||852| In der R[icardo]schen Periode der politischen Ökonomie zugleich der Gegensatz, Kommunismus (Owen) und Sozialismus (Fourier, St.-Simon. Letztrer nur noch in his first beginnings1. Unserm Plan gemäß wir es hier jedoch nur zu tun mit dem Gegensatz, der selbst von den Voraussetzungen der Ökonomen ausgeht.
Man wird in den folgenden von uns zitierten Schriften finden, daß sie in der Tat alle von der Ricardoschen Form ausgehn.
Dies kaum bekannte Pamphlet (about 40 pages2 – [erschienen] zu einer Zeit, wo „this incredible cobbler“ McCulloch anfing, von sich reden zu machen – enthält einen wesentlichen Fortschritt über Ricardo hinaus. Es bezeichnet direkt die surplus value3 oder „Profit“, wie Ric[ardo] es nennt (oft auch „surplus produce4 oder „interest5, wie der Verfasser des Pamphlets es heißt, als „surplus labour6, die Arbeit, die der Arbeiter gratis verrichtet, die er über das Quantum Arbeit hinaus verrichtet, wodurch der Wert seines Arbeitsvermögens ersetzt wird oder ein Äquivalent für seine wages produziert wird. Ganz so wichtig es war, die value in labour aufzulösen, so die surplus value, die sich in einem surplus produce darstellt, als surplus labour. Dies ist in der Tat bei A.Smith7 schon gesagt und bildet ein Hauptmoment der R[icardo]schen Entwicklung. Aber es ist nirgends bei ihm in der absoluten Form herausgesagt und fixiert.
Wenn bei R[icardo] etc. nur das Interesse, die Verhältnisse der kapitalistischen Produktion zu begreifen und sie als absolute Formen der Produktion geltend zu machen, so bemächtigen sich das Pamphlet und die übrigen unter dieser Kategorie zu erwähnenden Schriften der bloßgelegten Mysterien der kapitalistischen Produktion, um letzte vom Standpunkt des industriellen Proletariats aus zu bekämpfen.
„Was auch dem Kapitalisten zukommen möge" (vom Standpunkt des Kapitals aus), „er kann immer nur die Mehrarbeit des Arbeiters aneignen, denn der Arbeiter muß leben." (l. c. p. 23.)
Allerdings sind diese Bedingungen des Lebens, das Minimum, auf das der Arbeiter leben kann, und daher das Quantum Surplusarbeit, das ihm abgepreßt werden kann, relativ.
„Wenn das Kapital nicht an Wert abnimmt im Verhältnis, wie es an Masse zunimmt, so werden die Kapitalisten den Arbeitern das Produkt jeder Arbeitsstunde abpressen über das hinaus, wovon der Arbeiter leben kann. Und so abscheulich und entsetzlich es scheinen mag, der Kapitalist mag schließlich imstande sein, auf die Lebensmittel zu spekulieren, deren Produktion am wenigsten Arbeit machen und schließlich dem Arbeiter sagen: du sollst kein Brot essen, denn Gerstengrütze ist billiger; du sollst kein Fleisch essen, denn man kann von Runkelrüben und Kartoffeln leben. Und dahin sind wir gekommen." (p. 23, 24.)
„Wenn der Arbeiter dahin gebracht werden kann, sich von Kartoffeln zu nähren statt von Brot, so ist es unstreitbar richtig, daß mehr aus seiner Arbeit herausgeschlagen werden kann, d.h., wenn, um von Brot zu leben, er genötigt war, für seine Erhaltung und die seiner Familie die Arbeit des Montags und Dienstags für sich zu behalten, so wird er, bei Kartoffelnahrung, nur die Hälfte des Montags für sich erhalten; und die andere Hälfte des Montags und der ganze Dienstag werden freigesetzt entweder für den Nutzen des Staats oder für den Kapitalisten." (l. c. p. 26.)
Hier direkt Profit etc. in Aneignung der Arbeitszeit aufgelöst, für die der Arbeiter kein Äquivalent erhält.
„Es wird zugegeben, daß der den Kapitalisten gezahlte Zins, sei es in der Gestalt von Rente, Geldzins oder Geschäftsprofit, bezahlt wird aus der Arbeit anderer." (p. 23.)
Also rent, Geldzins, industrieller Profit sind nur verschiedne Formen of „interest of capital“8, welches sich wieder auflöst in die „surplus labour of the labourer“. Dies surplus labour stellt sich dar in einem surplus produce. Kapitalist ist der possessor9 der surplus labour oder des surplus produce. Das surplus produce ist das Kapital.
„Nehmen wir an, daß ... es keine Mehrarbeit gibt, es also nichts gibt, das als Kapital akkumuliert werden könnte.“ (p.4.)
Und gleich drauf sagt er
„die Besitzer des Mehrprodukts oder des Kapitals“. (l.c.)
In einem ganz andren Sinn als die jammernden Ricardians sagt der Verfasser:
„Die natürliche und notwendige Folge eines zunehmenden Kapitals ist sein abnehmender Wert.“ (p.21, 22.)
Mit Bezug auf Ricardo:
„Warum bemüht er sich, uns zu zeigen, daß die Akkumulation des Kapitals den Profit nicht senken werde, da nur das Steigen der Löhne den Profit zu senken vermöge, wenn es sich zeigt, daß, wenn die Bevölkerung nicht in demselben Maße wächst wie das Kapital, die Löhne infolge des Mißverhältnisses zwischen Kapital und Arbeit ansteigen und daß, wenn die Bevölkerung wächst, die Löhne infolge der Schwierigkeit ansteigen, Nahrungsmittel zu beschaffen.“ (p.23.)
||853| Würde der Wert des Kapitals – d.h. der Zins des Kapitals, d.h. die surplus labour, die es kommandiert, sich aneignet – nicht abnehmen, wenn der amount10 des Kapitals zunimmt, so würde Zins vom Zins [in] geometrischer Progression stattfinden; und ganz wie diese in Geld berechnet (siehe Price) eine unmögliche Akkumulation (rate of accumulation11) voraussetzt, so würde sie, in ihr wahres Element aufgelöst, Arbeit, nicht nur die surplus labour, sondern necessary labour12 als dem Kapital „zukommend“ verschlingen. (Auf die Pricesche Phantasie zurückzukommen in dem Abschnitt über Revenue and its sources.)
„Wäre es möglich, dauernd das Kapital zu vergrößern und den Wert des Kapitals aufrechtzuerhalten, was sich darin zeigen würde, daß der Zins vom Geld der gleiche bliebe, so würden die Zinsen, die für das Kapital zu zahlen sind, bald das gesamte Produkt der Arbeit übersteigen … Das Kapital hat die Tendenz, in mehr als arithmetischer Progression das Kapital zu vermehren. Es wird zugegeben, daß der den Kapitalisten gezahlte Zins, sei es in der Gestalt von Rente, Geldzins oder Geschäftsprofit, bezahlt wird aus der Arbeit anderer. Im Fortgang der Akkumulation des Kapitals muß daher die Arbeit, die für die Benutzung des Kapitals hingegeben wird, zunehmen, wenn der für das Kapital gezahlte Zins der gleiche bleibt, bis die gesamte Arbeit aller Arbeiter der Gesellschaft von den Kapitalisten an sich gezogen wird. Aber das kann unmöglich eintreten. Was auch dem Kapitalisten zukommen möge, er kann immer nur die Mehrarbeit des Arbeiters aneignen, denn der Arbeiter muß leben." (p.23.)
Wie aber die value of capital decreases13, ist ihm nicht klar. Er sagt selbst, bei [Ricardo] dadurch, daß der Arbeitslohn steigt, wenn das Kapital rascher akkumuliert als die Population wächst; oder daß der Wert des wages (ohne ihre quantity) wächst, wenn die Bevölkerung schneller wächst als das Kapital akkumuliert (oder auch nur, wenn sie gleichzeitig wächst), durch zunehmende Unfruchtbarkeit der Agrikultur. Aber wie erklärt er es? Das letztre nimmt er nicht an; die wages läßt er immer mehr auf das possible14 Minimum reduzieren. Möglich nur, sagt [er, ist ein Abnehmen des „Zinses" des Kapitals] dadurch, daß, obgleich der Arbeiter mehr oder ebensoviel exploitiert wird, der Teil des Kapitals, der sich gegen lebendige Arbeit austauscht, relativ abnimmt.
Jedenfalls verdienstlich, daß der Unsinn des geometrischen Zinsprogresses auf seinen wahren Sinn, d. h. Unsinn, zurückgeführt wird.(1)
Es sind übrigens zwei Wege, wodurch mit dem Anwachsen des surplus produce oder der surplus labour – nach dem Pamphletisten – verhindert wird, daß das Kapital nicht gezwungen wird, einen immer größren Teil seines Raubs an die Arbeiter wieder abzugeben.
Der erste ist die Verwandlung des surplus produce in capital fixe, wodurch verhindert wird, daß der labour fonds16 – oder der Teil des Produkts, der vom Arbeiter verzehrt wird – wachsen müßte mit der Akkumulation of capital.
Der zweite ist der auswärtige Handel, der den Kapitalisten befähigt, das surplus produce gegen auswärtige Luxusartikel auszutauschen und sie so selbst zu konsumieren. Dadurch kann der Teil des Produkts, der selbst in necessaries17 existiert, durchaus anwachsen, ohne daß er an die Arbeiter in der Form der wages, in irgendeiner Proportion zu seinem Wachstum, zurückzufließen braucht.
Es ist zu merken, daß der erste Weg, der nur periodisch wirkt, dann aber seine Wirkung paralysiert (wenigstens soweit das fixe Kapital in Maschinerie etc. besteht, die selbst in die Produktion von necessaries eingeht), Verwandlung von surplus produce in Kapital bedingt, während der zweite Weg Konsum eines immer wachsenden Teils des surplus produce durch die Kapitalisten, wachsenden Konsum derselben – und Nicht-Rückverwandlung des surplus produce in Kapital bedingt. Würde dasselbe surplus produce in der Form, worin es unmittelbar existiert, bleiben, so müßte großer Teil davon als variables Kapital mit den Arbeitern ausgetauscht werden. Folge davon wäre Steigen des Arbeitslohns und Abnahme der absoluten oder relativen surplus value. Hier ist das eigentliche Geheimnis von Malthus’ Notwendigkeit der wachsenden Konsumtion der „Reichen“, damit der Teil des Produkts, der gegen Arbeit ausgetauscht wird, sich in Kapital verwandelt, hohen Wert hat, großen Profit bringe, viel Surplusarbeit absorbiere.18 Nur läßt er die industriellen Kapitalisten selbst nicht konsumieren, sondern für diese functions landlords19, Sinecurists etc., weil der Trieb der Akkumulation und der expenditure20, wenn in derselben Person vereinigt, sich wechselseitig Possen spielen würden. Hier tritt denn auch das Falsche an Bartons, Ricardols etc. Ansicht hervor. Der Arbeitslohn nicht bestimmt durch den Teil der Masse des Gesamtprodukts, der als variables Kapital verzehrt oder in solches verwandelt werden kann, sondern durch den Teil der Masse, der darin verwandelt wird. Ein Teil kann selbst in seinem Naturalzustand von retainers4 aufgegessen werden, ein andrer durch den auswärtigen Handel etc. als Luxusprodukt konsumiert werden.
Was unser Pamphletist übersieht, ist zweierlei:
Durch die Einführung der Maschinerie beständig eine Masse Arbeiter außer Beschäftigung geworfen, dadurch die population made redundant21; das surplus produce findet also neue Arbeit vor, wogegen es sich austauschen kann, ohne daß die Bevölkerung gewachsen ist, und ohne daß es nötig ist, die absolute Arbeitszeit zu verlängern. Früher, sage, 500 Arbeiter beschäftigt, jetzt 300, die relativ mehr Surplusarbeit liefern. Die 200 können von dem surplus produce beschäftigt werden, sobald dieser hinreichend gewachsen. Ein Teil des alten [variabeln] Kapitals in fixes verwandelt, der andre beschäftigt weniger Arbeiter, aber zieht im Verhältnis zu ihrer Zahl mehr surplus value aus ihnen und namentlich auch mehr surplus produce. Die andren 200 sind Materie, geschaffen für die Kapitalisierung von neuem surplus produce.
[853a] Die Verwandlung der necessaries in luxuries22 durch den auswärtigen Handel, wie sie das Pamphlet auffaßt, an und für sich wichtig:
1. weil sie dem Unsinn ein Ende macht, als hänge der Arbeitslohn ab von der Masse der produzierten necessaries – als ob diese necessaries von den Produzenten oder selbst dem produzierenden Volk en masse in dieser Form verzehrt zu werden brauchten, also in variables Kapital oder „zirkulierendes Kapital", wie Barton und Ricardo sagen, rückverwandelt werden müßten;
2. weil die ganze Gesellschaftsform zurückgebliebener Nationen – z. B. der Slave-holding States23 in den Nordamerikanischen Staaten (siehe Cairnes(64)) oder Polens etc. (was schon der alte Büsch begriff, wenn er das nicht auch aus Steuart gestohlen) – dadurch bestimmt wird, die im Zusammenhang mit einem auf der kapitalistischen Produktion beruhenden Weltmarkt stehn. Wie groß immer das surplus produce sei, das sie in einfacher Form als cotton oder corn aus der surplus labour ihrer slaves herausziehn, sie können bei dieser einfachen, unvariated labour24 stehnbleiben, indem sie durch den auswärtigen Handel befähigt sind, diesem einfachen Produkt jede beliebige Form von Gebrauchswert [zu geben].
Die Behauptung, daß von der Größe des „circulating capital" abhänge der Teil des jährlichen Produkts, der als wages must be expended25, wäre al pari26 mit der Behauptung, daß, wenn großer Teil des Produkts in „Baulichkeiten" besteht, Arbeiterwohnungen in großen Massen verhältnismäßig zur Arbeiterbevölkerung gebaut werden, daher der Arbeiter gut und wohlfeil wohnen müsse, weil die Zufuhr von Wohnungen rascher zunehme als die Nachfrage danach.
Richtig dagegen: Ist das surplus produce groß und soll großer Teil davon als Kapital verwandt werden, so muß (vorausgesetzt, daß diese Größe des surplus produce selbst nicht schon auf einem Wege hervorgebracht, der Masse Arbeiter aufs Pflaster warf) die Nachfrage nach Arbeit wachsen und daher der Teil des surplus produce, der als wages ausgetauscht wird. Es ist unter allen Umständen nicht die absolute Größe des surplus produce (in welcher Form es immer existiere, selbst in der of necessaries), die zwingt, es als variables Kapital zu expend27 und daher den Arbeitslohn wachsen macht. Sondern es ist die Sucht des Kapitalisierens, die einen großen Teil des surplus produce in variables Kapital verausgaben läßt, und daher den Arbeitslohn wachsen machen würde mit der Akkumulation des Kapitals, wenn die Maschinerie nicht beständig redundant machte die Bevölkerung und wenn (speziell auch noch durch den auswärtigen Handel unterstützt) ein immer größerer Teil des Kapitals sich nicht gegen Kapital austauschte, nicht gegen Arbeit. Der Teil des surplus produce, der schon direkt in einer Form produziert wird, worin er nur als Kapital dienen kann, und der Teil desselben, der durch Austausch mit dem Ausland diese Form erhält, wächst rascher als der Teil, der gegen immediate labour28 ausgetauscht werden muß.29
Die Phrase, daß der Arbeitslohn vom existing capital30 abhänge und rasche Akkumulation des Kapitals daher das einzige Mittel sei, um den Arbeitslohn steigen zu machen, kommt darauf hinaus:
Einerseits auf die Tautologie, wenn wir die Form, worin die Arbeitsbedingungen Kapital sind, abstreifen. Es hängt von der Produktivität der Arbeit ab, die eine bestimmte Anzahl Arbeiter verrichten, wie rasch sich diese Anzahl vermehren kann, ohne Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen. Je mehr Rohmaterial, Instrumente und Lebensmittel sie produzieren, um so mehr Mittel haben sie, nicht nur ihre Kinder aufzubringen, solange sie selbst nicht arbeiten können, sondern die Arbeit der neu anwachsenden Generation zu realisieren, und daher den Zuwachs der Population mit Zuwachs von Produktion identisch zu machen, ja to outdo31, da mit dem Wachstum der Population Kunst[fertigkeit] wächst, Teilung der Arbeit wächst, Möglichkeit der Maschinerie wächst, konstantes Kapital wächst, kurz, die Produktivität der Arbeit wächst.
Wenn das Wachstum der Population von der Produktivität der Arbeit abhängt, so hängt die Produktivität der Arbeit vom Wachstum der Population ab. Es ist Wechselwirkung. Dies, kapitalistisch ausgedrückt, heißt aber, daß die Lebensmittel der Arbeiterpopulation von der Produktivität des Kapitals abhängen, davon, daß möglichst großer Teil ihres Produkts ihnen gegenübertritt als Kommandeur ihrer Arbeit. Ric[ardo] selbst drückt die Sache richtig aus – ich meine die Tautologie –, wenn er die wages von der Produktivität des Kapitals, diese aber von der Produktivität der Arbeit abhängig macht32.
Daß die Arbeit von dem Wachstum des Kapitals abhängt, heißt weiter nichts, als einerseits die Tautologie, daß der ||854|| Zuwachs der Lebens- und Beschäftigungsmittel einer Population von der Produktivität ihrer eignen Arbeit abhängt, und zweitens, kapitalistisch ausgedrückt, daß sie davon abhängt, daß ihr eignes Produkt ihr als fremdes Eigentum und ihre eigne Produktivität daher als Produktivität des Dings, das sie schafft, ihr gegenübertritt.
Der Arbeiter, heißt es praktisch, muß einen möglichst geringen Teil seines Produkts sich aneignen, damit ein möglichst großer Teil seines Produkts ihm als Kapital gegenübertrete; er muß möglichst viel gratis an den Kapitalisten abtreten, damit dessen Mittel, seine Arbeit mit dem ihm gratis Abgenommenen von neuem zu kaufen, möglichst wachse. In diesem Fall kann es eintreten, daß, wenn der Kapitalist ihn sehr viel umsonst hat arbeiten lassen, er ihn nun, im Austausch gegen dies umsonst Erhaltene, etwas weniger umsonst arbeiten läßt. Indes, da dies Resultat ja grade das verhindert, was bezweckt ist, möglichst rasche Akkumulation des Kapitals, so muß der Arbeiter in solchen circumstances33 leben, daß diese Verminderung seiner Gratisarbeit durch Vermehrung der Arbeiterbevölkerung – sei es relative, mittelst der Maschinerie, oder absolute, mittelst rascher Heiraten – sich wieder aufhebt. (Es ist dasselbe Verhältnis, was die Ricardians verlachen, wenn die Malthusians es zwischen landlords und Kapitalist predigen.) Die Arbeiter müssen möglichst großen Teil ihres Produkts dem Kapital gratis überlassen, um unter günstigen Bedingungen mit neuer Arbeit einen Teil des so überlaßnen Produkts zurückzukaufen. Da aber diese günstige Wendung zugleich die Bedingung der günstigen Wendung aufhebt, darf sie nur temporär sein und muß wieder in ihr eignes Gegenteil umschlagen.
3. Was von der Verwandlung der necessaries in luxuries durch auswärtigen Handel gilt, gilt überhaupt von der Luxusproduktion, für deren unbegrenzte Vervielfältigung und Ausdehnung aber der auswärtige Handel Bedingung. Die in der Luxusproduktion beschäftigten Arbeiter produzieren zwar Kapital für ihren employer34, aber ihr Produkt kann sich nicht in natura wieder in Kapital verwandeln, weder in konstantes noch in variables.
Den Teil der Luxusprodukte abgerechnet, die nach dem Ausland geschickt werden, um sie dort gegen necessaries auszutauschen, die ganz oder teilweise in das variable Kapital eingehn, stellen sie bloße Surplusarbeit vor und die Surplusarbeit selbst sofort in that shape of surplus produce35, worin sie als Revenue von den Reichen konsumiert wird. Sie stellen zwar nicht bloße Surplusarbeit der Arbeiter vor, die sie produzieren. Diese vielmehr arbeiten im Durchschnitt dieselbe Surplusarbeit als die Arbeiter in den andren Industriezweigen. Aber wie ich 1/3 des Produkts, worin 1/3 Surplusarbeit enthalten, als Inkorporation dieser Surplusarbeit betrachten kann, und die andren 2/3 als Reproduktion des vorgeschößnen Kapitals, so kann die Surplusarbeit der Produzenten der necessaries, die die wages für die Produzenten der luxuries bildet, als die notwendige Arbeit der Gesamtarbeiterklasse dargestellt werden. Ihre Surplusarbeit stellt sich dar: 1. in dem Teil der necessaries, der von den Kapitalisten und ihren retainers36 verzehrt wird; 2. in der Gesamtheit der luxuries. Mit Bezug auf den einzelnen Kapitalisten oder different trades37 stellt sich dies anders dar. Für ihn repräsentiert ein Teil der von ihm created luxuries38 bloß Äquivalent für das vorgeschößne Kapital.
Wird ein zu großer Teil der Surplusarbeit direkt in der Form von luxuries dargestellt, so muß offenbar die Akkumulation und der degree of39 Reproduktion stocken, weil ein zu geringer Teil in Kapital rückverwandelt wird. Wird ein zu geringer Teil so dargestellt, so würde die Akkumulation des Kapitals rascher vor sich gehn als die Population (d.h. des Teils des surplus produce, der in natura als Kapital wieder dienen kann) und die Profitrate fallen, es sei denn, daß ein auswärtiger Markt für die necessaries existiert.
Ich habe bei dem Austausch zwischen Kapital und Revenue auch den Arbeitslohn als Revenue betrachtet und überhaupt bloß das Verhältnis des konstanten Kapitals zur Revenue betrachtet40. Der Umstand, daß die Revenue der Arbeiter zugleich als variables Kapital erscheint, nur insofern von Wichtigkeit, als bei der Akkumulation – Neubildung von Kapital – das in Lebensmitteln (necessaries) bestehende Surplus des Kapitalisten, der letztre fabriziert, sich direkt austauschen kann gegen das in Rohstoff oder Instrumenten bestehende Surplus des Kapitalisten, der konstantes Kapital produziert. Hier tauscht sich eine Form der Revenue gegen die andre ||855| aus, und [ist] der Austausch effecte41, verwandelt sich die Revenue von A in das konstante Kapital von B, und die Revenue von B in das variable Kapital von A.
Bei der Betrachtung dieser Zirkulation, Reproduktion und Manier des Ersetzens der Kapitalien etc. untereinander, ist d’abord42 abzusehn vom auswärtigen Handel.
Zweitens ist zu unterscheiden zwischen dem doppelten Phänomen,
1. Reproduktion auf der gegebnen Stufenleiter;
2. Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder Akkumulation; Verwandlung von Revenue in Kapital.
Ad 1.
Ich habe gezeigt:
Was die Produzenten von Lebensmitteln zu ersetzen haben, ist 1. ihr konstantes Kapital, 2. ihr variables Kapital. Der Wertteil ihres Produkts, der den Überschuß über diese zwei Teile darstellt, bildet das surplus produce, material existence of surplus value, which in its turn is only the representative of surplus labour43.
Das variable Kapital – der Teil ihres Produkts, der es darstellt – bildet die wages, die Revenue des Arbeiters. Dieser Teil existiert hier schon in der Naturalform, worin er von neuem als variables Kapital dient. Mit diesem Teil, dem Äquivalent, was der Arbeiter reproduziert hat, wird seine Arbeit von neuem gekauft. Es ist dies der Austausch zwischen Kapital and immediate labour. Der Arbeiter erhält diesen Teil in Geld, mit dem er zurückkauft sein eignes Produkt oder andre derselben Kategorie. Es ist dies Austausch der verschiedenen Bestandteile des variablen Teile des Kapitals gegeneinander, nachdem der Arbeiter im Geld Anweisung erhalten hat auf seine Quote. Es ist Austausch eines Teils der neuzugesetzten Arbeit gegen die andre innerhalb derselben Kategorie. (Lebensmittel.)
Der Teil des surplus produce (neuzugesetzte Arbeit), den die Kapitalisten (die Lebensmittel produzieren) selbst verzehren, oder es ist Austausch einer Art des in consummabler Form existierenden surplus produce gegen eine andre Art desselben. Es ist dies Austausch von Revenue gegen Revenue, und beides löst sich in neuzugesetzte Arbeit auf.
Bei der vorigen Transaktion kann eigentlich nicht von Austausch von Revenue und Kapital gesprochen werden. Kapital (necessaries) wird ausgetauscht gegen Arbeit (Arbeitsvermögen). Es wird hier also nicht Revenue und Kapital ausgetauscht. Sobald der Arbeiter allerdings die wages erhalten, verzehrt er sie. Aber was er austauscht gegen Kapital, ist nicht seine Revenue, sondern seine Arbeit.
Der dritte Teil [des Produkts der Produzenten von Lebensmitteln, der darstellt] das konstante Kapital, wird ausgetauscht gegen einen Teil des Produkts der Produzenten, die konstantes Kapital produzieren. Nämlich gegen den Teil, der neuzugesetzte Arbeit vorstellt. Und dieser besteht in dem Äquivalent für die wages (also variablem Kapital) und dem surplus produce, surplus value, Revenue der Kapitalisten, in einer Form existierend, worin sie nur industriell, nicht individuell konsumiert werden kann. Dies ist also einerseits Austausch von varialem Kapital dieser Produzenten gegen einen Teil der Lebensmittel, die konstantes Kapital [der Produzenten der Lebensmittel] vorstellen. In der Tat wird ein Teil ihres Produkts, der variables Kapital vorstellt, aber in der Form von konstantem Kapital existiert, ausgetauscht gegen einen Teil des Produkts der Lebensmittelfabrikanten, der konstantes Kapital vorstellt, aber in der Form von variablem Kapital existiert. Es tauscht sich hier neuzugesetzte Arbeit gegen konstantes Kapital44 aus.
Andrerseits der Teil des Produkts, der surplus produce vorstellt, aber in der Form von konstantem Kapital existiert, wird ausgetauscht gegen einen Teil der Lebensmittel, der konstantes Kapital für seine Produzenten vorstellt. Hier wird Revenue gegen Kapital ausgetauscht. Die Revenue der Kapitalisten, die konstantes Kapital produzieren, tauscht sich aus gegen Lebensmittel und ersetzt das konstante Kapital der Kapitalisten, die Lebensmittel produzieren.
Endlich der Teil des Produkts der Kapitalisten, die konstantes Kapital produzieren, der selbst konstantes Kapital vorstellt, ersetzt sich teils in natura, teils durch Naturalaustausch (verhüllt durchs Geld) zwischen den Produzenten von konstantem Kapital.
Dies alles vorausgesetzt, daß die Stufe der Reproduktion = der ursprünglichen Stufe der Produktion.
Fragen wir nun, welcher Teil des jährlichen Gesamtprodukts neuzugesetzte Arbeit vorstellt? So ist die Rechnung sehr einfach:
A. Consommable Artikel [für die individuelle Konsumtion. Diese] zerfallen in drei Teile. [Erstens] Revenue der Kapitalisten = surplus labour während des Jahrs zugesetzt.
Zweitens Arbeitslohn, variables Kapital, gleich der neuzugesetzten Arbeit, wodurch die Arbeiter ihre wages reproduziert haben.
Endlich dritter Teil, Rohmaterial, Maschinerie etc. Dies ist konstantes Kapital, der Wertteil des Produkts, der nur erhalten, nicht produziert ist. Also nicht während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit.
||856| Nennen wir das konstante Kapital C, das variable V und das surplus produce, die Revenue, R, so besteht diese Kategorie aus:
C bloß erhaltner Wert, nicht neuzugesetzte Arbeit (dieses stellt einen Teil des Produkts vor); dagegen V + R während des Jahrs zugesetzte Arbeit.
Das Gesamtprodukt (oder sein Wert) Pa stellt also neuzugesetzte Arbeit vor, nach Abzug von C.
Also das Produkt der Kategorie A: [Pa]
Pa – C' = während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit.
V'' + R'' stellen auch hier neuzugesetzte Arbeit vor. Dagegen nicht C'', das konstante Kapital, das in dieser Sphäre funktioniert.
Aber V'' + R'' = C', wogegen sie sich austauschen. C' wird in variables Kapital und Revenue für B verwandelt. Anderseits wird V'' und R'' in C', in das konstante Kapital von A verwandelt.
Das Produkt der Kategorie Pb,
Pb – C'' = während des Jahrs neuzugesetzte Arbeit.
Aber Pb – C'' = C'; denn das ganze Produkt von Pb nach Abzug von C'', dem in dieser Kategorie angewandten konstanten Kapital, wird ausgetauscht gegen C'.
Nachdem V'' + R'' ausgetauscht sind gegen C', kann die Sache so dargestellt werden:
Pa besteht nur aus neuzugesetzter Arbeit, deren Produkt sich in Profite und wages verteilt, in equivalent of necessary labour und equivalent of surplus labour45. Denn das V'' + R'', das nun C' ersetzt, ist gleich der in Kategorie B neuzugesetzten Arbeit.
Also das ganze Produkt von Pa, sowohl sein surplus produce als sein variables Kapital, als sein konstantes Kapital besteht aus Produkten der während des Jahrs neuzugesetzten Arbeit.
Dagegen kann Pb so betrachtet werden, daß es keinen Teil neuzugesetzter Arbeit repräsentiert, sondern bloß das Erhalten alter. Denn sein Teil C'' stellt keine neuzugesetzte Arbeit dar. Ebensowenig sein Teil C', den es gegen V'' + R'' ausgetauscht hat, und welches C' in A vorgeschoßnes konstantes Kapital, nicht neuzugesetzte Arbeit darstellte.
Der ganze Teil des jährlichen Produkts, der als variables Kapital die Revenue der Arbeiter und als surplus produce den Konsumtionsfonds der Kapitalisten bildet, löst sich also auf in neuzugesetzte Arbeit, während der ganze übrige Teil des Produkts, der konstantes Kapital vorstellt, sich bloß in erhaltne alte Arbeit auflöst und bloß konstantes Kapital ersetzt.
So richtig es also ist, zu sagen, daß der ganze Teil des jährlichen Produkts, der als Revenue, wages und profits (mit den branches of profit, rent, interest46 etc., ebenso den wages der unproductive labourers) verzehrt wird, sich in neuzugesetzte Arbeit auflöst, so falsch ist es, zu sagen, daß das ganze jährliche Produkt sich in Revenue, wages und profits auflöst, und daher in bloße Anteile an der neuzugesetzten Arbeit. Es löst sich in konstantes Kapital auf zum Teil, das dem Wert nach nicht neuzugesetzte Arbeit darstellt und dem use47 nach weder in wages noch profits eingeht. Es stellt im eigentlichen Sinn accumulated labour48 vor (seinem Wert nach) und seinem Gebrauchswert nach den use dieser accumulated previous labour49.
Anderseits ist es ebenso richtig, daß die während des Jahrs zugefügte Arbeit nicht ganz von dem Teil des Produkts dargestellt wird, der sich in wages und profits auflöst. Denn mit diesen wages und profits werden services50 gekauft, also Arbeit, die nicht in das Produkt einging, wovon wages und profits [einen Teil] darstellen. Es sind dies services, Arbeit, die im Konsum des Produkts verbraucht wird, nicht in seine unmittelbare Produktion eingeht.
||857| Ad 2.
Anders verhält es sich mit der Akkumulation, Verwandlung von Revenue in Kapital, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, soweit letztre nicht bloß dadurch entsteht, daß das alte Kapital produktiver angewandt wird. Hier besteht das ganze neue Kapital als neuzugesetzter Arbeit und zwar Surplusarbeit in der Form von Profit etc. Aber obgleich es richtig ist, daß hier das ganze Element der Neuproduktion aus neuzugesetzter Arbeit – Teil der surplus labour der labourers – besteht und entsteht, so falsch ist es, wie wieder die Ökonomen voraussetzen, daß es bei seiner Verwandlung in Kapital sich bloß in variables Kapital oder in wages auflöst. Z.B., ein Teil des surplus produce des farmers werde ausgetauscht gegen einen Teil des surplus produce des Maschinenfabrikanten. So ist es möglich, daß der letztre das Korn in variables Kapital verwandelt, mehr Arbeiter beschäftigt, direkt oder indirekt. Der farmer dagegen hat einen Teil seines surplus produce in konstantes Kapital verwandelt, und es ist möglich, daß er infolge dieser Verwandlung, statt neue Arbeiter anzuwenden, alte entläßt. Der farmer mag noch mehr Land besäen. Dann wird ein Teil des Korns nicht in wages, sondern in konstantes Kapital verwandelt etc.
Bloß bei dieser Akkumulation tritt hervor, daß alles, sowohl Revenue, variables Kapital, wie konstantes, angeeignete fremde Arbeit ist. Und daß sowohl die Arbeitsbedingungen, mit denen er arbeitet, als das Äquivalent, das er für seine Arbeit erhält, Arbeit des Arbeiters ist, die der Kapitalist ohne Äquivalent erhalten hat.
Selbst bei der ursprünglichen Akkumulation. Nimm an, ich habe 500 l. an wages gespart. Sie stellen also in der Tat nicht nur akkumulierte Arbeit, sondern, im Unterschied zu der „akkumulierten Arbeit" des Kapitalisten, meine eigne, von mir und für mich akkumulierte Arbeit vor. Ich verwandle sie in Kapital, kaufe Rohmaterial etc. und Arbeiter. Profit sei 20 p.c. Also 100 l. jährlich. In fünf Jahren (wenn nicht immer neu akkumuliert, sondern die 100 l. aufgegessen werden) habe ich mein Kapital „aufgegessen" in der Form von Revenue. Im sechsten Jahr stellt mein Kapital von 500 l. selbst ohne Äquivalent angeeignete fremde Arbeit dar. Hätte ich dagegen immer 1/2 des Profits von neuem akkumuliert, so ging der Prozeß [des Aufessens meines ursprünglichen Kapitals] langsamer, weil ich nicht so viel aufesse, und [der der Aneignung fremder Arbeit] schneller.
| Kapital | Profit | Aufgegessen | |
|---|---|---|---|
| Erstes Jahr | 500 | 100 | 50 |
| Zweites Jahr | 550 | 110 | 55 |
| Drittes Jahr | 605 | 121 | 60 |
| Viertes Jahr | 665 | 133 | 66 |
| Fünftes Jahr | 731 | 146 | 73 |
| Sechstes Jahr | 804 | 160 | 80 |
| Siebentes Jahr | 884 | 176 | 88 |
| Achtes Jahr | 972 | 194 | 97 |
| 569 |
Im achten Jahr ist mein Kapital beinahe verdoppelt, obgleich ich mehr als das ursprüngliche Kapital aufgegessen. Es ist in dem Kapital 972 nicht mehr ein farthing der bezahlten Arbeit vorgestellt, oder Arbeit, wofür ich ein Äquivalent gegeben. Ich habe mein ganzes ursprüngliches Kapital in der Form von Revenue verzehrt. Also ein Äquivalent dafür erhalten und das Äquivalent verzehrt. Das neue Kapital besteht nur aus angeeigneter fremder Arbeit.
Bei der Betrachtung des Mehrwerts als solchen die Naturalform des produce, hence51 des surplus produce, gleichgültig. Bei der Betrachtung des wirklichen Reproduktionsprozesses wird sie wichtig, teils um seine Formen selbst zu verstehen, teils den Einfluß, den Luxusproduktion etc. auf die Reproduktion. Hier wieder ein Beispiel, wie der Gebrauchswert als solcher ökonomische Wichtigkeit erhält.
||858| Nun zu unsrem Pamphlet zurück:
„Nehmen wir an, daß die ganze Arbeit des Landes gerade ausreiche, soviel zu produzieren, als zur Erhaltung der Bevölkerung notwendig ist; in diesem Falle ist es klar, daß es keine Mehrarbeit gibt, es also nichts gibt, das als Kapital akkumuliert werden könnte. Nehmen wir an, die gesamte Arbeit des Landes produziere in einem Jahr genug, um seine Bevölkerung zwei Jahre lang zu erhalten, dann müssen offenbar entweder die Konsumtionsmittel für ein Jahr zugrunde gehen oder die Bewohner müssen ein Jahr lang aufhören, produktiv zu arbeiten. Aber die Besitzer des Mehrprodukts oder des Kapitals werden weder die Bevölkerung ein Jahr lang müßig gehen, noch das Produkt für ein Jahr verderben lassen; sie werden jeden mit Arbeiten beschäftigen, die nicht direkt und unmittelbar produktiv sind, zum Beispiel mit dem Bau von Maschinen usw. Aber im dritten Jahre kann die ganze Bevölkerung wieder zur produktiven Arbeit zurückkehren, und da die Maschinerie, die im letzten Jahre gebaut wurde, nun in Tätigkeit tritt, so ist es klar, daß das Produkt insgesamt größer sein wird als das ersten Jahres zuzüglich des Produkts der Maschinerie. Dies Mehrprodukt muß also noch mehr verderben oder wie vorher angewandt werden, und diese Anwendung fügt wieder der Produktivkraft der Gesellschaft hinzu, bis die Menschen die produktive Arbeit eine Zeitlang einstellen müssen, oder das Produkt ihrer Arbeit muß zugrunde gehen. Dies ist die handgreifliche Konsequenz im einfachsten Zustand der Gesellschaft." (p. 4, 5.)
„Die Nachfrage anderer Länder ist beschränkt nicht bloß durch unsere Kraft zu produzieren, sondern auch durch ihre Kraft zu produzieren."
{Dies Antwort auf Say, daß nicht wir zu viel, sondern die andern zu wenig produzieren. Their power of produce is not necessarily equal to our powers to produce.52}
„Wir mögen tun, was wir wollen, in einer Reihe von Jahren kann die ganze Welt nicht viel mehr von uns nehmen, als wir von der Welt nehmen, so daß unser ganzer auswärtiger Handel, von dem man so viel Aufhebens macht, dem Reichtum unseres Landes niemals auch nur einen Schilling oder einen Deut hinzugefügt hat, hinzufügen konnte oder irgendwie kann. Denn für jeden Ballen Seide, jede Kiste Tee, jedes Faß Wein, das importiert wurde, wurde etwas von gleichem Werte exportiert. Und selbst die Profite, die unsere Kaufleute im auswärtigen Handel machen, werden durch die Konsumenten der Waren bezahlt, die dafür eingehen." (p. 17, 18.)
„Der auswärtige Handel ist bloß Tauschhandel für die Bequemlichkeiten und die Genüsse des Kapitalisten. Dieser besitzt nicht hundert Körper und hundert Beine; er kann nicht in der Form von Tuch und Baumwollstrümpfen alles Tuch und alle Baumwollstrümpfe konsumieren, die fabriziert werden; daher werden sie gegen Wein und Seide ausgetauscht. Aber diese Weine und Seidenstoffe stellen die Mehrheit unserer eigenen Bevölkerung ebensogut dar, wie jene Tuche und Strümpfe, und auf diese Weise wird die zerstörende Macht des Kapitalisten über alle Maßen gesteigert; durch den auswärtigen Handel gelingt es den Kapitalisten, die Natur zu überlisten, die ihren Forderungen und ihren Wünschen tausenderlei Schranken entgegenstellt; nun gibt es keine Schranken mehr weder für ihre Macht, noch für ihr Verlangen." (l. c. p. 18.)
Man sieht: Er akzeptiert Ric[ardo]s Lehre vom Foreign trade53. Bei diesem hat sie nur das Interesse, seine Werttheorie nachzuweisen, oder zu zeigen, daß sie derselben nicht widerspricht. Hier aber ist es hervorgehoben, daß es nicht nur die national labour, sondern die national surplus labour ist, die sich auch in den Resultaten des Foreign trade verkörpert54.
Stellte sich die surplus labour oder value bloß in nationalem surplus produce dar, so fände die Vermehrung des Werts um des Werts willen und daher die exaction of surplus labour55 eine Grenze an der Borniertheit, dem engen Kreis von Gebrauchswerten, worin sich der Wert der [nationalen] Arbeit darstellte. Aber erst der auswärtige trade entwickelt seine wahre Natur als Wert, indem er die in ihm enthaltne Arbeit als gesellschaftliche entwickelt, die sich in einer unbegrenzten Reihe verschiedner Gebrauchswerte darstellt, und in der Tat dem abstrakten Reichtum Sinn gibt.
„Es ist die unendliche Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse und der Arten von Waren" (also auch the infinite variety of real labour, which produces those different kinds of commodities56, „die zu ihrer Befriedigung notwendig sind57, allein die Leidenschaft für Reichtum" {and hence the passion for appropriating other people's labour58}) a id="S250"„unendlich und unersättlich macht.“ (Wakefield, Ed. v. A.Smith, London 1835, t.I, p.64, Note.)
Es ist aber nur der foreign trade, die Entwicklung des Markts zum Weltmarkt, die das Geld zum Weltgeld und die abstrakte Arbeit zur gesellschaftlichen Arbeit entwickelt. Der abstrakte Reichtum, Wert, Geld – hence die abstrakte Arbeit entwickelt sich in dem Maße, worin die konkrete Arbeit zu einer den Weltmarkt umfassenden Totalität verschiedner Arbeitsweisen entwickelt. Die kapitalistische Produktion beruht auf dem Wert oder der Entwicklung der in dem Produkt enthaltenen Arbeit als gesellschaftlicher. Dies aber nur auf Basis des Foreign trade und des Weltmarkts. Dies also sowohl Voraussetzung als Resultat der kapitalistischen Produktion.
||859| Das Pamphlet ist keine theoretische Abhandlung. Protest gegen die falschen Gründe, denen die Ökonomen die damalige distress59 zuschrieben und die „National Difficulties“60. Es wird daher hier weder der Anspruch gemacht, noch kann es verlangt werden, daß die Auffassung der surplus value als surplus labour allgemeine Kritik des Gesamtsystems der ökonomischen Kategorien mit sich führe. Der Verfasser steht vielmehr auf Ric[ardo]schem Boden und spricht nur eine Konsequenz konsequent aus, die in diesem System selbst enthalten ist und macht sie im Interesse der Arbeiterklasse gegen das Kapital geltend.
Im übrigen ist der Verfasser in den ökonomischen Kategorien befangen, wie er sie vorfindet. Ganz wie bei Ric[ardo] das Verwechseln von surplus value und Profit zu unangenehmen Widersprüchen führt, so bei ihm, daß er die surplus value interest of capital61 tauft.
Zwar steht er darin über Ricardo, daß er erstens alle surplus value auf surplus labour reduziert, und, wenn er die surplus value interest of capital nennt, zugleich hervorhebt, daß er unter interest of capital die allgemeine Form der surplus labour versteht, im Unterschied von ihren besondern Formen, Rente, Geldzins und industriellem Profit.
„Der den Kapitalisten gezahlte Zins, sei es in der Natur“ (sollte heißen shape, form62) „von Rente, Geldzins oder Geschäftsprofit…“ (p.23.)
Er unterscheidet also die allgemeine Form der surplus labour oder surplus value von ihren besondren Formen, was Ric[ardo] nicht und A.Smith nicht [tun], wenigstens nicht bewußt und konsequent. Aber er nimmt den Namen einer dieser besondern Formen, interest, wieder für die allgemeine Form. Und dies ist hinreichend,daßer in den ökonomischen slang zurückfällt.
„Der Fortschritt des Anwachsens des Kapitals würde in einer fest gegründeten Gesellschaft durch ein Sinken des Geldzinses bezeichnet oder, was auf dasselbe hinausläuft, durch die Abnahme der Menge Arbeit anderer, die für den Gebrauch des Kapitals hingegeben würde." (p.6.)
Dies etwa Careysche Phrase. Aber bei ihm ist es nicht the labourer who uses capital, but capital which uses labourer63. Da er unter interest surplus labour in any form64 versteht, so kömmt die Sache – das remedy of our „national difficulties"65 – darauf hinaus, daß der Arbeitslohn erhöht werde; denn Verminderung of interest heißt Verminderung von surplus labour. Was er aber meint, ist, daß die Aneignung fremder Arbeit im Austausch gegen Kapital sich vermindern oder der Arbeiter mehr von seiner eignen Arbeit sich aneignen soll und das Kapital weniger.
Verminderung von surplus labour kann zweierlei heißen:
Es soll weniger Arbeit gearbeitet werden über die Zeit hinaus, die nötig ist, um das Arbeitsvermögen zu reproduzieren, um ein Äquivalent für die wages zu schaffen;
oder weniger von dem Totalquantum der Arbeit soll die Form der surplus labour annehmen, d.h. der für den Kapitalisten gratis gearbeiteten Zeit; also auch weniger von dem Produkt, worin sich die Arbeit darstellt, die Form des surplus produce, d.h., der Arbeiter soll mehr von seinem eignen Produkt bekommen, weniger dem Kapitalisten davon zufließen.
Der Verfasser ist sich selbst hierüber nicht klar, wie auch aus dem folgenden – worin eigentlich das letzte Wort seiner Schrift – erscheint:
„Wahrhaft reich ist eine Nation erst, wenn kein Zins für Kapital gezahlt wird; wenn statt 12 Stunden nur 6 gearbeitet wird. Reichtum ist verfügbare Zeit, und sonst nichts." (p.6.)
Da hier unter Zins – Profit, Rent, Interesse – kurz jede Form des Mehrwerts verstanden wird, und da nach dem Verfasser selbst Kapital nichts ist als produce of labour, accumulated labour which is able to exact in exchange for each self not only an equal quantity of labour, but surplus labour66, so heißt nach ihm: Kapital trägt keinen Zins – es existiert kein |860| Kapital. Das Produkt verwandelt sich nicht in Kapital. Es existiert kein surplus produce und keine surplus labour. Dann erst ist eine Nation wirklich reich.
Dies kann aber meinen: Es existiert kein produce, keine labour über das Produkt und die labour hinaus, die zur Reproduktion der Arbeiter erheischt sind. Oder: sie eignen sich selbst dies Surplus, sei es von Produkt oder labour, an.
Daß der Verfasser aber nicht bloß das letzte meint, geht daraus hervor, daß er [den Satz] „kein Zins für Kapital“ damit zusammenstellt: „Eine Nation ist wirklich reich, wenn 6 statt 12 Stunden gearbeitet wird. Wealth is disposable time, and nothing more67."
Es kann dies nun heißen:
Wenn alle arbeiten müssen, der Gegensatz von Überarbeiteten und Müßiggängern wegfällt – und dies wäre jedenfalls die Konsequenz davon, daß das Kapital aufhörte zu existieren, daß Produkt nicht mehr Titel auf fremde surplus labour gäbe – und außerdem die Entwicklung der Produktivkräfte, wie das Kapital sie hervorgebracht hat, in Betracht gezogen wird, so wird die Gesellschaft die nötige abundance68 in 6 Stunden produzieren, mehr als jetzt in 12, und zugleich werden alle 6 Stunden „disposable time“, den wahren Reichtum haben; Zeit, die nicht durch unmittelbar produktive Arbeit absorbiert wird, sondern zum enjoyment69, zur Muße, [so] daß sie zur freien Tätigkeit und Entwicklung Raum gibt. Die Zeit ist der Raum für die Entwicklung der faculties70 etc. Man weiß, daß die Ökonomen selbst die slave-labour der wages-labourers71 dadurch rechtfertigen, daß sie die Muße, freie Zeit für andre, einen andren Teil der Gesellschaft – und damit für die Gesellschaft der wages-labourers schafft.
Oder es kann auch heißen:
Die Arbeiter arbeiten jetzt 6 Stunden Zeit hinaus über das, was sie zu ihrer eignen Reproduktion (jetzt) brauchen. (Dies kann auch kaum die Ansicht des Verfassers sein, da er das, was sie jetzt brauchen, als unmenschliches Minimum darstellt.) Hört das Kapital auf, so arbeiten sie nur mehr 6 Stunden, und die Müßiggänger müssen ebensoviel arbeiten. Der materielle Reichtum für alle würde dadurch auf das Niveau der Arbeiter herabgedrückt. Aber alle hätten disposable time, freie Zeit zu ihrer Entwicklung.
Der Verfasser ist sich offenbar selbst nicht klar. Nevertheless72 bleibt immer der schöne Satz:
„Eine Nation ist wirklich reich, wenn 6 statt 12 Stunden gearbeitet wird. Wealth is disposable time, and nothing more."
Auch Ricardo, in dem chapter „Value and riches, their distinctive properties"73 sagt, daß der eigentliche Reichtum darin besteht, daß möglichst viel values in use74 von möglichst wenig value geschaffen werden; d. h. in andren Worten, daß in möglichst kurzer Arbeitszeit eine möglichst große abundance of material wealth75 geschaffen wird. Auch hier die „disposable time" und der Genuß des in der Arbeitszeit der andren geschaffen als der wahre wealth, aber wie alles in der kapitalistischen Produktion, und daher bei ihren Interpreten, im Gegensatz. Der Gegensatz von riches und value bei Ric[ardo] später in der Form, daß das produit net76 möglichst groß sein soll im Verhältnis zum produit brut77, was wieder in dieser gegensätzlichen Form meint, daß die Klassen der Gesellschaft, deren Zeit nur teilweise oder gar nicht in der materiellen Produktion absorbiert ist, obgleich sie die Früchte derselben genießen, möglichst zahlreich sein sollen gegen die Klassen, deren Zeit ganz in der materiellen Produktion absorbiert ist und deren Konsum daher ein bloßes Item der Produktionskosten bildet, bloße Bedingung, für sie solche Lasttiere zu sein. Es ist immer der Wunsch, den möglichst kleinsten Teil der Gesellschaft zur Sklaverei der Arbeit, zur Zwangsarbeit zu verdammen. Dies das Höchste, wozu es auf dem kapitalistischen Standpunkt gebracht wird.
Dies hebt der Verfasser auf. Time of labour78, auch wenn der Tauschwert aufgehoben, bleibt immer die schaffende Substanz des Reichtums und das Maß der Kost, die seine Produktion erheischt. Aber free time, disposable time, ist der Reichtum selbst – teils zum Genuß der Produkte, teils zur free activity79, die nicht wie die labour durch den Zwang eines äußren Zwecks bestimmt ist, der erfüllt werden muß, dessen Erfüllung Naturnotwendigkeit oder soziale Pflicht, wie man will.
Es versteht sich von selbst, daß die time of labour selbst, dadurch, daß sie auf normales Maß beschränkt, ferner nicht mehr für einen andren, sondern für mich selbst geschieht, zusammen mit der Aufhebung der sozialen Gegensätze zwischen master und men80 etc., als wirklich soziale Arbeit, endlich als Basis der disposable time einen ganz andren, freiern Charakter erhält, und daß die time of labour eines man81, der zugleich der man of disposable time82 ist, viel höhere Qualität besitzen muß als die des Arbeitstiers.
||861| Piercy Ravenstone, M.A. „Thoughts on the Funding System, and its Effects“, London 1824.
Höchst merkwürdige Schrift.
Der Verfasser des vorigen Pamphlets faßt die surplus value in ihrer Urform, der surplus labour. Die Länge der Arbeitszeit bildet daher seinen Hauptgesichtspunkt. Namentlich Auffassung der surplus labour oder value in ihrer absoluten Form; Verlängerung über die Arbeitszeit hinaus, die zur Reproduktion des Arbeiters selbst nötig, nicht Verkürzung der necessary labour durch Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit.
Die Verkürzung dieser necessary labour ist Hauptgesichtspunkt bei Ric[ardo], aber, wie sie es in der kapitalistischen Produktion ist, als Mittel, die dem Kapital zufallende Arbeitszeit zu verlängern. Dagegen spricht das Pamphlet als letzten Zweck Verkürzung der Arbeitszeit für die Produzenten aus und Wegfallen des Arbeitens für den possessor of surplus produce83.
Ravenstone scheint den Arbeitstag als gegeben vorauszusetzen. Was er also besonders ins Auge faßt – auch wie das frühere Pamphlet, so daß das Theoretische nur unterläuft –, ist die relative surplus value oder das surplus produce (das dem Kapital anheimfallende) infolge der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit. Wie bei diesem Standpunkt überhaupt, wird die surplus labour mehr in der Form des surplus produce, während in dem früheren das surplus produce mehr in der Form der surplus labour aufgefaßt.
„Lehren, daß der Reichtum und die Macht einer Nation von ihrem Kapital abhänge, heißt, den Gewerbfleiß zur Magd des Reichtums, die Menschen dem Eigentum dienstbar machen.“ (l.c. p.7.)
Bei dem Gegensatz, den die Ric[ardo]sche Theorie hervorrief – auf [Basis] ihrer eignen Voraussetzungen –, dies das Charakteristische:
Im selben Maß, wie sich die politische Ökonomie entwickelte – und diese Entwicklung, soweit es die Grundprinzipien betrifft, erhielt den schärfsten Ausdruck in Ricardo –, stellte sie Arbeit dar als das einzige Element des Werts und den einzigen Schöpfer des Gebrauchswerts, und Entwicklung der Produktivkräfte als das einzige Mittel zur wirklichen Vermehrung des Reichtums; möglichste Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit als die ökonomische Basis der Gesellschaft. Dies in der Tat die Basis der kapitalistischen Produktion. Ricardos Schrift namentlich, indem sie das Gesetz des Werts als weder durch Grundeigentum, kapitalistische Akkumulation etc. gebrochen darstellt, ist eigentlich nur damit beschäftigt, alle Widersprüche oder Phänomene, die dieser Auffassung zu widersprechen scheinen, zu beseitigen. Aber in demselben Maß, wie Arbeit als einzige Quelle des Tauschwerts begriffen und als die aktive Quelle des Gebrauchswerts, in demselben Maß wird „Kapital“ von denselben Ökonomen, und namentlich auch von Ricardo (noch mehr von Torrens, Malthus, Bailey etc. nach ihm) als der Regulator der Produktion, Quelle des Reichtums und Zweck der Produktion aufgefaßt, Arbeit dagegen als Lohnarbeit, deren Träger [und] wirkliches Instrument notwendiger Pauper (wozu außerdem noch Malthus' Populationstheorie hinzukam) – bloße Produktionskost und Produktionsinstrument – auf das Minimum des Salairs angewiesen, unter das er fallen muß, sobald er in einer für das Kapital „überflüssigen“ Masse existiert. In diesem Widerspruch sprach die politische Ökonomie bloß das Wesen der kapitalistischen Produktion aus oder, wenn man will, der Lohnarbeit aus; der sich selbst entfremdeten Arbeit, der der von ihr geschaffne Reichtum als fremder Reichtum, ihre eigne Produktivkraft als Produktivkraft ihres Produkts, ihre Bereicherung als Selbstverarmung, ihre gesellschaftliche Macht als Macht der Gesellschaft über sie gegenübertritt. Aber diese bestimmte spezifische, historische Form der gesellschaftlichen Arbeit, wie sie in der kapitalistischen Produktion erscheint, sprechen diese Ökonomen als allgemeine, ewige Form, Naturwahrheiten aus, und diese Produktionsverhältnisse als die absolut (nicht historisch) notwendigen, naturgemäßen und vernünftigen Verhältnisse der gesellschaftlichen Arbeit. Durchaus befangen in dem Horizont der kapitalistischen Produktion, erklären sie die gegenseitzliche Form, worin die gesellschaftliche Arbeit hier erscheint, für ebenso notwendig als diese Form selbst, befreit von diesem Gegensatz. Indem sie so auf der einen Seite die Arbeit absolut (weil ihnen Lohnarbeit mit Arbeit identisch) und auf der andren Seite ebenso absolut das Kapital, die Armut des Arbeiters und den Reichtum des Nichtarbeiters in demselben Atem als einzige Quelle des Reichtums aussprechen, bewegen sie sich beständig in absoluten Widersprüchen, ohne die geringste Ahnung darüber. (Sismondi macht durch seine Ahnung dieses Widerspruchs Epoche in der politischen Ökonomie.) „Labour or Capital"84 – in dieser Phrase Ricardos tritt der Widerspruch und die Naivetät, mit der er als Identisches ausgesprochen ist, schlagend hervor.
Es war aber klar, daß – da dieselbe reale Entwicklung, die der bürgerlichen Ökonomie diesen theoretisch rücksichtslosen Ausdruck gab, die in derselben enthaltenen realen Widersprüche entwickelt, namentlich den Gegensatz zwischen dem wachsenden Reichtum der „Nation" in England und der wachsenden Misere der Arbeiter, da ferner diese Widersprüche in der R[icardo]schen Theorie etc. einen theoretisch schlagenden, wenn auch unbewußten Ausdruck erhalten – es war natürlich, daß die ||XV-862| Geister, die sich auf die Seite des Proletariats stellten, den theoretisch für sie schon zurechtgemachten Widerspruch aufgriffen. Die Arbeit ist die einzige Quelle des Tauschwerts und der einzige aktive Schöpfer des Gebrauchswerts. So sagt ihr. Anderseits sagt ihr, das Kapital ist alles, der Arbeiter nichts oder bloße Produktionskost des Kapitals. Ihr habt euch selbst widerlegt. Das Kapital ist nichts als Prellerei des Arbeiters. Die Arbeit ist alles.
Dies ist in der Tat das letzte Wort aller der Schriften, die das proletarische Interesse vom R[icardo]schen Standpunkt, auf dem Boden seiner eignen Voraussetzungen vertreten. Sowenig er die Identität von Kapital und Arbeit in seinem System begreift, sowenig begreifen sie den Widerspruch, den sie darstellen, weshalb die bedeutendsten unter ihnen, wie Hodgskin z.B., alle ökonomischen Voraussetzungen der kapitalistischen Produktion selbst als ewige Formen akzeptieren und nur das Kapital streichen wollen, die Basis und zugleich die notwendige Konsequenz.
Der Hauptgedanke bei Ravenstone ist:
Die Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit schafft Kapital oder Property85, d.h. ein surplus produce for „idlers", Faulenzer, Nichtarbeiter, und zwar erzeugt die Arbeit dieses ihr Parasitengewächs, das sie bis aufs Mark aussaugt, in um so höhern Grad, als ihre Produktivkraft entwickelt wird. Ob der Titel an dies surplus produce oder die Macht, sich das Produkt fremder Arbeit anzueignen, an den Nichtarbeiter kommt dadurch, daß er sich schon im Besitz von Reichtum befindet oder von Grund und Boden, Grundeigentum, ändert an der Sache nichts. Beides ist Kapital, d.h. Herrschaft über das Produkt fremder Arbeit. Eigentum, property, heißt bei R[avenstone] nur Aneignung der Produkte fremder Arbeit, und diese nur möglich und nur in dem Grade möglich, als die produktive Industrie sich entwickelt. Unter produktiver Industrie versteht R[avenstone] die Industrie, die necessaries86 produziert. Eine Folge der Entwicklung des Kapitals oder property ist die unproductive industry, die industry of consumption. Wie der Verfasser des obigen Pamphlets, erscheint R[avenstone] asketisch. Er ist darin selbst wieder in der Vorstellung der Ökonomen befangen. Ohne das Kapital, ohne die property, würden die necessaries des Arbeiters im Überfluß produziert werden, aber keine Luxusindustrie stattfinden. Oder es kann auch gesagt werden, daß R[avenstone] sowohl wie der Verfasser des obigen Pamphlets die historische Notwendigkeit des Kapitals soweit begreifen oder wenigstens faktisch zugeben, als es nach dem ersten Surplusarbeit produziert über die zum strikten Unterhalt nötige Arbeit und zugleich Schöpfung von Maschinerie (capital fixe bei ihm) und auswärtigem Handel, Weltmarkt, herbeiführt, um das den Arbeitern entrißne surplus produce teils zur Vermehrung der Produktivkraft zu vernutzen, teils um diesem surplus produce die mannigfaltigsten, über der Notdurft stehenden Formen des Gebrauchswerts zu geben. So, bei R[avenstone], würden ohne capital und property weder „conveniences"87 geschaffen, noch Maschinerie, noch Luxusproduktion, noch [gäbe es] die Entwicklung der Naturwissenschaften, noch die geistigen Produktionen, der die Muße geschuldet sind oder dem Trieb der Reichen, für ihr „surplus produce" von Nichtarbeitern ein Äquivalent zu erhalten.
Dies sagt der Pamphletär und R[avenstone] nicht als Rechtfertigung des Kapitals, sondern machen es zu einem Punkt des Angriffs, weil alles das bloß im Gegensatz gegen und nicht für die Arbeiter geschieht. Sie geben aber so faktisch zu, daß es ein Resultat der kapitalistischen Produktion, daß sie so eine historische Form für die gesellschaftliche Entwicklung, wenn auch im Gegensatz zu dem Teil der Bevölkerung, der die Basis dieser ganzen Entwicklung bildet. Sie teilen hierin – wenn auch von dem umgekehrten Pol – mit den Ökonomen die Borniertheit, die gegenteilige Form dieser Entwicklung mit ihrem Gehalt selbst zu verwechseln. Die einen wollen den Gegensatz verewigen seiner Frucht wegen. Die andren sind entschlossen, um den Gegensatz loszuwerden, die in dieser antagonistischen Form herangewachsenen Früchte aufzuopfern. Es unterscheidet dies diesen Gegensatz gegen die Ökonomie von dem gleichzeitigen Owens etc. Anderseits auch Sismondis, der zu veralteten Formen des Gegensatzes zurückflüchtet, um ihn in seiner akuten Form loszuwerden.
Es sind die „wants"88 der Armen, die „seinen" (des Reichen) „Reichtum schaffen ... Wären alle gleich, so würde keiner für den andern arbeiten. Die zum Leben notwendigen Dinge wären im Überfluß vorhanden, während der Komfort des Lebens gänzlich fehlen würde." (p. 10.) „Die Arbeit, die produziert, ist der Vater des Eigentums; das, was die Konsumtion fördert, ist sein Kind." (p. 12.) „Die Zunahme von Eigentum, diese größere Fähigkeit, Müßiggänger und unproduktive Arbeit zu unterhalten, ist es, was die politische Ökonomie als Kapital bezeichnet." (p. 13.) „Da die Bestimmung des Eigentums das Ausgeben ist, da es ohnedem für seinen Besitzer völlig nutzlos bleibt, ist sein Vorhandensein aufs engste mit ||863| der industriellen Konsumtion verbunden." (l.c.)
„Wenn die Arbeit jedes Mannes nur genügen würde, seine eigne Nahrung zu sichern, könnte es kein Eigentum geben, und kein Teil der Arbeit des Volkes könnte darauf verwendet werden, für die Bedürfnisse der Einbildung zu arbeiten." (p. 14, 15.)
„In jedem Zustand der Gesellschaft nimmt die Zahl derjenigen, die arbeiten, in dem Maße ab, in dem die Zunahme und die Verbesserungen der Technik die Produktivkraft des Menschen vermehren ... Das Eigentum entsteht aus der Verbesserung der Produktionsmittel; sein einziges Geschäft ist die Förderung des Müßiggangs. Solange jedes Menschen Arbeit knapp zu seiner eigenen Erhaltung ausreicht, wird es keine Müßiggänger geben, weil kein Eigentum möglich ist. Kann dagegen eines Menschen Arbeit fünf erhalten, dann werden auf jeden in der Produktion beschäftigten Menschen vier Müßiggänger kommen: nur auf diese Weise kann das Produkt konsumiert werden... Das Streben der Gesellschaft geht dahin, den Müßiggänger auf Kosten des Fleißigen zu erheben, den Überfluß in Macht zu verwandeln." (p. 11.)
{Mit Bezug auf rent (nicht ganz richtig; da grade hier zu erklären, warum [Rente] to the89 landlord, not to the farmer, the industrial capitalist geht) sagt er, was von der surplus value überhaupt gilt, soweit sie sich entwickelt durch die Zunahme in der Produktivkraft der Arbeit:
„In den Anfängen der Gesellschaft, wenn die Menschen noch keine künstliche Unterstützung für ihre Arbeitskräfte haben, ist der Teil ihres Erwerbs, der als Rente abgegeben werden kann, ausnehmend klein; denn der Boden hat keinen natürlichen Wert, er schuldet sein ganzes Produkt der Arbeit. Aber jede Zunahme der Kunstfertigkeit vermehrt den Teil, der als Rente beiseite gelegt werden kann. Wo die Arbeit von 9 erheischt für den Unterhalt von 10, kann nur 1/10 des Bruttoprodukts zur Rente gehn. Wo 1 Mannes Arbeit für 5 genügt, werden 4/5 auf die Rente oder die Bedürfnisse des Staates entfallen, die nur befriedigt werden können aus dem Mehrprodukt der Arbeit. Das erste scheint der Fall in England gewesen zu sein zur Zeit der Eroberung; das zweite jetzt, wo nur 1/5 im Ackerbau beschäftigt ist." (p. 45, 46.) „So wahr ist es, daß die Gesellschaft jede Verbesserung nur zu einer Vermehrung des Müßigganges gestaltet." (p. 48.)}
Anmerkung. Die Schrift originell. Ihr eigentlicher Gegenstand, wie der Titel besagt: das moderne Staatsschuldensystem. U.a. sagt er:
„Der ganze Krieg gegen die Französische Revolution hat nichts Größeres bewirkt als die Verwandlung einiger Juden in Gentlemen und einiger Dummköpfe in politische Ökonomen.“ (p. 66, 67.) „Ein Gutes hat das Schuldensystem, obgleich es dem alten Adel vom Lande einen großen Teil seines Eigentums raubt, um es jenen neumodischen Hidalgos als eine Belohnung für ihre Geschicklichkeit in den Künsten des Betrugs und der Unterschlagung zu übergeben … Wenn es Betrug und Gemeinheit fördert, Scharlatanerie und Anmaßung in das Gewand der Weisheit kleidet, wenn es ein ganzes Volk in eine Nation von Börsenspekulanten verwandelt …, wenn es alle Vorurteile des Ranges und der Geburt niederreißt und Geld zum einzigen Unterscheidungsmerkmal unter den Menschen macht …, so zerstört es die Ewigkeit des Eigentums.“ (p. 51, 52.)
„Labour defended against the claims of capital; or, the Unproductiveness of capital proved. By a Labourer“, London 1825. (With reference to the Recent Combinations amongst Journeymen.)
Thomas Hodgskin, „Popular Political Economy. Four Lectures delivered at the London Mechanics’ Institution“, London 1827.
Die erste anonyme Schrift auch von Hodgskin. Wenn die früher erwähnten Pamphlets und eine Reihe andrer, ähnlicher, spurlos vorübergingen, erregten diese Schriften, namentlich die erstre, bedeutendes Aufsehn und werden noch immer (vgl. John Lalor, „Money and Morals“, London 1852) unter die bedeutenden Produktionen der englischen politischen Ökonomie gerechnet. Wir wollen hier die beiden Schriften der Reihe nach durchgehn.
„Labour defended etc.“ Was der Verfasser beweisen will, ist die „unproductiveness of capital“90, wie der Titel besagt.
Bei Ricardo wird nicht behauptet, daß das Kapital productive of value91 ist. Es setzt dem Produkt nur seinen eignen Wert zu, und sein eigner Wert hängt von der zu seiner Reproduktion erheischten Arbeitszeit ab. Wert hat es nur als accumulated labour (vielmehr ||864| realized labour92), und nur diesen seinen Wert setzt es dem Produkt zu, in das es eingeht. Allerdings begeht er Inkonsequenz bei der allgemeinen Profitrate. Doch dies eben der Widerspruch, an dem seine Gegner ihn packten.
Was nun die Produktivität des Kapitals mit Bezug auf den Gebrauchswert betrifft, so heißt es bei Smith, Ricardo etc. nichts, überhaupt bei den Ökonomen nichts, als daß Produkte früher nützlicher Arbeiten von neuem als Produktionsmittel dienen; als Arbeitsgegenstand, Arbeitsinstrument und Lebensmittel des Arbeiters. Die objektiven Bedingungen der Arbeit treten nicht wie im rohen Zustand als bloße Naturdinge entgegen (als solche sind sie nie Kapital), sondern als durch die menschliche Tätigkeit schon umgemodelte Naturdinge. Aber in diesem Sinn das Wort Kapital ganz überflüssig und nichtssagend. Der Weizen nährt nicht, weil er Kapital, sondern Weizen ist. Der Gebrauchswert der Wolle kommt ihr als Wolle und nicht als Kapital zu. Ditto hat die Operation der Dampfmaschine mit ihrem Dasein als Kapital nichts gemein. Sie würde ganz denselben Dienst leisten, wenn sie nicht „Kapital“ wäre und statt dem Fabrikmaster93 den Fabrikmen94 gehörte. In dem wirklichen Arbeitsprozeß dienen alle diese Dinge durch das Verhältnis, das sie als Gebrauchswerte zu der sich in ihnen betätigenden Arbeit haben, nicht als Tauschwerte und noch weniger als Kapital. Es ist ihre Eigenschaft als objektive Bedingungen der wirklichen Arbeit, nicht ihr gesellschaftliches Dasein als dem Arbeiter selbständig gegentübertretende, entfremdete Bedingungen, als im Kapitalisten verkörperter master über die lebendige Arbeit, daß sie hier produktiv sind oder vielmehr die Produktivität der Arbeit in ihnen als ihrem Stoff sich verwirklicht. Es ist als wealth95, wie Hopkins (nicht unser Hodgskin) richtig sagt96, und nicht als „net“ wealth, als produce und nicht als „net“ produce97, daß sie hier verbraucht und gebraucht werden. Allerdings geht im Kopf des Ökonomen die bestimmte gesellschaftliche Form dieser Dinge gegenüber der Arbeit und ihre reale Bestimmtheit als Momente des Arbeitsprozesses so durcheinander und ist so unlöslich ineinander verwachsen, wie im Kopf des Kapitalisten. Nichtsdestoweniger, sobald sie den Arbeitsprozeß analysieren, sind sie gezwungen, die Phrase Kapital ganz fahrenzulassen und von Arbeitsmaterial, Arbeitsmitteln und Lebensmitteln zu sprechen. In dieser Bestimmtheit des Produkts als Material, Instrument und Lebensmittel des Arbeiters ist aber nichts ausgesprochen als ihr Verhältnis als gegenständliche Bedingungen zur Arbeit; die Arbeit selbst erscheint als die sie beherrschende Tätigkeit. Es liegt darin absolut nichts von Arbeit und Kapital; sondern von dem Verhältnis der menschlichen zweckmäßigen Tätigkeit zu ihren eignen Produkten im Reproduktionsprozeß. Weder hören sie auf, Produkte der Arbeit zu sein, noch bloße Gegenstände, über [die] und mit denen sie schaltet. Sie sprechen nur das Verhältnis aus, worin die Arbeit sich die gegenständliche und von ihr selbst geschaffne, in dieser Form wenigstens geschaffne, gegenständliche Welt aneignet; keineswegs aber von andren Herrschaft dieser Dinge über die Arbeit, außer insofern die Tätigkeit ihrem Stoff angemessen sein muß, otherwise, it would not be98 zweckmäßige Tätigkeit, Arbeit.
Von Produktivität des Kapitals kann nur gesprochen werden, sobald es als Darstellung eines bestimmten gesellschaftlichen Produktionsverhältnisses aufgefaßt wird. Wird es aber so aufgefaßt, so tritt sogleich der historisch transitorische Charakter dieses Verhältnisses hervor, dessen allgemeine Erkenntnis mit seiner Fortdauer unvereinbar, und das selbst die Mittel seiner Abschaffung schafft.
Als solches Verhältnis fassen es aber die Ökonomen nicht, weil sie seinen relativen Charakter nicht zugeben dürfen, auch nicht verstehn; vielmehr drücken sie nur theoretisch die Vorstellungsweise der in der kapitalistischen Produktion befangnen, von ihr beherrschten und an ihr interessierten Praktiker aus.
Von der ökonomischen bornierten Vorstellungsweise geht Hodgskin selbst in seiner Polemik [gegen die bürgerlichen Ökonomen] aus. Soweit sie das Kapital als ewiges Produktionsverhältnis darstellen, lösen sie es auf in die allgemeinen Verhältnisse der Arbeit zu ihren materiellen Bedingungen, die jeder Produktionsweise gemein sind und nichts vom spezifischen Charakter des Kapitals enthalten. Soweit sie das Kapital „Wert“ schaffen lassen, geben die Besten und Ricardo zu, daß es keinen schafft, den es nicht vorher von der Arbeit erhalten hat und beständig erhält, da der in einem Produkt enthaltne Wert bestimmt ist durch die zu seiner Reproduktion nötige Arbeitszeit, also durch sein Verhältnis als Resultat der lebendigen, gegenwärtigen, nicht der vergangnen Arbeit. Und die Produktivität der Arbeit, wie Ric[ardo] hervorhebt, zeigt ihren Fortschritt grade durch die beständige Entwertung des Produkts der vergangnen Arbeit. Anderseits werfen die Ökonomen beständig die bestimmte spezifische Form, worin diese Dinge Kapital sind, mit ihrer Eigenschaft als Dinge und als einfache Momente jedes Arbeitsprozesses zusammen. Die Mystifikation, die im Kapital enthalten ist – als employer of labour99 – erklären sie nicht, sondern sprechen sie nur beständig bewußtlos aus als unzertrennlich von seinem dinglichen Charakter.
||867| Das erste Pamphlet100, die richtige Konsequenz aus R[icardo] ziehend, löst die surplus value in surplus labour auf. Dies Gegensatz gegen die Gegner und Nachfolger Ricardos, die sich an seine Verwechslung von surplus value und profit anklammern.
Das zweite Pamphlet101, im Gegensatz gegen dieselben, bestimmt näher die relative surplus value, die von dem Grad der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit abhängt. R[icardo] sagt dasselbe, aber er vermeidet den Schluß, den Nr. II zieht: Die Vermehrung der Produktivkräfte der Arbeit vermehrt nur den fremden sie beherrschenden Reichtum, das Kapital.
Das dritte Pamphlet102 endlich bricht in den allgemeinen Satz aus, der die notwendige Konsequenz der R[icardo]schen Darstellung: Das Kapital ist unproduktiv. Dies gegenüber Torrens, Malthus etc., bei denen R[icardo]s Satz: Die Arbeit ist der Schöpfer des Werts – auf eine Seite der R[icardo]schen Darstellung fortbauend – in den umgekehrten Satz umschlägt: Das Kapital ist der Schöpfer des Werts. Zugleich Polemik gegen den von Smith bis Malthus [durchgehenden], in letzterm namentlich zum absoluten Dogma heraufgeschraubten [Satz] (ditto bei James Mill): Absolute Abhängigkeit der Arbeit von der vorhandnen Masse Kapital als ihrer Lebensbedingung.
Nr. I endet mit dem „Wealth is nothing but disposable time“103.
[b) Polemik gegen Ricardos Definition des Kapitals als akkumulierte Arbeit.
Konzeption der „koexistierenden Arbeit".
Unterschätzung der vergegenständlichten vergangenen Arbeit]
Hodgskin meint: Circulating capital104 ist nichts als das Nebeneinander der verschiedenen gesellschaftlichen Arbeiten (coexisting labour105); accumulation ist nichts als Aufhäufen der produktiven Kräfte der gesellschaftlichen Arbeit, so daß die Akkumulation im Geschick und der Kenntnis (scientific power106) der Arbeiter selbst die Hauptakkumulation ist und ungleich wichtiger als die Hand in Hand mit ihr gehenden und sie nur darstellenden vorhandnen objektiven, stets neu produzierten und konsumierten, nur dem Namen nach akkumulierten objektiven Bedingungen dieser akkumulierten Tätigkeit:
„Produktives Kapital und geschickte Arbeit sind eins.“ „Kapital und arbeitende Bevölkerung sind ganz gleichbedeutend." [p. 33.]
Es sind dies alles nur weitre Ausdrücke von Galianis [These]:
„Der wahre Reichtum ... ist der Mensch." („Della Moneta", Custodi. Parte moderna, t.III, p.229.)
Die ganze objektive Welt, die „Güterwelt", versinkt hier als bloßes Moment, bloß verschwindende, stets und stets neuerzeugte Betätigung der gesellschaftlich produzierenden Menschen. Nun vergleiche man diesen „Idealismus" mit dem grob materiellen Fetischismus, worin die Ric[ardo]-sche Theorie „in this incredible cobbler" McCulloch ausläuft, wo nicht nur der Unterschied zwischen Mensch und Tier, sondern sogar zwischen Lebendigem und Ding verschwindet. Und danach sage man, daß der proletarische Gegensatz dem erhabenen Spiritualismus der bürgerlichen Ökonomie gegenüber einen rohen, auf das brutale Bedürfnis ausschließlich gerichteten Materialismus gepredigt!
Hodgskin fehlt darin, daß er bei seiner Untersuchung über die Produktivität des Kapitals nicht unterscheidet, wieweit es sich von Produktion von Gebrauchswert oder Tauschwert handelt.
Ferner – aber dies historisch berechtigt: Er nimmt das Kapital, wie er es bei den Ökonomen vorfindet. Auf der einen Seite (soweit es im wirklichen Arbeitsprozeß wirkt) als bloße sachliche Bedingungen der Arbeit oder bloß von Bedeutung als stoffliches Element der Arbeit; und (im Verwertungsprozeß) nichts außer in der Zeit gemaßnes Arbeitsquantum, also nichts von diesem Arbeitsquantum selbst Verschiednes. Auf der andren Seite, obgleich so in der Tat, soweit es im wirklichen Produktionsprozeß erscheint, bloßer Name, Umtaufung für die Arbeit selbst, als die die Arbeit beherrschende und sie bedingende Macht, als der Grund ihrer Produktivität und als ihr fremder Reichtum dargestellt. Und dies ohne alle Vermittlung. So findet er die Sache vor. Und er stellt die reale Seite der ökonomischen Entwicklung ihrem bürgerlichen Humbug gegenüber.
„Das Kapital ist eine Art kabbalistisches Wort, wie Kirche, Staat oder irgendein anderer jener allgemeinen Ausdrücke, die von jenen, die darauf ausgehen, die übrige Menschheit zu rupfen, erfunden worden sind, um die Hand zu verbergen, die sie rupft." („Labour defended...", p. 17.)
Er unterscheidet dann, der Tradition gemäß, wie er es bei den Ökonomen vorfindet, zirkulierendes und fixes Kapital, wobei unter zirkulierendem Kapital hauptsächlich der Teil verstanden wird, der aus Lebensmitteln für die Arbeiter besteht oder als solcher vernutzt wird.
Teilung der Arbeit, sagt man, ist unmöglich ohne vorläufige Akkumulation von Kapital.“ Aber „die Wirkungen, die einem Vorrat von Waren unter dem Namen zirkulierendes Kapital zugeschrieben werden, werden durch die koexistierende Arbeit verursacht.“ (p. 8, 9.)
Der brutalen Auffassung der Ökonomen gegenüber in der Ordnung zu sagen, daß „circulating capital“ nur die „name“ eines „stock of“ peculiar „commodities“107. Da die Ökonomen die spezifische gesellschaftliche Beziehung nicht entwickelt, die in der Metamorphose der Waren dargestellt ist, können sie auch das „circulating“ capital nur dinglich auffassen. Alle aus dem Zirkulationsprozeß hervorgehenden ||868| Unterschiede des Kapitals – in der Tat sein Zirkulationsprozeß selbst – sind in der Tat nichts108 als die Metamorphose der Waren (durch ihr Verhältnis zur Lohnarbeit als Kapital bestimmt), als Moment des Reproduktionsprozesses.
Division of labour109 in einem Sinne ist nichts als coexisting labour, das heißt die coexistence verschiedener Arbeitsweisen, die sich in den different kinds of produce or rather commodities110 darstellt. Die division of labour, im kapitalistischen Sinn, als Analyse der besondren Arbeit, die eine bestimmte Ware produziert, in eine Summe einfacher, unter verschiedne Arbeiter verteilter und zusammenwirkender Operationen, setzt die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft, außerhalb des Ateliers, als separation of occupation111 voraus. Sie vermehrt sie andererseits. Das Produkt kann in um so eminenterem Sinn als Ware produziert werden, sein Tauschwert wird um so unabhängiger von seinem unmittelbaren Dasein als Gebrauchswert, oder seine Produktion um so unabhängiger von seiner Konsumtion durch die Produzenten, von seinem Dasein als Gebrauchswert für die Produzenten, je einseitiger es selbst und je größer die Mannigfaltigkeit der Waren, wogegen es austauscht, je größer die Reihe der Gebrauchswerte, worin sich sein Tauschwert ausdrückt, je größer der Markt für es. Je mehr dies der Fall, je mehr kann das Produkt als Ware produziert werden. Also auch um so massenhafter. Die Gleichgültigkeit seines Gebrauchswerts für den Produzenten drückt sich quantitativ in der Masse aus, worin es produziert wird, die in gar keinem Verhältnis zum Konsumtionsbedürfnis des Produzenten steht, selbst wenn er zugleich Konsument seines Produkts. Eine der Methoden für diese Produktion en masse und daher für die Produktion des Produkts ist aber die Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers. So beruht die Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers auf der Teilung der occupations innerhalb der Gesellschaft.
Die Größe des Markts hat zweierlei Sinn: Erstens die Masse der Konsumenten, ihre Anzahl. Aber zweitens auch die Anzahl der gegeneinander verselbständigten occupations. Letztre möglich ohne das erste. Z.B., wenn Spinnen und Weben sich trennt von der häuslichen Industrie und Agrikultur, werden alle Agrikulturisten Markt für die Spinner und Weber. Ditto diese untereinander durch Trennung ihrer Beschäftigungsweisen.
Was die Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft vor allem voraussetzt, ist solche Verselbständigung der Arbeiten gegeneinander, daß ihre Produkte als Waren einander entgegentreten und durch den exchange112durchgehn, die Metamorphose der Waren durchmachen, als Waren sich zueinander verhalten müssen. (Darum untersagen die Städte dem Land im Mittelalter möglichst viele Professionen. Nicht nur um Konkurrenz auszuschließen, das einzige was A.Smith sieht, sondern um sich Markt zu verschaffen.) Anderseits setzt diese gewisse Dichtigkeit der Bevölkerung voraus, um sich ordentlich zu entwickeln. Noch mehr unterstellt die Entwicklung der division of labour im Atelier diese Dichtigkeit der Bevölkerung. Letztre division, für die Entwicklung der ersten zu einem gewissen Grad Voraussetzung, steigert sie ihrerseits wieder wechselwirkend. Indem sie früher zusammengehörige Beschäftigungsweisen spaltet in voneinander unabhängige; ditto die indirekt für sie erheischten Vorarbeiten vermehrt und differenziert; ditto, indem sie durch Vermehrung der Produktion, der Bevölkerung, Freisetzung von Kapital und Arbeit new wants und new modes of their satisfaction113schafft.
Wenn H[odgskin] daher sagt: „Division of labour“ ist der effect, nicht of a stock of commodities, called circulating capital114, sondern of „coexisting labour“, so wäre das eine Tautologie, wenn er hier unter division of labour die separation of trades115verstünde. Es hieße nur: division of labour ist die Ursache oder der Effekt der division of labour. Er kann also nur meinen: division of labour innerhalb des Ateliers ist bedingt durch die separation of occupations, die social division of labour116und ist, in a certain sense, its effect117.
Es ist nicht a „stock of commodities“, das diese separation of occupations schafft, damit division of labour im Atelier, sondern es ist diese separation of occupations (und division of labour), die sich in dem stock of commodities oder vielmehr darin ausdrückt, daß a stock of products118 zu einem stock of commodities wird. {Bei den Ökonomen aber notwendig immer ausgesprochen als property des thing, was property119, charakteristicon der kapitalistischen Produktionsweise ist, also des Kapitals selbst, soweit es bestimmtes Verhältnis der Produzenten untereinander und zu ihrem Produkt ausdrückt.}
||869| Wird aber economice120 (sich Turgot, Smith etc.) von „previous accumulation of capital"121 als einer Bedingung für die division of labour gesprochen, so ist darunter verstanden vorläufige Konzentration of a stock of commodities als Kapital in der Hand des Arbeitskäufers, da die Art Kooperation, wie sie die Teilung der Arbeit charakterisiert, voraussetzt Konglomeration von Arbeitern – also Akkumulation von Lebensmitteln für sie während ihrer Arbeit; vermehrte Produktivität der Arbeit –, also Vermehrung der Rohstoffe, Instrumente und matières instrumentales122, die vorhanden sein müssen, damit die Arbeit kontinuierlich vorgeht, da sie beständig große Masse derselben bedarf, kurz die objektiven Bedingungen der Produktion auf großer Stufenleiter.
Akkumulation von Kapital kann hier nicht heißen: Vermehrung von Lebensmitteln, Rohstoffen und Arbeitsinstrumenten als Bedingung der Teilung der Arbeit, denn, soweit dies unter Akkumulation von Kapital verstanden wird, soll es eine Folge der Teilung der Arbeit sein, nicht ihre Voraussetzung.
Akkumulation von Kapital kann hier auch nicht meinen, daß überhaupt Lebensmittel für den Arbeiter dasein müssen, bevor die neuen reproduziert sind, oder daß Produkte seiner Arbeit das Rohmaterial und die Arbeitsmittel seiner Neuproduktion bilden müssen. Denn dies ist die Bedingung der Arbeit überhaupt und war ebenso wahr vor der Entwicklung der Teilung der Arbeit als nach ihr.
Einerseits, dem stofflichen Element nach betrachtet, heißt Akkumulation hier nichts als: Die Teilung der Arbeit macht Konzentration der Lebensmittel und Arbeitsmittel nötig, auf einzelne Punkte, die früher zerstreut und zersplittert waren, solange der Arbeiter in den einzelnen trades123 – die nicht sehr zahlreich sein können unter dieser Voraussetzung – die verschiednen Operationen, die die Erzeugung eines oder mehrer Produkte erheischt, alle der Reihe nach selbst verrichtete. Es ist keine absolute Vermehrung, die vorausgesetzt ist, sondern Konzentration: mehr auf einem Punkt angehäuft und relativ mehr gegenüber der Zahl der angehäuften Arbeiter. Mehr Flachs für die in der Manufaktur beschäftigten Arbeiter (proportionell zu ihrer Anzahl), als derselbe Flachs betrug im Verhältnis zu allen den Bauern und Bauernmädchen z. B., die nebenbei Flachs spannen. Also Konglomeration von Arbeitern, Konzentration von Rohstoffen, Instrumenten und Lebensmitteln.
Anderseits: Von der historischen Grundlage aus, wovon dieser Prozeß ausgeht – von der sich die Manufaktur entwickelt, die industrielle Produktionsweise, für die Teilung der Arbeit das Charakteristische –, kann diese Konzentration nur in der Form stattfinden, daß diese Arbeiter als Lohnarbeiter sich konglomerieren, d. h. als solche, die ihr Arbeitsvermögen verkaufen müssen, weil ihre Arbeitsbedingungen ihnen als fremdes Eigentum, fremde Macht selbständig gegenüberstehen, was also einschließt, daß ihnen diese Arbeitsbedingungen als Kapital gegenüberstehen, also zugleich sich so darstellt, daß diese Lebensmittel und Arbeitsmittel oder was dasselbe, die Verfügung darüber vermittelt des Gelds, sich in den Händen einzelner Geld- oder Warenbesitzer befindet, die dadurch Kapitalisten werden. Der Verlust der Arbeitsbedingungen für die Arbeiter stellt sich dar als Verselbständigung derselben als Kapital oder als Verfügung über dieselben durch die Kapitalisten.
Die ursprüngliche Akkumulation ist also nichts, wie ich entwickelt (69), als Scheidung der Arbeitsbedingungen als selbständiger Mächte gegenüber der Arbeit und den Arbeitern. Historische Prozesse stellen diese Scheidung als Moment der gesellschaftlichen Entwicklung dar. Ist das Kapital einmal da, so entwickelt sich aus der Weise der kapitalistischen Produktion selbst die Erhaltung und Reproduktion dieser Scheidung auf stets größrer Stufenleiter, bis die geschichtliche Umkehr stattfindet.
Es ist nicht Geldbesitz, was den Kapitalisten zum Kapitalisten macht. Um das Geld in Kapital zu verwandeln, müssen die Voraussetzungen der kapitalistischen Produktion vorhanden sein, deren erste historische Unterstellung jene Scheidung. Innerhalb der kapitalistischen Produktion selbst ist die Scheidung, daher das Vorhandensein der Arbeitsbedingungen als Kapital, gegeben; sich stets reproduzierende und erweiternde Grundlage der Produktion selbst.
Akkumulation wird jetzt der stetige Prozeß, durch Rückverwandlung des Profits oder surplus produce in Kapital, wodurch die vermehrten Produkte der Arbeit, die zugleich ihre objektiven Bedingungen, Bedingungen der Reproduktion sind, beständig als Kapital, als der Arbeit entfremdete, beherrschende und im Kapitalisten individualisierte Mächte gegenübertreten. Damit wird es aber auch zur spezifischen Funktion des Kapitalisten, zu akkumulieren, d. h. einen Teil des surplus produce in Arbeitsbedingungen rückzuverwandeln. Und daraus schließt das Schaf von Ökonom, daß diese Operation, wenn sie in dieser zwieträchtigen, spezifischen Weise nicht vorginge, überhaupt nicht vor sich gehn könnte. Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter wird in seinem Kopf unzertrennlich von der kapitalistischen Form dieser Reproduktion – der Akkumulation.
||870| Die Akkumulation stellt nur als fortlaufenden Prozeß dar, was in der ursprünglichen Akkumulation als ein besondrer historischer Prozeß, als Entstehungsprozeß des Kapitals und als Übergang aus einer Produktionsweise in die andre erscheint.
Die Ökonomen, befangen wie sie sind in den Vorstellungen, in denen sich die Agenten der kapitalistischen Produktionsweise bewegen, begehn ein doppeltes, aber sich wechselseitig bedingendes Quidproquo.
Einerseits verwandeln sie Kapital aus einem Verhältnis in ein Ding; a stock of commodities (schon vergessend, daß commodities selbst keine Dinge sind), die, soweit sie als Produktionsbedingungen zu neuer Arbeit dienen, Kapital heißen, und mit Bezug auf die Weise ihrer Reproduktion, zirkulierendes Kapital.
Anderseits verwandeln sie die Dinge in Kapital, d. h., betrachten das gesellschaftliche Verhältnis, das sich in und durch sie darstellt, als Eigenschaft, die dem Ding als solchem zukommt, sobald es als Element in den Arbeitsprozeß oder technologischen Prozeß eingeht.
[Einerseits] Konzentration des Rohmaterials und der Disposition über Lebensmittel in den Händen der Nichtarbeiter, als die Arbeit beherrschende Mächte, als vorläufige Bedingung der Teilung der Arbeit (später vermehrt diese nicht nur die Konzentration, sondern durch ihre Vermehrung der Produktivkraft der Arbeit die Masse der Konzentration), d. h., die vorläufige Akkumulation von Kapital als Bedingung für die Teilung der Arbeit heißt ihnen also Vermehrung oder Konzentration (sie unterscheiden das nicht) von Lebensmitteln und Arbeitsmitteln.
Anderseits würden diese Lebensmittel und Arbeitsmittel nicht als objektive Bedingungen der Produktion wirken, wenn diese Dinge nicht die Eigenschaft hätten, Kapital zu sein, wenn das Produkt der Arbeit, die Arbeitsbedingung, nicht die Arbeit selbst, die vergangene Arbeit nicht die lebendige konsumierte, und wenn diese Dinge nicht sich oder per procura dem Kapitalisten statt dem Arbeiter gehörten.
Als wäre Teilung der Arbeit nicht ebensowohl möglich (obgleich sie historisch nicht so at first124 erscheinen konnte, vielmehr erst als Konsequenz der kapitalistischen Produktion so erscheinen kann), wenn ihre Bedingungen den assoziierten Arbeitern gehörten und sie sich zu ihnen verhielten als das, was sie [in] natura sind, ihren eignen Produkten und den gegenständlichen Elementen ihrer eignen Tätigkeit.
Weil ferner in der kapitalistischen Produktion das Kapital sich das surplus produce der Arbeiter aneignet, also, weil es sich die Produkte der Arbeit angeeignet hat, und diese jetzt in der Form des Kapitals dem Arbeiter gegenüberstehn, ist es klar, daß Verwandlung von surplus produce in Arbeitsbedingungen nur vom Kapitalisten ausgehn kann und nur in der Form, daß er das Produkt der Arbeit, das er sich ohne Äquivalent angeeignet hat, zum Produktionsmittel von neuer Arbeit ohne Äquivalent macht. Die Erweiterung der Reproduktion stellt sich daher dar als Verwandlung von Profit in Kapital und als Ersparung des Kapitalisten, der, statt das gratis erhaltne surplus produce aufzuessen, es von neuem zum Mittel der Arbeitsexploitation macht, dies aber nur kann, indem er es von neuem in produktives Kapital verwandelt, was die Verwandlung des surplus produce in Arbeitsmittel einschließt. Daher schließt der Ökonom, daß das surplus produce nicht als Element von Neuproduktion dienen könnte, wenn es [sich] nicht vorher erst aus dem Produkt des Arbeiters in das Eigentum seines employers125 verwandelte, um dann von neuem als Kapital zu dienen und den alten Exploitationsprozeß zu wiederholen. Kommt dazu die Vorstellung von hoarding126 und Schatzbildung bei den schlechtrn Ökonomen. Auch die beßren, wie Ric[ardo], die Vorstellung der Entsagung vom Schatzbildner auf den Kapitalisten übertragen.
Die Ökonomen fassen das Kapital nicht als Verhältnis auf. Sie können das nicht, ohne es zugleich als historisch transitorische, relative, nicht absolute Form der Produktion aufzufassen. Hodgskin selbst besitzt diese Anschauung nicht. Soweit sie das Kapital rechtfertigt, rechtfertigt sie seine Rechtfertigung durch die Ökonomen nicht, widerlegt sie vielmehr. Hodgskin hat also hiermit nichts zu tun.
Wie nun die Sache zwischen ihm und den Ökonomen stand, scheint die Art seiner Polemik vorgeschrieben und sehr einfach. Er hat, einfach zu sagen, die eine Seite, die die Ökonomen „wissenschaftlich“ entwickeln, geltend [zu] machen gegen die fetischistische Vorstellung, die sie aus der kapitalistischen Vorstellungsweise sans raison127, unbewußt naiv, mit herübernehmen.
Die Vernutzung der Produkte früherer Arbeit, der Arbeit überhaupt, als Material, Instrumente und Lebensmittel, ist notwendig, wenn der Arbeiter seine Produkte zur Neuproduktion benutzen will. Diese bestimmte Konsumtionsweise seines Produkts ist produktiv. Aber was in der Welt hat diese seine Vernutzung, seine Konsumtionsweise seines Produkts zu tun mit der Herrschaft dieses Produkts über ihn selbst, mit dessen Dasein als Kapital, mit der Konzentration der Disposition über Rohmaterial, Lebensmittel ||870 a|| in den Händen einzelner Kapitalisten und der Ausschließung des Eigentums der Arbeiter von ihrem Produkt? Was hat es damit zu tun, daß sie ihr Produkt erst einem Dritten gratis geben müssen, um es dann von ihm mit ihrer eignen Arbeit zurückzukaufen, und zwar ihm mehr Arbeit im Austausch dafür rückgeben müssen, als drin enthalten ist, und ihm so neues surplus produce schaffen müssen?
Die vergangne Arbeit kommt hier in zwei Formen vor. Als Produkt, Gebrauchswert. Der Produktionsprozeß erheischt, daß die Arbeiter einen Teil dieses Produkts konsumieren, einen andren Teil als Rohmaterial und Arbeitsinstrument. Dies bezieht sich auf den technologischen Prozeß und zeigt bloß, wie sie sich in der industriellen Produktion zu den Produkten ihrer eignen Arbeit, ihren eignen Produkten zu verhalten haben, um sie zu Produktionsmitteln zu machen.
Oder der Wert. Dies zeigt nur, daß der Wert ihres neuen Produkts nicht nur ihre gegenwärtige, sondern auch ihre vergangne Arbeit repräsentiert und daß sie den alten Wert erhalten, indem sie ihn vermehren, dadurch, daß sie ihn vermehren.
Der Anspruch des Kapitalisten hat mit diesem Prozeß als solchem nichts zu tun. Allerdings, hat er sich die Produkte der Arbeit angeeignet, der vergangnen Arbeit, so besitzt er dadurch ein Mittel, sich neue Produkte und lebendige Arbeit anzueignen. Dies ist aber eben eine Verfahrensweise, wogegen protestiert wird. Die zur „Teilung der Arbeit“ vorläufig nötige Konzentration und Akkumulation soll eben nicht als Akkumulation von Kapital erscheinen. Weil sie nötig, folgt nicht, daß es nötig ist, daß er die Disposition über die von der Arbeit von gestern für die Arbeit von heute geschaffnen Bedingungen hat. Wenn Akkumulation von Kapital nichts sein soll als accumulated labour, so schließt dies durchaus nicht ein, daß es die Akkumulation of other people's labour128 zu sein hat.
H[odgskin] geht jedoch – auf den ersten Blick sonderbarerweise – nicht diesen einfachen Weg. In seiner Polemik gegen die Produktivität des Kapitals, zunächst des zirkulierenden, noch mehr des fixen, scheint er die Wichtigkeit der vergangnen Arbeit selbst oder ihres Produkts für die Reproduktion, als Bedingung neuer Arbeit, zu bekämpfen oder wegzuleugnen. Also die Wichtigkeit der vergangnen, in Produkten realisierten Arbeit für die Arbeit als gegenwärtige évépyeta129. Woher diese Wendung?
Da die Ökonomen die vergangne Arbeit mit dem Kapital identifizieren – vergangne Arbeit hier sowohl im Sinne der konkreten, in den Produkten realisierten Arbeit, als im Sinne der gesellschaftlichen Arbeit, materialisierter Arbeitszeit –, so versteht sich bei ihnen, als den Pindaren des Kapitals, daß sie die gegenständlichen Elemente der Produktion geltend machen und ihre Bedeutung überschätzen gegenüber dem subjektiven Element, der lebendigen, unmittelbaren Arbeit. Die Arbeit wird ihnen erst adäquat, sobald sie Kapital wird, sich selbst gegenübertritt, das Passivum der Arbeit ihrem Aktivum. Das Produkt ist daher bestimmend über den Produzenten, der Gegenstand über das Subjekt, die realisierte Arbeit über die sich realisierende etc. In allen diesen Auffassungen tritt die vergangne Arbeit nicht auf als bloß gegenständliches Moment der lebendigen und von ihr subsumierten, sondern umgekehrt; nicht als ein Machelement der lebendigen Arbeit, sondern als Macht über diese Arbeit. Um die spezifisch gesellschaftliche Form, i. e. die kapitalistische Form, worin das Verhältnis von Arbeit und Arbeitsbedingungen sich verkehrt, so daß nicht der Arbeiter die Bedingungen, sondern die Bedingungen den Arbeiter anwenden, auch technologisch zu rechtfertigen, geben die Ökonomen dem gegenständlichen Moment der Arbeit eine falsche Wichtigkeit gegenüber der Arbeit selbst. Und deswegen macht H[odgskin] umgekehrt geltend, daß dies gegenständliche Moment – also der ganze realisierte Reichtum – außerordentlich unbedeutend ist gegen den lebendigen Produktionsprozeß und in der Tat nur als Moment desselben Wert hat, für sich also keinen Wert hat. Es geschieht ihm dabei, daß er etwas unterschätzt – dies aber in der Ordnung dem ökonomischen Fetischismus gegenüber –, den Wert, den die Vergangenheit der Arbeit für ihre Gegenwart hat. Träte in der kapitalistischen Produktion – hence in its theoretical expression130, der politischen Ökonomie – die vergangne Arbeit nur auf als ein von der Arbeit selbst sich geschaffnes Pedestal etc., so könnte solche Streitfrage nicht existieren. Sie nur da, weil in der Realität der kapitalistischen Produktion sowohl wie in ihrer Theorie131 die realisierte Arbeit als Gegensatz gegen sich selbst, die lebendige Arbeit auftritt. Ganz wie in dem religiös befangnen Denkprozeß das Produkt des Denkens die Herrschaft über das Denken selbst nicht nur beansprucht, sondern ausübt.
||865| Der Satz:
„Die Wirkungen, die einem Vorrat von Waren unter dem Namen zirkulierendes Kapital zugeschrieben werden, werden durch koexistierende Arbeit verursacht“ (p. 9)
heißt also zunächst:
Die gleichzeitige Koexistenz lebendiger Arbeit bringt einen großen Teil der Wirkungen hervor, die dem Produkt früherer Arbeit, under the name of circulating capital132, zugeschrieben werden.
Ein Teil des circulating capital besteht z. B. aus dem Vorrat von Lebensmitteln, which the capitalist is said to have stored up, to support the labourer while working133.
Die Vorratsbildung ist überhaupt nichts der kapitalistischen Produktion Eigentümliches, obgleich, da in ihr Produktion und Konsumtion am größten, auch die im Markt befindliche Masse – in der Zirkulationssphäre befindliche Masse – von Waren am größten. Es geht hier immer noch die Erinnerung an die Aufhäufung des Schatzbildners, hoarding, durch.
Man muß hier zunächst den Konsumtionsfonds außer Augen lassen, da hier von Kapital die Rede und der industriellen Produktion. Was in die Sphäre der individuellen Konsumtion gefallen, ob es sich rascher oder langsamer verzehre, hat aufgehört, Kapital zu sein. {Obgleich es teilweise in Kapital rückverwandelt werden kann, wie Häuser, Parks, Gefäße etc.}
„Besitzen alle Kapitalisten Europas in diesem Augenblick genügend Nahrungsmittel und Kleidung, um ihre Arbeiter eine Woche lang zu versorgen? Wir wollen zuerst die Frage hinsichtlich der Nahrungsmittel prüfen. Ein Teil der Nahrung des Volkes ist Brot, das immer nur wenige Stunden, bevor man es verzehrt, gebacken wird... Das Produkt des Bäckers kann nicht aufgespeichert werden. Auf keinen Fall kann das Rohmaterial des Brotes, mag es in Korn oder Mehl bestehen, ohne beständige Arbeit aufbewahrt werden. Die Konviktion des Arbeiters, des Baumwollspinners, daß er Brot bekommen wird, wenn er es begehrt, und die Konviktion seines Herrn, daß das Geld, das er ihm zahlt, ihn in den Stand setzen wird, sich Brot zu beschaffen, ergibt sich einfach aus der Tatsache, daß immer Brot zu haben war, wenn man es begehrte.“ (l. c. p. 10.)
„Ein anderer Artikel der Nahrung des Arbeiters ist Milch, und Milch wird ... zweimal am Tage hergestellt. Wenn gesagt wird, daß das Vieh, welches sie liefert, schon da ist, dann muß man antworten, daß es beständige Aufmerksamkeit und beständige Arbeit erheischt und sein Futter während des größten Teils des Jahres täglich wächst. Die Wiesen, auf denen es weidet, erfordern die Hand des Menschen. Ebenso ist es mit dem Fleisch. Es kann nicht lange aufbewahrt werden, denn kaum ist es zu Markte gebracht, beginnt es zu verderben." (p.10.)
Selbst Kleidungsstücke wegen der Motten „werden, im Verhältnis zum allgemeinen Konsum, überhaupt nur in einem kleinen Vorrat hergestellt". (p. 11.)
„Mill sagt mit Recht: ‚Was jährlich produziert wird, wird jährlich konsumiert', so daß in Wirklichkeit kein Vorrat von Waren aufgespeichert werden kann, um die Menschen in den Stand zu setzen, jene Operationen zu vollbringen, die sich über mehr als ein Jahr erstrecken. Diejenigen, die solche unternehmen, dürfen sich daher nicht auf schon geschaffene Waren verlassen, sondern müssen darauf bauen, daß andere Leute arbeiten und produzieren, was sie brauchen, bis ihre eigenen Produkte fertiggestellt sind. Sollte also der Arbeiter zugeben, daß eine gewisse Akkumulation zirkulierenden Kapitals für die Operationen erforderlich ist, die innerhalb des Jahres vollendet werden..., so ist es doch klar, daß bei allen Operationen, die sich über ein Jahr hinaus erstrecken, der Arbeiter auf akkumuliertes Kapital nicht baut und nicht bauen kann." (l.c. p. 12.)
„Ziehen wir gebührend die Zahl und Bedeutung jener Reichtum produzierenden Operationen in Betracht, die nicht innerhalb des Jahres vollendet werden, und andererseits die zahllosen Produkte täglicher Arbeit, die zur Erhaltung des Menschen erheischt sind und ebenso schnell konsumiert wie produziert werden, dann werden wir verstehen, daß der Erfolg und die Produktivkraft jedes besondern Arbeitszweigs stets mehr abhängig ist von der koexistierenden produktiven Arbeit anderer Leute als von irgendeiner Akkumulation zirkulierenden Kapitals." (p. 13.)
„Es ist das Kommando, das der Kapitalist über die Arbeit einer Anzahl Menschen hat, und nicht sein Besitz eines Vorrats von Waren, das ihn befähigt, andere Arbeiter zu erhalten und daher anzuwenden." (p. 14.)
„Das einzige Ding, wovon man sagen kann, daß es aufgespeichert und vorher präpariert ist, ist das Geschick des Arbeiters." (p. 12.)
„All die Wirkungen, die man gewöhnlich der Akkumulation des zirkulierenden Kapitals zuschreibt, entspringen der Akkumulation und Aufspeicherung geschickter Arbeit, und diese wichtigste Operation wird, was die große Masse der Arbeiter betrifft, ohne irgendwelches zirkulierendes Kapital vollbracht." (p. 13.)
„Die Zahl der Arbeiter muß jederzeit abhängen von der Menge des zirkulierenden Kapitals oder, wie ich richtiger sagen sollte, von der Menge des Produkts der koexistierenden Arbeit, die die Arbeiter konsumieren dürfen." (p. 20.)
„[866] „Zirkulierendes Kapital ... wird nur für den Konsum geschaffen, während das fixe Kapital ... produziert wird, nicht um konsumiert zu werden, sondern um den Arbeiter in der Produktion jener Dinge zu unterstützen, die konsumiert werden." (p. 19.)
Zunächst also:
„Der Erfolg und die Produktivkraft jedes besondern Arbeitszweigs ist stets abhängiger von der koexistierenden produktiven Arbeit andrer Leute als von irgendeiner Akkumu lation von zirkulierendem Kapital“, d. h., „commodities already created“134. Diese „commodities already created“ stehn im Gegensatz zu „the products of coexisting labour“135.
{Innerhalb jedes einzelnen trade selbst ist der Teil des Kapitals, der sich in Arbeitsinstrumente und Arbeitsmaterial auflöst, jedesmal als „commodities already created“ vorausgesetzt. Man kann keine Baumwolle spinnen, die noch nicht „created“ ist, keine Spindeln in Bewegung setzen, die erst fabriziert werden sollen, und keine Kohlen verbrennen, die noch nicht aus dem Schacht herausgefördert sind. Sie treten also immer in den Prozeß als Daseinsformen von previous labour136. Und so depends existing labour on antecedent labour137, not only on coexisting labour138, obgleich diese antecedent labour, sei es in der Form von Arbeitsmitteln oder Arbeitsmaterial, immer nur im Kontakt mit der lebendigen Arbeit, als gegenständliches Moment derselben of any use (productive use)139 ist. Nur als Moment der industriellen Konsumtion, i.e. des Konsums durch die Arbeit.
Aber bei Betrachtung der Zirkulation und des Reproduktionsprozesses haben wir zugleich gesehn140, daß die Ware nur reproduziert werden kann, nachdem sie fertig und in Geld verwandelt ist, weil gleichzeitig – durch coexisting labour – alle ihre Elemente produziert und reproduziert worden sind.
Es findet ein doppelter Marsch in der Produktion statt. Z. B. die Baumwolle rückt aus einer Produktionsphase in die andre. Erst wird sie produziert, das Rohmaterial, und dann einer Masse Manipulationen unterworfen, bis sie versendungsfähig oder, wenn die weitre Verarbeitung in demselben Lande stattfindet, in die Hand des Spinners übergeht. Sie rückt dann vom Spinner zum Weber, vom Weber zum Bleicher, Färber, finisher141, von da in die verschiednen Gewerke, die sie zu besondren uses142, Kleidungsstücken, Bettzeug etc. verarbeiten. Endlich geht sie aus der Hand des letzten Produzenten in die des Konsumenten, in die individuelle Konsumtion über, wenn sie nicht als Arbeitsmittel (nicht Material) in die industrielle Konsumtion übergeht. Sie hat aber ihre letzte Form als Gebrauchswert erhalten, sei dies nun, sie industriell oder individuell konsumiert zu werden. Was hier aus der einen Produktionssphäre als Produkt herauskommt, geht in die andre als Produktionsbedingung ein und durchläuft so sukzessive Phasen bis zum letzten finish143 als Gebrauchswert. Hier erscheint die previous labour beständig als Bedingung der existing labour.
Gleichzeitig aber, während das Produkt so aus einer Phase in die andre rückt, während es diese reale Metamorphose durchläuft, wird es in jeder Phase produziert. Während der Weber das Garn verspinnt, spinnt der Spinner gleichzeitig die Baumwolle, und befindet sich neue Baumwolle im Produktionsprozeß.
Da der kontinuierliche, sich erneuernde Produktionsprozeß Reproduktionsprozeß ist, so ist er also ebenso bedingt durch die coexisting labour, die die verschiedenen Phasen des Produkts gleichzeitig produziert, während es seine Metamorphosen durchläuft, aus einer Phase in die andre rückt. Baumwolle, Garn und Gewebe werden nicht nur eine nach der andren und aus dem andren produziert, sondern sie werden gleichzeitig nebeneinander produziert und reproduziert. Was sich als effect of the antecedent labour darstellt, wenn ich den Produktionsprozeß der einzelnen Ware betrachte, stellt sich zugleich als Wirkung der coexisting labour dar, wenn ich ihren Reproduktionsprozeß betrachte, also ihren Produktionsprozeß in seinem Fluß und der Breite seiner Bedingungen, nicht nur in einem isolierten Akt betrachte oder in beschränktem Raum. Es ist nicht nur Kreislauf durch verschiedne Phasen, sondern parallele Produktion der Ware in allen ihren, besondren Sphären der Produktion angehörigen, verschiedne Arbeitszweige bildenden Phasen. Wenn derselbe Bauer erst den Flachs baut, dann ihn spinnt, dann verwebt, so findet die Sukzession, aber nicht die Gleichzeitigkeit dieser Operationen statt, wie sie die auf Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft gegründete Produktionsweise voraussetzt.
Den Produktionsprozeß der einzelnen Ware in irgendeiner Phase betrachtet, so erhält die antecedent labour zwar erst Sinn durch die living labour144, der sie ihre Produktionsbedingungen liefert. Anderseits treten aber diese Produktionsbedingungen, ohne die die living labour sich nicht realisieren kann, immer in den Prozeß als gewordne Resultate von antecedent labour. Die cooperating labour145 der kontribuierenden Arbeitszweige erscheint also immer im Passivum und ist als solches Passivum Voraussetzung. Dies Moment heben die Ökonomen hervor. Dagegen in der Reproduktion und Zirkulation erscheint die gesellschaftlich vermittelnde Arbeit, auf die sich der Prozeß der Ware in jeder besondren Sphäre stützt, durch die er bedingt ist, als coexisting, contemporaneous labour146 im Präsens. Die Ware wird gleichzeitig in ihren incipient forms147 und in ihren fertigen Formen oder sukzessiven Formen produziert. Ohne das könnte sie, nachdem sie ihre reellen Metamorphosen durchlaufen hat, nicht aus Geld in ihre Lebensbedingungen rückverwandelt ||870b|| werden. So ist die Ware nur Produkt der antecedent labour, sofern sie gleichzeitig als Produkt der contemporaneous, living labour148 sich darstellt. Der ganze gegenständliche Reichtum, den die kapitalistische Anschauung fixiert, erscheint so nur als zerrinnendes Moment im Strome der Gesamtproduktion, die den Zirkulationsprozeß einschließt.}
H[odgskin] betrachtet das zirkulierende Kapital bloß in einem seiner Bestandteile. Ein Teil des zirkulierenden Kapitals verwandelt sich aber beständig in fixes Kapital und matière instrumentale149 und nur der andere Teil in Konsumtionsgegenstände. Noch mehr. Selbst der Teil des zirkulierenden Kapitals, der schließlich in Waren sich verwandelt, die der individuellen Konsumtion anheimfallen, besteht fortwährend, außer der letzten Form, worin er als Schlußprodukt aus der finishing phase150 hervorgeht, in den frühen Phasen gleichzeitig in seinen incipient forms, worin er noch nicht in die Konsumtion eingehn kann, [als] Rohstoff oder Halbfabrikat, in verschiednen Graden entfernt von der letzten Form des Produkts.
Worum es sich bei H[odgskin] handelt: was ist das Verhältnis der gegenwärtigen Arbeit, die der Arbeiter dem Kapitalisten liefert, zu der Arbeit, 〈die in seinen Konsumtionsgegenständen enthalten〉, enthalten in den Artikeln, worin sich die wages auflösen, die also in der Tat die Gebrauchswerte sind, aus denen das variable Kapital besteht? Es wird zugegeben, daß der Arbeiter nicht arbeiten kann, ohne jene Artikel für den Konsum vorzufinden. Und deswegen sagen die Ökonomen, daß das zirkulierende Kapital – previous labour, commodities already created151, die der Kapitalist aufgehäuft hat – die Bedingung der Arbeit, u. a. auch der Teilung der Arbeit ist.
Es heißt gewöhnlich, wenn von den Produktionsbedingungen und speziell von dem zirkulierenden Kapital im H[odgskin]schen Sinn gesprochen wird, der Kapitalist müsse die Lebensmittel aufgehäuft haben, die der Arbeiter verzehren muß, bevor his new commodity is finished152, also während seiner Arbeit, während die von ihm selbst produzierte Ware sich erst in statu nascendi153 befindet. Es läuft damit unter die Vorstellung, sei es, daß der Kapitalist aufhäufe, wie der Schatzbildner, sei es, daß er einen Vorrat von Lebensmitteln aufspeichere, wie die Bienen den Honig.
Jedoch ist das nur ein modus loquendi154.
Zunächst sprechen wir hier nicht von den shopkeepers155, die Lebensmittel feilhalten. Sie müssen natürlich stets einen vollen stock in trade156 besitzen. Ihre Magazine, shops157 etc. sind bloß die Reservoirs, worin sich die Waren, nachdem sie zirkulationsfähig, verteilen. Diese Aufhäufung ist bloß das Interval, worin die Ware sich befindet, bevor sie aus der Zirkulation in die Konsumtion übergeht. Es ist ihr Dasein auf dem Markt als Ware. Als solche ist sie eigentlich nur in dieser Form da. Ob sie sich, statt in der Hand des ersten Verkäufers (Produzenten) zu befinden, sich in der Hand des dritten oder vierten befindet, schließlich in die Hand des Verkäufers übergegangen, der sie an den eigentlichen Konsumenten verkauft, ändert an der Sache nichts. Es betrifft nur, daß sie in den Zwischenstationen Austausch von Kapital gegen Kapital darstellt (eigentlich von Kapital plus Profit, denn der Produzent verkauft in der Ware nicht nur das Kapital, sondern den auf das Kapital gemachten Profit), in der letzten Station Austausch von Kapital gegen Revenue (wenn nämlich die Ware, wie hier unterstellt, bestimmt ist, nicht in die industrielle, sondern in die individuelle Konsumtion überzugehen).
Die Ware, die als Gebrauchswert fertig ist in ihrem verkaufsfähigen Zustand, befindet sich als Ware auf dem Markt, in der Zirkulationsphase; alle Waren befinden sich darin, soweit sie ihre erste Metamorphose, die Verwandlung in Geld, durchzumachen. Wenn dies „Aufhäufen“ heißt, so heißt Aufhäufen nichts als „Zirkulieren“ oder Dasein der Waren als Waren. Diese Art „Aufhäufung“ wäre also grade das Umgekehrte der Schatzbildung, die die Ware ewig in diesem zirkulationsfähigen Zustand erhalten will und dies nur erreicht, indem sie dieselbe, in der Form des Geldes, der Zirkulation entzieht. Ist die Produktion mannigfaltig und massenhaft, also auch die Konsumtion, so wird sich eine größere Masse der verschiedensten Waren fortwährend auf diesem Haltpunkt, in dieser Zwischenstation, mit einem Wort, in Zirkulation oder auf dem Markt befinden. Der Quantität nach betrachtet, heißt hier also große Aufhäufung nichts als große Produktion und Konsumtion.
Das stop der Waren – ihr Aufenthalt in diesem Moment des Prozesses, ihr Dasein auf dem Markt, statt in der mill158 oder im Privathaus (als Konsumartikel) und im shop, Magazin des shopkeepers – ist nur ein ||871| kurzer Moment in ihrem Lebensprozeß. Das fixe selbständige Dasein dieser „Güterwelt“, „Sachenwelt“, ist nur Schein. Die Poststube ist immer gefüllt, aber von immer andren Reisenden. Dieselben Waren (der Art nach) sind beständig in der Produktionssphäre erneuert, auf dem Markt befindlich, und von der Konsumtion ergriffen. Sie halten sich, nicht die identischen Waren, aber die Waren derselben Spezies, gleichzeitig stets in diesen 3 Stationen auf. Verlängert sich das Intervall, so daß die Waren, die neu aus den Produktionssphären kommen, noch von den alten den Markt besetzt finden, so entsteht Gedränge, stoppage159; der Markt ist surcharged160, die Waren werden entwertet; Überproduktion. Wo also das Intervall der Zirkulation sich verselbständigt, nicht bloßer Aufenthalt des Stroms in seiner Bewegung ist, wo das Dasein der Waren in der Zirkulationsphase als Aufhäufung erscheint, ist dies kein freier Akt des Produzenten, kein Zweck oder immanentes Lebensmoment der Produktion, sowenig wie die Ansammlung des Bluts nach dem Kopf, die zum Schlagfluß führt, ein immanentes Moment der Blutzirkulation ist. Das Kapital als Warenkapital (so erscheint es in dieser Zirkulationsphase, auf dem Markt) darf sich nicht befestigen, darf nur ein Stillstand in der Bewegung sein. Sonst wird der Reproduktionsprozeß gestört. Der ganze Mechanismus gerät in Unordnung. So wenig ist und kann dieser an einzelnen Punkten konzentriert erscheinende, gegenständliche Reichtum im Vergleich zu dem beständigen Strom der Produktion und Konsumtion [sein]. Reichtum ist daher auch nach Smith „die jährliche“ Reproduktion. Er trägt also kein altes Datum. Er ist stets von gestern her. Würde anderseits die Reproduktion durch irgendwelche Störungen stocken, so leeren sich die Magazine etc.; es tritt Mangel ein, und es zeigt sich sogleich, daß die Stetigkeit, die der vorhandne Reichtum zu haben scheint, nur die Stetigkeit seines Ersetztwerdens, seiner Reproduktion ist, beständige Vergegenständlichung der gesellschaftlichen Arbeit.
Bei dem shopkeeper findet auch W – G – W statt. Soweit er „Profit“ macht, ist das eine Sache, die uns hier nichts angeht. Er verkauft die Ware und kauft dieselbe Ware (der species161 nach) wieder. Er verkauft sie an den Konsumenten und kauft sie wieder vom Produzenten. Dieselbe (species) Ware verwandelt sich fortwährend in Geld und das Geld beständig zurück in dieselbe Ware. Diese Bewegung stellt aber nur die beständige Reproduktion, beständige Produktion und Konsumtion vor, denn die Reproduktion schließt ein die Konsumtion. (Die Ware muß verkauft werden, in die Konsumtion fallen, um reproduziert werden zu können.) Sie muß sich als Gebrauchswert bewähren. (Denn das W – G für den Verkäufer ist G – W für den Käufer, also Verwandlung von Geld in Ware als Gebrauchswert.) Der Reproduktionsprozeß, da er Einheit von Zirkulation und Produktion ist, schließt die Konsumtion ein, die selbst ein Moment der Zirkulation. Die Konsumtion ist selbst ein Moment und eine Bedingung des Reproduktionsprozesses. In der Tat, im ganzen betrachtet, zahlt der shopkeeper die Ware dem Produzenten mit demselben Geld, womit es der Konsument von ihm kauft. Dem Produzenten gegenüber stellt er den Konsumenten und dem Konsumenten gegenüber den Produzenten dar; er ist Käufer und Verkäufer derselben Ware. Das Geld, soweit er mit demselben kauft, ist in der Tat, bloß formell betrachtet, die Schlußmetamorphose der Ware des Konsumenten. Dieser verwandelt sein Geld in die Ware als Gebrauchswert. So bedeutet sein Übergehn in die Hand des shopkeepers die Konsumtion der Ware oder, formell betrachtet, das Übergehn der Ware aus der Zirkulation in die Konsumtion. Soweit er mit dem Geld wieder kauft von dem Produzenten, ist es die erste Metamorphose der Ware des Produzenten und bedeutet das Übergehn der Ware in das Intervall, worin sie in der Zirkulation als Ware verharrt. W – G – W, soweit es Verwandlung der Ware in das Geld des Konsumenten und Rückverwandlung des Geldes, dessen Besitzer nun der shopkeeper [ist], in dieselbe Ware (der Art nach), drückt nichts aus als das beständige Übergehn der Ware in die Konsumtion, denn dazu muß der Platz, den die Ware leerläßt, die in die Konsumtion fällt, ersetzt werden durch die Ware, die aus dem Produktionsprozeß herkommt und nun dies Stadium einnimmt.
||872| Der Aufenthalt der Ware in der Zirkulation und ihr Ersetztwerden durch neue Ware hängt natürlich zugleich von der Länge ab, worin sich die Waren in der Produktionssphäre befinden, also von der Länge ihrer Reproduktionszeit, und ist verschieden nach der Verschiedenheit derselben. Z.B. die Reproduktion des Korns erheischt ein Jahr. Das diesen Herbst, z.B. 1862, geerntete Korn (soweit es nicht wieder als Samen dient) muß für die Konsumtion des ganzen kommenden Jahres – bis zum Herbst 1863 – ausreichen. Es wird auf einmal in die Zirkulation geworfen (selbst in den Speichern der Pächter befindet es sich schon in Zirkulation) und hier von verschiednen Reservois der Zirkulation, Magazinen, Getreidehändlern, Müllern etc. absorbiert. Diese Reservois sind sowohl Abzugskanäle für die Produktion, als Zufuhrkanäle für die Konsumtion. Solange sich die Ware in ihnen befindet, ist sie Ware und befindet sich daher auf dem Markt, in Zirkulation. Sie wird ihr von der jährlichen Konsumtion nur stückweis, tropfenweis entzogen. Der Ersatz, der Strom der nachrückenden Waren, die sie verdrängen, rückt erst in einem Jahr ein. Diese Reservoirs leeren sich daher auch erst nach und nach, im Maße, wie ihr Ersatz heranrückt. Bleibt ein Überschuß und ist die neue Ernte over an average162, so tritt stoppage ein. Der Raum, den diese bestimmte Ware im Markt einzunehmen hat, ist overcharged163. Um alle in ihm Platz zu finden, kontrahieren die Waren ihre Marktpreise, was sie wieder in Fluß bringt. Ist ihre Masse als Gebrauchswerte zu groß, so fügen sie sich dem Raum, den sie einzunehmen, durch contraction164 ihrer Preise. Ist die Masse zu klein, so dehnen sie sich aus durch Expansion ihrer Preise.
Waren anderseits, die rasch vergänglich sind als Gebrauchswerte, haben auch nur einen augenblicklichen Aufenthalt in den Reservoirs der Zirkulation. Die Zeit, in der sie sich in Geld verwandelt haben müssen und reproduziert sein müssen, ist durch die Natur ihres Gebrauchswerts vorgeschrieben, der, wenn nicht täglich oder fast täglich konsumiert, verdirbt und damit aufhört, Ware zu sein. Denn mit seinem Träger, dem Gebrauchswert, verschwindet der Tauschwert, wenn das Verschwinden des Gebrauchswerts selbst nicht ein Akt der Produktion ist.
Sonst ist klar, daß, obgleich die absolute Masse der in den Zirkulationsreservoirs angesammelten Waren zunimmt mit der Entwicklung der Industrie, weil Produktion und Konsumtion zunehmen, diese selbe Masse, verglichen mit der jährlichen Gesamtproduktion und Konsumtion, abnimmt. Das Übergehn der Waren aus der Zirkulation in die Konsumtion verkürzt sich. Und zwar aus folgenden Gründen. Die Geschwindigkeit der Reproduktion ‹zunächst abgesehn von dem Moment der Zirkulation› vermehrt sich:
1. Sobald die Ware rasch ihre verschiednen Produktionsphasen durchläuft, der Produktionsprozeß sich in jeder Produktionsphase abkürzt; dies ist bedingt dadurch, daß die zur Produktion der Ware, in jeder ihrer Formen, nötige Arbeitszeit abnimmt; also mit der Entwicklung der Teilung der Arbeit, Maschinerie, Anwendung chemischer Prozesse etc. {Mit der Entwicklung der Chemie wird das Überführen der Waren aus einem Aggregatzustand in den andren, ihre Verbindung mit andern Körpern, wie beim Färben, ihre Losscheidung von Stoffen, wie beim Bleichen, kurz, sowohl die Form derselben Stoffe (ihr Aggregatzustand), wie der zu bewirkende Stoffwechsel künstlich beschleunigt, ganz abgesehn davon, daß für vegetative und organische Reproduktion wohlfeilere Stoffe, d.h. Stoffe, die wenig Arbeitszeit kosten, den Pflanzen und Tieren zugeführt werden etc.}
2. Teils durch Kombination verschiedner Geschäftszweige, Zentren der Produktion, die sich bilden für bestimmte Geschäftszweige, [teils durch] Entwicklung der Kommunikationsmittel geht die Ware rasch aus einer Phase in die andre über, oder wird die Zwischenzeit abgekürzt, die das Intervall des Aufenthalts der Ware in der Zwischenstation zwischen einer Produktionsphase und der andren einnimmt, oder wird der Übergang aus einer Phase der Produktion in die andre abgekürzt.
3. Diese ganze Entwicklung – sowohl die Abkürzung der Produktionsphasen, wie des Übergangs aus einer Phase in die andre – setzt die Produktion auf großer Stufenleiter voraus, massenhafte Produktion und zugleich Produktion auf Grundlage von vielem konstanten, namentlich fixem Kapital; daher fortwährenden Fluß der Produktion. Nämlich nicht in dem Sinn, wie wir diesen Fluß eben betrachtet, durch das Aneinanderrücken und Ineinandergreifen der besondren Produktionsphasen. Sondern in dem Sinn, daß keine absichtlichen Pausen in der Produktion stattfinden. Dies der Fall, solang auf Bestellung gearbeitet wird, wie in dem |873| Handwerk, immer auch noch in der eigentlichen Manufaktur (sobald diese selbst nicht schon umgemodelt durch die große Industrie). Sondern hier wird nach der Stufenleiter gearbeitet, die das Kapital erlaubt. Dieser Prozeß wartet nicht auf die Nachfrage, sondern ist Funktion des Kapitals. Das Kapital arbeitet beständig auf derselben Stufenleiter fort (abgesehn von der Akkumulation oder Erweiterung) mit steter Entwicklung und Erweiterung der Produktivkräfte. Die Produktion ist also nicht nur rasch, so daß die Ware schnell die Gestalt erreicht, worin sie zirkulationsfähig, sondern sie ist beständig. Die Produktion erscheint hier nur als stete Reproduktion, und sie ist zugleich massenhaft.
Verharren die Waren also lange in den Zirkulationsreservoirs – sammeln sie sich hier an –, so werden sie bald overcharged165 dieselben durch die Raschheit, womit die Produktionswellen sich folgen, und die Massenhaftigkeit des Stoffs, den sie beständig in die Reservoirs wälzen. Es ist in diesem Sinn, daß Corbet166 z.B. sagt: The market is always overcharged. Aber dieselben Umstände, die diese Geschwindigkeit und Massenhaftigkeit der Reproduktion erzeugen, kürzen auch die Notwendigkeit der Sammlung der Waren in diesen Reservoirs ab. Zum Teil – soweit es die industrielle Konsumtion betrifft – ist dies schon enthalten in dem Aneinanderrücken der Produktionsphasen, die die Ware selbst oder ihre Ingredienzien zu durchlaufen haben. Wird die Kohle täglich massenhaft erzeugt und dem Fabrikanten durch die Eisenbahn, Dampfschiffe etc. vor die Tür gebracht, so braucht er keinen stock167 oder nur einen geringen in Kohlen zu halten, oder was dasselbe, wenn ein shopkeeper dazwischen, braucht dieser nur wenig Vorrat außer dem, den er täglich verkauft und neu zugeführt erhält. So mit Garn, Eisen etc. Abgesehen aber von der industriellen Konsumtion, in der die Warenvorräte (i. e. die Vorräte der Wareningredienzien) derart abnehmen müssen, so hat der shopkeeper erstens ebenfalls die Geschwindigkeit der Kommunikation, zweitens die Sicherheit der beständigen raschen Erneuerung und Zufuhr. Obgleich sein stock in trade daher der Masse nach wachsen mag, befindet sich jedes Element desselben kürzer in seinem Reservoir, in diesem Übergangszustand. Im Verhältnis zu der ganzen Masse Waren, die er verkauft, d.h. sowohl im Verhältnis zur Größe der Produktion als Konsumtion, ist der jedesmal in seinem Vorrat aufgehaltene, angesammelte stock in trade klein. Anders auf den unentwickelten Stufen der Produktion, wo die Reproduktion langsam – also mehr Waren in den Zirkulationsreservoirs sich aufhalten müssen –, die Kommunikationsmittel langsam, die Verbindungen schwerfällig, die Erneuerungen des stock daher unterbrochen und daher viel Zwischenzeit zwischen der Entleerung des Reservoirs und seiner Wiederfüllung – der Erneuerung des stock in trade – liegt. Es findet dann Analoges statt wie bei Produkten, deren Reproduktion infolge der Natur ihres Gebrauchswerts nur in jährlichen oder halbjährlichen, kurz, in mehr oder minder auseinanderliegenden Terminen stattfindet.
{Wie die Kommunikation wirkt auf Entleerung der Reservoirs, [zeigt] z.B. Baumwolle. Da beständig Schiffe zwischen Liverpool und den United States – Geschwindigkeit der Kommunikation ist ein Moment, Beständigkeit ein andres –, so nicht alle Baumwolle auf einmal verschifft. Sie kommt nach und nach auf den Markt. (Der Produzent will auch den Markt nicht at once168 überschwemmen.) In Liverpool liegt sie in den Docks, allerdings schon einem Zirkulationsreservoir, aber nicht in der Masse – im Verhältnis zum Gesamtkonsum des Artikels –, als wenn nur ein- oder zweimal das Schiff von Amerika nach halbjähriger Reise käme. Der Manchester man etc. füllt seine Speicher ziemlich im Verhältnis seines unmittelbaren Konsums, da der elektrische Telegraph und die Eisenbahn den transfer von Liverpool nach Manchester jeden Augenblick möglich macht.}
Besondres Füllen der Reservoirs – soweit nicht Folge des overcharge of the market169, das unter diesen Zuständen unendlich leichter als unter den patriarchalisch langsamen – nur spekulativ, ausnahmsweis in regard to a real oder suspected fall or rise of prices170. Über diese relative Abnahme der Vorräte – d. h. der in Zirkulation befindlichen Waren –, verglichen mit der Masse der Produktion und Konsumtion, sieh Lalor, „Economist“, Corbet (hinter Hodgskin die betreffenden Zitate ||874|| zu setzen). Sismondi hat darin fälschlich (auch er nachzusehn) ein Beklagliches gesehn.
(Allerdings anderseits stete Ausdehnung des Markts, und in demselben Maß, wie das Zeitintervall abnimmt, da sich die Ware auf dem Markt befindet, nimmt die räumliche Ergiebigkeit zu oder dehnt sich der Markt räumlich aus, und ist die Peripherie im Verhältnis zum Zentrum, der Produktionssphäre der Ware, stets durch verlängernden Radius beschrieben.)
Mit der Geschwindigkeit der Reproduktion hängt zusammen, oder ist nur ein andrer Ausdruck dafür, das von der Hand in den Mund [leben] der Konsumtion, die ihre Wäsche und Röcke so rasch wechselt wie ihre Meinungen und nicht 10 Jahre in demselben Rock etc. steckt. Die Konsumtion, auch in den Artikeln, wo dies nicht durch die Natur des Gebrauchswerts bedingt, wird immer mehr contemporaneous171 mit der Produktion, also immer mehr von der present, coexisting labour172 abhängig. (Da es in fact Austausch von coexisting labour.) Und dies in demselben Maß, worin die vergangne Arbeit immer wichtigeres Moment der Produktion wird, obgleich diese Vergangenheit selbst immer von frischem Datum und nur relativ.
(Wie sehr das Vorrathalten zusammenhängt mit der Mangelhaftigkeit der Produktion: Solange das Vieh nur mühsam überwinterte, kein frisches Fleisch im Winter. Sobald die Viehzucht dies überwunden, hört von selbst der Vorrat auf, der aus dem Ersatz des frischen durch gepökeltes oder geräuchertes Fleisch hervorging.)
Nur wo das Produkt in Zirkulation tritt, wird es Ware. Die Produktion der Produkte als Ware, hence173 die Zirkulation, erweitert sich außerordentlich mit der kapitalistischen Produktion aus folgenden Gründen:
1. Produktion en masse, Quantität, Massenhaftigkeit also quantitativ in gar keinem Verhältnis zum Bedürfnis des Produzenten; in fact, reiner Zufall, ob er to some minim degree174 Konsument seines eignen Produkts. Wo er es massenhaft ist, geschieht es nur, wo er part of the ingredients of his own capital175 produziert. Dagegen auf früherer Stufe: Nur der Überschuß des Produkts über den Selbstbedarf – oder doch hauptsächlich – wird Ware.
2. Qualitative Einseitigkeit des Produkts im umgekehrten Verhältnis zur vermehrten Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse. Dies bringt die größere Trennung und Verselbständigung früher verbundner Produktionszweige mit sich – kurz die Zunahme der Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft –, wozu noch die Schöpfung neuer Produktionszweige und Vermannigfachung der kinds of commodities176 hinzukömmt. (Am Schlusse, hinter H[odgskin], auch Wakefield darüber [nachsehen].) Diese variegation, differentiation of commodities177 ist doppelt: Die verschiedenen Phasen eines und desselben Produkts, ebenso Mittelarbeiten dazu (also auf Ingredienzien etc. bezügliche Arbeiten), zerfallen in verschiedne voneinander unabhängige Arbeitszweige. Oder dasselbe Produkt in verschiednen Phasen wird zu different kinds of commodities178. Aber zweitens, indem Arbeit und Kapital frei wird (oder Arbeit und surplus produce), anderseits neue Nutzanwendungen desselben Gebrauchswerts entdeckt werden, entweder daß infolge der Umänderung [von] Nr.1 neue Bedürfnisse entstehn (z. B. das Bedürfnis schneller und allseitiger Kommunikationsmittel mit der Anwendung des Dampfes auf die Industrie) und daher neue Arten ihrer Befriedigung, oder daß neue Nutzanwendungen desselben Gebrauchswerts entdeckt werden oder neue Stoffe oder neue Verfahrensarten (wie z. B. Plasto-Galvanismus), um den alten Stoff anders zu fassen etc. Es löst sich dies alles darin auf: One produce in its successive phases or conditions converted into different commodities. Creation of new products or new values in use as commodities.179
3. Verwandlung der Mehrzahl der Bevölkerung in Lohnarbeiter, die früher eine Masse Produkte in naturalibus180 verzehrten.
4. Verwandlung des Pächters in industriellen Kapitalisten {damit der Rente in Geldrente; überhaupt aller Naturallieferungen (Steuern etc., Grundrente) in Geldlieferung}. Überhaupt: Industrielle Exploitation des Grund und Bodens, womit sowohl seine chemischen als mechanischen Produktionsbedingungen, selbst Samen etc., Dünger etc., Vieh etc. dem Stoffwechsel unterworfen, nicht auf seinen eignen Misthaufen, wie früher, beschränkt werden.
5. Mobilisierung einer Masse früher „unveräußerlicher“ Güter in Waren und Schöpfung von Eigentumsformen, die bloß in Zirkulationspapieren bestehn. Einerseits Veräußerung des Grundbesitzes. {Auch mit der Eigentumslosigkeit der Massen gegeben, daß sie z. B. zu ihrer Wohnung als Ware sich verhalten.} [Anderseits] Eisenbahnaktien, kurz, alle möglichen Aktien.
||875| Nun zu Hodgskin zurück.
Unter dem „Aufhäufen“ des Kapitalisten für den Arbeiter kann natürlich nicht verstanden werden, daß die Waren bei ihrem Übergang aus der Produktion in die Konsumtion sich in den Zirkulationsreservoirs, in Zirkulation, auf dem Markt befinden. Dies hieße, daß dem Arbeiter zulieb die Produkte zirkulieren und ihm zulieb Waren werden; überhaupt ihm zulieb die Produktion der Produkte als Waren stattfindet.
Der Arbeiter teilt mit jedem andern, daß er die Ware, die er verkauft – faktisch, obgleich nicht der Form nach –, seine Arbeit, erst in Geld verwandeln muß, um dies Geld in Waren zur Konsumtion rückzuverwandeln. Daß Teilung der Arbeit (soweit sie auf Warenproduktion gegründet), Lohnarbeit, überhaupt keine kapitalistische Produktion stattfinden kann, ohne daß, sei es die Konsumtionsmittel oder Produktionsmittel als Waren auf dem Markt vorgefunden werden, daß diese Art Produktion ohne Warenzirkulation – Aufenthalt der Waren in den Zirkulationsreservoirs – unmöglich ist, ist sonnenklar. Denn Ware ist das Produkt κατ' ἐξοχήν181 nur innerhalb der Zirkulation. Daß der Arbeiter seine Lebensmittel in der Form von Waren vorfinden muß, ist ebenso richtig für ihn wie für jeden andern.
Übrigens tritt der Arbeiter dem shopkeeper nicht als Arbeiter dem Kapitalisten, sondern als Geld der Ware, als Käufer dem Verkäufer gegenüber. Das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital findet hier nicht statt, es sei denn, soweit es sich um die eignen Arbeiter des shopkeeper handelt. Aber selbst, soweit sie von ihm kaufen, stehn sie ihm nicht als Arbeiter gegenüber. Dies nur, soweit er von ihnen kauft. Lassen wir also diesen Zirkulationsagenten.
Was aber den industriellen Kapitalisten angeht, so besteht sein Vorrat – seine Anhäufung [erstens] aus seinem capital fixe – Baulichkeiten, Maschinerie etc., die der Arbeiter nicht konsumiert oder, soweit er sie konsumiert, durch die Arbeit, industriell für den Kapitalisten konsumiert, die zwar Arbeitsmittel, aber keine Lebensmittel für ihn bilden. Zweitens sein Rohmaterial, matières instrumentales, von denen der stock, wie gesehn, soweit er nicht unmittelbar in die Produktion eingeht, abnimmt. Auch dies kein Lebensmittel für den Arbeiter. Diese „Anhäufung“ des Kapitalisten für den Arbeiter heißt nichts, als daß er ihm den Gefallen tut, seine Arbeitsbedingungen dem Arbeiter als Eigentum zu entziehn und diese Mittel seiner Arbeit (selbst bloß verwandeltes Produkt seiner Arbeit) zu Exploitationsmitteln der Arbeit zu machen. Jedenfalls lebt der Arbeiter, während er die Maschine und das Rohmaterial als Arbeitsmittel braucht, nicht von ihnen. Drittens seine auf dem Speicher, in dem Warenhaus befindlichen Waren, bevor sie in Zirkulation treten. Diese sind Produkte der Arbeit; nicht Lebensmittel, aufgehäuft, um sie selbst, die Arbeit, während der Produktion zu erhalten.
Also die „Anhäufung“ von Lebensmitteln seitens des Kapitalisten für den Arbeiter, meint nichts als, daß er Geld genug besitzen muß, um den Arbeitslohn zu zahlen, mit welchem Geld der Arbeiter seine Konsumtionsmittel aus den Zirkulationsreservoirs herauszieht (und, betrachtet man die ganze Klasse, einen Teil seines eignen Produkts wieder kauft). Dies Geld ist aber bloß die verwandelte Form der Ware, die der Arbeiter verkauft und geliefert hat. In diesem Sinn sind Lebensmittel für ihn „angehäuft“, wie sie für seinen Kapitalisten angehäufts sind, der ebenfalls mit Geld (der verwandelten Form derselben Ware) Konsumtionsmittel etc. kauft. Dies Geld kann bloßes Wertzeichen sein, braucht also durchaus nicht Repräsentant „of previous labour“182 zu sein, sondern drückt in der Hand von jedem nur den realisierten Preis nicht vergangner Arbeit (oder früherer Ware), sondern der contemporaneous labour183 oder Ware aus, die er verkauft. Bloßes Formdasein184. Oder die „Anhäufung“ – da auch in frühren Produktionsweisen der Arbeiter essen muß und während der Produktion, unabhängig von der Zeitlänge, die die Produktion seines Produkts erheischt, konsumieren muß – meint, daß der Arbeiter das Produkt seiner Arbeit erst in Produkt des Kapitalisten verwandeln muß, in Kapital, um dann einen Teil desselben, in der Form des Gelds, an Zahlungsstatt zurückzuerhalten.
||876| Was den H[odgskin] nun bei diesem Prozeß interessiert (bei dem als solchem es in der Tat sehr gleichgültig, ob das, was der Arbeiter erhält, Produkt of contemporaneous or previous labour; ob er das Produkt paralleler Arbeit erhält oder sein eignes früheres Produkt), ist das:
Ein großer Teil, der größte Teil der täglich vom Arbeiter verzehrten Produkte, die er verzehren muß, sein eignes Produkt mag fertig sein oder nicht, sind keineswegs stored up labour of bygone time185. Sie sind vielmehr to a great degree186 Produkte von Arbeit, die denselben Tag, dieselbe Woche produziert sind, worin der Arbeiter seine Ware produziert. So Brot, Fleisch, Bier, Milch, Zeitungen etc. Er hätte hinzufügen können, daß sie zum Teil erst die Produkte künftiger Arbeit sind, denn mit den während 6 Monaten gesammelten wages kauft der Arbeiter einen Rock, der erst am Ende dieser 6 Monate gemacht ist etc. (Wir haben gesehn, daß die ganze Produktion voraussetzt gleichzeitige Reproduktion der in sie eingehenden Ingredienzien und der Produkte in der verschiednen Form als Rohmaterial, Halbfabrikat etc. Aber alles fixe Kapital setzt für seine Reproduktion künftige Arbeit voraus, ebenso für sein Äquivalent, ohne das es nicht zu reproduzieren.) Während des Jahrs, sagt H[odgskin], ist (wegen der Art der Kornreproduktion, vegetativen Rohstoffproduktion etc.), to some degree, relying187 für den Arbeiter on previous labour nötig. {Bei [einem] Haus z. B. kann das nicht gesagt werden. Wo es die Natur des Gebrauchswerts, nur allmählich sich abzunutzen, nicht verzehrt, sondern verbraucht zu werden, ist es kein besondrer, für die Arbeiter erfundner Akt, daß diese Produkte früherer Arbeit sich auf dem „Markt“ vorfinden. Der Arbeiter hat auch früher „gewohnt“, bevor der Kapitalist Sterbe-Stinklöcher für ihn „anhäufte“. (Sieh hierüber: Laing.)} (Abgesehn von dieser Unmasse täglicher Bedürfnisse, die namentlich für den Arbeiter entscheidend, der fast nur tägliche Bedürfnisse befriedigen kann, haben wir gesehn, daß überhaupt die Produktion und Konsumtion immer mehr contemporaneous werden, also, die ganze Gesellschaft betrachtet, die Konsumtion aller immer mehr auf ihre gleichzeitige Produktion oder vielmehr die Produkte gleichzeitiger Produktion sich stützt.) Aber wenn die Operationen über mehre Jahre sich ausdehnen, muß der Arbeiter sich „verlassen“ auf seine eigne Produktion, gleichzeitige und zukünftige Arbeiter andrer Waren.
Der Arbeiter muß die Lebensmittel immer als Waren auf dem Markt vorfinden (die „services“188, die er kauft, sind eo ipso189 bloß geschaffen im Moment, wo sie gekauft werden), also relativ, als produce of antecedent labour190, nämlich labour, die ihrem Dasein als produce antecedet191, aber keineswegs antecedent to his own labour with whose price he buys these produces192. Sie können contemporaneous products sein und sind es am meisten für den, der aus der Hand in den Mund lebt.
Take it, all in all193, so kommt also das „Aufhäufen“ der Lebensmittel für den Arbeiter durch den Kapitalisten darauf hinaus:
1. daß die Warenproduktion voraussetzt, daß man die Konsumtionsartikel, die man nicht selbst produziert, als Waren auf dem Markt vorfindet, oder daß die Waren überhaupt als Waren produziert werden;
2. daß in fact der größte Teil der vom Arbeiter verzehrten Waren in ihrer letzten Form, worin sie ihm als Waren gegenübertreten, Produkte gleichzeitiger Arbeit sind (also in keiner Weise von Kapitalisten angehäuft);
3. daß in der kapitalistischen Produktion die von dem Arbeiter selbst erzeugten Arbeitsmittel und Lebensmittel, die einen ihm als konstantes, die andren als variables Kapital gegenübertreten; daß diese seine Produktionsbedingungen als Eigentum des Kapitalisten erscheinen; daß das Übertragen derselben von ihm an den Kapitalisten und das teilweise Rückströmen seines Produkts oder des Werts seines Produkts an ihn „Aufhäufen“ für ihn von zirkulierendem Kapital heißt. Diese Lebensmittel, die der Arbeiter immer verzehren muß, bevor sein Produkt fertig ist, werden dadurch „zirkulierendes Kapital“, daß er, statt selbst sie direkt zu kaufen oder zu zahlen mit dem Wert, sei es seines vergangnen Produkts oder auf sein künftiges ||877| Produkt hin, er erst von dem Kapitalisten eine Anweisung darauf erhalten muß – Geld –; eine Anweisung, zu der sein vergangnes, künftiges oder gegenwärtiges Produkt dem Kapitalisten erst den Titel gibt.
H[odgskin] ist hier beschäftigt, die Abhängigkeit des Arbeiters von der coexisting labour andrer Arbeiter gegenüber seine Abhängigkeit von previous labour nachzuweisen,
1. um die „Aufhäufungsphrase“ zu beseitigen;
2. weil „present labour“ dem Kapital gegenübersteht, „previous labour“ dagegen immer schon von den Ökonomen als eo ipso Kapital entfremdete, der Arbeit selbst feindliche und unabhängige Form der Arbeit aufgefaßt wird.
Es ist aber an und für sich ein sehr wichtiges Moment, überall die contemporaneous labour in ihrer Bedeutung gegen die previous aufzufassen.
H[odgskin] kömmt also dazu:
Kapital ist entweder bloßer Name und pretext194, oder es drückt nicht ein Ding aus; die gesellschaftliche Beziehung von Arbeit des einen zur existing labour des andren, und die Konsequenzen, effects dieser Beziehung, werden den Dingen, aus denen das sog. zirkulierende Kapital besteht, zugeschrieben. Bei allem Dasein der Ware als Geld hängt ihre Realisation in Gebrauchswerten von der contemporaneous labour ab. (Ein ganzes Jahr [Arbeit] ist selbst contemporaneous [Arbeit].) Nur ein geringer Teil der in die unmittelbare Konsumtion eingehenden Waren ist das Produkt von mehr als einem Jahr, und wenn sie es sind, wie Vieh etc., so bedürfen sie in jedem Jahr erneuter Arbeit. Alle Operationen, die längere Zeit als ein Jahr brauchen, beruhn auf fortwährender jährlicher Produktion.
„Es ist das Kommando, das der Kapitalist über die Arbeit einer Anzahl Menschen hat, und nicht sein Besitz eines Vorrates von Waren, das ihn befähigt, andere Arbeiter zu erhalten und daher anzuwenden.“ (p. 14.)
Indes Geld gibt jedem „command“ über „the labour of some men“195, über die in ihren Waren realisierte Arbeit, wie über die Reproduktion dieser Arbeit, also insofern über die Arbeit selbst.
Was wirklich „aufgehäuft“ wird, aber nicht als tote Masse, sondern als Lebendiges, ist das Geschick des Arbeiters, der Entwicklungsgrad der Arbeit. {Allerdings (was H[odgskin] nicht hervorhebt, weil es ihm der rohen Auffassung der Ökonomen gegenüber gilt, den Akzent auf das Subjekt, sozusagen auf das Subjektive im Subjekt zu legen, im Gegensatz zur Sache) ist die jedesmalige Stufe der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, von der ausgegangen wird, nicht nur als Anlage, Fähigkeit des Arbeiters vorhanden, sondern zugleich in den gegenständlichen Organen, die diese Arbeit sich geschaffen hat und täglich erneuert.} Es ist dies das wahre Prius, das den Ausgangspunkt bildet, und dies Prius ist das Resultat eines Entwicklungsgangs. Aufhäufung ist hier Assimilation, fortwährende Erhaltung und Umgestaltung zugleich des schon Überlieferten, Realisierten. Es ist in dieser Art, daß Darwin „Aufhäufung“ durch Erblichkeit bei allem Organischen, Pflanzen und Tieren, zum treibenden Prinzip ihrer Gestaltung macht, so daß die verschiednen Organismen selbst sich durch „Häufung“ bilden und nur „Erfindungen“, allmählich gehäufte Erfindungen der lebendigen Subjekte sind. Aber es ist dies nicht das einzige Prius für die Produktion. Bei dem Tier und der Pflanze ist es die ihm äußere Natur, also sowohl die unorganische wie seine Beziehung zu andren Tieren und Pflanzen. Der Mensch, der in Gesellschaft produziert, findet ebenso schon eine modifizierte Natur vor (speziell auch Natürliches in Organ seiner eignen Tätigkeit verwandelt) und bestimmte Relationen der Produzenten untereinander. Diese Akkumulation ist teils Resultat des geschichtlichen Prozesses, teils bei dem einzelnen Arbeiter transmission of skill196. Bei dieser Akkumulation, sagt H[odgskin], ist für die große Masse der Arbeiter kein zirkulierendes Kapital mitwirkend.
Er hat gezeigt, daß „the stock of commodities“ (Lebensmittel) „prepared“197 ist stets klein im Vergleich zur Gesamtkonsumtion und Produktion. Dagegen der degree of skill198 der vorgefundnen Bevölkerung ist die jedesmalige Voraussetzung der Gesamtproduktion, also die Hauptakkumulation des Reichtums, das wichtigste erhaltne Resultat der antecedent labour, das aber in der lebendigen Arbeit selbst existiert.
||878| „All die Wirkungen, die man gewöhnlich der Akkumulation des zirkulierenden Kapitals zuschreibt, entspringen der Akkumulation und Aufspeicherung geschickter Arbeit, und diese wichtigste Operation wird, was die große Masse der Arbeiter betrifft, ohne irgendwelches zirkulierendes Kapital vollbracht.“ (p. 13.)
Die Phrase der Ökonomen, daß die Anzahl der Arbeiter (daher das Wohlsein oder Elend der vorhandenen Arbeiterpopulation) abhängt von der vorhandnen Masse des zirkulierenden Kapitals, kommentiert H[odgskin] richtig dahin:
„Die Zahl der Arbeiter muß jederzeit abhängen von der Menge des zirkulierenden Kapitals oder, wie ich richtiger sagen sollte, von der Menge des Produkts der koexistierenden Arbeit, die die Arbeiter konsumieren dürfen.“ (p. 20.)
Was man dem circulating capital, einem stock of commodities, zuschreibt, ist der Effekt of „coexisting labour“. H[odgskin] sagt also mit andren Worten: Die Wirkungen einer bestimmten gesellschaftlichen Form der Arbeit werden der Sache, den Produkten dieser Arbeit zugeschrieben; das Verhältnis selbst wird in dinglicher Gestalt vorphantasiert. Wir haben gesehn, daß dies ein spezifisches Charakteristikum der auf Warenproduktion, auf Tauschwert beruhenden Arbeit, und daß dies Quidproquo in der Ware, dem Geld (was H[odgskin] nicht sieht), noch potenzierter im Kapital sich zeigt. Die Wirkungen, die die Dinge haben als gegenständliche Momente des Arbeitsprozesses, werden ihnen im Kapital zugeschrieben, als von ihnen besessen in ihrer Personifizierung, Selbständigkeit gegen die Arbeit. Sie würden aufhören, diese Wirkungen zu haben, wenn sie aufhörten, in dieser entfremdeten Form sich der Arbeit gegenüber zu verhalten. Der Kapitalist als Kapitalist ist bloß die Personifikation des Kapitals, die mit eignem Willen, Persönlichkeit begabte Schöpfung der Arbeit im Gegensatz zur Arbeit. H[odgskin] faßt dies als rein subjektive Täuschung auf, hinter der sich der Betrug und das Interesse der ausbeutenden Klassen versteckt. Er sieht nicht, wie die Vorstellungsweise entspringt aus dem realen Verhältnis selbst, das letztre nicht Ausdruck der ersten, sondern umgekehrt. In dem selben Sinn sagen englische Sozialisten: „Wir brauchen das Kapital, nicht den Kapitalisten."199 Aber wenn sie den Kapitalisten fortnehmen, nehmen sie den Arbeitsbedingungen den Charakter, Kapital zu sein.
{Der „Verbal observer", Bailey etc. bemerken, daß „value, valeur" den Dingen zukommende Eigenschaft ausdrücken. Sie drücken in der Tat ursprünglich nichts aus als den Gebrauchswert der Dinge für den Menschen, die Eigenschaften derselben, die sie für den Menschen nützlich machen oder angenehm etc. Es liegt in der Natur der Sache, daß „value, valeur, Wert" etymologisch keinen andren Ursprung haben können. Der Gebrauchswert drückt die Naturbeziehung zwischen Dingen und Menschen aus, in fact das Dasein der Dinge für den Menschen. Der Tauschwert ist eine später – mit der gesellschaftlichen Entwicklung, die ihn schuf – auf das Wort Wert = Gebrauchswert gepfropfte Bedeutung. Es ist das gesellschaftliche Dasein der Dinge.
Sanskrit: „Wer, couvrir, protéger200, daher respecter, honorer, und aimer, chérir201. Davon abgeleitetes Adjektiv Wertas, excellent, respectable202; Gotisch wairths; Tudesque203 wert; Anglo-Saxon weorth, vordh, wurth; Anglian worth, worthy; Holländisch waard, waardig; Alemannisch werth; Litauisch wertas, respectable, précieux, cher, estimable204. Sanskrit wertis; Lateinisch virtus205; Gotisch wairthi; Germanisch Werth." [Chavée, „Essai d'étymologie philosophique", Bruxelles 1844, p.176.]
Der Wert der Sache ist in der Tat ihre eigne virtus, während ihr Tauschwert ganz unabhängig von ihren sachlichen qualities206 ist.
Sanskrit: „Wal, bedecken, befestigen; [Lateinisch] vallo207, valeo208; vallus209: bedeckt und befestigt, valor ist die Kraft selbst." Daher valeur, value. „Vergleiche mit Wal germanice210: Walle, walte211; Anglian wall212, wield213." [l.c. p. 70.]
H[odgskin] kommt nun zum fixen Kapital. Es ist produzierte Produktivkraft und in seiner Entwicklung in der großen Industrie Organ, das sich die gesellschaftliche Arbeit geschaffen hat.
Was das fixe Kapital angeht:
„Alle Werkzeuge und Maschinen sind das Produkt von Arbeit." (p. 14.) „Solange sie nichts sind als das Ergebnis früherer Arbeit und nicht von Arbeitern zweckentsprechend angewandt werden, ersetzen sie nicht den Aufwand, den ihre Herstellung erheischte … Die meisten von ihnen verlieren an Wert durch längeres Liegenbleiben … Fixes Kapital zieht seine Nützlichkeit nicht aus vergangener, sondern aus gegenwärtiger Arbeit, und es bringt seinem Besitzer einen Profit nicht deshalb, weil es aufgespeichert wurde, sondern deshalb, weil es ein Mittel ist, Kommando über Arbeit zu erlangen." (p. 14, 15.)
Hier endlich die Natur des Kapitals richtig gefaßt.
||879| „Was bewirken Werkzeuge, nachdem sie gemacht wurden? Nichts. Im Gegenteil, sie beginnen zu rosten oder zu faulen, wenn sie nicht von Arbeit angewandt werden." (p. 15.) „Ob ein Werkzeug als produktives Kapital zu betrachten ist oder nicht, hängt ganz davon ab, ob es von produktiven Arbeitern gebraucht wird oder nicht." (p. 15, 16.)
„Es ist leicht zu verstehen, warum … der Straßenbauer etwas von dem Gewinn erhalten soll, den einzig der Benutzer der Straße aus ihr zieht. Aber ich verstehe nicht, warum der gesamte Gewinn der Straße selbst zufließen und von einer Reihe von Personen, die die Straße weder machen noch benutzen, unter dem Namen Profit für ihr Kapital angeeignet werden soll." (p. 16.)
„Der ungeheure Nutzen der Dampfmaschine hängt nicht von dem aufgespeicherten Eisen und Holz, sondern von der praktischen und lebendigen Erkenntnis der Naturkräfte ab, die einige Menschen in den Stand setzt, sie zu konstruieren, und andere, sie zu bedienen." (p. 17.)
„Ohne Wissen könnten sie" (die Maschinen) „nicht erfunden, ohne manuelle Geschicklichkeit und Fertigkeit könnten sie nicht hergestellt, und ohne Geschicklichkeit und Arbeit könnten sie nicht produktiv angewandt werden. Wissen, Geschicklichkeit und Arbeit sind die einzigen Faktoren, aus denen der Kapitalist einen Anspruch auf einen Anteil am Produkt ableiten kann." (p. 18.)
„Nachdem er" (der Mensch) „das Wissen mehrerer Generationen geerbt hat und wenn er in großen Massen zusammengedrängt lebt, dann ist er imstande, durch seine geistigen Fähigkeiten die Arbeit der Natur zu ergänzen." (l.c.)
„Es ist nicht die Quantität, sondern die Qualität des fixen Kapitals, wovon der produktive Gewerbfleiß eines Landes abhängt … Fixes Kapital, als ein Mittel, Menschen zu ernähren und zu erhalten, ist in seiner Wirksamkeit völlig abhängig von der Geschicklichkeit der Arbeiter, und daher steht der produktive Gewerbfleiß eines Landes, soweit das fixe Kapital in Betracht kommt, im Verhältnis zu dem Wissen und der Geschicklichkeit der Bevölkerung." (p. 19, 20.)
„Ein flüchtiger Blick muß schon jedem zeigen, daß der einfache Profit im Fortschritt der Gesellschaft nicht abnimmt, sondern wächst. D. h., die gleiche Menge Arbeit, die in einem früheren Zeitraum 100 qrs. Weizen oder 100 Dampfmaschinen erzeugte, wird heute etwas mehr erzeugen … Tatsächlich finden wir, daß in diesem Lande heute eine weit größere Anzahl Personen im Überfluß von Profit lebt als früher. Es ist indes klar, daß keine Arbeit, keine Produktivkraft, kein Scharfsinn und keine Kunst den überwältigenden Ansprüchen des Zinseszinses Genüge tun kann. Aber alle Ersparnis wird von der Revenue des Kapitalisten gemacht“ (also vom simple profit214), „so daß wirklich diese Ansprüche dauernd gestellt werden und die Produktivkraft der Arbeit sich ebenso dauernd weigert, sie zu befriedigen. Es wird daher beständig eine Art Ausgleichung geschaffen.“ (l.c. p.23.)
Z.B. Kapital von 100 zu 10 p.c. gäbe in 20 Jahren, wenn der Profit immer wieder akkumuliert, etwa 673, sage, da es hier auf ein plus ou moins215 nicht ankommt, 700. Das Kapital hätte sich also in 20 Jahren versiebenfacht. Nach diesem Maßstab, wenn bloß einfacher Zins, müßte es 30 p.c. in 1 Jahr geben statt 10, dreimal größern Profit, und je weiter wir in der Reihe Jahre gehn würden, zu einfachem Zins auf 1 Jahr gerechnet, [würde das] den Zinsfuß oder die Profitrate in noch höherem Maße steigern und immer um so rascher, je größer das Kapital wird.
In der Tat ist aber die kapitalistische Akkumulation durchaus nichts andres als Rückverwandlung von Zins in Kapital (da hier für unsren Zweck Zins und Profit, i.e. für den Zweck dieser Rechnung identisch). Also Zins vom Zins. Heute ist ein Kapital 100; produziert 10 Profit (oder Zins). Diese zum Kapital zugeschlagen, [gibt] 110, dies jetzt das Kapital. Der Zins davon ist also nicht nur Zins von 100 Kapital, sondern Zins von 100 K + 10 Z. Also zusammengesetzter Zins. Also am Ende des zweiten Jahrs (100 K + 10 Z) + 10 Z + 1 Z = (100 K + 10 Z) + 11 Z = 121. Dies ist nun das Kapital am Anfang des dritten Jahres. Das dritte Jahr (100 K + 10 Z) + 11 Z + 12²/₁₀ Z. So daß das Kapital am Ende des dritten Jahres 133¹/₁₀.
||880| Wir haben:
| Kapital | Zins | Summe | |
|---|---|---|---|
| Erstes Jahr. | 100 | 10 | 110 |
| Zweites Jahr. 100 + 10 | = 110 | 10 + 1' (Durch den Strich' bezeichnen wir Zins vom Zins) |
121 |
| Drittes Jahr. 100 + 20 + 1 | = 121 | 10 + 2' + 1/10' | 133 1/10 |
| Viertes Jahr. 100 + 30 + 3 1/10 | = 133 1/10 | 10 + 3 31/100' | 146 41/100 |
| Fünftes Jahr. 100 + 40 + 6 41/100 | = 146 41/100 | 10 + 4 641/1000' | 161 51/1000 |
| etc. |
Im zweiten Jahr steckt im Kapital 10 Zins (einfacher).
Im dritten Jahr steckt im Kapital 21 Zins.
Im vierten Jahr steckt im Kapital 33 1/10 Zins.
Im fünften Jahr steckt im Kapital 46 41/100 Zins.
Im sechsten Jahr [steckt im] Kapital 61 51/1000 [Zins].
Im siebenten Jahr [steckt im] Kapital 77 1561/10000 [Zins].
Im achten Jahr [steckt im] Kapital 94 87171/100000 [Zins].
[Im neunten Jahr steckt im Kapital 114 358881/1000000 Zins.]
Oder im neunten Jahr besteht schon mehr als die Hälfte des Kapitals aus Zins, und so wächst der Teil desselben, der aus Zins besteht, in geometrischer Progression.
Wir haben gesehn, daß in 20 Jahren das Kapital sich versiebenfacht hätte, während selbst nach den „äußersten“ Unterstellungen von Malthus sich die Bevölkerung nur in 25 Jahren verdoppeln kann. Aber wir wollen sagen, sie verdopple sich in 20 Jahren, also auch die Arbeiterbevölkerung. Ein Jahr durch das andre gerechnet, müßte der Zins 30 p.c. sein, dreimal größer als er ist. Aber die Rate der Exploitation gleichgesetzt, würde die verdoppelte Bevölkerung in 20 Jahren (und während eines großen Teils dieser 20 Jahre ist sie ja nicht arbeitsfähig, kaum in der Hälfte derselben, trotz der Beschäftigung der Kinder) nur 2 × soviel Arbeit liefern können als vorher, also auch nur noch 2 × soviel Surplusarbeit, aber nicht dreimal soviel.
Die Profitrate (und darum auch die Zinsrate) ist bestimmt:
1. Gleichbleibende Rate der Exploitation vorausgesetzt: Durch die Anzahl der beschäftigten Arbeiter, durch die absolute Masse der angewandten Arbeiter, also durch das Wachstum der Population. Obgleich diese Masse zunimmt, so nimmt ihr Verhältnis zur Totalsumme des angewandten Kapitals ab mit der Akkumulation des Kapitals und der industriellen Entwicklung (also [sinkt] die Rate des Profits bei gleichbleibender Rate der Exploitation). Ebensowenig fällt es der Bevölkerung ein, in derselben geometrischen Progression wie die zusammengesetzte Zinsrechnung [zu wachsen]. Das Wachstum der Bevölkerung, auf einer gewissen Stufe der industriellen Entwicklung, erklärt die Zunahme der Masse des Mehrwerts und des Profits, aber zugleich das Fallen der Profitrate.
2. [Durch] die absolute Größe des Normaltags, d. h. durch Vergrößerung der Rate des Mehrwerts. Sie kann also wachsen durch Ausdehnung der Arbeitszeit über den Normalarbeitstag. Indes hat dies seine physischen und – by and by216 – seine gesellschaftlichen limits217. Daß im selben Maß, wie Arbeiter mehr Kapital in Bewegung setzen, dasselbe Kapital mehr absolute Arbeitszeit kommandiert, ||881| is out of the question218.
3. Wenn der Normaltag derselbe bleibt, kann die surplus labour relativ vermehrt werden durch Abkürzung der notwendigen Arbeitszeit und Verwohlfeilung der Lebensmittel, die in den Konsum des Arbeiters eingehn, im Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit. Aber dieselbe Entwicklung der Produktivkraft vermindert das variable Kapital im Verhältnis zum konstanten. Es ist physisch unmöglich, daß die Surplusarbeitszeit, z. B. von 2 Mann, die 20 ersetzen, durch irgendeine Vergrößerung der absoluten oder relativen [Surplus]arbeitszeit = der von 20 sei. Wenn die 20 Mann nur 2 Stunden Surplusarbeit täglich arbeiten, liefern sie 40 Surplusarbeitsstunden, während die ganze Lebenszeit der 2 Mann in einem Tag nur 48 Stunden beträgt.
Der Wert der Arbeitsvermögen fällt nicht in demselben Verhältnis, wie die Produktivkraft der Arbeit oder des Kapitals steigt. Diese Steigerung der Produktivkraft vermehrt auch in allen Zweigen, die nicht necessaries219 produzieren (direkt oder indirekt), das Verhältnis des konstanten zum variablen Kapital, ohne irgendeine Alteration in der value of labour220 hervorzubringen. Die Entwicklung der Produktivkraft ist nicht gleichmäßig. Es liegt in der Natur der kapitalistischen Produktion, daß sie die Industrie rascher entwickelt als die Agrikultur. Es geht dies nicht aus der Natur des Bodens hervor, sondern daraus, daß er andre gesellschaftliche Verhältnisse braucht, um wirklich seiner Natur gemäß exploitiert zu werden. Die kapitalistische Produktion wirft sich erst auf das Land, nachdem ihr Einfluß es erschöpft und seine Naturgaben verwüstet hat. Es kömmt hinzu, daß – im Verhältnis zu den andren Waren – infolge des Grundeigentums die Ackerbauprodukte teurer bezahlt werden, weil [sie] zu ihrem Wert und nicht zu den Kostenpreisen herabgedrückt werden. Sie bilden aber den Hauptbestandteil der necessaries. Es kömmt ferner hinzu, daß infolge des Gesetzes der Konkurrenz, wenn 1/10 des Bodens teurer zu exploitieren, die übrigen 9/10 ebenfalls „künstlich“ mit dieser relativen Unfruchtbarkeit geschlagen werden.
Sollte mit der Akkumulation des Kapitals die Profitrate gleichbleiben, so müßte sie in der Tat wachsen. Derselbe Arbeiter, der, solange das Kapital 10 Surplusarbeit gab, müßte, sobald sich Zins auf Zins akkumuliert, und so das angewandte Kapital größer ist, das Drei-, Vier-, Fünffache liefern in der Progression of compound interest, which is nonsense221.
Die Masse Kapital, die der Arbeiter in Bewegung setzt, und dessen Wert er durch seine Arbeit erhält und reproduziert, ist durchaus verschieden von dem Wert, den er zusetzt und daher vom Surpluswert. Ist die Masse des Kapitals = 1000 und die zugesetzte Arbeit = 100, so das reproduzierte Kapital = 1100. Ist die Masse = 100 und die zugesetzte Arbeit = 20, so das reproduzierte Kapital = 120. Die Profitrate im ersten Fall = 10 und im zweiten = 20 p. c. Dennoch kann von 100 mehr akkumuliert werden als von 20. Und so wälzt sich der Strom des Kapitals fort (abgesehn von seiner Entwertung durch Steigerung der Produktivkraft) – oder seine „Akkumulation" – im Verhältnis zu der Wucht, die es schon besitzt, nicht im Verhältnis zu der Höhe der Profitrate. Dies erklärt Vermehrung der Akkumulation – der Masse nach – trotz fallender Profitrate, abgesehn davon, daß ein größrer Teil der Revenue, selbst wenn sie fällt, mit steigender Produktivität akkumuliert werden kann als mit großer Rate des Profits bei kleinerer Produktivität. Hohe Profitrate – soweit sie auf hoher Rate des Mehrwerts beruht – ist möglich: wenn sehr lang gearbeitet wird, obgleich die Arbeit unproduktiv ist. Sie ist möglich, weil die Bedürfnisse des Arbeiters, darum das Minimum des Salairs sehr klein, obgleich die Arbeit unproduktiv. Der Schmalheit des Minimums wird die Energielosigkeit der Arbeit entsprechen. In beiden Fällen akkumuliert das Kapital langsam, trotz der hohen Profitrate. Die Bevölkerung ist stagnant, und die Arbeitszeit, die das Produkt kostet, ist groß, obgleich der Lohn, der dem Arbeiter bezahlt wird, klein ist.
||882| Ich habe das Fallen der Profitrate, trotz gleichbleibender und selbst steigender Rate des Mehrwerts, daraus erklärt222, daß das variable Kapital im Verhältnis zum konstanten abnimmt, d. h. die lebendige present labour223 im Verhältnis zur past labour employed and reproduced224. Hodgskin und der Mann über „The Source and Remedy of the National Difficulties" erklärt sie aus der Unmöglichkeit, daß der Arbeiter den Ansprüchen des compound interest = accumulation of capital225 entsprechen kann:
„Keine Arbeit, keine Produktivkraft, kein Scharfsinn und keine Kunst kann den überwältigenden Ansprüchen des Zinseszinses Genüge tun. Aber alle Ersparnis wird von der Revenue des Kapitalisten gemacht" (also vom simple profit), „so daß wirklich diese Ansprüche dauernd gestellt werden und die Produktivkraft der Arbeit sich ebenso dauernd weigert, sie zu befriedigen. Es wird daher beständig eine Art Ausgleichung geschaffen.“ (l.c. p.23.)
Dem allgemeinen Sinn nach kömmt das auf dasselbe hinaus. Wenn ich sage, die Profitrate nimmt mit der Akkumulation ab, weil das konstante Kapital wächst im Verhältnis zum variablen, so heißt das, von der bestimmten Form der Teile des Kapitals abgesehn: das angewandte Kapital wächst im Verhältnis zur labour employed. Der Profit fällt nicht, weil der Arbeiter weniger exploitiert wird, sondern weil im Verhältnis zum angewandten Kapital überhaupt weniger Arbeit angewandt wird.
Z. B. Gesetz, das Verhältnis des variablen und konstanten Kapitals sei = 1:1. So, wenn das Gesamtkapital = 1000, das c = 500 und v = 500. Ist die Rate des Mehrwerts = 50 p.c., so 50 p.c. auf 500 = 50×5 = 250. Also die Profitrate auf 1000 gibt Profit = 250 = 2501000 = 25100 = 14 = 25 p.c.
Ist das Gesamtkapital = 1000 und c = 750; v = 250, so zu 50 p.c. [Rate des Mehrwerts] gibt 250 = 125. Aber 1251000 = 18 = 12½ p.c.
Aber im zweiten Fall die angewandte lebendige Arbeit, verglichen mit dem ersten Fall, [geringer] – wenn wir annehmen, daß der Arbeitslohn für einen Arbeiter = 25 l. per Jahr –; im ersten Fall angewandt [Lohn] 500 l. = 20 Arbeiter; im zweiten Fall Lohn 250 l. = 10 Arbeiter. Dasselbe Kapital [von 1000 l.] wendet 20 Arbeiter an in dem einen Fall und nur 10 in dem andren. Im ersten Fall verhält sich die Masse des Kapitals zu der Anzahl der Arbeitstage wie 1000:20; im zweiten wie 1000:10. Auf jeden der 20 Arbeiter kommt im ersten Fall angewandtes Kapital (konstantes und variables) 50 l. (denn 20×50 = 500×2 = 1000). Im zweiten Fall auf jeden Arbeiter angewandtes Kapital 100 l. (denn 100×10 = 1000). Demnach ist in beiden Fällen die pro rata226 Kapital, die sich in wages für den einzelnen Arbeiter auflöst, dieselbe.
Die Formel, die ich gebe, enthält neuen Grund, warum mit der Akkumulation weniger Arbeiter auf dieselbe Masse Kapital kommen oder, was dasselbe, eine größere Masse Kapital auf dieselbe Arbeit. Ob ich sage, es kommt 1 Arbeiter auf angewandtes Kapital = 50 im einen Fall, und 1 Arbeiter auf 100 Kapital im andren, also nur ½ Arbeiter auf 50 Kapital, ob ich also sage, im einen Fall kommt 1 Arbeiter auf 50 Kapital, im andren ½ Arbeiter auf 50 Kapital, oder ob ich sage, im einen Fall kommt 50 Kapital auf 1 Arbeiter und im andren 50×2 Kapital auf 1 Arbeiter, ist dasselbe.
Diese letzte Formel nun ist die von H[odgskin] etc. angewandte. Akkumulation heißt überhaupt – nach ihnen – Zins von Zins verlangen, d. h., daß mehr Kapital auf denselben Arbeiter kommt, und im Verhältnis zur Größe des Kapitals, die auf ihn kömmt, er nun mehr Surplusarbeit liefern soll. Da das auf ihn fallende Kapital sich im Verhältnis des compound interest227 vermehrt, seine Arbeitszeit dagegen eine sehr bestimmte Grenze hat, auch relativ durch „no productive powers“228 den demands229 dieses compound interest entsprechend herabgedrückt werden kann, „a sort of balance is constantly struck“230. „Simple profit“ bleibt derselbe oder wächst vielmehr. (Dies in fact die surplus labour oder surplus value.) Aber es ist das compound interest, das sich mit der Akkumulation des Kapitals unter der Gestalt von simple interest versteckt.
[883] Es ist ferner klar: Wenn compound interest = Akkumulation, so – abgesehen von der absoluten Grenze der Akkumulation – hängt diese Zinsbildung ab von dem Umfang, Intensität etc. des Akkumulationsprozesses selbst, also von der Produktionsweise. Zins von Zins otherwise231 ist nichts als Aneignung fremden Kapitals (Eigentums) unter der Form des Zinses, wie in Rom und sonst beim Wucher.
Die Vorstellung von H[odgskin] ist die. Ursprünglich kommen pro rata232 50 l. Kapital auf einen Arbeiter z. B., worauf er z. B. 25 p. c. Profit liefert. Später, infolge der Verwandlung eines Teils des Zins ins Kapital, und dies nach und nach wiederholt, kommen 200 l. Kapital auf den Arbeiter. Würde der jährliche Zins von 50 p. c. immer ganz kapitalisiert, so würde dieser Prozeß sich machen in weniger als vier Jahren. Wie der Arbeiter für [ein Kapital von] 50 geliefert [Profit von] 25, so soll er jetzt liefern für 200 Kapital 100 [Profit] oder das Vierfache. Dies aber unmöglich. Er müßte dazu entweder die vierfache Zeit arbeiten, also 48 Stunden pro Tag, wenn er ursprünglich 12 gearbeitet, oder infolge der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit müßte die value of labour ums Vierfache fallen.
Wenn der Arbeitstag = 12 Stunden, die 25 l. [Jahres-]Arbeitslohn seien, und der Arbeiter liefert 25 l. Profit [im Jahr], so muß er ebensowiel für den Kapitalisten arbeiten als für sich. Also 6 Stunden. Den halben Arbeitstag. Soll er 100 liefern, so muß er 4×6 Stunden für den Kapitalisten in 12 Stunden arbeiten, was nonsense. Nimm an, der Arbeitstag werde auf 15 Stunden verlängert, so kann er immer noch keine 24 Stunden mit 15 liefern. Und noch weniger 30, was nötig wäre, da 24 Stunden für den Kapitalisten, 6 für sich. Wenn er seine ganze Arbeitszeit für den Kapitalisten arbeitete, könnte er nur 50 liefern, nur verdoppeln den Zins, also für 200 Kapital 50 [Profit], während er für 50 25 lieferte. Im letztnen Fall Profitrate = 50 p.c. Im erstren = 25 p.c. Aber dies unmöglich, da der Arbeiter leben muß. Wie immer die Produktivkraft wachse, wenn der Wert von 12 Stunden, wie im obigen Beispiel = 75, so der von 24 Stunden = 2×75 = 150. Und da der Arbeiter leben muß, so kann er nie 150 Profit liefern, noch weniger 200. Seine Surplusarbeit ist immer ein Teil seines Arbeitstags, woraus indes keineswegs, wie Herr Rodbertus233 meint, folgt, daß der Profit nie = 100 p.c. sein kann. Er kann nie = 100 p.c. sein, berechnet auf den ganzen Arbeitstag (denn in dem ist er selbst eingerechnet), wohl aber 100 p. c. in bezug auf den bezahlten Teil des Arbeitstags.
Z. B., er ist im obigen Beispiel 50 p. c.:
| capital | Mehrwert | Rate des Mehrwerts | Profitrate | |
|---|---|---|---|---|
| constant | variable | |||
| 25 | 25 | 25 | 100 p.c. | 50 p.c. |
Hier der halbe Arbeitstag Profit = 1/3 des Ganzen.
||884| Wenn der Arbeiter 3/4 des Tags gäbe, so:
| capital | Mehrwert | Rate des Mehrwerts | Profitrate | |
|---|---|---|---|---|
| constant | variable | |||
| 25 | 121/2 | |||
| Gesamtkapital 371/2 | 371/2 | 300 p.c. | 100 p.c. | |
Für 100:
| capital | Mehrwert | Rate des Mehrwerts | Profitrate | |
|---|---|---|---|---|
| constant | variable | |||
| 662/3 | 331/3 | |||
| [Gesamtkapital] 100 | 100 | 300 p.c. | 100 p.c. | |
Sehn wir nun näher zu, was hinter dieser Auffassung möglich, nämlich, daß der Profit fällt, weil er im Fortlauf der Akkumulation nicht simple profit vorstellt (also nicht die Rate der Exploitation des Arbeiters abnimmt, sondern, wie H[odgskin] sagt, zunimmt), sondern compound profit234, und die Arbeit unmöglich den Forderungen des compound interest nachfolgen könne.
Zunächst zu bemerken, daß dies weiter bestimmt werden muß, um überhaupt einen Sinn zu haben. Als Produkt der Akkumulation gefaßt (d. h. der Aneignung von Surplusarbeit) – und diese Fassung nötig mit Bezug auf das Ganze der Reproduktion – ist alles Kapital zusammengesetzt aus Profit. (Zins, wenn man dieses Wort identisch mit Profit und nicht mit interest nimmt.) Ist also die Profitrate = 10 p. c., so ist dies „Zins auf Zins“, Profit von Profit. Und es wäre nicht abzusehen, wodurch sich – ökonomisch – 10 auf 100 irgendwie von 11 auf 110 unterscheiden sollen. So käme also heraus, daß auch kein „simple profit“ möglich ist oder wenigstens, daß auch der simple profit fallen muß, weil dieser simple profit in der Tat ebenso zusammengesetzt ist wie der zusammengesetzte. Wird die Sache enger gefaßt, d. h. bloß mit Bezug auf das zinstragende Kapital, so würde Zins von Zins den Profit und mehr als den Profit verschlingen; und daß der Produzent (Kapitalist oder nicht) dem Ausleiher Zins von Zins zu zahlen, fällt [damit] zusammen, daß er ihm außer Profit bei und bei235 Teil seines Kapitals zu zahlen hat.
Zuerst also zu bemerken, daß die H[odgskin]sche Auffassung nur dann einen Sinn hat, wenn unterstellt wird, daß das Kapital rascher wächst als die Bevölkerung, d. h. die Arbeiterbevölkerung. (Selbst dies letztre Wachsen relativ. Es liegt in der Natur des Kapitals, einen Teil der Arbeiterbevölkerung zu überarbeiten und einen andern zu pauperisieren.) Vermehrt sich die Bevölkerung gleichmäßig mit dem Kapital, so durchaus kein Grund vorhanden, warum die Surplusarbeit, die ich mit 100 £ aus x Arbeitern ziehn kann, ich [nicht] mit 800 £ aus 8x Arbeitern soll ziehn können. ||885|| 8 × 100 K stellt nicht mehr Ansprüche an 8 x Arbeiter, als 100 K an x Arbeiter. Hier fällt also „H[odgskin]sche“ Grund fort. (In der Sache verhält es sich anders. Wenn die Bevölkerung gleichmäßig mit dem Kapital wächst, bringt es dennoch die kapitalistische Entwicklung mit sich, daß ein Teil der Bevölkerung redundant236 wird, indem sich das capital constant auf Kosten des variablen Kapitals entwickelt.)
{„Es ist in bezug auf die Arbeit sehr wesentlich, ob man sie“ (goods, Waren) „so verteilt, daß sie eine größere Zufuhr von Arbeit oder eine geringere verursachen, ob man sie verteilt, daß sie zur Bedingung für Arbeit werden oder zur Unterstützung von Müßiggängern.“ („An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand etc.“, London 1821, p.57.) „Die ansteigende Zufuhr von Arbeit wird verursacht durch eine ansteigende Zahl von Menschen.“ (l.c. p.58.) „Nicht fähig zu sein, soviel Arbeit zu kommandieren wie früher, ist auch nur dann von Bedeutung, wenn die Arbeit nicht mehr produziert als früher. Ist die Arbeit produktiver geworden, wird die Produktion nicht eingeschränkt werden, auch wenn die vorhandene Masse von Waren weniger Arbeit kommandiert als früher.“ (l. c. p.60.)
(Dies gegen Malthus. True, production would not be checked, but the rate of profit would.237 Diese zynischen Ausdrücke, worin a „mass of commodities commands labour“238, derselbe Zynismus, der sich in der Werterklärung des Malthus findet239, Kommando der Ware über Arbeit, ist sehr gut und durchaus charakteristisch für die Natur des Kapitals.
Derselbe Verfasser bemerkt richtig gegen West:
„Der Verfasser von ‚Essay on the Application of Capital to Land‘ sagt, daß für die Arbeit mehr gegeben wird, wenn das Kapital möglichst schnell zunimmt und das… wird dann sein, wenn der Kapitalprofit am höchsten ist. ‚Je höher der Kapitalprofit‘, fügt er hinzu, ‚desto höher der Arbeitslohn.‘ Der Fehler besteht darin, daß ein oder zwei Worte ausgelassen werden: ‚Je höher der Kapitalprofit gewesen ist, desto höher wird der Arbeitslohn sein‘ … Der hohe Profit und der hohe Arbeitslohn sind nicht gleichzeitig; sie kommen nicht in derselben Transaktion vor; der eine wirkt dem anderen entgegen und reduziert ihn auf ein Niveau. Ebensogut könnte man argumentieren: ‚Die Zufuhr einer Ware steigt am schnellsten, wenn der Preis am höchsten ist; also bedingen große Zufuhr und hohe Preise einander.‘ Es ist eine Verwechslung von Ursache und Wirkung.“ (l. c. p. 100, 101.)
H[odgskin]s Satz daher nur Sinn, wenn mehr Kapital – durch den Prozeß der Akkumulation – von demselben Arbeiter in Bewegung zu setzen oder das Kapital pro rata der Arbeit wächst. Also wenn das Kapital z. B. 100 war und durch Akkumulation 110 ist und derselbe Arbeiter, der einen Mehrwert für 10 abwarf, einen Mehrwert von 11 liefern soll, im Verhältnis zum Wachstum des Kapitals, Zins von Zins. So daß nicht einfach dasselbe Kapital, das er früher in Bewegung setzte, nachdem es reproduziert, denselben Profit (simple profit) abwerfen soll; sondern daß dies Kapital vermehrt um seine Surplusarbeit, er die Surplusarbeit liefern soll, erstens für das Originalkapital (oder seinen Wert) plus seine eigene akkumulierte, i. e. kapitalisierte Surplusarbeit. Und da dies Kapital jedes Jahr wächst, müßte derselbe Arbeiter fortwährend mehr Arbeit liefern.
Daß aber überhaupt mehr Kapital auf denselben Arbeiter fällt, ist nur möglich:
Erstens: Bleibt die Produktivkraft der Arbeit dieselbe, so nur möglich, wenn der Arbeiter seine absolute Arbeitszeit verlängert, z. B. 15 Stunden statt 12 arbeitet, oder wenn er intensiver arbeitet, in 12 Arbeitsstunden die Arbeit von 15 verrichtet; in 4 Stunden die von 5 oder in 4/5 Stunden die von 5/5. Da er in einer bestimmten Stundenzahl seine Lebensmittel reproduziert, so werden hier 3 Stunden für den Kapitalisten ganz ebenso gewonnen, als ob sich die Produktivkraft der Arbeit vermehrt, während sich in der Tat die Arbeit, nicht ihre Produktivkraft, vermehrt hat. Wäre diese Intensifikation der Arbeit allgemein, so müßte der Wert der Ware entsprechend der geringeren Arbeitszeit, die sie kostet, fallen. Der Grad der Intensität würde ihr Durchschnittsgrad, ihre natürliche Qualität werden. Findet ||886| sie dagegen nur in bestimmten Sphären statt, so = komponierter, potenzierter einfacherer Arbeit. Die intensivere Stunde zählt dann so viel wie die extensivere und verleiht denselben Wert.240 Also z.B. im obigen Fall 4/5 Stunden soviel wie 5/5 oder eine Stunde.
Beides, die Extension der Arbeitszeit und die Vermehrung der Arbeit durch größere Intensivität derselben, gleichsam durch Zusammenpressen der Arbeitsporen, hat seine Grenzen (obgleich die Bäcker in London z.B. regelmäßig 17, wo nicht mehr Stunden arbeiten), sehr bestimmte Schranken, physische, und bei diesen angekommen, hört der Zins von Zins – composite profit241 – auf.
Innerhalb der Schranken gilt folgendes:
Zahlt der Kapitalist nichts für die Extension oder Intensifikation der Arbeit, so wächst sein surplus value (auch der Profit, wenn kein change242 in dem value des konstanten Kapitals, da wir voraussetzen, daß die Produktionsweise dieselbe bleibt) – (unter der Klausel) sein Profit – rascher als sein Kapital sich vermehrt hat. Für das zugefügte Kapital zahlt er no necessary labour243.
Zahlt er im selben Verhältnis für die Surplusarbeit wie früher, so wächst die surplus value im Verhältnis wie das Kapital sich vermehrt hat. Der Profit wächst schneller. Denn rascherer Umschlag des fixen Kapitals; zugleich nützt sich die Maschinerie nicht in demselben Verhältnis rascher ab, wie sie rascher gebraucht wird. Verminderung der Auslage in fixem Kapital, denn für 200 Arbeiter, die zugleich arbeiten, mehr Maschinerie, Gebäulichkeiten etc. nötig als für 100, die längre Zeit arbeiten. Ebenso weniger overlookers244 etc. (Für den Kapitalisten das höchst angenehme Verhältnis, seine Produktion ohne alle weitre Störung des Verhältnissen des Markts gemäß zu expandieren oder kontrahieren. Außerdem wächst seine Macht, indem dem Teil der überbeschäftigten Arbeit eine unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Reservearmee entspricht, so die Konkurrenz unter den Arbeitern vermehrt wird.)
Obgleich in diesem Falle das reine Zahlenverhältnis zwischen necessary labour und surplus labour nicht gestört wird, dies vielmehr der einzige Fall, wo beide gleichmäßig wachsen können, ist die Exploitation der Arbeit dann, nevertheless245, gewachsen; sowohl bei Ausdehnung des Arbeitstags als bei Intensifikation (Verdichtung) desselben, wenn er nicht zugleich verkürzt wird (wie durch die Zehnstundenbill). Der Arbeiter verkürzt die Dauer seines Arbeitsvermögens, erschöpft es in viel größerer Proportion als sein Lohn wächst und wird noch mehr zur bloßen Arbeitsmaschine. Aber von dem letzten abgesehn, wenn er bei dem normalen Arbeitstag vielleicht 20 Jahre lebt, bei dem andren nur 15, so verkauft er den Wert seines Arbeitsvermögens in dem einen Fall in 15 Jahren, in dem andren in 20. Das eine Mal muß es in 15 Jahren ersetzt werden, das andre in 20.
Ein Wert 100, der für 20 Jahre dauert, ist ersetzt, wenn jährlich 5 p. c. gezahlt werden, denn 5 × 20 = 100. Ein Wert 100, der für 15 Jahre dauert, ist ersetzt, wenn jährlich 610/15 [=] 62/3 p. c. gezahlt werden. Der Arbeiter bekommt aber in dem gegebenen Fall von den 3 Surplusstunden nur so viel, als der tägliche Wert seines Arbeitsvermögens ist, auf 20 Jahre berechnet. Gesetzt, er arbeite 8 Stunden necessary labour und 4 surplus labour, so erhält er von jeder Stunde ²/₃, denn 12 × 23 = 8. In demselben Maß von den 3 Stunden overtime246 2 Stunden. Oder von jeder Stunde ²/₃. Aber dies ist nur der Wert seines stündlichen Arbeitsvermögens unter der Voraussetzung, daß es 20 Jahre währt. Verkauft er es in 15 Jahren, so steigt sein Wert.
Antizipation der Zukunft – wirkliche Antizipation – findet überhaupt in der Produktion des Reichtums nur statt mit Bezug auf den Arbeiter und die Erde. Bei beiden kann durch vorzeitige Überanstrengung und Erschöpfung, durch Störung des Gleichgewichts zwischen Ausgabe und Einnahme, die Zukunft reeller antizipiert und verwüstet werden. Bei beiden geschieht es in der kapitalistischen Produktion. Was die sog. Antizipation betrifft, z. B. bei Staatsschulden, so bemerkt Ravenstone bezüglich derselben mit Recht:
||887| „Indem sie vorgeben, die Ausgaben der Gegenwart in die Zukunft zu verschieben; indem sie behaupten, daß man die Nachkommenschaft belasten kann, um die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, behaupten sie das Absurde, daß man konsumieren kann, was noch nicht besteht, daß man von Lebensmitteln leben kann, ehe deren Samen in die Erde gesät worden sind.“ (R[avenstone]. l. c. p. 8.) „Die ganze Weisheit unserer Staatsmänner läuft auf eine große Übertragung von Eigentum von einer Klasse von Personen auf eine andere hinaus, indem sie einen enormen Fonds zur Belohnung von Spekulationen und Unterschlagungen schaffen.“ (l.c. p.9.)
Anders bei dem Arbeiter und der Erde. Was hier ist expended, exists als δύναμις247, und durch die forcierte Art der expenditure248 wird die Lebensdauer dieser δύναμις verkürzt.
Endlich ist der Kapitalist gezwungen, mehr für die overtime zu zahlen als für die normale Arbeitszeit, so, nach dem oben Gesagten, dies durchaus keine Erhöhung des Arbeitslohns, sondern nur – und selten beträgt die Mehrzahlung so viel – Kompensation für den erhöhten Wert der overtime. In der Tat müßte jede Arbeitsstunde besser gezahlt werden, nicht nur die overtime, wenn overtime gearbeitet wird, sollte auch nur der raschere Verschleiß des Arbeitsvermögens gezahlt werden.
Also under all circumstances249 dies größre Exploitation der Arbeit. Zugleich unter allen Umständen Abnahme des surplus value mit der Akkumulation des Kapitals und auch Abnahme der Profitrate, soweit dies nicht paralysiert wird durch Ersparung im konstanten Kapital. [887||
||887| Dies also ein Fall, wo mit der Akkumulation des Kapitals – mit dem Eintreten des composite profit – die Profitrate abnehmen muß. War sie für das Kapital 300 (die erste Dose) = 10 p.c. (also = 30) und ist sie für den Zusatz von 100 = 6, so ist sie für 400 = 36. Also für 100 überhaupt = 9. Und ist von 10 auf 9 p.c. angefallen.
Aber, wie gesagt, über einen gewissen Punkt hinaus müßte auf dieser Basis (bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit) nicht nur der Profit des additional capital250 fallen, sondern aufhören, also die ganze auf diesen composite profit gegründete Akkumulation be stopped251. In diesem Fall ist das Abnehmen des Profits mit vergrößerter Exploitation der Arbeit verbunden, und das stoppage252 desselben at a certain point253, nicht weil der Arbeiter oder somebody else254 sein ganzes Produkt erhielte, sondern weil es physisch unmöglich ist, über ein gewisses Quantum Arbeitszeit hinaus zu arbeiten oder die Intensivität der Arbeit über einen gewissen Grad zu vermehren.
Zweitens: Der einzige sonstige Fall, wo bei gleichbleibender Anzahl Arbeiter mehr Kapital pro rata auf ihn kommen, und daher surplus capital zu vermehrter Exploitation derselben Anzahl benutzt, ||888| verausgabt werden kann, ist Vermehrung der Produktivität der Arbeit, Änderung der Produktions weise. Dies bedingt change im organischen Verhältnis von konstantem und variablem Kapital. Oder die Vermehrung des Kapitals im Verhältnis zur Arbeit ist hier identisch mit Vermehrung des konstanten Kapitals in bezug auf das variable und überhaupt auf die Masse von ihm angewandter lebendiger Arbeit.
Hier löst sich also H[odgskin]s Ansicht auf in das allgemeine, von mir entwickelte Gesetz.
Die surplus value, die Exploitation des Arbeiters nimmt zu, aber zugleich fällt die Profitrate, weil das variable Kapital gegen das konstante fällt; weil die Masse der lebendigen Arbeit überhaupt relativ abnimmt mit Bezug auf das Kapital, von dem sie in Bewegung gesetzt wird. Ein größerer Teil des jährlichen Produkts der Arbeit wird vom Kapitalisten unter der Firma Kapital angeeignet und ein kleinerer Teil unter der Firma Profit.
{Daher die Phantasie des Pfaffen Chalmers(79), daß, je geringere Masse des jährlichen Produkts die Kapitalisten als Kapital verausgaben, sie um so größre Profite schlucken; wobei ihnen dann die „Established Church"255 zu Hilfe kommt, um für die Verzehrung eines großen Teils des surplus produce, statt Kapitalisierung desselben zu sorgen. Der verfluchte Pfaff verwechselt Ursache und Wirkung. Übrigens wächst die Masse des Profits bei kleinerer Rate mit der Größe des ausgelegten Kapitals. Außerdem wächst die Quantität Gebrauchswerte, die diese kleinere Proportion vorstellt. Dies bedingt jedoch zugleich Zentralisation des Kapitals, da jetzt die Produktionsbedingungen die Anwendung von massenhaftem Kapital gebieten. Es bedingt Verschlucken der kleinern Kapitalisten durch die großen und „Entkapitalisierung" der ersten. Es ist wieder, nur in einer andren Form, die Scheidung der Arbeitsbedingungen von der Arbeit (denn bei den kleinen Kapitalisten mehr noch Selbstarbeit; die Arbeit des Kapitalisten steht überhaupt in umgekehrtem Verhältnis zur Größe seines Kapitals, d.h. der Potenz, worin er Kapitalist ist. Dieser Prozeß würde bald die kapitalistische Produktion zum Klappen bringen, wenn nicht paralysierende, hier nicht zu entwickelnde Tendenzen – es gehört dies in das Kapitel von der Konkurrenz der Kapitalien – beständig wieder dezentralisierend neben der zentripetalen Kraft wirkten), die den Begriff des Kapitals und der ursprünglichen Akkumulation bildet, dann als ständiger Prozeß in der Akkumulation des Kapitals erscheint und hier endlich sich als Zentralisation schon vorhandner Kapitalien in wenigen Händen und Entkapitalisierung vieler ausdrückt.}
Daß nicht in demselben Maß die abnehmende (proportionell) Quantität Arbeit durch ihre vergrößerte Produktivität ergänzt wird oder das Verhältnis der Surplusarbeit zum ausgelegten Kapital in dasselben Verhältnis steigt, wie die Masse der angewandten Arbeit proportionell abnimmt, folgt teils, weil die Entwicklung der Produktivität der Arbeit256 nur in bestimmten Sphären des Kapitals die value of labour, die necessary labour vermindert; weil selbst in diesen Sphären sie sich nicht gleichmäßig entwickelt und paralysierende Ursachen eintreten, z.B. die Arbeiter selbst zwar die Herabdrückung des Lohns (dem Wert nach) nicht hindern können, aber sich nicht absolut auf das Minimum herabdrücken lassen, vielmehr quantitativ einige Teilnahme am Fortschritt des allgemeinen Reichtums erzwingen.
Aber auch dies Wachsen der Surplusarbeit relativ, innerhalb bestimmter Grenzen. Sollte es den Forderungen des composite interest entsprechen, so müßte die notwendige Arbeitszeit ganz so auf 0 reduziert werden in diesem Fall, wie [die Surplusarbeitszeit] ins Unendliche ausgedehnt in dem vorher Betrachteten.
Das Steigen und Fallen der Profitrate – soweit es bedingt durch Steigen oder Fallen des Arbeitslohns infolge des Verhältnisses von Nachfrage und Zufuhr oder infolge des temporären Steigens oder Fallens im Preis der necessaries257, verglichen mit den luxuries258, infolge dieses Wechsels der Nachfrage und Zufuhr und des davon bedingten Steigens oder Fallens des Arbeitslohns – hat mit dem allgemeinen Gesetz des ||889| Steigens oder Fallens der Profitrate so wenig zu tun als das Steigen oder Fallen der Marktpreise der Waren überhaupt mit ihrer Bestimmung des Werts.[80] Es ist dies zu betrachten in dem Kapitel von der realen Bewegung des Arbeitslohns. Ist das Verhältnis der Nachfrage und Zufuhr den Arbeitern günstig, steigt ihr Lohn, so ist es möglich (durchaus nicht notwendig), daß damit temporär die Preise gewisser necessaries, besonders der Lebensmittel, steigen. Richtig bemerkt darüber der Verfasser der „Inquiry into those Principles“ etc.:
In diesem Fall, there will be259 „ein Anwachsen der Nachfrage nach den zum Leben notwendigen Dingen im Verhältnis zu den Dingen, die entbehrlich sind, verglichen mit dem Verhältnis, das zwischen jenen beiden Arten von Nachfrage bestände, wenn er dies Kommando ausübte, um sich Dinge für seinen eigenen Konsum zu verschaffen.“ (der Kapitalist sein command über Waren) „Zum Leben notwendige Dinge werden sie gegen mehr Dinge im allgemeinen austauschen ... Und wenigstens ein Teil dieser zum Leben notwendigen Dinge werden Nahrungsmittel sein.“ (l.c. p.22.)
Er spricht dann richtig die Ric[ardo]sche Ansicht weiter aus:
„Unter allen Umständen war also der gestiegene Getreidepreis nicht die Grundursache jenes Steigens des Lohnes, das den Profit fallen ließ, sondern im Gegenteil, das Steigen des Arbeitslohns war zunächst die Ursache der Erhöhung des Getreidepreises; und die Natur des Bodens, der für gesteigerte Bebauung im Verhältnis immer geringere Erträge liefert, machte einen Teil dieser Preissteigerung permanent und hinderte, daß infolge des Bevölkerungsgesetzes eine vollständige Gegenwirkung eintrat." (l.c. p.23.)
Hodgskin und der „The Source and Remedy etc." man260, indem sie den Fall of profits261 erklären aus der Unmöglichkeit der living labour to come to the demands of „compound interest"262, stehn, obgleich sie dies nicht weiter analysiert, der Wahrheit viel näher als Smith und Ric[ardo], die den fall of profits aus rise of wages263 erklären; der eine der real and nominal wages264, der andre der nominal wages, with rather a decrease of real wages265. H[odgskin] und alle diese proletarischen Gegensätzler heben mit gesundem Menschenverstand das fact hervor, daß die proportionelle Zahl der vom Profit Lebenden gewachsen ist mit der Entwicklung des Kapitals.
Jetzt noch einige Schlußsätze aus H[odgskin]s „Labour defended etc.": Entwicklung des Tauschwerts des Produkts, hence266 der in der Ware enthaltenen Arbeit als gesellschaftlicher:
„Fast jedes Produkt von Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit ist das Resultat gemeinsamer und kombinierter Arbeit."
(Dies Resultat der kapitalistischen Produktion.)
„So abhängig ist der Mensch vom Menschen und so sehr wächst diese Abhängigkeit, je mehr die Gesellschaft fortschreitet, daß kaum die Arbeit irgendeines einzelnen Individuums … vom geringsten Wert ist, wenn sie nicht einen Teil der großen gesellschaftlichen Arbeit bildet."
{Diese Stelle zu zitieren, dabei [hervorzuheben], daß erst auf Grundlage des Kapitals Warenproduktion oder Produktion des Produkts als Ware umfassend und das Wesen des Produkts selbst ergreifend.}
„...Wo immer die Arbeitsteilung eingeführt wird, tritt die Beurteilung anderer Menschen dazwischen, ehe der Arbeiter seinen Erwerb zu realisieren vermag, und es gibt nichts mehr, was man als den natürlichen Lohn der Arbeit eines einzelnen bezeichnen könnte. Jeder Arbeiter erzeugt nur einen Teil eines Ganzen, und da jeder Teil für sich allein ohne Wert oder Nutzen ist, gibt es nichts, was der Arbeiter nehmen und wovon er sagen könnte: „Das ist mein Erzeugnis, das will ich für mich behalten.“ Zwischen dem Beginn des Zusammenwirkens verschiedener Arbeiter, etwa zur Herstellung von Tuch, und der Verteilung ihres Produkts unter die beteiligten Personen, deren vereinte Anstrengungen es hergestellt haben, muß zu wiederholten Malen die Beurteilung von Menschen eingreifen, und es entsteht die Frage, wieviel von diesem gemeinsamen Produkt jedem der Individuen zufallen soll, deren vereinte Arbeit es geschaffen hat.“ (p.25.)
„Ich weiß keinen anderen Weg, dies ||890|| zu entscheiden, als es dem völlig freien Urteil der Arbeiter selbst zu überlassen.“ (l.c.)
„Ich muß hinzufügen, daß es zweifelhaft ist, ob eine Art Arbeit wertvoller ist als eine andere. Sicherlich ist keine notwendiger als die andere.“ (p.26.)
Schließlich sagt H[odgskin] über das Kapitalverhältnis:
„Meister sind ebensogut Arbeiter wie ihre Gesellen. In dieser Rolle ist ihr Interesse genau dasselbe wie das ihrer Leute. Aber sie sind außerdem entweder Kapitalisten oder Agenten der Kapitalisten, und in dieser Hinsicht ist ihr Interesse entschieden entgegengesetzt dem Interesse ihrer Arbeiter.“ (l.c. p.27.)
„Die weite Verbreitung der Bildung unter den industriellen Arbeitern dieses Landes verringert täglich den Wert der Arbeit und der Geschicklichkeit fast aller Meister und Unternehmer, indem sie die Zahl der Personen steigert, die das Fachwissen dieser besitzen.“ (p.30.)
„Der Kapitalist ist der bedrückende Mittelsmann zwischen den verschiedenen Arbeitern.“ Schließt man ihn aus, so „ist es klar, daß Kapital oder die Macht, Arbeit anzuwenden, und koexistierende Arbeit dasselbe sind. Und produktives Kapital und geschickte Arbeit sind auch dasselbe. Folglich sind Kapital und eine arbeitende Bevölkerung genau gleichbedeutend. Im System der Natur ist der Mund mit den Händen und mit dem Verstand vereinigt.“ (p.33.)
Mit der Form der Entfremdung, die die verschiednen Momente der gesellschaftlichen Arbeit gegeneinander haben, und die sich im Kapital darstellt, verschwindet die kapitalistische Produktionsweise. Dies das Resultat bei H[odgskin].
Ursprüngliche Akkumulation des Kapitals. Schließt Zentralisation der Arbeitsbedingungen ein. Ist Verselbständigung der Arbeitsbedingungen gegenüber dem Arbeiter und der Arbeit selbst. Ihr historischer Akt = historischer Entstehungsakt des Kapitals. Der historische Scheidungsprozeß, der die Arbeitsbedingungen in Kapital und die Arbeit in Lohnarbeit verwandelt. Damit die Grundlage der kapitalistischen Produktion gegeben.
Akkumulation des Kapitals auf Grundlage des Kapitals selbst, also auch des Verhältnisses von Kapital und Lohnarbeit. Reproduziert die Scheidung und Verselbständigung des gegenständlichen Reichtums gegenüber der Arbeit auf stets weiterer Stufenleiter.
Konzentration des Kapitals. Akkumulation der großen Kapitalien durch Vernichtung der kleinen. Attraktion. Entkapitalisierung der Mittelverbindungen von Kapital und Arbeit. Es ist dies nur die letzte Potenz und Form des Prozesses, der die Arbeitsbedingungen in Kapital verwandelt, dann das Kapital und die Kapitalien reproduziert auf weitrr Stufenleiter, endlich die auf den vielen Punkten der Gesellschaft gebildeten Kapitalien von ihren Besitzern trennt und in den Händen großer Kapitalisten zentralisiert. Mit dieser äußersten Form des Gegensatzes und Widerspruchs, die Produktion, wenn auch in entfremdeter Form, in gesellschaftliche verwandelt. Gesellschaftliche Arbeit und im wirklichen Arbeitsprozeß Gemeinsamkeit der Produktionsinstrumente. Die Kapitalisten werden als Funktionäre des Prozesses, der zugleich diese gesellschaftliche Produktion und damit die Entwicklung der Produktivkräfte beschleunigt, in demselben Maß überflüssig, als sie [per] procura der Gesellschaft die Nutznießung eingehn und als Eigentümer dieses gesellschaftlichen Reichtums und Kommandeure der gesellschaftlichen Arbeit aufgebläht werden. Es geht ihnen wie den Feudalen, deren Ansprüche in demselben Maß als ihre Dienste überflüssig wurden mit dem Aufkommen der bürgerlichen Gesellschaft, sich in bloße zeitwidrige und zweckwidrige Privilegien verwandelten und damit ihrem Untergang entgegeneilten. |XV–890|
||XVIII–1084| Th. Hodgskin, „Popular Political Economy. Four Lectures delivered at the London Mechanics’ Institution“, London 1827.
„Leicht von der Hand gehende Arbeit ist nur überlieferte Geschicklichkeit." (p. 48.)
„Da alle von der Teilung der Arbeit abgeleiteten Vorteile sich natürlicherweise in den Arbeitern konzentrieren und den Arbeitern gehören, so muß – wenn ihnen diese Vorteile genommen werden und wenn im Fortgang der Gesellschaft nur die, die niemals arbeiten, sich bereichern durch deren vermehrte Geschicklichkeit – dies aus ungerechter Aneignung, aus Usurpation und Raub seitens der Bereicherten und aus demütiger Unterwerfung seitens der Verarmten herrühren." (p. 108, 109.)
||1085|| „Die Arbeiter vermehren sich allerdings zu rasch, wenn jene Vermehrung nur verglichen wird mit der Nachfrage der Kapitalisten nach ihren Diensten." (l. c. p. 120.)
„Malthus zeigt die Wirkungen auf, die ein Anwachsen der Zahl der Arbeiter auf die Verminderung des Anteils hat, den jeder einzelne von dem Jahresprodukt erhält; die davon unter ihnen verteilte Menge ist eine genaue und bestimmte Größe, die in keiner Weise durch das reguliert wird, was sie jährlich erzeugen." (l. c. p. 126.)
„Arbeit, der ausschließliche Maßstab des Wertes", aber „Arbeit, die Schöpferin allen Reichtums, ist keine Ware." (l. c. p. 186.)
Mit Bezug des Einflusses des Geldes auf Vermehrung des Reichtums bemerkt H[odgskin] richtig:
„Da ein Mann für kleine Mengen vergänglicher Produkte unvergängliche erhalten kann, wird er nicht versucht sein, jene wegzuwerfen. So vermehrt der Gebrauch des Geldes den Reichtum, indem er Vergeudung verhindert." (p. 197.)
„Der Hauptvorteil des Kleinhandels: Weil die Menge, worin die Waren am besten produziert werden, nicht die ist, worin sie am besten verteilt werden." (l. c. p. 146.)
„Sowohl die Theorie in bezug auf das Kapital als auch die Praxis, die Arbeit an dem Punkt zu stoppen, wo sie über die Erhaltungskosten des Arbeiters hinaus einen Profit für den Kapitalisten produzieren kann, scheinen im Gegensatz zu den natürlichen Gesetzen zu stehen, die die Produktion regeln." (p.238.)
Mit Bezug auf die Akkumulation des Kapitals entwickelt H[odgskin] ungefähr dasselbe was in seiner ersten Schrift. Doch wollen wir der Vollständigkeit wegen die Hauptstellen hierher setzen:
„Man betrachte z. B. fixes Kapital, günstigste Position für die Idee, daß das Kapital die Produktion unterstützt. Drei Klassen von Umständen zu unterscheiden, worin die Akkumulation von Kapital sehr different:1. Wenn es von denselben Personen gemacht und benutzt wird. Versteht sich von selbst, [daß] jede Akkumulation in seinem Besitz von Werkzeugen, die er macht und benutzt, seine Arbeit erleichtert. Die Grenze solcher Akkumulation ist die Fähigkeit des Arbeiters, solche Werkzeuge zu machen und zu benutzen.
2. Wenn es von verschiedenen Personen gemacht und benutzt wird, die das Produkt ihrer vereinten Arbeit im gerechten Verhältnis unter sich teilen. Ein Arbeiter macht und der andre benutzt das Kapital; sie teilen die Ware im Verhältnis, wie jeder durch seine Arbeit dazu beigetragen hat, sie zu produzieren … Diese Tatsache würde ich jedoch eher so ausdrücken, daß ich sage: wenn ein Teil der Gesellschaft beschäftigt wird, Werkzeuge zu machen, während ein anderer Teil sie benutzt, so ist dies eine Art Arbeitssteilung, die die Produktivkraft fördert und zum allgemeinen Reichtum beiträgt. Solange das Produkt dieser beiden Klassen von Arbeitern zwischen ihnen geteilt wird, ist die Akkumulation und Vermehrung solcher Werkzeuge, die sie machen und benutzen können, ebenso vorteilhaft, als wären sie von einer Person gemacht und benutzt.
”
3. Wenn es einer Klasse von Personen gehört, die es weder machen noch benutzen… Der Kapitalist als bloßer Eigentümer der Werkzeuge ist als solcher kein Arbeiter. Er fördert in keiner Weise die Produktion“
{d. h. Produktion is assisted by the instrument, but not by the title A holds to the instrument; not by the circumstance that the instrument is owned by the not-labourer267}.
„Er erwirbt den Besitz am Produkt des einen Arbeiters, das er einem anderen übergibt, entweder für eine bestimmte Zeit, wie bei den meisten Arten fixen Kapitals, oder für immer, wie es der Fall ist beim Lohn, wenn er denkt, er kann zu seinem Vorteil gebraucht oder konsumiert werden. Er gestattet niemals, daß das Produkt eines Arbeiters, sobald es in seinen Besitz kommt, anders als zu seinem Vorteil von einem anderen Arbeiter benutzt oder konsumiert wird. Er verwendet oder verleiht sein Eigentum, um Anteil zu erhalten am Produkt oder an der natürlichen Revenue der Arbeiter; und jede Akkumulation solchen Eigentums in seiner Hand bedeutet eine bloße Ausdehnung seiner Macht über das Produkt der Arbeit und hält die Zunahme des nationalen Reichtums auf. Das ist gegenwärtig der Fall… Da der Kapitalist als Eigentümer aller Produkte den Arbeitern nicht erlaubt, Werkzeuge zu machen oder zu benutzen, es sei denn, daß er einen Profit erhält über das hinaus, was die Erhaltung der Arbeiter kostet, so ist es klar, daß der produktiven Arbeit weit engere Grenzen gesteckt sind, als die Natur sie vorschreibt. In dem Maße, in dem Kapital in der Hand eines Dritten akkumuliert wird, wächst die Masse Profit, der Kapitalist in Anspruch nimmt, und so ersteht ein künstliches Hemmnis für Produktion und Bevölkerung … In dem gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft, da die Arbeiter in keinem Falle die Besitzer von Kapital sind, vermehrt jede Akkumulation davon die Masse Profit, die von ihnen gefordert wird, und beseitigt alle jene Arbeit, die bloß dem Arbeiter eine bequeme Existenz verschaffen würde … Gibt man zu, daß die Arbeit alle Dinge produziert, selbst das Kapital, dann ist es Unsinn, den Werkzeugen, die die Arbeit macht und gebraucht, Produktivkraft zuzuschreiben… Der Arbeitslohn erleichtert nicht, wie Werkzeuge, die Produktion … Arbeit, nicht Kapital, zahlt jeden Arbeitslohn.“ [l. c. p. 243–247.]
||1086|| „Die meisten Vorschüsse der Kapitalisten bestehen in Versprechungen, zu zahlen…
Die Erfindung und Anwendung des Papiergelds hat enthüllt, daß Kapital durchaus nicht etwas Erspartes ist. Solange der Kapitalist, um seinen Reichtum zu realisieren oder die Arbeit anderer Leute zu kommandieren, in seinem Besitz haben müßte eine wirkliche Anhäufung von Edelmetall oder Waren, könnte man annehmen, daß die Akkumulation des Kapitals das Resultat wirklichen Sparens sei, und daß von ihm der Fortschritt der Gesellschaft abhänge. Aber sobald Papiergeld und Pergament-Wertpapiere erfunden, wenn der Besitzer von nichts als solch einem Stück Pergament eine jährliche Revenue in Papierstücken bekam, womit er alles erhielt, was immer nötig für seinen Gebrauch oder Konsum, und wenn er, ohne alle Papierstücke zu verausgaben, am Ende des Jahres reicher war als zu dessen Beginn, oder wenn er im nächsten Jahre berechtigt war, eine noch größere Anzahl Papierstücke zu beziehen, was ihm ein noch größeres Kommando über das Produkt der Arbeit verschaffte, wurde es zur Evidenz klar, daß Kapital nichts Erspartes und daß der individuelle Kapitalist sich nicht bereichert durch ein wirkliches und materielles Sparen, sondern dadurch, daß er etwas tut, was ihn in den Stand setzt ... mehr von dem Produkt der Arbeit anderer zu erlangen ...
Der Manufakturunternehmer hat entweder Münze oder Papier, womit er die Löhne bezahlt. Jene Löhne tauschen seine Arbeiter für das Produkt anderer Arbeiter aus, die ihren Lohn, bestehe er nun in Münze oder Papier, nicht behalten; und er kehrt zum Manufakturisten zurück, der im Austausch dafür das Tuch gibt, das seine eigenen Arbeiter verfertigt haben. Damit zahlt er wieder Lohn, und die Münze oder das Papier beginnt wieder den gleichen Rundgang ...
Seinem Eigentum (des Kapitalisten) allein, „mag es nun zur Bezahlung von Arbeitslohn dienen oder aus nützlichen Werkzeugen bestehen, ist zugeschoben all die gewaltige Förderung, die Wissen und Geschicklichkeit, vergegenständlicht in Maschinerie, der Arbeit angedeihen lassen ... Die vereinten Arbeiten des Bergmanns, des Hüttenarbeiters, des Schmieds, des Mechanikers, des Heizers und zahlloser anderer Leute, und nicht die leblosen Maschinen, bewirken, was durch Dampfmaschinen geleistet wird ... Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch wird die Produktivkraft dieser Geschicklichkeit ihrem sichtbaren Produkt, den Werkzeugen zugeschrieben, deren bloße Eigentümer, die sie weder machen noch benutzen, sich einbilden, höchst produktive Personen zu sein.“ (p.248–251.)
Seine Polemik gegen „the danger of forcing capital of the country“268, gegen das interest of capital as necessary stimulus269 für industry oder über die savings theory270 sieh IX, 47. Anzubringen in dem chapter271 über die Vulgärökonomen.
„Wie die Population wächst, findet sowohl vermehrte Produktion wie vermehrte Konsumtion statt. Das ist alles, was unter den Termini Akkumulation oder Zunahme des Nationalreichtums zu verstehen ist.“ (l.c. p.257.) |XVIII–1086|
||XIII–670 a| [Hodgskin,] „The Natural and Artificial Right of Property Contrasted“, London 1832.
„Gegenwärtig geht aller Reichtum der Gesellschaft erst in die Hand des Kapitalisten, und sogar das meiste Land wird von ihm gekauft; er zahlt dem Grundeigentümer die Rente, dem Arbeiter den Lohn, dem Steuer- und Zehntenkollektor ihre Ansprüche, und behält einen großen, in der Tat den größten und täglich anwachsenden Teil des jährlichen Produkts der Arbeit für sich selbst. Der Kapitalist kann jetzt als der Eigner des ganzen gesellschaftlichen Reichtums in erster Hand betrachtet werden, obgleich kein Gesetz ihm das Recht auf das Eigentum übertragen hat.“ (l.c. p. 98.)
„Dieser Wechsel im Eigentum wurde durch das Zinsnehmen auf Kapital bewirkt; und es ist nicht wenig merkwürdig, daß die Gesetzgeber von ganz Europa dies durch Gesetze wider den Wucher verhindern wollten." (l.c. p. 98, Note.)
„Die Macht des Kapitalisten über allen Reichtum des Landes ist eine vollständige Revolution im Eigentumsrecht, und durch welches Gesetz oder welche Reihe von Gesetzen wurde sie bewirkt?" (l.c. p.99.) |XIII–670a|
|X–441| Bray, (J.F.) „Labour's Wrongs and Labour's Remedy etc.", Leeds 1839.
Da die menschliche Existenz durch Arbeit bedingt ist, die Arbeit aber Arbeitsmittel voraussetzt, „muß das große Feld für alle Tätigkeit und das Rohmaterial allen Reichtums – die Erde – das gemeinschaftliche Eigentum aller ihrer Bewohner sein". (p.28.) „Leben hängt von Nahrung ab, Nahrung von Arbeit. Diese Abhängigkeit ist absolut. Ist daher die Arbeit von einem Individuum umgangen, so kann dies nur unter der Bedingung stattfinden, die Arbeit der Masse zu vergrößern." (p.31.) „Alles Unrecht und alles Leiden, welches Menschen begangen oder ertragen haben, ist zurückführbar auf Usurpation des Rechts auf Grund und Boden durch einige Individuen und Klassen mit Ausschluß andrer Individuen und Klassen … Nachdem Menschen einmal Grundeigentum sich vindiziert, war die nächste Stufe, sich Eigentum auf Menschen selbst zu vindizieren." (p.34.)
Er gibt als seinen Zweck an, die Ökonomen „auf ihrem eignen Grund und Boden und mit ihren eignen Waffen zu bekämpfen" (zum Beweis, daß nicht unter jedem sozialen System Elend der Anteil des Arbeiters sein muß). „Bevor die durch solche Verfahrungsweise erzielten Konklusionen umgestürzt werden können, müssen die Ökonomen widerrufen oder widerlegen die etablierten Wahrheiten und Prinzipien, worauf ihre eignen Argumente begründet sind." (p.41.)
„Nach den Ökonomen selbst sind zur Produktion des Reichtums nötig 1.Arbeit, 2. Akkumulation früherer Arbeit oder Kapital und 3.exchanges272 …" Dies sind nach ihnen selbst allgemeine Produktionsbedingungen. „Sie sind auf die Gesellschaft im ganzen angewandt und können ihrer Natur nach weder Individuen noch Klassen ihrer Operation entzogen werden." (p.42.)
„Das Gebot: Du sollst arbeiten! bleibt gleich für alle geschaffenen Wesen … Der Mensch allein kann dies Gesetz umgehn; und seiner Natur nach kann es von einem Mann nur auf Kosten eines andren umgangen werden.“ (p. 43.)
„Nach der wahren Natur der Arbeit und des Austauschs verlangt strikte Justiz nicht allein“ {er bezieht sich dabei auf die ökonomischen Bestimmungen über den Tauschwert der Waren}, „daß alle Austauschenden wechselseitig, sondern daß sie gleichmäßig Vorteil haben sollen … Wäre ein gerechtes Austauschsystem verwirklicht, so würde der Wert aller Waren durch ihre vollständigen Produktionskosten bestimmt sein: und gleiche Werte würden sich stets gegen gleiche Werte austauschen … Die Arbeiter haben bisher dem Kapitalisten die Arbeit eines ganzen Jahres im Austausch für den Wert von einem halben Jahr Arbeit gegeben – und daher entsprang die Ungleichheit der Macht und des Reichtums, die jetzt rings um uns existieren. Es ist eine unvermeidliche Konsequenz der Ungleichheit des Austauschs – des Kaufens zu einem Preis und des Verkaufens zu einem andren –, daß Kapitalisten fortfahren Kapitalisten und Arbeiter Arbeiter zu sein, die einen eine Klasse von Tyrannen, die andren von Sklaven.“ (p. 48, 49.)
„Durch das gegenwärtige System sind Austausche nicht allein nicht gegenseitig vorteilhaft für alle Parteien, wie die politischen Ökonomen versichert haben, sondern es ist gewiß, daß in den meisten Transaktionen zwischen Kapitalist und Produzent gar kein Austausch stattfindet … Was geben Fabrikant oder Grundeigentümer für die Arbeit der workingmen273? Arbeit? Nein, denn der Kapitalist arbeitet nicht. Kapital? Nein, denn sein Proviant von Reichtum wird beständig vermehrt … Der Kapitalist kann daher nichts austauschen, was ihm selbst gehört. Die ganze Transaktion zeigt daher klar, daß die Kapitalisten und Grundeigentümer nichts anders tun als dem Arbeiter für seine Arbeit von einer Woche einen Teil des Reichtums zu geben, welchen sie von ihm, dem Arbeiter, die Woche zuvor erhalten haben, welches exakt darauf hinausläuft, ihm nichts für etwas zu geben … Der Reichtum, welchen der Kapitalist in Austausch für des Arbeiters Arbeit zu geben scheint, war weder durch die Arbeit noch den Reichtum des Kapitalisten erzeugt, sondern ursprünglich erhalten durch die Arbeit von Arbeitern, und er wird noch täglich von ihm genommen durch ein fraudulentes System ungleichen Austauschs.“ „Die ganze Transaktion zwischen Produzent und Kapitalist ist ein handgreiflicher Betrug, eine reine Farce.“ (p. 49, 50.)
„Das Gesetz, welches sagt: ‚there shall be accumulation‘274, ist nur halb erfüllt und der Vorteil einer besondren Klasse zum Schaden des ganzen Rests der community275 gemacht worden.“ (p. 50.) „Unter dem gegenwärtigen sozialen System hängt die Gesamtheit der Arbeiterklasse von den Kapitalisten oder employers of the means of labour276 ab; und wo eine Klasse durch ihre gesellschaftliche Position so abhängig ist von einer andern Klasse für die means of labour, ist sie gleicherweise von ihr abhängig für die means of life277; und dies ist eine Lage, so entgegengesetzt der wahren Intention der Gesellschaft, so revoltierend für die Vernunft …, daß sie keinen Augenblick be schönigt oder verteidigt werden kann. Dies überträgt einem Menschen eine Gewalt, womit kein Sterblicher bekleidet werden sollte." (p.52.)
„Unsre tägliche Erfahrung lehrt uns, daß, wenn wir eine Scheibe von einem Laib Brot nehmen, die Scheibe nicht wiederum anwächst. Der Laib ist nur eine Akkumulation von Scheiben, und je mehr wir davon essen, desto weniger bleibt zu essen übrig. Solches ist der |442| Fall mit dem Laib des Arbeiters; aber der des Kapitalisten folgt nicht dieser Regel. Statt abzunehmen, wächst sein Laib beständig; er schneidet beständig ab, und er kommt beständig wieder ... Wären die exchanges gleich, so würde der Reichtum der gegenwärtigen Kapitalisten stufenweise von ihnen zu den Arbeiterklassen übergehn; jeder Schilling, welchen der Reiche ausgäbe, würde ihm einen Schilling weniger reich zurücklassen." (p.54, 55.)
Bray zeigt ibidem nach, daß
„es durchaus unmöglich ist, daß ein Kapitalist selbst nur 1000l. St. von der wirklich ersparten Arbeit seiner working-class progenitors278 abgeleitet haben kann". (p.55.)
Aus den Lehren der Ökonomen selbst folgt,
„daß keine exchanges ohne accumulations, keine accumulations ohne Arbeit stattfinden können". (l.c.) „Unter dem gegenwärtigen System, wo jeder Arbeiter einem employer mindestens 6 Tage Arbeit für ein Äquivalent, wert nur 4 oder 5 Tage Arbeit, gibt, sind die Gewinne des letzten Manns notwendig die Verluste des ersten Manns." (p.56.)
„So, in welchem Lichte auch immer betrachtet, als Geschenk, individuelle Akkumulation, Austausch, Erbschaft, da ist Probe über Probe, daß ein Riß in des reichen Mannes Titel ist, welcher auf einmal seinen Schein von Gerechtigkeit und seinen Wert wegnimmt ... Aller dieser Reichtum ist vielmehr abgeleitet aus den Knochen und Sehnen der Arbeiterklassen während sukzessiver Zeitalter und ist von ihnen genommen worden durch das trügerische und Sklaverei schaffende System der ungleichen exchanges." (p.56, 57.) „Soll der Arbeiter unter dem jetzigen System reich werden, so muß er, statt seine eigne Arbeit auszutauschen, ein Kapitalist werden oder Austauscher der Arbeit anderer Leute; und so, andre in derselben Weise plündernd, worin er selbst geplündert worden war, durch das Medium ungleicher Austausche, wird er befähigt, von den kleinen Verlusten der anderen Leute große Gewinne zu erwerben." (p.57.)
„Die politischen Ökonomen und Kapitalisten haben viele Bücher geschrieben und drucken lassen, um dem Betrügerische einzuprägen, daß ‚der Gewinn des Kapitalisten nicht der Verlust des Produzenten ist‘. Man sagt uns, daß die Arbeit sich keinen Schritt ohne Kapital bewegen kann, daß das Kapital die Schaufel ist für den Mann, der gräbt, daß Kapital ebenso notwendig zur Produktion als die Arbeit selbst... Diese wechselseitige Abhängigkeit zwischen Kapital und Arbeit hat nichts mit der relativen Stellung des Kapitalisten und [der] Arbeiter zu tun; noch zeigt sie, daß der erstere durch die letzteren erhalten werden soll ... Es ist das Kapital und nicht der Kapitalist, das für die Operationen der Produzenten wesentlich ist; und es existiert ein so großer Unterschied zwischen diesen zwei als zwischen der Schiffsladung und dem Ladungsschein." (p.59.)
„Aus der Beziehung, welche Kapital und Arbeit zueinander haben, ist es evident, daß, je mehr Kapital oder akkumuliertes Produkt in einem Land ist, um so größer die Leichtigkeiten für die Produktion sein werden und so weniger Arbeit zur Erreichung eines gegebenen" (bestimmten) „Resultats erheischt sein wird. So kann das britische Volk mit Hülfe seiner gegenwärtigen vasten279 Kapitalakkumulation, seinen Gebäuden, Maschinen, Schiffen, Kanälen und Eisenbahnen, in einer Woche mehr Manufakturreichtum produzieren, als seine Vorfahren vor 1000 Jahren in einem halben Jahrhundert hatten schaffen können. Es sind nicht unsre höhern physischen forces280, sondern unser Kapital, das uns hierzu befähigt. Denn wo immer ein Mangel an Kapital ist, schreitet die Produktion nur langsam und mühevoll vor und umgekehrt. Aus diesen Beziehungen nun ist es klar, daß, was immer für das Kapital gewonnen ist, gleichmäßig für die Arbeit gewonnen ist, daß jede Zunahme der erstern dahin strebt, die Last der letztern zu erleichtern, und daß daher jeder Verlust für das Kapital auch ein Verlust für die Arbeit sein muß. Diese Wahrheit, obgleich lange von den Ökonomen beobachtet, ist jedoch nicht fairly281 von ihnen stated282." [l. c. p.59, 60.]
{In der Tat räsonieren die Kerls so:
Akkumulierte Produkte – i. e. unkonsumierte Produkte – der Arbeit erleichtern und fructify labour283. Darum muß nicht der Arbeit selbst, sondern der Akkumulation die Frucht dieser Erleichterung etc. zugut kommen. Darum muß nicht die Akkumulation Eigentum der Arbeit, sondern die Arbeit Eigentum der Akkumulation – ihrer eignen Produkte sein. Darum muß der Arbeiter nicht für sich, sondern für einen andren akkumulieren und die Akkumulation ihm als Kapital gegentreten.
Bei ihnen ist das stoffliche Element des Kapitals so verwachsen mit seiner sozialen Formbestimmung als Kapital – mit seinem antagonistischen Charakter, als die Arbeit beherrschendes Produkt der Arbeit –, daß sie keinen Satz aussprechen können, ohne sich selbst zu widersprechen.}
„Sie haben immer das Kapital mit einer und die Arbeit mit einer andren Klasse der community identifiziert, obgleich diese beiden Mächte eine solche Verbindung von Natur nicht haben und künstlich nicht haben sollten. Die Ökonomen versuchen stets die Wohlfahrt, ja selbst die Existenz des Arbeiters von der Erhaltung des Kapitalisten in Luxus und Nichtstuerei abhängig zu machen. Sie wollen nicht haben, daß der Arbeiter ein Mahl ißt, bis er nicht zwei produziert hat, eins für sich selbst und das andre für seinen master, indem der letzte seine Portion indirekt empfängt durch ungleichen Austausch." (p.59, 60.)
„Wenn der Arbeiter ein Ding produziert hat, ist es nicht mehr sein, es gehört dem Kapitalisten, es ist von dem einen zu dem andern übergegangen durch die unsichtbare Magie der ungleichen Austausche.“ (p.61.)
„Unter dem gegenwärtigen System sind Kapital und Arbeit, die Schaufel und der Gräber, zwei getrennte und antagonistische Mächte.“ (p.60.)
||443| „Aber selbst wenn alles Land und Häuser und Maschinen den Kapitalisten gehörte und die Arbeiterklasse nicht existierte, könnten die ersten nicht länger die große Bedingung umgehn, ‚that there shall be labour’284. Ihr Reichtum würde ihnen einzig die Wahl lassen zu sterben oder zu arbeiten. Sie können nicht das Land und die Häuser aufessen; und das Land wird nicht Subsistenz liefern, noch die Maschinen Kleider machen ohne die Anwendung der menschlichen Arbeit. Wenn daher die Kapitalisten oder Eigentümer sagen, daß die Arbeiterklasse sie muß support285, sagen sie in Wirklichkeit, daß die Produzenten ihnen ebensowohl wie Land und Wasser gehören, daß die Arbeiter nur geschaffen sind für den Nutzen der Reichen.“ (p.68.)
„Der Produzent empfängt im Austausch für das, was er dem Kapitalisten gibt, nicht die Arbeit noch das Produkt der Arbeit des Kapitalisten, sondern – Arbeit. Vermittelst des Geldes sind die Arbeiterklassen nicht nur getrieben, die Arbeit zu verrichten, welche die Erhaltung der natürlichen Existenz ihnen auferlegt, sondern sie sind gleicherweise belastet mit der Arbeit für die andren Klassen. Es tut nichts, ob die Produzenten Gold oder Silber oder andre Waren von einer nicht produzierenden Klasse empfangen. Dies alles läuft darauf hinaus, daß die Arbeiterklasse ihre eigne Arbeit verrichtet und sich selbst erhält und gleicherweise die Arbeit der Kapitalisten verrichtet und ihn erhält into the bargain286. Welches immer die nominellen receipts287 sein mögen, welche die Produzenten von den Kapitalisten empfangen, ihr wirkliches receipt ist bloß der transfer des Teils ihrer Arbeit, welcher ihnen vom Kapitalisten wiedergegeben werden muß.“ (l.c. p.153, 154.)
„Wir unterstellen die Population des United Kingdom auf 25000000 Menschen. Unterstellen ihren Unterhalt im Durchschnitt auf mindestens 15 Pfd. St. per Kopf jährlich. Dies gibt 375 Millionen Pfd. St. jährlichen Wert für die Erhaltung des ganzen Volks des United Kingdom. Wir produzieren indes nicht nur Artikel der Subsistenz, denn unsre Arbeit schafft gleichmäßig viele unkonsumierbare Artikel. Jährlich fügen wir zu unsrem stock of accumulations or capital288, durch Vermehrung der Zahl unsrer Häuser, Schiffe, implements289, Maschinen, Straßen und andre Assistenzen zu weiterer Produktion, außerdem alles Verschlechterte ausbessernd. So, obgleich unsre Subsistenz nur 375 Millionen Pfd. St. jährlich wert sein mag, wird der jährliche Totalwert des durch das Volk geschaffnen Reichtums nicht weniger als 500 Millionen Pfd. St. sein.“ (p.81.)
„Wir können nur 1/4 der Bevölkerung, oder ungefähr 6 Millionen Männer zwischen 14 und 50 Jahren, als effektive Produzenten rechnen. Es kann gesagt werden, von dieser Zahl können kaum 5 Millionen unter den gegenwärtigen Verhältnissen in der Produktion assistieren" (nur 4 Millionen, sagt er später, direkt in der materiellen Produktion), „denn Tausende fähiger Arbeiter müssen müßig sein, während das Werk, das sie vollbringen müßten, von Weibern und Kindern geschieht; und Hunderttausende von Männern in Irland können durchaus keine Beschäftigung erhalten. So haben 5 Millionen Männer, von wenig tausend Kindern und Weibern assistiert, für 25 Millionen zu produzieren." (p.81, 82.)
„Die gegenwärtige Zahl von Arbeitern, wenn unassistiert durch Maschinen, könnte nicht sich selbst und die gegenwärtige Zahl von Nichtstuern und unproduktiven Arbeitern erhalten. Die Agrikultur- und Manufakturmaschinerie jeder Art, die nun in Anwendung gebracht ist, ist geschätzt zu bilden die Arbeit von ungefähr 100 Millionen tätiger Männer ... Diese Maschinerie und ihre Anwendung unter dem gegenwärtigen System hat die Tausende von Müßiggängern und Profitlebern erzeugt, welche jetzt die Arbeiter zu Boden drücken." (p.82.)
„Die gegenwärtige Constitution der Gesellschaft wurde befruchtet durch die Maschinerie, und durch Maschinerie wird sie zerstört werden ... Die Maschinerie selbst ist gut, ist unentbehrlich; aber ihre Anwendung, der Umstand, daß sie besessen ist von Individuen statt von der Nation, ist schlecht." (p.82, 83.)
„Von den 5 Millionen Männern, die nun in der Produktion assistieren, arbeiten einige nur 5 Stunden täglich, andre 15 Stunden; rechnet man hinzu den Zeitverlust durch den gezwungenen Müßiggang einer großen Masse in Zeiten der depression of trade290, so finden wir, daß unsre jährliche Produktion geschaffen ist und verteilt durch weniger als 1/5 der community, im Durchschnitt 10 Stunden des Tags arbeitend." (p.83.)
„Unterstellen wir, daß die reichen Nichtproduzenten jeder Art, mit ihren Familien und Anhang, sich nur auf 2 Millionen Personen belaufen, so wird doch diese Anzahl allein der Arbeiterklasse jährlich 30 Millionen Pfd. St. kosten, wäre ihr Unterhalt, wie der der letztern, nur 15 Pfd. St. per Kopf geschätzt ... Aber nach der mäßigsten Schätzung kostet ihr Unterhalt nicht weniger als 50 Pfd. St. per Kopf. Dies gibt eine Totalsumme von 100 Millionen Pfd. St. als die jährliche Kost der reinen Drohnen der Gesellschaft, der durchaus unproduktiven." (p.83, 84.)
„Kommt hinzu die doppelte und vierfache allowance291, empfangen von den verschiedenen Klassen kleiner Eigentümer, Fabrikanten und Handelsleuten, in der Form von [444] Profit und Zinsen. Nach der mäßigsten Schätzung beläuft sich der von dieser extensiven Portion der community genossene Teil des Reichtums auf nicht weniger als 140 Millionen Pfd. St. jährlich über den Durchschnittsgenuß dessen, was von einer gleichen Anzahl der bestbezahlten Arbeiterklasse empfangen wird. So, mit ihrem Government, absorbieren die 2 Klassen von Nichtstuern und von Lebern von Profit, vielleicht 1/4 der ganzen Bevölkerung einbegreifend, an 300000000 Pfd. St. jährlich und über die Hälfte des ganzen produzierten Reichtums. Ein durchschnittlicher Verlust von über 50 Pfd. St. per Kopf für jeden Arbeiter im Reich ... Bleibt nicht mehr als durchschnittlich ungefähr 11 Pfd. St. per Kopf per Jahr übrig, auszuteilen zwischen den übrigbleibenden 3/4 der Nation. Aus Berechnungen, gemacht 1815, geht hervor, daß das jährliche Einkommen des ganzen Volkes des United Kingdom ungefähr 430 Millionen Pfd. St., wovon die Arbeiterklasse empfing 99742547 Pfd. St. und die Rente-Pension-Profitklasse 330778825 Pfd. St. Das ganze Eigentum im Lande war zur selben Zeit kalkuliert, wert zu sein nahe an 3000 Millionen Pfd. St.“ (p.84, 85.)
1844: England. Population: Nobility and gentry292 = 1181000. Tradesmen, farmers293 etc. = 4221000 (zusammen 5402000). Labourers, paupers294 etc. = 9567000. Banfield, (T.C.) „The Organisation of Industry“, 2. ed., London 1848. |X-444||