraten zurückgefallen.
Seine erste Rechtfertigung der Ricardoschen Lehre besteht also darin, daß er sie de prime abord243 fallenläßt, nämlich das Grundprinzip fallenläßt, daß der Profit nur ein Teil des Werts der Ware, also nur der Teil der in ihr enthaltnen Arbeitszeit ist, den der Kapitalist zwar mit seinem Produkt verkauft, dem Arbeiter aber nicht gezahlt hat. Mill läßt ihn dem Arbeiter seinen ganzen Arbeitstag zahlen und dennoch einen Profit machen.
Sehn wir, wie er weiter operiert.
Er läßt nun durch eine Erfindung die Notwendigkeit, Samen und Ackerbauinstrumente anzuwenden, um das Korn zu produzieren, wegfallen; d.h., er läßt, wie er es schon bei dem Produzenten der ersten 60 qrs. seed and capital fixe getan hatte, die Notwendigkeit des capital constant wegfallen für den letzten Kapitalisten. Nun hätte er so räsonieren müssen:
Kapitalist I hat jetzt keine 60 qrs. auszulegen in seed und capital fixe, da wir sein capital constant = 0 erklärt haben. Er hat also nur auszulegen 60 qrs. für den Lohn von 60 Arbeitern, die 60 Arbeitstage arbeiten. Das Produkt dieser 60 Arbeitstage = 120 qrs. Die Arbeiter erhalten nur 60 qrs. Also macht der Kapitalist 60 qrs. Profit, 100 p. c. Seine Profitrate ist exakt gleich der Rate des Mehrwerts, d.h. exakt = der Arbeitszeit, die die Arbeiter nicht für sich, sondern für ihn gearbeitet haben. Sie haben 60 Tage gearbeitet. Sie produzieren 120 qrs.; sie erhalten 60 qrs. als Lohn. Sie erhalten also als Lohn das Produkt von 30 Arbeitstagen, obgleich sie 60 gearbeitet haben. Das Quantum Arbeitszeit, was 2 qrs. kostet, ist nach wie vor = 1 Arbeitstag. Der von dem Kapitalist bezahlte Arbeitstag ist nach wie vor = 1 qr., i.e. gleich der Hälfte des gearbeiteten Arbeitstags. Das Produkt ist um 1/3 gefallen, von 180 qrs. auf 120; und dennoch ist der Profit um 50 p.c. gestiegen, nämlich von 50 auf 100. Und warum? Von den 180 qrs. ersetzte das 1/3 nur die Auslage des capital constant, ging also weder in Profit noch salaire ein. Anderseits die 60 qrs. oder die 30 Arbeitstage, die die Arbeiter für den Kapitalisten produzierten oder arbeiteten, wurden berechnet nicht auf 60 qrs., die in Arbeitslohn ausgelegt waren, oder die 30 Arbeitstage, die sie für sich selbst arbeiteten, sondern auf die 120 qrs. oder 60 Arbeitstage, die in Arbeitslohn, Samen und capital fixe ausgelegt waren. Obgleich sie daher von 60 Tagen 30 für sich und 30 für die Kapitalisten arbeiten, obgleich eine Auslage von Kapital für Arbeitslohn von 60 qrs. ihm 120 abwerfen, so war seine Profitrate nicht 100, sondern nur 50 p.c., weil sie anders berechnet wurde, in dem einen Fall auf 2 × 60 und in dem andren auf 60. Der Mehrwert ||327|| war derselbe, aber die Profitrate verschieden.
Aber wie fängt es Mill an?
Er unterstellt nicht, daß der Kapitalist [der durch eine Erfindung kein konstantes Kapital auslegt] mit 60 qrs. 120 erhält (von 60 Arbeitstagen 30), sondern, daß er nun 100 Mann anwendet, die ihm 180 qrs. liefern, immer vorausgesetzt, daß der Arbeitslohn für 1 Arbeitstag = 1 qr. Die Rechnung wird also die:
| Ausgelegtes Kapital (bloß variabel, bloß in Arbeits- lohn ausgelegt) |
Gesamtprodukt | Profit |
| 100 qrs. (Lohn von 100 Arbeitstagen) | 180 qrs. | 80 qrs. |
D. h., der Kapitalist gewinnt 80 p. c. Profit. Profit ist hier gleich Mehrwert. Also auch die Rate des Mehrwerts nur = 80 p. c.; sie war früher gleich 100 p. c., also um 20 höher. Hier haben wir also das Phänomen, daß die Profitrate um 30 gestiegen ist und die Rate des Mehrwerts um 20 gefallen ist.
Hätte der Kapitalist nach wie vor nur 60 qrs. in Arbeitslohn ausgelegt, so hätten wir folgende Rechnung:
100 qrs. geben 80 qrs. Mehrwert,
10 qrs. " 8 " "
60 qrs. " 48 " "
Früher aber gaben uns 60 qrs. 60 (d. h. um 20 p. c. gefallen). Oder anders, früher gaben
| Gesamtprodukt | Mehrwert | |
| 60 qrs. | 120 qrs. | 60 qrs. |
| 10 qrs. | 20 qrs. | 10 qrs. |
| 100 qrs. | 200 qrs. | 100 qrs. |
Der Mehrwert ist also gefallen (wir müssen in beiden [Fällen] auf 100 qrs. rechnen) von 100 auf 80, um 20 p. c.
(60:48 = 100:80; 60:48 = 10:8; 60:48 = 5:4; 4 × 60 = 240 und 48 × 5 = 240.)
Betrachten wir ferner die Arbeitszeit oder den Wert des qrs. Früher 2 qrs. = 1 Arbeitstag oder 1 qr. = 1/2 Arbeitstag oder 9/18 von eines Mannes Arbeit. Jetzt dagegen sind 180 qrs. das Produkt von 100 Arbeitstagen; also 1 qr. das Produkt von 100/180 Arbeitstag = 10/18 Arbeitstag. Oder das Produkt ist teurer geworden um 1/18 Arbeitstag, oder die Arbeit ist unproduktiver geworden, indem der Mann früher nur 9/18 Arbeitstag brauchte, um 1 qr. zu produzieren, während er jetzt 10/18 brauchte. Die Profitrate ist gestiegen, obgleich der Mehrwert gefallen und consequently244 die Produktivität der Arbeit gefallen oder der reale Wert, die cost of production of wages gestiegen ist um 1/18 [Arbeitstag] oder 11 1/9245 p.c. Die 180 qrs. waren früher das Produkt von 90 Arbeitstagen (1 qr. 90/180 = 1/2 Arbeitstag = 9/18 Arbeitstag). Sie sind jetzt das Produkt von 100 Arbeitstagen (1 qr. = 100/180 = 10/18 Arbeitstag). Nehmen wir an, der Arbeitstag sei gleich 12 Stunden = 60 × 12 Minuten = 720'. ||328| Der 18. Teil eines Arbeitstages also = 720'/18 = 40'. Von diesen 720 Minuten gibt der Arbeiter in dem ersten Fall dem Kapitalisten 9/18 = 1/2 der 720 = 360'. Also geben ihm 60 Arbeiter 360' × 60. Von diesen 720 Minuten gibt der Arbeiter in dem zweiten Fall 8/18, also nur 320'. Aber der erste Kapitalist wendet 60 Arbeiter an, gewinnt also 360' × 60. Der zweite wendet 100 an, gewinnt also 100 × 320' = 32 000'. Der erste 360 × 60 = 21 600'. Der zweite gewinnt also mehr als der erste, weil 100 Arbeiter zu 320 Minuten per Tag mehr machen als 60 zu 360. Also nur weil er 40 Arbeiter mehr anwendet; aber er gewinnt weniger verhältnismäßig auf den Arbeiter. Er gewinnt, obgleich die Rate des Mehrwerts gefallen, also die Produktivität der Arbeit, also die Produktionskosten der real wages, d.h., das in ihnen enthaltne Arbeitsquantum gestiegen ist. Nun wollte Herr Mill aber grade das exakte Gegenteil beweisen.
Gesetzt, Kapitalist Nr. I, der nicht die „Erfindung" gemacht hat, ohne Samen und capital fixe Korn zu produzieren, wende ebenfalls 100 Arbeitstage an (wie Kapitalist Nr. II), während er in der obigen Rechnung nur 90 Arbeitstage anwendet. Er müßte also 10 Arbeitstage mehr anwenden, wovon 3 1/3 für sein capital constant (Samen und capital fixe), 3 1/3 für Arbeitslohn. Das Produkt dieser 10 Arbeitstage auf seiner alten Produktionsstufe = 20 qrs., wovon aber 6 2/3 qrs. für capital constant246, 12 4/3 das Produkt von 6 2/3 Arbeitstagen. Davon Salair 6 2/3 und Mehrwert 6 2/3.
Wir hätten also folgende Rechnung:
| Capital constant | Arbeitslohn | Gesamtprodukt | Mehrwert | Mehrwertsrate |
|---|---|---|---|---|
| 66 2/3 qrs. (33 1/3 Arbeitstage) |
66 2/3 qrs. (Lohn für 66 2/3 Arbeitstage) |
200 qrs. (100 Arbeitstage) |
66 2/3 qrs. (33 1/3 Arbeitstage) |
100 p.c. |
Auf ein Gesamtprodukt von 100 Arbeitstagen hätte er Profit von 33 1/3 Arbeitstagen. Oder auf 200 qrs. 66 2/3. Oder wenn wir sein ausgelegtes Kapital in qrs. berechnen, auf 1331/₃ qrs. (das Produkt von 662/₃ Arbeitstagen), hätte er 662/₃ Profit; während der Kapitalist II auf 100 qrs. Auslage 80 Profit hätte. Der Profit des II so größer als der von I. Da aber I mit derselben Arbeitszeit 200 qrs. liefert, worin der andre 180 – 1 qr. von I = 1/₂ Arbeitstag, 1 qr. von II = 10/₁₈ oder 5/₉ Arbeitstag, also um 1/₂ Neuntel oder 1/₁₈ mehr Arbeitszeit enthielte, also teurer wäre –, würde I den II aus dem Feld schlagen. Dieser müßte die Erfindung aufgeben und sich nach wie vor bequemen, zur Kornproduktion Samen und capital fixe anzuwenden.
Der Profit von I betrüge auf 120 qrs. 60 qrs. oder 50 p.c. (dasselbe wie auf 1331/₃ qrs. 662/₃).
Der Profit von II betrüge auf 100 qrs. 80 qrs. oder 80 p. c.
Der Profit von II : I = 80 : 50 = 8 : 5 = 1 : 5/₈.
Dagegen Mehrwert von II : I = 80 : 100 = 8 : 10 = 1 : 10/₈ = 1 : 12/₈
= 1 : 11/₄.
Die Profitrate von II ist um 30 p.c. größer als die von I.
Der Mehrwert von II ist um 20 p.c. kleiner als der von I.
II wendet 662/₃ p.c. mehr Arbeiter247 an, während der andere auf dem 1 Arbeitstage nur 1/₈ oder 121/₂ p.c.248 mehr Arbeit aneignet.
||329| Herr Mill hat also bewiesen, daß Kapitalist I, der im ganzen 90 Arbeitstage anwendet, wovon 1/₃ im capital constant (Samen und Maschinerie etc.), 60 Arbeiter anwendet, denen er aber nur 30 Tage zahlt, daß dieser Kapitalist das qr. Korn zu 1/₂ Tag produziert oder 9/₁₈ Tag; also mit den 90 Arbeitstagen 180 qrs., wovon 60 qrs. die 30 Arbeitstage decken, die das capital constant enthält, 60 qrs. den Lohn für 60 Arbeitstage oder das Produkt von 30 Arbeitstagen, und 60 qrs. den Mehrwert (oder das Produkt von 30 Arbeitstagen). Der Mehrwert dieses Kapitalisten I = 100 p.c. Sein Profit = 50; weil die 60 qrs. Mehrwert berechnet sind nicht auf 60 qrs., auf den in Salair ausgelegten Teil des Kapitals, sondern auf 120 qrs., d.h. das doppelte Kapital (= capital variable + constant).
Er hat ferner bewiesen, daß Kapitalist II, der 100 Arbeitstage anwendet, wovon er 0 in capital constant auslegt (vermöge seiner Erfindung), ein Produkt von 180 qrs. liefert; also das Quarter = 10/₁₈ Tag oder 1/₁₈ Tag (40') teurer als in Nr. I. Seine Arbeit ist unproduktiver um 1/₁₈. Sein Arbeitslohn, da der Arbeiter nach wie vor 1 qr. Lohn per Tag erhält, ist 1/₁₈ gestiegen in real value, d.h. in der zu seiner Produktion erforderlichen Arbeitszeit. Obgleich nun die Produktionskost of wages um 1/₁₈ gestiegen ist und sein Gesamtprodukt verhältnismäßig zur Arbeitszeit geringer ist, auch der von ihm produzierte Mehrwert nur 80 p.c. beträgt, wo der von I 100 betrug, ist seine Profitrate 80, während die des andern 50 war. Warum? Weil, obgleich die cost of wages bei II gestiegen, er mehr Arbeiter anwendet, und weil bei II die Rate des Mehrwerts = der Rate des Profits, indem sie nur auf das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital bezogen wird, und das capital constant = 0. Mill wollte aber umgekehrt beweisen, daß das Steigen in der Rate des Profits aus einer Verminderung in der Produktionskost des Arbeitslohns hervorgegangen gemäß dem Ricardoschen Gesetz. Wir sahn, daß dies Steigen stattfand trotz der Vermehrung in der Produktionskost des Arbeitslohns; daß also das Ricardosche Gesetz falsch ist, wenn Profit und Mehrwert unmittelbar identifiziert werden, aber249 unter Profitrate das Verhältnis des Mehrwerts oder des Bruttoprofits (der = dem Mehrwert) zum Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals verstanden wird.
Herr Mill fährt fort:
„Ein return von 180 qrs. konnte früher nicht erhalten werden ohne Auslage von 120 qrs., jetzt durch eine Auslage von nicht mehr als 100.“
Herr Mill vergißt, daß im ersten Teil die Auslage von 120 qrs. = einer Auslage von 60 Arbeitstagen. Und daß im zweiten Fall die Auslage von 100 qrs. = einer Auslage von 555/9 Arbeitstagen. (Also im ersten Fall 1 qr. = 9/18 Arbeitstag; im zweiten 10/18.)
„Die 180 qrs. noch das Resultat der Quantität von Arbeit wie früher, der Arbeit von 100 men.“
(Pardon! Die 180 qrs. früher das Resultat von 90 Arbeitstagen und jetzt von 100.)
„Ein Quarter Korn daher ist noch das Produkt von 10/18 von eines Mannes Arbeit“
(Pardon! Es war früher das Produkt von 9/18 eines Mannes Arbeit),
„denn ein Quarter Korn, welches die Remuneration eines einzelnen Arbeiters ist, ist in der Tat das Produkt derselben Arbeit als früher“
(Pardon! Erstens ist 1 qr. Korn jetzt „in der Tat das Produkt“ von 10/18 Tagen, während es früher das Produkt von 9/18 war, kostet also 1/18 Tag mehr Arbeit und zweitens ist die Remuneration eines einzelnen Arbeiters, ob das qr. 9/18 oder 10/18 seines Tages koste, nie mit dem Produkt seiner Arbeit zu verwechseln, sondern stets nur ein Teil dieses Produkts);
„es ist nun das Produkt von 10/18 eines Mannes Arbeit und sonst nichts“ (dies ist richtig), „während früher erfordert war für seine Produktion die Konjunktion dieser Quantität Arbeit + einer Ausgabe in der Form von Rückerstattung von Profit, was 1/5 mehr ausmacht.“ [p. 102, 103.]
Halt! Erstens ist, wie ||330| wiederholt gesagt, falsch, daß das 1 qr. früher 10/18 des Arbeitstags kostete250; es kostete nur 9/18. Noch falscher (wäre eine Gradation im absolut Falschen möglich), daß zu diesen 9/18 Arbeitstag noch „die Konjunktion von reimbursement of profits amounting to 1/5 more251“, hinzukam. In 90 (capital constant und capital variable zusammengerechnet) werden 180 qrs. produziert. 180 qrs. = 90 Arbeitstagen. 1 qr. = 90/180 = 1/2 Arbeitstag = 9/18. Es kommt also durchaus keine „Konjunktion“ zu diesen 9/18 Arbeitstag oder dem 1/2 Arbeitstag hinzu, den 1 qr. in case Nr. I kostete.
Hier aber entdecken wir die eigentliche Delusion, um die sich der ganze Blödsinn versteckt bewegt. Mill machte erst a fool of himself, by supposing, that if 120 qrs. the produce of 60 days of labour, the produce of which was divided to equal parts between the 60 labourers and the capitalist, the 60 qrs., which represent the capital constant could be the produce of 40 days of labour. They could only be the produce of 30 days, in whatever proportion the capitalist and the labourers, producing those 60 qrs., might happen to share in them. Mais, passons outre.252 Um die Delusion ganz klar zu machen, wollen wir unterstellen, nicht 1/3 von den 60 qrs. des capital constant oder 20 qrs. lösten sich in Profit auf, sondern the whole amount of the 60 qrs.253 Wir können diese Unterstellung, da sie nicht in unsrem Interesse, sondern im Interesse Mills ist, um so mehr machen, als sie das Problem vereinfacht. Außerdem ist dem capitalist, der das capital constant von 60 qrs. produziert, noch eher die Erfindung zuzutrauen, daß er 30 Arbeiter 30 Arbeitstage, die 60 qrs. produzieren oder ihren Wert, umsonst arbeiten macht, ohne irgendwelchen Lohn zu zahlen (wie sich dies ja in der Form der Fronarbeit findet), als dem Millschen Kapitalisten, der 180 qrs. Korn ohne Samen und capital fixe durch eine „Erfindung“ produziert. Also gesetzt, in den 60 qrs. sei nur Profit von Kapital II enthalten, dem Produzenten des capital constant von Kapital I, indem Kapital II das Produkt von 30 Arbeitstagen zu verkaufen hätte, ohne einen farthing den 30 Arbeitern, die jeder einen Tag arbeiteten, gezahlt zu haben. Wäre es nun richtig zu sagen, daß diese 60 qrs., die sich in bloßen Profit auflösen, in die Produktionskosten des Arbeitslohns des Kapitalisten I eingehn und in „Konjunktion" mit der von diesen Arbeitern gearbeiteten Zeit treten?
Allerdings könnten Kapitalist und Arbeiter Nr. I keine 120 qrs., überhaupt kein Quarter produzieren ohne die 60 qrs., die ihr capital constant bilden und sich in bloßen Profit auflösen. Es sind notwendige Produktionsbedingungen für sie und Produktionsbedingungen, die überdies gezahlt werden müssen. Aber sie hatten die 60 qrs. nötig, um 180 zu produzieren. Von diesen 180 ersetzen 60 die 60. Ihre 120 qrs., das Produkt ihrer 60 Arbeitstage, bleiben davon unberührt. Hätten sie die 120 produzieren können ohne die 60, so wäre ihr Produkt, das Produkt der 60 Arbeitstage, dasselbe; aber das Gesamtprodukt wäre kleiner, weil eben die 60 präexistierenden Quarters254 nicht reproduziert wären. Die Profitrate des Kapitalisten wäre größer, weil in seine Produktionskosten nicht die Auslage, die Kosten für die Produktionsbedingungen, die ihn befähigen, einen Mehrwert von 60 qrs. zu machen, eingingen. Der absolute Profit wäre derselbe, = 60 qrs. Diese 60 qrs. hätten ihm aber nur Auslage von 60 qrs. gekostet. Sie kosten ihm jetzt Auslage von 120. Diese Auslage für das capital constant geht also in die Produktionskosten des Kapitalisten ein, aber nicht in die Produktionskosten des Salairs.
Unterstelle, durch irgendeine „Erfindung" könne Kapitalist III, ditto, ohne seine Arbeiter zu zahlen, 60 qrs. mit 15 Arbeitstagen produzieren [statt mit 30], teils weil er beßre Maschinen anwende etc. Dieser Kapitalist III würde den Kapitalisten II aus dem Markt jagen und sich die Kundschaft von Kapitalist I erwerben. Jetzt also würden die Auslagen für den Kapitalisten gefallen sein |331| von 60 auf 45 Arbeitstage. Nach wie vor brauchten die Arbeiter 60 Arbeitstage, um aus den 60 qrs. 180 zu machen. Und sie brauchten 30 Arbeitstage, um ihr Salair zu produzieren. Für sie 1 qr. = 1/2 Arbeitstag. Aber die 180 qrs. kosten dem Kapitalisten nur noch eine Auslage von 45 Arbeitstagen, statt von 60255. Da es aber abgeschmackt wäre zu unterstellen, daß Korn unter dem Namen Samen weniger Arbeitszeit kostet als unter dem Namen Korn schlechtweg, so müßten wir unterstellen, daß in den ersten 60 qrs. Korn der Samen soviel kostet als früher, aber weniger Samen nötig ist oder der als capital fixe in den 60 qrs. enthaltne Wertbestandteil sich verworfeilert hat.
Halten wir zunächst das fest, was sich aus der bisherigen Analyse der Millschen „Illustration“ ergab.
Es hat sich erstens gezeigt: Gesetzt, die 120 qrs. würden ohne alles capital constant256 erzeugt und seien nach wie vor das Produkt von 60 Arbeitstagen, während früher die 180 qrs., wovon 60 qrs. capital constant, gleich dem Produkt von 90 Arbeitstagen waren. In diesem Falle würde das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital von 60 qrs. = 30 Arbeitstagen, das aber 60 Arbeitstage kommandiert, nach wie vor dasselbe Produkt liefern, 120 qrs. Auch wäre der Wert dieses Produkts unverändert geblieben, nämlich 1 qr. = 1/2 Arbeitstag. Früher war das Produkt zwar = 180 qrs. statt jetzt gleich 120; aber die 60 qrs. mehr repräsentierten nur die in dem capital constant enthaltne Arbeitszeit. Also die Produktionskost der wages unverändert geblieben und die wages selbst, sowohl dem Gebrauchswert als dem Tauschwert nach unverändert geblieben, 1 qr. = 1/2 Arbeitstag. Ditto wäre der Mehrwert unverändert geblieben, nämlich 60 qrs. auf 60 qrs. oder 1/2 Arbeitstag auf 1/2 Arbeitstag. Der Rate nach ausgedrückt war der Mehrwert in beiden Fällen = 100 p.c. Nichtsdestoweniger betrug die Profitrate im ersten Fall nur 50 p.c., während sie jetzt 100 p.c. beträgt. Bloß weil 60:60 = 100 p.c. und 60:120 = 50 p.c. Dieses Wachsen in der Profitrate hier aus keinem Wechsel in den Produktionskosten der wages, sondern einfach, weil das capital constant = 0 gesetzt; annähernd dasselbe, wenn der Wert des capital constant sich vermindert, also damit der Gegenwert des vorgeschoßnen Kapitals; also die Proportion von Mehrwert zu Kapital wächst, und diese Proportion ist die Profitrate.
Der Mehrwert wird als Profitrate nicht nur auf den Teil des Kapitals berechnet, der sich wirklich vermehrt und Mehrwert schafft, nämlich den in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals, sondern auch auf den Wert von Rohmaterial und der Maschinerie, deren Wert nur im Produkt wiedererscheint. Außerdem auf den Wert der ganzen Maschinerie, nicht nur des Teils derselben, der in den Verwertungsprozeß wirklich eingeht, dessen déchet257 also zu ersetzen, sondern auch den Teil derselben, der nur in den Arbeitsprozeß eingeht.
Zweitens: Bei dem zweiten Beispiel wurde angenommen, daß, während Kapital I 180 qrs. liefert, = 90 Arbeitstagen, so daß 60 qrs. (30 Arbeitstage) = capital constant, 60 qrs. (für 60 Arbeitstage, wovon den Arbeitern 30 bezahlt werden) = variablem Kapital, Lohn = 60 qrs. (30 Arbeitstage), Mehrwert = 60 qrs. (30 Arbeitstage); dagegen Kapital II ditto 180 qrs. liefert, aber = 100 Arbeitstage, wovon 100 qrs. = Arbeitslohn, 80 = Mehrwert. Das ganze vorgeschobne Kapital hier in Arbeitslohn ausgelegt. Hier ist das capital constant = 0; der reale Wert des Arbeitslohns ist gestiegen, obgleich der Gebrauchswert, den der Arbeiter empfängt, derselbe geblieben, = 1 qr.; aber 1 qr. jetzt = 10/18 Arbeitstag, während früher nur = 9/18. Der Mehrwert ist gefallen von 100 p. c. auf 80, also um 1/5 = 20 p. c. Die Profitrate ist gestiegen von 50 auf 80, also um 3/5 = 60 p. c.258 In diesem Fall also die reale Produktionskost der wages nicht nur nicht unverändert geblieben, sondern gestiegen. Die Arbeit unproduktiver geworden, die Surplusarbeit daher gefallen. Und dennoch ist die Profitrate gestiegen. Warum? Erstens, weil hier kein capital constant, also die Rate des Profits = der Rate des Mehrwerts. In allen Fällen, wo Kapital nicht ausschließlich in Arbeitslohn ausgelegt wird, was bei der kapitalistischen Produktion fast unmöglich, muß sonst die Rate des Profits kleiner sein als die Rate des Mehrwerts, und sie muß in demselben Verhältnis kleiner sein, als der Gesamtwert des vorgeschobnen Kapitals größer ist als der Wert des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitalbestandteils. Zweitens wendet II in ungleich größerem Verhältnis mehr Arbeiter an denn I; in ungleich größerem Verhältnis, als die Differenz der Produktivität der respektiv von ihnen angewandten Arbeiten beträgt.
Drittens: Nach einer Seite hin erschöpfen die unter erstens und zweitens angeführten Fälle den Beweis, daß die Variation in der Profitrate ganz unabhängig von der Produktionskost der wages stattfinden kann. Denn unter erstens wurde gezeigt, daß die Profitrate steigen kann, obgleich die Produktionskosten der Arbeit dieselben bleiben. Unter zweitens wurde gezeigt, daß für Kapital II, verglichen mit I, die Profitrate steigt, obgleich die Produktivität der Arbeit fällt, also die Produktionskosten der wages steigen. Es wurde also durch denselben ||VIII-332| Fall bewiesen, wenn wir umgekehrt Kapital I mit Kapital II vergleichen, die Profitrate fällt, obgleich die Mehrwertrate259 steigt, die Produktivität der Arbeit wächst, also die Produktionskosten der wages fallen. Sie betragen [pro Quarter] für I nur 9/18 Arbeitstag, für II aber 10/18 Arbeitstag, und doch die Profitrate bei II um 60260 p. c. höher als bei I. In allen diesen Fällen sind die Variationen in der Profitrate nicht nur nicht bestimmt durch die Variationen in den Produktionskosten der wages, sondern finden in denselben Verhältnissen statt. Es ist nun wohl zu bemerken, daß hieraus nicht folgt, daß die eine Bewegung die Ursache der andren sei (also z. B. nicht, daß die Profitrate fällt, weil die Produktionskosten der wages fallen, oder nicht steigt, weil die Produktionskosten der wages steigen), sondern nur, daß andre Umstände die entgegengesetzten Wirkungen paralysieren. Jedenfalls ist aber das Ricardosche Gesetz falsch, daß die Variationen in der Profitrate in entgegengesetzter Richtung wie die Variationen im Arbeitslohn stattfinden, und daß die eine steigt, weil die andre fällt und umgekehrt. Dies Gesetz nur wahr für die Rate des Mehrwerts. Indes ist selbst ein notwendiger Zusammenhang darin (nicht immer), daß Profitrate und Wert des Arbeitslohns, statt in entgegengesetzter, in derselben Richtung steigen und fallen. Es wird mehr Handarbeit angewandt, wo die Arbeit unproduktiver. Es wird mehr konstantes Kapital angewandt, wo die Arbeit produktiver. Dieselben Umstände hier, die ein Steigen der Mehrwertrate oder ein Fallen derselben261 veranlassen, müssen daher ein Fallen der Profitrate usw. in entgegengesetzter Richtung hervorbringen.
Aber wir wollen jetzt den Fall setzen, wie Mill ihn sich eigentlich dachte, obgleich er ihn nicht richtig formuliert hat. Dies wird zugleich die eigentliche Meinung seines talks262 von dem vorgeschoßnen Profite des Kapitalisten erklären.
So wie Mill das Beispiel gesetzt hat, kann es trotz aller „Erfindung“ und unter jeder möglichen „Konjunktion“ nicht bleiben, weil es absoluten Widerspruch und Widersinn einschließt, seine eignen Voraussetzungen sich aufheben.
Von 180 qrs. sollen 60 qrs. (das seed und capital fixe) gleich sein 20 qrs. für Profit und 40 qrs. für 40 Arbeitstage, so daß, wenn die 20 qrs. für Profit fortfallen, dennoch die 40 Arbeitstage bleiben, nach welcher Voraussetzung also die Arbeiter das ganze Produkt für ihre Arbeit erhalten, also absolut nicht zu sehn ist, woher die 20 qrs. Profit herkommen und ihr Wert. Sind sie als bloß nominelle surcharge de prix263 vorausgesetzt, stellen sie keine Arbeitszeit vor, die der Kapitalist sich angeeignet, so muß ihr Wegfallen ganz ebenso profitlich sein, als wenn in den 60 qrs. 20 qrs. Arbeitslohn berechnet wären für Arbeiter, die nicht gearbeitet haben. Ferner: 60 qrs. hier nur Ausdruck für den Wert des capital constant. Sie sollen aber das Produkt von 40 Arbeitstagen sein. Anderseits vorausgesetzt, daß die übrigen 120 qrs. das Produkt von 60 Arbeitstagen. Unter Arbeitstage hier aber gleiche Durchschnittsarbeit zu verstehn. Also die Voraussetzung absurd.
Also erstens anzunehmen, daß in den 180 qrs. nur 90 und in den 60 qrs. = dem Wert des capital constant, nur 30 Arbeitstage enthalten sind. Die Voraussetzung, daß der Profit = 20 qrs. oder 10 Arbeitstagen wegfallen kann, wieder abgeschmackt; es müßte denn vorausgesetzt werden, daß die 30 Arbeiter, die zur Produktion des capital constant gebraucht werden, zwar nicht unter einem Kapitalisten arbeiten, aber anderseits so gefällig sind, sich nur den Arbeitslohn auszuzahlen, 1/2 ihrer Arbeitszeit, und die übrige Hälfte nicht in ihrer Ware zu berechnen. Mit einem Worte, daß sie ihre Arbeitstage 50 p.c. unter dem Wert verkaufen. Also auch diese Voraussetzung abgeschmackt.
Aber nehmen wir an, Kapitalist I, statt sein capital constant vom Kapitalist II zu kaufen, um es dann zu verarbeiten, verbinde in seiner eignen Produktion die Produktion des capital constant mit der Verarbeitung desselben. Er liefert sich also selbst Samen, Ackerbaugeräte etc. Lassen wir auch die Erfindung weg, wodurch Samen und capital fixe überflüssig werden. Also er gebe 20 qrs. (= 10 Arbeitstagen) für capital constant (zur Produktion seines capital constant aus), 10 qrs. (als Lohn für 10 Arbeitstage, wovon die Arbeiter 5 umsonst arbeiten), so ist die Rechnung jetzt diese:
||333|
| Capital constant | Capital variable für 80 Arbeiter |
Mehrwert | Gesamtprodukt |
| 20 qrs. (10 Arbeitstage) |
60 + 20 = 80 qrs. (Lohn für 80 Arbeitstage) (= 40 Arbeitstagen) |
60 + 20 = 80 qrs. (= 40 Arbeitstagen) |
180 qrs. (= 90 Arbeitstagen) |
Die reale Produktionskost des Arbeitslohns ist dieselbe geblieben, also die Produktivität der Arbeit. Das Gesamtprodukt ist dasselbe geblieben, = 180 qrs., und hat denselben Wert nach wie vor von 180 qrs. Die Rate des Mehrwerts ist dieselbe geblieben, 80 qrs. auf 80 qrs. Der absolute amount264 oder die Größe des Mehrwerts ist gestiegen von 60 auf 80 qrs., also um 20 qrs. Das vorgeschoßne Kapital ist gefallen von 120 auf 100 qrs. Früher hatten wir auf 120 qrs. 60 qrs. oder Profitrate von 50 p.c. Jetzt haben wir 80 qrs. auf 100 qrs. oder Profitrate von 80 p.c. Der Gesamtwert des vorgeschoßnen Kapitals ist gefallen von 120 auf 20 qrs., und die Profitrate ist gestiegen von 50 auf 80 p. c. Der Profit selbst, abgesehn von der Rate, beträgt jetzt 80 qrs., während er früher 60 betrug, ist also um 20 qrs. gestiegen, d. h. wie die Summe (nicht die Rate) des Mehrwerts.
Hier ist also kein Wechsel vorgegangen, keine Variation in den Produktionskosten der real wages. Das Steigen der Profitrate rührt hier erstens daher, daß zwar nicht die Rate des Mehrwerts, wohl aber der absolute amount des Mehrwerts gestiegen ist von 60 qrs. auf 80, also um ein Drittel; und diese ist gestiegen um 1/3 oder 331/3 p. c., weil der Kapitalist, statt früher 60, jetzt 80 Arbeiter direkt beschäftigt, also 1/3 oder 331/3 p. c. mehr lebendige Arbeit exploitiert und zwar zu derselben Mehrwertrate jetzt 80 Arbeiter beschäftigt, wozu er früher nur 60 beschäftigt.
Zweitens. Während so die absolute Größe des Mehrwerts (also der gross profit265) um 331/3 p. c. gestiegen ist, von 60 qrs. auf 80 qrs., ist die Profitrate gestiegen von 50 p. c. auf 80 p. c., um 30, also um 3/5 (da 1/5 von 50 = 10 und 3/5 = 30), d. h. um 60 p. c. Nämlich der Wert des ausgelegten Kapitals ist gefallen von 120 auf 100, obgleich der Wert des in Arbeitslohn ausgelegten Bestandteils des Kapitals gestiegen ist von 60 auf 80 qrs. (von 30 auf 40 Arbeitstage). Dieser Teil des Kapitals ist um 10 Arbeitstage (= 20 qrs.) gestiegen. Dagegen ist der konstante Bestandteil des Kapitals gefallen von 60 auf 20 qrs. (von 30 Arbeitstagen auf 10), um 20 Arbeitstage. Rechnen wir also die 10 Arbeitstage ab, um die der in Arbeitslohn ausgelegte Teil des Kapitals gestiegen ist, so ist das ganze ausgelegte Kapital gefallen um 10 Arbeitstage (= 20 qrs.). Es betrug früher 120 qrs. (= 60 Arbeitstagen). Es beträgt jetzt nur noch 100 qrs. (= 50 Arbeitstagen). Es ist also gefallen um 1/6, d. h. um 162/3 p. c.
Übrigens ist diese ganze Variation in der Profitrate nur scheinbar und nur ein transfer266 von einem Rechnungsbuch in das andre. Kapitalist I hat statt 60 qrs. 80 Profit, d. h. 20 Profit mehr; dies ist aber der exakte Profit, den früher der Produzent des capital constant machte, und den er jetzt verloren hat, weil Kapitalist I, statt sein capital constant zu kaufen, es selbst produziert, also statt den |334| Mehrwert von 20 qrs. (10 Arbeitstagen), den jener Produzent aus den von ihm beschäftigten 20 Arbeitern zog, diesem zu zahlen, ihn selbst einsteckt.
Nach wie vor waren und sind auf die 180 qrs. 80 qrs. Profit, nur daß sie früher zwischen zwei Personen verteilt waren. Die Profitrate scheint größer, weil Kapitalist I früher die 60 qrs. nur als capital constant betrachtete, was sie für ihn waren, also nicht den Profit, den der Produzent des capital constant bezog. Die Profitrate ist sowenig verändert, wie der Mehrwert oder irgendeine Produktionsbedingung, die Produktivität der Arbeit eingeschlossen. Früher das von dem Produzenten [des konstanten Kapitals] ausgelegte Kapital = 40 qrs. (20 Arbeitstagen), das von Kapitalist I ausgelegte [variable Kapital] = 60 qrs. (30 Arbeitstagen), zusammen 100 qrs. (50 Arbeitstagen) und der Profit 20 qrs. für den ersten, 60 für den andern, also 80 qrs. (40 Arbeitstagen). Das ganze Produkt = 90 Arbeitstagen (180 qrs.), 80 Profit zu 100 in Arbeitslohn und konstantem Kapital ausgelegten Wert. Für die Gesellschaft ist hier nach wie vor die aus dem Profit stammende Revenue konstant geblieben; ditto das Verhältnis von Mehrwert zu Arbeitslohn.
Der Unterschied kommt daher, daß, wenn der Kapitalist als Käufer in den Warenmarkt tritt, er einfacher Warenbesitzer ist; er hat den ganzen Wert der Ware, die ganze in ihr enthaltne Arbeitszeit zu zahlen, gleichgültig in welchen Proportionen Kapitalist und Arbeiter an den Früchten dieser Arbeitszeit teilgenommen haben oder teilnehmen. Tritt er dagegen als Käufer in den Arbeitsmarkt, so kauft er in der Tat mehr Arbeit, als er zahlt. Wenn er also, statt sein Rohmaterial und Maschinerie zu kaufen, sie ebenfalls selbst produziert, so eignet er sich selbst die Surplusarbeit an, die er sonst dem Verkäufer von Rohmaterial und Maschinerie zu zahlen hätte.
Für den einzelnen Kapitalisten – nicht für die Profitrate – ist dies allerdings ein Unterschied, ob er einen Profit selbst macht oder ihn einem andern zahlt. (Bei der Berechnung deshalb der Verminderung der Profitrate durch Wachsen des capital constant wird immer der Durchschnitt der Gesellschaft genommen; d. h. die Gesamtmasse, die die Gesellschaft in einem gegebenen Augenblick als capital constant anwendet, und das Verhältnis dieser Masse zu Masse des direkt in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals.) Indes bestimmt dieser Gesichtspunkt und kann selten bestimmen selbst den einzelnen Kapitalisten bei solchen Kombinationen, wie sie z. B. vorkommen, wenn der Kapitalist zugleich spinnt und webt, selbst seine Ziegelsteine brennen läßt usw. Was hier bestimmt, ist die wirkliche Ersparnis in den Produktionskosten durch Zeitersparung im Transport, Ersparung in Gebäulichkeit, Heizung, bewegender Kraft etc., größere Kontrolle über die Qualität des Rohmaterials etc. Wollte er selbst seine Maschinen bauen, die er selbst braucht, so fabrizierte er, wie der kleine Produzent, der für eignen Bedarf oder den persönlichen Bedarf einiger Kunden arbeitet, auf kleiner Stufenleiter, und die Maschine kostete ihm mehr, als wenn er sie bei dem Maschinenbauer kauft, der für den Markt arbeitet. Oder wollte er gleichzeitig spinnen, weben und Maschinen nicht nur für sich, sondern für den Markt bauen, so brauchte er größres Kapital, das er wahrscheinlich vorteilhafter (Teilung der Arbeit) in sein eignes Geschäft steckte. Es kann dies nur ein Gesichtspunkt sein, wo er für sich selbst einen hinreichenden Markt bildet, um sein capital constant selbst auf vorteilhafter Stufenleiter produzieren zu können. Seine eigne Nachfrage muß dafür groß genug sein. In diesem Falle, selbst wenn seine Arbeit unproduktiver als die des eigentlichen Produzenten des capital constant, eignet er sich einen Teil der Surplusarbeit an, die er sonst einem andren Kapitalisten zu zahlen hätte.
Wir sehn, dies hat nichts mit der Profitrate zu tun. Wenn also, wie in dem Beispiel von Mill, früher 90 Arbeitstage angewandt waren, und 80 Arbeiter, so wird nichts an den Produktionskosten gespart, daß die im Produkt enthaltne Surplusarbeit von 40 Tagen (= 80 qrs.) früher von 2 und jetzt von einem Kapitalisten eingesackt werden. Die 20 qrs. Profit (10 Arbeitstage) verschwinden nur aus dem einen Rechnungsbuch, um in dem andern wieder zu erscheinen.
Dies Sparen auf frühere Profite, wenn es nicht mit Sparen von Arbeitszeit, also auch mit Sparen von Arbeitslohn zusammenfällt, daher bloße delusion.267
||335| Viertens bleibt aber jetzt der Fall, wo der Wert des capital constant infolge vergrößerter Produktivität der Arbeit fällt, und es bleibt für diesen Fall zu untersuchen, ob und wieweit er mit der real Produktionskost of wages or value of labour268 zu tun hat. Es ist dies also die Frage, wieweit ein realer Wertwechsel des capital constant zugleich Variation im Verhältnis von Profit und Arbeitslohn hervorruft. Der Wert des capital constant kann konstant bleiben – seine Produktionskosten – und doch kann mehr oder weniger davon in das Produkt eingehn. Selbst seinen Wert als konstant vorausgesetzt, wird es wachsen im Maß, wie sich die Produktivität der Arbeit, die Produktion auf großer Stufenleiter entwickelt. Variationen in der verhältnismäßigen Masse des angewandten capital constant, bei gleichbleibenden oder selbst steigenden Produktionskosten desselben – Variationen, die alle die Profitrate variieren – sind also de prime abord269 von dieser Untersuchung ausgeschlossen.
Ferner sind von der Frage alle Produktionszweige ausgeschlossen, deren Produkte weder direkt noch indirekt in den Konsum des Arbeiters eingehn. Die Variationen in der wirklichen Profitrate (d. h. dem Verhältnis des wirklich in diesen Produktionszweigen produzierten Mehrwerts zum ausgelegten Kapital) dieser Produktionszweige wirken aber auf die allgemeine Profitrate, die aus dem Nivellement der Profite entsteht, ebensowohl ein, wie Variationen in der Profitrate der Industriezweige, deren Produkte direkt oder indirekt in den Konsum des Arbeiters eingehn.
Die Frage muß ferner darauf reduziert werden: Wie kann ein Wertwechsel im capital constant rückwirkend den Mehrwert selbst affizieren? Denn den Mehrwert einmal als gegeben vorausgesetzt, ist das Verhältnis von Surplusarbeit zu notwendiger Arbeit vorausgesetzt, also der Wert des Arbeitslohns, i. e. seine Produktionskosten. Unter diesen Umständen kann irgendwelcher Wertwechsel in dem capital constant den Wert des Arbeitslohns gar nicht berühren, ebensowenig wie das Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen, obgleich er unter allen Umständen die Profitrate affizieren muß, die Produktionskosten des Mehrwerts für den Kapitalisten, und unter gewissen Umständen, nämlich wenn das Produkt in die Konsumtion des Arbeiters eingeht, die Quantität der Gebrauchswerte, worin sich das Salair auflöst, affiziert, obgleich nicht seinen Tauschwert.
Es sei der Arbeitslohn gegeben, also z. B. in der Baumwollfabrik Arbeitslohn = 10 Arbeitsstunden, surplus value = 2 Arbeitsstunden. Es falle infolge einer günstigen Ernte die Rohbaumwolle um die Hälfte des Preises. Dieselbe Quantität Baumwolle, die dem Fabrikanten früher 100 l. kostete, kostet jetzt nur 50. Dieselbe Quantität Baumwolle absorbiert nach wie vor dieselbe Spinnarbeit und Webarbeit. Mit einer Auslage von 50 l. für Baumwolle kann der Kapitalist also jetzt ebensowiel Surplusarbeit absorbieren wie früher mit einer Auslage von 100 l., oder fährt er fort, 100 l. in Baumwolle auszulegen, so erhält er jetzt für denselben Preis wie früher eine Quantität Baumwolle, worin er die doppelte Surplusarbeit absorbieren kann. In beiden Fällen würde die Rate des Mehrwerts, also sein Verhältnis zum Arbeitslohn, dieselbe bleiben; aber im zweiten Fall würde amount270 des Mehrwerts steigen, da doppelt so viele Arbeit mit derselben Rate von Surplusarbeit angewandt. In beiden Fällen würde die Profitrate steigen, obgleich keine Variation in den Produktionskosten des Salairs vorgegangen. Sie würde steigen, weil in der Profitrate the surplus value berechnet ist auf die Produktionskosten des Kapitalisten, den Gesamtwert des von ihm ausgelegten Kapitals, und weil diese gefallen. Es kostet ihm jetzt weniger Auslage, dieselbe surplus value zu produzieren wie früher. Im zweiten Fall würde nicht nur die Profitrate steigen, sondern der amount of profit, weil der Mehrwert selbst gestiegen infolge von Mehranwendung von Arbeit, ohne daß diese Mehranwendung Mehrkost für das Rohmaterial verursacht hätte. Auch in diesem Falle fände das Steigen in der Rate und dem amount des Profits statt ohne irgendeine Variation im Wert der Arbeit.
Andererseits steige infolge einer Mißernte der Wert der Baumwolle um das Doppelte, so daß dieselbe Quantität Baumwolle, |336| die früher 100 l. kostete, jetzt 200 l. koste. In diesem Fall sinkt die Profitrate unter allen Umständen, kann aber auch unter gewissen Umständen die Masse oder die absolute magnitude of profit271 fallen. Wendet der Kapitalist nach wie vor dieselbe Masse Arbeiter an, die ebensowiel wie früher arbeiten – ganz unter den alten Verhältnissen –, so fällt seine Profitrate, obgleich das Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit und daher die Rate und der Betrag des Mehrwerts dieselben geblieben. Die Profitrate fällt, weil für den Kapitalisten die Produktionskosten des Mehrwerts gestiegen, i.e. 100 l. Auslage in Rohmaterial mehr nötig war, um ebensowiel fremde Arbeitszeit wie früher anzueignen. Ist der Kapitalist aber gezwungen, einen Teil des Geldes, das er früher in Arbeitslohn auslegte, jetzt in Baumwolle auszulegen, z.B. für 150 l. Baumwolle zu kaufen, wovon 50 l. früher in den Arbeitslohn gingen, so fällt Rate und amount des Profits, letztrer, weil weniger Arbeit, wenn auch zur selben Rate des Mehrwerts, angewandt worden. Dasselbe würde eintreffen, wenn infolge der Mißernte nicht Baumwolle genug da wäre, um dieselbe Quantität lebendiger Arbeit wie früher zu absorbieren. In beiden Fällen würden amount und Profitrate fallen, obgleich die value of labour dieselbe geblieben, also die Rate des Mehrwerts oder das Quantum unbezahlter Arbeit, das der Kapitalist im Verhältnis zu der von ihm im Arbeitslohn bezahlten Arbeit erhält.
Bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts, also gleichbleibender value of labour, muß also ein Wertwechsel des capital constant einen Wechsel in der Profitrate erzeugen und kann begleitet sein von einem Wechsel im gross amount272 des Profits.
Was nun anderseits den Arbeiter betrifft:
Fällt die Baumwolle im Wert, also das Produkt, worin sie eingeht, so erhält er nach wie vor einen Arbeitslohn = 10 Arbeitsstunden. Aber den Teil der Baumwollware, den er selbst konsumiert, erhält er wohlfeiler, kann also einen Teil des früher in Baumwolle Verausgabten nun anders verausgaben. Nur in diesem Verhältnis wächst die Quantität der ihm zugänglichen Lebensmittel, in dem Verhältnis, worin er an dem Preis der Baumwollware spart. Denn im übrigen erhält er jetzt für eine größere Quantität Baumwollware nicht mehr als früher für eine geringere. Im selben Verhältnis, worin die Baumwollware gefallen, sind die andren Waren gestiegen. Kurz, eine größere Quantität Baumwolle hat jetzt keinen größeren Wert als früher die kleinere. In diesem Falle also würde der Wert des Arbeitslohns derselbe bleiben, aber eine größere Quantität andrer Waren (Gebrauchswerte) darstellen. Dennoch wäre die Profitrate gestiegen, obgleich die Rate des Mehrwerts unter derselben Voraussetzung nicht steigen könnte.
Umgekehrt im Fall der Verteuerung der Baumwolle. Bliebe der Arbeiter dieselbe Zeit beschäftigt, und erhielte nach wie vor einen Arbeitslohn = 10 Stunden, so wäre der Wert seiner Arbeit derselbe, aber der Gebrauchswert wäre gefallen, soweit der Arbeiter selbst Baumwolle konsumiert. In diesem Falle der Gebrauchswert des Salairs gefallen, der Wert derselbe, obgleich die Profitrate gefallen. Wenn also Mehrwert und (realer) Arbeitslohn stets in entgegengesetzten Verhältnissen fallen und steigen (mit Ausnahme des Falls, daß der Arbeiter an der absoluten Verlängerung seiner Arbeitszeit teilnimmt; in diesem Fall nützt sich aber sein Arbeitsvermögen um so rascher ab), kann die Profitrate steigen oder fallen, im ersten Fall, obgleich die value des Arbeitslohns dieselbe bleibt und sein Gebrauchswert wächst, im zweiten Fall, obgleich die value des Arbeitslohns dieselbe bleibt, sein Gebrauchswert jedoch fällt.
Steigen der Profitrate, das Folge eines Falls im Wert des konstanten Kapitals, hat daher unmittelbar nichts zu tun mit irgendeiner Variation im Realwert des Arbeitslohns (der in demselben enthaltnen Arbeitszeit).
Wenn also, wie oben unterstellt, die Baumwolle um 50 p. c. im Wert fällt, so wäre nichts falscher als zu sagen, entweder, daß die Produktionskosten des wages gefallen sind oder daß, wenn der Arbeiter, in Baumwollware ausgezahlt, nach wie vor denselben Wert erhielte, also ein größeres Quantum Baumwollware erhielte als früher (indem nach wie vor 10 Arbeitsstunden z. B. = 10 sh., ich für die 10 sh. aber mehr Baumwollware als früher kaufen kann, weil der Wert der Rohbaumwolle gefallen), die Profitrate dieselbe bliebe. Die Rate des Mehrwerts bleibt dieselbe, aber die [337] Profitrate steigt. Die Produktionskosten des Produkts wären gefallen, weil ein Bestandteil des Produkts – sein Rohmaterial – weniger Arbeitszeit kostet als früher. Die Produktionskosten des Arbeitslohns wären dieselben geblieben wie früher, da nach wie vor der Arbeiter dasselbe Quantum Arbeitszeit für sich und dasselbe Quantum Arbeitszeit für den Kapitalisten arbeitet. (Die Produktionskosten des Salairs aber hängen ab nicht von der Arbeitszeit, die die Produktionsmittel kosten, mit denen der Arbeiter arbeitet, sondern von der Arbeitszeit, die er arbeitet, um sein Salair zu ersetzen. Bei Herrn Mill wären die Produktionskosten des Salairs eines Arbeiters deswegen teurer, weil er z.B. Kupfer statt Eisen oder Flachs statt Baumwolle bearbeitet; oder sie wären teurer, wenn er Flachsamen, als wenn er Baumwollsamen sät; oder273 wenn er mit einer teuren Maschine, als wenn er mit gar keiner Maschine, sondern bloßem Handwerkszeug arbeitet.) Die Produktionskosten des Profits wären gesunken, weil die Gesamtheit, die Totalsumme des vorgeschußnen Kapitals, um den Mehrwert zu produzieren, gesunken wäre. Die Kosten des Mehrwerts sind nie größer als die Kosten des Teils des Kapitals, der in Salair ausgelegt ist. Die Kosten des Profits sind dagegen = den Gesamtkosten des Kapitals, das vorgeschossen wurde, um diesen Mehrwert zu schaffen. Sie sind also bestimmt nicht nur durch den Wert des Kapitalbestandteils, der in Salair ausgelegt ist und den Mehrwert schafft, sondern auch durch den Wert der Kapitalbestandteile, die nötig sind, um diesen einen Kapitalbestandteil, der sich gegen lebendige Arbeit austauscht, in Aktion setzen zu können. Herr Mill verwechselt die Produktionskosten des Profits mit den Produktionskosten des Mehrwerts, oder er verwechselt Profit und Mehrwert.
Aus dem Entwickelten ergibt sich die Wichtigkeit von Wohlfeilheit oder Teurung des Rohmaterials für die Industrie, die diese Rohmaterialien bearbeitet (von der relativen Verwohlfeilerung der Maschinerie gar nicht zu reden(1)), selbst vorausgesetzt, daß der Marktpreis gleich dem Wert der Ware, d. h. daß der Marktpreis der Ware exakt in demselben Verhältnis fällt, wie das in ihr enthaltne Rohmaterial.
Colonel Torrens bemerkt daher mit Recht in bezug auf England:
„Für ein Land in der Lage Englands muß die Bedeutung eines Außenmarktes nicht nach der Menge Fertigwaren gemessen werden, die er erhält, sondern nach der Menge der Elemente der Reproduktion, die er zurückgibt." (R.Torrens, „A letter to Sir R.Peel etc. on the condition of England etc.", 2nd ed., Lond. 1843, p.275.)
{Die Art, wie Torrens dies beweist, dagegen schlecht. Das gewöhnliche Gerede von supply and demand275. Die Sache kömmt bei ihm darauf hinaus, daß, wenn das englische Kapital z.B. das cotton fabriziert, rascher wächst als das Kapital which grows cotton, in the United States for instance276, der Preis der Baumwolle steigt, und dann sagt er,
„der Wert der Baumwollfabrikate wird sinken in dem Verhältnis zu den einfachen Kosten ihrer Produktion“. [l. c. p.240.]
Nämlich während das Rohmaterial durch die wachsende Nachfrage von England steigt, werden die cotton fabrics277, verteuert durch die steigenden Preise des Rohmaterials, im Preis fallen; wie wir in der Tat z.B. sehn, daß jetzt (Frühling 1862) der Twist kaum teurer als die Rohbaumwolle und das Geweb kaum teurer als das Garn. Indes unterstellt Torrens, daß genug, wenn auch teures cotton, da ist für den englischen industriellen Konsum. Der Preis des cotton steigt über seinen Wert. Werden daher die cotton fabrics zu ihrem Wert verkauft, so dies nur möglich, daß, wenn der cotton grower278 mehr surplus value von dem ganzen Produkt bezieht als ihm zukommt, er in der Tat partizipiert an einem Teil der dem cotton manufacturer279 zukommenden surplus value. Letzter kann nicht diesen Teil durch Steigerung des Preises ersetzen, da die demand infolge des steigenden Preises fiele. Im Gegenteil. Infolge der fallenden Nachfrage kann sein Profit280 noch tiefer sinken, als es durch die surcharge281 des cotton growers sinkt.
Die Nachfrage nach Rohstoff, Baumwolle z. B., jedes Jahr geregelt, nicht nur durch die effektive, augenblicklich vorhandne Nachfrage, sondern durch die Durchschnittsnachfrage des Jahres, also nicht nur durch die Nachfrage der im Gang befindlichen Fabriken, sondern die Nachfrage, aber vermehrt während des kommenden Jahres durch die Anzahl der Fabriken, die erfahrungsgemäß sich auftun werden, d. h., durch den verhältnismäßigen Zuwachs der Fabriken während des Jahres, oder durch die Surplusnachfrage, ||338|| die diesem verhältnismäßigen Zuwachs entsprechen wird.
Umgekehrt. Fällt der Preis der Baumwolle etc. z. B. infolge besonders fruchtbarer Ernte, so fällt dieser Preis meist unter seinen Wert; ebenfalls wieder durch das Gesetz von Nachfrage und Zufuhr. Die Profitrate und eventuell, wie oben gezeigt, der gross amount of profit wächst daher nicht nur in dem Verhältnis, worin sie282 wachsen würde, wenn der Preis der wohlfeiler gewordenen Baumwolle = ihrem Wert; sondern sie282 wächst, weil das fertige Produkt sich nicht verwohlfeilert in dem ganzen Verhältnis, worin der cotton grower die Baumwolle unter ihrem Wert verkauft hat, weil also der Fabrikant einen Teil der dem cotton grower gebührenden surplus value in die Tasche steckt. Dies vermindert die Nachfrage seines Produkts nicht, da dies ohnehin im Preis sinkt, weil der Wert der Baumwolle gesunken ist. Es sinkt aber nicht so tief im Preis, wie der Preis der Rohbaumwolle unter ihren eignen Wert gefallen ist.
Es kommt hinzu, daß in solchen Zeiten die Nachfrage wächst, weil die Arbeiter vollauf beschäftigt und bezahlt sind, also auch selbst als Konsumenten bedeutend eingreifen, als Konsumenten ihres eignen Produkts. In solchen Fällen, wo der Rohstoff sinkt, nicht durch permanenten und fortwirkenden Fall in seinen durchschnittlichen Produktionskosten, sondern durch besonders gute oder schlechte Jahreszeit (Witterung), fällt der Lohn der Arbeiter nicht, steigt vielmehr die Nachfrage nach denselben. Der effect dieser Nachfrage wirkt nicht nur in dem Verhältnis, worin sie283 steigt. Umgekehrt. Bei plötzlicher Verteuerung des Produkts [werden] teils viele Arbeiter entlassen, teils sucht sich der Fabrikant schadlos zu halten durch Herabdrücken des Arbeitslohns unter sein Normalniveau. Die Normalnachfrage der Arbeiter fällt also und vermehrt also noch das schon allgemeine Sinken der Nachfrage und den Effekt, den dasselbe auf den Marktpreis hervorbringt.}
Was Mill hauptsächlich zu dem Einfall verleitet, daß durch einen Wertwechsel im konstanten Kapital der Wert der Arbeit oder die Produktionskosten der Arbeit modifiziert werden, also z.B. ein Fall im Wert des vorgeschußnen capital constant den Wert der Arbeit, ihre Produktionskosten, also auch das Salair fallen macht, ist seine (ricardische) Vorstellung von der Teilung des Produkts zwischen Arbeiter und Kapitalist. Durch einen Fall im Wert des Rohmaterials, der Rohbaumwolle z.B., fällt der Wert des Garns. Seine Produktionskosten nehmen ab; das Quantum der in ihm enthaltenen Arbeitszeit hat sich verringert. Wäre z.B. ein Pfund Twist das Produkt der zwölfstündigen Tagesarbeit eines Mannes und fiele der Wert der in diesem Pfund Twist enthaltenen Baumwolle, so ist der Wert des lb. Twist gefallen exakt wie der Wert der zum Spinnen verwandten Baumwolle gefallen ist. Z.B. 1 lb. Nr. 40 Mule yarn 2nd quality284 betrug am 22. Mai 1861 12 d. (1 sh.). Es betrug am 22. Mai 1858 11 d. (in der Tat 116/8, da sein Preis nicht fiel ganz wie der der Rohbaumwolle). Aber im ersten Fall betrug der Preis des lb. fair285 Rohbaumwolle 8 d. (in der Tat 81/3), im zweiten 7 d. (in der Tat 73/4). Hier war also der Wert der Garne exakt gefallen wie der Wert der Rohbaumwolle, der Wert ihres Rohstoffs. Also, sagt Mill, ist die Arbeit nach wie vor dieselbe; war sie 12 Stunden, so ist das Produkt nach wie vor das Resultat derselben 12 Stunden. Im zweiten Fall kam aber noch für 1 d. weniger präexistierende Arbeit hinzu als im ersten. Die Arbeit ist dieselbe, aber die Produktionskosten der Arbeit haben sich vermindert (nämlich um 1 d.). Nun ist zwar das lb. Twist, als Twist, als Gebrauchswert nach wie vor das Produkt der zwölfstündigen Arbeit, aber der Wert des lb. Twist ist weder jetzt, noch war er vorher das Produkt der zwölfstündigen Arbeit des Spinners. Im ersten Fall waren ²/₃ von 12 d. = 8 d. der Wert der Baumwolle, nicht sein Produkt; im zweiten Falle waren ²/₃ von 11 d. nicht sein Produkt, also nicht 7 d. Im ersten Fall bleiben als das Produkt der zwölfstündigen Arbeit 4 d. und im zweiten Fall ganz ebenso 4 d. Die Arbeit setzte in beiden Fällen nur ¹/₃ dem Wert des Twistes hinzu. Also war im ersten Fall von dem 1 lb. Garn nur ¹/₃ lb. Twist das Produkt des Spinners (von der Maschine abstrahiert), und ebenso im zweiten Fall. Arbeiter und Kapitalist haben zu teilen nach wie vor nur 4 d. = ¹/₃ lb. Twist. Kauft der Arbeiter Twist mit den 4 d., so erhält er im zweiten Fall mehr Twist als im ersten, aber mehr Twist ist jetzt gradesoviel wert als früher weniger Twist. Die Teilung aber der 4 d. zwischen Arbeiter und Kapitalist bleibt dieselbe. Ist die Zeit, die der Arbeiter zur Reproduktion oder Produktion seines Lohns arbeitet = 10 Stunden, so ist seine Surplusarbeit = 2. Nach wie vor. Nach wie vor erhält er ⁵/₆ von 4 d. oder ¹/₃ lb. Twist und der Kapitalist ¹/₆. Es ist also kein ||339| change286 vorgegangen in der Verteilung des Produkts, des Twistes. Nichtsdestoweniger ist die Profitrate gestiegen, weil der Wert des Rohmaterials gefallen und daher das Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschossnen Gesamtkapital oder den Produktionskosten des Kapitalisten gewachsen.
Abstrahieren wir zur Vereinfachung des Beispiels von den Maschinen etc., so stehen die beiden cases so:
| Preis von 1 lb. Twist |
Capital constant |
Zu- gesetzte Arbeit |
Arbeits- lohn |
Gesamt- auslage des Kapitalisten |
Mehr- gewinn |
Profitrate | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I. case | 12 d. | 8 d. | 4 d. | 131/3 f. | 11 d. 4/3 f. | 22/3 f. | 515/17 p. c. |
| II. case | 11 d. | 7 d. | 4 d. | 131/3 f. | 10 d. 4/3 f. | 22/3 f. | 614/31 p. c. |
Die Profitrate ist hier also gestiegen, obgleich der Wert der Arbeit derselbe geblieben und der Gebrauchswert der Arbeit in Twist ausgedrückt gestiegen ist. Die Profitrate ist bloß gestiegen, ohne irgendeine Variation der Arbeitszeit, die der Arbeiter sich aneignet, weil der Wert der Baumwolle und damit der Gesamtwert der Produktionskosten des Kapitalisten gefallen ist. 22/3 f. auf 11 d. 4/3 f. Auslage macht natürlich weniger als 22/3 f. auf 10 d. 4/3 f. Auslage.
Aus dem bisher Entwickelten ergibt sich die Falschheit der folgenden Sätze, womit Mill seine Illustration schließt:
„Wenn die Produktionskost des Arbeitslohns dieselbe wie früher geblieben wäre, hätten Profite nicht fallen (steigen?)287 können. Jeder Arbeiter hätte ein qr. Korn empfangen; aber 1 qr. Korn zu der Zeit war das Resultat derselben Produktionskost wie 11/5 qr. jetzt. Zu dem Zweck daher, daß jeder Arbeiter dieselbe Produktionskost empfangen könne, muß jeder 1 qr. empfangen + 1/5." (l.c. p. 103.)
„Annehmend daher, daß der Arbeiter in demselben Artikel gezahlt wird, den er produziert, ist evident, daß, wenn irgendeine Ersparnis an Kosten Platz greift in der Produktion dieses Artikels, wenn der Arbeiter noch empfängt dieselben Produktionskosten als bevor, er eine vermehrte Quantität empfangen muß in demselben Verhältnis, worin die Produktivkraft des Kapitals angewachsen ist. Aber wenn so, wird die Auslage des Kapitalisten exakt dieselbe Proportion zu seinem Ertrag haben wie früher und Profite nicht steigen." (Dies eben falsch.) „Die Variationen daher in der Profitrate und denen in den Produktionskosten der Löhne gehn Hand in Hand und sind unzertrennlich. Die Meinung von Ricardo ist daher genau richtig, wenn er unter niederen Löhnen nicht nur Löhne versteht, die das Produkt einer geringeren Quantität von Arbeit sind, sondern Löhne, die zu mindrer Kost produziert, eingerechnet Arbeit und frühere Profite zusammen." (l.c. p. 104.)
Die Ansicht von Ricardo ist also, nach Mills Illustration, genau richtig, wenn unter low wages288 (oder überhaupt unter Produktionskosten von wages) nicht nur das Gegenteil von dem verstanden wird, was er sagt, sondern absoluter Unsinn darunter verstanden wird; nämlich unter den Produktionskosten der wages nicht der Teil vom Arbeitstage des Arbeiters verstanden wird, den er zum Ersatz seines Salairs arbeitet, sondern auch die Produktionskosten des von ihm bearbeiteten Rohmaterials und der von ihm gebrauchten Maschinerie, also auch die Arbeitszeit, die er nicht, weder für sich noch für den Kapitalisten, gearbeitet hat.
Fünftens: Nun die eigentliche Frage. Wieweit kann ein Wertwechsel im capital constant auf den Mehrwert einwirken?
Wenn wir sagen, der Wert des täglichen Durchschnittsarbeitslohns ist = 10 Stunden oder, was dasselbe, von dem gesamten Arbeitstag, z.B. 12 Stunden, den der Arbeiter arbeitet, sind 10 Stunden erheischt, um sein Salair zu produzieren und zu ersetzen und nur, was er darüber hinaus arbeitet, ist unbezahlte Arbeitszeit, bildet einen Wert, den der Kapitalist ||340| erhält, ohne für denselben bezahlt zu haben, so heißt das weiter nichts, als daß in der Totalsumme der Lebensmittel, die der Arbeiter verzehrt, 10 Stunden Arbeitszeit enthalten sind. Diese 10 Arbeitsstunden drücken sich in einer gewissen Geldsumme aus, mit der er diese Lebensmittel kauft.
Nun ist aber der Wert der Waren bestimmt durch die in ihnen enthaltne Arbeitszeit, gleichgültig, ob diese Arbeitszeit in Rohmaterial, aufgenutzter Maschinerie oder dem Rohmaterial vermittelst der Maschinerie vom Arbeiter neuzugesetzten Arbeit enthalten ist. Träte also ein konstanter (mehr als vorübergehender) Wertwechsel im Rohmaterial oder der Maschinerie, die in diese Ware eingehn, ein durch einen Wechsel in der Produktivität der Arbeit, die dieses Rohmaterial und diese Maschinerie, kurz das in der Ware enthaltne konstante Kapital produziert, wäre infolge dieses Wechsels mehr oder weniger Arbeitszeit erheischt, um diesen Bestandteil der Ware zu produzieren, so würde sie selbst infolge davon teurer oder wohlfeiler (bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit, die das Rohmaterial in Produkt verwandelt und gleichbleibender Größe des Arbeitstags). Dadurch würden die Produktionskosten, i.e. der Wert des Arbeitsvermögens steigen oder fallen; d.h., wenn er früher von den 12 Stunden 10 für sich selbst arbeitete, müßte er jetzt 11 oder im umgekehrten Fall nur noch 9 für sich selbst arbeiten. Im ersten Fall wäre seine Arbeit für den Kapitalisten, i.e. der Mehrwert, um die Hälfte gefallen, von 2 Stunden auf 1; im zweiten Fall wäre er um die Hälfte gestiegen, von 2 Stunden auf 3. Im letzten Fall würde die Profitrate und der gross profit des Kapitalisten steigen, die erste schon, weil der Wert des konstanten Kapitals gefallen, beides, weil die Rate des Mehrwerts gewachsen wäre (und sein absolute amount).
Dies ist die einzige Art, worin ein Wertwechsel des capital constant die value of labour, die Produktionskost des Salairs oder die Teilung des Arbeitstages zwischen Kapitalist und Arbeiter affizieren kann, also auch den Mehrwert.
Indes heißt das nur, daß für den Kapitalisten, der z.B. Baumwolle spinnt, die notwendige Arbeitszeit seiner eignen Arbeiter bestimmt ist nicht nur durch die Produktivität der Arbeit in der Spinnindustrie, sondern ditto in der Produktion von Baumwolle, von Maschinerie etc., wie sie es ja auch ist durch die Produktivität in allen Industriezweigen, deren Produkte zwar nicht als constant capital – weder als Rohmaterial noch Maschinerie etc. – in sein Produkt eingehn (ein Produkt, von dem angenommen ist, daß es in die Konsumtion des Arbeiters eingeht), in das Garn, wohl aber einen Teil des capital circulante289 bilden, das in Arbeitslohn ausgelegt wird, also Produktivität in der Industrie, die Nahrungsmittel erzeugt usw. Was als Produkt in der einen Industrie, erscheint als Arbeitsmaterial oder Arbeitsmittel in der andern; das capital constant einer Industrie besteht also aus dem Produkt der andern, erscheint in einem andern Industriezweig nicht als capital constant, sondern als das Resultat der Produktion innerhalb dieses Industriezweigs. Für den einzelnen Kapitalisten erscheint es verschieden, ob die gestiegene Produktivität der Arbeit (also auch das Fallen im Wert des Arbeitsvermögens) innerhalb seines eignen Industriezweigs stattfindet oder innerhalb deren, die das capital constant seiner Industrie liefern. Für die Kapitalistenklasse – für das Ganze des Kapitals ist dies dasselbe.
Also fällt dieser case {wo ein Fallen (oder umgekehrt) im Wert des konstanten Kapitals nicht hervorgeht daraus, daß auf großer Stufenleiter gearbeitet wird in der Industrie, die dies konstante Kapital anwendet, sondern daß die Produktionskosten des konstanten Kapitals selbst sich geändert} zusammen mit den über den Mehrwert entwickelten Gesetzen.
Wenn wir überhaupt von Profit sprechen und der Profitrate, so ist der Mehrwert als gegeben vorausgesetzt. Die Einflüsse, die den Mehrwert bestimmen, haben also alle gewirkt. Dies ist vorausgesetzt.
Sechstens: Es könnte jetzt noch hier entwickelt werden, wie das Verhältnis des konstanten Kapitals zum variablen Kapital und daher die Profitrate verändert wird durch eine spezielle Form der surplus value. Nämlich die Verlängerung der Arbeitszeit über die Grenzen des normalen Arbeitstags hinaus. ||341| Dadurch wird der verhältnismäßige Wert des konstanten Kapitals verkleinert oder auch der proportionelle Wertteil, den es im Gesamtwert des Produkts bildet. Doch lassen wir dies für das III. Kapitel, wohin überhaupt der größte Teil des hier Entwickelten gehört.
Herr Mill, gestützt auf seine brillante Illustration, stellt den allgemeinen (Ricard[oschen]) Satz auf:
„Der einzige Ausdruck des Profitgesetzes … ist der, daß der Profit von den Produktionskosten des Arbeitslohns abhängt.“ (l. c. p. 104, 105.)
Nun ist grade umgekehrt zu sagen: Die Rate des Profits {und davon spricht Mill} hängt nur in einem einzigen Fall ausschließlich ab von der cost of production of wages290. Und dies ist der Fall, wenn die Rate des Mehrwerts und die Rate des Profits identisch sind. Dies aber nur möglich in dem in der kapitalistischen Produktion fast unmöglichen Fall, daß das ganze vorgeschoßne Kapital unmittelbar in Arbeitslohn vorgeschossen ist, kein konstantes Kapital, sei es als Rohmaterial, Maschinerie, Gebäulichkeit etc., in das Produkt eingeht oder daß das Rohmaterial etc., soweit es eingeht, nicht selbst Produkt der Arbeit ist, nichts kostet. Nur in diesem Fall sind die Variationen in der Profitrate identisch mit den Variationen in der Rate des Mehrwerts oder, was dasselbe, in den Produktionskosten der wages.
Im allgemeinen aber (und dies schließt auch den eben angeführten Ausnahmefall ein) ist die Profitrate gleich dem Verhältnis des Mehrwerts zu dem Gesamtwert des vorgeschobnen Kapitals.
Nennen wir den Mehrwert M, den Wert des vorgeschobnen Kapitals C, so ist der Profit = M : C oder M/C. Dies Verhältnis ist bestimmt sowohl durch die Größe vom M {und in die Bestimmung von M gehn alle Umstände ein, die die Produktionskosten der wages bestimmen} als durch die Größe von C. C, der Gesamtwert des vorgeschobnen Kapitals, besteht aber aus dem konstanten Kapital c und dem variablen (in Arbeitslohn ausgelegten) Kapital v. Also ist die Profitrate = M : v + c = M : C. M selbst, der Mehrwert, ist aber bestimmt nicht nur durch seine eigne Rate, d. h. das Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen oder die Teilung des Arbeitstags zwischen Kapital und Arbeit, seine Teilung in bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit. Die Masse des Mehrwerts, d. h. die absolute Größe des Mehrwerts, ist ebenso bestimmt durch die Anzahl der Arbeitstage, die das Kapital gleichzeitig exploitiert. Und diese Masse der zu bestimmter Rate von unbezahlter Arbeit angewandten Arbeitszeit hängt für ein bestimmtes Kapital ab von der Zeit, worin das Produkt in dem eigentlichen Produktionsprozeß verharrt, ohne Arbeit oder ohne dasselbe Quantum Arbeit wie früher zu erheischen (z. B. Wein, bevor er seine Reife erlangt, Korn, das einmal gesät ist, Häute oder andre Stoffe, die während einer gewissen Zeit der Wirkung chemischer Kräfte ausgesetzt werden usw.), ebenso von der Dauer der Zirkulationszeit der Ware, der Dauer der Metamorphose der Ware oder der Zwischenzeit zwischen ihrer Vollendung als Produkt und ihrer Reproduktion als Ware. Wieviel Arbeitstage gleichzeitig {die value of wages, also die Mehrwertsrate vorausgesetzt} angewandt werden können, hängt im allgemeinen von der Größe des Kapitals ab, das in Arbeitslohn ausgelegt wird. Aber die eben erwähnten Umstände modifizieren überhaupt die Gesamtmasse von lebendiger Arbeitszeit, die ein Kapital von irgendwelcher Größe während einer bestimmten Periode anwenden kann, z.B. innerhalb eines Jahres. Es sind Umstände, die das absolute Quantum der von einem gegebenen Kapital anwendbaren Masse von Arbeitszeit bestimmen. Dies ändert aber nichts daran, daß der Mehrwert ausschließlich bestimmt ist durch seine eigne Rate multipliziert mit der Anzahl der gleichzeitig angewandten Arbeitstage. Es sind nur Umstände, die den letztnen Faktor, die Anzahl der angewandten Arbeitszeit bestimmen.
Die Rate des Mehrwerts ist gleich dem Verhältnis der Surplusarbeit in einem Arbeitstag, also gleich dem Mehrwert, den ein einzelner Arbeitstag produziert. Z.B.: Ist der Arbeitstag = 12 Stunden, die Surplusarbeit = 2 Stunden, so diese 2 Stunden = 1/6 von 12 Stunden, oder vielmehr müssen wir sie berechnen auf die notwendige Arbeit (oder den für sie gezahlten Salair, was dieselbe Quantität Arbeitszeit in vergegenständlichter Form ist) = 1/5 (1/5 von 10 Stunden = 2 Stunden; 1/5 = 20 p.c.). Hier ist die Größe des Mehrwerts (auf den einzelnen Arbeitstag) absolut bestimmt durch die Rate. Wendet der Kapitalist nun 100 solche ||342|| Arbeitstage an, so der Mehrwert (seine absolute Größe) = 200 Arbeitsstunden. Die Rate ist dieselbe geblieben; 200 Stunden auf 1000 Stunden notwendiger Arbeit = 1/5 = 20 p.c. Ist die Rate des Mehrwerts gegeben, so hängt seine Größe ganz ab von der Anzahl der angewandten Arbeiter, also von der absoluten Größe des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals, des variablen Kapitals. Ist die Anzahl der angewandten Arbeiter gegeben, d.h. die Größe des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals, des variablen Kapitals, so hängt die Größe des Mehrwerts absolut von seiner Rate ab, d.h. dem Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen, den Produktionskosten der wages, der Teilung des Arbeitstags zwischen Kapitalist und Arbeiter. Geben mir 100 Arbeiter (die 12 Stunden arbeiten) 200 Arbeitsstunden, so ist die absolute Größe des Mehrwerts = 200, die Rate = 1/5 eines [bezahlten] Arbeitstags oder 2 Stunden. Und der Mehrwert = 2 Stunden × 100. Geben mir 50 Arbeiter 200 Arbeitsstunden, so ist die absolute Größe des Mehrwerts 200 Arbeitsstunden; die Rate = 2/5 eines (bezahlten) Arbeitstags, = 4 Stunden. Und der Mehrwert = 4 Stunden × 50 = 200. Da die absolute Größe des Mehrwerts = dem Produkt seiner Rate und der Anzahl der Arbeitstage, so kann es dasselbe bleiben, obgleich die Faktoren wechseln in umgekehrtem Verhältnis.
Die Rate des Mehrwerts ist immer ausgedrückt durch das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen Kapital. Denn das variable Kapital ist = der absoluten Größe der bezahlten Arbeitszeit; der Mehrwert ist gleich der absoluten Größe von unbezahlter Arbeitszeit. Das Verhältnis von Mehrwert zu variablem Kapital drückt also stets das Verhältnis des unbezahlten Teils des Arbeitstags zum bezahlten aus. Z.B. im vorigen Beispiele sei der Arbeitslohn für 10 Stunden = 1 Taler, wo 1 Taler ein Quantum Silber, das 10 Arbeitsstunden enthält. Also 100 Arbeitstage werden bezahlt mit 100 Talern. Ist nun der Mehrwert = 20 Talern, so die Rate 20/100 = 1/5 = 20 p.c. Oder, was dasselbe, auf 10 Arbeitsstunden (= 1 Taler) erhält der Kapitalist 2, auf 100×10 Arbeitsstunden oder 1000 aber 200 Arbeitsstunden = 20 Talern.
Obgleich also die Rate des Mehrwerts ausschließlich bestimmt ist durch das Verhältnis der Surplusarbeitszeit zur notwendigen, in andern Worten durch den aliquoten Teil des Arbeitstags, den der Arbeiter zur Produktion seines Salairs bedarf, durch die Produktionskosten des Salairs, so ist die Größe des Mehrwerts außerdem bestimmt durch die Anzahl der Arbeitstage, durch das absolute Quantum Arbeitszeit, das angewandt wird zu dieser bestimmten Rate von Mehrwert, wie auch die absolute Größe des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals (wenn die Mehrwertsrate gegeben ist). Da der Profit aber das Verhältnis nicht der Rate des Mehrwerts, sondern der absoluten Größe des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschobnen Kapitals, so ist seine Rate, offenbar nicht nur bestimmt durch die Rate, sondern ebenso durch die absolute Größe des Mehrwerts, eine Größe, die von dem zusammengesetzten Verhältnis der Rate und der Anzahl der Arbeitstage, der Größe des in Salair ausgelegten Kapitals und den Produktionskosten des Salairs abhängt.
Die Rate des Mehrwerts gegeben, hängt seine Größe ausschließlich ab von der Größe des vorgeschobnen (in Arbeitslohn ausgelegten) Kapitals. Nun ist der Durchschnittsarbeitslohn derselbe, d.h., es ist vorausgesetzt, daß in allen Industriezweigen der Arbeiter einen Arbeitslohn von z.B. 10 Stunden erhält. (In den Zweigen, wo der Arbeitslohn höher als der Durchschnittsarbeitslohn, ist es für unsern Gesichtspunkt und für die Sache dasselbe, als ob der Kapitalist mehr einfache Arbeiter anwendete.) Vorausgesetzt also, daß die Surplusarbeit, d.h., der gesamte normale Arbeitstag gleich (die Ungleichheiten gleichen sich zum Teil dadurch aus, daß 1 Stunde komplizierter Arbeit z.B. = 2 Stunden einfacher), ||343|| so hängt die Größe des Mehrwerts ausschließlich ab von der Größe des [für den Arbeitslohn] vorgeschußnen Kapitals. So konnte gesagt werden, daß die Massen des Mehrwerts sich verhalten wie die Größen der vorgeschußnen Kapitalien (in Arbeitslohn). Dies gilt jedoch nicht vom Profit, da dieser das Verhältnis des Mehrwerts zum Gesamtwert des vorgeschußnen Kapitals und bei Kapitalien von gleicher Größe, die Bestandteile derselben, die in Arbeitslohn ausgelegt werden, oder das Verhältnis des variablen Kapitals zum Gesamtkapital sehr verschieden sein kann und sehr verschieden ist. Die Größen des Profits hängen hier vielmehr ab von dem Verhältnis – in den verschiednen Kapitalien – des variablen Kapitals zum Gesamtkapital, also von vc+v. Wenn also die Rate des Mehrwerts gegeben ist, und diese ist
stets ausgedrückt durch mv, das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen Kapital, so ist die Profitrate ausschließlich bestimmt durch das Verhältnis des variablen Kapitals zum Gesamtkapital.
Die Profitrate ist also erstens bestimmt durch die Rate des Mehrwerts oder das Verhältnis der unbezahlten Arbeit zur bezahlten; und sie wechselt, steigt oder fällt (soweit diese Wirkung nicht durch die Bewegungen in den andern Bestimmungsmomenten paralysiert wird) mit dem Wechsel der Rate des Mehrwerts. Diese steigt oder fällt aber direkt wie die Produktivität der Arbeit und umgekehrt wie die Produktionskosten der wages oder das Quantum der notwendigen Arbeit, wie die value of labour.
Zweitens aber ist die Profitrate bestimmt durch das Verhältnis des variablen Kapitals zum Gesamtkapital, durch vc+v. Die absolute Größe des Mehrwerts, bei gegebener Rate desselben, hängt nämlich bloß ab von der Größe des variablen Kapitals, die bestimmt ist, unter der gemachten Voraussetzung, oder nur ausdrückt die Anzahl der gleichzeitig angewandten Arbeitstage, die absolute Größe der angewandten Arbeitszeit. Die Profitrate aber hängt ab von dem Verhältnis dieser absoluten Größe des Mehrwerts, die im variablen Kapital gegeben ist, zum Gesamtkapital, also vom Verhältnis des variablen Kapitals zum Gesamtkapital, von vc+v. Da der Mehrwert M bei der Berechnung der Profitrate als gegeben vorausgesetzt wird, also auch v als gegeben vorausgesetzt ist, so können alle Variationen in vc+v nur von Variationen in c, d. h. dem konstanten Kapital herrühren.
Denn wenn v gegeben ist, kann die Summe c + v = C nur changieren, wenn c changiert, und mit dem Changieren dieser Summe changiert das Verhältnis v⁄c + v, oder v⁄C.
Wenn v = 100, c = 400, so v + c = 500 und v⁄v + c = 100⁄500 = 1⁄5 = 20 p.c. War also die Rate des Mehrwerts = 5⁄10 = 1⁄2, so = 50. Da aber das variable Kapital nur = 1⁄5 des Gesamtkapitals, so der Profit = 1⁄2 von 1⁄5 = 1⁄10, und in der Tat 1⁄10 von 500 = 50 = 10 p.c. Das Verhältnis v⁄v + c wechselt mit jedem Wechsel von c, aber natürlich nicht in derselben Zahlengröße. Setze, v und c seien ursprünglich beide gleich 10, d.h. das Gesamtkapital bestehe halb aus variablem und halb aus konstantem Kapital, so v⁄v + c = 10⁄10 + 10 = 10⁄20 = 1⁄2. War also die Mehrrate gleich 1⁄2 v, so ist sie = 1⁄4 von C. Oder wenn der Mehrwert = 50 p.c., ist in diesem Falle, wo das variable Kapital = C⁄2, die Profitrate = 25 p.c. Gesetzt nun, das konstante Kapital verdopple sich, wachse von 10 auf 20, so v⁄c + v = 10⁄20 + 10 = 10⁄30 = 1⁄3. (Die Mehrrate 1⁄2 von 10 wäre jetzt gleich 1⁄2 von 1⁄3 von C, d.h. = 1⁄6 von 30 = 5. Und so ist die Hälfte von 10 = 5. 5 auf 10 sind 50 p.c. 5 auf 30 sind 162⁄3 p.c. 5 auf 20 war dagegen = 1⁄4 = 25 p.c.) Das konstante Kapital hat sich verdoppelt, d.h. von 10 auf 20; aber die Summe von c + v ist nur um die Hälfte gewachsen, nämlich von 20 auf 30. Das konstante Kapital um 100 p.c., die Summe von c und v nur um 50. Das Verhältnis v⁄c + v, ursprünglich = 10⁄20, ist nur gefallen auf 10⁄30, d.h. von 1⁄2 auf 1⁄3, d.h. von 3⁄6 auf 2⁄6, nur um 1⁄6 gefallen, während das konstante Kapital sich verdoppelt hat. Wie das Wachstum oder die Abnahme des konstanten Kapitals die Proportion v⁄c + v, berührt, hängt offenbar von der Proportion ab, worin c und v ursprünglich Teile des ganzen Kapitals C (c + v) bilden.
||344| Das konstante Kapital (d.h. sein Wert) nun kann erstens wachsen (oder fallen), obgleich die Massen des angewandten Rohmaterials, Maschinerie etc. dieselben bleiben. In diesem Falle sind die Variationen im konstanten Kapital also nicht bedingt durch die Produktionsbedingungen des industriellen Prozesses, worin es als konstantes Kapital eingeht, sondern sind291 unabhängig von denselben. Welches aber immer die Ursachen, die diesen Wertwechsel herbeiführen, so influenzieren sie jedesmal die Profitrate. In diesem Fall hat dieselbe Masse Rohstoff, Maschinerie usw. mehr oder weniger Wert als früher, weil mehr oder weniger Arbeitszeit als früher erheischt war, um sie zu produzieren. Die Variationen sind dann bedingt durch die Produktionsbedingungen der Prozesse, woraus die Bestandteile des capital constant als Produkte hervorgehn. Wir haben vorhin292 untersucht, wie dies auf die Profitrate wirkt.
Ob aber in derselben Industrie konstantes Kapital, z. B. Rohmaterial, im Wert steigt oder fällt, weil seine eigne Produktion teurer etc. geworden, ist mit Bezug auf die Profitrate ganz dasselbe, als wenn in dem einen Industriezweig (oder auch in demselben) für diese Ware wertvolles Rohmaterial als für die andre angewandt wird, bei gleich großer Auslage in Lohnarbeit.
Wo bei gleicher Auslage in Lohnarbeit das Rohmaterial, das ein Kapital bearbeitet (z. B. Weizen), teurer ist als das Rohmaterial, das ein andres Kapital bearbeitet (z. B. Hafer) (oder Silber und Kupfer etc. oder Wolle und Baumwolle etc.), muß die Profitrate in beiden Kapitalien in umgekehrtem Verhältnis zur Teuerkeit des Rohmaterials stehn. Wird also derselbe Profit durchschnittlich in beiden Industriezweigen gemacht, so dies nur möglich dadurch, daß der Mehrwert gemeinschaftlich unter die Kapitalisten verteilt wird, nicht nach dem Verhältnis des Mehrwerts, den jedes Kapital in seiner besondren Produktionssphäre produziert, sondern im Verhältnis der Größen der Kapitalien, die sie anwenden. Dies kann doppelt geschehn. A, der das wohlfeilre Material bearbeitet, verkauft seine Ware zu ihrem wirklichen Wert, kassiert also auch den von ihm selbst produzierten Mehrwert. Der Preis seiner Ware ist gleich ihrem Wert. B, der das teurere Material bearbeitet, verkauft seine Ware über ihrem Wert, chargiert im Preis so viel, als hätte er wohlfeileres Material bearbeitet. Tauschen dann A und B ihre Waren aus, so ist es dasselbe für A, als wenn er weniger Mehrwert im Preis seiner Ware berechnet hätte, als sie wirklich enthält. Oder als wenn beide, A und B, von vornherein eine Profitrate im Verhältnis zur Größe des ausgelegten Kapitals chargiert hätten, d. h., den gemeinsamen Mehrwert unter sich im Verhältnis zur Größe der von ihnen ausgelegten Kapitalien verteilt hätten. Und das ist es, was die allgemeine Profitrate meint.
Diese Ausgleichung tritt natürlich nicht ein, wenn das capital constant eines bestimmten Kapitals, wie der Rohstoff z. B., vorübergehend fällt oder steigt durch Einfluß der Jahreszeiten etc. Obgleich gar nicht zu zweifeln ist, daß die außerordentlichen Profite, die cotton spinners293 z. B. in Jahren besonders fruchtbarer Baumwollernten machen, eine Masse neues Kapital in diesen Industriezweig hereinziehn, die Veranlassung geben zum Bau einer Masse neuer Fabriken und Baumwollmaschinerie. Kömmt also dann ein schlechtes Baumwolljahr, so der Verlust um so größer.
Zweitens aber, wenn die Produktionskosten von Maschinerie, Rohmaterial, kurz capital constant dieselben bleiben, kann größere Masse davon erheischt sein, also ihr Wert wachsen, wie die angewandte Masse wächst infolge der veränderten Produktionsbedingungen der Prozesse, worin jene Bestandteile als Produktionsmittel eingehn. In diesem Fall macht natürlich, wie im vorigen, das Wachsen des Werts des konstanten Kapitals die Profitrate fallen; anderseits aber zeigen diese Variationen in den Produktionsbedingungen selbst an, daß die Arbeit produktiver geworden, also die Rate des Mehrwerts gestiegen ist. Denn es wird nur mehr Rohmaterial von derselben lebendigen Arbeit konsumiert, weil sie dasselbe in weniger Zeit verarbeitet, und es wird nur mehr Maschinerie angewandt, weil die Kost der Maschinerie kleiner ist als die Kost der Arbeit, die sie ersetzt. Hier also das Fallen der Profitrate mehr oder minder aufzuholen durch ein Steigen in der Rate des Mehrwerts und daher auch in der absoluten Größe des Mehrwerts.
Endlich können beide Umstände des Wertwechsels zusammenwirken in sehr verschiednen Kombinationen. Z.B. ||345| der Durchschnittswert der Rohbaumwolle ist gefallen, aber zugleich ist der Wert der Masse, die in einer bestimmten Zeit bearbeitet wird, in größrem Maße noch gestiegen. Der Wert der Wolle gestiegen und der Wert der Masse Wolle, die in bestimmter Zeit bearbeitet wird. Massenhafte Maschinerie ist absolut teurer geworden, aber im Verhältnis zu ihrer efficiency294 ist sie wohlfeiler geworden etc.
Bisher wurde angenommen, daß das variable Kapital gleichbleibend sei. Das variable Kapital kann aber auch nicht nur relativ, sondern absolut abnehmen, wie in der Agrikultur z.B., d. h. nicht nur relativ abnehmen im Verhältnis zur Größe des konstanten Kapitals. Oder das variable Kapital kann absolut wachsen. Dann aber ist es dasselbe, als ob es unverändert bliebe, sofern das konstante Kapital aus den oben gegebnen Ursachen in größrem Verhältnis oder in demselben Verhältnis wächst.
Bleibt das konstante Kapital gleich, so ist jedes Wachsen oder Fallen desselben im Verhältnis zum variablen Kapital nur dadurch erklärt, daß das konstante Kapital relativ wächst oder fällt, weil das variable absolut fällt oder wächst.
Bleibt das variable Kapital gleich, so ist jedes Wachsen oder Fallen des konstanten Kapitals nur aus seinem eignen absoluten Wachsen oder Fallen zu erklären.
Finden in beiden gleichzeitig Variationen statt, so ist es dasselbe nach Abzug der Variation, die in beiden gleich ist, als ob das eine gleichgeblieben, das andre gewachsen oder gefallen wäre.
Ist aber einmal die Profitrate gegeben, so hängt die Masse des Profits von der Größe der angewandten Kapitalien ab. Großes Kapital mit kleiner Profitrate liefert größren Profit als kleines Kapital mit großer Profitrate.
Soweit diese Abschweifung.
Sonst in der Schrift von J.St.Mill nur noch die 2 folgenden Sätze zu merken:
„Kapital hat, genau genommen, keine produktive Macht. Die einzige produktive Macht ist die der Arbeit, assistiert zweifelsohne von Werkzeugen und auf Maschinerie295 wirkend." (l.c. p.90.)
Strictly speaking296 verwechselt er Kapital hier mit den stofflichen Bestandteilen, aus denen es besteht. Der Satz aber gut für die, die dasselbe tun und doch die produktive Kraft des Kapitals behaupten. Auch hier natürlich die Sache nur richtig, soweit of the production of value gesprochen wird. Im übrigen produziert auch die Natur, soweit es sich um bloßen Gebrauchswert handelt.
„Produktive Macht des Kapitals ist nichts als die Quantität der realen produktiven Macht, welche der Kapitalist vermittelst seines Kapitals kommandieren kann." (l.c. p.91.)
Hier das Kapital richtig als Produktionsverhältnis gefaßt. [VIII–345]||
||XIV–851| In einem frühern Heft[61] habe ich ausführlich die gewaltsamen Versuche nachgewiesen, die Mill macht, um R[icardo]s Gesetz über die Profitrate (im umgekehrten Verhältnis zum Arbeitslohn) unmittelbar aus der Werttheorie abzuleiten, ohne zwischen Mehrwert und Profit zu unterscheiden.
Die ganze Darstellung der R[icardo]schen Schule zeigt, wie sie sich auflöst in zwei Punkten:
1. Austausch zwischen Kapital und Arbeit, dem Gesetz des Werts entsprechend;
2. Bildung der allgemeinen Profitrate. Identifikation von Mehrwert und Profit. Unverstandnes Verhältnis zwischen values und cost-prices.