[DREIUNDZWANZIGSTES KAPITEL]
Cherbuliez

||1102| Cherbuliez, „Riche ou pauvre etc.“, Paris 1841. (Nachdruck der Genfer Ausgabe.)
(Es ist sehr die Frage, ob wir diesen Burschen speziell in diese Reihe aufnehmen, da das meiste von ihm sismondiseh, oder ob wir das Treffende bei ihm gelegentlich als Zitat anbringen.(98)) |1102||

[1. Versuch, zwischen konstantem und variablem Kapital zu unterscheiden]

||1103| Kapital, sagt Ch[erbuliez], sind „die Rohmaterialien, das Werkzeug, der Lebensmittelfonds“. (p.16.) „Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Kapital und irgendeinem anderen Teile des Reichtums. Nur die Art, wie man es anwendet, bestimmt, ob ein Ding Kapital wird, das heißt, wenn es in einer produktiven Operation angewandt wird als Rohmaterial, Werkzeug oder Lebensmittelfonds.“ (p.18.)

Dies also die ordinäre Manier, das Kapital zu reduzieren auf die stofflichen Elemente, worin es im Arbeitsprozeß vorfällt. Arbeitsmittel und Lebensmittel. Und zwar letzres insofern nicht exakt, als die Lebensmittel zwar Bedingung für die Produzenten sind, um während der Produktion zu existieren, Voraussetzung; aber in den Arbeitsprozeß selbst nicht eingehn; worin nichts eingeht als Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel und Arbeit selbst. Die objektiven Momente des Arbeitsprozesses – die allen Formen der Produktion gemeinsam – werden hier also Kapital getauft, obgleich das approvisionnement1 (worin schon der Arbeitslohn involviert) die kapitalistische Form dieser Arbeitsbedingungen stillschweigend involviert.

Cherb[uliez] [glaubt], ganz wie Ramsay, daß sich das approvisionnement, was R[amsay] circulating capital nennt, vermindert (wenigstens relativ zur Totalität des Kapitals und absolut, soweit beständig die Maschinerie Arbeiter herauswirft). Aber er wie R[amsay] scheinen zu denken, daß notwendig sich die Masse der Lebensmittel vermindert, der necessaries, die als produktives Kapital angewandt werden können. Dies durchaus nicht der Fall. Es wird hier immer verwechselt der Teil des gross product2, der das Kapital ersetzt und als Kapital angewandt wird, und der Teil, der das surplus produce vorstellt. Das approvisionnement vermindert sich, weil ein großer Teil des Kapitals, d. h. des als Kapital angewandten Teils des gross produce als konstantes Kapital statt als variables reproduziert wird. Ein größerer Teil des surplus produce, das aus Lebensmitteln besteht, wird von unproduktiven Arbeitern und Nichtarbeitern aufgegessen oder ausgetauscht gegen luxuries. Voilà tout.3

Allerdings kann das factum, daß ein stets geringrer Teil des Gesamtkapitals in variables Kapital verwandelt wird, auch anders ausgedrückt werden. Der Teil des Kapitals, der in variablem Kapital besteht = dem Teil des Gesamtprodukts, den der Arbeiter sich selbst aneignet, für sich selbst produziert. Je geringer also dieser Teil, auch um so kleineres Quotum der Gesamtarbeiterzahl reicht hin, ihn zu reproduzieren (ganz wie beim einzelnen Arbeiter, der um so weniger Arbeitszeit für sich selbst arbeitet). Wie die Gesamtarbeit, so zerfällt das Gesamtprodukt der Arbeiter in 2 Teile. Einen, den sie für sich selbst produzieren, den andren für den Kapitalisten. Wie man die Zeit des einzelnen Arbeiters in 2 Teile teilen kann, so die der ganzen Arbeiterklasse. Ist die Surplusarbeit = 1/2 Tag, so ist dies dasselbe, als wenn der halbe Teil der Arbeiterklasse für die Subsistenz der Arbeiterklasse produziert und die andre Hälfte Rohmaterial, Maschinerie und fertige Produkte produziert für den Kapitalist, teils als Produzenten, teils als Konsumenten.

Das Lächerliche, daß Ch[erbuliez] und R[amsay] glauben, der Teil des gross produce, der von den Arbeitern verzehrt werden könne, in natura in ihre Konsumtion eingehn könne, habe sich notwendig or at all4 vermindert. Es hat sich nur der Teil vermindert, der in dieser Form und darum als variables Kapital verzehrt wird. Ein desto größerer Teil wird dagegen von Bedienten gegessen, Soldaten etc., oder exportiert und gegen feine Lebensmittel ausgetauscht.

Das Wichtige, wie bei Ramsay, so bei Ch[erbuliez] nur, daß sie in der Tat variables und konstantes Kapital gegenüberstellen und nicht bei der aus der Zirkulation entlehnten Unterscheidung von capital fixe und circulant stehnbleiben. Denn Cherb[uliez] stellt gegenüber den Teil des Kapitals, der sich in approvisionnement auflöst, dem, der aus matières brutes, matières instrumentales5 und Arbeitsmitteln, instruments, machines besteht. Während jene zwei Bestandteile des capital constant – matières brutes und instrumentales – der Zirkulationsform nach zum zirkulierenden Kapital gehören.

{Was bei der Variation in den Bestandteilen des Kapitals das Wichtige, nicht, daß relativ mehr Arbeiter mit der Produktion von Rohmaterial und Maschinerie, als mit der von direkten Lebensmitteln beschäftigt. Dies nur Teilung der Arbeit. Sondern das Verhältnis, worin das Produkt vergangne Arbeit zu ersetzen (i.e. konstantes Kapital zu ersetzen) und worin es lebendige Arbeit zu zahlen hat. Auf je größrer Stufenleiter die kapitalistische Produktion – je größer daher das akkumulierte Kapital –, um so größren Anteil am Wert des Produkts hat die Maschinerie und das Rohmaterial, worin sich das in der Produktion von Maschinerie und Rohmaterial employed capital6 auflöst. Ein um so größrer Teil des Produkts muß also in natura der Produktion wiedergegeben werden oder indem die Produzenten von konstantem Kapital gegeneinander Teile desselben austauschen. Das Verhältnis des Teils des Produkts, der der Produktion gehört, wird um so größer, und um so relativ geringer der Teil, der die lebendige, neuzugesetzte Arbeit vertritt. Allerdings, in Waren, Gebrauchswerten ausgedrückt, wächst dieser Teil, denn jenes fact ist gleichbedeutend mit der vergrößerten Produktivität der Arbeit. Aber um so mehr fällt noch relativ der Teil dieses Teils, der dem Arbeiter appropriiert wird. Und derselbe Prozeß bringt eine beständige relative redundancy der working population7 hervor.}

[2. Relative Abnahme des variablen Kapitals
mit fortschreitender Entwicklung der kapitalistischen Produktion]

||1104| {Es ist unbestreitbares fact, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion der in Maschinerie und Rohmaterial angelegte Teil des Kapitals wächst und das in Arbeitslohn ausgelegte abnimmt. Dies ist die einzige Frage, die Ramsay und Cherbuliez beschäftigt. Uns ist aber die Hauptsache: erklärt dies fact die Abnahme der Profitrate? (die übrigens lange nicht so groß ist, wie man sagt). Es handelt sich dabei nicht nur um das quantitative Verhältnis, sondern um Wertverhältnis.

Wenn 1 Arbeiter soviel Baumwolle spinnen kann wie 100, muß das Rohmaterial verhundertfacht werden, und außerdem wird der Prozeß nur durch die Spinnmaschine zuwege gebracht, wo Einer 100 Spindeln dirigiert. Wenn aber gleichzeitig ein Arbeiter soviel Baumwolle produziert, wie früher 100 und 1 Spinnmaschine [das] machte, wo früher nur 1 Spindel, bliebe das Wertverhältnis dasselbe; d.h. die Arbeit, ausgelegt im Spinnen, in Baumwolle und Spinnmaschine, bliebe ganz dasselbe, was es früher für Arbeit, Baumwolle und Spindel war.

Was nun die Maschinerie angeht, so kostet sie nicht soviel wie die Arbeit, die sie ersetzt, obgleich die Spinnmaschine viel kostspieliger als die Spindel. Der einzelne Kapitalist, der eine Spinnmaschine hat, muß ein größres Kapital haben als der einzelne Spinner, der ein Spinnrad kauft. Aber im Verhältnis zur Zahl der Arbeiter, die sie beschäftigt, die Spinnmaschine wohlfeiler als das Spinnrad. Sonst verdrängte sie nicht das letztre. An die Stelle des Spinners tritt ein Kapitalist. Aber das Kapital, das der eine im Spinnrad ausgelegt, größer, relativ zur Größe des Produkts8, als das, [das] der andre in der Spinnmaschine auslegt.

Die zunehmende Produktivität der Arbeit ist (as far as connected with machinery9) identisch mit der abnehmenden Masse Arbeiter relatively to the number and extent of the machinery employed. Instead of a simple and cheap instrument is placed a collection of those instruments (wenn auch modified) and besides that collection the whole part of the machinery consisting of the moving and conducting parts; besides the materials used (like coal etc.) to produce the moving agent (as steam.)10 Endlich die Baulichkeiten. Wenn ein Arbeiter 1800 Spindeln überwacht, statt ein Spinnrad zu drehn, wäre es höchst blödsinnig zu fragen, warum diese 1800 Spindeln nicht so wohlfeil wie das eine Spinnrad. Die Produktivität ist hier eben hervorgebracht durch die Masse des Kapitals, das als Maschinerie angewandt ist. Das Verhältnis des déchet11 der Maschinerie betrifft nur die Ware; der Arbeiter steht der Gesamtmaschinerie gegenüber, und so der Wert des in Arbeit ausgelegten Kapitals dem in Maschinerie ausgelegten.

Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Maschinerie sich verwohlfeilert aus zwei Gründen: Die Anwendung von Maschinerie in Produktion der Rohmaterialien, aus denen die Maschinerie besteht. Die Anwendung von Maschinerie bei der Verwandlung jenes Materials in Maschinerie. Allein damit ist zweierlei gesagt. Erstens: Daß auch in diesen beiden Branchen, verglichen mit den Instrumenten, die die Manufakturindustrie brauchte, das in Maschinerie ausgelegte Kapital an Wert wächst gegen das in Arbeitslohn ausgelegte. Zweitens: Was sich verwohlfeilert, ist die einzelne Maschine und ihre Bestandteile, aber es entwickelt sich ein System der Maschinerie; es tritt nicht nur einzelne Maschine an die Stelle des Instruments, sondern ein System, und das Instrument, was vielleicht früher die Hauptrolle spielte, wie Nadel z. B. (bei dem Strumpfwirker oder ähnlicher Maschine), nun zu vielen Tausenden gesammelt. Jede einzelne Maschine, die dem Arbeiter gegenübersteht, schon ungeheure Kollektion von Instrumenten, die er früher vereinzelt brauchte, wie 1800 Spindeln statt einer. Aber sie enthält außerdem Elemente, die das alte nicht enthielt etc. Trotz der Verwohlfeilung des einzelnen Elements das whole bulk12 [der Maschinerie] steigt im Preis enorm, und die Produktivität besteht in der beständigen Ausdehnung dieses bulk.

Ferner: ein Element der Verwohlfeilung der Maschinerie, außer dem ihrer Elemente, ist die Verwohlfeilung des Sitzes der treibenden Kraft (z. B. des Dampfkessels) und der leitenden Maschinen. The economy of power13. Diese geschieht aber grade dadurch, daß in wachsendem Maße derselbe Motor ein größres System in Bewegung setzt. Er verwohlfeilert sich relativ (oder seine Kosten wachsen nicht im Verhältnis wie die Größe des Systems, auf das er angewandt; er selbst wird teurer in größrem Maßstab, aber nicht in dem Verhältnis, worin er größer wird); selbst wenn seine Kosten absolut wachsen, nehmen sie relativ ab. Dies also neues Moment, ganz abgesehn von dem Preis der einzelnen Maschine, das Maschinenkapital, das der Arbeit gegenübertritt, zu vergrößern. Ein Element, die zunehmende Geschwindigkeit der Maschinerie, vermehrt die Produktivkraft enorm, hat aber mit dem Wert der Maschinerie selbst nichts zu schaffen.

Es ist also selbstverständlich oder tautologischer Satz, daß der zunehmenden Produktivität der Arbeit vermittelst der Maschinerie zunehmender Wert der Maschinerie relativ zur Masse der angewandten Arbeit (daher dem Wert der Arbeit, dem variablen Kapital) entspricht.

||1105| Alle Umstände, die bewirken, daß die Anwendung der Maschinerie den Preis der Waren verwohlfeilert, reduzieren sich erstens auf die Reduktion des Quantums Arbeit, das in einer einzelnen Ware absorbiert wird; zweitens aber auf Reduktion des déchet der Maschinerie, dessen Wert in die einzelne Ware eingeht. Je weniger rasch das déchet der Maschinerie, desto weniger Arbeit zu ihrer Reproduktion gebraucht. Vermehrt also das Quantum und Wert des als Maschinerie bestehenden Kapitals gegenüber dem in Arbeit existierenden.

Bleibt also nur die Frage über das Rohmaterial. Daß seine Quantität steigen muß im Verhältnis der Produktivität der Arbeit, klar, also die Masse des Rohmaterials im Verhältnis zu der der Arbeit. Dies Verhältnis ist größer als es scheint. Sagen wir z.B., es werden wöchentlich 10000 lbs. Baumwolle konsumiert. Jahr = 50 Wochen gerechnet, = 10000×50 = 500000 lbs. Arbeitslohn während des Jahres sei = 5000 l. Und das lb. Baumwolle soll kosten 6 d., so macht das 250000 sh. = 12500 l. Gesetz, das Kapital schlüge 5× im Jahr um. So werden 1/5 jährlich gebraucht werden 100000 lbs. Baumwolle = 2500 l. Und in demselben 1/5 Jahr 1000 l. Arbeitslohn. Also mehr als 1/5 des Werts des Kapitals, das in der Baumwolle steckt. No, dies alteriert das Verhältnis nicht. Sage, der Wert der Baumwolle jedes 1/5 Jahrs = 10000 und der der Arbeit = 1000, so wäre das 1/10. (Es ist ditto 1/10, wenn wir das ganze Produkt betrachten, 50000 auf der einen Seite, 5000 auf der andren.)

(Der Wert der Ware, quoad14 Maschinerie, bestimmt durch das déchet, das in sie eingeht; also bloß durch den Wert der Maschinerie, soweit er selbst in den Verwertungsprozeß eingeht, d.h. soweit er sich im Arbeitsprozeß konsumiert. Dagegen der Profit bestimmt (abgesehn vom Rohmaterial) durch den Wert der Gesamtmaschinerie, die in den Arbeitsprozeß eingeht, unabhängig von seiner Konsumtion. Der Profit muß daher fallen im Verhältnis wie die Gesamtarbeit fällt gegen den in Maschinerie ausgelegten Teil des Kapitals. Er fällt nicht in demselben Verhältnis, weil die Surplusarbeit steigt.)

Bei dem Rohmaterial kann man fragen: Wenn z.B. die produktive Kraft in der Spinnerei sich verzehnfacht, also ein Arbeiter so viel spinnt, wie früher zehn, warum sollte also ein nigger nicht so viel Baumwolle produzieren wie früher 10, also hier das Wertverhältnis dasselbe bleiben? Der Spinner verbraucht in derselben Zeit 10× mehr Baumwolle, aber der nigger produziert in derselben Zeit 10× mehr Baumwolle. Die 10× größere Quantität Baumwolle also nicht teurer wie früher die 10× kleine. So bliebe trotz des Wachstums in der Quantität des Rohmaterials sein Wertverhältnis zum variablen Kapital dasselbe. In der Tat war es nur durch die große Verwohlfeilerung der Baumwolle, daß diese Industrie sich überhaupt so entwickeln konnte.(1) Je teurer das Material (z.B. Gold und Silber), je weniger in seiner Zubereitung als Luxusware Maschinerie und Teilung der Arbeit angewandt. Weil der Vorschuß an Kapital für das Rohmaterial zu groß und die Nachfrage nach diesen Produkten der Teuerkeit ihres Rohmaterials wegen beschränkt.

Hierauf ist ganz einfach zu antworten, daß ein Teil des Rohmaterials wie Wolle, Seide, Leder durch tierisch organische Prozesse, Baumwolle, Leinwand etc. durch vegetabilisch organische produziert wird, es der kapitalistischen Produktion bisher nicht gelungen ist und nie gelingen wird, ebenso über diese Prozesse wie über rein mechanische oder unorganisch-chemische zu verfügen. Zum Teil verteuert sich das Rohmaterial, wie von Häuten etc. und andren tierischen Bestandteilen, schon weil das abgeschmackte Gesetz der Grundrente mit dem Fortschritt der Zivilisation den Wert dieser Produkte steigert. Was Kohle und Metalle angeht (Holz), so sehr verwohlfeilert im Fortschritt der Produktion; indes bei Erschöpfung der Minen wird auch dies schwieriger etc.

{Wenn bei der Korn- und Minenrente gesagt werden kann, daß sie nicht den Wert des Produkts verteuert (nur seinen Marktpreis), vielmehr ein Ausdruck seines Werts ist (der Überschuß seines Werts über den Produktionspreis), so unterliegt dagegen keinem Zweifel, daß Viehrente, Hausrente etc. nicht Folge, sondern Ursache des steigenden Werts dieser Dinge.}

Die Verwohlfeilung der Rohmaterialien, der matières instrumentales etc. checks but does not cancel the growing value of this part of capital. Paralysiert to the degree to which it works the fall of profit.15

{Damit diese Scheiße erledigt.} ||1105||

||1105| {Bei Betrachtung des Profits Mehrwert als gegeben vorausgesetzt. Und bloß die Variationen im konstanten Kapital in ihrem Einfluß auf die Profitrate betrachtet. Es ist nur eine Weise, worin der Mehrwert direkt auf das konstante Kapital wirkt, nämlich durch absolute Surplusarbeit, Verlängerung des Arbeitstags, wodurch das Wertverhältnis des konstanten Kapitals verringert wird. Die relative surplus labour – wo der Arbeitstag derselbe bleibt (abgesehn von der größern Intensifikation) – vermehrt das Wertverhältnis des Profits zum Gesamtkapital durch Erhöhung des Surplus selbst. Die absolute Surplusarbeitszeit vermindert relativ die Kosten des konstanten Kapitals.}

[3. Cherbuliez über die organische Zusammensetzung des Kapitals und ihren Einfluß auf die Profitrate. Sein „Gesetz der Appropriation“]

||1106| Kehren wir zu Cherbuliez zurück.
Die Formeln, die er für die Profitrate gibt, sind entweder mathematische Ausdrücke für den Profit in seiner common16 Fassung, ohne irgendein Gesetz zu involvieren, oder sie sind dazu positiv falsch, obgleich er eine Ahnung von der Sache hat, [sich ihr] annähert.

„Der profit mercantile ist bestimmt durch den Wert der Produkte, verglichen mit den verschiednen Elementen des produktiven Kapitals.“ [p.70.]

{In der Tat ist der Profit das Verhältnis der surplus value des Produkts zu dem Wert des vorgeschoßnen Gesamtkapitals ohne Rücksicht auf die Verschiedenheit seiner Elemente. Aber die surplus value selbst ist bestimmt durch die Größe und Rate der Verwertung des variablen Kapitals; und das Verhältnis dieser surplus value zum Gesamtkapital ist wieder bestimmt durch das Verhältnis von variablem und konstantem Kapital; ebenso durch den Wertwechsel des konstanten Kapitals.}

„Die zwei Hauptelemente dieser Bestimmung sind offenbar der Preis der Rohstoffe und die Quantität des nötigen approvisionnement17, um sie ins Werk zu setzen. Der ökonomische Progreß der Gesellschaft wirkt in umgekehrtem Sinn auf diese beiden Elemente und strebt, die Rohstoffe zu verteuern, indem er den Wert aller Produkte der extraktiven Industrie, Industrien, die sich auf fonds appropriés18 und von einer begrenzten Ausdehnung ausüben, vermehrt.“ (p.70.)

Dagegen das approvisionnement vermindert (relativ), worauf wir später zurückkommen.

„Die Totalsumme der Produkte, weniger die Totalsumme des zu ihrer Erhaltung konsumierten Kapitals, gibt die Totalsumme der Gewinne während eines bestimmten Zeitraums. Die Totalsumme der Produkte wächst im Verhältnis des angewandten Kapitals und nicht des konsumierten Kapitals. Die Taxe der Gewinne oder ihr Verhältnis zum Kapital resultiert daher von der Kombination zweier andrer Verhältnisse, nämlich: dem Verhältnis zwischen dem angewandten und dem konsumierten Kapital und dem Verhältnis zwischen dem konsumierten Kapital und dem Produkt. (l.c. p. 70.)

Ch[erbuliez] sagt zuerst richtig, daß der Profit 19 ist vom Wert des Produkts im Verhältnis zu „den verschiedenen Elementen" des produktiven Kapitals. Plötzlich flüchtet er zu dem Produkt selbst, der Produktmasse. Nun kann sich aber die Produktmasse vermehren, ohne daß sich der Wert dieser Masse vermehrt. Zweitens kann die Masse des Produkts mit der Produktenmasse, woraus das konsumierte und unkonsunierte Kapital bestand, höchstens verglichen werden in der Art wie Ramsay es tut, wenn das gesamte Nationalprodukt verglichen würde mit seinen in natura ausgelegten Ingredientien.20 Bei dem Kapital aber in jeder besondren Sphäre die Gestalt des Produkts verschieden von seinen Ingredienzien (selbst in den Industriezweigen, wie in der Agrikultur etc., worin ein Teil des Produkts in natura ein Produktionselement dieses Produkts bildet). Warum kommt Ch[erbuliez] zu diesem faux-fuyant21? Weil, trotz seiner Ahnung, daß entscheidend für die Profitrate die organische Zusammensetzung des Kapitals, er absolut den Gegensatz des variablen Kapitals zu dem andren Bestandteil des Kapitals nicht benutzt hat, um die surplus value zu entwickeln, die er überhaupt nicht entwickelt hat, sowenig wie den Wert selbst. Er hat nicht gezeigt, wo die surplus value herkömmt und flüchtet daher zum surplus produce, i. e. zum Gebrauchswert.

Obgleich jede surplus value sich darstellt in einem surplus produce, stellt dagegen surplus produce an und für sich nicht surplus value dar. (Wenn ein Produkt gar keine surplus value einschlösse, z.B. ein Bauer sein eignes Instrument besäße (und dabei seinen eignen Grund und Boden) und arbeitet exakt nur die Zeit, die jeder Lohnarbeiter zum Ersatz seines eignen Lohns arbeitet, z.B. 6 Std. Wäre die Jahreszeit fruchtbar, so würde er doppelt soviel produzieren. Aber denselben Wert. There would be no surplus value22, obgleich surplus produce.) An und für sich war es schon falsch, daß er das variable Kapital in der „passiven" und bloß stofflichen Form des approvisionnement darstellte, d. h. des Gebrauchswerts, den es in der Hand des Arbeiters erhält. Nahm er es dagegen in der Form, worin es sich wirklich darstellt, nämlich als Geld (Dasein des Tauschwerts, i. e. bestimmten Quantums gesellschaftlicher Arbeitszeit als solcher), so löste es sich auf für den Kapitalisten in die Arbeit, die er dafür austauscht (und in diesem Austausch von vergegenständlichter gegen lebendige Arbeit träte mouvement23 in das variable Kapital hinein und es wüchse); als Arbeit wird es Element des produktiven Kapitals, nicht als Approvisionnement. Dies vielmehr der Gebrauchswert, das stoffliche Dasein desselben, worin es sich als Revenue für den Arbeiter verwirklicht. So als approvisionnement ist das variable Kapital ein ganz so „passives“ Element, wie die beiden andren Teile des Kapitals, die Ch[erbuliez] passiv nennt.(2)

Dieselbe Schiefheit der Auffassung verhindert ihn, aus dem Verhältnis dieses aktiven Elements zu dem passiven die Profitrate zu entwickeln und den Fall derselben im Fortschritt der Gesellschaft. Bei ihm in der Tat genommen keine andre Konklusion als die, daß das approvisionnement ||1107|| abnimmt infolge der Entwicklung der Produktivkraft, während die Arbeiterbevölkerung wächst, also durch die redundant population25 ihr Lohn unter seinen Wert herabgedrückt wird. Auf Basis des Austauschs von Werten – also auch der Zahlung des Arbeitsvermögens zu seinem Wert – entwickelt er nichts, und der Profit stellt sich so in der Tat (obgleich er’s nicht sagt) dar als Abzug vom Arbeitslohn, den zwar der aktuelle Profit hie und da einschließen mag, der aber nie die Kategorie des Profits begründen kann.

Reduzieren wir d’abord26 den ersten Satz auf seinen richtigen Ausdruck.

„Der Wert der Totalsumme des Produkts, weniger der Wert der Totalsumme des zu ihrer Erhaltung“ (Produktion) „konsumierten Kapitals, gibt die Totalsumme des Profits während eines bestimmten Zeitraums.“

Es ist dies die erste (ordinäre) Form, worin sich der Profit darstellt, erscheint, auch dem kapitalistischen Bewußtsein. Alias: [Der Profit ist] der Wertüberschuß des Produkts, in bestimmter Zeit, über den Wert des konsumierten Kapitals. Oder der Wertüberschuß des Produkts über den Kostpreis des Produkts. Selbst „der bestimmte Zeitraum“ kommt bei Ch[erbuliez] hereingeschneit, da er den Zirkulationsprozeß des Kapitals nicht dargestellt hat. Also der erste Satz nichts als die common definition of profit27, die unmittelbare Form, worin er erscheint.

Zweiter Satz.

„Die Totalsumme der Produkte wächst im Verhältnis des angewandten Kapitals und nicht des konsumierten Kapitals.“

Wieder in andren Worten. Also der

Wert der Totalsumme des Produkts wächst im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital“ (whether consumed or not28).

Es soll hiermit nur erschlichen werden der durchaus unbewiesne und in seiner unmittelbaren Fassung falsche Satz (denn er setzt schon die Ausgleichung zur allgemeinen Profitrate voraus), daß die Größe des Profits von der Größe des angewandten Kapitals abhängt. Es soll aber ein scheinbarer Kausalnexus dadurch hereinkommen, daß „die Totalsumme der Produkte wächst im Verhältnis des angewandten und nicht des konsumierten Kapitals“.

Nehmen wir den Satz in beiden Fassungen, so wie er dasteht und so wie er heißen müßte. Heißen müßte er im Zusammenhang – und nach dem Schluß, dem er als medius terminus29 dienen soll –: „Der Wert der Totalsumme der Produkte wächst im Verhältnis des angewandten und nicht des konsumierten Kapitals.“ Hier soll der Surpluswert offenbar dadurch herausgedrechselt werden, daß der Überschuß des angewandten über das konsumierte Kapital den Wertüberschuß des Produkts schafft. Aber das nicht konsumierte Kapital (Maschinerie etc.) behält den Wert (denn das nicht konsumierte heißt eben, daß sein Wert nicht konsumiert ist), behält denselben Wert nach Schluß des Produktionsprozesses, den es vor Anfang desselben hatte. Ist eine Wertveränderung vorgegangen, so kann sie nur in dem Teil des Kapitals vorgegangen sein, der konsumiert wurde und daher in den Verwertungsprozeß einging. Die Sache ist in der Tat auch so falsch, daß z.B. ein Kapital, von dem 1/3 nicht konsumiert ist und 2/3 konsumiert sind in der Produktion, unbedingt bei gleicher Rate der Exploitation der Arbeit (und von der Ausgleichung der Profitrate abgesehn) höhern Profit gibt als eines, wovon 2/3 nicht konsumiert sind und 1/3 konsumiert ist. Denn das letztre Kapital enthält offenbar mehr Maschinerie etc. und andres konstantes Kapital, während das erstre weniger von diesem Element enthält und mehr lebendige Arbeit in Bewegung setzt, also auch mehr Surplusarbeit.

Nehmen wir aber die Fassung, die Ch[erbuliez] selbst seinem Satz gibt, so nützt sie ihm d’abord nichts, weil die Produktenmasse oder die Masse der Gebrauchswerte als solche überhaupt weder für den Wert, noch für den Surpluswert, noch für den Profit entscheidet. Was liegt aber dahinter? Ein Teil des konstanten Kapitals, der aus Maschinerie etc. bestehende, geht in den Arbeitsprozeß ein, ohne in den Verwertungsprozeß einzugehn, und sonst hilft er die Masse der Produkte vermehren, ohne ihrem Wert irgend etwas zuzusetzen. (Denn soweit er ihm [Wert] zusetzt durch sein déchet, gehört er ja selbst zum konsumierten Kapital und nicht zum angewandten Kapital im Unterschied vom konsumierten.) Aber dieser unkonsumierte Teil des konstanten Kapitals schafft an und für sich nicht ein Wachstum der Produktenmasse. Er hilft in gegebner Arbeitszeit größres Produkt zu schaffen. Würde also nur soviel Arbeitszeit gearbeitet, als im approvisionnement vorhanden ist, so bliebe die Masse der Produkte dieselbe. Es ist also ein change, der in diesem Teil des konsumierten Kapitals vorgeht und nicht der Überschuß des angewandten Kapitals über das konsumierte, der den Produktüberschuß [schafft], vorausgesetzt, daß es sich nicht von Industriezweigen handelt, worin, wie in der Agrikultur, die Masse des Produkts unabhängig ist oder sein kann von der Masse des ausgelegten Kapitals, die Produktivität der Arbeit zum Teil von unkontrollierbaren Naturumständen abhängt.

Betrachtet er dagegen das konstante Kapital, sei es konsumiert oder nicht, als unabhängig von der Arbeitszeit, unabhängig vom change, der im Verwertungsprozeß mit dem variablen Kapital vorgeht, so kann er sagen ebensogut: „Die Totalsumme ||1108| der Produkte“ (wenigstens in der Manufakturindustrie) „wächst, wie der aus Rohmaterial bestehende Teil des konsumierten Kapitals wächst.“ Denn das Wachstum des Produkts physisch identisch mit dem Wachstum dieses Teils des Kapitals. Andrerseits in der Agrikulturindustrie (ditto in der extraktiven) kann bei fruchtbarerem Boden die Masse des Produkts da, wo wenig unkonsumiertes Kapital (i. e. capital constant) angewandt ist und relativ viel konsumiertes Kapital (Arbeitslohn z. B.), die Produktenmasse viel größer sein als in fortgeschrittenem Land, wo das Verhältnis des angewandten zum konsumierten Kapital unendlich größer.

Die zweite Phrase löst sich also in einen Versuch auf, die surplus value (die notwendige Basis des Profits) zu erschleichen.

[Dritter Satz.]

Die Taxe der Gewinne“ (Profitrate) „oder ihr Verhältnis zum Kapital resultiert daher aus der Kombination zweier andrer Verhältnisse, nämlich: dem Verhältnis zwischen dem angewandten und konsumierten Kapital und dem Verhältnis zwischen dem konsumierten Kapital und dem Produkt.“ (p.70.)

Vorher sollte der Profit entwickelt werden. Es kam aber nichts heraus als die Definition desselben, die bloß seine Erscheinungsweise ausspricht, das fact, [daß] der Profit = dem Wertüberschuß des Gesamtprodukts über den Kostenpreis des Produkts oder den Wert des aufgezebrten Kapitals, die vulgar definition of profit.

Jetzt soll die Profitrate entwickelt werden. Es kömmt aber wieder nichts heraus als die vulgar definition. Die Profitrate = dem Verhältnis des Profits zum gesamten Kapital oder aber, was dasselbe, = dem Verhältnis des Wertüberschusses des Produkts über seinem Kostenpreis zum Gesamtkapital, das der Produktion vorgeschossen wurde. Die schiefe Auffassung und unbeholfene Anwendung der anstreifend richtigen Unterscheidung in den Elementen des Kapitals, und die Ahnung, daß Profit und Profitrate genau mit dem Verhältnis dieser Elemente zusammenhängen, bringt es also nur dazu, in mehr doktrinärer Form die allgemein bekannten Phrasen zu wiederholen, womit in der Tat nur die Existenz des Profits und der Profitrate konstatiert, über ihr Wesen aber nichts gesagt ist.

Die Sache wird nicht besser dadurch, daß Ch[erbuliez] die doktrinären Formeln algebraisch ausdrückt:

„Das Totalprodukt während einer gegebnen Periode sei = P, das angewandte Kapital = C, der Profit = π, das Verhältnis des Profits zum Kapital (Rate) = r, das konsumierte Kapital = c. Also ist P – c = π, r = π/C; also Cr = π. Also P – c = Cr; also r = (P – c)/C." (p. 70, note 1.)

Was nichts heißt als Profitrate = Verhältnis des Profits zum Kapital, und Profit = Überschuß des Werts des Produkts über seinen Kostenpreis.

Überhaupt ist das, was dem Ch[erbuliez] mit seinem konsumierten und nicht konsumierten Kapital vorschwebt, der Unterschied zwischen fixem und zirkulierendem Kapital, statt festzuhalten an dem von ihm selbst, im Unterschied hiervon, konstatierten Unterschied im Kapital, der aus seinem Produktionsprozeß hervorgeht. Der Mehrwert ist der Zirkulation schon vorausgesetzt; und so sehr die aus der Zirkulation hervorgehenden Unterschiede die Profitrate affizieren, haben sie mit dem Ursprung des Profits nichts zu tun.

„Das produktive Kapital ist zusammengesetzt aus einem konsummablen Teil und einer partie non consommable30. Je mehr Reichtum und Bevölkerung wachsen, strebt der konsummable Teil, sich zu vermehren, weil die industries extractives einen immer beträchtlicheren Teil von Arbeit verlangen. Andrerseits vermehrt derselbe Fortschritt die Masse des angewandten Kapitals in einer viel schnelleren Proportion als die des konsumierten Kapitals. Obgleich also die Totalmasse des konsumierten Kapitals anzu wachsen strebt, findet sich der erste Effekt neutralisiert, weil die Masse des Produkts nach einer noch schnellern Progression wächst, und die Totalsumme der Profite muß betrachtet werden als wachsend in einer wenigstens ebenso starken Proportion als die Totalsumme des angewandten Kapitals.“ (p.71.) „Die Masse der Profite geht wachsend, nicht die Rate, welche das Verhältnis dieser Masse zum angewandten Kapital ist, r = P−cC. Es ist klar, daß P — c oder der Profit, da P — c = π, wachsen kann, obgleich r abnimmt, wenn C schneller wächst als P — c.“ (p.71, Note.)

Hier ist noch angestreft an die Ursache des Falls der Profitrate; aber nach den vorhergehenden Schiefheiten kann es nur zur Konfusion und sich selbst aufhebenden Widersprüchen kommen. Erst wächst die Masse des konsumierten Kapitals, aber die Masse der Produkte wächst noch schneller (i. e. hier der Überschuß des Werts der Produkte über ihren Kostpreis), denn sie wächst im Verhältnis zum angewandten Kapital, und dies wächst schneller als das konsumierte. Warum das fixe Kapital schneller wächst als die Masse der Rohstoffe z.B., ist nirgend gesagt. But never mind.31 Die Profitmasse wächst im Verhältnis zum angewandten Kapital, zum Gesamtkapital, und dennoch ||1109| soll die Profitrate fallen, weil das Gesamtkapital schneller wächst als die Masse der Produkte, oder vielmehr die Masse des Profits.

Erst wächst die Profitmasse in wenigstens ebenso starker Proportion als „die Gesamtsumme des angewandten Kapitals“, und dann fällt die Profitrate, weil die Gesamtsumme des angewandten Kapitals rascher wächst als die Profitmasse. Erst wächst P — c im Verhältnis „wenigstens“ wie C, und dann fällt P−cC, weil C noch rascher wächst wie P — c, was wenigstens ebenso stark wächst wie C. Streichen wir all diese Konfusion weg, so bleibt nur die Tautologie, daß P−cC wieder fallen kann, obgleich P — c wächst, d. h., daß die Rate des Profits fallen kann, obgleich der Profit wächst, wenn sie nämlich fällt. Rate heißt nur das Verhältnis von P — c zu C, [und dieses Verhältnis vermindert sich dann] wenn das Kapital schneller wächst als die Profitmasse.

Also Schlußweisheit: Die Profitrate kann fallen, d.h. das Verhältnis einer wachsenden Profitmasse zum Kapital kann fallen, wenn das Kapital rascher wächst als die Profitmasse, oder wenn die Profitmasse, trotz ihres absoluten Wachsens, relativ im Verhältnis zum Kapital abnimmt. Dies ist durchaus nichts als ein andrer Ausdruck für Fallen der Profitrate. Und an der Möglichkeit dieses Phänomens wurde nie gezweifelt, sogar nicht an seiner Existenz. Das einzige, worum es sich handelte, war eben, den Grund dieses Phänomens32 zu erklären, und Ch[erbuliez] erklärt das Fallen der Profitrate, das Fallen der Profitmasse im Verhältnis zum Gesamtkapital aus dem Wachsen der Profitmasse im Verhältnis wenigstens wie das Kapital wächst. Offenbar ahnte ihm, daß die Masse der angewandten lebendigen Arbeit relativ abnimmt im Verhältnis zur vergangenen Arbeit, obgleich sie absolut wächst, und daß daher die Profitrate abnehmen muß. Aber es kommt nicht zum Durchbruch. Je näher der Schwelle, desto größer die Schiefheit im Ausdruck, wenn sie nicht wirklich überschritten wird, und die Illusion, sie überschritten zu haben.

Dagegen ist sehr treffend, was er über die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate sagt. |1109|

|1109| „Nach dem Abzug der Grundrente ist der Rest der Summe der Profite, d. h. des Excédants33 der Produkte über das konsumierte Kapital, geteilt unter den producteurs capitalistes34 im Verhältnis des Kapitals, das jeder angewandt hat, während die Portion der Produkte, welche dem konsumierten Kapital entspricht, und es zu ersetzen bestimmt ist, sich im Verhältnis dessen teilt, das sie wirklich verzehrt haben. Dies doppelte Gesetz der Teilung etabliert sich als Wirkung der Konkurrenz, die die Vorteile aller Anwendungen von Kapitalien auszugleichen strebt. Dieses doppelte Gesetz der Teilung assigniert en définitive35 den verschiednen Arten von Produktionen ihre respektiven Werte und Preise." (p. 71, 72.)

Dies sehr gut. Nur die Schlußworte falsch, daß durch diese Bildung der allgemeinen Profitrate Werte und Preise (soll heißen Produktionspreise) der Waren bestimmt werden. Die Wertbestimmung ist vielmehr das Prius, das der Profitrate vorausgesetzt ist und der Bildung der Produktionspreise. Wie sollte überhaupt irgendeine Verteilung der „Summe der Profite", i. e. des Surpluswerts, |1110| der selbst nur ein Teil des Gesamtwerts der Waren, diese „Summe der Profite", also den Surpluswert, also die Werte der Waren selbst bestimmen können? Die Sache nur richtig, soweit unter den relativen Werten der Waren ihre Produktionspreise verstanden werden. Die ganze Schiefheit kommt bei Ch[erbuliez] daher, daß er den Ursprung und die Gesetze von Wert und Mehrwert nicht selbständig betrachtet.

Das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital faßt er sonst soweit richtig:

„Personen, die nichts durch Devolution“ (gesetzliche Abtretung, Erbschaft etc.) „erhalten, noch etwas zum Austausch zu geben haben, erhalten das Nötige nur, indem sie ihre Arbeit den Kapitalisten anbieten. Sie erhalten nur Recht auf die Sachen, die ihnen zugeschlagen werden als Arbeitspreis, nicht auf das Produkt dieser Arbeit, noch auf den Wert, den sie hier hinzugefügt haben.“ (p. 55, 56.) „Indem der Proletarier seine Arbeit gegen ein bestimmtes Approvisionnement verkauft, verzichtet er vollständig auf jedes Recht auf die andren Teile des Kapitals. Die Attribution dieser Produkte bleibt dieselbe wie vorher; sie ist in keiner Weise durch die erwähnte Konvention modifiziert. Die Produkte fahren fort, ausschließlich dem Kapitalisten zu gehören, der die Rohstoffe und das Approvisionnement geliefert hat. Es ist dies eine strenge Konsequenz des Gesetzes der Appropriation, dessen Fundamentalprinzip umgekehrt die ausschließliche Attribution für jeden Arbeiter an die Produkte seiner Arbeit war.“ (p.58.)

Dies Fundamentalprinzip lautet nämlich nach Ch[erbuliez]:

„Der Arbeiter hat ein ausschließliches Recht auf den aus seiner Arbeit resulierenden Wert.“ (p.48.)

Wie das Gesetz der Waren, daß sie Äquivalente bilden und sich austauschen im Verhältnis zu ihrem Wert, i. e. der in ihnen enthaltenen Arbeitszeit, darin umschlägt, daß die kapitalistische Produktion – und nur auf ihrer Basis ist es wesentlich für das Produkt, als Ware produziert zu werden – umgekehrt darauf beruht, daß ein Teil der Arbeit ohne Austausch angeeignet wird, versteht und entwickelt Ch[erbuliez] nicht. Er fühlt nur, daß hier ein Umschlag stattfindet.

Dies Fundamentalgesetz ist eine reine Fiktion. Es entspringt aus einem Schein der Warenzirkulation. Die Waren tauschen sich aus im Verhältnis ihres Werts, d.h. der in ihnen enthaltenen Arbeit. Die Individuen treten sich nur als Warenbesitzer gegenüber und können sich daher der Ware der andren nur bemächtigen durch Entäußerung ihrer eignen Ware. Es scheint daher, als hätten sie nur ihre eigne Arbeit auszutauschen, da der Austausch von Waren, die fremde Arbeit enthalten, soweit sie selbst nicht wieder durch Austausch der eignen Ware erhalten [wurden], andre Verhältnisse unter den Menschen, als die von Warenbesitzern, von Käufern und Verkäufern, voraussetzt. In der kapitalistischen Produktion verschwindet dieser Schein, den ihre eigne Oberfläche zeigt. Was aber nicht verschwindet, ist die Illusion, daß ursprünglich die Menschen nur als Warenbesitzer einander gegenübertreten und daher jeder nur Eigentümer ist, soweit er Arbeiter ist. Dies „ursprünglich“ ist, wie gesagt, eine aus dem Schein der kapitalistischen Produktion entspringende Delusion, die historisch nie existiert hat. Überhaupt tritt der Mensch (isoliert oder sozial) immer als Eigentümer auf, ehe er als Arbeiter auftritt, sei das Eigentum auch nur das, das er sich selbst auf die Natur zulegt (oder das er als Familie, Stamm, Gemeinwesen teils auf die Natur, teils auf die gemeinsamen schon produzierten Produktionsmittel sich zulegt). Und sobald der erste tierische Zustand aufhört, das Eigentum auf die Natur immer schon vermittelt durch sein Dasein als Mitglied eines Gemeinwesens, Familie, Stamm etc., durch ein Verhältnis zu andren Menschen, das sein Verhältnis zur Natur bedingt. Der „eigentumlose Arbeiter" als „Fundamentalprinzip" – ist vielmehr erst ein Geschöpf der Zivilisation und auf historischer Stufenleiter der „kapitalistischen Produktion". Es ist dies ein Gesetz der „Expropriation", nicht der „Appropriation", wenigstens nicht der Appropriation schlechthin, wie Ch[erbuliez] sich einbildet, sondern der Art Appropriation, die einer bestimmten, spezifischen Produktionsweise entspricht. |1110|

||1111|| Ch[erbuliez] sagt:

„Die Produkte sind appropriiert, bevor sie in Kapital verwandelt sind. Diese Verwandlung entzieht sich nicht jener Appropriation." (p. 54.)

Dies gilt aber nicht nur von den produits, sondern von der Arbeit. Rohmaterial etc. und Arbeitsmittel gehören dem Kapitalisten; sie sind verwandelte Form seines Geldes. Anderseits, wenn er ein Arbeitsvermögen – oder den täglichen (12stündigen z. B.) us36 eines Arbeitsvermögens – gekauft hat, mit einer Geldsumme = dem Produkt von 6 Arbeitsstunden, so gehört ihm die Arbeit von 12 Std., ist approprié37 durch ihn, bevor sie realisiert ist. Durch den Produktionsprozeß selbst wird sie in Kapital verwandelt. Diese Verwandlung ist aber ein späterer Akt als ihre Appropriation. Die „Produkte" werden in Kapital verwandelt, stofflich, sofern sie im Arbeitsprozeß als Arbeitsbedingungen, Produktionsbedingungen, Arbeitsgegenstand und Arbeitsmittel funktionieren; der Form nach, sofern nicht nur ihr Wert becomes to be perpetuetated38, sondern sofern sie Mittel werden, Arbeit und Surplusarbeit einzusaugen; sofern sie in fact als absorbers of labour funktionieren. ||1112|| Anderseits: das vor dem Prozeß angeeignete Arbeitsvermögen wird innerhalb des Prozesses direkt in Kapital verwandelt, indem es sich in die Arbeitsbedingungen verwandelt und in surplus value, [indem] seine Realisation im Produkt sowohl das konstante Kapital erhält, als das variable ersetzt und surplus value zufügt. ||1112||

[4. Über die Akkumulation als erweiterte Reproduktion]

|| 1110|

„Jede Akkumulation des Reichtums liefert die Mittel, die weitere Akkumulation zu beschleunigen.“ (p.29.)
|| 1110|

|| 1110| {Die Ansicht Ric[ard]os (von Smith überkommen), daß sich alle Akkumulation in Auslage in Salair auflöst, wäre selbst dann falsch, wenn kein Teil der Akkumulation in natura stattfände, z.B. der farmer mehr Samen aussät, der Viehzüchter den Zucht- oder Maststock vergrößert, der Maschinist einen Teil des Surpluswerts in maschinenbauender Maschine besitzt, und alle Produzenten, die Ingrediencien irgendeines Teils des Kapitals produzieren, nicht beständig überproduzierten, rechnend auf das Faktum der jährlichen Akkumulation, i.e. Vergrößerung der allgemeinen Stufenleiter. Außerdem, der Bauer kann austauschen einen Teil seines Surplusgetreides mit dem Viehzüchter, der jenes Getreide in variables Kapital verwandeln mag, während der Bauer [durch einen solchen Austausch] seines in konstantes verwandelt hat. Der Flachsbauer || 1111| verkauft einen Teil seines Surplusprodukts an den Spinner, der es in konstantes Kapital verwandelt; mit demselben Geld kann der Flachsbauer Instrumente kaufen und der Instrumentenmacher Eisen etc., so daß alle diese Elemente direkt konstantes Kapital werden. Aber abgesehn davon. Nimm an, der Maschinenfabrikant will an additional capital of39 1000 l. in Produktionselemente verwandeln. So wird es zwar Teil davon in Arbeitslohn auslegen, sage 200 l. Aber mit den 800 kauft er Eisen, Kohle etc. Gesetzt, dieses Eisen, Kohle müsse erst fabriziert werden. So ist das – wenn der Eisen- oder Kohleproduzent entweder nicht schon überschüssigen (akkumulierten) Vorrat ihrer Waren besitzen, und wenn sie ebensowenig additional machinery besitzen, noch direkt kaufen können (denn in diesem Fall fände wieder Austausch von konstantem Kapital gegen konstantes Kapital statt) – nur möglich, wenn sie ihre alte machinery länger arbeiten lassen. Diese wird dann rascher ersetzt, aber ein Teil ihres Werts geht in das neue Produkt ein. Aber abgesehn hiervon. Der Eisenmann braucht jedenfalls mehr Kohle, also hier muß er wenigstens einen Teil des ihm von den 800 l. Zufallenden direkt in konstantes Kapital verwandeln. Beide aber, Kohle- und Eisenmann, verkaufen ihre Kohlen und Eisen so, daß unbezahlte Surplusarbeit drin enthalten. Und betrage diese ¹/₄, so von den 800 l. schon 200 l., die sich nicht in Arbeitslohn auflösen, abgesehn von dem Teil, der sich in déchet40 der alten Maschinerie auflöst.

Das Surplus besteht überall in der Natur des Artikels, den das besondre Kapital produziert, Kohle, Eisen etc. Tauschen die Produzenten, deren Artikel sich wechselseitig als Produktionsingredienzien dienen, dieselben gegeneinander aus, so verwandelt sich direkt ein Teil des Surplus in konstantes Kapital. Der Teil aber, der gegen die Produkte ausgetauscht wird, die die Produzenten von Lebensmitteln produzieren und deren konstantes Kapital ersetzt, schafft das nötige variable Kapital. Die Produzenten solcher Lebensmittel, die nicht mehr eingehn können in ihre Produktion als Elemente (außer als variables Kapital), erhalten grade durch denselben Prozeß zuschüssiges konstantes Kapital, wodurch die andren zuschüssiges variables erhalten.

Was die Reproduktion – soweit sie Akkumulation ist – von der einfachen Reproduktion unterscheidet, ist folgendes:

Erstens: Die akkumulierten Produktionselemente, sowohl der Teil derselben, der variabel als konstant, bestehn aus neuzugesetzter Arbeit; sie lösen sich nicht in Revenuen auf, aber sie gehen aus dem Profit hervor; der Profit oder die Surplusarbeit löst sich in ihnen auf, während bei der einfachen Reproduktion ein Teil des Produkts vergangne Arbeit vorstellt (i.e. hier nicht im laufenden Jahr vollbrachte Arbeit).

Zweitens: Allerdings, wenn die Arbeitszeit in gewissen Branchen verlängert, also nicht mit additional instruments41 oder Maschinen gearbeitet wird, zahlt das neue Produkt zum Teil raschres déchet der alten, und dieser beschleunigte Konsum des alten konstanten capital auch ein Moment der Akkumulation.

<Drittens:> Durch das additional Geldkapital, das sich in dem Prozeß der Reproduktion bildet, teils durch Freiwerden von Kapital, teils durch Verwandlung eines Teils des Produkts in Geld, teils dadurch, daß der Produzent einfach mit dem eingelösten Geld die Nachfrage [nach Waren] für andre, z.B. Verkäufer von Luxusprodukten, vermindert, ist durchaus nicht wie bei der einfachen Reproduktion das systematische Ersetzen der Elemente nötig. Mit dem Überschuß [an] Geld kann jeder Produkte kaufen oder kommandieren, obgleich der Produzent, von dem er sie kauft, weder seine Revenue in dem Produkt des ersten verausgabt, noch sein Kapital in ihm ersetzt.} {Jedesmal, wo sich das additional capital (variable oder constant) nicht wechselseitig ergänzt, muß es sich auf der einen Seite als Geldkapital niederschlagen; existiere dies auch nur in der Form von Schuldforderungen.}

[5. Elemente Sismondischer Auffassungen bei Cherbuliez.
Die organische Zusammensetzung des Kapitals.
Fixes und zirkulierendes Kapital]

Im übrigen ist Ch[erbuliez] sonderbares Kompositum von Sismondi-
schen und Ric[ardo]schen Antagonismen. ||111||
||1112| Sismondisch:

„Die Hypothese eines unveränderlichen Verhältnisses zwischen den verschiednen Elementen des Kapitals realisiert sich auf keiner Stufe des ökonomischen Fortschritts der Gesellschaft. Das Verhältnis ist wesentlich variabel und zwar aus zwei Gründen: a) die Teilung der Arbeit und b) die Substitution der menschlichen Kraft durch die natürlichen Agenten.“ (p.61.) „Diese beiden Ursachen streben, die Proportion zwischen dem Lebensmittelfonds und den beiden andren Elementen des Kapitals zu vermindern.“ (p.62.) „Die Vermehrung des produktiven Kapitals zieht in dieser Lage der Dinge nicht notwendig nach sich ein Anwachsen des Lebensmittelfonds, bestimmt, den Arbeitspreis zu bilden; sie kann, wenigstens zeitweise, von einer absoluten Verminderung dieses Elements des Kapitals begleitet sein, und folglich von einem Sinken des Arbeitspreises.“ (p.63.)

{Dies sismondisch; die Wirkung auf die Höhe des Salairs der einzige Gesichtspunkt Ch[erbuliez]´. Dies fällt ganz fort in einer Untersuchung, wo die value of labour is always supposed to be paid, and the fluctuations of the market price of labour beyond or below that point (the value) are not taken into consideration42.}

„Der Produzent, der in seiner Industrie eine neue Teilung der Arbeit einführen oder von einem moteur naturel43 profitieren will, wird nicht eine hinlängliche Akkumulation des Kapitals abwarten, um auf diese Art alle Arbeiter, die er früher nötig hatte, anzuwenden; im Falle der Teilung der Arbeit begnügt er sich vielleicht, mit 5 Arbeitern hervorzubringen, was er früher mit 10 hervorbrachte; im Fall der Anwendung eines moteur naturel wird er vielleicht nur 1 Maschine und 2 Arbeiter anwenden. Das approvisionnement wird folglich reduziert sein im ersten Fall auf 1500, im zweiten auf 600. Da aber die Arbeiterzahl dieselbe bleibt, wird ihre Konkurrenz den Arbeitspreis bald unter seine ursprüngliche Taxe sinken machen.“ (p.63, 64.) „Das ist eines der frappierendsten Resultate des Gesetzes der Appropriation. Die absolute Vermehrung des Reichtums, d.h. der Arbeitsprodukte, führt keine verhältnismäßige Vermehrung [herbei] und kann selbst eine Verminderung im approvisionnement der Arbeiter herbeiführen, in dem Anteil, der ihnen von allen Arten Produkten zukömmt." (p.64.) „Die Ursachen, welche den Arbeitspreis bestimmen" {hier immer nur vom market price of labour44 die Rede}, „sind die absolute Quantität des produktiven Kapitals und das Verhältnis zwischen den verschiednen Elementen des Kapitals, zwei soziale Tatsachen, worauf der Wille des Arbeiters keinen Einfluß ausüben kann." (p. 64.) „Alle Chancen sind fast gegen den Arbeiter." (l.c.)

Das Verhältnis zwischen den verschiednen Elementen des produktiven Kapitals ist doppelt bestimmt.

Erstens: Die organische Zusammensetzung des produktiven Kapitals. Wir verstehn darunter die technologische Zusammensetzung. Bei gegebener Produktivkraft der Arbeit – die als konstant angenommen werden kann, solange kein change eintritt – ist in jeder Sphäre der Produktion das Quantum Rohmaterial und Arbeitsmittel, also das Quantum konstantes Kapital, seinen stofflichen Elementen nach, bestimmt, das auf ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit (bezahlter und unbezahlter), also die stofflichen Elemente des variablen Kapitals kömmt.

Ist das Verhältnis der vergegenständlichten Arbeit zur lebendigen, die angewandt wird, klein, so der Maßanteil des Produkts, der lebendige Arbeit darstellt, groß, wie sich immer dieser Teil zwischen Kapitalist und Arbeiter teile. Wenn umgekehrt, umgekehrt. Bei gegebner Rate der Exploitation der Arbeit ist auch die Surplusarbeit in dem einen Fall groß, im andren klein. Changes können hier nur eintreten infolge von change in der Produktionsweise, der das technologische Verhältnis der beiden Teile des Kapitals ändert. Selbst in diesem Fall kann, wenn die Größe der Kapitalien verschieden ist, das absolute Quantum der angewandten lebendigen Arbeit gleich oder selbst größer sein für das Kapital, das mehr konstantes Kapital anwendet. Aber relativ muß es kleiner sein. Für Kapitalien von derselben Größe oder auf bestimmten aliquoten Teil des Gesamtkapitals, z.B. 100, berechnet, muß es absolut und relativ kleiner sein. Alle changes, infolge der Entwicklung (nicht der Abnahme) der Produktivkraft der Arbeit, vermindern den Teil des Produkts, der lebendige Arbeit darstellt, vermindern das variable Kapital. Wir können sagen, wenn wir Kapitalien in verschiednen Produktionssphären betrachten, [diese Veränderungen] vermindern das variable Kapital absolut in den Sphären, die auf höhrer Produktionsstufe stehn, denn der Arbeitslohn ist als gleich vorausgesetzt.

Soweit as to the changes45, die aus der Änderung in der Produktionsweise hervorgehn.

Zweitens aber, die organische Zusammensetzung der Kapitalien als gegeben vorausgesetzt und den Unterschied, der aus dem Unterschied ihrer organischen Zusammensetzung hervorgeht, so kann das Wertverhältnis wechseln, obgleich die technologische Zusammensetzung dieselbe bleibt. Es kann stattfinden: a) change im Wert des konstanten Kapitals; b) change im Wert des variablen Kapitals; c) change in beiden, in gleichen oder ungleichen Verhältnissen.

a) Bleibt die technologische Zusammensetzung dieselbe und change im Wert des konstanten Kapitals findet statt, so fällt oder steigt er. Fällt er und wird nur dasselbe Quantum lebendiger Arbeit wie früher angewandt, d. h., bleibt die Produktionsleiter oder -stufe dieselbe, werden also z.B. nach wie vor 100 Mann angewandt, so ist stofflich nach wie vor dasselbe Quantum Rohmaterial und Arbeitsmittel erheischt. Die surplus labour aber bears a greater proportion to the whole capital advanced46. Die Profitrate steigt. Im umgekehrten Fall fällt sie. Im ersten Fall, for the capitals already employed in that sphere (not those newly invested in them after the change of value in the elements of constant capital has taken place) the total sum of the capital employed diminishes or some portion of that capital is set free, although production continues to be carried on on the same scale; or the capital so liberated is added to the production and then works, like an accumulation of capital. The scale of production is enlarged, and, proportionally, the absolute amount of surplus labour is increased.47 Mit gegebener Produktionsweise wirkt jede Akkumulation des Kapitals, whatever be the rate of surplus value, to the increase of its total amount48.

Umgekehrt. Steigt die value of the elements of constant capital, so either the scale of production (hence the mass of the total capital advanced) must increase, to employ the same quantity of labour (the same variable capital – unchanged in its value) as before; and then, although the absolute amount of surplus value, and the rate of surplus value remains the same, its proportion to the whole capital advanced sinks, and, hence, the rate of profit falls.49 Oder die Produktionsleiter und die total sum of capital advanced50 wird nicht erweitert. In diesem Fall muß unter allen Umständen das variable Kapital vermindert werden.

Wird dieselbe Summe wie bisher auf capital constant ausgelegt, so repräsentiert diese selbe Summe eine kleinere Portion seiner stofflichen Elemente, und da das technologische Verhältnis dasselbe geblieben, less labour is to be employed. The whole capital advanced is then diminished by the labour dismissed; the total value of the capital advanced is diminished, but of that diminished capital the constant capital bears (value considered) a greater proportion. The surplus value is diminished, absolutely, because less labour is employed; and the proportion of the remaining surplus value to the total capital advanced is diminished, because variable capital bears a less proportion to constant capital.

On the other hand, if the whole capital is employed as before – the less value of the variable capital (representing a less quantity of the whole of labour – living labour – employed) being absorbed by the greater value of the constant capital; the one being diminished in the same proportion as the other is augmented, then the absolute quantity of surplus value sinks, because less labour is employed, and, at the same time, the proportion of this surplus value to the whole capital advanced falls. Thus the rate of profit sinks from two causes, the diminution in the amount of surplus labour, and, the decreasing proportion borne by that surplus labour to the total capital advanced.51

Im ersten Fall (bei sinking value of the elements of constant capital52), wo die Profitrate steigt unter allen Umständen, muß die Produktionsstufe erweitert werden, soll die Summe des Profits sich vermehren. Gesetzt, das Kapital sei 600, halb konstant, halb variabel. Fiele der konstante Teil um 1/2 seines Werts, so nach wie vor 300 variabel, aber nur 150 konstant. Gesamt angewandtes Kapital nur 450 und 150 freigesetzt. Werden die 150 wieder dem Kapital zugefügt, so (von den 150) sind nun 100 in variablem ||1114| Kapital ausgelegt. Hier also die Produktionsstufe erweitert und die Masse angewandter Arbeit, wenn dasselbe Kapital wie vorher in der Produktion angewandt bleibt.

Im umgekehrten Fall, bei rising value of the elements of constant capital53, wo die Profitrate unter allen Umständen fällt, soll die Summe des Profits sich nicht vermindern und die Masse der angewandten Arbeit (also der surplus value) dieselbe bleiben, muß die Produktionsstufe, also the capital advanced, increased54 werden. Wird sie das nicht, wird nur the old or less than the old capital advanced55, so sinkt nicht nur die Rate, sondern die Masse des Profits.

In beiden Fällen bleibt die Rate des Mehrwerts unverändert, die dagegen changiert bei einem Wechsel in der technologischen Zusammensetzung des Kapitals: zunimmt, wenn das konstante Kapital wächst (weil dann die Arbeit produktiver), abnimmt, wenn es fällt (weil dann die Arbeit unproduktiver).

b) Tritt ein change im Wert des variablen Kapitals ein, unabhängig von der organischen Zusammensetzung, so dies nur möglich, weil Lebensmittel, die nicht in dieser Produktionssphäre produziert werden, die als Ware von außen in sie eingehn, im Preis gefallen oder gestiegen sind.

Fällt der Wert des variablen Kapitals, so repräsentiert es nach wie vor dasselbe Quantum lebendiger Arbeit. Bloß kostet dies selbe Quantum weniger. Bleibt die Produktionsstufe also dieselbe (da der Wert des konstanten Kapitals unverändert), so vermindert sich der Teil des Totalkapitals, der im Ankauf von Arbeitern avanciert wurde. Weniger Kapital auszulegen, um dieselbe Anzahl Arbeiter zu zahlen. Also vermindert sich hier bei gleichbleibender Produktionsstufe die Summe des ausgelegten Kapitals. Die Profitrate steigt und zwar aus doppelten Gründen. Die surplus value ist gestiegen; das Verhältnis der lebendigen Arbeit zur vergegenständlichten ist dasselbe geblieben, aber größrer Teil der surplus value bezogen auf kleinstes Gesamtkapital. Wird dagegen der freigewordne Teil zugefügt, so dies = Akkumulation.

Steigt der Wert des variablen Kapitals, so, um dieselbe Masse Arbeiter wie bisher anzuwenden, auch mehr Gesamtkapital auszulegen, weil der Wert des konstanten Kapitals derselbe bleibt und der des variablen gestiegen ist. Die Masse Arbeit bleibt dieselbe, aber kleiner Teil davon surplus labour, und dieser kleinere Teil bezogen auf größres Kapital. Dies, wenn die Produktionsstufe dieselbe bleibt, während der Wert des Totalkapitals gestiegen. Steigt dieser Wert nicht, so muß die Produktionsstufe vermindert werden. Die Masse labour nimmt ab, und von dieser verminderten Masse kleinerer Teil surplus labour, which, too, bears a smaller proportion to the whole capital advanced56.

Die organic changes57 und die durch change of value58 hervorgebrachten können in gewissen circumstances59 denselben Effekt auf die Profitrate haben. Sie unterscheiden sich aber dadurch: Sind die letztern nicht bloßen fluctuations of market prices60 geschuldet, also temporär, so müssen sie stets einem organic change in den Sphären geschuldet sein, die Elemente des konstanten Kapitals oder des variablen liefern.

Case 3 hier nicht weiter einzugehn.

Bei gleich großen Kapitalien in verschiedenen Produktionssphären – oder gleichem Quotum des Gesamtkapitals, z.B. auf je 100 – kann die organische Komposition dieselbe, aber das Wertverhältnis der Elementarbestandteile, des konstanten und variablen Kapitals, verschieden sein, je nach dem verschiednen Wert der angewandten Instrumental- und Rohmaterialmasse. Z.B. Kupfer statt Eisen, Eisen statt Blei, Wolle statt Baumwolle etc.

Anderseits, wenn das Wertverhältnis dasselbe, kann die organische Komposition verschieden sein? Bei Gleichheit der organischen Komposition sind die relativen Massen, die, pro 100, in konstantem Kapital und lebendiger Arbeit sich verbinden, dieselben. Die quantitativen Verhältnisse dieselben. Es ist möglich, daß der Wert des konstanten Kapitals gleich ist, obgleich die relativ in Bewegung gesetzten Arbeitsmassen verschieden. Wenn die Maschinerie oder das Rohmaterial teurer (oder umgekehrt), kann z.B. weniger Arbeit erheischt sein; aber dann ist auch der Wert des variablen Kapitals relativ kleiner oder umgekehrt.

||1115| Nehme A und B. c’ und v’ seien die Bestandteile von A (dem Wert nach) und c und v die von B (dem Wert nach). Wenn nun c’ : v’ = c : v, so c’v = v’c. Also auch c’/c = v’/v.

Es ist nur folgendes möglich, da die Wertverhältnisse gleich sind. Wird in der andern Sphäre mehr Surplusarbeit gearbeitet (z.B. Nachtarbeit in der Agrikultur unmöglich, ditto kann zwar der einzelne Arbeiter überarbeitet werden, aber das Gesamtquantum Arbeit, das angewandt werden kann bei gegebner Größe des Grundstücks etc., beschränkt durch den zu fabrizierenden Gegenstand (das Getreide), während bei gegebner Größe der Fabrik die Masse der Fabrikation von der Stundenzahl abhängt, die gearbeitet wird (δύναμει61 nach) – d.h., es liegt in der Verschiedenheit der Produktionsweise, daß in der einen Sphäre mehr Surplusarbeit angewandt werden kann auf gegebner Produktionsstufe als in der andren), so mag das Wertverhältnis von konstantem und variablem Kapital dasselbe sein, dennoch aber die relativ zum Gesamtkapital angewandte Arbeitsmasse verschieden. Oder nimm [an], das Material sei teurer und die Arbeit (als höh’rer Art angehörig) in demselben Verhältnis. In diesem Fall A wendet 5 Arbeiter an, wo B 25, und sie kosten 100 l. wie die 25, weil ihre Arbeit teurer (also auch ihre Surplusarbeit mehr wert). Zugleich verarbeiten die 5 einen Rohstoff von 100 lbs. y, = 500, und die von B einen Rohstoff von 1000 lbs. x, von 500, weil das Material teurer und die Produktivkraft der Arbeit geringer entwickelt bei A. Hier das Wertverhältnis 100 l. v zu 500 c in beiden Fällen, aber die organische Komposition verschieden.

Das Wertverhältnis dasselbe: Der Wert des konstanten Kapitals in A gleich dem in B, und im Verhältnis legt A soviel Kapital in Arbeitslohn aus wie B. Aber die Masse seiner Produkte geringer. Er braucht zwar absolut dieselbe Masse Arbeit wie B, aber relativ mehr, weil sein konstantes Kapital teurer. Er verarbeitet weniger Rohstoff etc. in derselben Zeit, aber sein Weniger kostet soviel wie das Mehr des B. In diesem Fall Wertverhältnis dasselbe; organische Zusammensetzung verschieden. Im andren Fall dies, bei gleichem Wertverhältnis, nur möglich im Fall verschiedner Surplusarbeit oder verschiedner Werte der verschiednen Arbeiten.

Die organische Komposition kann so aufgefaßt werden: Verschiednes Verhältnis, worin Auslage von konstantem Kapital nötig in den verschiednen Produktionssphären, um dieselbe Masse Arbeit zu absorbieren. Die Verbindung derselben Masse Arbeit mit dem Arbeitsgegenstand erheischt entweder mehr Rohmaterial und machinery in dem einen Fall als in dem andren oder bloß eines von beiden.

{Bei sehr verschiedenen Verhältnissen von capital fixe und circulant kann das Verhältnis des konstanten und variablen Kapitals dasselbe, daher die surplus value dieselbe sein, obgleich die jährlich produzierten Werte verschieden sein müssen. Gesetzt, in der Kohlenindustrie, wo kein Rohmaterial angewandt wird (abgesehen von den matières instrumentales62), sei das fixe Kapital die Hälfte des ganzen Kapitals, das variable die andre Hälfte. Gesetzt, in der Schneiderei sei das fixe Kapital = 0 (wie vorhin, abgesehen von den matières instrumentales), aber das Rohmaterial = 1/2, das variable ditto = 1/2. So werden beide (bei gleicher Exploitation der Arbeit), da sie dieselbe Masse Arbeit relativ zum Kapital, pro 100, anwenden, dieselbe surplus value realisieren. Aber gesetzt, das fixe Kapital in der Kohlenproduktion schlage einmal in 10 Jahren um, während kein Unterschied im Umschlag des zirkulierenden Kapitals in beiden Fällen. Der von dem Schneider Ende des Jahrs (wir wollen annehmen, das variable Kapital schlage in beiden Fällen einmal um) produzierte Wert = 150, wenn die surplus value = 50. Dagegen der am Ende des ersten Jahrs vom Kohleproduzenten produzierte Wert = 105 (nämlich 5 für fixes Kapital, 50 für variables, 50 für Surplusarbeit). Der Totalwert seines Produkts + dem fixen Kapital = 150, nämlich Produkt = 105 + 45 für das restierende fixe Kapital, wie beim Schneider. Die Produktion verschiedner Wertgrößen schließt also nicht die Produktion derselben surplus values aus.

Im zweiten Jahre wäre das fixe Kapital des Kohleproduzenten = 45, variable = 50, Surplus = 50. Also das vorgeschußne Kapital = 95 und Profit = 50. Die Profitrate wäre gestiegen, weil der Wert des fixen ||1116| Kapitals abgenommen infolge des déchet von 1/10 im ersten Jahr. Es unterliegt also gar keinem Zweifel, daß in allen Kapitalien, wo viel capital fixe angewandt – bei gleichbleibender Produktionsstufe –, die Profitrate steigen muß in dem Maße, wie jährlich der Wert der Maschine des capital fixe fällt, infolge des schon ersetzten déchet63. Verkauft der Kohleproduzent während der 10 Jahre fortwährend zu demselben Preis, so muß er im zweiten Jahr höhre Profitrate machen als im ersten and so forth64. Oder es müßte angenommen werden, daß die Reparaturarbeiten etc. im direkten65 Verhältnis zum déchet stehn, so daß sich die Totalsumme des jährlich unter der Rubrik fixes Kapital vorgeschoßnen Teils gleichbleibt. Dieser Extraprofit mag sich auch ausgleichen dadurch, daß während der Zeit – abgesehn vom déchet – der Wert des fixen Kapitals sinkt, weil mit beßrer, nachträglich erfundner neuer Maschinerie zu konkurrieren. Andererseits erlaubt aber diese steigende66 Profitrate, die natürlich aus dem déchet erwächst, dem abnehmenden Wert des fixen Kapitals, zu konkurrieren mit beßrer neuer Maschinerie, bei der noch der ganze Wert zu berechnen. Endlich verkaufte der Kohleproduzent [am Ende des zweiten Jahres] wohlfeiler, also so berechnend: 50 auf 100 machte 50 p.c. Profit; 50 p.c. auf 95 macht 471/₂; verkaufte er dieselbe Masse Produkt [nicht zu 105, sondern] zu 1021/₂, so verkauft er wohlfeiler als der, dessen Maschinerie sich z.B. erst im ersten Jahr der Arbeit befindet. Große Anlagen von capital fixe setzen Besitz von großem Kapital voraus. Und da diese großen Kapitalbesitzer den Markt beherrschen, scheint es nur, daß sie aus besagtem Grund erst mit surplus profit (Rente) arbeiten. Diese Rente geht in der Agrikultur daraus hervor, daß mit relativ fruchtbarerem Boden gearbeitet wird, aber hier wird mit relativ wohlfeiler Maschinerie gearbeitet.}

{Eine Masse Geschichten, die dem Verhältnis von fixem und zirkulierendem Kapital zugeschlagen werden, gehören dem Unterschied von variablem und konstantem an. Erstens können diese Verhältnisse dieselben sein, die von konstantem und variablem, obgleich die von fixem und zirkulierendem verschieden sind. Zweitens handelt es sich bei konstantem und variablem um die ursprüngliche Teilung des Kapitals zwischen lebendiger Arbeit und vergegenständlichter, nicht von der Modifikation dieses Verhältnisses durch den Zirkulationsprozeß oder den Einfluß des letztern auf die Reproduktion.

D'abord67 klar, daß die Differenz von fixem und zirkulierendem Kapital nur soweit den Mehrwert affizieren kann (abgesehn von Unterschieden in der Masse der angewandten lebendigen Arbeit, die sich auf das Verhältnis von variablem und konstantem Kapital beziehn), als es den Umschlag des Gesamtkapitals affiziert. Also zu untersuchen, wie der Umschlag wirkt auf den Mehrwert. Es hängen offenbar zwei68 Umstände genau damit zusammen: 1. die surplus value kann nicht so rasch (so oft) akkumuliert werden, in Kapital rückverwandelt; 2. das avancierte Kapital muß wachsen, sowohl um dieselbe Masse Arbeiter in Gang zu halten etc. als wegen der längren Vorschüsse, die der Kapitalist sich selbst machen muß [für] seine eignen Konsumtionskosten. Diese Umstände wichtig beim Profit. Hier aber nur zu sehn zunächst, wie sie auf die surplus value wirken. Und diese beiden Umstände immer auseinanderzuhalten.}

{Alles, was die Avancen vergrößert, ohne den Mehrwert verhältnismäßig zu vergrößern, vermindert die Profitrate, even if the surplus value remains the same69; alles was sie vermindert, umgekehrt. Sofern also großes capital fixe im Verhältnis zum capital circulant – oder verschiedener Umschlag des Kapitals – die Größe der Avancen affiziert, affiziert er die Profitrate, even if not at all affecting the surplus value70.}

{Die Profitrate ist nicht simply the surplus value, berechnet auf das vorgeschossne Kapital. Sondern the mass of surplus value, realized within a given period71, d.h. in einem bestimmten Zirkulationsausschnitt. Soweit also der Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital die mass of surplus value affiziert, die in ein bestimmtes Kapital within a given period realisiert, affiziert er die Profitrate. Das doppelte Moment kömmt herein, der Unterschied in der Größe der avances (relatively to the surplus value realized) und secondly the difference in the length of time for which these advances have to be made before they are returned with a surplus72.}

||1117| {Die Reproduktionszeit oder vielmehr die Anzahl der Reproduktionen in einem bestimmten Zeitraum wesentlich durch 2 Umstände affiziert:

1. Verlängerter Aufenthalt des Produkts in der eigentlichen Produktionssphäre.

Erstens möglich, daß ein Produkt zu seiner Produktion längre Zeit wie ein andres bedarf, sei es längre Abschnitte des Jahres oder ein ganzes Jahr oder mehr wie ein Jahr. (Letzres z.B. in Bauten, in der Viehzucht und in manchen Luxusprodukten.) In diesem Falle absorbiert es, je nach der Zusammensetzung des produktiven Kapitals, in konstantes und variables, fortwährend Arbeit, oft sehr viel Arbeit (wie bei Luxusprodukten, Bauten) im Verhältnis zum konstanten Kapital. Also im Verhältnis, wie seine Produktion länger dauert, aber auch gleichmäßige Fortdauer des Arbeitsprozesses, fortwährendes Absorbieren von Arbeit und Surplusarbeit. Z.B. bei Vieh oder Bauten, z.B. letztre genommen, die mehr als ein Jahr erfordern. Das Produkt kann erst zirkulieren, d.h. verkauft werden, auf den Markt geworfen werden, sobald es fertig ist. Die Surplusarbeit des ersten Jahrs ist mit der andren Arbeit im unfertigen Produkt des ersten Jahrs objektiviert. Sie ist weder kleiner noch größer als in andren Industriezweigen, wo dasselbe Verhältnis von konstantem und variablem Kapital herrscht. Aber der Wert des Produkts kann nicht realisiert werden, d.h. in dem Sinne, daß er nicht in Geld verwandelt werden kann, also auch nicht die surplus value. Letztre kann daher nicht als Kapital akkumuliert werden, noch zur Konsumtion verwandt werden. Das vorgeschoßne Kapital sowohl wie die surplus value dienen sozusagen als Unterlage der Weiterproduktion. Sie sind Voraussetzung derselben und gehn gewissermaßen als Halbfabrikat, d'une manière ou d'une autre73 als Rohmaterial in die Produktion des zweiten Jahrs ein.

Gesetzt, das Kapital sei 500, Arbeit = 100, Mehrwert = 50, so das der Produktion vorgeschoßne Kapital = 550 + 500, die im zweiten Jahr vorgeschossen werden. Der Mehrwert wieder = 50. So der Wert des Produkts = 1100 l. Wovon 100 Mehrwert. In diesem Fall der Mehrwert derselbe, als wenn das Kapital reproduziert wäre im ersten Jahr und im zweiten wieder 500 l. angelegt. Das variable Kapital immer 100 und der Mehrwert immer 50. Aber die Profiterate verschieden. Sie ist im ersten Jahr 50/500 oder 10 p.c. Im zweiten Jahr aber ist vorgeschossen 550 + 500 = 1050, und davon ist 1/10 = 105. Wird also dieselbe Rate des Profits berechnet, so der Wert des Produkts gleich: 1. Jahr 550, 2.Jahr 550 + 500 + 55 + 50 = 1155. Und der Wert des Produkts am Ende des zweiten Jahrs = 1155. Er wäre sonst nur = 1100. Der Profit ist hier größer als der produzierte Mehrwert, denn dieser beträgt nur 100. Rechnet man die Konsumtionskosten des Kapitalist mit, die er sich während 2 Jahre vorschießen muß, so das ausgelegte Kapital noch größer im Verhältnis zum Mehrwert. Allerdings dafür auch der ganze Mehrwert des ersten Jahres in Kapital verwandelt im zweiten. Ferner ist das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital größer, weil die 100 Ende des ersten Jahrs nicht reproduziert sind, während das zweite Jahr also 200 für dieselbe Arbeit vorgeschossen werden müssen, wozu sonst 100 genügen, die sich im 1.Jahr reproduzieren.

Zweitens. Nachdem der Arbeitsprozeß beendigt, muß das Produkt noch in der Produktionssphäre bleiben, um Naturprozesse durchzumachen, die keine oder relativ nur ganz unbedeutende Arbeit erfordern, wie der Wein im Keller. Erst nach Ablauf dieser Frist das Kapital reproduzierbar. Hier offenbar, welches immer sonst das Verhältnis von variablem und konstantem Kapital, dasselbe, als wäre mehr konstantes und weniger variables Kapital ausgelegt. Die surplus labour, wie die labour überhaupt, die hier während bestimmter Periode angewandt, kleiner. Wenn die Profitrate dieselbe, so dies geschuldet der Ausgleichung, nicht der in dieser Sphäre erzeugten surplus value. Es muß früher mehr Kapital avanciert werden, um den Reproduktionsprozeß – die Kontinuität der Produktion – aufrechtzuerhalten. Und wieder aus diesem Grunde sinkt das Verhältnis der surplus value zu dem vorgeschoßnen Kapital.

Drittens. Unterbrechungen im Arbeitsprozeß während das Produkt sich im Produktionsprozeß befindet, wie bei der Agrikultur, bei Prozessen wie Gerberei etc., wo chemische Prozesse einen Intervall bilden, bevor das Produkt aus einer Phase zur nächst höheren übergehn kann. Wird in solchen Fällen durch chemische Entdeckungen das Intervall verkürzt, so die Produktivität der Arbeit vermehrt, die surplus value [vergrößert] und kürzre Zeit vergegenständlichte Arbeit dem Prozeß avanciert. In allen diesen Fällen die surplus value kleiner, das avancierte Kapital größer.

2. Dasselbe findet statt, wenn die returns74 von zirkulierendem Kapital wegen Entfernung des Markts länger dauern als the average75. Auch hier der Kapitalvorschuß größer, die surplus value kleiner und [kleiner] ihr Verhältnis zum avancierten Kapital.} {Im letzten Fall länger in der Zirkulationssphäre fixiert, im andren in der Produktionssphäre.}

||1118| {Nehmen wir an, in irgendeinem Zweig der Transportindustrie das vorgeschoßne Kapital = 1000, fixes Kapital = 500, das sich in fünf Jahren abnütze. Variables Kapital = 500, das einmal76 im Jahr umlaufe. Dann der jährliche Wert des Produkts = 100 + 500 + 100, wenn die Rate des Mehrwerts = 20 p.c. Zusammen = 700. Andrerseits in einem Zweig der Schneiderei sei das konstante zirkulierende Kapital = 500 (fixes = 0) und das variable = 500, Mehrwert = 100. Schlage 4× im Jahr um. Dann Wert des Produkts (jährlich) = 4 (500 + 500) + 100 = 4100. Mehrwert in beiden Fällen derselbe. Das letzte Kapital schlägt ganze 4× im Jahr um oder einmal in einem Vierteljahr. Das andre schlägt um 600 im Jahr, also im Vierteljahr 6004 = 150. Also 50 in einem Monat; 100 in 2 Monaten und 400 in 8 Monaten. Das ganze Kapital braucht, um umzuschlagen, 1 Jahr und 8 Monate oder 20 Monate. In einem Jahr schlägt nur um davon 610.

Nun wird man sagen, das erste, um einen Profit von 10 p. c. zu machen, schlägt auf Wert von 1000 vierteljährlich weniger als das andre. Aber hier handelt es sich nicht um Zuschlagen. Der eine macht mehr Mehrwert auf sein konsumiertes Kapital, aber nicht auf sein angewandtes. Hier geht der Unterschied aus dem Mehrwert hervor, nicht aus dem Draufschlagen von Profit. Der Unterschied liegt hier im Wert, nicht im Mehrwert. Beide schlagen das variable Kapital von 500 4× im Jahr um. Sie machen Mehrwert im Jahr = 100, [Jahres]rate des Mehrwerts = 20 p. c. Aber im Vierteljahr 25 l., also mehr Prozent? 25 auf 500 alle Vierteljahr = 5 p. c. das Vierteljahr, also 20 p. c. im Jahr.

Der erste schlägt 1/2 seines Kapitals 4mal im Jahr um und von seiner andern 1/2 nur 1/5 im Jahr. Die Hälfte von viermal ist zweimal77. Er schlägt also im Jahr 21/10 mal78 sein Kapital um. Der andre schlägt es ganz 4× um. Aber dies ändert absolut nichts an der surplus value. Setzt der letzte den Reproduktionsprozeß kontinuierlich fort, so muß er beständig 500 in Rohmaterial etc. verwandeln und hat immer nur 500 für Arbeit, während der andre ditto 500 für Arbeit hat und die andren 500 ein für allemal (i. e. für 5 Jahre) in einer Gestalt besitzt, worin er es nicht rückzuverwandeln braucht. Dies gilt aber nur, wenn trotz der Differenz von fixem und zirkulierendem Kapital das Verhältnis79 von variablem und konstantem [in beiden Kapitalien] gleich. Besteht 1/2 aus konstantem und 1/2 aus variablem bei beiden, so kann [bei dem einen] 1/2 nur aus fixem bestehen, wenn das zirkulierende konstante Kapital = 0, und [bei dem anderen] 1/2 aus zirkulierendem konstantem bestehen, wenn das fixe = 0. Obgleich nun das zirkulierende konstante = 0 sein kann, wie in der extraktiven Industrie und der Transportindustrie, wo aber die matières instrumentales80 statt des Rohmaterials zirkulierendes konstantes Kapital bilden, so das fixe Kapital (außer bei Bankiers etc.) nie = 0. Indes bleibt sich das gleich, wenn das konstante Kapital in beiden Fällen im selben Verhältnis zum variablen steht, obgleich es in dem einen Fall weniger, in dem andren mehr fixes und weniger zirkulierendes konstantes Kapital enthält, in dem andren Fall umgekehrt. Es findet hier nur Unterschied statt in der Reproduktionszeit der einen Hälfte des Kapitals und der des Gesamtkapitals. Der eine muß die 500 l. für 5 Jahre vorschießen, ehe sie retournieren, der andre für 1 Vierteljahr oder 1 Jahr. Die Dispositionsfähigkeit über das Kapital ist verschieden. Die avance ist nicht verschieden, aber die Zeit, wofür avanciert ist. Dieser Unterschied geht uns hier nichts an. Mehrwert und Profit sind hier, wenn das ganze vorgeschoßne Kapital betrachtet wird, derselbe: 100 l. im ersten Jahr auf das vorgeschoßne 1000. Im zweiten Jahr eher die höhre Profitrate auf Seite des fixen, weil das variable Kapital dasselbe geblieben, der Wert des fixen sich vermindert hat. Er schießt im zweiten Jahr nur vor 400 fixes und 500 variables und macht nach wie vor 100. Aber 100 auf 900 = 111/9 p. c., während der andre, wenn er fortfährt zu reproduzieren, nach wie vor 1000 vorschießt und 100 macht, = 10 p. c.

Anders natürlich, wenn mit dem fixen Kapital das konstante Kapital überhaupt wächst gegen das variable oder überhaupt mehr Kapital vorgeschossen werden muß, um dieselbe Quantität Arbeit in Bewegung zu setzen. Im obigen Fall fragt es sich nicht, wie oft das Gesamtkapital retourniert oder wie groß der Vorschuß, sondern wie oft der Teil retourniert, der hinreichend ist, um dieselbe Masse produktive Arbeit in Bewegung zu setzen, wie im andren Fall, um den Produktionsprozeß zu erneuern. Wäre aber im obigen Beispiel das fixe Kapital [nicht 500, sondern] = 1000, das zirkulierende [nach wie vor] nur = 500, so änderte sich die Sache. Dies käme aber nicht daher, daß es fix ist. Denn kostete das zirkulierende konstante im zweiten Fall (wegen Teuerkeit des Materials z. B.) 1000 [statt 500], so wäre der case wie vorher. Da in den ersten Fällen [der beiden Beispiele] je größer das fixe Kapital, um so größer die relative Größe des vorgeschoßnen Kapitals überhaupt relativ zum variablen, wirft man dies durcheinander. Sonst die ganze Geschichte vom Umlauf eigentlich ursprünglich dem merkantilen Kapital entlehnt, wo er durch andre Gesetze bedingt ist: Wo, wie ich gezeigt habe, in der Tat die Profitrate bestimmt ist durch die average Anzahl der Umläufe, abgesehen von der Komposition dieses Kapitals, das übrigens hauptsächlich aus zirkulierendem besteht. Denn beim merkantilen Kapital sein Profit bestimmt durch den general rate of profit.}

||1119| {Der Witz ist der. Das fixe Kapital sei = x. Schlägt es nur einmal in 15 Jahren um, so 1/15 in einem Jahr, aber es braucht auch nur 1/15 ersetzt zu werden. Es wäre nichts damit geholfen, daß es 15 × im Jahr ersetzt würde. Es nähme nach wie vor dieselbe Masse ein. Das Produkt würde nur dadurch verteuert. Allerdings ist die Dispositionsfähigkeit kleiner und das Risiko der Depreziation größer, als wenn dieselbe Masse Kapital in zirkulierender Form vorgeschossen. Aber dies ändert am Surplus nichts, obgleich es in die Berechnung der Profitrate unter den Herrn Kapitalisten eingeht, indem in die Berechnung des déchét dieses Risiko eingerechnet wird. Was aber den andren Teil des Kapitals angeht, sei der zirkulierende Teil des konstanten (matières brutes et matières instrumentales81) = 25000 für ein Jahr und der Arbeitslohn = 5000. So müßten, wenn es nur einmal im Jahr retournierte, 30000 l. während des ganzen Jahres vorgeschossen werden, und wenn der Mehrwert = 100 p.c., = 5000, so Profit Ende des Jahres = 5000 auf 30000, = 162/₃ p.c.

[Retournierte es] dagegen alle 1/5 Jahr, so nur nötig Kapitalvorschuß von 5000 für konstantes zirkulierendes Kapital und 1000 für Arbeitslohn. Pr[ofit 1000] und in dem 5/5 Jahr 5000. Dieser Mehrwert aber gemacht auf ein Kapital von 6000, da nie mehr vorgeschossen wird. Der Profit war [also 5000 auf] 6000 oder 5/6, 5 × soviel, = 831/₃ p.c. (Abgesehen vom capital fixe.) Also sehr bedeutender Unterschied in der Profit[rate, weil] in der Tat Arbeit für 5000 mit einem Kapital von 1000 und Rohmaterial etc. für 25 000 mit einem Kapital [von 5000 gekauft] wird. Wären die Kapitalien gleich bei dieser verschiedenen Rate des Umschlags, so könnten im ersten Fall nur [6000 avanciert werden.] Oder monatlich nur 500, wovon 5/6 in capital constant und 1/6 in capital variable. Dies 1/6 = 831/₃, worauf 100 [p.c. Mehrwert 831/₃,] und [dies] machte für das Jahr (83 + 1/3) 12 = 12/₃ (oder 4) + 996 = 1000. Aber 1000 auf 60[00 = 162/₃ p.c.]82

[6. Cherbuliez' Versuch, die einander ausschließenden Ansichten Ricardos und Sismondis zu vereinen]

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Sismondich:

„Der ökonomische Fortschritt der Gesellschaft, soweit er durch ein absolutes Wachstum des produktiven Kapitals und durch eine Veränderung des Verhältnisses zwischen den verschiedenen Elementen des Kapitals charakterisiert ist, bietet den Arbeitern einige Vorteile: 1. Die größere Produktivität der Arbeit, namentlich durch Anwendung der Maschinerie, führt so rapides Anwachsen des produktiven Kapitals herbei, daß, trotz der vorgekommenen Änderung im Verhältnis des Lebensmittelfonds zu den übrigen Elementen des Kapitals, dieses Element dennoch einen absoluten Zuwachs erhält, welcher erlaubt, nicht nur dieselbe Zahl Arbeiter wie früher anzuwenden, sondern noch eine zusätzliche Anzahl zu beschäftigen, so daß sich das Resultat des Fortschritts, einige Interruptionen abgerechnet, für die Arbeiter in einer Vermehrung des produktiven Kapitals und der Nachfrage nach Arbeit resümiert. 2. Die größere Produktivität des Kapitals strebt, den Wert einer Menge von Produkten beträchtlich zu vermindern, sie folglich dem Arbeiter erreichbar zu setzen, dessen Genüsse sich hierdurch vermehrt finden. (l. c. p.65.)

Dagegen:

1. Soweit anhaltend, so partiell die temporäre Diminution des Approvisionnement, das den Arbeitspreis bildet, sein mag, sie produziert nicht minder unheilvolle Wirkungen. 2. Die Umstände, die den ökonomischen Fortschritt einer Gesellschaft bestimmen, sind großenteils zufällig, unabhängig vom Wollen der produzierenden Kapitalisten. Die Wirkung dieser Ursachen nicht beständig etc.“ (p.66.) 3. „Es ist weniger die absolute Konsumtion des Arbeiters als seine relative Konsumtion, welche seine Lage glücklich oder unglücklich macht. Was liegt dem Arbeiter daran, einige seinesgleichen früher unzugängliche products verschaffen zu können, wenn die Zahl der Produkte, die ihm unzugänglich sind, in einer noch stärkeren Proportion gewachsen ist, wenn die Distanz, die ihn vom Kapitalisten trennt, sich nur vermehrt hat, wenn seine soziale Position niedriger und unvorteilhafter geworden ist? Die zur Erhaltung der Kräfte strikt notwendige Konsumtion ausgenommen, ist der Wert unsrer Genüsse wesentlich relativ.“ (p.67.)

„Man vergißt, daß der Lohnarbeiter ein denkender, mit denselben Fähigkeiten begabter Mensch, durch dieselben Triebfedern wie der travailleur capitaliste83 bestimmter Mensch ist.“ (p.67.)

|| 1120 || „Welche Vorteile den salarierten Arbeitern ein rasches Wachstum des sozialen Reichtums verschaffen mag, es heilt nicht die Ursache ihres Elends … sie bleiben allen Rechts auf das Kapital beraubt, folglich verpflichtet, ihre Arbeit zu verkaufen und allen Prätensionen auf die Produkte dieser Arbeit zu renunzieren.“ (p.68.) „Das ist der Prinzipalfehler des Gesetzes der Appropriation … das Übel liegt in diesem absoluten Mangel des Bandes zwischen dem Lohnarbeiter und dem Kapital, das seine Industrie ins Werk setzt.“ (p.69.)

Diese letzte Phrase mit dem „Bande“ echt sismondisch und zugleich blödsinnig.

Über den Normalmenschen = Kapitalist etc., sieh ibid. l. c. p.74–76.

Über die Konzentration der Kapitalien und die Beseitigung der kleinen Kapitalisten. (l. c. p.85–88.)

„Wenn im jetzigen Zustand der profit réel von der Ersparung der Kapitalisten herkömmt, könnte er ebensogut von der der Salarierten kommen.“ (p.89.)

Ch[erbuliez] teilt

1. die Ansicht Mills, alle Steuern auf die Grundrente zu legen (p.128), aber, da es unmöglich ist,

„eine Art Steuer in der Art aufzulegen, daß sie wirklich von der Rente erhoben wird und nur diese trifft“, da es schwer ist, den Profit von der Rente zu unterscheiden, unmöglich, wenn der Eigentümer selbst cultivateur ist, so geht

2. Ch[erbuliez] zur wahren Konsequenz Ric[ardo]s fort:

„Warum macht man nicht einen Schritt weiter und hebt das Privateigentum am Boden auf?“ (p.129.) „Die Grundeigentümer sind Müßiggänger, die auf öffentliche Kosten erhalten werden ohne irgendwelche Vorteile für die Industrie oder die allgemeine Wohlfahrt der Gesellschaft.“ (p.129.) „Was den Boden produktiv macht, das sind die auf die Landwirtschaft angewandten Kapitalien. Der Grundeigentümer trägt nichts dazu bei. Er ist nur dazu da, eine Rente einzustecken, die nicht einen Teil des Profits seiner Kapitalien ausmacht und weder das Produkt der Arbeit noch das der Produktivkräfte des Bodens ist, sondern die Wirkung des Preises, zu dem die Konkurrenz der Konsumenten die Produkte der Landwirtschaft hinauftreibt“ etc. (p.129.) „Da die Abschaffung des Privateigentums am Boden an den Ursachen, die die Rente erzeugen, nichts ändern würde, führe sie fort zu bestehen; aber der Staat nähme sie in Empfang, dem der ganze Boden gehört, und der dessen kultivierbare Flächen an Privatleute verpachten würde, die genügend Kapitalien zu ihrer Ausbeutung besäßen.“ (p.130.)

Sie würde an die Stelle aller Staatsrevenuen treten.

„Endlich würde die Industrie, emanzipiert, von jeder Fessel befreit, einen unerhörten Aufschwung nehmen“ etc. (p.130.)

Wie aber paßt diese Ric[ardo]sche Konsequenz zum Sismondischen frommen Wunsch, das Kapital und die kapitalistische Produktion in „Bande“ zu legen? Wie mit dem Jammer:

„Das Kapital wird schließlich zum Beherrscher der Welt werden, wenn nicht eine Umwälzung den Gang aufhält, den die Entwicklung unserer Gesellschaft unter der Herrschaft des Gesetzes der Appropriation nimmt.“ (p.152.) „Überall wird das Kapital die alten sozialen distinctions84 ausgelöscht haben, um ihnen zu substituieren diese einfache Klassifikation der Menschen in Reiche und Arme, in Reiche, die genießen und regieren, und in Arme, die arbeiten und gehorchen.“ (p.153.) „Die allgemeine Appropriation der produktiven Güter und der Produkte hatte zu allen Zeiten die zahlreiche Klasse der Proletarier auf einen Zustand der Unterwerfung und politischen Unfähigkeit reduziert, aber diese Appropriation war einst kombiniert mit einem System von Restriktivgesetzen, die der Entwicklung der Industrie und der Akkumulation der Kapitalien ||1121|| Fesseln anlegten, dem Anwachsen der Klasse der Enterbten Grenzen setzten, ihre bürgerliche Freiheit in enge Schranken einzwängten und so auf verschiedene Arten jene Klasse unschädlich machten. Heute hat das Kapital einen Teil dieser Fesseln zerbrochen. Es geht daran, sie alle zu zerbrechen.“ (p.155, 156.)

„Die Demoralisation der Proletarier ist der zweite Effekt der Distribution der Reichtümer.“ (p.156.)